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Thema: Robert Enke ist tot  (Gelesen 3364 mal)

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Robert Enke, Torwart des Bundesligisten Hannover 96, 32 Jahre alt, verstarb gestern in Hannover, sein persönlicher Berater spricht von Selbstmord.
Enke, der vor drei Jahren seine damals 2 jährige Tochter durch einen angeborenen Herzfehler verlor, hinterlässt seine Frau, sowie eine 8 Monate alte Tochter.
Laut den offiziellen Informationen fuhr Enke gestern Abend zu einem Bahnübergang und ging dann auf die Gleise, wo er gegen viertel nach sechs vom Zug erfasst wurde und wohl auf der Stelle tot gewesen war.
Noch in der Nacht sammelten sich hunderte Fans vor der 96-Geschäftsstelle, bekundeten ihr Beileid und entzündeten Kerzen für den verstorbenen, der gerade nach einer rätselhaften Virus-Erkrankung wieder genesen sein Comeback geben wollte.
DFB und Bierhoff waren ebenfalls geschockt, als sie vom Tod des Mannschaftskollegen erfuhren, der eine gute Chance auf den Posten des ersten Torwartes bei der WM 2010 inne hatte.
Auch an seinen Wirkungsstätten im Ausland gedachte man ihm, so wurde vor dem Pokalspiel in Barcelona eine Gedenkminute für Enke eingelegt.

Deutschland verliert einen Ausnahmesportler sowie ein Vorbild, das er für viele war.


Meine Gedanken sind bei seiner Familie der ich hier mein herzliches Beileid bekunden möchte.

Nachruf

Quellen zum Ereignis: hier, hier, hier, hier
Life is not measured by the number of breaths we take, but by the moments that take our breath away.

  11.11.2009, 07:17
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Gestern 21 Uhr MSN.

Profil von Freund Statusnachricht : Wie konnte er das nur machen..Ich trauere..blablabka .(wirklich lang)

Verdammt ich hab schon gedacht Jemand ihm nahestehenden wäre etwas passiert.

Als er mich dann aufklärte wars mir erstmal egal.

Ist natürlich ne traurige Geschichte mit den Kindern aber deswegen das verbliebene Kind und die Frau im Stich zu lassen und einfach so aufzugeben ist doch echt heftig.

Und als Währendanderesportmachennichtzugucker hab ich auch keine genaue Ahnung wer er war
  11.11.2009, 16:21
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  • Skelett
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hatte ich schon erwähnt, dass ich es nicht ausstehen kann, wenn sich leute in der öffentlichkeit umbringen? der zugführer hat jetzt ein trauma, die züge hatten verspätung, irgendwer muss den dreck wegmachen, etc. Warum konnte er sich nicht ne überdosis drogen oder medikamente verpassen, in nem wald die kugel geben oder sich in der wanne die adern aufmachen?
außerdem lässt er frau und vor allem kind zurück, wie arschig ist das denn?
fazit: bisher hab ich noch nie was von ihm gehört, jetzt verachte ich ihn.
Der Gedanke an die Vergänglichkeit aller irdischen Dinge ist ein Quell unendlichen Leids - und ein Quell unendlichen Trostes. - Marie von Ebner-Eschenbach
  11.11.2009, 16:35
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Wieder einmal konnte ich mich den Medien nicht gänzlich entziehen und habe so nun doch einige Details erfahren, konnte mir also ein eigenes Urteil bilden.


Was ohnehin recht offensichtlich war wurde in irgentwelchen News natürlich sofort als Supernachricht verkauft: Der Kerl litt unter Depressionen.

Ich bilde mir nicht ein wirklich über dieses Phänomen bescheidzuwissen, aber es gilt ja als Krankheit und zwar keine harmlose. Denke mal bei der Vergangenheit ist es durchaus verständlich das Enke mit psychischen Problemen zukämpfen hatte und als eine Person der Öffentlichkeit ist es sicherlich schwer sich Hilfe zu suchen.

Nun ohne zureichende Hilfe  führt eine Depression nicht selten zum Selbstmord.



Deinen Vorwurf verstehe ich dennoch und,wenn auch etwas abgeschwächt stimme ich dir zu.
  12.11.2009, 00:06
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  • Novize
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Naja, ich hasse Fußball (wie Sport generell ;) ), aber obwohl ich diesen Typen nicht kannte, muss ich schon sagen das es eine echt traurige Sache ist. Ich kenne Leute mit Depressionen, die sind kurierbar.
Natürlich ist es schon tragisch was mit seiner Tochter passiert ist, aber er hat ja immer noch seine Frau und seine andere Tocher gehabt, da ist sich umzubringen wirklich... sorry für diesen Ausdruck... eine beschissene, sinnlose Tat. :eek:

Mir tut auch der Zugfahrer leid, vorallem aber die Verbliebenen. Auch wenn ich eine Abneigung gegen Sportler habe, da solche Typen mir meine Kindheit kaputt machen, find ich die ganze Sache schon verdammt traurig. :(
  12.11.2009, 09:10
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  • TheMetalCrusade


  • Schwertkämpfer
    • Kriegergilde
Natürlich ist soetwas schlimm, aber ganz ehrlich, ich hab eben Fernsehen geguckt und auf 5 Programmen kam nur das selbe... nämlich irgendwas über diesen Enke und das geht mir dann schon sehr auf die Nerven. Auch finde ich Diskussionen über das Problem von Depressionen generell nicht schlecht, ich finde es sogar sehr gut wenn man darüber aufklärt etc. aber ich verachte es einfach nur, wenn sich jetzt wieder tausende Nachrichtengeile Sendungen und Magazine wie der Focus, Bild und so weiter auf dieses Thema stürzen. Beschäftigung damit - ok, sogar gewünscht - aber so ein Aufruhr wegen eines ereignissen welches dann so lange in den Medien rumgeistert bis etwas neues passiert ist einfach nur Verachtenswert und spiegelt mal wieder die Sensationssucht unserer Gesellschaft wider. Und so toll Robert Enke auch gewesen sein mag, er war auch nur ein Mensch wie ich und du, und wenn ein Otto Müller wegen Depressionen selbstmord begeht bekommt er nur einen 10 Sekunden Beitrag im "Ein 46-jähriger hat sich gestern in Münster vor einen Zug geworfen"-Stil... Naja mal schauen. In zwei Wochen ist das alles wieder vergessen, dann ist wieder etwas anderes passiert und in den Medien wird infolge dessen dann nurnoch über was weiß ich geredet und vom Thema Depressionen spricht niemand mehr.
  12.11.2009, 17:12
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  • Schildknappe
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Ihr solltet etwas über die Hintergründe wissen, wenn ihr über einen depressiven Menschen richtet. Enke hat (wie schon geschrieben wurde) seine erste Tochter verloren. Und weil er deswegen depressiv wurde, musste er zu ärtzlichen Untersuchung. Bevor er jedoch zu diesen Untersuchung gehen musste, adoptierte er eine zweite Tochter. Das war der Grund warum er seine Depressionen nicht der Öffentlichkeit, sondern nur seinem Artzt und seiner Familie erklärte. Er hatte Angst das das Jugendamt, ihm aufgrund seiner Depressionen, seine Tochter wegnimmt. Nun, vor ein paar Tagen soll er nach einer seiner Artztermine erfahren haben, dass er in eine Klinik gebracht werden muss. Das war ihm dann wohl zu viel...
Übrigens hat er einen Abschiedsbrief hinterlassen. Aber natürlich entschuldigt das nicht das er seine Famlie im Stich lässt.
Cheers,
The Godfather
  12.11.2009, 18:00
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  • Geweihter
    • Dunkle Bruderschaft
Zitat
Magazine wie der Focus, Bild und so weiter auf dieses Thema stürzen

Focus kann hellsehen ^^
Die Ausgabe mit Depressionen kam am 2. November ;)

@jonbovi:Vergess die zwei Zugführer nicht,die ham jetzt nämlich nen Menschen auf dem Gewissen  :|  (klar waren sie nicht Schuld,aber die ham trotzdem nen Schock oder sogar mehr weg...)
  12.11.2009, 20:58
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  • Schwertkämpfer
    • Kriegergilde
Zitat
Original von ArN0LdInI

Focus kann hellsehen ^^
Die Ausgabe mit Depressionen kam am 2. November ;)

Ich weiß nicht worüber der Focus in den letzten Heften berichtet hat. Habe ihn nur als typisches Beispiel für solche Magazine genannt.
  12.11.2009, 21:04
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  • Legionär
    • Legion
Zitat
Plötzlich gibt’s 'n Knall, tausend Scherben überall,
die Nachbarskatze hat’s erwischt bei 'nem Verkehrsunfall.
Der Anblick kann einem echt die Laune verderben,
was fällt diesem Mistvieh ein hier genau vor meinen Augen zu sterben?
Echt mal, muss Enke sich so aufplustern und uns mit seinem Tod belästigen?


Zitat
...die züge hatten verspätung, irgendwer muss den dreck wegmachen...
Aber ansonsten geht es dir gut, Sinon? Da stirbt ein vom Schicksal gebeutelter Mensch, jemand, der trotz Familie sich nur noch den Tod wünscht, und du denkst über so einen Scheiß nach?
  12.11.2009, 21:11
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  • Schildknappe
    • Legion
Also sonst hab ich nichts gegen Fettes Brot aber das mit der Katze macht mich immer wieder wütend :D ...
Nicht Enke sondern die Medien plustern das ganze auf. Auch wenn er sich heimlich im Wald erschossen hätte, würde man genauso über ihn berichten. Er hätte das ganze sicher nie gewollt. Das finde ich an der heutigen Welt ungerecht und sogar schon pervers, wie schon der Typ geschrieben hat, wird ein normaler Bürger der Selbstmord begeht, nie und nimmer mit einem Trauerzug von 35.000 Leuten (korrigiert mich wenn ich mich irre) betrauert. Das ganze wird auf einen kleinen Zeitungsartikel oder einem 10 Sekundenbericht in den Lokalnachrichten begrenzt. Aber dafür sind sie ja prominent. Sicher ist: Egal wie Robert Enke es gemacht hätte man hätte ihn sowieso ausgenommen und alles aus der Story herausgepresst, das ist unsere moderne Welt...

Aber ich finde das Selbstmord nie eine Lösung ist und niemanden etwas bringt.
Cheers,
The Godfather
  12.11.2009, 21:28
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