Doges Kartographietutorial für Photoshop 6.0
Version 1.0
Was lerne ich in diesem Tutorial?Die zeitsparende Erstellung einer Fantasy-Karte mit PS 6 und allem was dazugehört. Außerdem die nützlichsten Grundkenntnisse von PS 6, sodass du danach auch keine allzu großen Probleme mehr haben solltest, was andere Aufgaben in dieser Richtung betrifft.
Brauche ich irgendwelche Grundkenntnisse?Es werden keine Photoshopgrundkenntnisse vorausgesetzt.
Kann ich das auch mit anderen Programmen machen?In der Regel sollte jedes brauchbare Bildverarbeitungsprogramm die benutzen Funktionen oder wenigstens Ähnliche beinhalten, allerdings musst du dann vielleicht etwas suchen, um sie zu finden, oder schlimmstenfalls auf den ein oder anderen Schritt verzichten.
Los geht’s:
Schritt 1: Ein geeigneter Hintergrund für die KarteAls Hintergrund möchte ich eine Art Pergament oder altes Papier verwenden. Auf
cgTextures.com finde ich unter Paper/Plainpaper
diese Textur. Lade sie in der größtmöglichen Auflösung herunter und speichere sie in einem passenden Ordner.
Schritt 2: Ein neues Dokument in PhotoshopÖffne Photoshop und klicke auf Datei/Neu. Übernimm folgende Einstellungen:
Nun solltest du in etwa folgendes Bild sehen:
Schritt 3: Den Hintergrund einfügen
Öffne jetzt deine heruntergeladene Textur in irgendeinem Programm (bei mir z.B. ist IrvanView als Standartprogramm angegeben) und kopiere sie mit Strg-c bzw. Bearbeiten/Kopieren.
Zurück in PS fügst du sie mit Strg-v bzw. Bearbeiten/Einfügen ein. Nun liegt die Textur auf der ersten Ebene, wie man im Ebenenfenster sehen kann. Allerdings ist die Textur sehr groß und passt nicht, man sieht nur den oberen linken Teil. Deshalb müssen wir die Textur transformieren. Das machst du mit Strg-t bzw. Bearbeiten/Transformieren/Skalieren.
Bei gerückter Shift-Taste klickst du jetzt auf den unteren rechten Eckpunkt der Textur, der außerhalb des Bildes liegt, und „ziehst“ die Textur kleiner. Das „Gedrückthalten“ der Shift-Taste bewirkt, dass die Textur im selben Seitenverhältnis bleibt. Außerdem kannst du die Textur durch klicken und halten in die Mitte der Textur bewegen.
Ziehe die Textur nun also so klein wie möglich, bevor die unschönen Ränder ins Bild kommen. Bei mir sieht das dann so aus:
Der Knick kann ruhig im Bild sein, er macht die Karte nur realistischer.
Nun klickst du auf eines der Werkzeuge um die Transformation zu bestätigen und klickst im folgenden Fenster auf „Anwenden“.
Schritt 4: Die LandmasseJetzt brauchen wir eine neue Ebene. Ebenen sind wie Glasplatten, die du über deinem Bild stapelst, und die bemalt werden können. Sie können bereiche freilassen, bei denen man dann darunter liegende Ebenen sieht, oder auch alles überdecken. Sie sind eines der mächtigsten Werkzeuge in PS.
Stelle sicher, dass du jetzt auf der zweiten Ebene arbeitest (klicke sie an, sodass sie wie oben blau hinterlegt ist), und dass die beiden ausgewählten Farben im Werkzeugfenster Schwarz und Weiß sind (das kannst du ändern, in dem du darauf klickst):
Jetzt klickst du auf Filter/Renderingfilter/Wolken.
Nun sollte dein Bild in etwa (die Wolken sind nie gleich!) so aussehen (und keine Angst haben, weil die Wolken gerade den Hintergrund verdecken!):
Wie sollen daraus Kontinente, Inseln und Meere werden, fragst du dich? So:
Bei diesem Schwellenwertwerkzeug werden alle über dem Schwellenwert liegenden Farben zu Weiß, und alle darunter liegenden zu Schwarz. Das entstehende Bild ist unsere Grundlage für die Landmasse. Ob Schwarz oder Weiß das Land ist, ist dir überlassen. Spiele also mit dem Regler solange herum, bis dir die Formen gefallen, die du siehst (wir werde diese aber gleich noch verbessern, also sei nicht zu wählerisch:-). Bei mir sieht das so aus, wobei Weiß die Landmasse ist:
Nun will ich nur den zentralen Kontinent haben. Da die Schwellenwertebene sich auf Ebene 2 bezieht, und sich ständig aktualisiert, muss ich als nur die Bereiche auf Ebene 2 abdunkeln, die ich Schwarz haben möchte, und die aufhellen, die Weiß sein sollen. Also wähle ich wieder Ebene 2 aus. Nun brauche ich einen Pinsel und Weiß als Primärfarbe. Außerdem wähle ich einen weichen Pinsel und stellen ihn auf eine Größe von ca. 180 Pixel.
Außerdem stelle ich diese Werte ein:
Nun habe ich also einen Pinsel mit weichen Kanten, der nur 20% Deckkraft hat (80% des Untergrunds bleiben bestehen) und der weiße Farbe aufmalt. Also ein Werkzeug zum Aufhellen. Damit bemalte ich jetzt die Ebene 2 an den Stellen, an denen Land hinzukommen soll, danach mache ich mit dem selben Pinsel in Schwarz unnötige Landschaft, vor Allem an den Rändern, weg. Nach dem Verbessern sieht meine Karte so aus:
Schritt 5: Die Landmasse und das Meer bemalenKlicke auf Auswahl/Farbbereich Auswählen. Stelle eine sehr niedrige Toleranz ein und klicke mit der Pipette, die du automatisch als Werkzeug bekommen hast, das Meer in deinem Bild an. Bestätige mit OK.
Erstelle eine neue Ebene, die ganz oben liegt (Ebenen werden immer über der aktuell angeklickten erstellt, also klicke vorher die Oberste, die des Schwellenwertwerkzeugs, an. Andernfalls kannst du die Ebenen per Drag&Drop im Fenster in der Reihenfolge verändern).
Mach die Ebene 2 und die des Schwellenwertwerkzeugs unsichtbar, in dem du auf das Auge vor beiden im Ebenenfenster klickst. Nun siehst du wieder den Hintergrund und darüber die Auswahl, das zukünftige Meer:
Nun erstellst du eine Maske für diese Ebene. Auch die Masken sind ein sehr wichtiges Werkzeug. Eine Maske ist wie eine Schablone für die zugehörige Ebene. Schwarz heißt, dass die Ebene hier gar nicht deckt, Weiß bedeutet 100%ige Deckkraft. Grautöne lassen je nach stärke nur einen Anteil der Ebene decken. Das praktische: Unsere Auswahl, das Meer, wird automatisch weiß, das Land schwarz. Also können wir jetzt beliebig auf diese Ebene herummalen, es wird immer nur das Meer betroffen sein. Die Maske erstellst du so:
Nun ist das Meer bereit zur Bemalung. Doch zuvor stellst du dort, wo im obigen Bild „Normal“ steht, „Multiplizieren“ ein. Nun benutze ich wieder einen sehr weichen Pinsel mit 100% Deckkraft und „Normal“ als Modus, und einer Größe von 250 Pixel. Ich benutze folgende Farbe:
Damit male ich nun das Meer auf die Karte, allerdings nicht bis zum Rand.
Jetzt kommen wir zu einem sehr tollen Effekt, den wir mit dem dritten, sehr mächtigen Tool realisieren, den Ebenenstilen.
Man kann jeder Ebene eine Reihe von Effekten zuweisen, die dann nur auf diese Ebene wirken –ein weiterer Vorteil der Ebenen.
Dazu machst du einen Doppelklick auf die Ebene des Meeres. Jetzt öffnet sich ein Fenster:
Du wählst folgenden Effekt mit folgenden Einstellungen:
Das Ergebnis:
Das sieht doch schon erfreulich gut aus, oder?
Jetzt machst du das selbe mit der Landschaft:
Klicke die Ebenenmaske von der Meerebene an und mach einen Rechtsklick darauf. Wähle „Ebenenmaske der Auswahl hinzufügen“. Wähle „Auswahl/Auswahl umkehren“. Erstelle eine neue Ebene ganz oben und eine Maske. Diese Maske müsste jetzt das genaue Gegenteil von der Maske der Meerebene sein. Die Ebene stellst du wieder auf „Multiplizieren“.
Jetzt gehst du wie bei der Meerebene vor: Anmalen, Ebeneneffekt hinzufügen. Nur diesmal mit einem Hellen grün/gelb, bzw. einem sehr dunklen beim Ebeneneffekt. Am Ende sieht das so aus:
Natürlich könnte man jetzt zum Beispiel die verschiedenen Klimazonen mit unterschiedlichen Farben bemalen etc., aber das überlasse ich deiner Kreativität, ich habs mir hier gespart:-).
Nun geht’s zu
Schritt 6: Die Beschriftung Mit dem Textwerkzeug (dem T im Werkzeugfenster) kannst du Beschriftungen vornehmen. Dabei wird für jede Benutzung des Textwerkzeugs eine neue Ebene erstellt, auf der nur dieser Name/Satz usw. steht. Suche dir eine coole Schriftart raus und Beschrifte nach Herzenslust.
Damit man die Beschriftung gut lesen kann, setze ich meistens den folgenden Ebeneneffekt auf die Schriftebenen. Bevor man das aber machen kann, muss man die Ebene per Rechtsklick auf sie im Ebenenfenster/Ebene Rastern „rastern“.
Rastern:
Der Effekt:
Das Endergebnis kann sich doch schon sehen lassen:
Nachwort:Die Karte oben hätte, hätte ich nicht schreiben müssen, wohl maximal 10 Minuten gedauert. Wenn man eine Stunde investiert kann man mit den selben, beschriebenen Mitteln und etwas Kreativität viel schönere Karten erstellen.
Doch ich hoffe, die Anfänger unter euch in die Materie eingeführt, und den Fortgeschrittenen vielleicht doch noch den ein oder anderen Kniff gezeigt zu haben. Bei Fragen stehe ich euch gerne zur Verfügung (doge_mail{at}web{punkt}de oder im Forum).
Updates:Ich habe vor, das Tutorial mit der Zeit auszubauen. Als nächstes, kleines Update plane ich Gebirge vorzustellen. Wann ich das niederschreiben werde weis ich allerdings noch nicht.
Verbreitung:Dieses Tutorial darf nicht ohne meine ausdrückliche Zustimmung verbreitet oder hochgeladen werden. Wer mich nett fragt wird aber wohl keine Absage erhalten:-).
Grüsse,
Doge
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Endlich habe ich mich aufgerafft es zu schreiben:
Update I: GebirgeSchritt 1: Der passende PinselErstellt eine neue Ebene, die ganz oben liegt. Stellt den Pinsel auf eine minimale Kantenschärfe (bei mir 1%) und einen sehr kleinen Radius (bei mir 3 px). Wählt einen Farbton, der ungefähr dem der Landmasse entspricht, auf die das Gebirge kommen soll.
Schritt 2: Ebenenstile Das Wichtigste für meine Methode, Berge zu gestalten, ist eine gute Kombination von Ebeneneffekten. Also mache ich einige Striche mit dem Pinsel von oben auf die Landschaft, damit ich ein Beispiel habe, und gehe dann ins Ebenenstilemenü.
Am anschaulichsten wird mein Plan, wenn man sich meine am Ende ausgewählten Ebeneneffekte ansieht:
Deine Einstellungen können natürlich nach belieben abweichen, doch solltest du beim ersten Mal die Meinen übernehmen.
Schritt 3: Die Berge malenRadiere die Teststriche weg, und stelle die Deckkraft des Pinsels so weit herunter, bis man nur noch die Ebenenstileffekte sieht, und nicht mehr den Strich. Bei mir sind das in diesem Fall 18% Deckkraft.
Jetzt kannst du die Bergrücken und Grate ganz leicht aufmalen. Bei mir sieht das dann so aus:
Wie immer gilt: Mehr Mühe, mehr Lohn. Das hier ist ein Beispiel für minimale Mühe:-).
Schritt 4: SteintexturSuche dir zum Beispiel auf
http://www.cgtextures.com/ eine gute Felsentextur heraus. Ich nehme diese:
http://www.cgtextures.com/texview2.php?id=4382&PHPSESSID=f09978977c5bf318fff4a068f194d811 . Lade dir deine Textur in der größten möglichen Auflösung herunter.
Jetzt erstelle eine neue Ebene ganz oben und füge die Steintextur per Kopieren/Einfügen ein. Benutze Strg+t, um sie zu bewegen und zu vergrößern/verkleinern. Bewege sie genau passend über die gesamten Berge.
Achtung:
Wenn die Textur zu klein ist, oder zu verpixelt ist, wenn du sie passend vergrößerst, hilft das Kopierstempel-Tool. Rufe es mit s auf, stelle die Kantenschärfe auf 1% und den Radius auf eine mittlere Größe. Jetzt kannst du mit Alt+LMT einen Bereich der ausgewählten Ebene kopieren und dann mit LMT wo anders wieder auftragen. Mit etwas Geschick kannst du die Textur so verlängern.Wenn die Textur alle Gebirge überlagert, erstelle der Ebene eine Maske und färbe diese komplett Schwarz. Stelle die Füllmethode der Ebene auf „Multiplizieren“. Jetzt kannst du mit einem weichen, kleinen Pinsel mit weißer Farbe auf der Ebenenmaske die Gebirge mit Steintextur bedecken. Wenn du damit fertig bist, reguliere die Deckkraft der Ebene in einen passenden Bereich (ich wähle in diesem Fall 27%).
Am Ende sieht es dann so aus:
Mit etwas mehr Mühe kann das Gebirge so wie hier aussehen:
Und das wars auch schon wieder. Viel Spaß beim Karten designen!
Doge