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Thema: Glaubt ihr an eine Religion?  (Gelesen 145211 mal)

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Viele Atheisten pochen darauf, dass sie ein absolut erfülltes und sinnvolles Leben leben, aber der Mensch kann seinen Gehirnmechanismen nicht entkommen. Wo die Religion fehlt, da wird sich an andere Dinge geklammert. Gut zu sehen an den ganzen Internet-"Kreuzrittern", die versuchen die Menschheit zum Atheismus zu bekehren. Andere steigern sich in Musik-, Politik-, Rassismus-, Fantasy-, oder Science Fiction-Bewegungen hinein, weil sie einfach nicht anders können. Eigentlich kann fast Alles (bzw. MUSS Irgendetwas) zum Religionsersatz werden, wenn es eine gewisse Faszination auf den Menschen ausübt. Ich würde zudem die These aufstellen, dass dieses Phänomen mit fortschreitendem Alter noch sehr viel stärker auftritt, da der Tod und somit das vermeintlich sinnlose Ende noch greifbarer wird.
« Letzte Änderung: 15.06.2012, 16:26 von Noah Janus »

           "Go ye now in peace. Let thy fate be written in the Elder Scrolls..."
  15.06.2012, 15:33
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Nur zum Verständnis: Wie definierst du "Religion"?
"Wer immer nur das tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist."
Dr. Reinhard K. Sprenger (*1953)
  15.06.2012, 16:31
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Nur zum Verständnis: Wie definierst du "Religion"?

Ich definiere es nach dem Lateinischen religio als "Rückbindung", Glaube, Kult. Sozusagen als Bindung an etwas, das dem Menschen extrem wichtig ist im Leben und für das er vehement eintritt.

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  15.06.2012, 17:12
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Viele Atheisten pochen darauf, dass sie ein absolut erfülltes und sinnvolles Leben leben, aber der Mensch kann seinen Gehirnmechanismen nicht entkommen. Wo die Religion fehlt, da wird sich an andere Dinge geklammert. Gut zu sehen an den ganzen Internet-"Kreuzrittern", die versuchen die Menschheit zum Atheismus zu bekehren. Andere steigern sich in Musik-, Politik-, Rassismus-, Fantasy-, oder Science Fiction-Bewegungen hinein, weil sie einfach nicht anders können. Eigentlich kann fast Alles (bzw. MUSS Irgendetwas) zum Religionsersatz werden, wenn es eine gewisse Faszination auf den Menschen ausübt. Ich würde zudem die These aufstellen, dass dieses Phänomen mit fortschreitendem Alter noch sehr viel stärker auftritt, da der Tod und somit das vermeintlich sinnlose Ende noch greifbarer wird.

Wie kommst du darauf, dass die Menschen etwas wie Religion brauchen bzw. wenn sie nicht gläubig sind, sich an etwas "klammern"? Es wird höchstens die Wertschätzung für das eigene, vergängliche Leben zunehmen, da es kein Jenseits gibt. Ich denke nicht das man so etwas, wie einen Religionsersatz braucht. So wie du das sagst, klingt das als ob der Mensch ohne Religion eine Lücke zu füllen hat und unvollständig in seiner Persönlichkeit ist... was einfach nicht nachvollziehbar oder gar beweisbar ist.
  15.06.2012, 22:35
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Noah Janus hat nicht Unrecht. Des einen Religion ist des anderen Musik ist des anderen Beruf. Sieht man Religion nicht als Religion an sich sondern als Ziel oder Richtlinie geb ich ihm durchaus Recht. Für viele ist Religion eben ihr Lebensinhalt. Anderen ist ihre Arbeit, Familie o.ä. eben der Lebensinhalt/die Lebenseinstellung. Ich denke wenn man das akzeptiert hat ist man schon ein ganzes Stück weiser. Wie auch in der Politik, so sind es auch in der Religion die Extreme die das Problem verursachen/darstellen.
I was running with the wolves, hunting the lamb.
They stared at me with their fiery eyes and spoke:
"Thou hast gained his mark
thou shall never hunt alone
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and ours shall be thy soul"
  16.06.2012, 01:57
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Nun wie gesagt, ich glaube dass jeder Mensch akzeptieren muss, dass wir so etwas wie einen Religionsersatz brauchen, weil dies einen der wichtigsten Mechanismen unseres Gehirnes darstellt. Man kann es nicht ändern, genauso wenig wie wir Einfluss auf unser Unterbewusstsein nehmen können. Es bleibt nur es hinzunehmen und sich nach "moralischen" Maßstäben, eine sinnvolle oder zumindest harmlose Bestimmung im Leben zu suchen.

Es gibt viele Experimente der Neurowissenschaften, die vermuten lassen, dass der Mensch mindestens zu 90% vom Unterbewusstsein und von gleich ablaufenden Mechanismen im Gehirn gesteuert wird. Wenn man beispielsweise den rechten Gehirnlappen an bestimmten Stellen stimuliert, wird der Mensch je nach Umgebung und Umwelteinflüssen etwas außergewöhnlich Übernatürliches verspüren. Dem kann man sich als gehirngesteuertes Lebewesen nicht entziehen, da diese Stimulation theoretisch von jeder natürlicher oder künstlicher Energie ausgehen kann.
Und das ist nur ein Aspekt des Gehirns, den die Wissenschaft entdeckt hat.. es gibt millionen Andere, die darauf warten entschlüsselt zu werden.

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  16.06.2012, 23:10
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Wie hat schon Rainald Grebe gesagt: Das psychologische Jahrhundert ist vorbei (sinngemäß).
Irgendwann (wir werdens nicht erleben) schafft es die Hirnforschung auch noch die Religion als elektrischen Impuls darzustellen, ob das nun Utopie oder Dystopie ist, das sei jedem selbst überlassen.
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  17.06.2012, 00:10
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Viele Atheisten pochen darauf, dass sie ein absolut erfülltes und sinnvolles Leben leben, aber der Mensch kann seinen Gehirnmechanismen nicht entkommen. Wo die Religion fehlt, da wird sich an andere Dinge geklammert.

Halte ich für Schwachsinn. Bin zwar auch ein atheistischer Nerd, sehe da aber keinen Zusammenhang. Meine Eltern sind beide ebenfalls Atheisten und klammern sich nicht an irgendwelche Besonderheiten, und viele meiner atheistischen Freunde sind auch keine Nerds, genauso wie ich christliche Leute kenne, die sich an andere Dinge "klammern". Und Religion in irgendeiner Art und Weise als etwas zu betrachten, was der Mensch unbedingt braucht, ist sehr mittelalterlich. Zudem sehe ich keinen Zusammenhang zwischen beispielweise einem Trekkie und einem Priester. Natürlich, für den Trekkie ist Star Trek vielleicht auch eine Religion, aber er GLAUBT nicht wirklich, dass Captain Kirk mit der Enterprise gerade unseren Planeten umkreist, ganz anders als der Priester, der seinen selbst geäußerten Schwachsinn ja auch selbst glaubt (oder zumindest als Priester "sollte").

Ob Menschen unbedingt eine Bestimmung im Leben brauchen... hm. Ich glaube nicht an Bestimmungen oder vorgelegte Pfade, denn allein deren Konzept, dass man nichts daran ändern kann, ist lächerlich. Ich denke nicht, das man unbedingt eine Bestimmung braucht. Vielleicht ein Ziel - so was harmloses wie eine Familie gründen, ganz vernünftig zu leben und dann in Ruhe zu sterben - ist natürlich was anderes, als sich gleich eine Bestimmung zu suchen.

Noah Janus erwähnt auch die "Übernatürlichen Wahrnehmungen", die man bei Stimulierung des rechten Gehirnlappens gefunden hat. Dabei handelt es sich lediglich um eine verstärkte Wahrnehmung sämtlicher Außeneinflüsse - in gewisser Weise Telepathie. Telepathie gibt es im übrigen tatsächlich - durch die Stimulierung ist das Gehirn in der Lage, sehr viel mehr Pheromone anderer Menschen aufzunehmen und zu verstehen, zudem werden alle noch so kleinen Stimuli genaustens wahrgenommen. 'Menschliche Lügendetektoren' beispielweise haben eine besonders stark ausgeprägte rechte Gehirnhälfte. Das hat aber nichts mit Gott zu tun.

Übrigens... wir Atheisten nehmen das Leben nicht zwingend allzu ernst, weil wir nicht an ein Leben nach dem Tod glauben. Ich zB halte das Leben eines Menschen mit seinen gerade mal 80-100 Jahren für einen ganz schönen Witz und hänge auch nicht sehr an meinem Leben. Weil seien wir mal ehrlich - ob ich jetzt oder mit 50 sterbe, in zweihundert Jahren erinnert sich eh keiner mehr an mich. Also, Carpe Diem (nicht YOLO  :spinner:)... :huh:
  17.06.2012, 02:37
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Nun du musst vielleicht unterscheiden zwischen Christen, die dies nur z.B. aufgrund ihrer Taufe und Erziehung sind und Christen, die ihr Leben in gewisser Weise nach ihrem Glauben richten.
Erstere müssen sich genauso an andere Dinge klammern, um entweder ihrem Leben einen gewissen Sinn zu geben, oder um von der Sinnlosigkeit des Lebens abzulenken. Star Trek ist doch ein gutes Beispiel. Diese Massenphänomene beziehen doch ihren Reiz daraus, dass man so tun kann, als ob man daran glaube. In Wirklichkeit glaubt ein Trekkie natürlich nicht an diese erfundenen Geschichten, aber er kann sich wunderbar von den elementaren Fragen, die sein Gehirn zwangsweise an das Leben stellt, ablenken. Unterhaltungssucht ist ebenfalls eine weit verbreitete "Religion", die meiner Meinung nach unter Anderem aus der vermeintlichen Entzauberung der Religionen durch die Wissenschaft und die Medien resultiert. Aber wenn man sich ständig klar macht, dass das eigene Leben keinen Sinn hat, schreit das Gehirn immer weiter nach Ablenkung oder Ersatz, bzw. verfällt in starke Depressionen, was in schwierigen Lebenssituation bis zum Suizid führen kann. Der vernünftigste Weg eines Atheisten, ist für mich sich der Gründung einer gesunden Familie zu widmen und den Fortbestand, sowie das Wohlergehen seiner Art mit besten Wissen und Gewissen zu sichern.

Das Beispiel mit der Stimulierung eines Teils des rechten Gehirnlappens hab ich gebracht, weil Versuchspersonen, die dieser Stimulation ausgesetzt waren, plötzlich angefangen haben Engel, mächtige Albtraum-Wesen und andere übernatürliche Dinge wahrzunehmen. Je nach Lebenserfahrung und Umgebung hat das Gehirn andere Sachen in diese Stimulation hineininterpretiert. Das sagt doch einiges aus über den menschlichen Geist, wie ich finde.

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  17.06.2012, 10:03
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Jeder Mensch hat eine eigene Meinung.
« Letzte Änderung: 21.06.2012, 13:33 von Dovah Zero »
Schatten versteckt dich.
Tötet gut und oft.
Mögen Lieder euch Beflügeln.
Warum seine Feinde in Stücke hauen wenn man sie auch bei Lebendigen Leib verbrennen kann.
Ruhm und Ehre mein Freund.
Die Stimme ist Stark in euch.
  21.06.2012, 13:28
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Und jedes Ding hat zwei Seiten. What?
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Dr. Reinhard K. Sprenger (*1953)
  21.06.2012, 13:37
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Jeder Mensch hat eine eigene Meinung.

Ich nicht. Mir ist es viel wichtiger, was andere Menschen von mir denken.
  21.06.2012, 14:18
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Jeder Mensch hat eine eigene Meinung.
k, weiter?
Also, um jetzt mal klarzustellen:
Die PC-Spieler raubkopieren alle und sind selbst Schuld, dass sie Konsolenports kriegen.
Die Konsolenspieler kaufen sich massenweise seichte Kost und abgeflachte RPGs, aber die Entwickler sind Schuld am Abflachen? Ok.
Ja klar sind die Spieler schuld am Abflachen von Spielen wie Skyrim, denn die Gamer entwickeln ja schließlich das Spiel. Logik fail.
  21.06.2012, 14:40
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Jeder Mensch hat eine eigene Meinung.

Ich nicht. Mir ist es viel wichtiger, was andere Menschen von mir denken.
Also bist du der Meinung, die Meinung anderer Menschen über dich wäre viel wichtiger als eine eigene Meinung zu haben?
  21.06.2012, 15:51
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Die Frage ist doch eher: Was wäre, wenn alle so denken würden? Dann hätte ja keiner eine eigene Meinung (über andere), andersrum würde auch niemand etwas über eine bestimmte Person denken. Was wäre den Leuten dann noch wichtig?  :huh:

Nein, im Ernst: Ich gehe mal davon aus, dass Taker34 damit ausdrücken wollte, dass der Beitrag von Dovah Zero nicht wirklich viel Sinn macht, bzw. die Diskussion nicht weiter bringt. ;)
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Dr. Reinhard K. Sprenger (*1953)
  21.06.2012, 16:34
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Nein, im Ernst: Ich gehe mal davon aus, dass Taker34 damit ausdrücken wollte, dass der Beitrag von Dovah Zero nicht wirklich viel Sinn macht, bzw. die Diskussion nicht weiter bringt. ;)

 :P
  21.06.2012, 19:46
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Guten Abend,
ich habe nicht die gesamte Diskussion verfolgt, möchte es aber nicht versäumen, meine Meinung zum Thema "Religion" und "Gottesglauben" abzugeben.
Die institutionierten Religionen erachte ich im Allgemeinen für schlecht und nicht mehr zeitgemäß.
In erster Instanz bin ich der Meinung, dass ein wie auch immer gearteter Glaube keiner Institution bedarf, um "ehrlich" zu sein.
Ganz im Gegenteil, die Kirche beispielsweise ist in keinster Weise einem friedlichen Glauben zuträglich gewesen und von wahrer Humanität kann da auch nicht recht die Rede sein.
Da beziehe ich keineswegs kirchlich motivierte oder gestützte Organisationen ein, die sich sozial engagieren. Aber eine Weltinstitution, die heutzutage Homosexualität für Sünde hält oder (mag sein, dass es sich hierbei um ein Gerücht handelt) die Verwendung von Kondomen, gerade in von HIV geplagten Gebieten kritisiert, kann für mich nicht als humanitär gelten.
Was den Gottesglauben an sich angeht, so kann ich mich als Atheist nicht wirklich in eine Lage versetzen, in der ich das für mich persönlich vertreten könnte, was aber meine Meinung nach viel mehr mit der Definition von Gott zu tun hat: eine personifizierte Form eines übermenschlichen Wesens halte ich schlichtweg für Fantasy; würde man aber die Natur, die Naturgesetze in ihrer ursprünglichsten Form als "Gott" bezeichnen, wäre ich damit durchaus einverstanden.
Ich hoffe, ich liege damit nicht ganz jenseits von dem, um das es hier geht :)
LG,
styx
  21.06.2012, 20:54
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