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Thema: Skooma  (Gelesen 7918 mal)

  • Knecht
    • Dunkle Bruderschaft
Name: Skooma
Rasse: Khajiit
Sternzeichen: Schatten
Klasse: Schurke

Skooma ist nur ein kleiner unbedeutender räudiger Khajiit. Natürlich hatte er auch mal einen richtigen Namen, wie jeder aus seinem Wurf. Aber Skooma hat ihn vergessen. Er vergisst öfter was. Meistens vergisst er, für Sachen, die er auf dem Markt findet, zu bezahlen. Ist nicht böse gemeint. Skooma hat auch kein Problem damit, die Wachen leider schon. Und so fand sich Skooma eines Tages im Gefängnis wieder.

War gar keine gute Gegend hier, feucht und schmutzig. Und vor allem war es eng. Skooma hasste Enge. Er war ein Geschöpf der weiten Ebenen und Steppen, nicht geschaffen für dunkle Höhlen, wo nur solche felllosen Kreaturen wie der lästernde Dunkelelf gegenüber glücklich werden konnten. Hatte er doch vor Skoomas Augen eine fette Ratte gefressen! Skooma knurrte der Magen. Er wollte raus. Obwohl ihm Arbeit höchst zuwider war, hatte er begonnen, den hartgestampften Lehmboden unter dem Fenster aufzukratzen. Immerhin hatte er sich in nur drei Tagen schon zwei Pfoten tief gebuddelt. Skooma war zuversichtlich. Er würde schon eine Stelle finden, an der er in dieser Tiefe nicht auf Felsen stieß. Dann wäre er der erste, dem die Flucht aus diesem Gefängnis gelang. Skooma war stolz auf sich.

Er war so in seine Arbeit vertieft, dass er die Schritte und das Quietschen der Tür gar nicht hörte. Erst als ihn eine harte, behandschuhte Hand im Genick packte und auf die Füße zerrte, begriff er, dass etwas nicht in Ordnung war.

Der Gefängnisdirektor persönlich war erschienen. Etwas unpassend gekleidet war er, fand Skooma, fast wie ein König. Dieser Mantel würde hier schnell schmutzig werden und ließe sich dann schlecht verkaufen. Aber das Amulett mit dem riesigen Klunker zog Skoomas Blicke magisch an. Er wollte schon die Pfote danach ausstrecken, beherrschte sich jedoch im letzten Augenblick, als der die drohende Miene der Wache bemerkte.

Nachdem der Direktor etwas von Träumen, Sternen und Göttern gefaselt hatte, den Entlassungstermin hatte er leider nicht erwähnt, öffneten die Wachen einen Geheimgang. Er hatte es gewusst! An dieser Stelle hätte er graben müssen. Skooma rannte noch einmal zur Tür, verabschiedete sich mit einem wölfischen Grinsen vom Dunmer und versprach, ihm beim nächsten Besuch was hübsches spitzes mitzubringen. Dann tauchte er ins Dunkel des Geheimgangs ein und folgte den anderen.

Die Gänge waren dunkel und ... gefährlich! Skooma merkte schnell, dass es irgendjemand auf den Direktor abgesehen hatte. War doch klar, bei dem Beruf. Er hielt sich schön im Hintergrund und schlich den anderen nach. Die Wachen ließen ihre Gegner einfach liegen. Gut für Skooma, er fand bei den Toten noch so einiges an brauchbaren Sachen. Sogar ein passender Dietrich zu seinen Fesseln war darunter.

Einmal war er zu einem Umweg gezwungen, als ihm die Wache eine Tür vor der Nase zuschlug. Böse Geschichte. Skooma fürchtete sich. Überall waren Ratte und sogar Goblins. Nur gut, dass er ein bisschen zaubern konnte. So eine Ratte beleuchtet gut den Weg, wenn ihr Pelz brennt. Goblins hatten keinen Pelz, und Skooma musste sich mit ihnen prügeln. Kratzen und beißen waren zwar keine zivilisierten Kampftechniken, doch der Zweck heiligt die Mittel...

Schließlich hatte Skooma der Direktor wiedergefunden. Wie es aussah, waren sie in einer Sackgasse gelandet, und die Wachen hatten ordentlich mit den Angreifern zu tun. In einer kleinen Kampfpause sprach der Direktor wieder mit Skooma. Er redete wirr, musste wohl was am Kopf abbekommen haben. Schließlich schenkte er Skooma den Klunker samt Kette.

Skooma wusste gar nicht, was er sagen sollte. Die Wachen würden ihm das niemals glauben. Sollte er die Kette zurückgeben? Andererseits, der Stein glitzerte so schön, und geschenkt war geschenkt ... Eine Entscheidung blieb ihm erspart, als eine weitere Gestalt erschien und den Direktor kurzerhand abmurkste. Skooma rettete sich in die Unsichtbarkeit.

Nachdem die Wachen mit den Angreifern fertig waren, wollte er sich leise herausschleichen. Leider blieb er mit dem gefundenen Schwert hängen und wurde wieder sichtbar. Die Wache sah ihn erschrocken an. Skooma sah die Wache erschrocken an, und wollte schon anfangen Ausflüchte zu stammeln. Bereitwillig hielt er die Kette hin und wiederholte brabbelnd ein paar Sätze des Direktors über einen Jauffre und einen Martin, in der Hoffnung, nicht wieder in seine Zelle geschleppt zu werden. Merkwürdigerweise schien ihm die Wache zu glauben. Sie gab ihm sogar einen Schlüssel und sagte, dass sie sich jetzt um das Begräbnis des Kaisers kümmern müsse. Der Kaiser war also auch tot! Ein schlechter Tag für die Oberen des Reiches. Ihm sollte es egal sein, wenn er nur weg von hier kam.

Ein paar dunkle Gänge, Ratten und Goblins weiter sah Skooma endlich den Ausgang vor sich. Er war frei und trat hinaus ins grelle Licht ... des Mondes.


"Die Toten existieren um die Lebenden zu nähren." Eola
  26.05.2010, 12:45
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2. Tag – Stufe 1

Endlich hatte er es geschafft. Skooma sah sich um. Wohin sollte er gehen? Zurück in die Stadt war wohl keine gute Wahl. Da würde ihm auch die Verkleidung mit dieser elendig quietschenden gefundenen Rüstung nicht helfen. Er zog die Sachen sicherheitshalber gleich aus. Etwas Wind durch den Pelz streichen zu lassen war immer gut. Außer, wenn es anfing zu regnen. Wie gerade jetzt. Skooma zog seufzend die Rüstung wieder über und wollte zurück in die Kanäle. Da wurde er wenigstens nur an den Füßen nass. Ungläubig starrte er auf die geschlossene Tür. Sie war zugefallen und der Schlüssel steckte – natürlich – von innen.

Missmutig vor sich hin brummelnd trottete Skooma am Ufer entlang, bis er das Geräusch schlagender Flügel vernahm. Komische Vögel lebten hier. Sahen aus wie kleine Kinder mit Flügeln und – aua! – warfen Blitze auf den armen Skooma. Es reichte! Kurz entschlossen zog er sein Schwert und drosch auf den Kobold ein.

Da der Regen an Stärke zugenommen hatte, zog sich Skooma in die nahe Höhle zurück. Nur gut, dass Khajiiti bei Nacht gut sehen können. So entdeckte er schnell zwei weitere Kobolde, die sich als nicht besonders hitzebeständig herausstellten. So langsam regte sich etwas wie Abenteuerlust in Skooma. Durch den schnellen Sieg über die Kobolde fühlte er sich stark und beschloss, die Höhle weiter zu erkunden.

Es wurde aufregend. Gewundene Gänge, die von Pilzen beleuchtet wurden, noch mehr Kobolde, aber glücklicherweise nie mehr als zwei auf einmal, ein paar Kisten, deren Inhalt sofort in Skoomas Taschen wanderte ...
Dann versperrte eine Steintür den Weg. Skooma öffnete sie vorsichtig und erblickte einen unterirdischen See. Auch hier lauerte etwas Ungeziefer. Hinter einer weiteren Tür fand sich Skooma schließlich in einem Saal wieder. Ein steinerner thron lud zu einem Päuschen ein. Würdevoll wie ein Ayleiden-König saß Skooma auf diesem, etwas unbequemen, Möbel und genoss die Stille. Danach stöberte er noch etwas in den dunkleren Ecken herum, bis er den Toten fand. Skooma bekam einen riesigen Schreck. Schlagartig waren Heldenmut und Abenteuerlust verflogen. Er schaffte es gerade noch, sich lange genug zusammen zu reißen, um die Leiche zu plündern. Dann hetzte er so schnell er konnte dem Ausgang zu ...

3. Tag – Stufe 1

Es hatte aufgehört zu regnen. Ein gefährliches Knurren ließ Skooma herumfahren. Er brauchte eine Weile, bis er begriff, dass es nur sein Magen war, der sich lautstark zu Wort meldete. Was nun? Wieder zurück und eine der Ratten ... ? Nein, dann doch lieber Schlammkrabbe. Die Viecher lebten schließlich am Ufer und würden nicht schwer zu finden sein.

Und wirklich, keine hundert Schritte weiter kam schon die erste angekrochen. Es war ein kleines Tier. Viel kleiner als Skooma. Großmütig beschloss er, sie mit bloßen Pfoten zu fangen. Es klappte wunderbar. Zwei Schläge nur, dann hatte er sie. Grinsend brach er die Schale auf und pulte mit der Krallen das zarte Fleisch heraus. Lecker! Und ... aahuuu! ... Skooma griff nach seinem Schwanz, an dem eine wesentlich größere Krabbe baumelte. Ohne nachzudenken schleuderte er den größten Feuerball, zu dem er fähig war, auf das Krustentier ...

Als Skooma aus seiner Ohnmacht erwachte, sah er zuerst die gegrillte Krabbe neben sich, dann seine verkohlte Schwanzspitze. Er fror und schwitzte plötzlich gleichzeitig. Seine Nase fühlte sich ganz trocken an. Bei allem Pech, dass er in letzter Zeit hatte, die Krabbe musste krank gewesen sein. Schwach und elend machte sich Skooma auf, um im Hafenviertel nach einem Heilmittel zu suchen ...

Gegen Abend kam er endlich an. Unterwegs hatte er ein paar Stunden auf einem Baum verbracht, sein Fell geleckt und Feuerbälle auf den Wolf unten geworfen.
Zuerst besichtigte Skooma mal den Leuchtturm. Da er der einzige Besucher war, konnte es nicht schaden, sich in den ganzen Kisten etwas umzusehen. Er fand zwar ein paar Hämmer, einige Münzen und etwas Obst, der gesuchte Heiltrank war jedoch nicht dabei. „Nun gut“, dachte sich Skooma, „gehen wir eben zum Pier.“ Aus Erfahrung wusste er, dass dort immer unbeaufsichtigtes Gepäck herumlag. „Die Leute sollten sich wirklich angewöhnen, vorsichtiger zu sein.“ Die paar Kleinigkeiten, die Skooma fand, fielen sicher kaum auf, aber wenn jemand eine ganze Kiste wegschleppte ...

Am Tor zu den Kaianlagen klebte ein Steckbrief. Skooma sah sich das Bild genau an. Lesen konnte er leider nicht, aber der Typ wurde zweifellos gesucht – wegen Hässlichkeit. Warum sonst trug er diese Maske? Ein neuer Fieberschauer schüttelte ihn durch. Es wurde langsam Zeit für einen Heiltrank und ein warmes Bett. Nachdem auch die Suche in diversen Kisten am Pier nichts gebracht hatte, wollte es Skooma in einer Herberge versuchen. Das „Aufgetriebene Floß“ bot sich an.

Vor der Tür stand ein Bettler. Er redete Skooma als „edler Herr“ an und bat um eine Münze. So einer freundlichen Bitte konnte Skooma nicht widerstehen. Großzügig lächelnd drückte er dem Mann ein Goldstück in die offene Hand, ... während seine zweite Pfote sich das Gold samt Zinsen aus der Tasche des Bettlers zurückholte. Zufrieden mit sich betrat er die Herberge.

Der Besitzer war auch bereit, Skooma einige der gefundenen Sachen abzukaufen. Leider hatte er auch keinen Heiltrank im Angebot und zwanzig Septim für ein Bett – nein danke. Skooma suchte sich lieber ein kostenloses Plätzchen an Deck, unter freiem Himmel. Fröstelnd schlief er ein ...

4. Tag – Stufe 1

Früh am Morgen wachte Skooma auf, nieste heftig und schüttelte sich. Im Hafenviertel hatte er kein Glück gehabt, im Rest der Stadt wurde er bestimmt gesucht. „Was soll’s“, dachte er sich, „gehe ich eben auf Wanderschaft. Im Süden ist es sowieso wärmer. Bravil könnte mir gefallen, ist nah an Elsweyr und hat eine Kapelle voller Heiler.“

Skooma trabte los, immer am Ufer entlang. Doch schon bald sah er von weitem wieder den Wolf. „Bei den Daedra, das Vieh hat mir gerade noch gefehlt. Versuchen wir’s mal mit Schwimmen.“

Oh ja, Skooma konnte gut schwimmen. Er hatte es als Kind gelernt, als ein paar Orks versucht hatten, ihn zu ersäufen. Wie konnte man nur so kleinlich sein wegen ein paar Goldstücken! Die starke Strömung hatte Skooma damals gerettet. Heute half sie ihm, schnell seinem Ziel näher zu kommen.

Nach einem kleinen Zwischenstop am rechten Ufer des Niben, verbunden mit dem Genuss einer sehr vorsichtig gefangenen Krabbe, sah er in der Ferne eine Insel auftauchen. Skooma steuerte direkt darauf zu. Merkwürdige Gewächse wucherten auf diesen Felsen. Skooma kostete einige Pilze und fühlte sich plötzlich frei wie ein Schmetterling. Die Sorte sollte er sich merken. Am Ende eines kurzen Weges stand ein ulkiges Tor. Er schlich näher heran. Zwei Personen unterhielten sich davor, ein kaiserlicher Wächter und eine Khajiit. Aus dem Gespräch erfuhr er, dass die Kleine S’fara hieß. Skooma sprach sie an. Aber sie sagte nur: „Nein, geht weg, ich bin nicht hier.“ Er wiederholte seinen Versuch und bekam die gleiche Antwort. Skooma fand es lustig. Nach drei weiteren „Nein, geht weg’s ...“ hatte er aber genug. Außerdem gab die Tür auf  einmal merkwürdige Geräusche von sich. Skooma ging sicherheitshalber auf Abstand. Nur gut, denn ein Dunkelelf kam aus dem Tor gestolpert und griff den Wächter an. Von Weitem sah Skooma dem Kampf eine Weile zu, dann schüttelte er den Kopf, drehte sich um und schwamm weiter in Richtung Bravil.

In Bravil führte ihn sein erster Weg in die Kapelle. Nachdem er am Altar gebetet und reumütig um Vergebung für alle Fehltritte (viele konnten es ja nicht gewesen sein) gefleht hatte, fühlte er sich wieder besser. Das Sumpffieber wich spürbar aus seinem Körper und auch in seine Schwanzspitze war etwas Gefühl zurückgekehrt. Skooma sah sich um. Mehrere Personen waren in der Kapelle, es war düster und roch nach nassem Fell. Oh, Entschuldigung, Skooma schüttelte sich ausgiebig. Eine Elfe sah grimmig und pitschnass zu ihm herüber. Er stammelte noch einmal eine Entschuldigung und fragte sie bei der Gelegenheit, ob sie ihm nicht einen Heilzauber beibringen könne. Urasava, so hieß sie, konnte. Aber ihre nassen Sachen hatten ihr wohl die Laune verdorben, was sich auf den Preis auswirkte. Zumindest ein paar Tricks beim Handeln konnte er ihr ablauschen, immerhin etwas.

Auf einer der Bänke in der Dunkelheit saß eine alte Frau. Skooma setzte sich neben sie, ohne bestimmten Grund, ihm war einfach mal so. Die Alte fing auch gleich an zu jammern. Sie hieß Ursanne Loche, und ihr „nichtsnutziger Ehemann“ war verschwunden. (Er würde schon gewusst haben warum.) Beim Wort „Belohnung“ horchte Skooma auf. Sicher würde er bei der Suche helfen. Später, nachdem er sich in Bravil etwas umgesehen hätte. Die Frau schien mit dieser Antwort zufrieden zu sein, von einem Vorschuss wollte sie aber leider nichts hören.
Schade. Skooma verließ die Kapelle.

Für’s erste war er geheilt. Trotzdem konnte es nicht schaden, ein paar Heiltränke im Gepäck zu haben. Als Skooma so die Straße entlang schlenderte, fiel ihm ein Ladenschild ins Auge: „Des Hexenmeisters Glück“ stand darauf. Nun waren Hexenmeister nicht so Skoomas Fall. Sie galten als ziemlich gerissen, waren nicht leicht übers Ohr zu hauen. Mal sehen, was dieser zu bieten hatte. Skooma betrat den Laden und sah sich um. Es gab unzählige interessante Sachen zu kaufen. Alles Zutaten für Tränke und Salben. Skooma schnüffelte an ein paar Pilzen, als er ein Räuspern hinter sich vernahm. Ungarion, der Händler, beobachtete ihn argwöhnisch. Sah Skooma etwa wie ein Dieb aus? Nein! Na gut, etwas mitgenommen vielleicht von der langen Reise, aber ein Dieb – lachhaft! Das musste erst mal geklärt werden.

Als sich die Diskussion ihrem Ende zuneigte, war es draußen dunkel geworden. Skooma hatte weder etwas gekauft, noch verkauft, ja nicht einmal ein Andenken hatte den Weg in seine Tasche finden können. Pech gehabt. Es gab ja noch mehr Läden. Im „Gerechten Handel“, Skooma konnte sich bei diesem Namen ein Grinsen nicht verkneifen, verhökerte erst mal alles überflüssige. Auch seine hässliche Rüstung verwandelte sich in hübsche klingende Septime.

Schnell rannte er zurück zu Uravasa und schwatzte ihr einen Heilzauber ab. Dann wurde es wirklich zeit, sich ein Bett zu suchen. Skooma versuchte es im „Silberheim auf dem Wasser“. Der Wirt wusste natürlich, dass bei diesem Wetter draußen zu übernachten nicht gut für die Gesundheit war. Entsprechend gierig war sein Blick. Nach zähem Feilschen einigte man sich auf zehn Goldstücke, die Skooma im trüben Licht der Kerze auf den Tresen zählte. Mit einem Grinsen, dass Skooma gar nicht gefiel, wies ihm der Wirt sein Zimmer an.

Es war schäbig. Ein Bett, eine leere Truhe, nicht mal ein Apfel lag auf dem Tisch. Skooma zählte noch einmal sein Geld. Moment! Hatte der Wirt nicht zehn Septim verlangt? Warum fehlten ihm jetzt zwanzig? Skooma kochte innerlich. Immerhin, das musste er diesem Schlitzohr lassen. Er verstand sein Geschäft ...

5. Tag – Stufe 1

Frühstück stand an. In Skoomas Zimmer war nichts angekommen. Nun gut, er würde schon etwas finden. Leise schlich er in den dritten Stock und sah sich um. In einem Zimmer war der Tisch einladend gedeckt. Da er den schlafenden Gast nicht wecken wollte, betrachtete sich Skooma als eingeladen und ließ es sich schmecken.

Vielleicht hätte er nicht so laut schmatzen sollen. Oder sein Zimmergenosse hatte schlecht geträumt. Er schrie so laut nach den wachen, dass Skooma der letzte Bissen im Halse stecken blieb. Hustend und nach Luft japsend wurde er zum Schloss abgeführt.

Schade um die schönen Münzen. Doch auf Gefängnis hatte Skooma wirklich keine Lust. Die Erinnerung an die Kaiserstadt war noch zu frisch. Wo er schon mal hier war, konnte er sich auch gleich beim Grafen über das rüde Vorgehen der Wachen beschweren. Gesagt, getan. Skooma stiefelte in den Ratssaal und ... ehe er sich’s versah, hatte Graf Regulus ihn wieder rausschmeißen lassen.

Vor dem Schloss stand eine Khajiit. Endlich mal ein freundliches Gesicht. Skooma begleitete Dro’Nahrahe bei einem Spaziergang vor die Stadt. Es wurde ein schöner Sommertag. Er hatte nette Unterhaltung und genoss das Leben.

Leider neigt sich jeder schöne Tag einmal dem Ende zu. Dro’Nahrahe verabschiedete sich. Für eine weitere Nacht in der Herberge reichten Skoomas Ersparnisse nicht. Er hatte auch keine Lust dazu. Lieber wollte er seinen Geldbeutel auffüllen. Doch wie? Kräuter sammeln und verkaufen? Dauert zu lange. In der Stadt nach Arbeit fragen? Bei den Göttlichen – wie kam er auf solche Gedanken? Moment, die Ruinen vor der Stadt. Bestimmt waren dort Schätze versteckt.

Es begann recht vielversprechend. Skooma sorgte für das Ableben zweier Kobolde am Eingang. Während er dann durch die düsteren Gänge schlich, Fallen auswich und noch ein paar Kobolde grillte, fand er in einer altertümlichen Truhe endlich einen Heiltrank. Das Haltbarkeitsdatum war sicher längst abgelaufen, doch wenn er das Etikett überklebte, ließ sich die Flasche bestimmt noch verkaufen. Und dann ... Hauptgewinn! In einer Seitenkammer wartete ein wundervoller riesiger weißer Kristall auf Skooma. Liebevoll drückte er das Juwel an seine Brust. So etwas vollendet schönes konnte er doch nicht in dieser Finsternis zurücklassen ...

6. Tag – Stufe 1

Wieder in Bravil blieb immer noch das Übernachtungsproblem. Skooma hatte zwar gehört, dass die Kämpfergilde Rekruten suchte, aber Skooma war schlau. Kämpfergilde bedeutete anstrengendes Training, gefährliche Aufträge und schwere unbequeme Rüstungen. Dann doch lieber die Magier. Für ein Bett umsonst konnte er es riskieren. Wenn er sich auf die Alchemie konzentrierte, dürfte es nicht allzu gefährlich werden.

Mit diesem Gedanken betrat Skooma die Gildenhalle. Ein kurzes Gespräch mit Kud-Ei und er war ehrenwertes Mitglied der Magier. Zur Belohnung für diesen geschickten Schachzug legte sich Skooma erst einmal ins nächste bett und schlief ein.

7. Tag – Stufe 2

Am nächsten Morgen machte sich Skooma auf den Weg zu Kud-Ei, um sich seine Anweisungen abzuholen. Dabei lief er Fathis Aren über den weg. Skooma stellte sich artig als neues Mitglied der Gilde vor und griente Fathis erwartungsvoll an. Der Magier schenkte Skooma einen langen prüfenden Blick. Dann verdrehte er die Augen, wandte sich um und ging weiter. Nach ein paar Schritten schien er es sich überlegt zu haben. Mit den Worten „Lern das bis morgen auswendig!“ warf er Skooma einen Zettel zu.

„Beschwörungen für Dummies“ las Skooma. Er steckte den Zettel ein. Dafür war später noch Zeit. Eigentlich brauchte er Kud-Ei nicht mehr zu suchen. Das Studium der Sprüche war Anweisung genug für einen Tag. Stattdessen betrat er einen Raum, aus dem aufregende Gerüche drangen. Es war nicht, wie gehofft, der Speisesaal. Über kleinen Feuern blubberten verschiedene Flüssigkeiten in Glasbehältern vor sich hin. Eine für eine Elfe recht hübsche Magierin zerstampfte Blätter in einem Mörser. „Das ist also die Hexenküche hier“, dachte sich Skooma. Vielleicht kann ich hier ja was brauchbares lernen ...

Ardaline schickte ihn zuerst in den Keller, um noch mehr Zutaten zu holen. Es dauerte lange, bis Skooma zurückkam. Schließlich musste er einige Sachen selbst ausprobieren. Nachdem er die Kräuter abgeliefert hatte, erklärte sich Ardaline bereit, ihm einige seiner eigenen Vorräte abzukaufen. Skooma verkaufte ihr alles, was er hatte, sogar ihre eigene Retorte aus dem Nebenzimmer und das Silberbesteck aus der dritten Etage. Zum Dank dafür bekam er seine erste Trainingsstunde in Alchemie. Nur mit diesen Nirnwurzeln wusste sie nichts anzufangen. Sie gab ihm aber den Rat, bei Sinderion nachzufragen, wenn er mal nach Skingrad käme. Im Laufe des Vormittags erzählte sie Skooma noch die Geschichte vom Einsamen Wächter.

Kud-Ei hatte ihm wohl übelgenommen, dass er sich nicht bei ihr gemeldet hatte. Nach dem Mittagessen verdonnerte sie Skooma zu ein paar Extrastunden Mystik bei Ita Rienus (für die er natürlich selbst zahlen musste – schöne Freunde, diese Magier).

Endlich frei und wieder mal pleite beschloss Skooma, den Nachmittag mit einem Spaziergang ausklingen zu lassen. Westlich von Bravil traf er wieder seinen alten Bekannten, den Wolf. Diesmal jedoch war Skooma jedoch besser vorbereitet. Ein Gildenmagier rennt nicht vor einem Wolf davon! Er grillt ihn. Bei der Untersuchung des Tieres machte Skooma eine merkwürdige Entdeckung. Der Wolf hatte eine Silbergabel gefressen. Deshalb war er so böse. Er musste schreckliche Schmerzen gehabt haben.

Auf dem Rückweg überholte ihn ein Hirsch. Eine Rothwardonin rannte axtschwingend hinterher. Das sah nach Spaß aus. Skooma beteiligte sich an der Jagd, bearbeitete den Hirsch aus vollem Lauf mit Feuerbällen und brachte ihn schließlich zur Strecke. Nach Khajiiti-Art bediente er sich sogleich am frischen Wildbret. Die Jägerin sah sich das ganze eine Weile an. Sie stellte sich als Bandit vor, aber irgendwie schien ihr der Appetit auf Hirsch vergangen zu sein. Mit den Worten:“ Dass ihr hier aufgetaucht seid, war der letzte Fehler eures Lebens“, drehte sie sich um und ging davon.

8. Tag – Stufe 3

Das Zimmer, in dem Skooma übernachtet hatte, gehörte wohl Ardaline. Kaum war er aufgestanden, kam sie herein und legte sich in das noch warme Bett. Hätte er ihr nicht empfohlen, aber wenn sie durchaus wollte ... Skooma teilte seine Flöhe gern.

Zuerst machte sich Skooma ans aufräumen. Die ganzen eingestaubten Bücher aus dem dritten Stock brachte er zu Nilawen, die sich sehr darüber freute. Wieder zurück in der Gildenhalle, fiel ihm der Zettel mit den Beschwörungen ein. Zum Glück war Fathis Aren heute nicht da. Aber warum lernen, wenn man seine Beschwörungen auch kaufen kann. Mit reichlich Überredungskunst erwarb er von Delphine Jend einen Spruch für Skamps. Leide klappte es nicht, das Level an benötigtem Mana war etwas zu hoch. Geld für weitere Zauber bedeutete einen neuen Ausflug. Also ging Skooma noch mal auf sein Zimmer um sein Schwert zu holen.

Vor Ardalines Bett stand Varon Vamori und glotzte die Schlafende an. Erwischt!

Skooma hatte die Turteltäubchen allein gelassen. Er war nach Süden geschwommen, zu einer kleinen Insel. Gegenüber sah er wieder ein paar Ruinen aus dem Wasser ragen. Nach dem Sieg über den obligatorischen Skamp am Eingang betrat Skooma vorsichtig das Gemäuer. Nicht vorsichtig genug, denn kurz hinter der Tür stand ihm plötzlich ein Skelett gegenüber. Mit knapper Not konnte er der herabsausenden Axt entgehen. Skooma rannte nach draußen. Immer mit dem Skelett auf den Fersen hetzte er zurück zur Stadt. Unterwegs lösten sich die Verfolger ab, erst ein weiterer Wolf, dann zwei Banditen, wieder Wölfe und schließlich die Rothwardonin von gestern. Diesmal war sie deutlich schlechter gelaunt. Skooma rettete sich bis zum Stadttor. Dort machte er sich unsichtbar. Den Rest besorgten die Wachen.

Die ganze Aktion hatte ihm eine fast neue Pelzrüstung sowie ein paar klimpernde Goldstücke beschert. Skooma erwarb einen Schloss-Öffnen-Zauber von Delphine. Er war darüber so glücklich, dass er die Lippen spitzte um die Magierin zu küssen.

Spät am Abend klang dann der Lähmungszauber langsam ab ...


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  31.05.2010, 09:01
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9. Tag – Stufe 3

Die einträgliche Aktion vom Vortag hatte Skooma Mut gemacht. In der Nacht hatte er sich überlegt, dass es gar nicht so schlecht wäre, die Welt von ein paar Straßenräubern zu befreien. Natürlich ging es ihm dabei nur um die Sicherheit der Reisenden – persönliche Interessen spielten für einen angesehenen Magier keine Rolle!

Er versuchte es auf dem Weg, den er gestern gekommen war. Und wirklich, kurz hinter einer Brücke kam schon der erste Bandit angerannt. Sofort nutzte Skooma sein gewaltiges magisches Potential, um ihn mit Feuerbällen zu empfangen. Immer im Rückwärtsgang warf er Ball um Ball auf seinen Gegner, der lediglich mit einer Doppelaxt parieren konnte. Kurz bevor der Bandit Skooma erreichte, brach er qualmend zusammen. Skooma traute seinen Augen nicht. Es war ein Khajiit! Wie konnten Khajiiti nur so weit sinken? Skooma hatte einiges über Banditen gehört. Sie plünderten ihre Opfer völlig aus, ließen sie nackt und entehrt auf den Wegen liegen. So etwas konnte er nicht verstehen. Skooma war da ganz anders. Er nahm nur, was noch einen Verkaufswert hatte und ließ die Leiche in Unterwäsche zurück ...

Er wanderte weiter und traf unterwegs noch auf einen weiteren Banditen und zwei Wölfe, die aber alle tot und friedlich am Wegrand lagen. Schon reichlich beladen langte er in Schlosshof an. Sollte er wirklich hineingehen? Warum eigentlich nicht. Vorsichtig pirschte er sich an den Eingang heran und hätte doch um ein Haar das Skelett übersehen, das seit gestern auf ihn wartete. Diesmal war Skooma schneller. Mit ein paar kräftigen Schwerthieben zerstückelte er das ohnehin schon beschädigte Knochengerüst. Dann betrat er die Ruine.

Im Inneren war es stockdunkel. Kein Problem für einen nachtsichtigen Khajiit. Etwas ungemütlicher als die Ratten im ersten Gewölbe wurden zwei weitere Skelett-Bogenschützen. Doch auch diese Hürde meisterte er. Die Ausbeute aus diversen Kisten war jedoch gering, ein paar Goldmünzen und billige Tränke, mehr nicht. Enttäuscht verließ Skooma die Ruinen.

10. Tag – Stufe 3

Inzwischen war die Nacht fast vorbei. Wie die Zeit verging. Um zu Geld zu kommen, brauchte er eine neue Strategie. Andererseits, einen Versuch konnte man noch wagen. Er erinnerte sich an seinen Spaziergang mit Dro’Nahrahe. Sie hatte ihm von der Räubertal-Höhle erzählt, etwas nördlich von Bravil. Vielleicht hatte er dort mehr Glück ...

Auch diese Höhle stellte sich aber als gefährlicher heraus, als der Aufwand wert war. Frustriert wanderte Skooma nach Osten, um wenigstens ein paar Schlammkrabben am Ufer des Niben zu fangen. Sein Magen knurrte schon wieder bedenklich. Plötzlich sah er in einer Senke ein großes weißes Tier, ein Pferd, oder ... sollte es tatsächlich noch Einhörner geben?
Er kam nicht dazu, sich näher heranzuschleichen, denn zwei genauso riesige wie hässliche Minotauren waren auf ihn aufmerksam geworden. Schwere Kriegshämmer schwingend rannten sie auf ihn zu. Für sein entsetztes Aufkreischen schämte sich Skooma noch Tage später. Nur gut, dass es niemand mitbekommen hatte. Inzwischen geübt im Weglaufen, erreichte er schnaufend und schwitzend das Stadttor von Bravil, wo ihn der Wächter entgeistert anstarrte. Von den Verfolgern war meilenweit nichts zu sehen ...

11. Tag – Stufe 4

Am Vormittag hatte Skooma wieder ein bisschen „aufgeräumt“ und mit Nilawen gehandelt. Von Fathis Aren hatte er eine mächtige Standpauke einstecken müssen für nicht erledigte Aufgaben. Er hatte Besserung gelobt, doch Fathis hatte nur resigniert abgewinkt.

Etwas ungemütlich wurde es beim Mittag. Das Essen wurde heute auf einfachen Keramiktellern serviert, Holzgabeln lagen auf dem Tisch und alle schauten ihn so merkwürdig an. Außerdem fiel ihm noch auf, dass Ardaline mächtig verheult aussah.

Nach dem Essen nahm ihn Kud-Ei beiseite. Sie war wohl der Meinung, Skooma wäre nun reif für wichtige Aufgaben, oder sie zog falsche Schlüsse, was das Verschwinden von Ardalines Zauberstab betraf. Skooma, um sich zu verteidigen, erzählte ihr von seiner Beobachtung Varen Vamoris, der wohl versuchte Ardaline anzubaggern. Noch etwas skeptisch schickte sie ihn zu Varon, um mit ihm zu reden.

Varon war sofort von Skoomas Charme, oder von seinen Reißzähnen, überwältigt. Er beichtete sowohl Diebstahl als auch Verkauf des Stabes und schloss sich dann in seinem Zimmer ein.

Kud-Ei erwartete ihn schon. „Wenn es sich wirklich so verhält“, sagte sie, „müsst ihr euch unverzüglich in die Kaiserstadt begeben. Nutzt diese Schriftrollen der Bezauberung. Damit sollte es euch möglich sein, Soris Arenim den Stab wieder abzuschwatzen. Denkt jedoch immer daran, ihr seid ein Mitglied der Magiergilde. Was immer ihr tut, es geschieht unter den wachsamen Augen des Erzmagiers.“

Nach dieser kurzen Ansprache drückte Kud-Ei ihm drei Bezauberungs-Schriftrollen in die Pfote. Skoomas Augen begannen zu glänzen. Was er mit Hilfe der Zauber alles bekommen könnte ... Kud-Ei schien den verzückten Blick nicht bemerkt zu haben. Vielmehr umrundete sie Skooma einmal, murmelte dabei unverständliche Worte in der Sprache der Argonier und hängte ihm schließlich noch ein Amulett um den Hals. „Dieses Amulett wird euch schützen. Es hat jedoch eine kleine Nebenwirkung. Wenn ihr es abnehmt oder nicht in zehn Tagen wieder hier seid, damit ich den Gegenzauber sprechen kann, wird es euch augenblicklich und für immer in eine kleine pelzige Ratte verwandeln. Und nun geht, mögen die Göttlichen euch beistehen.“ Skoomas Hochstimmung verflog schlagartig. Warum musste ausgerechnet ihm immer so etwas passieren? Das schöne Geld. Traurig ergab er sich in sein Schicksal und verließ die Gildenhalle.

Skooma wanderte am Niben entlang nach Norden. Weit würde er heute nicht mehr kommen. Es war Nachmittag und sah nach Regen aus. Doch die Aussicht zu spät zu kommen und als Nagetier zu enden, trieb ihn zur Eile an. Langsam wurde es dunkler, die ersten Tropfen fielen. Skooma sah sich nach einem trockenen Plätzchen für die Nacht um. Im Schein des ersten Blitzes erhoben sich direkt vor ihm die Ruinen einer alten Burg. „Vielleicht doch keine gute Idee“, dachte Skooma beim Anblick der verfallenen Mauern. „Wer weiß, was sich darin herumtreibt.“ Die Skelette der Ayleidenruine waren ihm noch gut in Erinnerung. Als aber der nächste Blitz in unmittelbarer Nähe einschlug, fasste Skooma all seinen Mut und trat durch das große Tor ...

... um gleich darauf schreiend und mit zwei Gespenstern auf den Fersen wieder in den regnerischen Spätnachmittag zu rennen. Zum Glück wurde er nicht weit verfolgt.

Reichlich müde und durchnässt erreichte er die Spitze eines Hügels, auf der die interessante Statue eines Jägers stand. Ein paar Waldbewohner hatten es sich um die Statue herum gemütlich gemacht. Einer von ihnen, natürlich ein Khajiit mit dem klingenden Namen Vajhira, sah Skooma forschend an. „Seid ihr Jäger oder Beute?“, fragte er. Dumme Frage! Man müsste schon ein Hochelf sein, um darauf mit „Beute“ zu antworten. Natürlich entschied sich Skooma für „Jäger“. Immerhin hatte er schon einige Ratten und Schlammkrabben erlegt, und sogar einen Hirsch!

So richtig schien ihm Vajhira trotzdem nicht zu glauben. Sei’s drum. Er verriet Skooma, dass ein Löwenfell nötig sei, um den großen Hircine zu beschwören. Hircine also, interessant! Aber Skooma hatte gerade kein Fell dabei. Er fragte eine Waldelfe, ob sie ihm vielleicht eins verkaufen könnte. Die Elfe betrachtete Skooma prüfend von oben bis unten. „Leider nicht“, antwortete sie mit den fingern an ihrem Dolch spielend. „Doch ein Katzenfell, das ließe sich arrangieren ... .“ Skooma fühlte sich plötzlich gar nicht mehr wohl in seiner Haut. Und verabschiedete sich schnell.

Noch in derselben Nacht langte er in der Kaiserstadt an. Soris Arenims Haus im Talos-Platz-Bezirk war schnell gefunden. Es brannte sogar noch Licht. Skooma klopfte an und trat ein. Er wurde sogleich Zeuge eines heftigen Ehekrachs. „Was wollt ihr hier? Sucht ihr etwa meinen nichtsnutzigen Gemahl?“ Sori Arenims Frau blickte Skooma so wütend an, dass er gleich ein Stückchen zusammensackte. „Nein, gute Frau, ich wollte nur, äh, man sagte mir, dass ich hier einen Magierstab ... “ „Das ist wieder mal typisch!“, fuhr sie Soris an. „Bunkerst wieder mal allen mögliche Krempel im Keller und versteckst den Schlüssel in deinem Schreibtisch. Das dümmste Versteck, das man sich ausdenken kann. Ich hätte lieber auf meine Mutter ... “ Skooma hatte genug gehört. Leise schlich er hinaus.

12. Tag – Stufe 4

Er hatte ein paar Stunden warten müssen, bis es dunkel genug war. Die Wache hatte gerade ihre runde gemacht ohne Skooma in den Schatten zu bemerken. Vorsichtig stocherte er mit seinem Dietrich im Schloss herum. Nach ein paar Fehlversuchen gab die Tür nach. Skooma schlich nach oben. Auf leisen Pfoten, die Stiefel hatte er vorsorglich ausgezogen, schlich er an den schnarchenden Arenims vorbei zum Schreibtisch und schnappte sich den Schlüssel. Im Keller fand er schnell die richtige, weil einzige, Truhe und darin Ardalines Stab. Auf dem Rückweg entdeckte er einige Goldmünzen auf einem Tisch. Wer ließ den Geld so offen liegen? Es könnte Diebe anlocken. Vorsorglich steckte er die Münzen ein, verließ das Haus und wandte sich dem Hafen zu.

Gegen Mittag war Skooma bereits wieder in Bravil. Es war reines Glück, dass ihn ein Handelsschiff mitgenommen hatte, und dass der Kapitän nichts davon bemerkt hatte. Stolz überreichte er Kud-Ei den Stab, dann hielt er ihr das Amulett unter die Nase. „Ich habe getan, was ihr verlangt habt, bitte, sprecht schnell den Gegenzauber.“ Kud-Ei grinste über ihr ganzes breites Echsengesicht. Wortlos (!) nahm sie ihm das Amulett ab und ... Skooma verwandelte sich nicht in eine Ratte.

So eine Hinterlist! Da hetzte er nun in nur zwei Tagen zur Kaiserstadt und zurück, kämpfte heldenhaft mit Gespenstern, stellte sich dem großen Hircine persönlich, entkam mit knapper Not einer blutigen Familienfehde, brach ein, knackte hunderte Schlösser auf der suche nach der richtigen Truhe, steuerte ein Schiff sicher nach Bravil ... und dann das! Er war von Anfang an belogen worden. Diese, diese ... ach was soll's. Gerade noch hätte er diese Echse erwürgen können, jetzt, da er in ihre großen Augen sah, wusste er nicht einmal mehr, warum er sich über seine sympathische Chefin derart aufgeregt hatte ... Illusionisten ...

13. Tag – Stufe 4

Wieder war es früher Morgen und wieder war Skooma in der Kaiserstadt. Kud-Ei hatte ihm geraten,  endlich die Weynon-Priorei bei Chorrol aufzusuchen. Sie hatte ihm ein Pferd geliehen und ihn der Obhut einiger Soldaten anvertraut, die nach beendigten Urlaub zurück zur Kaiserstadt reisten. Als Belohnung für seine Mühen hatte sie ihm noch den Zauber „Ergreifen“ beigebracht. Zuerst hatte es Skooma falsch verstanden, hatte es auf seine Diebestour und die Wachen bezogen. Dann, nach einem kurzen Test bei Nilawen, fand er den Zauber ganz nützlich und ... gewinnbringend.

Bevor er sich auf den Weg nach Chorrol machte, wollte er etwas besser kämpfen lernen. Das war zwar anstrengend, doch die Erfahrungen der letzten Tage hatten ihn gelehrt, dass man sich nicht immer aufs Weglaufen verlassen konnte. Ein großes Plakat warb für die Arena. Warum nicht. Gut gelaunt hüpfte er die Treppe hinunter. Von einer mürrischen alten Frau wurde Skooma zu Owyn geschickt, dem Waffenmeister. Skooma baute sich vor dem Rothwardonen auf und sagte mit fester Stimme: „Ich bin euer neuer Champion, Sir!“

Ein paar Minuten später hatte Owyn seinen Lachanfall so weit im Griff, dass er Skooma als Mitglied des Blauen Teams begrüßen konnte. Der Titel „Kampfhund“ klang nicht schlecht. Auf die Frage, ob er eine schwere oder eine leichte Rüstung wünschte, entschied sich Skooma spontan für leicht. Er würde nie freiwillig in einen schweren Orkharnisch steigen. Etwas skeptisch überreichte ihm Owyn mit einem knappen „Anziehen!“ die Sachen. Bei den Neun! So sollte er kämpfen? Er sah in dem Fummel wie eine bretonische Dirne aus! Unter dem strengen Blick Owyns wagte er jedoch keinen Widerspruch. Dann sagte Owyn noch: „ Wenn ihr bereit seid, euch ausweiden zu lassen ... “
Nur gut, dass unter seinem Fell nicht zu sehen war, wie bleich Skooma plötzlich wurde. Arenakämpfer zu sein war ja gut und schön. Aber warum hatte ihm niemand gesagt, dass er gegen echte Gegner antreten müsste? Mit hängenden Ohren nahm er sich ein Claymore von der Wand und schlurfte in Richtung Kampfplatz ...

... wirklich, Skooma konnte nichts dafür, dass das „Schlachthaus“ zwei Ausgänge hatte. Man durfte sich doch wohl mal irren. Aber wo er schon mal im Marktbezirk angekommen war, konnte er auch gleich dieses schwere Schwert loswerden.
Bis zum Mittag war Skooma mehrmals zwischen Arena und Markt hin und her gependelt und hatte so seine Reisekasse etwas aufgebessert. Auf seiner letzten Runde kam er an ein paar Städtern vorbei, die den neuesten Klatsch zum Besten gaben. Ein handfester Skandal lag in der Luft. Da hatte doch erstmals in der Geschichte der Arena ein Neuling schon vor seinem ersten Kampf die Hosen so voll, dass er nicht aufgetaucht war. Eine geschlagene Stunde hatten die Zuschauer gewartet, um dann wütend ihr Geld zurückzufordern. Skooma ging leise pfeifend weiter.

Auf seinem Weg durch die Stadt kam er an mehreren Bildern dieses maskierten Verbrechers vorbei. Vielleicht, so dachte er, wäre es gar nicht so übel, diesen Typ mal kennen zu lernen. Wenn auf jemanden so ein hübsches Sümmchen ausgesetzt war, dann könnte ihm dieser jemand sicher auch ein paar brauchbare Tricks beibringen. Skooma musste ihn nur noch finden.

Sein sicheres Gespür für lukrative, leider meist nicht ganz legale, Geschäfte brachte Skooma wieder ins Hafenviertel. Zeit „Bezaubern“ an den Leuten hier auszuprobieren. Schon beim ersten Bettler hatte er doppelt Glück. Es war nicht derselbe, den er damals ausgetrickst hatte und er kannte einen geheimen Treffpunkt, Dareloths Garten. Skooma setzte sich zwischen die Beete und wartete.

Gegen Mitternacht kamen noch drei Personen in den Garten. Zuerst ein Argonier, Skooma erkannte in ihm einen Bettler des Hafenviertels wieder, dann eine etwas hochnäsig wirkende Waldelfe. Schließlich kam ein Mann, der sich Armand Christophe nannte, jedoch von sehr dunkler Hautfarbe war. Ein Bretonorothwardoide? Skooma kam nicht zu längeren anthropologischen Betrachtungen. Der Mann stellte sich als Vertreter des Graufuchses vor, mit der Befugnis, neue Mitglieder für die Gilde zu ernennen. Dummerweise waren wohl drei etwas zuviel. Man konnte ja jede Sache nur einmal stehlen. Dieses Argument leuchtete selbst Skooma ein. Also veranstaltete Armand einen Wettbewerb. Wer zuerst ein bestimmtes Tagebuch stahl, sollte aufgenommen werden.

14. Tag – Stufe 5

Der Elfe Methredhel schien der Name etwas zu sagen. Sofort spurtete sie los. Skooma hängte sich an ihre Fersen. Er war ein schneller Läufer. Von den Wachen, Skeletten oder Wölfen gejagt zu werden, war ein gutes Training. Außerdem hatten sie nicht weit zu rennen. Methredhel erreichte kurz vor Skooma das Haus, dafür musste sie sich aber um das Schloss kümmern, während Skooma kurz verschnaufen konnte. Drinnen schubste er sie kurzerhand zur Seite, öffnete den Schreibtisch und schnappte sich das Buch. Zum Glück erinnerte sich Methredhel rechtzeitig daran, dass Mord verboten war. Sie ließ ihren Dolch stecken und hetzte Skooma hinterher, um ihm das Tagebuch noch abzujagen. Doch als sie nach draußen kam ... war dort niemand.

Unsichtbar schlich Skooma zum Hafen zurück. Armand war noch dort, beglückwünschte ihn als neues Mitglied der Diebesgilde und beschrieb ihm den Weg nach Bruma zu seinem Hehler. Gut, dann also Bruma, die Weynon-Priorei würde noch warten müssen.

Nach einem ausgiebigen Schläfchen wanderte Skooma nordwärts, immer am Rumare-See entlang. Wieder einmal hatte er Hunger doch keine einzige Krabbe ließ sich sehen. Wenigstens fand er vor einer Höhle ein Stück Käse und ein paar Flaschen Bier. So ein Frühstück war etwas ungewohnt, aber danach fühlte er sich gleich viel mutiger. Leicht schwankend nahm er den mittleren der drei Eingänge zur Höhle. Auf einer Felsbrücke über dem Gang stand ein Bandit. „Gomm doch runder, wenn du gannst!“ brüllte ihm Skooma zu und versuchte, ihn mit einem Feuerball abzuschießen. Leider ging es dreimal daneben. Der Bandit kam trotzdem. Zu Skoomas Glück war der Gang hier sehr eng. So konnte sein Gegner die Reichweite seines Schwertes nicht nutzen. Skooma, hinter seinem Schild verkrochen, zauberte fleißig weiter. Irgendwann hatte sein Schutzengel ein Einsehen. Von der Höhlendecke löste sich ein Balken, schwang an zwei Ketten herab und schlug dem Banditen den Schädel ein.

Leider hatten Skooma und sein Schutzengel eine Gemeinsamkeit, beide waren arbeitsscheu. So war es kein Wunder, dass zwei weitere Banditen, durch den Krach aufmerksam geworden, angerannt kamen. Es sah nicht gut aus für Skooma. Stark angeschlagen und blutend, dafür aber fast wieder nüchtern, floh er aus der Höhle. Er rannte den Berg hinauf zur Stadt und versteckte sich hinter dem ersten Wächter, der ihm entgegenkam. Warum funktionierte bloß diese Unsichtbarkeit nur einmal täglich? Doch er hatte wieder Glück. Die Wache bekam Verstärkung und wurde mit den Banditen im Handumdrehen fertig. Für Skooma bedeutete das einige gebrauchte Rüstungsteile und Waffen mehr zum Verkauf.

Nachdem er sich wieder erholt, Schwert und Schild notdürftig repariert und seine Wunden verarztet hatte, traute er sich tatsächlich noch einmal in die Höhle. Die Banditen waren, hoffentlich, alle weg. Er hätte es sich nie verziehen, deren Beute einfach so zurückzulassen.

Zwei Banditen waren dann doch noch übrig. Aber der eine hatte sich zwischen Wurzeln verfangen und kam nicht weg. Skooma brutzelte ihn aus sicherem Abstand. Vor der Anführerin der Bande konnte er wieder bloß wegrennen. Vielleicht hätte ihm nicht einmal das geholfen, wenn sie nicht durch ihre schwere Rüstung zu langsam gewesen wäre. Die Wachen hatten inzwischen wohl Feierabend. So sah sich Skooma gezwungen, wie damals beim Wolf rückwärts die Brücke entlang zu rennen und Feuerball auf Feuerball auf die Banditin zu schleudern. Schließlich trug er den Sieg davon ...


"Die Toten existieren um die Lebenden zu nähren." Eola
  07.06.2010, 07:27
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Cid

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Hallo Hallo ^^

ich warte nun schon 3 tage und immer noch keine neuen einträge ^^
  10.06.2010, 13:04
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10.des Herzfeuers 3.Ära 433 - 15. Tag – Stufe 6

Sehr früh am Morgen hatte Skooma die Stadt durch das Tor zum Gefängnisbezirk verlassen. Im Norden der Insel führte eine Brücke über den See. Vorsichtig die Gegend nach Hinweisen auf Wegelagerer absuchend huschte er hinüber. Nur eine Krabbe erwartete ihn am anderen Ufer – Frühstück! Anschließend machte er sich an den beschwerlichen Aufstieg den Hang hinauf. Für die Tages- und Jahreszeit war es noch sehr heiß. Skooma schwitzte. Die Eisenteile seiner Rüstung schienen zu glühen. Wenn er nicht bald ein schattiges Plätzchen fand ...

Oben angekommen, bemerkte er nicht weit entfernt ein paar Häuser. „Na das passt doch. Jetzt einen Schluck Wein im Gasthaus und ... was duftet da so lecker? Sollte es wirklich geschmorten Hammel geben?“ Im Ort selbst war niemand zu sehen. Sie saßen vermutlich alle schon beim Essen. „Lasst mir ja was übrig, sonst fresse ich euch!“, dachte Skooma, als er das Gasthaus betrat. Drinnen blieb er wie angewurzelt stehen, schluckte, jedes Härchen seines Fells richtete sich auf. Auf dem Tisch standen volle Teller. Messer schnitten durch herrlich duftenden Braten. Gabeln spießten Bissen auf und führten sie ... ins Nichts! Er hörte Stimmen, aber er sah niemanden. Es war wirklich gruselig.

„Vaba Maaszi Lhajiito“ , diesen uralten Spruch seines Volkes hatte Skooma verinnerlicht. Er machte auf dem Absatz kehrt, um das Gasthaus zu verlassen ... und prallte mit einem Unsichtbaren zusammen.

„Wohin so schnell, mein haariger Freund?“ Der Unsichtbare versperrte weiter die Tür. Skooma kam nicht vorbei. „Keine Angst, wir tun euch nichts. Doch wie ihr seht, haben wir hier ein kleines Problem. Ihr tragt das Gewand eines Arenakämpfers. Wie wäre es, wenn ihr euren Mut unter Beweis stellt, um ein uns einfachen Leuten zu helfen? ... Folgendes ist passiert: Wir leben hier schon lange bescheiden aber friedlich von den Erträgen unserer Felder und dieses Gasthauses. Eines Tages kam ein Magier vorbei, mietete sich ein und verbrachte seine Zeit mit dem sammeln von Kräutern in der Umgebung. Irgendwann jedoch fing er mit seinen Experimenten an. Das Ergebnis seht ihr hier, oder besser, ihr seht es nicht. Wir alle sind schon seit Tagen unsichtbar. Am Anfang war es ja noch ganz lustig. Doch dann blieben die Gäste aus. Wisst ihr, wir schwer es ist, ein Gasthaus zu führen, von dem gesagt wird, dass es darin spukt? Kurz und gut, wir sind uns einig, dass euch die Ehre zukommen soll, diesem Spuk ein Ende zu machen. Es ist ganz einfach. Ihr braucht nur in südöstliche Richtung zur alten Festung Caractacus zu laufen, den Magier zu finden und ihn dazu zu bringen, seinen Zauber aufzuheben. Es soll euer Schaden nicht sein.“

Na schön, wenn Skooma so nett gebeten wurde. Mit einem Magier zu reden konnte ja nicht so gefährlich sein. Schließlich war es ein Gildengenosse. Aber erst einmal brauchte er einen Krug Wasser. Skooma ließ sich Zeit beim Trinken. Wie der Braten duftete. Vielleicht könnte er ...

„Selbstverständlich ... sobald ihr wieder hier sein. Und ... passt auf die unsichtbaren Monster vor der Festung auf.“

Da konnte man nichts machen. Skooma trottete los. Auf halbem Weg kam ihm die rettende Idee. Er konnte die Monster nicht sehen, weil sie unsichtbar waren. Das hieß, wenn er sich auch unsichtbar machte, könnten auch die Monster ihn nicht sehen. Guter Einfall. Skooma sprach den Mondschatten-Zauber. Unbehelligt gelangte er bis zur oberen Etage der Festung. Der Magier schien Skooma trotz Unsichtbarkeit zu sehen. Er brummelte etwas von „nirgends seine Ruhe haben“, hörte ihm dann aber zu. Skooma gab sich Mühe. In den schillerndsten Farben schilderte er die Leiden der Leute aus Bockbierquell. Der verarmte Wirt, dem die Kundschaft ausblieb, kam darin genauso vor, wie die verzweifelte Mutter, die ihr geliebtes Kind nicht mehr finden konnte. Er hatte halt Phantasie ...

Jedenfalls zeigten seine rührseligen Geschichten Wirkung. Den Magier plagte das schlechte Gewissen. Er schrieb den Gegenzauber auf und reichte ihn Skooma zusammen mit einem wertvoll aussehenden Schutzring. Das war ja einfach. Skooma wollte schon in Vorfreude auf ein saftiges Stück Fleisch die Treppen herunterhüpfen, als er am Festungstor seltsame Geräusche hörte. Richtig, die unsichtbaren Monster. Was sollte er tun? Weitergehen und gegen Gegner kämpfen, die er nicht sehen konnte? Niemals, dafür war ihm sein Fell zu wertvoll. Er nahm sich fest vor, in der nächsten Gildenhalle nach einem Unsichtbarkeitszauber zu fragen, der beliebig oft funktionierte, auch wenn so etwas viel Geld kosten sollte. Die Münzen würden sich schon auftreiben lassen, und zur Not hatte er ja immer noch diesen wertvollen Varlastein im Gepäck.

Erst einmal machte er es sich schamlos im Bett des Magiers bequem. Ein kleines Nickerchen, und morgen könnte er wieder unsichtbar werden ...

11.des Herzfeuers 3.Ära 433 - 16. Tag – Stufe 6

Alles war nach Wunsch verlaufen. Unsichtbar war Skooma ins Dorf zurückgekehrt, hatte den Zauber gesprochen, als Belohnung das Versprechen bekommen, immer kostenlos übernachten zu dürfen. Er hatte wie ein König gefrühstückt und sich danach auf den Weg nach Bruma gemacht. Weit war er allerdings nicht gekommen. Vor einer Höhle nördlich der Ansiedlung brannte in einer Schale ein magisches Feuer. Skooma schlich näher heran. Nichts rührte sich. Wieder einmal siegte Skoomas Neugier. Langsam zog er die verwitterte Holztür auf.

Zuerst bekam er es nur mit einer Ratte zu tun. Kleinigkeit. Das Skelett auf der anderen Seite der Schlucht schoss er mit Feuerbällen ab. Immer auf sichere Entfernung bedacht, arbeitete er sich so langsam durch die Gänge. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen, etliche Goldstücke, zwei kleine Seelensteine, ein paar Tränke und natürlich die Waffen seiner besiegten Gegner. Als Skooma die Fingerschüsselhöhle verließ, war es schon später Abend.

Voll bepackt machte er sich wirklich auf den Weg nach Bruma, oder besser, er nahm die Abkürzung mitten durch die Wälder.

12.des Herzfeuers 3.Ära 433 - 17. Tag – Stufe 6

Skooma hätte nie gedacht, dass er es schaffen würde, in nur einer Nacht nach Bruma zu kommen. Er wäre auch nie auf die Idee gekommen, den halben Weg rennend zurückzulegen. Zwei Bären und ein Wolf, viel größer als die Braviler Exemplare, hatten dafür gesorgt, dass er die Strecke in Rekordzeit zurücklegte. Zuletzt hatte sich die Stadtwache um seine Verfolger gekümmert.

Skooma kniete vor dem Altar der Kapelle und atmete tief durch. Er hatte es bis Bruma geschafft. Jetzt musste er diesen Ongar finden ... und natürlich ein paar Sachen, die er ihm verkaufen könnte ...

Er entschied sich, erst ein paar Sachen zu finden. Es war noch dunkel genug, außer den Wachen trieb sich niemand auf den Straßen herum. Mal sehen, was die Nord so in ihren Häusern hatten. Das Schloss der ersten Tür stellte kein Problem dar. Skooma schlüpfte hinein und sah sich um. Nicht mal aufgeräumt! Hinter einer Wand war lautes Schnarchen zu hören. Der Besitzer, nach dem Türschild ein gewisser Honmund, schlief tief und fest. Gut, vieles von dem Krempel hier war sowieso nicht zu gebrauchen. Ohne Gewissensbisse suchte sich Skooma die besten Sachen aus. Gerade rechtzeitig, als Honmund aus dem Bett fiel, war er wieder zur Tür heraus.

Gleich um die Ecke lief ihm eine Wache über den Weg. Skooma grüßte artig. Dann ritt ihn der Daedroth. Höflich erkundigte er sich nach dem Haus seines verehrten Patenonkels Ongar. Die Wache war wohl nicht die hellste. Eine Weile arbeitete es unter ihrem Helm, dann wies sie Skooma den Weg nach Westen, hinter die Kapelle. Na also, Dreistigkeit zahlte sich manchmal aus.

Ongar der Überdrüssige schlief noch, als Skooma die Hütte betrat. Es stank nach billigem Wein, schimmeligem Obst und toter Ratte, eine interessante Kombination, fand Skooma. Ongar war ziemlich knurrig, warum sollte er jetzt schon aufstehen? Aber dann zeigte er doch Interesse an Skoomas „Angebot“. Sorgfältig trug er die Kaufsumme in ein kleines Buch ein, wünschte Skooma weiterhin viel Erfolg und legte sich wieder hin.

Die nächste Station war die örtliche Magiergilde. Jeanne Frasonic, eine widerlich rumschleimende Bretonin, empfing ihn gleich in der Eingangshalle. Er solle sich hier wie zuhause fühlen. Nun gut, Skooma tat das, auch wenn er nicht glaubte, dass Jeanne wusste, wie es in einer echten Khajiit-Behausung aussah. Bücher hatten dort jedenfalls nichts zu suchen.

Der Hochelf Suurootan war schnell als Abnehmer gefunden.

Bei einem zweiten Gespräch mit Jeanne verriet sie ihm ihr aktuelles Problem. Einer der Magier, ein gewisser J'skar war seit Tagen verschwunden. Niemand schien etwas zu wissen, doch da hinter ihrem Rücken getuschelt wurde, sollte sich Skooma sicherheitshalber einmal umhören. Natürlich würde sie sich dafür erkenntlich zeigen, zum Beispiel mit einer Empfehlung für die Geheime Universität.

Skooma willigte ein. Er wollte sowieso mit den Kollegen sprechen, schon wegen eines Unsichtbarkeitszaubers. Sein erstes „Opfer“ war Volanaro. Er hatte zwar nicht den Zauber im Angebot, schien aber etwas über J'skar zu wissen. Volltreffer! Auf Jeanne dagegen war er gar nicht gut zu sprechen. „Sie könnte sich nicht mal aus einer Papiertüte herauszaubern“, lautete sein vernichtendes Urteil. Bevor er Skooma jedoch half J'skar zu finden, sollte er ihm Jeannes Tagebuch besorgen. Die Chefin bestehlen? Volanaro wusste doch, dass das verboten und sehr riskant war. Skooma setzte zu einer entrüsteten Antwort an ...

„Aber nein. Ihr habt mich falsch verstanden, mein Freund. Ihr sollt das Tagebuch nur heimlich leihen, ein kleiner Streich unter Freunden sozusagen. Ich kann euch dafür sogar kostenlos einen Öffnungszauber beibringen.“ Na gut, wenn es sich so verhielt. Skooma willigte ein. Da Jeanne gerade damit beschäftigt war, der Alchemistin den letzten Nerv zu rauben, schlich er sofort nach oben, knackte den Schreibtisch, nahm das Tagebuch an sich ... und bei der Gelegenheit auch Jeannes komplette Kleidersammlung. Voll bepackt rannte er zu Ongar.

Den Nachmittag verbrachte Skooma damit, sich die Stadt näher anzusehen.

Beim Abendessen in der Gilde kreisten die Gespräche um verschwundenes Silberbesteck und leere Bücherregale. Skooma konnte beisteuern, dass es vor kurzem auch in Bravil ähnlich merkwürdige Vorkommnisse gegeben hatte. Warum richteten sich nur plötzlich alle Blicke auf ihn? Skooma dachte nicht weiter darüber nach, sondern biss herzhaft in sein Fleisch.

Unter vier Augen gab er Volanaro später das Tagebuch. Noch am selben Abend durfte er in Volanaros Zimmer kommen, wo J'skar wie aus dem Nichts wieder auftauchte. Der ultimative Unsichtbarkeitszauber! Wenn er den lernen könnte ...

13.des Herzfeuers – 18.Tag – Stufe 7

Skomma konnte vor Aufregung sowieso nicht schlafen. Er hatte sich noch etwas draußen die Pfoten vertreten, wollte dem guten Ongar noch ein paar Waren besorgen. Doch diese Nacht verlief nicht gut. Honmund hatte ein neues, und besseres, Schloss an seiner Tür. Das Haus Bradon Lirrians war voller Wachen. Zu Skoomas Glück waren sie so damit beschäftigt, das Ableben des Hausherrn zu untersuchen, dass sie gar nicht fragten, wie er hier hereinkam ... und warum. Istrius Brolus war noch wach. Hätte er nicht gerade mit seiner Frau gestritten, wäre Skooma erwischt worden. Und als er mit dem Dietrich in der Hand vor Jearls Tür stand, fragte eine Wache scheinheilig, ob sie ihm helfen könne. „N ... natürliche gern. Wisst ihr, ich habe mich ausgesperrt und ...“ Dummerweise kannte die Wache Jearl und dessen Ähnlichkeit mit Skooma war anscheinend nicht besonders groß.

Nach einer äußerst peinlichen Durchsuchung bis aufs Fell, ein paar Ermahnungen und der Zahlung von fünf Goldstücken durfte er schließlich wieder gehen. In der Magiergilde erwartete ihn eine völlig verheulte Jeanne. Sie trug noch immer ihr angeschmuddeltes Kleid von gestern. Wenigstens stand sie zu ihrem Wort und versprach, die Empfehlung noch heute abzuschicken ... falls sie irgendwo Papier finden würde. Menschen! Skooma würde sie nie verstehen ...

Das Frühstück war sehr dürftig ausgefallen. Skooma wollte sich als Jäger versuchen, draußen vor der Stadt. Brauchbares Wild entdeckte er zwar nicht, dafür aber eine Höhle westlich von Bruma. Sie  schien verlassen zu sein. Und wirklich, bis auf ein paar Ratten waren die Gänge leer. Am Ende führte eine Tür zu einem Keller. Auch dort war niemand. Also würde wohl niemand die beiden wertvoll aussehenden Bücher vermissen. „Mythische Morgenröte – Band 1 und 2“. Was immer das war, Ongar würde sich sicher darüber freuen. Eine Luke führte wieder nach oben in ein Haus. Déjà-vu. Die Wache vor Jearls Haus erkannte Skooma sofort. Diesmal waren es zehn Goldstücke.

Aber Skooma war unschuldig! Er würde sich bei der Gräfin beschweren. Skooma betrat die Halle. Doch ... Moment ... rechtzeitig fiel ihm ein, wie sein Beschwerdeversuch in Bravil ausgegangen war. Das war ungerecht. Sollte er es trotzdem versuchen? Vielleicht wenn er seinen Charme spielen ließ. Eine Gräfin war möglicherweise empfänglicher dafür als ein Graf. Mit solchen Gedanken beschäftigt, sah er eine Ansammlung Vitrinen an den Wänden. Die Gräfin schien seine Vorliebe für seltene und wertvolle Dinge zu teilen. Sie hatte sicherlich nichts dagegen, dass er sich ein paar Sachen auslieh. Kurz darauf riß Skooma wieder mal Ongar aus dem Mittagsschlaf ...

Wieder in der Gildenhalle, schnappte Skooma ein Gespräch über Jantus Brolus auf. Sie sollte eine gute Alchemie-Lehrerin sein. Skooma musste unwillkürlich grinsen, als er an seine eigene Schulzeit zurückdachte. Ob sein alter Lehrer immer noch mit diesen rosa Flecken im Fell rumlaufen musste? Skooma war damals wegen grobem Unfug von der Schule geflogen, aber der Spaß war es wert gewesen. Also auf zu Jantus. Das Haus der Familie Brolus hatte er ja letzte Nacht schon gefunden.

Er hatte Pech. Jantus unterrichtete zwar, gab aber nur Anfängerkurse. Und Skooma verspürte nicht die geringste Lust, sich zu einer Gruppe hyperaktiver Nordkinder zu gesellen. Vielleicht gab es ja noch andere Ausbilder in Bruma? Jantus kannte einen „Rechts-Wind“ in der Kämpfergilde und Olfand, den Besitzer der „Nordwinde“. Dann los.

„Rechts-Wind“ erklärte sich sofort zur Ausbildung mit dem Schwert bereit ... falls Skooma der Gilde beitreten würde. Zu seinem „Glück“ war das in Bruma jedoch nicht möglich. Skooma versuchte, möglichst traurig auszusehen, als der die Halle verließ. Dann eben Olfand.

Der Nord erzählte ihm etwas von einem Wetttrinken am Vorabend, und genau so sah er auch aus. Doch er konnte Skoomas Arenarüstung reparieren. Gegen gutes Geld (seufz!) brachte er ihm noch einiges über leichte Rüstung bei.

Nach so viel Unterricht brauchte Skooma erst mal etwas Ruhe. Bei „Olavs Bräu und Streu“ konnte er ein Mittagessen ergattern. Sein Tischnachbar war mit dem Bierkrug in der Hand eingenickt. Wäre doch schade, wenn das Essen kalt geworden wäre ...

Als Skooma vollgefressen vor sich hin döste, fiel wieder der Name Bradon Lirrian. Moment, das war doch dieser Vampir. Oder doch nicht? Die Anwesenden schienen unterschiedlicher Meinung zu sein. Als das Gespräch langsam auf eine Schlägerei zusteuerte verlies er lieber die Kneipe. Doch der Name Lirrian ging ihm nicht aus dem Kopf. Wenn hier wirklich etwas nicht stimmte, dann musste es aufgeklärt werden. Und das beste beim Aufklären von Verbrechen war natürlich die Belohnung. Er würde sie sich verdienen!

Den ganzen Nachmittag verbrachte er mit seinen Ermittlungen, sprach mit der Witwe, mit dem Wachhauptmann, mit dem Wirt Olav, mit den Bettlern der Stadt. Mit einem gefundenen Tagebuch konnte er die Wachen endlich von seiner These überzeugen. Sie würden sofort aufbrechen, Raynil gefangen nehmen und Skooma die Belohnung in die Pfote drücken ... dachte er.

Es kam etwas anders. Der Hauptmann war wohl so von Skoomas Kämpferqualitäten überzeugt, dass er „großzügig“ ihm die ganze Arbeit überließ. Vielleicht sollte er doch nicht immer in dieser albernen Kostümierung herumlaufen? Sie hatte ihm schon genug Schwierigkeiten eingebracht. Aber gut, es gab wohl keinen anderen Weg zur Belohnung. Skooma hatte auch schon einen Plan.

Zuerst musste er die Borealsteinhöhle finden. Das war leicht, sie war auf seiner Karte verzeichnet. Der Weg dahin war schon etwas schwieriger. Man konnte noch so aufpassen, irgendeinem Wegelagerer lief man immer vor die Füße. Diesmal war es ein Dunkelelf mit Pfeil und Bogen. Skooma wollte es erst im guten versuchen. Er bot ihm sogar fünf Prozent von der Belohnung an, seiner Meinung nach ein äußerst großzügiger Vorschlag. Doch als der Dunmer ihn daraufhin als „Stinkende Hauskatze“ bezeichnete war der Kampf unausweichlich. Er dauerte über zwei Stunden. Skooma konnte den Pfeilen zwar meist ausweichen, den Rest besorgten seine Heilzauber, aber im Gegenzug richteten auch seine Feuerbälle kaum Schaden an. Diese Dunmer mochten es anscheinend warm. Schließlich reichte es ihm und er stürzte sich todesmutig mit dem Dolch auf seinen Gegner.

Nach einer kurzen Rast ging es weiter. Einem zweiten Banditen (Khajiit mit Axt) konnte er geschickt ausweichen. Er kam an einem kleinen Gehöft vorbei und erreichte endlich die Höhle. Skoomas Plan war ganz einfach, reinschleichen, unsichtbar machen, etwas Arbeit mit dem Dolch und Sieg. Aber wie immer kam alles ganz anders. Raynil, ein feuerresistenter Dunmer - was sonst, sah ihn trotz Unsichtbarkeit. Er hatte ihn sogar erwartet und war auch nicht zu einer friedlichen Regelung bereit. Dabei schienen sich Dunmer doch im Gefängnis wohlzufühlen. Er dachte an Valen Dreth. Mit einem hässlichen Geräusch, das wohl ein Lachen sein sollte, zog Raynil ein riesiges Schwert. Raynil mit Langschwert gegen Skooma mit Dolch? Gar nicht gut. Plan B musste her.

Und Plan B hieß wie immer Flucht. Verfolgt vom schwertschwingenden Raynil wollte Skooma Bruma erreichen. Die Wachen würden ihn schon retten. Aber wo genau war noch mal der Weg? Er hatte keine Gelegenheit, auf die Karte zu sehen. Stattdessen rannte er einfach quer in den Wald.

14.des Herzfeuers – 19.Tag – Stufe 8

Der Hetzjagd zwischen den Abhängen schlossen sich bald noch zwei Riesenwölfe an. Mittlerweile war es stockdunkel geworden. Hinter sich hörte Skooma das Hecheln der Bestien und das Zischen des geschwungenen Schwertes. Er hatte jede Orientierung verloren. Mit einer letzten Anstrengung nahm er all sein Mana zusammen und rettete sich in die Unsichtbarkeit. Wölfe konnten keine Lebenserkennungszauber, blieb nur noch der Dunmer. Skooma sah sich um. Doch von Raynil sah er keine Spur. In der Nähe einer Schlucht fand er dann sein zerbrochenes Schwert neben einer Wolfsleiche. Der Dunmer selbst blieb verschwunden. Viel Zeit zum Suchen hatte Skooma nicht, da die Unsichtbarkeit nicht lange anhalten würde. Bald hatte er die Höhle wiedergefunden und ging hinein. Er fand auch die Kiste. Leider war sie zu schwer zum Schleppen. Auch die drei Schlösser ließen sich nicht öffnen. So ein ***! Da ließ sich wohl nichts machen. Skooma kehrte in die Stadt zurück.

Die Belohnung konnte er also abschreiben. Skooma ließ unterwegs seine Wut an diesem Khajiit-Banditen aus. Der mochte kein Feuer!

Von Volanaro kaufte er noch einen Beschwörungszauber, ein Skelett, für das sein Mana allerdings noch nicht ausreichte. Um mehr über Beschwörung zu lernen, verwies ihn Volanaro nach Chorrol. Nun gut, hier in Bruma hatte er nichts mehr zu tun. Warum nicht Chorrol ...

Die Lust, sich wieder den ganzen Weg jagen zu lassen, war Skooma gründlich vergangen. Schweren Herzens investierte er einen Großteil seines Vermögens in ein Pferd. Es war ein kräftiges Tier, gut genährt und ohne Angst vor Khajiiti. Skooma würde es auch nur im äußersten Notfall fressen, schließlich hatte er es ja bezahlt. Es war ein gemütlicher Ritt, jedenfalls bis zur Wildschwein-Suhle. Dann musste er seinem Tier die Sporen geben. Unterwegs traf er nur auf einen Banditen. Ein Legionsreiter kümmerte sich sogleich darum. Abends kam er im strömenden Regen vor Chorrols Nordtor an.

Das Pferd ließ er einfach stehen. Es würde schon Futter finden. Erst einmal hatte Skooma selbst Hunger. In der Magiergilde suchte er sofort alles Essbare zusammen ... wirklich alles. Was er nicht mochte, verarbeitete Skooma zu Tränken. Er hatte schon viel dazugelernt. An vielen Zutaten fielen ihm neue Eigenschaften auf, die er vorher nie bemerkt hatte. Skooma experimentierte bis tief in die Nacht. Schließlich unterbrach ein Bretone seine Studien. Er fragte vorsichtig an, od Skooma die ganzen Explosionen nicht auf eine Zeit außerhalb der Nachtruhe verschieben könnte. Zur Ablenkung bot er ihm ein kurzes Beschwörungstraining an und brachte ihm den Zauber „Beschworener Dolch“ bei.

15.des Herzfeuers – 20.Tag – Stufe 9

Schon am nächsten Morgen war Skooma mit einem großen Stapel Bücher in der Stadt unterwegs.
Es gab hier sogar eine Buchhändlerin. Ihr Angebot sah eher bescheiden aus, doch Skooma war sicher, dass sich das schon bald ändern würde. Die Stadt gefiel ihm besser als Bruma. Vor allem war es hier nicht so kalt. Nach einem kleinen Schwätzchen mit Dar-Ma, einer netten kleinen Argonierin, und einem Besuch bei der geschickt feilschenden Schmiedin Rasheda stand Skooma plötzlich in der Halle der Kämpfergilde. Es war nur ein Versehen. Magier- und Kämpfergilde lagen direkt nebeneinander. Skooma hatte sich einfach in der Tür geirrt.

Sofort sah er sich von Werbern umringt. Dass die Gilde so dringend neue Rekruten brauchte, hätte er nicht gedacht. Vorsichtig fragte er nach den Bedingungen. „Wenn ihr keine dunkle Vergangenheit habt und kein Kopfgeld auf euch ausgesetzt ist ...“, begann eine ältere Frau. Skooma schüttelte entschieden den Kopf. Natürlich hatte er eine blütenweiße Weste, wie konnte diese Frau nur daran zweifeln? „Aufträge erhaltet ihr für den Anfang in Anvil oder Cheydinhal ...“, setzt ein Dunkelelf fort. Nur gut. Dann konnte ihm ja hier nicht viel passieren. „Ihr dürft selbstverständlich alle Dienste der Gilde, wie zum Beispiel Ausbildung in Anspruch nehmen ...“ Das Versprechen des Ork gab den Ausschlag. Skooma stimmte zu.

Einen Augenblick später beschloss er, seine Ordnungsliebe auch der Kämpfergilde angedeihen zu lassen. Das versprach zwar Arbeit für den Rest des Tages, aber Skooma tat es ja gern für seine neuen Kameraden ...

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Skooma hat es tatsächlich geschafft, lebend Stufe 10 zu erreichen. Einige Male sah es sehr knapp aus und nur die schnelle Flucht oder Unsichtbarkeit rettete ihm das Leben. Ich hätte vorher nicht gedacht, wie defensiv man einen Charakter führen muss, der weder über Kraft noch über nennenswerte Magie verfügt. Trotzdem macht es einen Riesenspaß.

Lebensenergie 115
Magie 120      
Ausdauer 186

Stärke 40                    
Intelligenz 60   
Willenskraft 44   
Geschicklichkeit 55            
Schnelligkeit 56   
Konstitution 43   
Charisma 64 (66)                 
Glück 50

Athletik 44 (49)   
Schwertkampf 43   
Blocken 32      
Alchemie 57
Illusion 44      
Leichte Rüstung 42   
Handelsgeschick 36


"Die Toten existieren um die Lebenden zu nähren." Eola
  10.06.2010, 20:34
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21.Tag – Stufe 10

Skooma hätte nie für möglich gehalten, wie viel nutzloser Plunder sich in den Regalen angesammelt hatte. Es war härteste Arbeit. Säckeweise schleppte er alte Bücher, überschüssige Alchemiegeräte und herumliegende Waffen zu den Händlern. Am späten Nachmittag war er zwar um etwa eintausend Septim reicher aber restlos erschöpft. Noch einer weiteren Gilde würde er nicht beitreten, schwör er sich. Die Schinderei war es nicht wert und zusätzlich hatte er die Befürchtung, dass ihm den ganzen Aufwand wieder mal niemand danken würde.

Das Aufräumen war heute nicht seine einzige Beschäftigung geblieben. Auf den Wegen durch die Stadt hatte er immer wieder Zaubersprüche vor sich hin gemurmelt, mal hatte er es so zum Spaß mit Lebenserkennung versucht, mal diesen hübschen daedrischen Dolch beschwören, mal nur etwas mehr Licht gemacht. Als er nun gemütlich auf einem Stuhl im Garten der Gilde saß, seine müden Füße hochgelegt und ein Glas Wein in der Pfote, fiel ihm der Zettel mit den Beschwörungen aus Bravil wieder ein. Wo hatte er ihn gleich hingesteckt? Skooma fand ihn schließlich im Futter seines Helms, reichlich fleckig und zerknautscht, aber immer noch lesbar. Er hielt ihn vors Gesicht und las sich die Zauber halblaut durch. Meistens passierte nichts. Doch dann hörte er ein merkwürdiges Klappern. Skooma ließ den Zettel sinken, starrte sekundenlang ins Gesicht eines grinsenden Totenschädels und fiel vom Stuhl.

Es hatte funktioniert! Skooma war ein Beschwörer. Die Freude währte allerdings nicht lange. Teekeeus nahm ihn zur Seite und empfahl ihm dringend, in bewohnten Orten keine Untoten zu beschwören. Am besten wäre es, er erzählte in den anderen Städten niemandem, dass er so etwas überhaupt konnte. Offiziell hatte die Magiergilde nämlich Totenbeschwörung geächtet. In Chorrol, dem Zentrum der Beschwörungsmagie, sah man das nicht ganz so verbissen, aber Vorsicht war allemal angeraten.

Bei der Gelegenheit hatte Teekeeus auch gleich einen Auftrag für Skooma. Eine Hochelfe namens Earana war in der Stadt aufgetaucht. Teekeeus, der sie offensichtlich nicht leiden konnte, wollte gern wissen, was sie beabsichtigte. Und da Skooma noch nichts für die Gilde getan hatte ... „Aber ich habe doch gerade ...“ Skooma winkte resigniert ab. Er hatte es doch geahnt, niemand wusste sein Engagement zu würdigen.

Um zu Earana zu gelangen, brauchte er nur aus der Tür zu treten. Er hatte sie heute schön öfter tratschend unter der großen Eiche gesehen. „Ah, ein Mitglied der Magiergilde“, sprach sie Skooma gleich an. Woher sie das wohl wusste? Aber egal. Skooma spielte das Spielchen mit. Höflich und seinen ganzen Charme aufbietend erkundigte er sich erst nach Allgemeinheiten, sprach über das Wetter und erzählte, wo er auf seinen Reisen welche Kräuter gefunden hatte. Langsam steuerte das Gespräch auf die ungerechte Behandlung neuer Gildenmitglieder zu. Earana zeigte sich sehr verständnisvoll. Vielleicht wollte er ja Teekeeus einen kleinen Streich spielen? Er bräuchte ihr dazu nur ein Buch besorgen, hinter dem der Argonier selbst her war. Es hieß „Finger des Bergen“ und war sehr selten. Skooma konnte sich auch nicht erinnern, beim Aufräumen ein Exemplar gefunden zu haben. Glücklicherweise kannte Earana einen Ort, an dem sich dieses buch befinden sollte, die Ruine Wolkenhöhe in den nördlichen Bergen. Earana hätte es ja selbst geholt, aber sie war nur eine schwache Altmer. Skooma dagegen sah kräftig und respekteinflößend aus. Er würde doch spielend mit allen Gefahren des Weges fertig werden. Mit gemischten Gefühlen machte er sich auf den Weg.

Was Earana unter „Gefahren des Weges“ verstand, wurde Skooma klar sobald er Chorrol durch das Nordtor verließ. Friedlich grasend sah er rechts vom Weg sein Pferdchen. Nicht ganz so friedlich kam eine axtschwingende Khajiit-Banditin auf ihn zu. Was für eine Figur sie hatte. Skooma war so überwältigt, dass er sich erst im allerletzten Augenblick durch einen Sprung rückwärts in Sicherheit bringen konnte. Dieses Temperament. Die Werberituale unter Khajiiti waren etwas ruppiger als bei den verweichlichten Menschen und Mer, aber eine Axt hielt auch Skooma für etwas übertrieben.

Nun gut, wenn sie nicht mit ihm spielen wollte, dann vielleicht mit seinem knöchernen Freund. Das beschworene Skelett brachte ebenfalls eine Axt mit, also standen die Chancen ausgeglichen. Skooma brachte sich auf einem Felsen in Sicherheit und sah dem Kampf interessiert zu. Noch zwei weitere Knochenmänner musste er rufen, dann gehörte der Sieg ihm. Schade um das süße Kätzchen. Sie hatte sich gut gehalten und ein ehrenvolles Begräbnis verdient. Skooma war sich sicher, dass das die Wachen irgendwann besorgen würden. Waffen und Rüstung nahm er schon mal an sich ...
Trotz der hereinbrechenden Dunkelheit stieg Skooma auf sein Pferd. Wenn er im Dunkeln gut sehen konnte, würde auch das Tier irgendwie klarkommen. Er hatte es eilig Wolkenhöhe zu erreichen.

Earanas Wegbeschreibung war vortrefflich gewesen. Zügig und fast unbehelligt erreichte er die Ruine, fand neben einer verkohlten Leiche das Buch, besiegte fast nebenbei noch einen Wolf (wobei ihm Skelett und Pferd tatkräftig halfen) und erreichte noch vor dem Morgengrauen wieder Chorrol.

22.Tag – Stufe 10

Eigentlich hatte Skooma vor, noch ein wenig zu schlafen. Doch er bekam kein Auge zu und ging statt dessen in die Kapelle von S’rendarr. Düsternis umgab ihn, als er zwischen den hohen Säulen umherwanderte. Die meisten der kleinen Seitenaltäre blieben still und kalt, wenn er sich ihnen nährte. Ein Priester, der wohl ebenfalls nicht schlafen konnte, erklärte Skooma, dass er sich den Segen der Gottheiten verdienen müsse durch fromme Gebete und gute Taten. Sicher, Skooma würde darüber nachdenken. Andererseits wurde der Segen der Götter meist überbewertet.

Viel mehr interessierte ihn ein Paar Handschuhe, dass dezent beleuchtet in einer Ecke der Kapelle lag. In einem unbeobachteten Moment wollte er sie sich schnappen, doch ... was war das? Warum konnte er sie nicht anheben? Gewiss besaß Skooma nicht die Stärke eines Senche-raht, aber er war auch keineswegs schwächlich. Diese Dinger mussten sich doch bewegen lassen. Er zog und rüttelte, vor sich hin fluchend so lange an den Handschuhen, bis er den Priester hinter sich bemerkte. Der finstere Gesichtsausdruck sagte genug: mit dem Segen der Götter würde es noch eine Weile dauern.

Bevor Skooma endgültig aus der Kapelle geworfen wurde, war es ihm noch gelungen, vier wertvolle Bücher mitgehen zu lassen. Ongar würde begeistert sein.

Bei der Eiche war noch nichts los, kein Wunder in diesen frühen Morgenstunden. Earana würde er sicher später dort antreffen. Zuerst gab es Frühstück, wie immer bei den Magiern. Das lag aber daran, dass man in der Kämpfergilde eher aufstehen musste. Dummerweise sprach ihn Teekeeus vor aller Augen auf Earana an. Skooma erzählte freimütig von seinem nächtlichen Ausflug und ... so was blödes, das sollte doch sein und Earanas Geheimnis bleiben. Sie würde sicher mächtig sauer sein. Aber es half nichts. Teekeeus nahm ihm das Buch sogleich ab und versprach grinsend, Skoomas Einsatzbereitschaft beim Erzmagier lobend zu erwähnen ...

Earana war wirklich sauer. Skooma hätte nie gedacht, dass Hochelfen jemals solche Ausdrücke gebrauchen würden. Vielleicht, wenn er das Buch zurückholen würde ... dann könnte sie ihm seine Fehler „großmütig“ vergeben ...

Skooma gab sich keinen Illusionen hin. Er hatte zwar zugestimmt, aber nur um endlich verschwinden zu können. Teekeeus’ Zimmer hatte ein viel zu schwieriges Schloss, wie er gestern schon feststellen musste.

Beim Thema Schloss fiel ihm ein, dass er schon lange keine Hausbesuche mehr durchgeführt hatte. Hier in Chorrol boten sich die Mauertürme regelrecht an. Sie waren, wenn überhaupt, nur schwach gesichert, und die Wachen liefen tagsüber in der Stadt herum. Nach vier Türmen mit nur mäßiger Ausbeute hatte er dann aber genug. Skooma sattelte sein Pferd und ritt zurück nach Bruma.

Ongar saß wieder mal bei Olav im Wirtshaus und tat was für seine Leber. Er hatte dementsprechend gute Laune, begrüßte Skooma als seinen Lieblingskunden und kaufte ihm alles ab, was er hatte. Zusammen mit dem Geld wanderte ein kleiner Zettel in Skoomas Pfote. „Trefft mich zur üblichen Zeit am üblichen Ort. Armand C.“, stand darauf. Skooma blickte fragend zu Ongar. Der flüsterte „Hafen“ und deutete dabei in die Richtung, in der er wohl die Kaiserstadt vermutete. Langsam dämmerte es Skooma. Armand, das war doch der mit dem Tagebuch. Sollte es doch endlich einen bezahlten Auftrag für ihn geben? Sofort verließ er Bruma, um im gestreckten Galopp zur Kaiserstadt zu reiten.

23.Tag – Stufe 11

Er kam gegen drei Uhr früh dort an, zu spät nach Armands Meinung. Skooma würde bis zur nächsten Nacht warten müssen.

Um seinen Ärger herunterzukühlen, ging er erst einmal schwimmen. Das Wasser war herrlich kalt. Das Licht der Monde fiel als leuchtende Bahnen auf den See, alles war still und friedlich. Am anderen Ufer erhoben sich die Überreste einer alten Stadt aus den Fluten. Skooma stieg aus dem Wasser und schlich vorsichtig näher. Er hatte nicht nur gute Erfahrungen mit solchen Ruinen gemacht. Sorgfältig spähte er nach allen Richtungen. Tatsächlich, hinter der Mauer badete eine Dunkelelfe friedlich im See. Wenn Skooma schon einmal hier war, konnte er ruhig eine Weile zuschauen, man gönnte sich ja sonst nichts.

Die Dunmer schien von der Idee nicht so begeistert zu sein. Plötzlich hielt sie einen Bogen in der Hand und legte auf ihren Bewunderer an. Quiekend sprang Skooma hinter die nächste Säule. Da die Pfeile nicht aufhören wollten, versuchte er es selbst mal mit ein paar Feuerbällen, doch ohne großartiges Ergebnis. Richtig, Dunmer waren ja feuerresistent. Er sollte unbedingt mal einen Schockzauber lernen. Auch sein Skelett richtete nicht viel aus. Bevor es die Elfe erreichte, zerfiel es von Pfeilen gespickt zu Staub. Schließlich bekam sie sogar noch Verstärkung von einem weiteren Bogenschützen. Skooma blieb nur noch der Sprung in den See. Und dann tauchte er so lange er konnte.

Gegen Mittag lungerte er immer noch am Hafen herum. Ein Schiff hatte sein Interesse geweckt. Nur, es war gut bewacht von Gestalten, die nicht besonders freundlich aussahen. Eine Elfe (wieso hatte er immer solches Pech mit den Dunmer?) warnte ihn davor, dem Schiff zu nahe zu kommen. Sehr deutlich ließ sie dabei ihren langen Säbel blitzen. Skooma wäre nicht Skooma, wenn ihn diese Warnung nicht davon überzeugt hätte, dass es auf dem Schiff einiges zu finden gab. Doch wie sollte er das anstellen? Plötzlich kam ihm eine absurde Idee. So könnte es klappen.

Skooma nahm Anlauf, rannte über den Steg auf das Schiff, sprang auf der anderen Seite ins Wasser und schwamm zum gegenüberliegenden Ufer. Die Piraten machten den Fehler, mit bezogenen Waffen am Ufer entlang zu rennen. Dabei kamen sie den Wachen in die Quere. Ein paar kurze Kämpfe und Skooma konnte in aller Ruhe die Opfer nach Wertsachen durchsuchen. Auch das jetzt menschenleere Schiff warf noch einmal gute Beute ab.

Im Marktbezirk erwarb er bei „Edgars Sparzauber“ einen Spruch zur Wasseratmung und, quasi zum Üben, einen einfachen Schutzzauber.

Endlich brach die Nacht herein. Skooma lief zum Treffpunkt in Dareloths Garten, wo er auf Armand wartete.

24.Tag – Stufe 11

Wie sich herausstellte, hatte Armand ein kleines Problem. Es galt, Steuergelder samt Verteilungsliste wiederzubeschaffen. Armand hätte es ja gern selbst getan, aber dieser böse Husten (er hustete mehrmals vernehmlich) machte leider jede Chance beim Anschleichen zunichte. Damit blieb wieder mal alles an Skooma hängen.

Vielleicht hätte er vorher fragen sollen, was für ihn dabei heraussprang. Skooma ärgerte sich, als er vor der Tür des südlichen Wachturms stand. Er schlich hinein, der erste Leiter hinauf, dann die zweite. Das Schloss zur Turmkammer machte keine Probleme, es klapperte nur etwas beim Öffnen. Skooma schlüpfte durch die Luke und sah sich einer Schwertspitze gegenüber. Erwischt!

Das waren dann fünf Goldstücke und eine weitere peinliche Durchsuchung vor dem Gefängnis. Kein guter Anfang. Aber Skooma gab nicht auf. Erneut schlich er zum Südturm, an den schnarchenden Wachen vorbei die Leitern hinauf und ins Turmzimmer. Diesmal schlief der Hauptmann, etwas unruhig zwar aber immerhin. Skooma fand ein verschlossenes Pult. Das musste es sein. Fast lautlos stocherte er mit seinem Dietrich im Schloss. Das Resultat war niederschmetternd. Nachdem er alle Dietriche abgebrochen hatte, verließ er frustriert den Turm.

Er musste also wieder bis zur nächsten Nacht warten. Mal sehen, was sich heute anstellen ließ. Zuerst schwamm Skooma zur gestern entdeckten Ruinenstadt. Er verließ den See weit südlich der Anlage und schlich sich an. Die Bogenschützin war noch da, obwohl sie bei Licht betrachtet gar nicht mehr wie eine Dunkelelfe aussah. Egal, auch als Kaiserliche musste sie dran glauben, ebenso wie ihr Helfer. Skooma sah sich bald im Besitz etlicher Pfeile, zweier Bögen und eines gut erhaltenen Kettenpanzers. Gar nicht schlecht für den Vormittag.

Die Erkundung des Gemäuers verlief nicht so glatt. Schon der erste Raum wurde von einem Gespenst bewacht. Es war nicht sehr stark, doch für seine Waffen und Zauber unverwundbar. Dann eben nicht. Skooma ließ seinen Rückzug durch ein Skelett decken und verabschiedete sich.

Den Rest des Tages wanderte er durch die Stadt, sprach mit den Leuten und hielt die Augen nach Fundsachen offen.

25.Tag – Stufe 12

Zwei Uhr nachts. Wieder stand er vor dem Südturm. Die Wachen hatten ihre Quartiere gerade zum Rundgang verlassen. Leise wie immer erklomm er Etage um Etage, wobei ihn das ungute Gefühl beschlich, irgendetwas wichtiges vergessen zu haben. Oben angelangt sah er den Hauptmann friedlich in seinem Bett liegen. Vielleicht könnte er ja sein funkelndes Schwert ... aber erst mal der Auftrag. Skooma drehte sich zum Pult um, griff nach den Dietrichen und ... erstarrte. Wie konnte er nur so blöd sein? Natürlich, letzte Nacht hatte er die Dietriche abgebrochen und dann vergessen, neue zu besorgen. Vor Wut biss er sich in den eigenen Schwanz. Etwas zu fest. Den Schmerzensschrei konnte Skooma beim besten Willen nicht unterdrücken. Und so kam es wie es kommen musste. Wieder eine Durchsuchung bis aufs Fell. Wieder 25 Septim Strafe zahlen. Wieder das dämliche Grinsen der Wachen ertragen müssen.

Wie ein geprügelter Skamp schlich Skooma zurück zu Armand. Er hatte ihm doch damals Dietriche angeboten. Doch Skooma hatte Pech. Armand bedauerte, dass er ihm nicht helfen könne, verriet ihm nach langem Zögern jedoch ein Geheimnis. Es kursierten Gerüchte, dass die Daedrafürstin Nocturnal einen Schlüssel besaß, der jedes noch so schwere Schloss öffnen konnte, das ideale Werkzeug für einen Dieb.

Es würde alles andere als einfach werden. Da war sich Skooma sicher. Zuerst musste er Nocturnals Schrein finden, der irgendwo in der Grafschaft Leyawiin stehen sollte. Dann musste er die Daedroth beschwören und irgendwie dazu bringen, ihm den Schlüssel zu überlassen. Daedra taten selten etwas umsonst, und wenn dann gewiss nicht ohne Hinterlist. Da Skooma jedoch keine bessere Idee hatte, beschloss er sein Glück zu versuchen. Sein Pferd wartete noch vor den Toren der Stadt. Skooma saß auf, holte tief Luft und machte sich auf den Weg.

Sein erstes Ziel hieß Bravil. Dort wollte er versuchen, den genauen Standort von Nocturnals Schrein zu erfahren. Seine Freunde von der Magiergilde würden ihm sicher gern dabei helfen. Die Reise verlief auch ruhig und friedlich. Unterwegs traf er sogar eine alte Bekannte. Dro'Nahrahe aus Bravil machte mal wieder einen ihrer ausgedehnten Spaziergänge.

Mittags kehrte er im Gatshaus Faregyl ein. Das sollte er sich merken. Es gab kross gebratene Ratte, einen kräftigen Met, und eines der Mädchen, S'jirra, schien ein Auge auf ihn geworfen zu haben. Wenn er doch nur mehr Zeit hätte. Auch die Wirtin Abhuki war eine Sünde wert. Skooma nahm sich fest vor, auf dem Rückweg wieder hier vorbeizukommen.

Nachdem er eine weitere Herberge mit dem sinnigen Namen „Zum schlechten Omen“ passiert hatte, wurde Skooma der Weg zu langweilig. Hier irgenwo hatte er doch damals das wundervolle weiße Pferd gesehen, fiel ihm ein. Ob es wohl noch da war? Nur ein kleines Stück abseits des Weges sah er es wieder, kraftvoll, weiß wie Mondzucker und mit einem spitzen Horn auf der Stirn ...

Skooma blieb nicht viel Zeit, sich zu wundern, denn sofort stürzten gleich drei Kuhköpfe auf ihn zu. Drohend hielten sie ihre schweren Kriegshämmer erhoben. Nur zu, sollten sie ruhig kommen. Skooma hatte eine verwegene Idee. Was bei den Piraten geklappt hatte, konnte auch hier gelingen. Er musste die Bestien nur in die Arme der Stadtwachen von Bravil locken. Im letzten Moment ließ er sein unruhig gewordenes Pfert antraben.

Anfangs schien sein Plan sogar aufzugehen. Die drei rannten ihm blindlings hinterher, immer nach Süden. Dann jedoch gesellten sich weitere Verfolger hinzu. Zwei Banditen und drei sehr böse Wildschweine hielten mühelos Schritt. Skooma langte vor dem Stadttor an, sprang vom Pferd, beschwor noch schnell ein Skelett und machte sich unsichtbar. Keinen Augenblick zu früh. Sein Skelett hatte gegen ein Wildschwein nicht den Hauch einer Chance. Auch der Stadtwache gelang es nur mit Mühe, eines der Rinder, zwei Schweine und die Banditen zu erledigen. Dann fielen sie im Kampf um Skoomas Leben. Er selbst schlüpfte im letzten Moment durch das Tor und warf den Riegel zu. In Sicherheit! Skooma trauerte kurz um die Wachen ... und etwas länger um die schönen Dinge, die er nicht hatte mitnehmen können.

Nachdem er sich etwas erholt hatte, besuchte er die Kämpfergilde. Leider glaubte ihm dort niemand, dass vor den Toren zwei Riesenrinder wüteten. „Geht jetzt und fügt irgendjemandem Schmerzen zu“, war eine häufige Antwort. Sie fanden das wohl irgendwie witzig. Skooma nicht. Wie sollte er bei dieser Belagerung weiterreisen? Überdies hatte auch sein Pferd den Angriff nicht überlebt und Pferde waren teuer. Er würde mehr Geld brauchen, doch darum konnte er sich morgen kümmern. Für heute war er zu müde ...

26.Tag – Stufe 12

Neuer Tag, neues Glück. Die Mitglieder der Kämpfergilde schienen alle tüchtige Krieder zu sein. In den Köpfen sah es wohl anders aus. Besonders diese Dunkelelfe Tadrose Helas gefiel ihm in dieser Beziehung. Sie kaufte ihm alles ab, was er anschleppte, darunter auch das gesamte Waffenarsenal aus dem Keller. Das hier lief sogar noch einträglicher ab als damals in der örtlichen Magiergilde.

Nach einem kurzen Blick aus dem Stadttor suchte Skooma die Magier auf. Die Bestien warteten immer noch auf ihn. Er würde sich etwas einfallen lassen müssen, vielleicht wieder Unsichtbarkeit? Es konnte oder wollte ihm jedoch niemand einen entsprechenden Zauber oder Trank verkaufen.

Dann eben mit Heimlichkeit. Durch eine Ritze im Tor spähend, wartete Skooma ab, bis sich die Bestien über die Brücke entfernt hatten und lieber auf das letzte Wildschwein einprügelten. Wie ein Schatten huschte er hinaus und zu den Ställen. Er schnappte sich der erste beste Pferd, stieg auf und galoppierte davon.

Skooma ritt wie ein Daedroth. Das Pferd war auch schneller als sein voriges und schaffte es, alle Verfolger abzuhängen. Es wurde langsam dunkler. Skooma wunderte sich zuerst, dass es hier sogar Straßenbeleuchtung gab. Seine Freude darüber schlug aber schnell in Angst um, als er bemerkte, dass die Lichter ihm folgten und sogar wehtaten. Doch auch diese Attacken hörten schließlich auf. Skooma erreichte die Stadt Leyawiin.
 
Sein Pferd begann sofort, langsam zurückzutraben. Skooma kümmerte sich nicht darum. Er wurde von der Wache aufgehalten. „Ich habe eine Nachricht für euch“, sagte der Mann mit einem vieldeutigen Grinsen im Gesicht. Skooma wunderte sich. Ihn kannte doch hier niemand. „Ich sollte Ausschau halten nach einer Miezekatze in einem neckischen blauen Kleidchen“, fuhr die Wache fort. „Eure Freunde von der Magiergilde lassen euch sagen, dass sie auf eure Mitgliedschaft gerne verzichten. Ihr sein ausgestoßen!“

Skooma hätte bei so viel Frechheit am liebsten zugeschlagen. Wegen seiner guten Erziehung, und weil der Wächter viel größer und stärker war, beließ er es aber bei einem grimmigen Blick.

27.Tag – Stufe 13

Auch das noch. Dabei hatte er so auf die Mithilfe der Gilde gehofft. Trotzdem ließ er sich von der Wache den Weg beschreiben. Es konnte sich ja nur um ein Mißverständnis handeln. Skooma würde schnell alles aufklären, sich den Zauber besorgen und zu Nocturnal aufbrechen.

Als er ankam, lagen noch alle im tiefen Schlaf. Kein Wunder um diese Zeit. Es war aber auch kein Bett für ihn frei. Blieb nur die Kämpfergilde. Der Porter begrüßte ihn militärisch knapp. Skooma schlich nur nuschelnd an ihm vorbei und legte sich ins nächste Bett, dass er sah.

Am Morgen sah er sich etwas im Haus um. Es war sehr geräumig hier. Die Leyawiiner Gilde schien zu den reichsten in Cyrodiil zu gehören. Von Sherina, einer älteren Kaiserlichen, ließ er sich zu etwas Schwerttraining überreden. Sie stellte sich als vortreffliche Lehrerin heraus. Und obwohl sie mehrere Stellen an Skoomas Körper rasierte hatte er das Gefühl, einiges dazugelernt zu haben. Der Pelz würde schon wieder nachwachsen.

Später ging er zu den Magiern. Seinen Unsichtbarkeitszauber bekam er auch hier nicht. Immerhin erfuhr er die ungefähre Lage von Nocturnals Schrein. Dann sprach er Dagail, die Leiterin der gilde, vorsichtig auf dieses Mißverständnis an. „Mein Kind, ich habe gesehen, was du getan hast. Ich fürchte, in diesem Fall kann dir nur Raminus Polus in der Geheimen Universität helfen.“

Skooma brauchte eine Weile, um hinter den Sinn der Worte zu kommen. Aber er hatte doch nichts getan. Dagail seufzte. Dann berichtete sie ihm von merkwürdigen Vorkommnissen in Bravil, Bruma und Chorrol. Immer wenn ein gewisses Gildenmitglied dort auftauchte, verschwanden Teile der Einrichtung, um dann später im Angebot der örtlichen Händler wieder aufzutauchen. Skooma fand das ja auch merkwürdig, aber was hatte das mit seinem Rauswurf zu tun?

Dagail schien ihn nicht verstanden zu haben. Jedenfalls vermutete er das, da plötzlich ein Dremona erschien, ihn am Nackenfell packte und durchs geöffnete Fenster nach draußen warf. Sitten herrschten hier, also wirklich!

Nocturnal würde sich noch gedulden müssen. Zuerst hatte Skooma die Sache mit Raminus zu klären. Er trat wieder durch das Stadttor. Sein geborgtes Pferd war leider weg, ebenso wie der Torwächter. Dafür sah er eine Khajiit verzweifelt gegen eins dieser Lichter kämpfen. Sie schien schlechte Karten zu haben. Schade. Bevor auch er etwas abbekam, schliche er lieber ins Haus des Pferdehändlers. Ein Argonier, der sich „Katzengesicht“ nannte, war eigentlich das letzte, was Skooma heute gebrauchen konnte. Ganze 500 Septim kostete ihn ein neues Pferd. Die Khajiit draußen würde es für ihn satteln. Skooma glaubte nicht so recht daran, fand das Pferd aber tatsächlich gesattelt vor, daneben die tote Khajiit und das wartende Licht. Schnell sprang er in den Sattel und versuchte wegzureiten. Er kam nicht weit. Das Licht war rasend schnell, holte ihn ein und tötete zuerst sein Pferd.

Skooma war kurz vor dem Heulen. 500 Septim einfach so verloren. Was glaubte dieser blöde Funken, wie lange er dafür arbeiten musste? Eine Antwort wollte er dann doch nicht abwarten. So schnell ihn seine Pfoten trugen, hetzte er um die halbe Stadt zum Osttor. Die Wache dort kam ihm zu Hilfe. Skooma betrat wieder die Stadt, nur um sie gleich westwärts zu verlassen.

Obwohl es ihm in der Seele weh tat, erwarb er ein weiteres Pferd von Katzengesicht. „Die Khajiit draußen wird es für euch satteln“, sagte die Echse. Wie denn, wo sie doch tot war? Aber irgendwie schien sie es auch als Geist zu schaffen. Skooma nahm das gesattelte Pferd und machte sich auf den Weg zurück zur Kaiserstadt.


"Die Toten existieren um die Lebenden zu nähren." Eola
  21.06.2010, 07:48
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Es wurde ein ereignisloser Ritt bis hinter Bravil. Der Minotaurus war verschwunden und ein oder zwei Wölfe hatte er abgehängt. Keine Gefahr mehr. Also konnte es auch nicht schaden, sich ein drittes Mal dem weißen Pferdchen zu nähern.

Skooma fand es sofort wieder. Schon von weitem leuchtete das weiße Fell in der Dunkelheit. Um es nicht zu verschrecken, parkte er sein Pferd und schlich sich von hinten an. Es war wunderschön. Er streckte die Pfote aus, um es zu streicheln, entschied sich dann aber für einen freundschaftlichen Klaps auf die Schinken. ... Vielleicht hätte er lieber die Krallen einziehen sollen. Dem Pferdchen ... äh Einhorn schien der Pfotenabdruck auf seinem Hinterteil nicht sehr zu gefallen. Böse wiehernd drehte es sich um, zielte ... und stach ins Leere. Skooma hetzte den nächsten Hügel hinauf, schlug mehrmals Haken, um dem spitzen Horn jedes Mal nur knapp zu entgehen. Völlig außer Atem erreichte er Hircines Schrein und rettete sich mit letzter Kraft auf den Sockel des Bauwerks.

28.Tag – Stufe 14

Er hatte gehofft, dass Hircines Jünger ihm helfen würden, immerhin waren sie Jäger. Doch lediglich Vajhira stand ihm bei. Der Argonier hielt sicheren Abstand während die Waldelfe sogar auf ihrer Bank sitzen blieb, als ginge sie das alles nichts an. Skooma war sauer. Alles musste er allein machen. Von seinem erhöhten Standort aus bearbeitete er das Einhorn erst einmal mit Blitzen. Ein Bogen wäre jetzt nicht schlecht gewesen, hätte er nur früher daran gedacht. So ließ er seine Skelettkrieger freudig auf das Tier einhacken, versuchte sich an ein paar Feuerbällen und wartete ansonsten ab.

Dann geschah etwas sehr merkwürdiges. Das Einhorn schaffte es, zu ihm auf den Podest zu springen, brach aber ein und war innerhalb des Schreines gefangen. Nur der Kopf schaute noch heraus. Skooma nahm sein gefundenes Langschwert und hieb es dem Einhorn um die Ohren. Ab und zu bekam auch Vajhira einen Schlag ab. Er würde sich nachher entschuldigen müssen. Immer wieder einmal erwischte ihn das Horn. Skooma heilte sich. Seine Rüstung jedoch litt merklich unter den Attacken.

Der Kampf zog sich bis zum Mittag hin. Zum Schluss kam das Einhorn zwar noch einmal frei, aber nur um gleich darauf sein Leben auszuhauchen. Skooma hackte sich zuerst das Horn ab. Es könnte sich ja als wertvoll erweisen. Während er neben Vajhira auf der Bank saß und seine Rüstung und Waffen ausbesserte, philosophierten sie über die Hilfsbereitschaft von Elfen. Vajhira versprach ihm, ein paar saftige Stücke Einhorn aufzuheben, wenn Skooma auf der Rückreise vorbeikommen würde. Dann verabschiedeten sie sich. Skooma pfiff sein Pferd heran und nahm den kürzesten Weg zum Hafenviertel. Leider führte dieser kürzeste Weg über eine Furt auf eine goblinverseuchte Höhle zu. Zum Glück ließen auch die sich schnell abhängen.

Ein kurzer Besuch der Händler im Marktbezirk, dann stand Skooma vor den Toren der Geheimen Universität. So geheim fand er sie gar nicht. Die riesigen Mauern waren nur schwer zu übersehen. Den Wachdienst versahen hier Kampfmagier, die ihn mit finsteren Blicken musterten. Skooma nahm all seinen Mut zusammen, schickte ein Stoßgebet zu Rajhin und betrat die Vorhalle.

Eine freundliche Bretonin kümmerte sich zuerst um ihn. Sie bot ihm verschiedene Kräuter zum Kauf an. Um einen guten Eindruck zu hinterlassen, erwarb Skooma ein paar getrocknete Pilze. Dann stand er Raminus Polus gegenüber. „Es ist schade, dass wir uns unter solchen Umständen kennen lernen müssen“, sagte der Magier. Skooma hörte aufmerksam zu und bemühte sich, besonders seriös auszusehen. Es half nicht viel. Für die Wiederaufnahme bestand Raminus auf einen Dienst für die Gilde, nichts gefährliches (Skooma war beruhigt), aber leicht würde es nicht werden. 20 Drachenbaumblumen und 20 Rotwurzblüten hatte er zu besorgen. Das schlimmste war, Skooma hatte keine Ahnung, wo er diese Gewächse finden konnte. Na gut, es hätte schlimmer kommen können. Er würde zuerst bei den Händlern der Stadt fragen, dann nachts in den Gebäuden der Gilde ... nein, das ließ er lieber bleiben. Magier konnten sehr empfindlich reagieren.

Im Marktbezirk hatte er sämtliche guten Vorsätze wieder vergessen. Heimlich spähte er in jede herumstehende Kiste, nahm sich, was wertvoll aussah und suchte weiter. In der „Vergoldeten Karaffe“ gelang es ihm tatsächlich, seine erste Drachenbaumblume und fünf Rotwurzblüten zu erwerben. Das versprach ja leichter zu werden als gedacht.

Eine Weile blieb Skooma noch bei Claudette im Laden. Er hatte eine neue Einnahmequelle entdeckt. Diesmal sogar eine legale. Zuerst erwarb er alle Zutaten die sie zu bieten hatte. Dann lieh er sich etwas Ausrüstung und begann zu brauen. Die Tränke gerieten ihm letztendlich so gut, dass Claudette ihn ehrfurchtsvoll als Experten der Alchemie bezeichnete. Er fühlte sich geehrt. Natürlich konnte Skooma auch alle Tränke gleich gewinnbringend verkaufen. Der Vormittag hatte sich gelohnt.

Danach unterlief Skooma leider ein schlimmer Fehler. Er spazierte zu nah an der Arena vorbei. Da war doch noch was, ach richtig, er war offiziell Arena-Kämpfer. Nur zu dumm, dass er immer noch in diesen Klamotten rumlief. Zwei kräftige Ausbilder sammelten ihn ein und warfen ihn Owyn vor die Füße. Skooma wunderte sich, wie rot ein Rothwardone im Gesicht werden konnte, bevor er vor Wut platzte. Die wüsten Beschimpfungen ertragen zu müssen, war noch das harmloseste. Abschließend stellte ihn Owyn vor die Wahl, entweder zu kämpfen oder öffentlich ausgepeitscht zu werden. Mit Rücksicht auf sein schönes Fell entschied Skooma sich doch lieber für die erste Variante.

Diesmal hatte er sogar eine Eskorte bis zur Kampffläche erhalten. Aber was dann rasend auf ihn zu kam, verschlug Skooma fast die Sprache. Sein Skelett wurde mit ein paar Schwertschlägen weggefegt. Er selbst musste einige schmerzhafte Treffer einstecken, versuchte panisch im Kreis rennend, seinem Gegner zu entkommen und rettete sich schließlich mit einem gewaltigen Sprung auf einen Podest neben dem Eingang. Nur gut, dass das was dort unten tobte eine schwere Rüstung trug. Skooma war für das gegnerische Schwert außer Reichweite. Nun wurde er mutig. Genüsslich bearbeitete er sein Gegenüber mit Blitzen, schickte immer wieder mal ein Skelett in den Kampf und heilte seine wunden. Es war vielleicht nicht das, was die Zuschauer erwartet hatten, doch am Ende stand er als Sieger fest. Eine einzige Sache trübte seine Freude etwas, die Regeln verboten leider, dieses schöne Schwert mitgehen zu lassen.

Skooma kassierte bei Owyn grinsend seine Siegesprämie. Dann suchte er sich erst mal ein Bett und fiel in den Schlaf der Gerechten.

29.Tag – Stufe 15

Mit einem Bärenfell im Gepäck und reichlich guter Laune machte sich Skooma wieder auf den Weg zum Schrein von Hircine. Er mied die Furt bei der Goblinhöhle, schwamm stattdessen lieber ein Stück südlich über den Fluss und erreichte unbehelligt sein Ziel. Der erste Dämpfer kam sofort. Hircine verschmähte Skoomas Opfer. „Ich habe einen mächtigeren Champion erwartet“, dröhnte eine Stimme direkt in seinem Kopf. Was denn noch. Wieviel mächtiger als Skooma könnte denn ein Champion sein, um dem Herrn Daedroth zu gefallen? Er würde es ihm schon zeigen. Er würde zuerst Nocturnals Auftrag ausführen und dann deren Geschenk Hircine unter die Nase halten ...

Zur Sicherheit ließ Skooma sein Pferd auf dieser merkwürdigen Insel im Niben zurück. Pferde waren teuer. Er wollte es nicht schon wieder verlieren.

Jetzt hieß es Nocturnals Schrein zu finden. Irgendwo am Ostufer des Niben sollte er sein. Skooma schwamm herüber und schlich am Ufer entlang. Es dauerte eine Weile, bis vor ihm eine Rauchsäule aufstieg, ein Banditenlager. Sicherheitshalber bog er zur Straße ab. Bei der weiteren Suche entdeckte Skooma einen merkwürdig leuchtenden Stein. Neugirig geworden, berührte er die eingegrabenen Runen. Plötzlich sah er im Geiste das Bild Maras vor sich. Die Mutterkatze hatte ihm zwei Zauber gewährt, „Maras Gnade“, ein Heilzauber für seine Weggefährten, Na gut, konnte man vielleicht mal gebrauchen. Viel besser war „Maras Milch“, ein Heilzauber, den er auf sich selbst sprechen konnte. Skooma war gerührt. Er versprach Mara bei Gelegenheit ein großes Opfer zu bringen. Für heute rollte er sich aber im Schutz der Einfriedung zusammen und schlief ein.

30.Tag – Stufe 15

Am Morgen erreichte Skooma das Dörfchen Blankenmark. Es bestand nur aus drei Häuser, die Bewohner waren jedoch freundlich und, was noch wichtiger war, sie kannten den Schrein von Nocturnal. Skooma musste wieder nach Norden. Es war nicht weit. Auf dem Weg kam ihm eine Reiterin entgegen. Sie saß auf einem schönen weißen Pferd, sah vornehm und ... eingebildet aus. Skooma grüßte höflich bevor er weiterging. Dann langte er am Schrein an. Nocturnals Jünger ignorierte er einfach, es waren sowieso keine Khajiiti dabei. Er baute sich vor der Statue auf und sprach die Daedroth einfach an. Es klappte. Nocturnal forderte nicht mal ein Opfer, um mit Skooma zu sprechen. Daran sollte sich ein gewisser Hircine mal ein Beispiel nehmen. Die Aufgabe bestand dann darin, Nocturnals Auge von zwei Dieben zurückzuholen. Konnte ja nicht so schwer sein, immerhin kannte sich Skooma in diesem Handwerk aus.

Sein erster Weg führte ihn wieder nach Leyawiin. Skooma beeilte sich, die Reiterin und ihren Begleiter noch einzuholen. Die Straßen waren unsicher, also konnte die Dame ruhig einen zweiten Beschützer vertragen. Unterwegs stellte sich heraus, dass er mit Gräfin Alessia Caro persönlich unterwegs war. Ein richtiges Gespräch wollte aber trotzdem nicht aufkommen. Und von Rücksichtnahme gegenüber Fußgängern schienen die beiden auch nicht viel zu halten. Skooma fiel etwas zurük.

Dafür hatte er jedoch einen guten Überblick über den Kampf vor den Stadttoren. Eines dieser Irrlichter schwirrte immer noch dort herum. Zuerst musste der Leibwächter dran glauben, dann floh die Gräfin Richtung Norden ... und machte so den Weg für Skooma frei. Er hätte ja gern geholfen, doch wie sollte er zu Fuß ein Irrlicht einholen?

Skooma suchte als nächstes die Kapelle auf. Doch auch hier musste sich sein Missgeschick mit den Magiern herumgesprochen haben. Die kleinen Altäre mochten ihn nicht. Worte wie „Verbrechen“ und „unwürdig“ schwirrten in seinem Kopf herum. Die Stadtwache sah es genauso. Wieder einmal hatte Skooma ein Sümmchen an Strafe zu entrichten. Es gab hier auch die merkwürdigsten Gesetze. Der Leibwächter der Gräfin hätte mit seiner Rüstung doch wirklich nichts mehr anfangen können. Sicherheitshalber schlich Skooma ins Schloss, um sich bei der Dame zu entschuldigen. Doch sie war nicht da. Ihr würde doch nichts zugestoßen sein? ...

Dafür lief ihm eine Orkfrau über den Weg, die unbedingt als „Herr Ritter“ angesprochen werden wollte. „Natürlich, mein Herr“. Skooma machte sich einen Spaß daraus, auf die offensichtlich geistig benachteiligte Ork einzugehen. Da er noch keine Spur von den Dieben hatte, erklärte er sich sogar bereit, nach einem „Weebam-Na“ zu suchen. Jede Belohnung war schließlich mitzunehmen.

Er suchte die ganze Stadt ab. Dabei stolperte er über die Khajiiti J’Bari und Tsrava, die ihn (natürlich gegen Bares) in Akrobatik unterwies. In einer der ärmlicheren Hütten stieß er auf ein Argonierpärchen. Einer von ihnen war Weebam-Na, der sich nach ein bisschen Überredung auch bereit erklärte, die Ork aufzusuchen. Von einem Auge von Nocturnal wussten beide ganz sicher nichts. Auf gar keinen Fall wäre es in der Gezeitenhöhle, schon wegen der Trolle dort ...

Skooma grinste. Für wie dumm hielten diese beiden Echsen ihn eigentlich? Blieb nur die Frage, wie er an den erwähnten Trollen vorbeikommen könnte. Doch auch hier kam ihm der Zufall zu Hilfe. Es stellte sich heraus, dass Mazoga unbedingt zum Fischerfelsen wollte, aber nicht wusste, wo er lag. Weebam-Na dagegen wusste es, war aber nicht bereit, die Ork zu führen. Das war Skoomas Chance. Er hatte gestern das Banditenlager am Fischerfelsen durch Zufall gefunden und würde den „Herrn Ritter“ selbstverständlich hinführen. Den kleinen Umweg über die Gezeitenhöhle würde ein Ork gar nicht bemerken. Kurz darauf war Skooma bereit zum Abmarsch.

Mazoga lief am Ufer entlang. Skooma zog es vor zu schwimmen, schon wegen der Gefahr plötzlich auftauchender Trolle. Seine Vorsicht erwies sich als begründet. Doch den ersten Troll erledigte Mazoga fast mühelos. Dann hatten sie die Höhle erreicht. „Ja, Herr Ritter, der Fischerfelsen befindet sich wirklich darin. Das ist ja gerade das Geheimnis.“ Skooma konnte sehr glaubhaft lügen.

Gleich hinter dem Eingang wartete wieder so ein Zottelvieh. Skooma flüchtete während Mazoga mutig den Kampf aufnahm. Eben das machte den Unterschied zwischen ihnen aus. Orks stürzten sich ohne nachzudenken in jedes Getümmel. Khajiiti dagegen, mit ihrem wesentlich höheren Intellekt, ließen lieber andere die Kastanien aus dem Feuer holen. Auch heute siegte wieder Klugheit über Körperkraft, wenn man so wollte. Mazoga zog gegen den Troll den kürzeren. Skooma konnte noch ihre Ausrüstung in Sicherheit bringen. Für mehr blieb leider keine Zeit. Unverrichteter Dinge schwamm er zurück nach Leyawiin.

31.Tag – Stufe 15

Mazogas Ebenholzrüstung brachte ein hübsches Sümmchen ein. Das Glasschwert behielt Skooma lieber für sich. Es war zwar schwerer, als sein altes Silberschwert, aber dafür glänzte es schön in der Sonne und verlieh ihm einen erhabeneren Eindruck. Mit einigen Zutaten, die er bei der Magiergilde erwarb, braute Skooma ein paar Unsichtbarkeitstränke. Der zweite Anlauf in Nocturnals Auftrag konnte beginnen.

Naß, aber gut erfrischt stand Skooma auf einem Felsen im Fluss, genau gegenüber von Höhleneingang. Der Troll war auch schon wach. Aber egal. Skooma beschwor ein Skelett als Ablenkung. Dann schaffte er es mit einem Sprint bis zum Eingang und machte sich unsichtbar. Vorsichtig tastete er sich durch die dunklen Gänge, vorbei an übel riechenden Trolle, an Ratten und sogar einem Berglöwen. Am Ende eines gefluteten Stollens fand er schließlich Nocturnals Auge neben einer Kiste voller Schmuck. Skooma nahm alles an sich. Ein weiterer tiefer Zug aus seiner „Unsichtbarkeitsflasche“ und Skooma verließ unbehelligt die Höhle.

Auf seinem Weg zu Nocturnal traf er sogar die Gräfin wieder. Skooma war erleichtert, dass sie wohlauf war. Für den Verlust einer Gräfin wollte er nicht auch noch verantwortlich sein.

Die Daedroth zeigte sich hocherfreut über Skoomas Arbeit. Mit glänzenden Augen nahm er den Skelettschlüssel entgegen. Endlich würde ihm jede Tür offen stehen ...

Überglücklich nahm Skooma den Weg zum Fluss. Langsam schlenderte er durch die milde Nacht. Er stellte sich vor, wie er die Schlösser sämtlicher Schatzkammern öffnen würde. Überladen mit Gold und Juwelen würde Skooma zum reichsten Mann des Landes aufsteigen. Er würde nach Elsweyr gehen, vielleicht eine Zuckerplantage (oder zwei) erwerben, dunmerische Sklaven in der Hitze der Sonne schuften lassen, sich ein paar schnuckelige Kätzchen für den eigenen Bedarf zulegen ...

Unsanft wurde er in die Gegenwart zurückgerissen, als ein Kampfschrei ertönte. Aus der Festung direkt neben ihm kam ein Bandit gerannt, die Axt größer als er selbst. Zu Skoomas Leidwesen war es wieder mal ein Khajiit. Warum musste ausgerechnet sein Volk immer solche Verrückten hervorbringen? Die weit aufgerissenen Augen und unkontrollierten Axtschwünge ließen auf den Genuss von reichlich Mondzucker schließen. Skooma seufzte tief. Hoffentlich hatte ihm der Bandit noch was übrig gelassen. Aber zuerst musste er ihn wohl oder übel zu den Ahnen schicken. Während der Bandit wie wild auf die Mauer einschlug, auf der Skooma stand, beschwor er ein paar Skelette. Es brachte jedoch nicht viel. Die knöcherne fielen der Axt zum Opfer bevor sie selbst auch nur ausholen konnten. Ein paar Blitze vielleicht? Schon besser, aber es dauerte Skooma immer noch zu lange. Die Idee, selbst zum Schwert zu greifen, schob er schnell von sich. Viel zu riskant. Dann kam ihm der rettende Einfall. Er hatte doch mal die Beschwörungsformel für Skamps gelesen. Wie ging die gleich noch mal? Beim dritten Versuch klappte es endlich. Mit Rauch und reichlich Gestank erschien ein Skamp hinter dem Banditen, ging auf Abstand und entfachte ein paar lustige Feuerchen. Lustig für Skooma – nicht für den Banditen.

So sehr er sich auch über die Effektivität des Skamps gefreut hatte, so sehr hasste er ihn jetzt. In den Taschen des Banditen hatte er tatsächlich eine größere Portion Mondzucker gefunden, allerdings geschmolzen und damit unbrauchbar. Verärgert ging er weiter. Zwei weitere Banditen, die sich an einer Brücke als Wegelagerer versuchten, bekamen seinen Frust zu spüren. Skamps erwiesen sich als sehr effektiv.

Vollgepackt mit Beute schwamm Skooma das letzte Stück bis Bravil.

32.Tag – Stufe 16

Ein Bett hatte er wie immer bei der Kämpfergilde gefunden. Skooma fühlte sich gut ausgeruht als er sein Zimmer verließ. Die Dunkelelfe Tadrose Helas war auch schon wach. Er verkaufte ihr sofort seine ganzen Beutestücke inklusive der Dietriche. Er würde sie nicht mehr brauchen. Anschließend sah er ihr eine Weile beim Schmieden zu. Interessant, wie sie vorging. Skooma merkte sich einige Tricks.

Dann inspizierte er die Vorratsräume auf der Suche nach Drachenblumen und Rotwurz. Leider fand er nichts brauchbares. Auch seine gute Freundin Ardaline (gut, sie war schon mal freundlicher gewesen) in der Magiergilde konnte ihm dabei nicht weiterhelfen. Verwundert stellte sie fest, wie gut Skoomas Tränke inzwischen gelangen. Er kannte sogar einige Effekte, die ihr noch unbekannt waren. „Ihr solltet bei Gelegenheit einmal Sinderion in Skingrad aufsuchen“, empfahl sie ihm. „Er dürfte der Einzige sein, der euch noch etwas beibringen kann.“ Skooma bedankte sich für den guten Rat.

Von Ita Rienus erwarb er noch einige Unsichtbarkeits-, Chamäleon- und Lähmungszauber. Seit dem Erlebnis mit den Trollen hatte Skooma Unsichtbarkeit sehr zu schätzen gelernt.

Kurz darauf ritt er schon wieder auf dem Weg zur Kaiserstadt. Ein kurzer Abstecher zur Veyonds-Höhle - eine von Skamps gebratene Argonierin, mehr ereignete sich unterwegs nicht. Am Nachmittag traf er im Hafenviertel ein. Skooma legte sich in den warmen Ufersand und wartete. Der Südturm stand diese Nacht wieder auf dem Programm ...

33.Tag – Stufe 16

Vorher wollte Skooma aber noch etwas anderes erledigen. Er hatte von dieser Dunkelelfe geträumt, die ihn zu Seridur bestellt hatte. Das Haus im Tempelbezirk war schnell gefunden, die Tür stand offen und Skooma trat ein. Seridur, ein Hochelf, erwartete ihn bereits. Woher wusste er wohl, dass Skooma ausgerechnet heute kommen würde? Im Keller des Hauses sah er sich dann noch zwei weiteren Gestalten gegenüber. Er wollte schon einen Skamp beschwören, als sich Seridur höflich für das Missverständnis entschuldigte und die Anwesenden als einen Kreis von Vampirjägern vorstellte. Damit wollte er ja nun gar nichts zu tun haben. Man sagte, dass Vampire außerordentlich stark und schnell waren und nur wenig auf Magie ansprachen. Er drehte sich um und wollte schon entrüstet das Haus verlassen. Da viel das Zauberwort: „Belohnung!“

Na gut, er konnte sich die Sache ja anhören, bevor er sich endgültig entschied. Die Durchsuchung eines leerstehenden Hauses klang nach wenig Risiko. Skooma sagte zu.

Mittlerweile war es drei Uhr nachts, die Beste Zeit für einen Besuch im Südturm. Skooma sprach seinen neu gelernten Chamäleonzauber, schlich sich in den Turm, die Leitern hinauf, oben zum Pult.
Dank Nocturnals Superschlüssel war das Schloss eine Kleinigkeit. Genauso unbemerkt, wie er gekommen war, schlich sich Skooma wieder zurück, vorbei an zwei nichtsahnenden Stadtwachen zum Hafen. Armand hatte natürlich nicht auf ihn gewartet. Das hieß dann wohl, ausharren bis zur nächsten Nacht ...

Nach etwas Gymnastik am Strand, die aus dem Verprügeln beschworener Skelette bestand, besuchte er im Morgengrauen das Haus von Roland Jenseric. Er ging nicht allzu vorsichtig vor. Immerhin hatte er Seridurs Versprechen, dass Roland nicht da sein würde. Zuerst fand er nicht viel interessantes, einen Liebesbrief, ein paar Flaschen guter Wein, einige Münzen, eine Kette, ... Schließlich im Keller begannen Skoomas Augen zu leuchten. Da standen auf dem Tisch doch tatsächlich zwei Fläschchen mit seinem Namen drauf. Liebevoll steckte er sie ein.

Im Brief stand etwas von einer Hütte im Wald. Eine Wegbeschreibung gab es auch, und da Skooma sowieso nichts besseres zu tun hatte, wollte er sich die Sache mal ansehen. Er verließ die Stadt im Marktbezirk und wandte sich nach Osten. Am Ufer des Sees wäre er beinahe über ein Irrlicht gestolpert. Schnell beschwor er einen Skamp und versteckte sich hinter den nächsten Felsen. Es folgt ein zweiter Skamp, ein dritter, ... bei zwanzig hatte Skooma genug. Warum mussten diese Irrlichter so stark sein? Noch ein Skamp zur Ablenkung, dann verschmolz er mit seiner Umgebung.

Rolands Hütte machte, zumindest von außen, einen Vertrauen erweckenden Eindruck. Kaum vorstellbar, dass hier ein Vampir hausen sollte. Leider quietschte die Tür beim öffnen entsetzlich, so dass Roland vorgewarnt war und ihn erwartete. Merkwürdig, er griff nicht sofort an. Er hatte auch keine rot glühenden, blutunterlaufenen Augen und kleinere Zähne als Skooma selbst. Hier stimmte doch was nicht. Als dann ein Sonnenstrahl durch das Fenster fiel, ohne Roland sofort einzuäschern, war sich Skooma völlig sicher, dass er keinem Vampir gegenüber stand. Aber wenn Roland kein Vampir war, dann hieß das ja ... Skooma traute sich nicht, den Gedanken zu vollenden. Hastig verabschiedete er sich. Er hatte ja noch einen Termin im Hafenviertel einzuhalten. Roland rief ihm noch nach, einen Buchhändler am Markt aufzusuchen, dann war Skooma zur Tür hinaus und auf dem Rückweg.

34.Tag – Stufe 17

Genau um Mitternacht war Armand erschienen, hatte Skooma für seinen erfolgreichen Auftrag zum „Straßenräuber“ befördert und sogar eine neue Aufgabe gehabt. Diesmal sollte er nach Cheydinhal gehen, um die Büste Llathasa Indary’s zu besorgen. Klang gut. In Cheydinhal war er zwar noch nie, aber die „Blaue Straße“ führte fast direkt an Rolands Hütte vorbei. Noch ein kurzes Nickerchen, und Skooma ritt beim ersten Sonnenstrahl los.

Wie schnell man sich an ein Pferd gewöhnen konnte. Lediglich eine Rothwardonen-Banditin schaffte es, mit seinem Tier Schritt zu halten. Sie hätte es lieber lassen sollen. Die vereinten Kräfte von Skooma, Skamp und Cheydinhaler Stadtwache taten ihr nicht gut. Skooma erbte schließlich ihren Streitkolben mit ganzen sieben Absorbtionszaubern.

Das Teil war zwar hübsch aber sehr unhandlich, kurz nicht für Katzenpfoten geeignet. Skooma verkaufte ihn im ersten Laden an eine Orkfrau. Sie hatte auch alchemistische Zutaten im Angebot, sogar einen Rotwurz. Das gleiche spiel dann bei der Magiergilde. Ein Rotwurz aber kein Drachenbaum. Auch hier konnte ihm niemand sagen, wo so etwas wuchs. Dafür lief er einem mies gelaunten Elfen über den Weg, der ihm seinen Rausschmiss mal wieder unter die Nase rieb. Auch Skoomas Laune sank. Zum Glück wussten wenigstens die Bettler, wo er diese Büste besichtigen konnte.

Auf zur Kapelle von Arkay. Drinnen war nicht viel Betrieb. Ein paar Leute unterhielten sich über ungerechte Geldstrafen. Nichts Neues für Skooma. Geldstrafen waren doch immer ungerecht, besonders, wenn sie ihn betrafen. Eine der Frauen, Gruiand Garrana, verwickelte ihn dann doch in ein Gespräch. Bei Rajhin, konnte die quatschen! Sie unterhielten sich eine ganze Weile, und Skooma staunte, mit welch geschickten Wendungen sie das Gespräch beherrschte. Er merkte sich soviel er konnte. Erst viel später wurde ihm bewusst, dass ihn der Spaß gut und gern zweitausend Goldstücke gekostet hatte. Er hatte ihr das Geld einfach so geschenkt, ohne wirklich zu wissen wofür! Skooma konnte es nicht fassen. Nie hätte er es für möglich gehalten, dass es Leute gab, die gerissener argumentierten als ein khajiitischer Zuckerhändler.

Die Frau war schon lange weg, als ihn ein Priester ansprach. „Ich liebe alles – und jeden – auch euch!“ ... Das breite Lächeln im Gesicht des Priesters gefiel Skooma überhaupt nicht. Vorsichtig zupfte er sein Gewand zurecht, ehe er langsam rückwärts gehen Abstand zwischen sich und „Seine Merkwürden“ brachte.

Dabei wäre er fast die Treppe zur Gruft heruntergefallen. Mit etwas Nachhilfe seines Schlüssels betrat er die Gewölbe. Er hätte lieber draußen bleiben sollen. Die Wache erwies sich als extrem unfreundlich. Ohne Vorwarnung zog sie ihr Schwert und schlug auf Skooma ein. So schnell er konnte, rannte er nach draußen, nur um gleich mit einer Stadtwache zusammenzuprallen. Ergebnis: 40Septim Strafe und alle Fundsachen konfisziert!

Auch seine geliebten Fläschchen waren weg. Das konnte Skooma nicht auf sich sitzen lassen. Noch einmal betrat er die Wachstube, diesmal jedoch getarnt. Zum Glück döste der Kerkermeister im Stehen vor sich hin. Skooma schlich an ihm vorbei, öffnete mit einem Fernzauber die Beweistruhe und nahm sein Eigentum wieder an sich.

Dann lief er, immer noch getarnt, wieder zur Gruft. Zweiter Versuch, zweite Blamage. Auch die Gruftwache beherrschte Tarnzauber und – offensichtlich – Lebenserkennung. Die Schwerthiebe taten noch mehr weh als beim ersten mal, wieder waren 40 Goldstücke fällig.

Skooma verzichtete auf einen weiteren Gang zur Beweistruhe. Dafür war später noch Zeit. Durch seinen „Mondschatten“-Zauber vollkommen unsichtbar, betrat er die Gruft ein drittes mal. Er kam weiter als vorher, aber nicht weit genug. Vielleicht hatten die Wachen deshalb ein einsehen und verlangten nur 7Septim, aber für heute reichte es ihm.

Er holte seine Sachen zurück, setzte sich bei den Ställen vor der Stadt auf eine Bank und holte sein Fläschchen hervor. Eigentlich hätte er eine Wasserpfeife gebraucht, aber was man rauchen konnte, würde auch getrunken nicht schaden, dachte Skooma. Ohne mit der Wimper zu zucken leerte er ein Fläschchen „auf Ex“. ... Die Welt wurde bunter. Skooma war glücklich. Stupide vor sich hin lallend fiel er vom Stuhl ...

Irgendjemand musste ihn schließlich auf sein Pferd gebunden und dem Tier ein paar derbe Schläge versetzt haben. Als Skooma wieder halbwegs denken konnte, passierte er gerade die große Brücke südlich der Kaiserstadt. Sein Pferd und seine gesamten Sachen stanken nach Erbrochenem. Die Hälfte seiner Ausrüstung hatte er unterwegs verloren und sein Kopf fühlte sich an, als hätte sich ein Oger draufgesetzt.

So angeschlagen erschien er am Schrein von Hircine. Diesmal akzeptierte der Daedroth sogar sein Opfer. Skooma war sich nicht sicher, ob wahre Champions wirklich so aussehen und sich so fühlen mussten, wie er gerade eben. Doch eigentlich war es ihm egal. Jetzt nur nicht angestrengt denken! Hircine nahm das horn des Einhorns in Empfang und bedankte sich mit einer leichten Rüstung aus undefinierbarem Material. Wenigstens war sie sauber und stank nicht.

Als er überlegte, wie es jetzt weitergehen sollte, fiel ihm der Name „Sinderion“ ein. Wo lebte der gleich noch mal? Ach ja, Skingrad. Doch zuerst mussten diese unerträglichen Kopfschmerzen weg. Vielleicht ging es ja damit. Skooma kippte sich das zweite Fläschchen in den Rachen.

Der Weg durch die anbrechende Nacht, mitten durch die Wildnis nach Skingrad verlief sehr lustig.
Skooma trällerte ein Liedchen, grüßte im Vorbeireiten fröhlich jeden Troll, Minotauren oder Goblin, der ihm begegnete, fiel zweimal vom Pferd und wäre beinahe an Skingrad vorbeigeritten. Die Stadtwachen schleppten ihn durch das Tor und, da er etwas von Kämpfergilde brabbelte, schubsten sie ihn durch die Tür in die Gildenhalle, wo er schnarchend liegen blieb.

35.Tag – Stufe 17

In aller Frühe brachten zwei kräftige Krieger den immer noch benebelten Skooma zur Magiergilde.
Sollten doch die sich um dieses seelische Wrack kümmern. Skooma konnte von Glück sagen, dass er von den stinkenden Tinkturen, mit denen man ihn einrieb und von dem ekligen Gebräu, dass er schlucken musste, nicht viel mitbekam. Doch es half. Gegen Mittag war er soweit wiederhergestellt, dass er sich alleine auf die Straße wagen konnte. Auch seine Kopfschmerzen hielten sich in erträglichen Grenzen.

Deprimiert trottete er zur Herberge „Westebene“. Dort sollte dieser Hochelf namens Sinderion wohnen. Zuerst sah Skooma aber nur das übliche Bild mittelmäßiger Tavernen am Vormittag. Die Wirtin spülte ihre Gläser, ein Waldelf in der Rüstung der Kämpfergilde stocherte lustlos auf seinem Teller herum, eine offensichtlich betrunkene Nord grölte durch den Raum. Weil ihm gerade nichts besseres einfiel beschloss Skooma, die Nord etwas zu ärgern. Überfreundlich fragte er sie nach ihrem Namen. „Nennt mich Else Gotthasser!“, kam die Antwort. „Ich hasse alle Götter ... “ Ja ja, schon gut. Skooma hatte sie. Scheinheilig drängte er ihr ein Gespräch über die Gnade Maras auf, die so weit gehen würde, selbst solch verabscheuenswürdige Geschöpfe wie besoffene Nordweiber in ihren Segen einzubeziehen ...

Was dann kam, hatte ihn doch etwas überrascht. Die Nord stand plötzlich in voller Rüstung vor ihm, stieß einen Kriegsschrei aus, der den Kronleuchter abfallen ließ und zog ein Schwert, länger als Skooma selbst. Sein ängstlicher Quieklaut ging im folgenden Tumult unter. Der Waldelf starrte erst wütend auf sein umgestürztes Metglas, zog dann ebenfalls sein Schwert und sprang zwischen die Kämpfenden. Die Wirtin warf der Nord das eben fertig gespülte Glas an den Kopf und eine Stadtwache kam zur Tür herein. Das Gemetzel war kurz und blutig. Skooma brauchte anschließend eine Weile, um seine Wunden zu heilen. Dafür war er aber wieder vollständig nüchtern. Unauffällig verkrümelte er sich in die Kellerräume.

Sinderion war tatsächlich dort. Er begutachtete erstaunt eine von Skoomas reichlich verwelkten Nirnwurz-Pflanzen, über deren Wirkung er gut Bescheid wusste. Sogleich kaufte er Skooma zehn Pflanzen ab mit dem Versprechen, daraus einen sehr wirkungsvollen Trank herzustellen. Leider ließ sich Sinderion auf kein weiteres Gespräch ein. Er war jetzt beschäftigt. Skooma solle morgen wiederkommen.

Auch gut. Skingrad würde schon genug für einen Tag zu bieten haben. Skooma streifte durch die Gassen, hielt hier und da ein Schwätzchen, besuchte die Kapelle und die Gasthäuser ...

Auf der Hauptstraße kam ihm ein Ork entgegen, bekleidet mit der typischen Tracht höherer fürstlicher Bediensteter. Als genauso überheblich stellte er sich heraus. Auf Skoomas (nicht ernst gemeinte) Frage, wo man sich in dieser hüschen Stadt wohl ein Häuschen kaufen könne, zog er nur mißbilligend die Augenbrauen hoch. „Ihr und ein Haus kaufen? Ihr seid weder vornehm noch berühmt genug, um überhaupt über dieses Thema zu sprechen.“ Skooma war wirklich sprachlos über so viel Ignoranz.

Unter den hämischen Blicken einiger Städter betrat er den nächstbesten Laden. Er gehörte ausgerechnet einer Dunkelelfe. Da sich jedoch etliche alchemistische Zutaten in den Regalen stapelten, sprach Skooma sie an. Nein, sie hatte keine Ahnung, wo man gewisse kleine Fläschchen kaufen könne. Und nein, sie hatte außer einem winzigen Rest Rotwurz nur die üblichen Sachen im Angebot. Aber Drachenbaum wuchs doch wild in der Westebene, das wisse hier jeder, und Rotwurz sei am ehesten im nördlichen Dunkelforst zu finden.

Skooma bedankte sich artig und kaufte ihren gesamten Kräutervorrat für seine Experimente. Als er Falanu wieder verlassen wollte, sah sie ihn abschätzend an und winkte ihn näher an die Theke. Ob er denn wisse, welche Strafe in Cyrodiil auf Leichenschändung stand? Skooma glotzte sie verständnislos an. Das hatte er nun nicht erwartet. Leichenschändung? Nun ja, beim ersten Vergehen ... Falanu schüttelte traurig den Kopf. Oops. Dann dürften es so hochgerechnet 500Septim sein, schätzte er aus seinem langjährigen Erfahrungsschatz ab. Falanu war erleichtert. „Das geht ja noch. Die Strafen in Morrowind sind weitaus drastischer“, meinte sie erleichtert. Skooma machte, dass er nach draußen kam.

In einer stillen Ecke verarbeitete er die erworbenen Kräuter zu Tränken. Dann zog es ihn vor die Stadt auf die Suche nach Drachenbaum.

Fleißig seine Kräutlein sammelnd umrundete Skooma die Stadt im Süden. Alles mögliche wuchs hier, Akelei, Pfingstrosen, Primeln, sogar das unscheinbare Wiesenschaumkraut, nur Drachenbaum fand er nicht. Dafür stand er plötzlich vor einer Höhle. Ein bischen Abwechslung zur Gartenarbeit wäre jetzt nicht schlecht, dachte er sich. Mittlerweile schwor er auf seinen Chamäleonzauber. So getarnt betrat er den Gang.

Die dort lebenden (oder untoten?) Vampire vertrugen sich nicht gut mit Skoomas Skamp. Sie waren auch bei weitem nicht so stark, wie er befürchtet hatte, von den gut gerüsteten mal abgesehen. Aber diese lockte er in Richtung Stadt, sprang auf einen hohen Felsvorsprung und erledigte sie in aller Ruhe mit Blitzen.

36.Tag – Stufe 18

Bis in die frühen Morgenstunden war Skooma damit beschäftigt, die Höhle zu säubern. Einmal schien er sich mit irgendetwas angesteckt zu haben. Nach einem Heiltrank ging es ihm jedoch sofort wieder besser.

Skooma bekam von Sinderion ein schwaches Elixier der Erforschung, ließ ihm seine letzten 20 Pflanzen da und versprach, morgen wiederzukommen.

Danach begann er seine Drachenbaumsuche nördlich von Skingrad. Wieder nichts als das übliche Unkraut. Immerhin wurde er um die Mittagszeit zu etwas Sport genötigt. Ein Berglöwe schien ihn nicht zu mögen. Skooma versteckte sich hinter den sicheren Stadttoren. Den Rest besorgten die Wachen.

Ein weiterer Berglöwe kam ihm beim Schrein von Sanguine in die Quere. Pech für die Mieze, dass Sanguines Anbeter sehr wehrhaft waren. Skooma hätte sich ja gern mit dem Daedroth unterhalten, immerhin hatte er schon einschlägige Erfahrungen aufzuweisen, doch leider hatte er keine passende Opfergabe dabei. Wer konnte auch ahnen, dass bestimmte Daedra Alkoholiker waren ...

Er entdeckte heute noch einen weiteren Schrein, den von Meridia. Auch hier wollte eine Bestie mitspielen, diesmal ein riesiger Bär. Trotz Skoomas tatkräftigem Daumendrücken hatten Meridias Anhänger weit weniger Glück. Zwei von ihnen würden nur noch für Beschwörer von Interesse sein. Der dritte, ein Bretone, rief zwar ein Gespenst zur Hilfe und kämpfte auch ganz anständig, anschließend durfte Skooma ihn aber mit „Maras Gnade“ wieder aufpäppeln. War der Zauber also doch zu was gut.

Der Tag endete schließlich wie er begann, mit einem Misserfolg. Meridia wollte unbedingt totes Fleisch oder Knochenmehl haben, und zwar nicht (!) von ihren gefallenen Anhängern. Also auf nach Skingrad zum Einkaufen.

37.Tag – Stufe 18

Da die Skingrader Alchemisten nichts passendes im Angebot hatten, war Skooma nach Bravil zu Ardaline gereist. Weinbrand hatte auch sie nicht, aber wenigstens Knochenmehl und die Bestätigung, dass Sinderion wirklich ausbildete, wenn man ihm nur intensiv genug auf die Nerven ging. Das traute Skooma sich zu.

Wieder zurück im Keller der „Westebene“ begann er auch schon, Sinderion zu bearbeiten. Zuerst wollte er nicht. Er sei ein schlechter Lehrer und auch viel zu beschäftigt, sagte er, wobei er liebevoll sein Weinglas betrachtete. Skooma machte ihm schließlich den Vorschlag, die Ausbildung bei ein paar Flaschen guten 399er Weines, den er besorgen würde, zu beginnen.

Sinderion stimmte mit leuchtenden Augen zu. Skooma griff in die Tasche, um den Wein aus Roland Jenserics Haus hervorzuholen, kramte eine Weile herum und fand sie nicht. Jetzt hatte er doch tatsächlich den kleinen Zwischenfall heute früh vergessen. Als er im Keller der „Zwei-Schwestern-Herberge“ nach Brandwein gesucht hatte, war er doch wieder mal von den Wachen erwischt worden.

Die Sache ließ sich jedoch schnell regeln. Einmal kurz zum Schloss, vorbei am dösenden Kerkermeister, Beweistruhe knacken, alles einsammeln und zurück. Es war genau so einfach wie in Cheydinhal.

Sinderion nahm die Flaschen freudig entgegen. Aus der ersten Lektion wurde aber trotzdem nichts, da er erst einmal kosten musste. Skooma konnte sich vorstellen, dass der Alchemist heute schon mehrfach „gekostet“ hatte. Er fiel nach zwei Gläsern einfach um und schlief ein.

Abends stand er dann wieder vor Meridias Schrein. Das Knochenmehl hatte gereicht, die Daedroth redete mit ihm. Diesmal schien die Aufgabe jedoch schwierig zu werden ... und gefährlich. Meridia konnte keine Totenbeschwörer leiden, Skooma eigentlich auch nicht, aber musste er deswegen gleich allein gegen sie kämpfen? Ein kleiner Diebstahl hätte es doch sicher auch getan? Die Statue blieb dabei. Sture Daedra! Vielleicht sollte er doch lieber auf Meridias Belohnung verzichten? Was würde es sein? Schließlich siegte die Neugier. Skooma würde sich die Beschwörer mal ansehen, und sich dann etwas einfallen lassen. Gleich morgen ...


"Die Toten existieren um die Lebenden zu nähren." Eola
  28.06.2010, 08:56
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    • Dunkle Bruderschaft
38.Tag – Stufe 18

Auch auf dem Rückweg nach Skingrad suchte Skooma weiter eifrig nach Kräutern, so eifrig, dass er einen Bogenschützen erst bemerkte, als ihm dessen Pfeil ein Ohr aufschlitzte. Gerade rechtzeitig riss er den Schild hoch. Schon wieder Banditen. Aber Skoome würde es ihnen schon zeigen! Aus sicherer Entfernung deckte er das Lager mit Skamps und Blitzen ein. Es war ziemlich einfach ... und einträglich. Mithrilrüstungen ließen sich in Skingrad gut verkaufen.

Bei Agnete, der Besäuselten (Skooma wurde bei dem Namen unangenehm an seine eigenen Erlebnisse erinnert), ließ er sein Leibchen ausbeulen. Sein Schwert konnte er ja selbst richten, aber bei diesen magischen Sachen musste es ein Geheimnis geben, das er noch nicht verstand.

Als er dann östlich der Stadt nach der Heulenden Höhle suchte, schlich er wesentlich vorsichtiger durch das Gelände. Banditen waren nicht sehr schwer zu besiegen, aber es war immer besser, wenn Skooma sie zuerst sah. Es dauerte auch nicht lange, da hatte er den ersten gesichtet. Der Bandit versuchte, sich mit Wurzelwerk und Zweigen zu tarnen. Es würde ihm nichts nützen. Skooma feuerte einen Blitz ab und schickte den Skamp los. Der Bandit machte einen merkwürdigen Hüpfer in die Luft und zerriss Skoomas Skamp in seine Einzelteile. Skooma staunte nicht schlecht. Ziemlich akrobatisch, dieser Bandit, aber er hatte ja noch mehr Skamps. Als auch der zweite in der Luft zerfetz wurde und aus dem Nichts ein Schwarzbär auftauchte, wurde sich Skooma seines kleinen Irrtums bewusst. So schnell er konnte, rettete er sich auf den nächsten Felsen. Zweiglinge sprangen gut, Klettern war aber nicht ihre Stärke. Von hier oben konnte ihn Skooma in Ruhe mit Fernzaubern bekämpfen ...

Ein paar Bodenwellen weiter duftete es plötzlich lecker nach gegrillter Ratte. Skooma wollte gerade den nächsten Skamp beschwören, da zögerte er. Wovon ernährten sich diese Biester eigentlich? Es war nur ein Bandit im Lager zu sehen, der Skamp würde schnell mit ihm fertig werden. Leider ließ sich eine einmal ausgeführte Beschwörung nicht abbrechen. Wenn dieser kleine Stinker nun nach getaner Arbeit Appetit auf Ratte bekäme, würde es dann noch für Skooma reichen?

Es war ihm zu unsicher. Lieber schlich sich Skooma getarnt an. Nach langer Zeit riskierte er mal wieder einen richtigen Schwertkampf. Es wurde harte Arbeit. Vielleicht hätte er vorher öfter üben sollen? Skooma musste feststellen, dass ein großer Hammer ganz schön weh tun konnte, selbst wenn er nur auf den Schild traf. Am Ende gaben dann Skoomas Schnelligkeit und sein Glasschwert den Ausschlag. Erschöpft und voller blauer Flecke kaute er seine erbeutete Ratte bevor er in eines der Zelte kroch.

39.Tag – Stufe 19

Die Sonne stand schon hoch am Himmel, als Skooma aus seinem tiefen Schlaf erwachte. Die Reste der Ratte reichten sogar noch fürs Frühstück, die Luft war mild und es sah nach schönem Wetter aus. Alles in allem ein guter Tag, um Totenbeschwörer zu jagen.

Vom Lager bis zur Heulenden Höhle war es nur ein kurzes Stück. Die Umgebung wirkte ein bisschen unheimlich. Ein offener Sarg stand hinter niedrigen Mauern, alte Grabsteine rotteten langsam vor sich hin. Skooma wappnete sich für einige Überraschungen, als er die Höhle betrat. Zuerst ging aber alles gut. Ein paar Ratten und Schlammkrabben sorgten für etwas Zerstreuung, und auch ein Skelett stellte keine große Herausforderung dar.

Skooma drang weiter in die düsteren Tunnel vor. Ein Felsblock versperrte ihm den Weg, doch kaum hatte er ihn berühre, da versank der Stein unter leichten Erschütterungen im Boden. Eine Tür wurde sichtbar. Skooma öffnete sie gaaanz vorsichtig.

Durch einen kurzen Gang sah er zwei Skelette auf sich zugerannt kommen. Irgendwie wirkten sie anders als die Skelette, mit denen er bisher zu tun gehabt hatte, stärker, böser ... Bevor er flüchten konnte, sah Skooma noch, wie ein Skelett eine Trittfalle auslöste und von einer riesigen Stahlkugel zerschmettert wurde. Er würde zukünftig auch den Boden von Höhlen besser im Auge behalten müssen ...

Bis zum Abend war Skooma damit beschäftigt, mit seiner Skamp–Flucht–Blitz–Methode Gegner aus der Höhle zu locken und dann draußen einzeln zu besiegen. Dabei kam ihm zugute, dass Skelette offenbar nicht springen konnten. So war er selbst hinter den niedrigen Mauern in Sicherheit. Einen der Beschwörer hatte er jedoch so nicht besiegen können. Sie kamen gar nicht erst heraus.

Skooma kehrte in die Stadt zurück. Etwas Schlaf in der Kämpfergilde würde ihm gut tun. Mit etwas Glück fiel ihm ja noch eine bessere Strategie ein.

40.Tag – Stufe 19

Der neue Tag begann mit Regen. Skooma hatte wenig Lust, schon wieder nass zu werden. Statt dessen trainierte er lieber mit dem Schild. Fadus Calidius gab sich alle Mühe, ihn zu verprügeln, natürlich nur zu Trainingszwecken, aber Skooma hatte das miese Gefühl, dass es dem Kaiserlichen Spaß machte. Missmutig zahlte er für seine Lektionen ...

Der Regen hatte aufgehört, es war Mittag, und Skooma ritt durch die Wälder in Richtung Chorrol. Er hatte letzte Nacht tatsächlich eine Idee gehabt, wie die Totenbeschwörer zu besiegen wären. Es war ganz einfach. Skooma musste nur lernen, stärkere Kreaturen zu beschwören als seine Gegner. Das eigentliche Problem bestand darin, dass bestimmte Formen der Beschwörung nicht mehr salonfähig waren, vorsichtig ausgedrückt. Es würde also nicht leicht werden, Lehrer dafür zu finden. Wenn überhaupt, dann in Chorrol.

Kurz vor der Stadt kam Skooma ein berittener Legionär entgegen. Prima, der würde sich um seinen Tross an Verfolgern kümmern müssen. Irgendwie tat ihm der arme Mann ein bisschen leid, immerhin waren einige Trolle, Eber und Timberwölfe etwas viel für einen einzigen Legionär. Aber für den noblen Zweck, Skoomas Leben zu retten, ...

In der Magiergilde traf er seine ganzen alten Freunde wieder. Nun, nach allem was er für sie getan hatte, hätte die Begrüßung etwas herzlicher ausfallen können. Doch er war nicht nachtragend. In einem unbeobachteten Moment zog er den Waldelf Athragar in eine dunkle Ecke. Nun ist es ja so, dass das Verhältnis zwischen Khajiiti und Bosmeri seit den Tagen der Schöpfung etwas „angespannt“ ist. Athragar, der sich zuerst nicht erinnern konnte, jemals Beschwörung gelehrt zu haben, wurde beim Anblick von Skoomas ausgefahrenen Krallen zuerst ganz weiß im Gesicht und dann sehr redselig. Zum Vorzugspreis erstand Skooma Beschwörungssprüche für Dremona, Wächterskelette und kopflose Zombies, als Zugabe waren sogar ein paar Lektionen Veränderung drin.

Warum seine Skelette denn kopflos wären, wollte er noch wissen. Athragar erklärte es so: „Der Kopf eines lebenden Wesens ist der Sitz seiner Seele, seiner Gedanken und Gefühle, seiner Magie. Belässt man den Kopf an einem Zombie, so wird auch im Untode ein Schatten dieser Dinge die Kreatur beeinflussen. Sie reagiert zögerlicher und ist für den Beschwörer, obgleich leichter herbeizurufen, schwerer zu lenken. Der Zombie ohne diesen Makel ist greift aggressiver an und ist deshalb der anderen Variante vorzuziehen. Einigen Meister scheint es jedoch gelungen zu sein, die Nachteile des Kopfe in Vorteile zu verwandeln und damit eine noch gefährliche Abart des Zombies zu erschaffen. Doch darüber, mein „Freund“, kann ich euch leider nichts lehren, da ich diesen Zauber selbst nicht beherrsche.“

Skooma ließ es damit gut sein. Er hatte, was er wollte. Einen kurzen Spaziergang durch die Stadt würde er sich noch gönnen, bevor es an der Zeit war, zur Heulenden Höhle zurückzukehren.

Viel hatte sich seit damals nicht getan. Rasheda besserte seine Rüstung aus, Earana wartete immer noch auf das Buch, nur die Händlerin Seed-Neeus sah bedrückt aus. Kein Wunder, wie sich herausstellte. Ihre Tochter Dar-Ma war verschwunden. Skooma erklärte sich natürlich sofort bereit, nach ihr zu suchen ... sobald es seine Verpflichtungen als Magier und Kämpfer des Reiches erlauben würden.

Vorerst jedoch musste er zur Höhle. Er nahm nicht den kürzesten Weg. Bei der Höhle angekommen, würde er auf sich allein gestellt sein, ohne Helfer gegen seine möglichen Verfolger. So hielt er sich südwestlich in Richtung des Schreins von Sanguine.

Hinter einem verlassenen Gehöft mitten im Wald erwischte ihn der erste Zweigling. Skoomas Neuanschaffung, der Dremona hielt sich ganz wacker und erschlug den Angreifer sogar. Sein Pferd hatte aber die Flucht ergriffen. Von weitem sah Skooma noch, wie das teure Tier durch die Zähne eines riesigen Wolfes starb. Sein treuer Kamerad, Skooma war völlig fertig. Was sie alles zusammen erlebt hatten, halsbrecherische Ritte durch tiefe Nacht, (etwas einseitige) Gespräche abends am Feuer, ... eine kleine Träne kullerte Skoomas Wange herunter.

Auch einen der Sanguine-Anhänger hatte es erwischt, schade drum.

Die Heulende Höhle lag genauso still und friedlich da, wie sie Skooma verlassen hatte. Die vorderen Gewölbe waren leer. Skooma öffnete vorsichtig die Innentür, wirkte einen Lebenserkennungszauber und machte sich völlig unsichtbar. Leise schlich er in den Raum. Im Hintergrund machte er den ersten Beschwörer aus, vier weitere in irgendwelchen Gängen. Ganz schön heikel. Geräuschlos schlich er sich an den Beschwörer heran ... und machte einen schweren Fehler. Sein Lähmungszauber verpuffte wirkungslos, sein Dremona musste sich gegen einen starken Zombie zur Wehr setzen und er selbst fand sich in einem Hagel aus Blitzen und Feuer wieder.

Unter Aufbietung aller Kräfte, Zauber und Heiltränke rettete er sich nach draußen. Er konnte von Glück sagen, dass der Beschwörer die Verfolgung einem Gespenst überließ. Irgendwann löste es sich in Rauch auf. Skooma stand zitternd im nahen Lager. Nie, nie wieder würde er Totenbeschwörer jagen! Sollte doch Meridia mit ihrem Geschenk sonst wen ins Unglück stürzen. Wie zur Bestätigung zerriss ein Blitz die Nacht. Es begann zu regnen.
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So, beinahe wäre ich zu übermütig geworden und das hätte für Katzi nach den anerkannten Regeln das Ende bedeutet. Mit dem letzten Nickerchen hat Skooma Level 20 erreicht (durch ein plus für leichte Rüstung, ein Vorteil wenn man verprügelt wird). Das sind die aktuellen Werte:

Leben: 193      Magie: 198      Ausdauer: 234

Stärke: 57   Intelligenz: 99      Willenskraft: 59      Geschicklichkeit: 59
Schnelligkeit: 60      Konstitution: 59      Charisma: 71      Glück: 50

Athletik: 53      Schwertkampf: 53      Blocken: 39      Alchemie: 93
Illusion: 61      Leichte Rüstung: 51      Handelsgeschick: 46

Ich stelle fest, dass ich mich etwas „verlevelt“ habe. Das liegt einfach daran, dass ich immer nur das Attribut steigere, das die meisten Punkte bekommt (bei Gleichheit das niedrigere Attribut). Intelligenz war fast immer dabei, Stärke und Konstitution leider seltener und Glück ... na ja, mit etwas Vorsicht wird Skooma schon noch ein paar Level schaffen.
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41.Tag – Stufe 20

In der Nacht waren die Regenwolken weitergezogen. Die Luft hatte sich merklich abgekühlt. Es wurde Herbst. Unter den schweren feuchten Zeltbahnen hervor blinzelte ein Katzengesicht träge in die Sonne. Der heutige Tag, so hatte es Skooma beschlossen, würde ruhig und sicher verlaufen, keine fremden Skelette, keine Totenbeschwörer, kein versengtes Fell.

Kräutersuche stand auf der Tagesordnung. Irgendwo hier mussten doch diese Drachenbaumblumen wachsen. Skooma begann mit der Suche in südlicher Richtung. Schon wenig später hatte er Glück. Es war zwar kein Drachenbaum, aber Rotwurz brauchte er ja auch.

So marschierte er weiter und weiter durch die stille Landschaft. Zwischen den Ruinen von Silorn entdeckte er den ersten Drachenbaum. Unzählige weitere Pflanzen, Samen und Wurzeln wanderten in seine Taschen. Mittags rastete er in einer verlassenen Priorei. Auch hier war nichts los, Spinnweben, Staub, ein paar alte Bücher, sonst nicht.

Die kleine Pause tat Skooma gut. Der Vormittag war natürlich nicht ganz so friedlich verlaufen, wie er es sich gewünscht hatte, aber die neu gelernten Zauber zahlten sich aus. Sowohl Dremona als auch Zombie und Wächterskelett wurden ganz gut mit Bären, Zweiglingen und Timberwölfen fertig.

Später näherte er sich wieder der Heulenden Höhle, oder besser, einem Banditenlager östlich davon. Er sah nur einen Rothwardonen mit Doppelaxt, kein Problem. Skooma suchte sich auf einem Felsen ein lauschiges Plätzchen, setzte sich hin und beschwor seinen Dremona. Die Aussicht war phantastisch, viel besser als diese Arenakämpfe in der Kaiserstadt. Zum Schluss bewies der Bandit sogar noch einen Sinn für Humor. „Kein Grund sich schlecht zu fühlen, niemand lebt ewig!“ waren seine letzten Worte. Skooma applaudierte ausgiebig, bis ihn ein Pfeil im Oberarm in die Realität zurückholte.

Der Bandit war doch nicht allein gewesen. Sein Kumpan, ein stattlicher Khajiit, schaffte es lange, sich gegen Zombies zu behaupten. Da er sich immer weiter vom Lager entfernte, zwang er auch Skooma, seinen VIP-Platz zu verlassen. Von Felsen zu Felsen hopsend verfolgte er die Kämpfenden. Ein Bär gesellte sich zu ihnen und stellte sich als schlechter Spielkamerad heraus. Mit zwei Tatzenhieben erledigte er den Khajiit. Dann wandte er sich gegen Skoomas Wächterskelett. Beinahe wäre es noch schief gegangen, als Skooma beim Sprung zwischen den Felsen hängen blieb – in Reichweite des Bären. Doch als es Abend wurde, hatte er alle Gegner besiegt.

Noch etwas später fand er einen weiteren dieser leuchtenden Runensteine. Es war der Stein des Kriegers, der Skooma den Zauber „Kriegsruf“ gewährte. Die Freude darüber hielt aber nicht lange an, denn gleichzeitig merkte er, dass er sich beim besten willen nicht mehr an die Zauber Maras erinnern konnte. Ob es da einen Zusammenhang gab?

Auf dem Dach der Ruine Nornalhorst suchte er sich schließlich sein Nachtlager.

42.Tag – Stufe 20

Skooma hatte unruhig geschlafen. Im Traum waren ihm Totenbeschwörer erschienen, hatten einen Kreis um ihn gebildet und ihn hemmungslos ausgelacht. Skooma war geschrumpft, ein hilfloses kleines Kätzchen. Angstvoll miauend starrte er auf die Knochenhände, die sich ihm entgegenstreckten, in sein Fell griffen, hart daran rissen. Sein totes Pferd kam hinzu und schrie ihn an: „Warum hast du das getan? Warum hast du mich nicht gerettet? Du hast versagt – versagt – versagt ...“

Schweißgebadet fuhr er hoch. Die Gegend, diese toten Ruinen, bekam ihm nicht. So bald wie möglich wollte er wieder lebendige Wesen sehen, vorzugsweise solche, die ihn nicht gleich angriffen. Er sollte wirklich wieder in die Kaiserstadt gehen ...

Skooma sah in seinen Kräuterbeutel. 13x Drachenbaum und 24x Rotwurz, den Rest würde er unterwegs suchen. So gelangte er in die Nähe der Nisin-Höhle. Auch hier wuchs Drachenbaum. Endlich hatte er alles zusammen. Seiner Wiederaufnahme in die Magiergilde stand nichts mehr im Wege. Na gut, gegen dieses Kopfgeld würde er vielleicht noch was tun müssen. 40 Septim waren mit ein paar Tränken aber schnell wieder verdient.

Vor dem langen Weg zur Kaiserstadt wollte er sich noch etwas ausruhen. Ein moosbewachsener Felsen mitten auf der Wiese bot sich geradezu an. Skooma setzte sich in den Schatten, lehnte sich an den behaarten Stein und versuchte sich zu entspannen. Irgendwie gelang es ihm nicht richtig. Warum musste dieser blöde Fels sich auch bei jedem Atemzug mitbewegen? Hatten Felsen nicht ruhig liegen zu bleiben? Skooma stand auf und trat wütend gegen den Stein ...

... wenn, oder besser falls, er in der Kaiserstadt ankam, dachte Skooma, dann sollte er sich dringend beim nächsten Händler neue Unterwäsche besorgen. Irgendwann schaffte er es dann doch, zwischen sich und den Troll genügend Abstand zu bringen, dass die Bestie ihn aus den Augen verlor. Ein Skelett als Ablenkung besorgte den Rest. Skooma aber rannte weiter. Erst am Schrein von Hircine, als er sich etwas beschützt fühlte, gönnte er sich eine Verschnaufpause. Den weiteren Weg bis zur Geheimen Universität legte er getarnt zurück.

Raminus Polus empfing ihn etwas unterkühlt. Gut, Skooma hatte seine Aufgabe zur Zufriedenheit der Gilde erfüllt. Er war wieder Mitglied und bekam seinen Schlüssel zurück. Aber es würde keine weitere Chance geben, redete ihm Raminus ins Gewissen. Skooma, der sich immer noch keiner Verfehlung bewusst war, nickte sicherheitshalber. Er würde eben vorsichtiger sein.

Um auf andere Gedanken zu kommen, ging Skooma mal wieder zur Arena. Er war ja immer noch Kampfhund und nach seinem umfangreichenTraining in der Westebene wollte er sich hier etwas Geld verdienen. Es war sogar noch ein Platz für ihn frei. Skooma nahm an un dbetrat die Kampffläche. Schnell beschwör er sein Skelett, machte sich unsichtbar und rannte zu seinem Podest, das er mit einem kräftigen Sprung erreichte. Alles folgende erinnerte sehr stark an sein „Spiel“ mit dem Banditen. Die Skelette erledigten die Arbeit und skooma ließ sich als Sieger feiern.

Es hatte Spaß gemacht, so viel, dass er gleich noch einmal antrat. Skelett, Unsichtbarkeit, Podest, Pfeil in den Hintern ... irgendwas stimmte diesmal nicht. Mit den Schwerzen kam auch die Erkenntnis, dass er mit dieser Kampfform gegen argonische Bogenschützen nicht gut aussehen würde. Viel Zeit zum Überlegen blieb ihm nicht. Nach einem weiteren Pfeil, der in gefährlicher Nähe des unteren Bauchbereichs einschlug, besann sich Skooma auf den „Kriegsruf“. Das Schwert gezogen, stürmte er todesmutig auf seinen Gegner ein, ließ ihm kaum eine Chance, einen weiteren Pfleif aufzulegen und errang den Sieg erstmals aus eigener Kraft. Es war ein überwältigendes Gefühl. Mit stolz geschwellter Brust nahm Skooma den Jubel der Zuschauer entgegen. Owyn hatte neben den Geld noch eine zusätzliche belohnung für ihn, den ehrenvollen Titel „Schläger“.

43.Tag – Stufe 20

Der Tag lud zu einem Marktbummel ein. So früh am Morgen war noch nicht viel Betrieb. Überall standen Tonnen und Kisten mit Waren herum. Skooma schaute mal nach, was manche Händler so bestellt hatten. Einige interessante Sachen befanden sich darunter. Skooma schloß die Deckel wieder sorgfältig. Nach der Ermahnung durch Raminus hatte er vor, ehrlich zu bleiben. Aber irgendwie, er wusste selbst nicht warum, wurden seine Taschen immer schwerer ...

Mit dem Buchhändler Phintias unterhielt er sich sehr lange. Sie stellten fest, dass sie einen gemeinsamen Bekannten hatten, Seridur. Tamriel war klein ...

Phintias bewunderte Seridur als mutigen Mann, der Strapazen und Gefahren auf sich nahm, um der Gefallenen in der Gedächtnishöhle zu gedenken. Gedächtnishöhle, aha! Skooma wollte mehr wissen. „ ... eine Art unterirdischer Friedhof ...“, wusste Phintias zu berichten, „ich kann sie in eure Karte einzeichnen“. Diese Information reichte Skooma schon. „Friedhof“. Er war sich sicher, dass er das nicht so schnell machen würde. Statt dessen unternahm er einen Abstecher in die Kanäle unter der Stadt. Hier im Marktbezirk war nur ein Raum zugänglich. Ein Bandit schlief friedlich, und Skooma sorgte dafür, dass er auch die nächsten Jahre nicht mehr aufwachen würde. Seine Beute bestand aus einer schönen Axt und ein paar getragenen Rüstungsteilen ...

Blieben noch zwei Sachen zu erledigen, die Gruft in Cheydinhal und 40 Septim Kopfgeld, die er zwar dabei hatte, wegen einiger anderer Sachen in seinem Gepäck jetzt nicht zahlen konnte. Also erst mal auf nach Bruma zu Ongar.

Skooma suchte die Fuchsställe auf. Ein Pferd war zwar teuer, aber Reiten viel sicherer als ein Fußmarsch. Obwohl es fast Mittag war, lag der Händler noch im Bett. Er machte auch keine Anstalten, für Skooma aufzustehen. Eine Orkfrau, die die Ställe ausmistete, fühlte sich ebenfalls nicht zuständig. Na gut, dann würde er sich eben selbst bedienen. Fast unsichtbar lieh sich Skooma das schönste weiße Pferd, dass er finden konnte. Unbehelligt ritt er nach Norden.

Seine Wahl stellte sich als Volltreffer heraus. Das Pferd war sehr schnell, hängte jeden Wolf fast mühelos ab. Kurz vor Bruma ließ er es aber lieber laufen. 40 Septim Kopfgeld reichten vollauf und wegen einem geliehenen Pferd sein Fell riskieren? Nicht mit Skooma!

Ongar war zu Hause und kaufte vorbehaltlos alles auf. Am Ende stand die schöne Summe von 953 Septim in seinem Büchlein.

Kurz darauf kam Skooma an einer Hütte vorbei, durch deren Tür er heftiges Schluchzen vernahm. Eine arme Frau musste restlos verzweifelt sein. Für ein bisschen Trost sprang vielleicht auch für ihn etwas heraus. Skooma klopfte an. Eine Frau öffnete. Skooma starrte sofort wie gebannt auf das riesige Amulett vor ihrer Brust. Seine Menschenkenntnis schien ihn nicht getäuscht zu haben. Er war auch bereit, sich in Ruhe eine lange traurige Geschichte über den schweren Broterwerb durch kleine Diebstähle und über den grausamen Verrat eines guten Freundes anzuhören. Er glaubte ihr kein Wort, schließlich war er lange genug selbst im „Geschäft“. Aber für solch ein Steinchen konnte man schon Interesse heucheln.

Arnoras Aufgabe klang relativ einfach. Er sollte versuchen, ins Gefängnis zu kommen, mit Jorundr reden und ihm sein geheimes Schatzversteck entlocken.

Teil eins: Gefängnis. Skooma ging zur nächsten Wache, grinste sie an und ließ sich wegen seines Kopfgeldes abführen.

Teil zwei: Jorundr. Seine Geschichte klang ein wenig anders als Arnoras. Aber immerhin war er bereit, das Versteck für eine kleine Gegenleistung zu verraten.

Jorundrs Aufgabe machte Skooma dann doch etwas Kopfschmerzen. Es wäre eher etwas für die Dunkle Bruderschaft gewesen, und mit denen wollte er lieber nichts zu tun haben. Bis morgen konnte er es sich ja überlegen. Mit diesem Gedanken warf er sich auf die stinkende Matratze seiner Zelle.

44.Tag – Stufe 20

Am Vormittag war seine Strafe schon abgesessen. Skooma lief sofort zu Arnoras Haus. Sie schien zu ahnen, was los war. Etwas ängstlich schielte sie zu ihrem Schwert hinter der Tür. Skooma versuchte, sie zu beruhigen. Möglicherweise gab es ja noch einen anderen Weg, wie er zu seinem Anteil kommen konnte. Nach einigem Hin und Her einigten sie sich darauf, Arnoras Tod nur vorzutäuschen. Skooma würde mit dem Amulett (nein nicht mit dem hübschen blauen) zu Jorundr gehen, das Versteck erfahren und den Inhalt der Truhe mit Arnora teilen.

Was den letzten Teil des Planes betraf hatte Skooma so seine eigenen Vorstellungen, sagte Arnora aber nichts. Diesmal als ehrenwerter Besucher ging er zu Jorundr, der sich an seinen Teil der Abmachung hielt.

Im Ratssaal der Burg wurde Skooma kurz aufgehalten. „Die Gräfin wünscht euch zu sehen“, teilte ihm der Herold mit und drückte ihm zur Bekräftigung 25 Goldstücke in die Pfote. Dafür konnte Skooma eine kleine Zeitplanänderung schon verantworten.

Die Gräfin stellte sich als Sammlerin akavirischer Artefakte heraus. Ja, Skooma hatte schon bei einem früheren Besuch die Ausstellungsstücke bewundert (und einige Ongar „gezeigt“).
Jetzt schlug sie ihm vor, den Fahlen Pass zu suchen, um dort den Drakonischen Stein des Wahnsinns zu bergen. Er bekam sogar die Übersetzung eines Tagebuchs mit auf den Weg.

Skooma bedankte sich artig. Auf dem Rückweg durch die Halle sackte er das Original-Tagebuch gleich noch ein, natürlich nur, um zu prüfen, ob die Übersetzung korrekt war. Ongar gab ihm immerhin 430 Goldstücke dafür und (fast) alle waren glücklich ...

45.Tag – Stufe 21

Ein Kurzbesuch bei der Kämpfergilde (mit Scherer-Rüstung-Training) und bei der Magiergilde, wo er vor allem Volanaro auf die Nerven ging, dann noch schnell zum Waffenverkauf in die „Nordwinde“. Skooma hatte ruckzuck alles in Bruma erledigt.

Er hatte sich extra beeilt, denn den langen Weg nach Cheydinhal wollte er unbedingt bei Tageslicht zurücklegen. Und zwar nicht zu Fuß. Ein neues Pferd war schnell gekauft. Mittlerweile hatte sich das hübsche Sümmchen von zwölftausend Septim in Skoomas Geldbeutel angesammelt, da konnte er sich schon ab und zu etwas leisten.

Skooma nahm den direkten Weg durch die Wildnis. Eine Zeit lang folgte ihm ein Bär, dann ein Wolf. Er ließ alle hinter sich. Dann stand er plötzlich vor einem Daedraschrein. Skooma schüttelte sich. Die Gestalten hier waren alle häßlich und von ekelhaften Krankheiten gezeichnet. Folglich konnte das da auf dem Podest nur Namira sein. Was könnte es hier für ihn zu holen geben? Was für eine Aufgabe? Hoffentlich keine Totenbeschwörer, aber fragen kostete ja nichts. Er sprach eins dieser Lumpenbündel an (nachdem er vorher noch einmal tief durchgeatmet hatte). Bei der antwort, die er erhielt, wusste er allerdings nicht ob er sich geschmeichelt fühlen oder wütend werden sollte: „Ihr seid zu wohlgestalt, um an diesem Ort zu beten ... (das wusste er natürlich selber) ... kommt wieder, wenn ihr hässlicher seid!“ Wie bitte schön, sollte er das denn anstellen? Ein Khajiit und hässlich? Das waren zwei Worte die sich von ihrer Natur her ausschlossen. Selbst wenn er sich das Fell rasieren und sich grün anstreichen würde, wäre er immer noch tausendmal schöner als jeder Ork. Diese Aufgabe musste er wohl als unlösbar abhaken. Schade.

Ein Stück weiter kam die nächste Gelegenheit für Heldentaten. Ein weiterer Schrein, diesmal der von Mephala, tauchte vor ihm auf. Skooma war fasziniert, Mephala war einer seiner Lieblingsdaedra. Die Aufgabe, die er oder sie oder es – was immer Mephala auch war, für Skooma bereithielt, würde mit Sicherheit Heimtücke, List und Verschlagenheit erfordern. Genau nach seinem Geschmack. Leider hatte Mephala heute keine Lust auf ein Gespräch. Oder es lag daran, dass Skooma nicht das passende Geschenk dabei hatte. Dann eben nicht, aber er würde wiederkommen.

Den Rest des Weges nach Cheydinhal legte er ohne Aufenthalt zurück.

Ihm schwirrte immer noch der Name Meridia im Kopf herum. In der Magiergilde könnte er ja mal versuchen, etwas Nachtschatten zu bekommen. Als er die Halle betrat, wurde Skooma wieder als Gildenmitglied begrüßt. Selbst Falcar brummelte weniger als beim letzten Besuch. Skooma nutzte die offensichtlich bessere Laune gleich aus, um ihn auf das Empfehlungsschreiben anzusprechen. Allzu schwer klang die Aufgabe nicht. Er musste lediglich einen Ring wiederfinden, der in den Brunnen der Gilde „gefallen“ war. „Deetsan hat einen Schlüssel für das Eingangsgitter“. Damit war das Gespräch für Falcar beendet.

Was war schon einfach im Leben? Deetsan erbleichte regelrecht, als Skooma von dem Ring im Brunnen sprach. „Kommt wieder, wenn Falcar nicht da ist. Ich muss mit euch reden.“ Vorher war sie nicht dazu zu bringen, den Schlüssel herauszurücken. „Ich brauche euren Schlüssel auch nicht“, dachte sich Skooma. „Das Schloss sollte ich auch so auf bekommen.“

Er irrte sich. So sehr er sich auch mit dem Skelettschlüssel mühte, das Schloss blieb zu. Irgendeine magische Sicherung war vermutlich Schuld. Na gut, also zurück zu Deetsan und artig zuhören.

Als er erneut vor der Argonierin stand, nickte sie ihm zu, in eine dunkle Ecke zu treten. Falcar rumorte im Keller herum, sie würden sich kurz unterhalten können. Skooma erfuhr, dass vor kurzem ein weiterer Magieschüler mit der gleichen Aufgabe betraut worden war. Er war seitdem spurlos verschwunden. Die Echse vermutete eine Falle, gab ihm jedoch schließlich den Schlüssel mit der Bitte, besonders vorsichtig zu sein. Keine Sorge. Das würde er.

Skooma hüpfte in den Brunnen. Ein Spruch der Wasseratmung, dann konnte die Suche losgehen. Viel war hier nicht los. Skooma wunderte sich nur, dass selbst unter Wasser Nirnwurz gedieh. Dann fand er die Leiche. Sein „Vorgänger“ war wohl ertrunken. Er hätte eben ein paar nützliche Zauber lernen sollen. Skooma nahm den Ring von seinem Finger. War das Teil schwer! So an die 150 Pfund, schätzte er. Natürlich, nicht umsonst war es ein Ring der Mühsal. Skooma hatte keine Idee, wozu jemand einen Ring mit solch einer gemeinen Eigenschaft belegen konnte. Aber erst mal musste er wieder nach oben. Ein Federzauber und ab zur Leiter ...

Pitschnass stand er etwas später vor Deetsan. Sie guckte etwas betreten. Skooma ahnte nichts gutes. Und wirklich, sie hatte es geschafft, Falcar aus der Gildenhalle zu ekeln, noch bevor Skooma seine Empfehlung bekommen konnte. Nun wusste niemand, wo er sich aufhielt. „Ihr könnt ja mal in seinem Zimmer nachsehen. Vielleicht hat Falcar die Empfehlung schon geschrieben“, war alles, was Deetsan etwas kleinlaut beisteuerte. Das hätte er jetzt sowieso getan. Skooma durchsuchte jede Ecke. Ein paarmal konnte er nur schwer wiederstehen, sich ein Souvenir einzustecken. Das Schreiben fand er nicht, dafür zwei merkwürdig dunkle Seelensteine. Wenigstens danach konnte er Deetsan noch befragen bevor er aufgab.

Mit einer solchen Reaktion hatte er jedoch nicht gerechnet. Deetsan fiel fast tot um, als er ihr die Steine unter die Nase hielt. Nachdem sie sich ausgeheult hatte, versprach sie, Skoomas Empfehlung selbst zu schreiben. Die Steine müsse sie aber an den Rat senden, es war ungeheuerlich, worauf sich Falcar da eingelassen hatte. Mehr verriet sie leider nicht.

46.Tag – Stufe 21

Nach dem Aufstehen übte Skooma im Keller Schwertkampf und Blocken. Er beschwor dazu ein Wächterskelett und drosch darauf ein. Er wurde immer besser. Das sollte er jetzt jeden Morgen machen, nahm Skooma sich vor. Als er noch ein paar Tränke braute, stellte er etwas sonderbares fest. Er schaffte es plötzlich, einen Trank aus nur einer Zutat herzustellen. Wunderbar, auf diese Weise würde er bald das Geld für ein kleines Häuschen in Bravil oder Leyawiin zusammen haben.

Frühstück gab es in der Kämpfergilde. Ein riesiger grobschlächtiger Ork beobachtete ihn eine Weile. „Ihr sucht hier doch Arbeit, ihr Nichts!“, Skooma traute sich nicht zu wiedersprechen. „Ich habe einen Auftrag für euch. Eine Waffenlieferung zur trostlosen Mine ... und jetzt beweg deinen Arsch, Stiefel“. Alles was noch an Skooma erinnerte, war ein umgefallener Becher und das Klirren von auf den Fußboden fallendem Besteck ...

Skoomas Herz raste immer noch, als er vor dem Altar der Kapelle kniete und inbrünstig zu den Neun flehte, Tamriel von allen Orks zu befreien. Wie immer hatte er nicht das Gefühl, erhört zu werden. Was erwartete er auch von den Göttern Cyrodiils? Schade, dass es hier keinen Tempel für Rajhin gab, der half armen Khajiiti immer.

In einer dunklen Ecke entledigte sich Skooma seiner Kleidung und Waffen. Nur im Fell und mit einem Chamäleonzauber ausgestattet, schlich er in die Gruft. Noch ein Schlückchen Unsichtbarkeitstrank und dann ganz langsam, Schritt für Schritt zum Grab der Fürstin. Diesmal klappte es endlich. Der Lebenserkennungszauber der Wächterin versagte. Ziellos irrte sie durch die Gänge, während Skooma die Büste ergriff und mit Hilfe von „Mondschatten“ zur Tür hinaus schlich.

Er verließ sofort die Stadt. Nur nicht jetzt noch von den Wachen erwischt werden. Sein nächstes Ziel war das Hafenviertel in der Kaiserstadt.

Drei Banditen, ein Wolf und ein Minotaurus, das Ergebnis der Reise konnte sich sehen lassen. Skooma hatte noch genug Zeit, im Marktbezirk seine Beute zu verkaufen. Dann näherte er sich dem Hafenbezirk. Merkwürdig viele Wachen patroullierten heute. Irgendetwas stimmte nicht. Bevor er sich umsehen konnte, wurde er von hinten gepackt und in den Schatten einer Hütte gezogen. Eine dunkel gekleidete Frau signalisierte ihm, ruhig zu sein. Skooma erkannte sie wieder. Methredhel, die Elfe, die sich mit ihm zusammen bei der Diebesgilde beworben hatte. Sie schien ihm den kleinen Rempler von damals nicht übel genommen zu haben.

„Armand wird mit Haftbefehl gesucht“, flüsterte sie ihm zu. „Es heißt, er habe die Büste der Gräfin Indoril gestohlen.“ Skooma schüttelte den Kopf und deutete auf sein Gepäck. Sie verstand. Wenn das so war, dann hatte sie eine neue Aufgabe für Skooma. Es gab da eine Spionin im Hafenviertel, eine Dunkelelfe namens Myvrina Arano. „Werdet ihr es schaffen, die Büste in Aranos Schrank zu verstecken? Ihr müsst danach noch die Wachen irgendwie darauf aufmerksam machen.“ Skooma dachte kurz nach, dann nickte er.

Trotz der Wachen erreichte er ungesehen Myvrinas Hütte. Das Schloss stellte keine Schwierigkeit dar. Die Dunmer schlief wie ein Kätzchen und die Büste wanderte in ihren Schrank. Kurz darauf stand Skooma an der nächsten Kreuzung und laberte Hieronymus Lex, den Wachhauptmann, so lange voll, bis dieser entnervt aufgab. Gemeinsam betraten sie Myvrinas Haus. Der Rest war Routine der Wachen, Myvrina wurde abgeführt und Skooma durfte sich ohne Belohnung entfernen ...

Kurz darauf tauchte wenigstens Armand wieder auf. Es gab doch noch etwas Gold in die Pfote. Armand entschuldigte sich für den etwas heiklen Auftrag. Er hatte immer gewusst, dass nur ein cleverer Khajiit überhaupt für diese schwierige Mission geeignet war. OK, damit konnte Skooma leben. Gleich darauf verabschiedete sich Armand von ihm. Skooma war jetzt „Bandit“ mit Dar'Jee in Leyawiin als neuem Hehler und S'krivva in Bravil als Doyen. S'krivva, der Name klang wie Musik in seinen Ohren. Er wollte sie möglichst bald kennen lernen. Doch zuerst würde er wohl noch diese Waffenlieferung durchziehen müssen ...

47.Tag – Stufe 22

Mittag. Skoomas Pferd wartete vor Cheydinhal, er selbet kauerte auf einem Felsen gegenüber der Trostlosen Mine. Die Situation gefiel ihm ganz und gar nicht. Zwei riesige Goblins bewachten den Eingang. Nach einigem Zögern ließ er sein Wächterskelett frei. Plötzlich waren da vier Gegner. Die Goblins stellten sich als Schamanen heraus, kämpften mit Blitzen und Zombies. Skooma blieb nur die Flucht. Ab und zu riskierte er ein paar Schwerthiebe, machte sich wieder unsichtbar, rief selbst Zombies herbei. Langsam näherten sie sich der Stadt. Endlich griff die Wache ein. Skooma tauchte ab, umrundete Cheydinhal und trat auf der anderen Seite durch das Tor.

Als er Cheydinhal im Westen wieder verließ, waren die Goblins zwar noch da, aber schon stark angeschlagen. Skooma gab ihnen den Rest. Dann durchsuchte er die Gefallenen. Die Stadtwache trug noch brauchbare Rüstung, die Goblins hatten ein paar Tränke dabei. Seltsam war nur ein Medaillon, das er bei einer Dunkelelfe nahe den Stallungen fand. Mivryna Arano stand darauf. Sollte diese Ähnlichkeit der Namen Zufall sein?

Er dachte nicht weiter darüber nach. Sein Auftrag war noch nicht erledigt. Wieder lief er zur Höhle, trat ein und fand drei Mitglieder der Kämpfergilde vor. Sie begrüßten Skooma gleich als Verstärkung. Moment, so war das nicht gemeint, er sollte doch nur diese Waffen abliefern. Die Anführerin ließ seine Argumente nicht gelten. Er war nun mal hier, also hatte er auch zu kämpfen. Schließlich waren genug Goblins für alle da.

Als die drei voraus gegangen waren, wartete Skooma noch geschlagene drei Stunden. Nichts geschah. Seufzend folgte er dem dunklen Gang. Hinter ein paar Biegungen warteten die ersten Goblins. Skooma lockte zwei von ihnen nach draußen, wo sie den Schwerthieben seines Dremona erlagen. Als er die Höhle wieder betrat, wäre er fast über zwei Leichen gestolpert. Seine Kameraden schienen weniger Glück als er gehabt zu haben, nur der Ork fehlte. Vorsichtig folgte er den gewundenen Gängen. Einige einzelne Goblins erledigte er ohne größere Anstrengung. Das machte Skooma Mut. Nur keine Schamanen mehr, dann würde es schon gehen.

Nach stundenlanger schwerer Arbeit war es dann so weit. Die Höhle war goblinfrei. Auch der Ork war leider umgekommen. Skooma ließ sich seinen Lohn in Cheydinhal auszahlen. Dann stieg er auf sein Pferd und ritt nach Süden ...


"Die Toten existieren um die Lebenden zu nähren." Eola
  05.07.2010, 16:01
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48.Tag – Stufe 22

Warum sich dieser Monat Eisfall nannte, wussten wohl nur die Nords. Vorbei an blühenden Blumen und duftenden Hecken, an bösen Wildschweinen und scheuen Rehen ritt Skooma ständig nach Südwesten. Es hätte ein wunderschöner Tag werden können, doch er fühlte sich schlapp und elend. Immer wieder schüttelten ihn Fieberanfälle. Irgendwo zwischen Vaerminas Schrein und dem Niben hatte ihn ein Wolf erwischt. Zuerst sah es nach ein paar harmlosen Kratzern aus, doch schon eine Stunde später spürte er die Symptome, und zwar alle. Mit der Chantrax-Pest war nicht zu spaßen. Wenn er nicht schnell zu einem Heiler kam, würde er sich nicht mehr lange auf dem Pferd halten können ...

Gegen Mittag hatte er es geschafft. Die Neun waren ihm gnädig gestimmt (und hatten alle 18 Augen zugedrückt). Skooma war wieder geheilt. Zur Sicherheit hatte er sich beim Argonier Marz noch ein paar Lektionen Wiederherstellung erkauft.

Nachmittags schlenderte er durch die Straßen Bravils. S’krivvas Haus kannte er schon von seinen früheren Besuchen, natürlich nur von außen. „Mal sehen, wie meine berühmte Schwester hier wohnt“, dachte er sich. Die Tür war abgeschlossen, aber damit hatte Skooma kein Problem. Sein Schlüssel würde ihn schon nicht im Stich lassen. Doch gerade, als er anfangen wollte, ging die Tür auf. S’krivva stand mit gebleckten Zähnen drinnen, Skooma mit dem Skelettschlüssel in der Pfote draußen, kurzes Taxieren auf beiden Seiten, ein ordentlicher Hieb auf Skoomas Nase ... und die Fronten waren geklärt.

Da nun beide wussten, was sie voneinander zu halten hatten, ging S’krivva sofort zum geschäftlichen Teil über, das hieß zum Auftrag. Die Witwe Ahdarji in Leyawiin vermisste einen Ring. Das wäre ja eigentlich die Aufgabe der Wachen, doch der Ring war von einem Straßendieb „gefunden“ worden. Konkurrenz tolerierte die Gilde nicht. Skooma sollte sich darum kümmern.

49.Tag – Stufe 22

Heute früh sollte Skooma nach Leyawiin aufbrechen. Dabei hatte er in Bravil noch so viel zu tun. Zuerst einmal übte er Schwertkampf und Blocken mit an seinem Zombie im Keller der Kämpfergilde. Es stellte sich als keine gute Idee heraus. Wieder einmal mit irgendetwas ekligem infiziert musste Skooma erneut die Kapelle aufsuchen.

Als er danach am Frühstückstisch der Magiergilde saß, es gab prima Süßkuchen, und in die Gesichter der Versammelten blickte, schossen ihm plötzlich Erinnerungen an seine Kindheit durch den Kopf. Es war Jahre her, dass er seine Hütte in einem Weiler bei Rimmen verlassen hatte. Wie mochte es dort heute aussehen? Seine Eltern waren in den nie endenden Kleinkriegen mit Valenwald gefallen, seine Geschwister über ganz Elsweyr verstreut. Wo genau, wusste er nicht. Soziale Bindungen, die über den engen Familienkreis hinausgingen, wurden bei den Khajiiti kaum gepflegt. Jeder ging halt seinen Weg allein. Doch Rimmen lag nicht weit hinter der Grenze. Skooma fühlte sich in der Gegend um Bravil immer irgendwie heimisch. Ja, er würde gleich mal zum Schloss gehen und seinen Traum von einem eigenen Häuschen in Angriff nehmen.

Der Graf sah wohlwollend zu Skooma herauf. (Dieser Zauber „Hypnotischer Blick“ war sein Geld tatsächlich wert.) Sicher, für treue Untertanen des Kaisers, zumal wenn sie in der Stadt gut angesehen waren, hatte er immer ein Haus zu verkaufen. „Der Kanal ist keine Sehenswürdigkeit ... aber ... der Geruch lässt euch schnell vergessen, wie hässlich es dort ist.“ Egal, 4000 Septim für ein Wassergrundstück klang fair. Skooma schlug ein.

Der Anblick der dreckigen kleinen Hütte ernüchterte ihn dann doch etwas. Immerhin gab es ein Bett (von fragwürdiger Sauberkeit) und einen Tisch vor dem Kamin. Bei Nilawen erstand er nnoch einige Küchenmöbel und eine Truhe für gerade nicht benötigte Sachen. Dann setzte er sich auf die Türschwelle, genoss die Stille des Kanals und sah den dichten Mückenschwärmen beim Tanz zu.

Eine Sache musste er noch klären, bevor er nach Leyawiin aufbrechen konnte. Aus der oberen Etage eines Hauses drangen verlockende Düfte in seine Nase. „Skooma-Höhle“ stand auf einem abgewetzten Schild am Eingang. Hier war er richtig. Durch den vernebelten Raum tastete er sich an mehreren zwielichtigen Gestalten vorbei. Die meisten bekamen nichts davon mit. Aus gesundheitlichen Gründen zog es Skooma dann doch vor, schnell wieder zu verschwinden. Der Khajiit, den er um zwei seiner Fläschchen erleichtert hatte, sah wesentlich kräftiger aus als Skooma. Nun musste er aber wirklich los.  

Ein kräftiges Gewitter begleitete ihn auf seinem Weg. Skooma wurde völlig durchnässt. Aber er ließ sich die Laune nicht verderben. Bei solchem Wetter war wenigstens nicht mit Irrlichtern zu rechnen. Mehrere Dreughs waren dafür unterwegs, langsame Gestalten. Skooma ritt einfach an ihnen vorbei.
Direkt vor den Toren Leyawiins wurde ein Wächter von einem Zweigling angegriffen. Beherzt trat Skooma dazu. Ein paar Schwerthiebe in den Rücken der Kreatur und die Sache war erledigt ...

... dachte er. Zu seinem Leidwesen zeigte die Wache keine Spur von Dankbarkeit. Dabei hatte er doch wirklich nur den Zweigling ... „Keine Drogen in dieser Stadt!“ Die Wache verstand keinen Spaß. Wieder mal durfte Skooma in die Wachstube. Er war nicht allein. Auch ein Argonier, wohl schon länger gefangen, wurde gerade verhört. „Amusei?“ Irgendwie kam ihm der Name bekannt vor, aber diese Echsen sahen sowieso alle gleich aus.

Mit Hilfe der Bettler machte er Ahdarji in der Drei-Schwestern-Herberge ausfindig. Sie erzählte ihm die ganze traurige Geschichte des Ringes. „Wenn ihr diesen Argonier, ich glaube Amusei heißt er, in die Pfoten bekommt ... lasst ihn leiden, oder besser noch tötet ihn!“ Skooma pflichtete ihr bei. Diese Echsen hatten auch in seinen Augen nur eine Daseinsberechtigung als pikante Häppchen, doch was sollte er machen, die Gilde verbot ausdrücklich die Anwendung von Gewalt. Ahdarji könnte sich ja später noch immer an die Bruderschaft wenden ...

Noch in derselben Nacht schlich er sich ins Gefängnis, und im Tausch gegen einen Dietrich erfuhr er die wahre Geschichte des Ringes. Warum musste immer alles so kompliziert werden?

50.Tag – Stufe 22

Ein Uhr nachts. Der Leibwächter der Gräfin schlief noch nicht. 5 Septim Strafe.
Zwei Uhr nachts. Der Leibwächter schlief immer noch nicht. 5 Septim Strafe.
Drei Uhr nachts. Der Leibwächter dachte gar nicht daran, ins Bett zu gehen. 5 Septim Strafe.
Vier Uhr nachts. Wieder erwischt. 5 Septim Strafe.
Fünf Uhr nachts. Das gleiche noch mal. Und schon waren 25 Septim an Strafen zusammengekommen.
Mittlerweile war es zu spät für einen weiteren Versuch. Skooma probierte es „offiziell“ Gut sichtbar spazierte er durch die Räume des Schlosses und versuchte, den Bediensteten Informationen zu entlocken. Das Resultat war mager ... wenn man von weiteren 40 Septim „Spende“ wegen Ruhestörung und Erregung öffentlichen Ärgernisses absah.

Das peinlichste an der Sache war, dass sich die Wachen inzwischen vor Lachen kringelten, wenn Skooma mal wieder vorgeführt wurde. Nun gut, der Tag war sowieso für den Bosmer. Skooma ging zur Kapelle, um sich für weitere Versuche den Beistand der Neun zu holen. (Es gab ja nichts Besseres solange niemand einen Schrein für Rajhin baute.)

Vor dem Altar stand ein Priester. Der arme Mann sah bedrückt aus, was an den ausgebeulten Taschen seiner Robe liegen musste. Skooma hatte Mitleid mit ihm. Ein kurzer Griff, und er war um 32 Septim reicher. Ein kurzer Hilferuf, und die Wachen kassierten 25 Septim Kopfgeld. Skooma überlegte. Hatte er da tatsächlich eine neue Einnahmequelle entdeckt? Wenn Beute minus Kopfgeld immer noch Profit ergab, konnte er sicher gut davon leben. Das musste getestet werden.

Wenig später stand Skooma unsichtbar im Ratssaal, direkt hinter dem Thron der Gräfin. Behutsam ließ er seine Pfote in die Taschen ihres Kleides gleiten. Der erhoffte Ring war leider nicht dabei, dafür ein Schlüssel und 503 Goldstücke. Und natürlich wurde Skooma bemerkt. Die Wachen verzichteten inzwischen auf eine gründliche Durchsuchung. Sie kannten schon jedes Haar an seinem Fell. Skooma drückte die obligatorischen 25 Septim ab und war wieder frei.

Bevor er aber gehen durfte, nahm ihn der Hauptmann der Wache mit auf eine kurze Besichtigungstour. Er zeigte Skooma die Kerkerräume, auch die finsteren Einzelzellen für „Unverbesserliche“, die Folterkammer, die Hinrichtungsstätte und den verwahrlosten Friedhof der Fremden. Skooma fand das überaus lehrreich. Natürlich musste bei all dem Gesindel in der Gegend rigoros durchgegriffen werden. Er gab dem Hauptmann sogar noch ein paar gut gemeinte Ratschläge, wie in Elsweyr Gefangene befragt wurden. Dann verabschiedete er sich höflich. Der Wachmann schüttelte nur den Kopf.

Es wurde langsam Zeit für’s Mittagessen. Skooma fand sich pünktlich in der Magiergilde ein. Die Stimmung war aber schlecht. Meisterin Dagail stocherte auf ihrem Teller herum und brabbelte unverständliches Zeug. Kalthar schimpfte die ganze Zeit leise vor sich hin. Agata schaute von einem zum anderen und verdrehte genervt die Augen ... Nach dem Essen hatte Skooma wenigstens so viel verstanden, dass er seine nächste Aufgabe in Angriff nehmen konnte. Er musste die Festung Blaublut finden und dort nach Dagails verbaseltem Amulett oder dem Grab ihres Vaters suchen.

Gut vorbereitet erreichte er schließlich die alte Festung, oder das, was davon übrig war. Ein einzelner Bogenschütze versuchte, ihm den Eingang zu versperren, hatte aber keine Chance, Skoomas Schwert sprach das letzte Wort. Ebenso erging es zwei Orks in den Gängen, nur dass er hier seinen Dremona etwas Vorarbeit machen ließ.

Die Ausbeute gestaltete sich sehr einträglich. Skooma leistete sich eine luxuriöse Übernachtung bei den „Drei Schwestern“.

51.Tag – Stufe 23

Ein Kurzbesuch bei Gundalas, um den ganzen Kram zu verkaufen, dann stand Skooma wieder in den Gewölben von „Blaublut“. Einzeln lockte er mehrere Banditen, vorzugsweise Orks, aus ihren Verstecken. Sorgfältig durchstöberte er alle Winkel nach verborgenen Truhen.

52.Tag – Stufe 23

Der heutige Tag verlief wie der gestrige, Kämpfe, die größtenteils von beschworenen Kreaturen ausgetragen wurden, und Verkäufe bei Gundalas. Einziger Unterschied: Es gab mehr Nords als Orks und die traten schon mal als Magier auf.

53.Tag – Stufe 24

Endlich hatte Skooma die inneren Hallen der Festung betreten. Zwei Bogenschützen und ein Magier machten ihm arg zu schaffen. Mittlerweile war er so gut in Beschwörung, dass er die Formeln nur noch denken musste. Ein Dremona nach dem anderen warf sich in den Kampf. Wenn möglich, dachte Skooma, sollte er mal wieder nach Chorrol reisen, um sich Formeln für stärkere Kreaturen zu besorgen. Endlich lagen seine Gegner am Boden. Skooma sammelte seine Beute ein. Auf eine erneute Reise zu Gundalas verzichtete er jedoch. Das ganze hatte hier schon zu lange gedauert. Zu seiner Freude gab es hier einen zweiten Ausgang. Skooma warf alles überflüssige draußen in die Büsche. Er konnte es ja später einsammeln. Dann betrat er ein letztes Mal die Festung.

Eine weitere große Tür versperrte den Weg. Kein Hindernis für Skooma. Er ärgerte sich nur, dass diese Scharniere immer so laut quietschen mussten. Kein Wunder also, dass ihn hinter der nächsten Biegung ein Oger angrinste. Großer böser Oger gegen kleinen netten Skooma? Er tippte auf 1:0. Der Oger schien das ähnlich zu sehen, trommelte sich wie ein Valenwald-Imga auf die Brust und startete zum Angriff. Skooma war schon weg. Er hörte noch das Heulen des Oger hinter sich, als er durch die Gänge rannte. Zwei Räume weiter gab es beiderseits des Durchgangs Podeste. Treppen führten hinauf. Das war Skoomas Chance. Er brachte einen Skamp in Wartestellung und erklomm ein Podest. Dann war der Oger da. Mit einem einzigen Hieb zermanschte er den armen Skamp, entdeckte Skooma und kam die Treppe herauf. Skooma rief einen Dremona, nahm Anlauf und sprang zum nächsten Podest. Wie erwartet, war der Oger zu dumm oder zu ungeschickt zum Hinterherspringen. Er nahm den Weg außen herum. Doch bevor er ankam, stand an Skoomas Stelle nur ein neuer Dremona. So ging das Spiel lange Zeit hin und her. Schließlich konnte der Oger nicht mehr. Ausgepowert verendete er unter den Schlägen des Dremona-Schwertes.

Ogis Freund, ein Dreugh hatte auch nicht mehr Glück. Skooma machte kurzen Prozess mit der schwer gepanzerten aber langsamen Kreatur. Der Weg zur Gruft war endlich frei.

Einige verstaubte Särge standen hier. Skooma öffnete sie alle. Endlich hielt er das gesuchte Amulett in den Pfoten. Doch ... plötzlich spürte er etwas. Er war nicht mehr allein. Hastig kramte er aus seinen Taschen das Elixier der Erforschung. Wie hatte Sinderion doch gesagt? Es war für das Überleben in dunklen und gefährlichen Ruinen entwickelt worden. Irgendwie traf alles zu. Der erste Effekt glich der Nachtsicht der Khajiiti. Skooma sah sich um. Und da stand er ... Kalthar. Er steckte also hinter dem Verschwinden des Amuletts. Skooma hätte es sich denken können ...

Leider (für ihn) hatte Kalthar nicht mit sich reden lasse. Sein beschworenes Skelett allerdings war geradezu lächerlich. Es gab nur einen kurzen Kampf, dann war er voll bepackt auf dem Rückweg nach Leyawiin. Abends kam er an. Da Gundalas schon geschlossen hatte, übernachtete Skooma erst einmal in der Fünf-Klauen-Unterkunft.

54.Tag – Stufe 24

Beim ersten Sonnenstrahl stand er vor der Tür der Schmiede. Eitar reparierte ihm seine Rüstung. Er arbeitete sehr gut. Die ganze Zeit erzählte er, wie stark, mutig und gewandt Khajiiti doch waren ... ganz im Gegensatz zu Argoniern. Skooma stimmte ihm zu und lästerte mit Seitenblicken auf Tun-Zeeus munter mit. Die folgende Schlägerei war vom Feinsten. Nachdem Tun-Zeeus am Boden lag und Eitar Skoomas Rüstung ein zweites mal für gutes Geld repariert hatte, verließ er den Laden. Da wiehernde Gelächter hinter der Tür ließ ihn etwas grübeln, dann jedoch machtte er sich auf zur Magiergilde.

Ob sich Dagail über das wiedergefundene Amulett freute, war schwer zu bestimmen. Immerhin faselte sie etwas verständlicher. Und sie versprach das Empfehlungsschreiben, Na also, fehlten nur noch Skingrad und Anvil.

Bei Sherina in der Kämpfergilde trainierte er noch etwas Schwertkampf, dann mit seinem Skelett im Keller Blocken, dann noch einmal mit Sherina. Schließlich sagte sie ihm, dass sie ihm alles beigebracht hatte, was sie wusste. Wenn Skooma mehr Ausbildung wollte, dann müsse er Alix Lencolia suchen, den besten Schwertmeister des Reiches.

Der Rest des Tages verging wie im Fluge. Skooma war unterwegs nach Skingrad. Eine kleine Pause gönnte er sich am Schrein von Sheggorath. Natürlich gab es nur Verrückte hier. Skooma erinnerte sich an die kleine Katze auf der Insel im Niben. Auch dort sollte er wieder mal vorbeischauen. Sheggorath wollte aber nicht mit ihm sprechen. Kein Wunder, es regnete ja auch nicht. Außerdem hatte er die gewünschten Opfergaben gerade nicht bei sich. Skooma ritt weiter ...

55.Tag – Stufe 25

Sein erster weg in Skingrad führte ihn zu den Magiern. Passende Opfergaben für Sheggorath lagen hier überall herum, er steckte ein, was er brauchte. Dann betrat er die Schlafräume. Magier waren schon merkwürdig ... oder sie litten an Schlaflosigkeit. Skooma sah eine Weile zu, wie sie immer wieder aufstanden, das Zimmer wechselten und sich wieder hinlegten. Und das nachts um drei. Als es ihm zu bunt wurde, hielt er Adrienne Berene einfach fest. Eine Empfehlung? Sie war viel zu beschäftigt ... aber es gab da ein Problem mit Erthor ... damit legte sie sich wieder hin.

Nach einer Weile „Magier nerven“ wusste Skooma genug. Der Bosmer-Magier Erthor war nach missglückten Experimenten mit Skamps in die Kahle-Sandbank-Höhle verbannt worden. Man hielt natürlich regelmäßig Kontakt, doch seit ein paar Tagen kam keine Meldung mehr. Jemand musste mal nachsehen. Und dieser jemand war ... wer sonst ... Skooma.

Glücklicherweise war es nicht sehr weit, bis zur Höhle. Skooma trat ein und begann die Jagd. Zombies hatten sich breit gemacht, meist kopflose Geschöpfe, an denen er gut mit dem Bogen üben konnte. Nur ein einziges Mal war er unaufmerksam. Das reichte für eine üble Krankheit, aber er hatte ja Heiltränke dabei. Dann war das Problem beseitigt. Er begleitete Erthor noch bis zur Gilde und freute sich auf Adriennes Schreiben. „Ich werde euch die Empfehlung schreiben ... sobald ich Zeit dafür habe.“ Na toll! ...

Kurz vor Einbruch der Dunkelheit stand Skooma wieder mal zwischen den Zelten des gro-Bak-Lagers in der Nähe der Heulenden Höhle. Das Lager war inzwischen wieder bewohnt ... gewesen. Einer dieser Bettelmagier hatte sich hier niedergelassen. Da Skooma nicht viele Schwierigkeiten mit ihm gehabt hatte, wollte er einen neuen Versuch bei den Totenbeschwörern riskieren.

Zuerst kamen die obligatorischen Ratten. Eine gute Gelegenheit, seine Vorräte an Fleisch wieder aufzufüllen. Dann jedoch ... ein erstaunlich anhänglicher Zombie und sein Kumpel, ein Düstergespenst, machten Skooma das Leben schwer. Mit viel Mühe und schwer verletzt rettete er sich auf den Felsen über dem Höhleneingang. Zum Glück konzentrierte das Gespenst seine Angriffe auf Skoomas Dremona, Zombies und Skelette. Gelegentlichen Frostzaubern konnte er ausweichen ...

56.Tag – Stufe 25

... trotzdem dauerten die Kämpfe bis in die frühen Morgenstunden. Dann gab Skooma auf. Irgendwann würde er, besser vorbereitet, zurückkehren.

Sein Pferd wartete im gro-Bak-Lager. Skooma hielt sich nicht lange mit Skingrad auf. Vorbei an Banditen, Minotauren und ähnlichem Gelichter ritt er zügig nach Anvil.

Schnurstracks marschierte er dort zur Magiergilde. Die Altmer Carahil, hinter ihrem Tisch in der Eingangshalle staunte nicht schlecht, als ein staubbedeckter Khajiit sie mit einem fröhlichen „Hallo Süße“ begrüßte und sich mit einem Lächeln, das an die Balzmimik eines Daedroth erinnerte, vor ihr auf die Tischplatte pflanzte. „Wie wär's denn mit einem Empfehlungsschreiben, mein Schatz?“ ...

Den zielsicheren Wurf mit der Blumenvase hatte Skooma bei seinem Versuch, charmant zu sein, nicht einkalkuliert. Zutiefst gekränkt und aus dem eingerissenen Ohr blutend stand er vor der Leiterin der Anviler Magiergilde. Man würde doch mal einen kleinen Scherz ... OK, durfte man nicht. Skooma seufzte. Wie immer würde ihn die Empfehlung, die letzte, die er noch brauchte, eine Menge an Arbeit kosten. Und wie immer würde sie gefährlich sein, doch daran hatte er sich beinahe schon gewöhnt. Dieses mal ging es um verschwundene Kaufleute auf der Straße nach Kvatch. Einmal wollte er noch kurz protestieren, jedoch Carahils Vorschlag, ihn auf magische Weise rosa einzufärben, überzeugte ihn, dass es besser war, es sich mit dieser Frau nicht vollends zu verderben. Viel leiser, als er hereingekommen war, schlich er sich wieder hinaus.

Nebenan in der Kämpfergilde warteten auch schon Aufträge auf ihn. Gut, eine Bande weiblicher Diebe waren mehr ein Gerücht als ein Auftrag. Vielleicht ließ sich die Geschichte mit einem kleinen Abenteuer verbinden. Die richtige Aufgabe bekam er von Gildenführer Azzan. Eine Dunkelelfe hatte ein Rattenproblem. Womit man sich als Krieger heutzutage herumschlagen musste. Wenigstens würde diese Arbeit schnell erledigt sein ...

Auf einer Bank unweit der Gildenhalle saß Maelona. Sie schimpfte heftig über ihren Gatten Gogan. Was hatte er sich dabei gedacht, anderen Weibern hinterherzurennen und sich dabei seinen Ring, ein uraltes Familienerbstück, klauen zu lassen. Skooma gab ihr recht. Wie konnte man nur so blöd sein, beim Fremdgehen den Ring seiner „Alten“ dabei zu haben ...

Warum er diesmal eine Ohrfeige kassiert hatte, blieb Skooma ein Rätsel. Er suchte Gogan in seinem Haus auf. Beim Anblick des hühnenhaften Rothwardonen verzichtete er lieber auf anzügliche Bemerkungen. Dafür erfuhr er den Treffpunkt der „Damen“, die Schenke „Zur Schwimmenden Schüssel“.

Auf dem Weg dorthin warteten noch drei weitere Erlebnisse auf ihn. Als erstes traf er Arvena Thelas, das „Rattenproblem“. Überraschend war nur, dass sie sich selbst die „Rattenfürstin“ nannte und diese possierlichen Tierchen als Haustiere hielt. Er würde sich morgen darum kümmern. Immerhin mochte Skooma Ratten ja auch, nur nicht auf diese Weise.

Dann sah er sich im Hafen um. Zwei Schiffe lagen vor Anker und das Wetter lud zu einer Besichtigung ein. An Deck kam ihm gleich eine aufgebrachte Hochelfe entgegen. Nein, Betreten war nicht verboten. Varulae hatte ein anderes Problem. Sie hatte eine Kristallkugel im Schiff und leider ein paar Geister unter Deck, die sie nicht an ihr Eigentum heranlassen wollten. Vielleicht könnte ein so stattlicher Held ja helfen? Skooma lehnte dankend ab. „Stattlicher Held“, und das von einer Altmer. Sonst behandelte ihresgleichen die Khajiit doch fast wie Tiere. Er konnte diese hochnäsigste Art der Elfen fast so wenig leiden wie die Bosmer, und das wollte was heißen. Wie erwartet schimpfte die Altmer gleich los: „Nie will jemand helfen! Jeder ist so verdammt selbstsüchtig! ...“ Als Skooma schon weit weg war, schimpfte sie immer noch.

Sein Fell riskieren gegen Geister, für eine Elfe, so weit war er noch lange nicht. Skooma brauchte unbedingt ein Ventil zum Dampf ablassen. Das Ventil hieß Isolde und lief ihm geradewegs vor die Füße. Es war wie damals in der Herberge „Westebene“ in Skingrad. Kaum hatte Skooma die Frau ein wenig geärgert, stand sie in voller Rüstung vor ihm. Sogar das Schwert war das gleiche. Ein Fall für die Wachen! Skooma sprintete los, doch nicht zum Tor sondern zurück zum Schiff. Sollte doch auch die Elfe ihren Spaß bekommen. Auf dem Vordeck stand er dann gut geschützt, versteckt hinter dem breiten Rücken seines Dremona. Die Wache half auch noch und mit vereinten Kräften stießen sie Isolde über die Brüstung, wo sie in ihrer schweren Rüstung ertrank.

In der „Schwimmenden Schüssel“ herrschte noch wenig Betrieb. Skooma bestellte etwas Wein und wartete. Dann kamen sie. Eine Nord mit roter Mähne, für menschliche Verhältnisse wohl ziemlich hübsch. Skooma mochte sie nicht. Ihre kaiserliche Freundin gefiel ihm schon ein wenig besser, doch auch sie sah nicht zäh genug aus, ein Abenteuer nach Khajiiti-Geschmack heil zu überstehen. Trotzdem spielte er mit. Um elf Uhr nachts auf einem Bauernhof also. Er würde da sein.

Relativ pünktlich, die Suche nach dem Gehöft hatte etwas länger gedauert, betrat Skooma das Bauernhaus. Nur die Kaiserliche schien da zu sein. Aber irgendwie schien sie ihm zu mißtrauen. Auch Skoomas Pfote näherte sich seinem Schwert. Dann ging alles ganz schnell. Die anderen beiden kamen herein. Unsichtbarkeit, beschworene Rüstungen, vergiftete Waffen, alles solche gemeinen Spielchen. Doch auch Skooma konnte da mitspielen. Er machte sich ebenfalls unsichtbar, erst mit Hilfe eines starken Tranks, dann mit „Mondschatten“. Inzwischen erledigten zwei Dremona den Großteil der Arbeit. Der Rest war anstrengend genug, aber am Ende hatte Skooma doch noch seinen Spaß gehabt, nur anders als geplant. Er hielt etliche schöne Glitzersachen in seinen Pfoten. Etwas leid tat ihm nur die dritte „Dame“. Es war eine Khajiit und sie sah zum Anbeißen aus ...

Die Wachen kamen wie so oft zu spät. Skooma kassierte noch eine großzügige Belohnung, dann ließ er sie zum Aufräumen allein und ging zurück zur Stadt.


"Die Toten existieren um die Lebenden zu nähren." Eola
  12.07.2010, 06:59
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57.Tag – Stufe 25

Vom Gwedenhof aus wanderte Skooma direkt nach Norden, mitten durch die nächtliche Landschaft der Goldküste. Am Schrein von Alkosh beichtete er seine gesamten Sünden der letzten Wochen. Es dauerte eine Weile, bis er fertig war. Skooma nahm es mit den Göttern ja meist nicht so genau, aber der Drachenkönig der Katzen ließ sich nicht täuschen. Mit reinem Gewissen ging es weiter bis zur Gottshaw-Herberge und dann zurück auf der Straße nach Anvil.

Die Herberge „Zum Brinakreuz“ tauchte im Morgengrauen hinter den Hügeln auf. Er trat ein. Schummerige Beleuchtung empfing ihn. Außer dem müde wirkenden Wirt waren noch drei Personen anwesend. Skooma setzte sich und bestellte sich Met und etwas zu essen. Nach einer Weile bemerkte er, dass zwei der Frauen ihn beobachteten. „Nicht schon wieder so eine Bande!“, dachte er und stand auf. Doch diesmal schienen die Frauen nicht auf ein Abenteuer aus zu sein, auch nicht dem Anschein nach. Die finster dreinblickende ältliche Hochelfe kam zuerst an seinen Tisch. Skooma beschloss, sie zu reizen. Wenn sie schon auf Ärger aus war, dann hier, wo er Rückendeckung hatte. Doch irgendwie prallten alle Provokationen an ihr ab. Selbst die „Mittelkralle“ brachte nicht das gewünschte Ergebnis. Na dann eben nicht.

Die andere Frau stellte sich flüsternd als Arielle Jurard vor. Da war doch was? Dieser Name? Skooma kramte in seinem Gedächtnis. Richtig, die Kontaktperson von Carahil. Erfreut wollte er sie in ein Schwätzchen vertiefen. Doch sie wehrte ab. „Nicht hier. Nehmt Euch ein Zimmer und wartet dort auf mich.“ Auch gut. Skooma löhnte für das Essen und ließ sich eine der schmuddeligen Kammern zuweisen. Der Wirt Christophe stellte sich als genauso gesprächig wie neugierig heraus. „Ein fahrender Händler seid ihr also? Na ja, in diesem Aufzug hätte ich das nicht vermutet. Womit handelt ihr denn? Was, Zucker? Und damit kann man Geld verdienen? Oder meintet ihr etwa ... ? Nein, ich will es gar nicht so genau wissen. Hier habt ihr den Schlüssel. Eure Kammer ist oben, letzte Tür rechts ...“ Aus den Augenwinkeln sah Skooma noch, wie die Ohren der Altmer immer länger wurden.

Er hatte es sich im Zimmer noch nicht mal gemütlich gemacht, da stand Arielle schon in der Tür. „Geht morgen früh nach Osten“, gab sie ihm weitere Anweisungen, „ich werde euch mit einem Kampfmagier folgen. Euch wird nichts geschehen.“ Das wollte Skooma doch hoffen.

Bis morgen warten, so eine Zeitverschwendung. Skooma beschloss, sich die Gegend einmal genauer anzusehen. Viel war hier nicht los, ein verlassenes Lager und ein wütender Eber (Dremonafutter) waren alles, was er an Zerstreuung fand. „Eigentlich ist es Blödsinn, bis morgen zu warten“, dachte er sich. Noch ein kurzer Mittagsschlaf und Skooma war auf dem Weg nach Kvatch. Die beiden Magier hatten seine Abreise natürlich mitbekommen und folgten ihm.

Sie gingen nur ein kurzes Stück. Plötzlich sprang die Altmer aus den Büschen. Da hatte Skooma doch Recht gehabt, mit seiner Vermutung. Nun rasch etwas beschwören, und dann ab auf den nächsten Felsen. Im Zickzack den heransausenden Blitzen und Feuerbällen ausweichend stürmte er los. Nur gut, dass er jeden Tag klettern übte. Die Magierin konnte ihm nicht folgen. Von oben hatte er dann eine wunderbare Aussicht auf den Kampf, der mit Hilfe der grausigsten Kreaturen (auch eine Riesenspinne war dabei) ausgefochten wurde. Seine gute Laune wurde nur durch den Umstand getrübt, dass die Elfe nicht viel an brauchbaren Sachen bei sich trug.

Auf dem Rückweg, in der Nähe der Hrota-Höhle, sah sich Skooma plötzlich einem Berglöwen gegenüber. Er hatte einen Heidenrespekt vor diesen vierpfotigen „Verwandten“. Das Erlebnis von Skingrad steckte ihm noch in den Knochen. Und auch heute benötigte er die Kampfkraft von acht Dremona, um das Tier zu besiegen.

Zurück in Anvil klopfte er zuerst bei Arvena Thelas. Sie antwortete zwar nicht, aber die Tür war nicht verschlossen. Skooma fand die Dunkelelfe in der oberen Etage ihres Hauses. Sie war völlig aufgelöst. Irgendetwas Schreckliches beunruhigte ihre „Babies“ im Keller. „Schnell, schnell seht nach!“ Damit scheuchte sie Skooma die Treppe herab. Zur Sicherheit unsichtbar und mit dem Beschwörungsspruch auf den Lippen schlich er sich nach unten. Er spürte die Anwesenheit eines großen Raubtieres bevor er es sah, hob sein Schwert zum Schlag und ... Treffer. Der Dremona stand nur untätig in der Gegend rum. Schon Skoomas erster Schlag hatte den Berglöwen halbiert. Das sollte ihm erst mal jemand nachmachen.

Gleich darauf erzählte er Arvana von seiner Heldentat und von dem riesigen Loch in ihrer Kellerwand.
Auch Dunmer konnten bleich werden, wieder eine neue Erfahrung. „Wo einer ist, treiben sich bestimmet noch mehr herum. Sucht Pinarus Inventius, den Jäger. Er wird wissen, was zu tun ist“, sagte sie.

Und Skooma hatte sich schon gefreut, diesen Auftrag erledigt zu haben. Nun gut, Pinarus wohnte nur ein paar Häuser weiter. Mit etwas Glück war er zu hause. Skooma sah nur schnell noch bei Carahil in der Gilde vorbei, damit sie seine Empfehlung auch rechtzeitig abschicken konnte. „Viel Erfolg beim Studium in der Kaiserstadt“, wünschte sie ihm. Irgendwie hatte Skooma dabei das Gefühl, Carahil wäre froh, ihn los zu sein, doch warum nur?

Pinarus war zu hause und er war noch wach. Sofort erklärte er sich bereit, mit Skooma auf die Berglöwenjagd zu gehen. Allein? Nein, ein Mitglied der Kämpfergilde würde sich solch einen Spaß doch nicht entgehen lassen. Skooma war schon ein echter Witzbold. Skooma selbst sah sich eher als Pechvogel. Er setzte seine mutigste Miene auf und folgte Pinarus in sicherem Abstand.

Vor der Stadt trennten sie sich. Pinarus nahm den Weg und Skooma erkletterte ein paar Felsen, um dem Jäger von dort Deckung zu geben. Dabei entdeckte er das Löwenrudel sogar zuerst. Sorgfältig zielend schoss er einige blitze auf die Tiere, traf sogar ab und zu. Den Rest (so kümmerliche 90% der Arbeit) erledigte der Jäger mit dem Schwert. So schlimm war es ja nicht. Die Berglöwen waren schwach und halb verhungert. Damit brauchte sich ein geübter Kämpfer wie Skooma nun wirklich nicht abgeben.

Schnell lief er zurück zu Arvena, um sich seinen verdienten Lohn zu holen. Doch immer noch war sie nicht zufrieden. Wie auch, es rumorte schon wieder im Keller. Seufzend ging Skooma für Ruhe sorgen, für endgültige Ruhe! Die fehlenden Portionen Rattenfleisch schrieb er dem Löwen auf’s Konto. Arvena war trotzdem nicht zufrieden. Jetzt verdächtigte sie eine Nachbarin, ihr die ganze Sache  eingebrockt zu haben. Skooma sollte sie gefälligst beschatten und auf frischer Tat ertappen ...

58.Tag – Stufe 26

„Beschwört nie wieder Skelette im Schlafsaal der Kämpfergilde!“ Mit diesen mahnenden Worten schickte ihn Azzan noch vor dem Frühstück in die Stadt. Skooma sah sich etwas im Hafen um. Die Argonierin zu beschatten, hatte er im Moment keine Lust. Hier war es viel aufregender, zum Beispiel auf dem Schiff dort. An Deck der „Clarabella“ war niemand zu sehen. Es stand auch kaum Ladung herum, also würde er es mal drinnen versuchen. Geräuschlos öffnete er die Tür. Der Kapitän, dem Aussehen nach sicher ein Pirat oder Schmuggler, sah ihn trotzdem. Er war ein guter Kämpfer und machte es Skooma sehr schwer. Aber schließlich hatte er angefangen. Skooma verteidigte sein Fell bis zum bitteren Ende ... für den Piraten. Danach benötigte er fast zwei stunden, um sich wieder zu heilen. Er sollte wirklich vorsichtiger werden.

Die Beute war eher mäßig, aber Skooma hatte ja noch genug Geld dabei. Sein nächster Weg führte ihn zur Kapelle. Die schweren Tore fühlten sich warm an, als er seine Pfoten dagegen lehnte. Im inneren erwartete ihn ein Anblick des Grauens. Alles war verwüstet. Eine Leiche lag auf dem entweihten Altar, weitere in den Gängen. Überall schwelten noch kleinere Brände vor sich hin. Und dann diese blutigen Runen. Jemand schien lästerliche Beschwörungen auf den Boden geschrieben zu haben.

Doch die unmittelbare Gefahr schien gebannt. Skooma konnte nirgends ein Lebenszeichen ausmachen. Damit hatte er also wieder einen Auftrag. Er musste unbedingt die Kellerräume vor Plünderern schützen. Am besten würde es sein, alles Wertvolle erst mal raus zu schaffen. Die Taschen vollgestopft mit wertvollen Büchern und Silbergeschirr verließ er bald darauf die Kapelle.

Den Rest des Tages trieb sich Skooma in Anvil herum. Er besuchte das Schloss und entdeckte die Schmugglerhöhle darunter, genoss die Aussicht vom Leuchtturm, sprach mit Norbert Lelles in dessen Laden und erinnerte sich schließlich wieder an seine Aufgabe.

Im Garten von Arvena Thelas legte er sich auf die Lauer. Es wurde Abend und Nacht. Skooma war kurz vor dem Einschlafen, als endlich die Argonierin erschien. Sie hatte müffelnde Fleischbrocken dabei, die sie nahe des Hauses auslegte. Sie erstarrte, als er ihr auf die Schulter tippte. Erwischt! Ja, sie hasste Ratten, gestand sie, aber Berglöwen anlocken, das hatte sie nun wirklich nicht gewollt. Er würde sie doch nicht an ihre Nachbarin verraten? Federweber war eine angesehene Akrobatik-Lehrerin, der Skandal würde ihren guten Ruf sicher ruinieren.

Hm, nach reichlichem Nachdenken hatte Skooma eine Idee, die für alle von Vorteil sein konnte, besonders natürlich für ihn. Arvena zu belügen fiel ihm nicht schwer und die stattliche Summe von 600 Goldstücken beruhigte sein Gewissen vollends. Das kostenlose Training bei Federweber war zwar anstrengend, würde sich aber sicher noch auszahlen. Skooma war mit sich und der Welt zufrieden.

Mit der guten Nachricht vom erledigten Auftrag trommelte er erst mal Azzan aus dem Bett. Der hatte auch gleich neue Befehle für ihn. Der Händler Lelles, ja der vom Hafen, hatte um Unterstützung der Gilde gegen Ladendiebe gebeten. Skooma sollte sich gefälligst darum kümmern und seinen Vorgesetzten schlafen lassen. Nun gut, er würde mal vorbeigehen. Doch erst einmal musste er dringend nach Bruma reiten, zu Ongar.

Noch vor Mitternacht langte er in der Gottshaw-Herberge an.

59.Tag – Stufe 26

Von hier aus ging es querfeldein weiter. Skooma passierte die Stadt Kvatch im Norden. Er ritt so schnell es das unebene Gelände und die Dunkelheit zuließen. Etwas anderes blieb ihm auch nicht übrig, denn kurz hinter dem Schrein von Zenithar hefteten sich die ersten Verfolger an seine Fersen. Bald hatte er eine muntere Gruppe bestehend aus Wölfen, Berglöwen, Ogern und anderem zusammen. Sein wilder Ritt führte ihn mitten durch das Dörfchen Dreckhack. Aber der Zeitpunkt war schlecht gewählt. Alle Bewohner schliefen in ihren Häusern, statt sich um seine Verfolger zu kümmern. Kurz vor Chorrol hatte er jedoch die meisten abgeschüttelt. Die letzten Wölfe fielen der Stadtwache zum Opfer. Skooma hielt sich nicht auf. Weiter auf der offiziellen, durch Legionäre gesicherten Straße ritt er bis nach Bruma.

Ongar fluchte zwar, dass er so früh aus dem Bett geworfen wurde, doch Skooma kannte in dieser Beziehung kein Mitleid. Er war ja auch wach. Und Skoomas reichhaltiges Warenangebot stellte ihn schließlich zufrieden.

Dann waren die Magier an der Reihe. Von Selena Orania erstand Skooma den Beschwörungsspruch für einen (niederen) Daedroth. Er probierte ihn gleich aus. Dümmlich vor sich hin glotzend stand die riesige Echse mitten in der Gildenhalle. Skooma bewunderte die Nerven seiner Mitmagier. Vor allem Jeanne stand direkt neben dem stinkenden Vieh und mixte seelenruhig weiter ihre Tränke. Von Volanaro kaufte er noch die Dremona-Fürst-Beschwörung. Leider schlugen alle Tests fehl, seine Magie war wohl noch nicht stark genug.

Als Skooma darüber nachdachte, wen er noch mit seiner Anwesenheit beglücken könnte, fiel ihm Arnora ein. Da war doch noch dieser versteckte Schatz. Deswegen hatte er sogar im Gefängnis gesessen. Wie hatte er das vergessen können? Dunkel erinnerte er sich an Jorundrs Worte. Zwischen den Felsen vor dem nördlichen Stadttor sollte er suchen. Na gut, dann würde er genau das jetzt tun. Schnell musste er feststellen, dass er bei seiner Suche nicht allein war. Den Typ kannte er doch ... richtig, der Kerkermeister, ... aber was wollte der hier? Das gezogene Schwert vor Skoomas Nase war Antwort genug.

Der Kerkermeister hatte wohl damit gerechnet, dass Skooma sofort fliehen würde, doch da irrte er sich. Skooma grinste böse, er auch. Gerade wollte er das Schwert zum Schlag heben, als Skooma an ihm vorbei deutete: „Guck mal, hinter dir!“ Der Trick war so alt, dass er sich selbst wunderte, warum er sich umdrehte ... und in ein zähnestarrendes Maul blickte. Gerade noch rechtzeitig konnte er den Prankenhieb parieren. Das sollte ihm diese Miezekatze büßen! Doch Skooma verschwand gerade durch das Stadttor. Er rannte hinterher, sah sein Opfer mit einem riesigen Satz über die Mauer springen, auf das Dach des nächsten Gebäudes. Dann kamen die Stadtwachen ...

Nachdem alles vorbei war, rutschte Skooma vom Dach. Ein Schwert, eine Kettenrüstung, damit konnte er Ongar eine Freude machen. Schnell holte er sich den Schatz. Dann ging er zu Arnora. Er hatte nicht wirklich vor, zu teilen, aber der Kerkermeister hatte so eine komische Anspielung gemacht. Skooma war vorsichtig. Und richtig, Arnora lag erschlagen in ihrem Haus. Jetzt musste er schnell sein, bevor die Wachen falsche Schlüsse zogen. Bepackt mit allem Wertvollen, was er finden konnte, eilte er zu Ongar.

Sollten doch die Wachen Arnora finden. Skooma war schon lange weg. Sein Pferd hatte er nach langem Überlegen bei den Ställen gelassen. Hier draußen trieben sich viele Bären herum, und bei dem, was er vorhatte, würde er nicht auf die Hilfe anderer zählen können. Sein nächstes Ziel war der Schrein von Mephala.

Auf dem Weg dahin hatte er noch einmal Gelegenheit, seinen Daedroth zu „testen“. Ein kaiserlicher Waldläufer lieferte sich gerade eine Auseinandersetzung mit einem Zweigling. Vorbeischleichen ging nicht, das Gelände war hier zu steil. Also griff Skooma beherzt in den Kampf ein, besser ... er ließ eingreifen. Der Daedroth leistete gute Arbeit, fand Skooma. Der Waldläufer schien da anderer Meinung zu sein. Als der Zweigling erlegt war, griff er Skoomas Daedroth an. Böser Fehler ...

Mit etwas reparaturbedürftiger Lederkleidung in der Tasche kam Skooma am Nachmittag am Schrein an. Brav legte er seine Tollkirsche als Opfergabe aus. Dann wartete er ... und wartete ... und wartete.
Irgendwann gab ihm eine Dunmer den Tipp, dass sich Mephala nur zwischen Mitternacht und Morgendämmerung beschwören ließ. Zeit genug also, um etwas versäumten Schlaf nachzuholen ...

60.Tag – Stufe 26

Endlich war es soweit. Mephala, oder richtiger Mafala, sprach zu ihm. Und was ihm die große Stammesmutter auftrug, versprach sehr interessant zu werden. In Bleichersweg, einem Ort etwas weiter im Westen, lebten eine Nord- und eine Dunmerfamilie einträchtig zusammen. Skoomas Aufgabe bestand darin, zwischen den Familien Zwietracht zu sähen, und zwar auf eine besonders rigorose Weise. Aber wie sagte schon der Volksmund: „Fusozay Var Dar“ (Töte ohne Bedenken). Für einen höheren Zweck mussten eben Opfer gebracht werden.

Kaum im Ort angekommen, schlich sich Skooma auch schon ins nächste größere Haus. Es gehörte dem Nord Hrol Ulfgar, aber wo Skooma anfing war ja egal. So leise er konnte (und Khajiiti können extrem leise sein) schlich er durch das Haus. Hrol schlief unter dem Dach in seinem Bett. Ein sorgfältig gezielter Schwerthieb und Hrol war ... nicht tot. Er stellte sich sogar schwer verletzt als hervorragender Kämpfer heraus. Skooma und sein Daedroth hatten ordentlich zu tun. Aber schließlich lag er wieder in seinem Bett. Dann geschah etwas merkwürdiges. Es war als würde die Luft für kurze Zeit gefrieren, als würde die Zeit selbst kurz anhalten, als hätte ... jemand oder etwas Skooma bei seiner ruchlosen Tat beobachtet.

Skooma schüttelte die kurze Starre ab. Dazu war später noch Zeit. Erst einmal musste er nach brauchbaren „Beweisen“ suchen. Er fand sie in Form eines Siegelringes der Familie Ulfgar. Schnell steckte den Ring ein, dann verließ er das Haus auf der Suche nach dem zweiten Opfer.

Auch Nivan Dalvilu lag in tiefem Schlaf, als ihn sein Schicksal ereilte. Skooma tauschte Hrols Ring gegen Nivans Zeremonialdolch aus. Dann brachte er den Dolch noch schnell ins Haus Ulfgar.

Alles war vorbereitet, wie Mafala es gewünscht hatte. Jetzt noch „Meldung machen“. Der beste Ort für Klatsch und Tratsch war immer noch die örtliche Schenke. Die Wirtin schlief bereits, aber das ließ sich ja ändern. Skooma stellte sich als Durchreisender vor, der nur schnell seine Vorräte auffüllen wollte, um sofort weiterzuziehen. Drei Goldstücke auf dem Tisch bewegten die Wirtin schnell dazu, etwas Fleisch und Brot zusammen zu suchen. Skooma beobachtete sie. „Komme es bei euch häufig vor, dass gleich zwei Männer in der selben Nacht erschlagen werden?“, begann er das Gespräch. Kirsten stutzte. „Zwei Männer? Natürlich nicht. Das war ja furchtbar. Wer war es denn?“ „Ich weiß auch nichts genaues“, beeilte sich Skooma zu versichern, „nur Gerüchte. Ein gewisser Hrol Ulfgar soll von seinem Nachbarn Nivan Dalvilu hinterrücks überfallen worden sein, und nachdem er sich heldenhaft zur Wehr gesetzt hatte, ist er leider seinen schweren Wunden erlegen.“ Kirsten stand wie vom Blitz getroffen da. „Diese niederträchtigen Dunmer!“, schrie sie los, ihren Dolch ziehend, „ich habe immer gewusst, dass man ihnen nicht trauen kann. Aber das sollen sie bereuen!“ Damit rannte sie zur Tür hinaus.

Skooma ging langsam hinterher, setzt sich auf eine Bank vor dem Haus und genoss das folgende Gemetzel. Mafala würde stolz auf ihn sein. Entgegen seiner Erwartung siegten die Dunmer. Magie hatte sich gegen pure Kraft erfolgreich durchgesetzt. Ihm war es eigentlich egal. Noch etwas Leichenfleddern, dann lief er zurück zum Schrein.

„Gibt es etwas Schöneres als Freunde, die sich bekriegen?“ Mit diesen Worten empfing die Daedroth ihn und überreichte ihm, er glaubte seinen Augen nicht trauen zu können, die legendäre Ebenholzklinge. Skooma weinte vor Rührung und versprach Mafala so viele Tollkirschen, wie sie essen könne ...

Etwas später entdeckte er sein Pferd. Das treue Tier war ihm wohl nachgelaufen. Auch gut, das ersparte ihm den Marsch zurück nach Bruma. Der ganze Tag lag noch vor ihm, genug Zeit also, in Ruhe nach Anvil zu reiten. Norbert Lelles wartete sicher schon.

Die Roxey-Herberge ließ Skooma am Wegrand liegen. Er hielt nur kurz bei alten Bekannten in Bockbierquell, ein Bier und etwas gebratener Hammel, dann ging es schon weiter. Gegen Mittag passierte er die Festung Kaiserreich. Jetzt wurde es etwas ungemütlicher, die üblichen Verfolger tauchten auf. Skooma ritt schneller. Er hängte alle ab.

Dann stand er wieder im gro-Bak-Lager vor Skingrad. Und wieder musste er einen Banditenmagier davon überzeugen, dass Khajiiti keine geeigneten Opfer waren. Wo kamen die ganzen Magier eigentlich her? So schön war das Lager hier nun auch wieder nicht. Skooma ließ sein Pferd zurück, diesmal angebunden. Wieder näherte er sich der Heulenden Höhle. Die Sonne brannte noch kräftig für diese Jahreszeit. Alles lag in grellem Licht, gut für ihn und schlecht für Geister. Die Umgebung der Höhle schien sicher zu sein.

Skooma bereitete seinen Daedroth-Ruf vor, zauberte sich noch etwas Licht und Schutz und betrat die Höhle. Zuerst wieder nur Ratten, doch dann ... ein Lich, nein, gleich zwei Liche geisterten herum. Daedroth marsch! Irgendwie schaffte er es, die Liche zu trennen. Der eine zog sich weiter in die Höhle zurück, der andere folgte ihm bis vor die Tür und rief sich ein Skelett zu Hilfe. Auch Skooma beschwor fleißig weiter. Während sich sein Daedroth um das Skelett kümmerte, griff er den Lich direkt an. Mit so viel Mut hatte der Untote wohl nicht gerechnet. Er schleuderte noch einen Blitz, der aber vorbei ging, und richtete dann seinen Stab auf Skooma. Skooma wollte vor Schreck aufschreien aber ... er konnte nicht. Nicht der leiseste Piep verließ seine Kehle. Und sein Daedroth begann bereits zu schwächeln. Alles oder Nichts! Skooma stürzte sich mit dem Schwert auf den Lich, schlug und stach zu so schnell und kräftig er konnte und ... gewann. Gerade noch die Axt zum Schlag erhoben, löste dich auch das Skelett in Rauch auf. Skooma schleppte sich bis vor die Tür. Jetzt erst mal Pause ...

Aber er hatte den Dreh raus, immer direkt den Beschwörer angreifen. Gleich würde es dem zweiten Lich an den Kragen gehen. Er ging gang ähnlich vor. Rein in die Höhle, anschleichen, einen Daedroth als Rückendeckung beschwören, auf den Lich einhacken. Wunderbar. Skoomas Planung ging auf, der zweite Lich war viel schneller bezwungen als der erste und, was viel wichtiger war, Skooma hatte sich nur ein paar kleine Frostbeulen zugezogen, musste wohl an diesem Stab liegen.

Die Sache war schnell geheilt. Skooma stand vor der Tür zum Innenbereich. Sein Herz schlug heftig vor Aufregung. Vier Totenbeschwörer, er konnte nur hoffen, dass er nicht mehrere auf einmal antraf.

61.Tag – Stufe 26

Dann ging es los. Skooma schlüpfte durch die Tür, beschwor seinen Helfer und zog sich sofort zurück. Diese Prozedur wiederholte er etwa zwanzig mal. Es dauerte ewig, aber zum Schluss hatte er den Vorraum von allen Kreaturen gesäubert. Auch der erste Totenbeschwörer lag still in einer Ecke. Skooma untersuchte ihn , oder besser sie. Ein daedrischer Streitkolben, etwas Geld, zwei magische Schriftrollen und etliche Tränke zur Lebensenergie-Wiederherstellung fielen in seine Pfoten. Es hatte sich schon jetzt gelohnt. Also weiter zum nächsten.

Beschwörer Nummer zwei war schneller zu besiegen. Nur ein etwas schwächlicher Lich leistete ihm Gesellschaft. Trotzdem brauchte er nach dem Kampf eine Pause. Also schleppte Skooma erst mal alles, was er in diesem Teil der Höhle an Wertsachen finden konnte, nach draußen und versteckte seine Beute im Zombiesarg vor der Tür.

Schnell mixte er sich noch einen Trank zur Lebensenergie-Festigung, nahm das bittere Gebräu ein, schüttelte sich und betrat wieder die Höhle. Beschwörer Nummer drei. Skooma hatte wieder Glück. Auch die letzten beiden Beschwörer waren anscheinend keine Freunde. Sie hockten in verschiedenen Kammern und machten keine Anstalten, sich gegenseitig beizustehen. Skooma metzelte freudig drauf los. Er ging sogar so weit, sich mit einem Düstergespenst anzulegen. Es kostete ihn zwar einige seiner Heiltränke, doch er gewann. Ein Haufen wertvoller Waffen, Tränke und Schriftrollen war sein Lohn ... vorerst, denn Meridia würde sicher auch noch was springen lassen.

Skooma holte sein Pferd, um all die schönen Sachen nach Skingrad transportieren zu können. Er selbst musste laufen, das kräftige Tier schwitzte schon genug unter seiner Last. Trotzdem schafften sie es, noch vor Ladenschluss in der Stadt anzukommen. Agnete die Besäuselte wurde Skoomas neue Freundin. Er setzte alle Waren zu einem fairen Preis bei ihr ab und ließ sich gleich noch die Rüstung reparieren.

Langsam wurde es auch Zeit, sich ein Bett zu suchen. Zwei schlaflose Nächte hintereinander waren auch für einen Helden ganz schön anstrengend. Das nächste freie Bett stand bei den Magiern. Er grüßte nur kurz, als er durch die Hallen ging, dann legte er sich auch gleich hin.

Ein Geräusch weckte Skooma. Er griff nach seinem Schwert doch ... es war nicht da. Vor seinem Bett stand ein vermummter Mann, schwarze Kutte, schwarze Kapuze, bleiches Gesicht. Skooma rutschte in die hinterste Ecke seines Bettes, bis die Wand ihn bremste. Er zitterte vor Angst. Nicht nur Schweiß sammelte sich auf dem Laken. Er wusste nicht, wer der Mann war, aber er wusste, WAS er war. Die Dunkle Bruderschaft hatte ihn gefunden! Skooma stammelte ein Gebet zu allen Göttern, die ihm einfielen. Doch dann bemerkte er, dass er noch gar nicht tot war. Der Assassine machte auch keine Anstalten, sich auf ihn zu stürzen. Vielmehr stand er grinsend vor Skoomas Bett und schaute auf das Häufchen Elend herab.

„Eure Arbeit, eure Todeskunst erfreut die Mutter der Nacht ...“, sagte er schließlich. „Ich habe euch ein Angebot zu machen. Hört gut zu, Mörder, denn die Bruderschaft ist es nicht gewohnt, Angebote zweimal zu machen.“ Lucien Lachance, wie er sich nannte, erzählte Skooma von einem alten kranken Mann in der Schenke „Zum schlechten Omen“ bei Bravil. Der Mann hatte, nach Einschätzung der Mutter der Nacht, bereits zu lange gelebt. Und nun lag es an einem jungen aufstrebenden Meuchelmörder, diesen Umstand zu bereinigen. Es war sozusagen Skoomas Aufnahmeprüfung. Sicher, er konnte auch ablehnen. Schließlich war der Friedhof von Skingrad geräumig genug, ein namenloses Grab mehr oder weniger ...

Verängstigt ob dieser Variante stimmte er kleinlaut zu. Was blieb ihm auch übrig? Ein kleiner Dolch lag plötzlich auf Skoomas Bettdecke. Als er ihn aufhob und anschließend wieder aufsah, war der Mann verschwunden ...

62.Tag – Stufe 27

Als er das Zimmer verließ, kam ihm Vigge „der Vorsichtige“ entgegen. Bevor ihn Skooma warnen konnte, legte er sich auf das feuchte Laken. Skooma war’s egal. Er verließ Gildenhalle und Stadt, pfiff nach seinem Pferd und ritt zu Meridias Schrein. Die ganze Plagerei mit den Totenbeschwörern zahlte sich endlich aus, Skoomas Belohnung war klein, aber unermesslich wertvoll, der „Ring der Khajiit“. Dieses uralte Artefakt, einst von Rajhin persönlich getragen, war lange Zeit verschollen gewesen. Und nun, nach all den Jahrhunderten hatte es einen neuen würdigen Träger gefunden. Skooma weinte vor Rührung und versprach Meridia so viel totes Fleisch, wie sie essen könne ...

Der Blitz, der daraufhin in sein Hinterteil einschlug, gab ihm dann doch zu denken. Hatte er etwas falsches gesagt?

Wenig später sah man ein scheinbar reiterloses Pferd in gestrecktem Galopp nach Anvil laufen.

Lelles Laden betrat Skooma durch den Hintereingang. Der Händler schien ihn schon erwartet zu haben, jedenfalls fing er gleich an zu jammern. Sein Geschäft war ausgeraubt worden, mehrmals sogar. Die Diebe kamen immer nachts, und welcher normale Mensch wollte schon unter diesen Umständen die Nacht im Laden verbringen? Er ganz sicher nicht, zu gefährlich. Aber jetzt war Skooma ja da. Die Kämpfergilde hatte ganz schöne Preise, das musste mal gesagt werden. Dafür verlangte er aber auch erstklassige Arbeit. „Ihr findet mich dann in der Schwimmenden Schüssel. Gebt Bescheid, wenn ihr die Diebe gefasst habt.“  Mit diesen Worten drückte er Skooma die Schlüssel in die Hand und verließ den Laden.

Händler! Skooma war kein einziges mal zu Wort gekommen. Na ja, bis zur Nacht war noch viel Zeit. Er trat ebenfalls vor die Tür. Sofort sah er drei Männer in Glasrüstungen, die auffällig unauffällig herumstanden. Es war eine merkwürdige Gruppe. Ein Nord, ein Dunmer und ein Bosmer, da konnte ja nichts Gutes bei herauskommen. Skooma sah sich um. Gut, mehrere Wachen waren in der Nähe. Er hatte also im Ernstfall Rückendeckung. Betont lässig ging er auf die Gruppe zu. „Hallo Schwestern“, versuchte er sie zu reizen, „ist das nicht ein herrlicher Tag für ein bisschen Klatsch und Tratsch über die neueste Mode?“

Die Hand des Nord fuhr zum Schwertgriff. Nur mit Mühe gelang es den anderen, den Riesen zurückzuhalten. „Verschwindet,“ knurrte der Bosmer ihn an. „Mit Leuten wie euch haben wir nichts zu schaffen.“

Schade, nicht geklappt, dachte sich Skooma. Dann eben anders. Er erinnerte sich, mal das Tagebuch einer Magierin gelesen zu haben. Dabei war er auf eine interessante Passage gestoßen. Sie hatte einen Dremona, oder ähnliches beschworen und ihn dann so lange geärgert, bis er alles um sich herum angriff. Klang machbar. Skooma rief den ersten Daedroth, zog sein Schwert und schlug auf die Kreatur ein. Als er merkte, dass das berühmte Maß voll war, sprang er schnell hinter die Dreiergruppe. Gerade rechtzeitig. Der Daedroth spuckte Feuer ... und traf zuerst die Männer, die sich natürlich wehrten. Skooma sah sich das ganze aus sicherer Entfernung an. Ein weiterer Versuch. Der Dunmer fiel ins Hafenbecken. Versuch Nummer drei. Der Bosmer hatte Pech. Aufgeschlitzt von langen Klauen flog er in die nächste Ecke. Eine schöne Rüstung für Skooma.

Leider hatte er bei dem Gemetzel selber einiges abbekommen. Die Heilung dauerte etwas. Zeit, mal schnell die gerade erbeuteten Sachen zu verkaufen. Als er von Morvayns Schmiede zurück kam, hatte sich der Dunmer wieder aus dem Hafenbecken befreit. Eine zweite „Testreihe“ konnte beginnen. Wieder kam der Daedroth, wieder sprang Skooma herum. Merkwürdigerweise zeigten keine Wachen Interesse an ihrem Geplänkel. Aber er schaffte dies hier auch allein. Der Nord blieb als nächster liegen und auch der Dunmer hatte schwere Verletzungen davongetragen. Mittlerweile war es Nacht. Skooma entschied, dass es Zeit war aufzuhören, betrat Lelles Laden und tarnte sich mit dem Ring.

Der Dieb bemerkte ihn trotzdem. Es war, wie vermutet, der Dunmer. Doch in seinem Zustand stellte er keine wirkliche Gefahr mehr dar. Skooma machte kurzen Prozess.

63.Tag – Stufe 27

Norbert Lelles saß in der „Schwimmenden Schüssel“ und hielt sich an seinem Bierkrug fest. „Scheen dassu die Diebe überfu ... überflüü ... kaputt gemach has! Hier issi Belohnung, hunnat Gold wie fa ... einbaat“, lallte er, Skooma einen Beutel mit Goldstücken zuschiebend. Der Inhalt betrug das Sechsfache, aber Skooma wollte dem glücklichen Mann nicht mit Kleinigkeiten die Laune verderben. Er grüßte kurz und ging, um Azzan Meldung zu machen.

Pflichtbewusst lieferte er die Hälfte der Belohnung, also 50 Septim an die Gilde ab. Azzan selbst beförderte ihn für seinen Mut zum Gesellen der Gilde. Neue Befehle hatte er erst einmal nicht, aber Skooma sollte sich bei Vilena Donton in Chorrol melden. Dort war immer genug zu tun.

Jetzt musste sich Skooma entscheiden. Nach Chorrol zu Vilena Donton? Oder erst nach Leyawiin, um endlich den Ring zu holen? Oder doch lieber gleich zur Geheimen Universität? Und da war noch diese unliebsame Sache mit der Bruderschaft ... Sein Bestreben nach persönlicher Sicherheit siegte wieder mal. Mit der Bruderschaft war am wenigsten zu spaßen, also erst zur Schenke bei Bravil. Außerdem war es der kürzeste Ritt. Skooma verscherbelte noch schnell ein paar Sachen an Morvayn und machte sich dann auf den Weg. Gegen Mittag passierte er Skingrad. Abends erreichte der Faregyl. „Jetzt erst einmal eine kurze Pause“, dachte er sich. Abhuki stand hinter der Theke, wie beim letzten Besuch. Auch die hübsche S’jirra war noch da. Sie unterhielt sich angeregt mit einem Fremden. Skooma setzte sich einfach zu ihnen.

„Alix Lencolia“, stellte sich der Fremde vor, der sich durch Skoomas dreistes Auftreten keineswegs gestört fühlte. „Sagt, ihr kommt doch gerade von draußen, ist euch etwas ungewöhnliches aufgefallen? Unsere Freundin hier vermisst nämlich ihre Kartoffeln.“ Skooma musste gerade nicht sehr intelligent ausgesehen haben, da er fortfuhr: Wisst ihr, die Kartoffeln waren für ein spezielles Rezept gedacht. Jemand scheint sie gestohlen zu haben. Ich bin leider hier mit jemandem verabredet und kann grad’ nicht weg. Könntet ihr mal nachsehen, ob ihr etwas findet?“ „Aber mit dem größten vergnügen“, hörte sich Skooma sagen, bevor er merkte, was er da gerade versprach. Diese großen dunklen Augen von S’jirra waren einfach zu verführerisch ...

Relativ lustlos suchte er den Boden um die Herberge ab. Nanu? Fußabdrücke? Skooma stellte seinen eigenen Fuß auf den Abdruck. Er passte zweimal hinein. Na wunderbar, hätte der Dieb nicht mal zur Abwechslung eine Ratte sein können? Vorsichtig folgte er den Spuren in den Wald. Hinter einem Gebüsch war lautes Schmatzen und Schnaufen zu hören. Skooma schlich näher. Plötzlich ... ein ohrenbetäubendes Geräusch, und ein ekelhafter Gestank drang in seine Nase. Skooma musste niesen. Sein Gegner stellte sich als riesiger Oger mit Blähungen heraus. Sofort griff er an.

Nur gut, dass Skooma schnell einen kleinen Felsen fand. Von dort spickte er die Bestie mit Pfeilen und schleuderte Blitze. Eigentlich war so ein Oger ein gutes Übungsziel, wenn man selbst sicher war. Der Krach lockte noch einen Zweigling an, aber das zögerte den Ausgang des Kampfes nur heraus, am Ergebnis änderte es nichts.

Skooma legte stolz die Kartoffeln auf den Tisch. Auch Alix Lencolia nickte anerkennend. Im Alleingang so schnell fünf Minotauren zu besiegen, das gefiel ihm. Skooma musste wirklich sehr gut mit dem Schwert sein. Er hatte sich die Ausbildung durch einen Meister redlich verdient, aber nicht mehr heute. Sein Geschäftspartner hatte ihn gerade dringend in die Kaiserstadt bestellt. Damit verabschiedete sich Lencolia und ging.

Nur noch S’jirra und Skooma und Abhuki. Sie saßen vor dem Backofen, scherzten und schwatzten miteinander. Endlich war das Kartoffelbrot fertig. Es roch verführerisch und schmeckte so gut. Skooma malte sich schon aus, was nach dem Abendessen alles passieren würde ...

Es kam etwas anders. Skooma ritt schnurstracks zum „Schlechten Omen“, ein Name, der auch auf Faregyl gepasst hätte. Da hatte ihm doch S’jirra tatsächlich einen Heiratsantrag gemacht! Skooma war in Panik geraten. Nein, heiraten? Er war doch noch so jung, hatte noch so viel zu erleben ...

Kopfschüttelnd betrat er das Gasthaus. Der Wirt war sehr gesprächig, verriet ihm auch gleich alles, was er über den alten Rufio wusste. Viel war es nicht, aber immerhin ...

Skooma bezahlte für ein Zimmer, dann ging er durch die Falltür nach unten. Alles war still. Rufio schlief, etwas unruhig wälzte er sich hin und her. Skooma schlich sich heran, den Dolch in der Pfote, holte aus und ... Rufio wälzte sich nicht mehr herum. Spätestens jetzt wurde ihm bewusst, er war wirklich zum Mörder geworden.

Total verunsichert ging er auf sein Zimmer.

64.Tag – Stufe 28

Wie versprochen erschien Lucien. „Ihr seid nun ein Teil der Familie. Begebt euch nach Cheydinhal, sucht das verlassene Haus. Im Keller werdet ihr eine Tür finden, die sich durch die Losung: „Sanguin, mein Bruder“ öffnet. Merkt euch die Worte gut, ein Fehler wird euch nicht bekommen. Und vor allem, haltet die Gebote der Familie ein. Möge Sithis euch gewogen sein.“ Es wurde still im Raum und Lucien war verschwunden.

Schon wieder Gebote. Wer sollte sich die denn alle merken? Und vor allem beim vierten Gebot würde er sicher schnell Probleme bekommen. Hoffentlich sah Sithis nicht so genau hin.

Nach Cheydinhal sollte er also gehen. Aber er war doch gerade auf dem Weg nach Leyawiin. Obwohl, wenn er sich beeilte, würde Sithis der kleine Abstecher kaum auffallen. Einen scharfen Ritt mehr musste sein Pferd eben noch aushalten. An Schlaf war sowieso nicht mehr zu denken. Skooma verließ die Herberge noch mitten in der Nacht.

Bis Bruma kam er gut durch. Dann wurde er von einem Troll entdeckt. Diese Bestien waren ziemlich schnell und sehr ausdauernd. Skooma spornte sein Pferd zu noch schnellerem Galopp an, ritt schließlich mitten in die Wildnis. Er hatte Glück. Irgendwann gab der Troll auf und Skooma fand sich am Schrein von Sheggorath wieder.

Warum nicht, er hatte alle Zutaten für eine Beschwörung dabei. Einsätzender Nieselregen versprach zusätzlich Erfolg. Als der Regen stärker wurde, vernahm er in seinem Kopf die Worte der „Skooma-Katze“: „Geht nach Grenzburg, Sterblicher, erfragt die K’Sharra-Prophezeiung und sorgt dafür, dass sie zu meiner Belustigung geschieht.“ Noch ein wahnsinniges Kichern, dann war es wieder still.

Grenzburg, Westniben-Territorium, auch hier war einst Elsweyr. Skooma fühlte sich daheim. Ein Dorf, in dem ausschließlich Khajiiti lebten, war schon ein seltener Anblick. Den ganzen Vormittag nutzte Skooma, um mit seinesgleichen zu schwatzen, zu handeln und Sachen zu tauschen. Er bekam ein paar sehr schöne magische Beinschienen und Handschuhe von der Wirtin S’thasa, viel günstiger als er sie in der Stadt hätte kaufen können. Er sprach mit dem Schamanen Ri’Bassa ausführlich über die Prophezeiung. Drei Katastrophen, so hieß es, würden den Untergang des Ortes und vielleicht der ganzen Welt einläuten, zuerst eine Ungezieferplage, dann eine Hungersnot. Über das dritte Ereignis wollte Ri’Bassa lieber nicht sprechen. „So etwas sollte man sehr ernst nehmen“, stimmte Skooma ihm zu ...

Er wäre gern länger geblieben, doch gegen Mittag musste Skooma nach Leyawiin aufbrechen. Der Ring wartete auf ihn. Sein Pferd ließ er in Grenzburg zurück und lief die Strecke zu Fuß.

Fast unsichtbar durch seinen Ring und zusätzliche Zauber schlich er durch das Schloss, fand das Schlafzimmer der Gräfin und wartete ...

65.Tag – Stufe 28

Das Gelage hatte wohl wieder mal sehr lange gedauert. Zuerst kam der Graf, legte sich ins Bett und begann zu schnarchen. Dann verging noch fast eine Stunde, bis die Gräfin erschien, sturzbetrunken ebenfalls zum Bett taumelte und sich mit einem Rülpser, der jeder Hafendirne Ehre gemacht hätte, in die Kissen warf. Skooma war es nur recht. Besonders leise brauchte er bei diesem Zustand der noblen Herrschaften nicht vorzugehen. Schnell griff er sich den Ring. Schweren Herzens verzichtete er auf weitere Andenken.

Auf dem Rückweg wäre er beinahe noch geschnappt worden. Der Leibwächter der Gräfin patrouillierte sehr aufmerksam durch die Gänge. Doch Meridias Geschenk schützte Skooma.

Kaum aus dem Schloss lief er zu Ahdarjis Haus. Pech, abgeschlossen. Doch es half nichts, Skooma hatte noch etwas in Grenzburg vor und konnte nicht ewig warten. So knackte er ganze drei Schlösser, bis er sich zu Ahdarjis Schlafzimmer vorgearbeitet hatte. Sie freute sich über „ihren“ Ring, schmiss Skooma aber trotzdem raus. So ein Undank!

Skooma lief wieder nach Grenzburg. Den ganzen Weg über dachte er über die Prophezeiung nach. Wie sollte er sie Wirklichkeit werden lassen? Da war das Ungeziefer, Ri’Bassa hatte Ratten erwähnt. Gut, das sollte leicht werden. Für Ratten brauchte er nur einen guten Köder. Alles andere würde sich schon ergeben.

Wieder in Grenzburg klaute er erst mal etwas von S’thasas berühmtem Käse. Sie bemerkte es zwar, war aber nicht schnell genug. Im Vorbeirennen warf er das Stück in den nächsten besten Kochtopf.
Es stank erbärmlich. Aber es wirkte. Von überall her kamen plötzlich Ratten aus ihren Löchern, um über das „schmackhafte“ Mahl herzufallen. Panik brach aus. „Rettet euch! Die Prophezeiung erfüllt sich, das Ende ist nahe!“ Ri’Bassa rannte durch das Dorf und warf wahllos mit Rattengift um sich.

Rattengift! Skooma grinste. Damit musste doch Teil zwei der Prophezeiung zu erfüllen sein. Er könnte das gift ins Essen mischen, die Bewohner warnen. Niemand würde mehr etwas essen können und ... nein, so ging das nicht. Er konnte nicht alle Früchte vergiften, nicht mit diesen bisschen Pulver. Oder doch? ... Skoomas Blick fiel auf ein friedlich grasendes Schaf. Wenn es kein Fleisch mehr gab, dann war das doch für jeden Khajiit das gleiche, als ob es überhaupt nichts mehr zu essen gäbe, eine Hungersnot eben. Unbeteiligt Pfeifend stattete er den Futtertrögen einen Besuch ab.

Als etwas später das Jammern und Wehklagen lauter wurde, wusste Skooma: die zweite Prophezeiung hatte sich erfüllt.

Sheggoraths Lachen riss ihn aus seinen Gedanken. „Ihr habt euren Teil der Aufgabe gut erfüllt, Sterblicher. Richtet euren Blick nun zum Himmel und ergötzt euch an meinem Teil.“ Skooma schaute hoch. Und wirklich, der Himmel begann, sich zu verändern, wurde erst orange, dann rot. Kleine Feuerbälle tauchten auf, wurden rasch größer. Skooma sprang unter das nächste Vordach, um nicht einen der brennenden Hunde abzubekommen. Ein faszinierendes Schauspiel.

Auch Sheggoraths Lohn war faszinierend. Wabbajack, der Speer des Wahngottes. Skooma weinte vor Rührung und ... ach nein, lieber doch nicht. Aber den Speer musste er gleich ausprobieren. Ein Reh kam ihm da gerade recht. Skooma zielte kurz und entließ den Zauber. Dann rannte er heulend ostwärts, den Oger immer dicht auf seinen Fersen ...

Nur gut, dass der Zauber nicht von Dauer war. Der Oger wurde wieder zum friedlichen Reh, und Skooma stand auf einer Holzbrücke über den Niben. Die Schwierigkeiten waren damit aber noch lange nicht vorbei. Seine panischen Schreie hatten weitere Verfolger angelockt. Noch einmal riskierte er einen versuch mit Wabbajack. Der Heranstürmende Zweigling wurde zum Goblin ... keine große Verbesserung. Also wieder verstecken. Hinter dem breiten Rücken seines Daedroth sah Skooma zu, wie der Goblin-Zweigling, ein Dreugh und ein Dunmer-Bogenschütze abgeschlachtet wurden. Schließlich fing er sein Pferd wieder ein und ritt weiter.

Diese Seite des Niben erwies sich als weitaus gefährlicher. Überall lauerten Wegelagerer, Wölfe und andere Bestien. Skooma versuchte, einfach weiterzureiten. Es klappte nur bedingt, die Wölfe waren genauso schnell wie sein Pferd, die Trolle ebenfalls. Als er eine Gruppe Siedler sah, ritt er einfach mitten durch ihr Lager. Gut, es war nicht gerade die feine Art, aber vielleicht ließen sich so ein paar Verfolger abschütteln. Leider traute er sich nicht zuzusehen, ob sein Plan aufging. Das Hecheln der Wölfe hinter ihm sagte mehr als genug. Skoomas Pferd wurde langsamer, Erschöpfung machte sich breit. Als er schon dachte, er würde sich den Verfolgern allein stellen müssen, tauchten zwei Legionäre auf. Skooma konnte sich noch auf einen herumstehenden Mauerrest retten, sein Pferd jedoch lief einfach weiter.

Als er sich nach dem Kampf, die Legionäre hatten gesiegt, umsah, stand er vor dem Eingang einer Höhle. Ein Blick auf seine Karte sagte ihm, dass das nur die Gedächtnishöhle sein konnte. Hier also musste der Vampir Seridur irgendwo sein. Skooma schwamm lieber erst mal rüber zur Stadt, um sich besser vorzubereiten.

66.Tag – Stufe 29

Gleich früh hatte er am Markt seine überflüssigen Sachen verkauft. Nun stand er wieder vor dem Höhleneingang. Skooma wusste, Vampire traten selten einzeln auf, man konnte nicht vorsichtig genug sein. Gleich hinter dem Eingang beleuchtete eine brennende Leiche den Weg. Am liebsten wäre er sofort umgekehrt, aber dann ... „uaaargh“, ein Kampfschrei ließ ihm fast das Blut gefrieren. Ein riesiger Ork in schwerer Rüstung kam den Gang entlang. Skooma war sofort draußen und auf dem Felsen über der Höhle. Dremona – Daedra – Dremona, der Kampf währte lange, bis Skooma seinen Posten verlassen konnte.

Auf diese Weise lockte er dann sämtliche Vampire einzeln oder zu zweit vor die Tür. Gut, dass er so viele Tränke der Hexerei dabei hatte. Skooma merkte gar nicht, wie die Zeit verging. Als schließlich Seridur samt aller seiner Gefolgsleute um den Höhleneingang verteilt lag, war es schon wieder Nacht geworden ...


"Die Toten existieren um die Lebenden zu nähren." Eola
  17.07.2010, 11:17
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67.Tag – Stufe 29

Den ganzen Tag lief Skooma durch die Gegend auf der Suche nach seinem Pferd. Er fragte jeden vorbeikommenden Legionär, jedes Reh (obwohl diese Biester aus Sturheit nicht antworteten) und jeden wilden Eber (was er aus gesundheitlichen Gründen lieber nicht hätte tun sollen). Doch sein Pferd war und blieb verschwunden.

68.Tag – Stufe 29

Skooma hatte sich mit dem Verlust abgefunden. Dann musste er eben seine ganze Beute selbst zum Markt schleppen. So war es kein Wunder, dass er erst am späten Nachmittag mit allen Verkäufen fertig war.

OK, nächstes Ziel: Cheydinhal. Auf dem Weg dorthin würde er noch bei Roland Jenserik vorbeigehen und ihm vom Tod des Vampirs erzählen.

Doch es kam anders. Irgendwie hatte er in der Wildnis die Orientierung verloren und stand auf einmal vor dem steinernen Abbild Vaerminas. Schon allein die Atmosphäre um den Schrein herum sorgte dafür, dass sich jedes Haar seines Fells einzeln aufrichtete. Er musste unglaublich plüschig aussehen ... und unglaublich albern. Merkwürdigerweise lachte niemand. „Ich habe durch die Augen der Göttin ALLES gesehen, mich kann nichts mehr schrecken“, behauptete eine Kaiserliche. Nun, da kannte sie wohl den Zustand von Skoomas Unterwäsche nicht ...

Jedenfall hatte er fest vor, zu Vaermina zu sprechen. Ein wenig tat es Skooma ja leid um den schönen glänzenden schwarzen Seelenstein. Wo hatte er den eigentlich gefunden? Egal, er opferte das gute Stück und Vaermina sprach ...

Etwas später stand er vor Arkveds Turm. Dieser Zauberer hatte eine magische Kugel der Schattenfürstin mitgehen lassen. Skooma konnte nicht verstehen, warum immer wieder Leute ihre Finger nicht von fremden Sachen lassen konnten. Es brachte ihm schließlich einen Haufen unangenehmer Arbeit ein. Sorgfältig sah er sich um. Schon merkwürdig, ein Turm ohne angriffslustige Bewohner. Das war nicht normal. Skooma beschloss, hier noch vorsichtiger als sonst zu sein. Noch einmal ging er in Gedanken alle Lebenserkennungs-, Schutz- und Unsichtbarkeitszauber durch, die er kannte. Auch sein Arsenal an Tränken war ganz ansehnlich. Er würde es schaffen. Noch einmal tief durchatmend betrat er den Turm.

Im ersten Raum war ... nichts, jedenfalls nichts außer einem gedeckten Tisch. Alles wirkte friedlich und normal. Er ging weiter. Im zweiten Raum fast das gleiche bild, nur irgendwie umgekehrt. Der gedeckte Tisch hing diesmal an der Decke ... Magier! Dann der dritte Raum. Aber Vorsicht! Skoomas Lebenserkennungszauber enthüllte zwei riesige Schemen hinter der Tür. Er öffnete sie langsam ... und musste auch schon flüchten. Ein riesiges bläuliches Etwas, unverkennbar ein Daedroth, hetzte ihm seinen echsenartigen Begleiter hinterher. Die Kreatur war schnell. Zweimal stieß sie skooma schmerzhaft in den Rücken, bevor sie sich auflöste. Also auch noch Beschwörung. Er verfluchte seinen Entschluß Vaerminas Auftrag auszuführen und rettete sich auf die Mauern ...

Als seine Dremona fertig waren, ging er trotzdem zurück. Hohes Risiko bedeutete hoffentlich auch hohe Belohnung. Wieder einmal siegte seine Gier. Da war noch der zweite Gegner im Raum. Ein Wesen, das nur aus wirbelnden Steinen zu bestehen schien. Glücklicherweise war es zu groß, um durch die Tür zu passen. Skoomas Daedra klärten die Angelegenheit zu seiner Zufriedenheit. Der Raum selbst hatte dann kaum etwas zu bieten, nur zwei lodernde Flammen, sonst nichts.

69.Tag – Stufe 29

Der vierte Raum war dunkel, nein, stockfinster. Nur schmale, dornenbesetzte Brücken führten über unergründliche Tiefen. Skooma warf eine Stein hinab und lauschte. Erst passierte nichts, doch dann ... bekam er einen Stein von gleicher Größe auf den Helm. Merkwürdig. Skooma suchte sich einen größeren Stein und warf. Autsch! Diesmal schlug der Brocken hinter ihm auf und traf seine Schwanzspitze. Jetzt rollte er mit Anstrengung einen Felsbrocken zum Abgrund, zielte und ... stopp.  Der Geistesblitz kam gerade noch rechtzeitig. Vorsichtig schob er den Brocken zurück auf sicheren Untergrund. Das Balanzieren über die Abgründe bei fast völliger Dunkelheit war ziemlich anstrengend. Skooma schwitzte trotz der Kälte im Raum. Endlich sah der die nächste Tür.

Dahinter begann ein kurzer Gang, gefolgt von einem weiteren Raum mit drei kleinen Lebensechos. Skooma war inzwischen erfahren genug, nicht von der Größe auf Gefährlichkeit zu schließen. Er behielt Recht. Diese Rennechsen waren das mit Abstand Gemeinste, was ihm bisher untergekommen war. Nur der Umstand, dass sie ihm nicht bis zu den Abgründen folgten, rettete ihm das Fell. Sein Daedroth hatte wieder mal ordentlich zu tun.

Dann stand er in dem ziemlich großen Raum. Merkwürdige Baumstämme oder auch Wurzel wuchsen hier. Und es gab zwei Ausgänge. Skooma strengte alle Sinne an um zu lauschen. Auf der Seite der oberen Tür gewahrte er drei Lebenszeichen, hinter der anderen Tür nur eines. Die Wahl fiel nicht schwer. Der Gang bog scharf nach links ab. Ein Sturmatronach hielt ihn nicht lange auf. Dann die nächste Tür. Etwas zu schnell schlüpfte Skooma hindurch, rutschte aus und hing an ein paar Brettern über einem Abgrund. „Mamaaaa!“ ...

Nur gut, dass niemand dieses peinliche Miauen mitbekommen hatte. So tief war es ja auch nicht gewesen, und Khajiiti fielen bekanntlich immer auf die Füße. Trotzdem hatte sich seine Lage nicht wesentlich gebessert. Er stand auf einer winzigen Insel, die fast vollständig durch den Turm eingenommen wurde. Brodelnde Lava reichte in jeder Richtung bis zum Horizont. Es gab nur eine einzige Tür, und hinter dieser schien eine Versammlung gigantischer Gestalten zu tagen.

Nachdem sich die Situation auch nach zwei Stunden warten nicht geändert hatte, wandte Skooma wieder die Daedroth-Lock-Technik an. Sie versagte fast nie. Skooma war jedesmal fasziniert von dem satten Platschen, wenn sein Daedroth die Xivilai und Frostatronachen in die Lava schubste. Nachdem endlich Ruhe eingekehrt war, kletterte er auch wieder von seiner Felsnadel herunter.

Der Raum hinter der Tür war noch seltsamer als jeder vorige. Wer wohnte hier? Die Möbel waren so groß, dass er nicht mal auf den Tisch sehen konnte. Im Bett hätte eine komplette Ogerfamilie ohne Platzprobleme schlafen können. Er ruhte sich nur kurz aus, reparierte seine Rüstung, aß und trank etwas. Dann ging er weiter. Raum Nummer 8: Zwei Sturmatronachen und ein pulsierender Kristall. (Merken! Nicht wieder anfassen!) Raum Nummer 9: Eine Kammer voller Leichen und ein Atronach. Die Falltür ignorierte er, nahm lieber den Ausgang rechts von sich. Raum Nummer 10: Wieder ein Gang. Die Riesenspinne brachte sogar seinen Daedroth in arge Bedrängnis. Skooma stieg lieber auf Wächterskelette um. Sie schienen immun gegen Gift und wohl auch gegen Frost. Es dauerte zwar etwas länger, doch schließlich konnte er durch den Raum rennen. Der Kristall verfehlte ihn mehrmals nur knapp.

Es folgte eine Falltür. Wieder „sah“ er die Lebensechos zahlloser Gegner. Doch so langsam hatte Skooma genug vom kämpfen und wegrennen. Unsichtbatkeit war angesagt. Zuerst packte er die Elfenstiefel in seinen Rucksack, dann schluckte er einen starken Trank. Auf bloßen Pfoten schlich er  direkt an den Kreaturen vorbei, schubste manchmal sogar ein bisschen, doch die Atronachen waren zu begriffsstutzig, um darauf zu reagieren. Vor einer Leiter nach oben ließ er noch einen Daedroth als Rückendeckung. Dann betrat er den letzten Raum.

Es sah unaufgeräumt aus, fast schon gemütlich. Ein Magier, es konnte nur Arkved sein, schlief tief und fest. Nicht mal kitzeln an den Füßen weckte ihn auf. Auf einem kleinen Tisch in der Ecke sah Skooma endlich eine unheimlich leuchtende Kugel. Schnell wickelte er sie in das Bettlaken, Arkved merkte auch davon nichts, und steckte sie ein. Nun den ganzen Weg zurück. Skooma zählte seine Unsichtbarkeitstränke durch. Das würde knapp werden. Doch ... was war das? Wo kam auf einmal diese Tür her? Es war wie ein Wink Rajhins. Skooma schickte ein kurzes Dankesgebet an seinen Lieblingsgott, öffnete die Tür und stand wieder im Burghof. Den Weg zurück zu Vaermina rannte er trotzdem unsichtbar. Nur nichts mehr anbrennen lassen.

70.Tag – Stufe 29

Was für ein Geschenk würde die Fürstin der Albträume für ihn haben? Er dachte nach. Ja, es konnte nur ein Ring sein, oder ein Amulett, etwas mit einem starken Abschreckzauber. Die Aura eines mächtigen Daedroth würde ihn umgeben und alle Feinde in die Flucht schlagen ...

Etwas ungläubig hielt er dann den Stab in der Hand. „Schädel der Korruption“ hatte Vaermina das Ding genannt. Skooma hatte noch nie etwas davon gehört, und natürlich hatte er auch keine Gebrauchsanweisung bekommen. Korruption? Richtig, das war es. Damit konnte er die Wachen dazu bringen, öfter mal ein Auge zuzudrücken. Vielleicht sollte er den Stab zuerst an Hieronymus Lex ausprobieren, wenn er wieder in der Kaiserstadt war. Genau so würde er es machen. Skooma verstaute den Stab, verbeugte sich noch einmal zum Dank vor der Statue und lief los.

Unterwegs zu Jenserics Hütte fand er ein Minotaurenhorn und etwas Koboldgalle. Beides hing noch an ihren Besitzern, jedoch das störte Skooma nicht. Dann stand da wieder so ein Stein in der Gegend. Er berührte die leuchtenden Runen und diesmal war es ihm, als würde er ein Wiehern hören. Rasch drehte er sich um, doch von seinem Pferd war weit und breit nichts zu sehen. Dafür hatte er wieder mal das Wissen über einen neuen Zauber: „Höllenfahrt“. Klang etwas makaber, doch verbesserte Schnelligkeit und Akrobatik gefielen ihm besser als der „Schlachtruf“. Den hatte er sowieso vergessen, merkwürdig, ob das immer so war?

Roland Jenseric war erfreut, vom unrühmlichen Ende Seridurs zu hören. Er versprach Skooma eine Belohnung, beim nächsten Treffen in der Stadt. Hier hatte er wohl gerade nicht genug Gold ...

Nach Cheydinhal lief Skooma dann mitten durch den Wald. Auf dem Weg hielten sich immer zu viele Banditen auf. Hier kam er besser und vor allem sicherer voran.

Es war immer noch dunkel, als Skooma die Stadt betrat. Bis auf die Herbergen hatte noch kein Laden geöffnet. Er versuchte es in der „Neuland-Schenke“. Na, ja, auch hier war nichts los. Beim Frühstück pachte er seinen Mörser aus und mixte sich einige neue Tränke. Er würde noch mehr Hundsrute brauchen, gab mit Vampirstaub gemischt einen guten Unsichtbarkeitstrank. Natürlich hatte die Wirtin so etwas nicht im Angebot.

Auch gegenüber, in der „Cheydinhal-Brücke“ bekam er das gesuchte nicht. Dafür hörte er Gerüchte über den verschwundenen Maler Rythe Lythandas. Dessen Frau suchte wohl verzweifelt nach Helfern, um ihn wiederzufinden. Mal sehen, vielleicht würde er mal vorbeigehen. „Was verdient man eigentlich so mit Malerei?“, fragte er die Wirtin möglichst unverfänglich. „Oh, das ist schwer zu sagen, aber Rythe ist weit über Cyrodiil hinaus berühmt, seine Bilder hängen in vielen Palästen ...“ Das genügte Skooma bereits. Er würde schon BALD bei der trauernden Frau vorbeigehen ...

Vorerst suchte er jedoch ein bestimmtes verlassenes Haus. Fragen konnte er ja nicht, vor allem nicht die Wachen, also hielt er die Augen offen und lief kreuz und quer durch den Ort. Einige Häuser waren offen, möglicherweise konnten die Bewohner ihm helfen. Er betrat das nächstbeste. Zwei große Hunde kamen sofort herbei und beschnüffelten seine Füße. Er fühlte sich SEHR unbehaglich. Wenn sich zwei nicht leiden konnten, sagte ja das Sprichwort: „Sie sind wie Bosmer und Khajiit“. Auf Hunde und Khajiiti traf es in ähnlicher Form zu. Eine Elfe kam die Treppe herunter, stellte sich als Ganredhel vor. „Ich bilde Hunde aus ... und Menschen, aber Hunde sind mir lieber“, sagte sie. „ ... und Katzen?“ „Wenn der Preis stimmt, auch diese“, brummelte sie. Skooma beließ es vorerst dabei. Er war zufrieden, dass sie Daisy und Luna zurückpfiff. Danach unterhielten sie sich noch etwas über das Leben in Cheydinhal. Ganredhel meckerte über die hohen Geldstrafen. Es war eine Schande, doch Ulrich Leland hatte die Macht, was konnte sie schon dagegen unternehmen? Wenn Skooma etwas unternehmen wollte, könne er erst einmal mit Llevana Nedaren reden. Sie beschwerte sich von allen am lautesten ...

Llevana wohnte gerade gegenüber, war aber nicht zu hause.

Dann hatte er endlich das verfallene Haus gefunden. Merkwürdig, hier war er schon oft vorbeigelaufen. Für die Tür brauchte er nicht mal seinen Skelettschlüssel, ein einfacher Zauber genügte vollkommen. Drinnen war es staubig und fast leer. Skooma wurde an seine Hütte in Bravil erinnert. Dort müsste er mal nach dem rechten sehen ... Er fand ein Buch, ein uraltes Brot und im Keller ein paar Hämmer. In der Mauer klaffte ein Loch. Rötlicher Lichtschein drang daraus hervor. Skooma näherte sich vorsichtig einer dunklen Tür. Blut auf dem Boden und Knochen zu beiden Seiten versprachen nichts Gutes. Als er das uralte Holz berührte, schrak er zusammen. „Welche Farbe hat die Nacht?“ ertönte eine Grabesstimme. Jetzt nur keinen Fehler machen. Wie war die Antwort gleich? „San ... Sanguine, mein Bruder“, stammelte er.

Zuerst geschah gar nichts. Skooma spürte jeden seiner Herzschläge um ein vielfaches verstärkt. Seine Nackenhaare richteten sich auf. Er war kurz davor wegzulaufen. Doch dann ... schwang die Tür quietschend auf, gab den Blick in eine düstere Halle frei. Eine Gestalt in schwarzer Rüstung kam auf ihn zu, eine Argonierin. „Ich habe euch bereits erwartet, Bruder“, begrüßte Ocheeva ihn. „Dies hier ist die Zuflucht der Bruderschaft, jedenfalls eine von vielen im ganzen Reich. Seht euch um, begrüße eure Brüder und Schwestern ...“ Skooma sah sich um. So gruselig war es hier nun auch wieder nicht. Und die Echse schien ganz nett zu sein, jedenfalls nicht so eine psychopathische Mörderin, die gleich auf jeden los ging ...

„... nehmt diese Rüstung und tragt sie zur Ehre des Fürchterlichen Vaters. Und nun geht. Euer Mentor erwartet euch bereits.“ „Mentor?“ „Vicente Valtieri natürlich. Das sagte ich doch gerade. Habt ihr etwa nicht zugehört?“ Ocheeva wandte sich ab und verließ durch eine große Holztür den Saal.

Skooma nahm die Tür gegenüber. Sie führte zum Wohnbereich. Betten, Regale, Truhen und ein reich gedeckter Tisch. Wunderbar, Skooma knurrte der Magen. Einmal reihum leerte er die Teller. „Wie schön euch zu sehen“, grüßte ihn eine Bretonin, der er gerade das Fleisch vom Teller stibitzte. „Hm, Danke“, nuschelte er mit vollen Mund. „Das Fleisch ist ausgezeichnet, ist das Ratte?“, fragte er, mit der Kralle auf ein besonders fettes Exemplar deutend, das hinter einem Schrank hervorkam. „Aber nein, untersteht euch!“ Antoinetta blitzte ihn zornig an. „Wagt es nicht, Intrigant etwas zuleide zu tun!“ Schon gut, Skooma wiegelte ab. Wer würde schon solches Ungeziefer ... Das Wurfmesser in seiner Schulter tat ganz schon weh.

Nachdem er sich geheilt und einigen Abstand zwischen sich und der Verrückten gebracht hatte, betrat Skooma den Trainingsraum. Etwas Übung konnte auch ihm nicht schaden. Er rief sich ein Skelett und übte Schwertkampf und Blocken. Wo war eigentlich sein Schild geblieben? So konnte er die schmerzhaften Schläge nur mit dem Schwert abwehren. Keine gute Ideen. Dann lieber ein Dremona als Sparringspartner, die brauchten immer eine Weile, um auf seine Angriffe zu reagieren. Skooma übte zwei Stunden lang, dann hatte er genug.

Endlich ein Khajiit. Zugegeben, M’raaj-Dar war das mürrischte  Exemplar, das ihm bisher untergekommen war. „Die Regeln verbieten mir, euch zu töten, aber niemand kann mich zwingen, euch zu mögen!“ Kein guter Anfang. Seine Laune besserte sich aber, als Skooma ihm seine Schriftrollen-Sammlung verkaufte und im Gegenzug jede Menge Zauber erwarb. Sie schacherten gewaltig und betrogen sich gegenseitig, eben Khajiiti unter sich ...

Dann öffnete er die Tür zum untersten Raum. Muffige abgestandene Luft empfing ihn. Wer bei den Neun, konnte sich hier wohlfühlen? Die Antwort gefiel ihm ganz und gar nicht. Valtieri war ein Vampir. Doch dieser beruhigte ihn. Die Belange der Bruderschaft waren ihm wichtiger als seine eigenen „Gelüste“. Außerdem biss er Khajiiti nicht gern, ihm hing dann immer das Fell zwischen den Zähnen. Valtieri grinste. Skooma nicht.

OK, es gab einen Auftrag. Ein Piratenkapitän im Hafenviertel hatte sich unbeliebt gemacht. Skooma erinnerte sich dunkel an das Schiff. Mit etwas Glück war die Besatzung noch nicht wieder vollständig. Rasch verabschiedete er sich und eilte nach oben. Als ihm ein Skelett in der Halle begegnete konnte es Skooma nicht lassen, den Stab der Korruption zu testen. Zielen, Schuss und ... die einzige Wirkung war, dass das Skelett sauer wurde. Zischend sauste der Streitkolben an Skoomas Ohr vorbei. Er rannte los, hinaus in den Keller, ins Haus, auf die Straße. Das Skelett folgte ihm.

Vor dem Haus gegenüber stand eine Wache. Sie schien keine Skelette zu mögen und griff ein. Skooma war erleichtert. Doch sogleich auch neugierig. Eine Wache vor einem normalen Haus? Da der Wächter momentan zu tun hatte, knackte er kurzerhand das Schloss und sah sich um. Weit kam er nicht. Warum musste auch eine zweite Wache im Haus sein? Wieder mal lernte Skooma das örtliche Wachhaus kennen.

Als er zurück kam, kämpfte das Skelett immer noch. Er hatte ein schlechtes Gewissen und griff ein. Immerhin sprangen ein Daedraschild und der Streitkolben für ihn dabei heraus.

Einweiterer Besuch bei Llevana  brachte auch nicht viel. Er sollte mal mit Garrus Darellium reden, empfahl sie ihm. Also gut, gleich morgen. Jetzt war er reif für’s Bett. Auf dem Weg zur Kämpfergilde traf er noch Gilbert Jemane, der sich für die guten Nachrichten über seinen Bruder bedankte und Skooma nach Chorrol einlud. Chorrol, Jemane, Vilena Donton, ja bis bald, irgendwann ...

71.Tag – Stufe 29

Bereits in den frühen Morgenstunden hörte man Kampfgeräusche aus dem Keller. Skooma hatte seine neue Rüstung angelegt und trainierte wie besessen. Skelett auf Skelett versuchte sich an seinem Daedraschild vorbei zu arbeiten. Skooma hielt stand, auch wenn ihm nach drei Stunden alles weh tat.

Nach einem mageren Frühstück unter den strengen Augen von Burz machte er sich auf den Weg zur Kaserne. Er wollte mit Garrus Darellium sprechen, fand ihn aber erst nach langer Suche im Ratssaal. Nach reichlicher Überzeugungsarbeit gab Garrus zu, dass er Ulrich schon lange in Verdacht hatte, seinen Posten zu missbrauchen. Doch er hatte nichts in der Hand. Wenn Skooma einen Zeugen bringen würde, dann könnte man den Grafen dazu bringen, gegen Ulrich vorzugehen. „Ein Zeuge?“ „Ja, versucht es mit Aldos Othran. Bringt ihn her und ... seht zu, dass er nüchtern ist.“

Skooma machte sich auf die Suche. Er fand Aldos an der Südmauer der Stadt, leider alles andere als nüchtern. Aldos regte sich mächtig auf. Alles gute Zureden half nicht, selbst Beruhigungszauber prallten wirkungslos von ihm ab. Er wollte sich rächen. Lautstark pöbelte er die Wache vor seinem Haus an. Skooma raufte sich das Fell, versuchte zu schlichten ... vergeblich. Als Aldos einen Dolch zog und die Wache angriff nahm das Schicksal seinen Lauf. Wie sollte er das nur Llevana erklären?

„Ulrich muss weg!“ Llevana hatte viel geredet, doch dieser eine Satz allein sagte alles über ihre Stimmung aus. Skooma bekam den Auftrag, Ulrich in Llevanas Haus zu locken, um alles weitere würde sie sich schon kümmern. Wenn’s weiter nichts war ...

Wieder im Schloss, lief ihm zuerst Garrus über den Weg. Er beschwor Skooma, ja nichts Unüberlegtes zu unternehmen. Ulrich gehörte eingesperrt, mehr aber auch nicht! Er brauchte nur einen Beweis. Wenn Skooma so freundlich wäre, Ulrichs Privaträume zu durchsuchen ...

Einbruch oder Llevanas Falle? Skooma wog seine Risiken sorgfältig ab. Wenn er beim Einbruch erwischt wurde, vor allem bei einem Hauptmann der Wache, bedeutete das zumindest einen längeren Gefängnisaufenthalt. Llevanas Falle war auch nicht ganz ungefährlich. Wenn sie nicht funktionierte ... Skooma ging das kleinere Risiko ein.

Ulrich war nicht schwer davon zu überzeugen, dass Llevana Beweise gegen ihn in der Hand hatte. Er musste mächtig viel auf dem Kerbholz haben, nicht mal an eine Falle zu denken. Entsprechend lautstark geriet dann die Auseinandersetzung. Skooma stand etwas abseits und schaute zu. Ulrich fühlte sich sicher. „Was glaubt ihr, gegen mich ausrichten zu können?“ Überheblich grinsend nahm er seine Axt in die Hand. Die Antwort kam schneller als er dachte, und anders. Ein Lähmungszauber ließ ihn auf die Dielen knallen. Ratten erschienen, viele riesige Ratten. Gierig stürzten sie sich auf ihr wehrloses Opfer. Skooma sah weg. Es wurde selbst ihm zu eklig.

„Ich bereue nicht, was ich getan habe“, sagte Llevana. „Geht und berichtet Garrus.“ Skooma nahm Ulrichs Ausrüstung an sich (man konnte sie ja waschen) und ging. Er ging nicht zu Garrus. Petzen war selbst unter der Würde eines Khajiit.

Beim „Marschreiter“ verkaufte er Ulrichs Sachen so wie sie waren. Er bekam nicht viel dafür, doch er wollte erst einmal nur weg aus der Stadt. Auch den schweren Daedraschild ließ er zurück. Skooma würde sich von den toten Vampiren vor der Gezeitenhöhle einen leichteren holen. Nun brauchte er nur noch ein neues Pferd.

Der Händler war ein Halsabschneider. 5000 Septim für ein Pferd. Dafür bekam er ja ein ganzes Haus. Aber das Tier war so schön. Und schnell war es. Skooma beruhigte sich bald, als sie über die Wiesen preschten. Er hatte kaum damit gerechnet, es heute noch bis zur Kaiserstadt zu schaffen. Als er ankam, hatten sogar noch die Läden offen.

Von Rohssan ließ er sich einige Schmiedetricks beibringen. Endlich würde er auch seine magische Ausrüstung selbst reparieren können.

Luronk gro-Glurzog erzählte Skooma von einem korrupten Wachmann. Hier also auch. Diese Seuche schien sich auszubreiten. Von Jensine erfuhr er weitere Einzelheiten. Ja, Audens Avidius war korrupt, aber er war auch Hauptmann der Wachen. Nur ein anderer Hauptmann könnte ihm das Handwerk legen. Warum war alles nur immer so schwierig?

Ein anderer Hauptmann. Da fiel ihm nur Hieronymus Lex ein. Der suchte bestimmt wieder im Hafenviertel den Graufuchs. Skooma lief los. Der Leuchtturm kam in Sicht, das Piratenschiff ... eine gute Gelegenheit, sich nebenbei um den Auftrag der Bruderschaft zu kümmern. An Deck war niemand zu sehen. Mutig öffnete er die Tür. Pech gehabt, der Kapitän war zu hause ... und schlecht drauf. Sofort krachte sein Säbel gegen Skoomas Schild. Sollte er nur, Skooma blockte ziemlich gut. Sein Zombie klopfte dem alten Seebär freundlich von hinten auf die Schulter. Autsch, das musste weh getan haben. Mit aufgerissener Kehle brach der Pirat zusammen. Auftrag erfüllt ... oder doch nicht? Zwei weitere Piraten hatten den Lärm gehört und kamen angerannt. Skooma schnappte sich den Schlüssel des Kapitäns, nahm die Hintertür und sprang ins Wasser. Es gab wieder Arbeit für die Stadtwachen.

Hauptmann Lex kam gerade zufällig vorbei. Er hatte aber keine Lust, sich um solche Nebensächlichkeiten zu kümmern, auch nach „Bezaubern“ war ihm der Graufuchs immer noch wichtiger als sein korrupter Kollege. Skooma sollte doch mal Itius Hayn belästigen, der hatte ohnehin nichts zu tun.

Dann eben zu dem. Itius saß im Wachturm zwischen Elfengarten- und Talos-Bezirk. Auch er zeigte sich nicht gerade begeistert. Aber wenn Skooma zwei Zeugen bringen und ihm nicht weiter auf die Nerven gehen würde ... Skooma hatte verstanden. Er suchte zuerst nach Luronk.

Korrupte Wachen, Korrupte Beamte, Korruption, die Begriffe spukten ständig in seinem Kopf herum. Wieder lief ihm Lex über den Weg. Das konnte kein Zufall sein, eher ein Wink Vaerminas. Skooma nahm den „Schädel der Korruption“ zur Pfote. Dann duckte er sich, schlich sich an, zielte und feuerte Lex die geballte Magie in den Rücken. Diesmal musste es doch geklappt haben.

... hatte es nicht. Hieronymus Lex wurde nicht korrupt sondern stinksauer. „Dafür werdet ihr im Gefängnis verrotten!“ Sofort waren weitere Wachen zur Stelle und führten Skooma ab.

72.Tag – Stufe 29

„Schön dich wiederzusehen, Miezekatze“ Valen Dreth stimmte ein hässliches Gelächter an.
„Ich glaube, wir werden die nächsten Jahre viel Spaß miteinander haben.“ Genau das befürchtete Skooma auch ...


"Die Toten existieren um die Lebenden zu nähren." Eola
  20.07.2010, 11:05
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... „Ich will hier raus!“ Skooma rüttelte an den Gitterstäben, bis die Wache kam. Schwapp. Ein Eimer eiskalten Wassers klatschet in sein Gesicht. „Willst du wohl endlich Ruhe geben, Flohsack! Wenn es mich nicht meinen Posten kosten würde, wärst du längst ein Bettvorleger. ... aber manchmal überlege ich, ob die Bezahlung hier gut genug ist.“ Der Wächter starrte Skooma wütend an.

„Na, Miezekatze, heute wieder Badetag?“ Valens Gelächter dröhnte in Skoomas Ohren. Warum nur? Es gab so viele Gefängnisse. Warum nur musste er ausgerechnet in dieser Zelle landen? Wenn er doch nur hier raus käme. Graben war zwecklos, das hatte er damals schon versucht. Einen Geheimgang gab es hier auch nicht. Skooma hatte alles abgeklopft, Stein für Stein, Fuge für Fuge mir der Kralle nachgezogen. Nichts. Sein eingeschmuggelter Dietrich war gleich beim ersten Versuch abgebrochen. Geistesgegenwärtig hatte er die Bruchstücke vor die Zelle gegenüber geworfen. Das Klirren hatte die Wachen alarmiert und diese hatten den dort einsitzenden Nord nach Strich und Faden verdroschen. Pech eben, so war das Leben. Aber zur Sicherheit, und wenn er hier wieder raus kam, wollte er Skyrim lieber meiden ...

Später hatte er es mit Magie probiert. Na ja, das Schloss hatte mehrmals schwach aufgeleuchtet, mehr nicht. „Sieh an, ein pelziges Irrlicht.“ Wenn er diesem idiotischen Dunmer nur sein Schandmaul stopfen könnte ...

Skooma kauerte sich auf die stinkende Strohmatte, die sich Bett nannte, und hielt sich die Ohren zu.

So fand ihn Stunden später der Oberaufseher. „Raus mit euch!“ knurrte er. „Ich weiß nicht, wie ihr das geschafft habt, aber ihr seid frei.“ Ungläubig riss Skooma die Augen auf. Frei?! Aber Lex hatte doch gesagt ... „Seid ihr noch nicht draußen?“ schrie der Wächter. „Verfluchtes räudiges Katzenpack, alles Diebe und Mörder. Und so was bekommt auch noch eine Amnestie vom Lordkanzler persönlich, ich fasse es nicht.“ Brummelnd stapfte er vor Skooma her durch die Gänge. Vor dem Ausgang stoppte er noch einmal. „Denkt nicht, dass ihr jetzt einfach abhauen könnt. Ihr bekommt eine Eskorte nach Chorrol, zur Weynon-Priorei.
Und ...“, fügte er mit einem Grinsen hinzu, „ich wünsche euch alle Trolle und Oger des Forstes unterwegs.“ Damit stieß er Skooma durch die Tür. Draußen warteten bereits vier grimmig aussehende Legionäre auf ihn ...

... Sie ritten langsam, Skooma immer in der Mitte. Nur zu seiner Sicherheit, hatten sie gesagt. Und warum war er dann auf dem Pferd festgebunden? Damit er nicht herunter fiel? Doch was viel wichtiger war, was wollte der Lordkanzler von ihm? Skooma hatte mit diesen Leuten nie etwas zu tun gehabt, oder doch? Zugegeben, er hatte früher einmal in gewissen Häusern verkehrt, die auch viele Herren der Oberschicht aufsuchten. Er selbst hatte ja nie das Geld dafür gehabt, war nur als Lieferant gekommen, kleine Päckchen mit süßem Inhalt. Natürlich hatte er heimlich zugesehen. Manchmal ging ganz schön der Skamp ab! Es hatte ein jähes Ende gefunden als Skooma beim Mondzucker-Naschen ertappt wurde. Schlimme Sache. Fünf Jahre lang hatte er sich nicht mehr auch nur in die Umgebung der Kaiserstadt getraut ...

Er schweifte ab. Es musste noch einen anderen Grund geben. Irgendwann fiel ihm das Amulett ein. Richtig, das musste es sein. Sein erster Auftrag. Skooma hatte es fast vergessen. Deswegen ritten sie jetzt zur Priorei. Wie hatte er nur glauben können, die Sache hätte sich erledigt. Es gab einen Zeugen, diesen Rothwardonen. Der musste ihn beim Kanzler verpfiffen haben. Aber warum das ganze? Skooma verstand es immer noch nicht.

Endlich erreichten sie unbehelligt die Priorei. Die Legionäre saßen ab. Sie führten die Pferde in die Ställe und Skooma zur Tür. Hineingehen durfte er allein. Skooma massierte seine Handgelenke. Die Fesseln hatten etwas am Fell gescheuert, doch das war jetzt auch egal. Suchend sah er sich um. Ein Mönch kam ihm entgegen, grüßte höflich und geleitete ihn zu Jauffre.

„Ihr kommt spät.“ Es war mehr eine Feststellung als ein Vorwurf. Skooma stand nur da und hörte zu ... mehr oder weniger. Von dem, was Jauffre erzählte, verstand er nicht einmal die Hälfte. Vom Kaiser war die Rede und einem unehelichen Sohn namens Martin, von den Klingen, so einer Art Ritterorden, von ... das übrige Zeug hatte er schon wieder vergessen, bevor Jauffre fertig war. „Habt ihr alles verstanden?“ Skooma nickte heftig. „Gut, dann geht, die Zeit drängt.“

Gehen? Wohin? Na, egal. Skooma schlug den Weg nach Bruma ein, kam aber nicht weit. Einer der Legionäre fing ihn ab. „Entschuldigt, edler Herr“, irgend etwas an der Betonung gefiel Skooma ganz und gar nicht. „ein kleiner Irrtum, vermute ich, doch dort geht es nach Bruma. Wir werden euch selbstverständlich sicher nach Kvatch geleiten.“ Bei diesen Worten holte er betont lässig ein Seil aus seiner Satteltasche. Skooma hätte vor Wut und Verzweiflung heulen können.

Gemächlich ritten sie durch die Wälder. Nichts und niemand ließ sich sehen, keine Ablenkung, auf die Skooma so gehofft hatte. An vier Legionäre gleichzeitig wagte sich wohl niemand heran. Skooma rutschte unruhig im Sattel hin und her. Wenn ihm nicht bald etwas einfiel, würde er seine Begleiter niemals loswerden. „Was ist los, Mieze. Zuviel Wasser getrunken?“ Der Legionär lachte, doch Skooma fand die Idee nicht mal schlecht. Kleinlaut bat er darum, mal kurz „hinter die Büsche“ zu dürfen. Der Legionär lachte noch lauter, hatte er doch richtig vermutet. „Ich bin ja kein Unmensch, aber beeilt euch.“

Skooma hüpfte los, schnell hinter den nächsten Busch. Er kannte diese Gegend. Nur etwas weiter südlich, fast in Sichtweite war das gro-Bak-Lager. Diesmal hoffte er inständig, dass es wieder bewohnt war. Er rannte los und kurz darauf folgten ihm die Legionäre, zum Glück zu Fuß.

Kaum war er über den Hügel, machte er sich unsichtbar. Fluchend und lärmend kamen die Legionäre näher, doch ... von Skooma keine Spur. Dafür stand mitten im Lager ein Banditenmagier neben einem zähnefletschenden Daedroth. Skooma rannte einfach weiter mitten in die Wildnis und versteckte sich schließlich hinter den Mauerresten einer Festungsruine. Er war wieder frei.

„Festung Vlastarus – Vorsicht BISSIG“, hatte ein Witzbold in die Tür eingeritzt. Bevor ihn die Legionäre doch noch fanden, trat Skooma lieber ein. Es roch muffig, war kalt und feucht. Skooma fröstelte. Was für Kreaturen würden sich hier wohl fühlen? Kaum gedacht, kam bereits die erste Ratte angesprungen. Wenn’s weiter nichts war. Auch der Wolf hinter der nächsten Biegung war schnell erlegt. Skooma atmete auf. Das war also mit „BISSIG“ gemeint, oder doch nicht. Auf einmal hatte er das Gefühl, nicht mehr allein zu sein. Er spürte sie, bevor er sie sah, Vampire!

Schnell den Ring der Khajiit aufgesetzt und noch ein Chamäleonzauber zusätzlich. Skooma verschmolz mit der Schatten. Die Kämpfe wurden trotzdem hart. Nur gut, dass er sich immer wieder etwas zurückziehen und heilen konnte. Ein Aschehäufchen nach dem anderen wanderte in seine Taschen, konnte man gut für Unsichtbarkeitstränke verwenden. Schließlich verschwand die bedrückende Stimmung. Skooma hatte gesiegt.

In einer gut (aber nicht zu gut) gesicherten Truhe fand er zwei Flaschen „Schattenbannwein“. Sogleich genehmigte er sich ein Schlückchen. Es schmeckte genau wie der Name – gruselig.

Wieder unsichtbar schlich er über den Hof. Von den Legionären war weit und breit nichts zu sehen. Gut, sie hatten also aufgegeben. Er wandte sich ostwärts, Richtung Bravil. Unterwegs, bei einer weiteren Festung, legte sich ein Beschwörer mit ihm an, später hinter Pells Tor hetzte ihn ein Troll durch die Wälder bis nach Faregyl, wo ihm Alix Lencolia und Abhuki beistanden.

73.Tag – Stufe 29

Skooma hatte gut geschlafen und war nach dem Frühstück aufgebrochen. Nach einer gefahrlosen Reise erreichte er Bravil. Nilawen freute sich über die guten Geschäfte und Skooma betrat endlich wieder seine Hütte am Kanal. Endlich zu hause. Er warf alles, was er nicht benötigte, vor allem aber einen „gewissen Stab“ in seine Truhe. Dann schubste er ein paar Kakerlaken aus seinem Bett, legte sich hin und verbrachte des Rest des Tages mit Nichtstun.

74.Tag – Stufe 29

Heute war es schon wieder kälter. Selbst hier im Süden war der nahende Winter zu spüren. Nebelschwaden zogen durch die Stadt, als Skooma sich S’krivvas Haus näherte. Sie war daheim und gut gelaunt. Skooma erzählte ihr von seinen spannenden Abenteuern mit dem Ring, jedenfalls so, wie er sie in Erinnerung hatte. Was er mit dem Titel „Wegelagerer“ anfangen sollte, wusste S’krivva zwar auch nicht, aber es gab ein ordentliches Sümmchen auf die Pfote und einen neuen Auftrag.

„Lex tyrannisiert das Hafenviertel“, sagte S’krivva, „findet Methredhel und folgt ihren Anweisungen.“
Skooma zuckte zusammen. „DER Lex?“ Wenn das mal gut ging ...

Es half nichts, Auftrag war Auftrag, und Skooma war wieder auf dem Weg nach Norden. Dieses mal hatte er allerdings keine Lust auf Abenteuer, also schwamm er lieber.

Gegen Abend erreichte er den Hafen, tropfnass und durchgefroren aber unverletzt. Eine kurze Verschnaufpause, dann ging’s los. Doch es sah nicht gut aus für Skooma. Das Hafenviertel wimmelte nur so vor Wachen, Armand hatte Hausarrest und kein Bettler ließ sich sehen. Also auf zum Tempelbezirk ...

Wenn man mal einen Bettler brauchte, war keiner zu finden. Skooma ärgerte sich. Vor sich hin knurrend suchte er weiter und traf ... Itius Hayn. Woran erinnerte der Mann ihn gleich noch? Ach ja, die Suche nach Zeugen. Na, möglicherweise war das ja einfacher als S’krivvas Auftrag.

Ruslans Haus befand sich gleich um die Ecke. Er hatte nicht abgeschlossen, für Skooma die perfekte Einladung. Bevor der Hausherr auch nur ein Wort sagen konnte, hatte ihn Skooma schon mit der „Stimme der Entzückung“ für sich gewonnen. Ruslan versprach alles. Er würde vor Itius Hayn aussagen, sich einen Bart wachsen lassen und nackt über den Talos-Platz rennen ...

Wie nützlich so ein Zauber doch sein konnte. Er probierte ihn gleich noch einmal bei Luronk aus. Hoffentlich würde morgen im Rappenkurier stehen, wie ein Ork in rosa Unterwäsche am Strand eine Sandburg baute.

Leider fehlte Skooma die Zeit zum zusehen. Er musste dafür sorgen, dass Itius Hayn Wort hielt.

Schließlich fand er doch noch einen Bettler. 15 Septim für eine Auskunft, Preise waren das hier! Aber ohne ihn hätte er Methredhel in Dynari Amnis Haus nie gefunden. Irgendwie würde sich schon eine Gelegenheit finden, das Geld wieder rein zu bekommen.

Methredhel hatte einen Plan! Fünf spektakuläre Diebstähle gleichzeitig, und einen davon sollte Skooma ausführen. Dummerweise war er der letzte Kandidat und musste nehmen, was übrig blieb. Sein Ziel war die Geheime Universität, das Privatzimmer des Erzmagiers, Hrormirs Eisstab. Skooma hatte ein ganz mieses Gefühl bei der Sache ...

Der Termin für die Aktionen war aber erst auf morgen Abend angesetzt. Skooma blieb also genug Zeit, sich um Itius Hayn zu kümmern.

75.Tag – Stufe 29

Ihm taten die Schinken weg. Die ganze Nacht hatte er auf einer harten Bank im Wachturm gesessen. Für nichts. Erst am Vormittag kamen Ruslan und Luronk zur Aussage. Beide sahen Skooma ganz merkwürdig an und hinter dem Rücken der Wachen machte der Ork eine Geste mit dem Finger – die Kehle entlang. Skooma schluckte. Den Blick in die Zeitung ersparte er sich.

Wenig später wurde er Zeuge der Verhaftung von Audens Avidius. Sie nahmen ihm gleich auf der Straße Waffen und Rüstung ab. Skooma ging hinterher. Im Marktviertel konnte er dann nicht anders. „Wie fühlt man sich denn so auf der anderen Seite?“, sprach er Audens an. Der starrte nur wütend zurück. Skooma ließ nicht locker. „Ich kenne einen netten Dunmer im Gefängnis, der immer ganz wild auf Neuzugänge ist, vor allem solche „hübschen“ wie ...“ Jetzt reichte es. Audens riss sich los und griff Skooma an. Der verkrümelte sich natürlich sofort hinter die Wachen. Ein kurzes blutiges Handgemenge, dann war das Thema erledigt ... nein, nicht ganz, Skooma leerte natürlich noch die Taschen des ehemaligen Wachmannes.

Da es erst Mittag war wollte er sich noch etwas in der Arena „umsehen“. Ein bisschen Sport würde ihm gut tun. Er war inzwischen viel besser mit Schwert und Schild. Das sollte sich doch auszahlen. Gut gelaunt besuchte er Owyn. „Ab ins blaue Kleidchen und dann los!“ ... Na ja, etwas freundlicher hatte er sich den Empfang schon vorgestellt ...

Bis die Arena schloss hatte er sechs Kämpfe ausgetragen, wobei er eigentlich nur gegen die Bosmer-Schwestern Probleme hatte. Bei Schwertkämpfer und Bogenschütze gleichzeitig konnte sich sein Daedroth nicht entscheiden. Er wurde erst zum „Blutvergießer“ und dann zum „Myrmidon“, was auch immer das war, befördert. Weit wichtiger waren natürlich die vielen klingenden Münzen. Zufrieden zog er sich wieder um und ging zur Universität.

Ein gütig lächelnder Raminus Polus empfing ihn. „Ich freue mich, dass ihr alle Empfehlungen bekommen habt und verleihe euch den Titel eines Lehrlings der Magiergilde.“ („Alter Schleimer!“) „Tragt dieses Gewand mit Stolz.“ Raminus überreichet ihm eine Kutte mit Kapuze. Na gut, Skooma würde sich später umziehen, er hatte noch etwas zu tun.

Als er sich gerade entfernen wollte, rief ihm Raminus noch einmal zurück. So einfach war das hier nicht. Jeder Magier brauchte einen Stab, und auch Skooma hatte sich einen zu besorgen, einen aus besonderem Holz, das nur in der Nähe der Quellhöhle wuchs. „Natürlich, Stab, Holz, Quellhöhle ... schönen Abend noch.“

Er tat so, als würde er den Raum verlassen, schlich sich jedoch unsichtbar zum Teleporter. Direkt hinter Travens Rücken kam er an. Weiter, noch ein Zimmer höher.

Alles klappte reibungslos, fast zu reibungslos. Hrormirs Stab lag griffbereit auf einem Schränkchen. Er deponierte schnell das Schreiben des Graufuchses, griff sich den Stab und machte, dass er rauskam. Niemand hatte ihn gesehen, hoffte er jedenfalls. Wenn doch, dann adé du schöne Magierkarriere ...

Methredhel jedenfalls war hocherfreut. Sie kannte ja Skoomas Ängste nicht. Wenigstens nahm sie ihm den „heißen“ Stab ab. Doch seine Aufgabe war damit noch nicht zu Ende. Jetzt hieß es Lex beschatten. Der war doch sicher immer noch wütend auf ihn. Skooma kaute vor Verzweiflung auf seinen Krallen ...

76.Tag – Stufe 29

Aus sicherem Abstand beobachtete er den Wachhauptmann. So konnte Skooma sehen, wie ihm ein Dremona eine Nachricht überbrachte, verstand jedoch nichts. Lex schien sauer zu sein. Achtlos warf er das Papier auf den Boden. Dann rief er seine Leute zusammen und zog ab. Skooma wartete eine Weile bevor er sich den Zettel schnappte. Aha, ein „Gruß“ von Raminus Polus. Alles schien nach Plan zu laufen. Er sollte sich jetzt wohl bei Methredhel melden.

„Ihr seid ein habgieriger Hund!“, rief sie aus, als er die Elfe auf sine Belohnung ansprach. „Khajiit“, verbesserte Skooma sofort mit erhobener Zeigekralle. Sein Geld bekam er trotzdem nicht. Dafür war S’krivva zuständig. Später, nachdem er den Stab zurückgegeben hatte. „Waaas?“ Skooma wusste, warum er Bosmer nicht leiden konnte. Reichte man ihnen eine Kralle, dann nahmen sie die ganze Pfote. „Ontus Vanim wohnt gleich um die Ecke, an der Außenmauer. Legt den Stab in seine gesicherte Truhe und der Auftrag ist erledigt.“ Was blieb ihm übrig. Skooma trabte los.

Zum Glück war niemand zu hause, als er das Schloss aufbrach. Die Truhe stand natürlich im Obergeschoss. Er warf den Stab hinein und atmete erst einmal tief durch. Wenn er schon einmal hier war, konnte er sich auch gleich selbst belohnen. Skooma durchsuchte jeden Winkel des Hauses und nahm alles Gold mit, das er finden konnte. Fehlte nur noch die richtige Belohnung von S’krivva ...

Doch zuerst musste er unbedingt herausfinden, ob man den Diebstahl in der Magiergilde mit ihm in Verbindung brachte. Er würde zur Quellhöhle gehen und dieses besondere Holz für den Magierstab holen. Wenn Raminus danach nichts sagte, hatte er Glück gehabt. Skooma hatte die Stadt noch nicht verlassen, als sein Magen ihm mitteilte, dass es Zeit für eine größere Mahlzeit war. Hm, Gasthäuser gab es genug, aber eigentlich wollte er schon immer mal das „Aufgetriebene Floß“ besuchen.

Die Entscheidung war goldrichtig. Hier wusste man, wie gekocht wurde. Gezuckerte Schlammkrabbe, hausgemachter Süßkuchen und Crombeerenkompott, Skooma aß so gut und so viel, dass er erst mal ein Verdauungsschläfchen brauchte. Die 20 Septim waren ihm dann auch egal. Seelig vor sich hin schnurrend suchte er seine Kammer im Untergeschoß auf.

„Ja, schaukel weiter, Mami.“ Skooma rekelte sich wohlig in seiner Koje bis er hinausfiel. Wo war er? Ach ja, die Herberge. Merkwürdigerweise hörte das Schaukeln nicht auf. Skooma öffnete die Tür. Wer war das dort im Gang? Ein anderer Gast? Schnell bekam er mit, dass er wieder mal einen Piraten vor sich hatte. Langsam wurden diese Typen zur Plage. Nach einer kurzen Debatte biss der Pirat ins Gras. Mit seinem Schlüssel befreite Skooma den Steuerork, metzelte noch eine Dunmer und einen Nord nieder und stand schließlich der Anführerin gegenüber. Sie kämpfte gut. Skooma genoss die Show, versteckt hinter seinem Schild. Ein – zwei Kratzer bekam er auch ab, aber zum Schluss lag die Piratenbraut auf dem Boden ... und Skooma setzte seinen unterbrochenen Schönheitsschlaf fort.

Am späten Nachmittag lag das „Floß“ wieder im Hafen vor Anker. Für die Piraten hatte er ein stattliches Kopfgeld kassiert, und der Verkauf der Waffen lohnte sich ebenfalls. Nur das Schwert der Anführerin behielt Skooma. Es war genauso gut zu handhaben wie sein altes, aber zusätzlich verzaubert.

Die Quellhöhle lag am anderen Ufer des Rumare-Sees. Zwei Magier sollten dort hausen, die ihm helfen würden. Nichts gefährliches also. Entsprechend lässig betrat er die Höhle. Schwerer Fehler! Gleich hinter der Tür griff ihn ein Beschwörer mit Frostzauber an. War das kalt! Skooma kam gerade noch dazu, sich selbst Verstärkung zu rufen. Dann rannte er hinaus.

Als er zurück kam, hatte sein Daedroth die Lage im Griff. Auf ihn konnte er sich immer verlassen. Skooma nutzte den Ring der Khajiit, um vorsichtig weiter zu schleichen. Er fand zuerst Zahrasha. Die Khajiit-Magierin war tot. Er hatte so etwas befürchtet. Schon im nächsten Gang wartete der nächste Gegner. Hier ging es besser. Skooma „behandelte“ ihn mit einem Lähmungszauber vor und probierte dann sein neues Schwert aus. Erledigt. Doch der nächste nahte schon. Skooma rief sein Haustier, das den Beschwörer mit einem beherzten Prankenhieb von einer Brücke fegte. „Hättet ihr mal lieber schwimmen gelernt“, rief ihm Skooma noch zu, bevor er weiter ging.

Sein Lebenserkennungszauber warnte ihn vor. Trotzdem wurde der Kampf hart. Ein Beschwörer mit Düstergespenst. Er hasste diese Geister. Seite an Seite kämpfte er mit seinem Daedroth, schluckte dabei fleißig Heiltränke und wob Schildzauber. Endlich stand er vor dem Ausgang. Geschafft! Oder doch noch nicht?

Drei weitere Beschwörer warteten draußen. Skooma ließ seine Kreaturen kämpfen, sprang in den See und betrat die Quellhöhle wieder durch den Haupteingang. Nach drei oder vier Runden war es geschafft, alle Gegner lagen am Boden. Leider war auch Eletta tot, aber wenigstens ging sie nicht auf sein Konto. Skooma fand einen unvollendeten Zauberstab in einer Truhe und nahm ihn mit, zurück zur Uni.

77.Tag – Stufe 29

Auf der Stadtinsel kam ein Berglöwe gerade recht. Sie spielten etwas „Zerstörung“ bis es spät genug war, auf den Markt zu gehen. Brauchbare Waffen zum Verkauf hatten die Beschwörer nicht gehabt, aber er übte sich bei Rohssan in der Schmiedekunst und ging dann eine Weile Calindil im „Mystischen Warenhaus“ auf den Geist.

Raminus Polus war entsetzt über das dreiste auftreten der Totenbeschwörer. Er würde sofort den Rat informieren. Vorerst sollte sich Skooma weiter um seinen Zauberstab kümmern. Delmar würde ihm helfen.

Er fand ihn im Chironasium. Delmar, ein Rothwardone in einer gepflegten weißen Robe, begrüßte ihn freundlich. Jetzt war sich Skooma wirklich sicher, dass seine kleine Eisstab-Beschaffungs-Aktion nicht bekannt geworden war. Erleichtert atmete er auf. „Setzt euch doch“, sagte Delmar, „unser Gespräch wird einige Zeit in Anspruch nehmen.“ Sie nahmen auf einer Bank neben der Tür Platz. Nach einem prüfenden Blick auf Skooma entschied Delmar, ganz von vorn zu beginnen. Und er meinte es ernst. Er begann seinen Vortrag mit der Entdeckung des magischen Potentials, der langsamen Herausbildung des Berufsbildes „Magier“, ging dann über zur Entwicklung magischer Hilfsmittel im allgemeinen und von Zauberstäben im besonderen, kam auf die Suche und Auswahl geeigneter Materialien zu sprechen und beschrieb die Besonderheiten beim Gebrauch von Zauberstäben je nach Schule und Stärke der verwendeten Zauber im einzelnen. Irgendwann unterbrachen leise Schnarchgeräusche seinen Redefluss.

„Ich denke, ihr habt alles verstanden.“ Skooma blinzelte ihn erschrocken an. „Wählt nun die Schule und den Zauber für euren Stab.“ Ja, was nun? Was sollte er nehmen? Zerstörung? Oder Illusion? Oder doch lieber Mystik? Er konnte sich nicht entscheiden. Bevor jedoch Delmar endgültig die Geduld verlor, zählte Skooma einfach an den Krallen ab. Heraus kam ein Lähmungszauber. Gut, warum nicht. Kopfschüttelnd bestellte ihn Delmar für morgen wieder zu sich. Der Stab würde dann fertig sein.

Außer Delmar befand sich noch eine ältere, und ziemlich hässliche, Frau im Chironasium. Sie unterhielten sich kurz, wobei sie sich als Martina Floria vorstellte und Skooma Ausbildung in Illusion anbot, gegen die „Zahlung“ von nur zehn Welkyndsteinen. Wo sollte er die nun wieder her bekommen? Immerhin lud sie Skoomas Schwert neu auf.

Eigentlich wollte er ja nach Bravil zu S’krivva, doch da er auf seinen Zauberstab warten musste, hatte er noch genug Zeit für ein paar Erkundungen an der Uni. Nach und nach suchte er die einzelnen Abteilungen auf. Zuerst das Lustratorium ... keiner zu hause, nichts los. Dann die Übungsräume. Die Aufsicht verbot ihm sofort jeden Blödsinn, also auch jeden Spaß ...

Am Wachturm ging er lieber vorbei. Dann kamen die Magiergemächer. Skooma schaute kurz rein. In einer Vitrine fand er einen großen Seelenstein und ein Buch über Mystik, sonst nichts. Auch die Mystischen Archive brachten nicht viel. Eine Argonierin mit etwas düsterer Aura beobachtete ihn argwöhnisch beim Durchstöbern der Regale. Mehr Glück hatte er im Praxographischen Zentrum. Borissean und Gaspar Stegine behaupteten jeder von sich, die besten Zauber herzustellen. Nachdem er beide etwas gegeneinander ausgespielt und so die Preise gedrückt hatte, erwarb Skooma einige nützlich aussehende Zauber. Um einen Xivilai beschwören zu können, würde er noch eine weile üben müssen, doch das machte nichts ...

Den Rest des Tages verbrachte er in der Arena, mehr oder weniger jedenfalls. Wie immer hockte er auf seinem Podest am Eingang und „ließ kämpfen“. So segneten ein Bosmer mit Zauberdolch, eine Altmer mit Ayleidenhelm und ein böser Ork mit Axt das Zeitliche. Skooma wurde für seinen Erfolg zum Krieger befördert.

Einen Kampf hatte er noch vor Einbruch der Dunkelheit. Owyn warnte ihn vor der Nord, einer schnellen und ausdauernden Kämpferin mit dem Langschwert. „Ich habe keine Lust, so spät noch euren Kadaver wegzukratzen!“ Na wenn das nicht aufheiterte. Er würde es schon schaffen, wie immer.

In diesem Kampf verzichtete Skooma auf Unterstützung. Er hockte hoch genug, außer Reichweite des Schwertes. Sein langwieriges Akrobatik-Training zahlte sich aus. In aller Ruhe bearbeitete er seine Gegnerin aus der Ferne erst mit Lebensentzug. Als ihm dies zu langweilig wurde, und weil es spektakulärer aussah, stellte er auf Feuerbälle um. Auf kleine Feuerbälle, die Zuschauer wollten ja ihren Spaß haben. Skooma fühlte sich so sicher, dass er schließlich etwas übermütig wurde. Beim Zielen beugte er sich ein Stück zu weit vor und fiel vom Podest, genau vor die Füße der Nord. Zisch! Das Langschwert fuhr neben ihm in den Boden und nahm die Spitze seines linken Ohrs mit. Skooma jaulte auf. Schlag auf Schlag prasselten auf seinen hastig gehobenen Schild ein. Die Arme taten ihm weh und der Schild gab ein verdächtiges Knacken von sich. Irgendwie schaffte er es schließlich, wieder auf die Beine zu kommen, rannte los und rief seinen Daedroth. Damit war der Kampf entschieden. Skooma taumelte zurück ans Becken der Heilung.

Auf einen weiteren Kampf hatte er heute keine Lust mehr, es war auch zu spät dafür. Alle Besucher waren bereits weg. Skooma zog sich um, verließ als letzter die Arena und kümmerte sich pflichtbewusst um die Truhe mit den Eintrittsgeldern ...

78.Tag – Stufe 29

Auf der Suche nach einem Schlafplatz stromerte Skooma durch den Baumgarten-Bezirk. Er fand zwar kein Bett aber dafür einen Schacht, der tief in das Erdreich zu führen schien. Ein Schatzversteck? Skooma zögerte nicht lange. Er hob den Deckel und kletterte hinab. Unter war es stockfinster, also erst mal ein Lichtzauber. Er fand sich auf einer Treppe wieder, die noch tiefer hinab führte. Etwas raschelte dort unten. Vorsichtig und sehr leise schlich er weiter. Doch es war nur eine Schlammkrabbe, ein kurzer Blitz und die Sache war erledigt. Schätze waren hier leider nicht zu finden, ein paar einzelne Münzen, die sich irgendwann einmal hierher verirrt hatten, ein paar verrottende Kisten voller wertlosem Plunder. Skooma war enttäuscht. Die Ratten und Schlammkrabben hier unten bekamen seinen Frust zu spüren.

Schließlich stand er vor einer weiteren Tür. Als er sie öffnete, drang ihm beißender Verwesungsgeruch entgegen. Leichen hingen an den Wänden und von der Decke herab. Er schauderte. Wo war er hier gelandet? Wenn er sich nicht ganz irrte, musste er irgendwo unter der Arena sein. Das passierte also mit den Besiegten Kämpfern, jedenfalls mit einigen von ihnen. Er würde sich überlegen, noch einmal anzutreten.

Plötzlich schien die Luft kälter zu werden. Etwas erschien, langsam doch unaufhaltbar. Skooma machte sich unsichtbar und zog sich noch in eine dunkle Ecke zurück. Dann kam er aus einem Seitengang, eine durchscheinende furchteinflößende Gestalt, ein Lich. Als sich Skooma gerade klammheimlich verkrümeln wollte, stolperte er über ein Skelett. Sein Schwert fiel ihm aus der Pfote und schlug laut klirrend auf dem Boden auf. Oh-oh! Gerade noch rechtzeitig konnte er sich vor einem Schwall heranrasender Zerstörungsmagie in Sicherheit bringen. Dann rief sich der Lich ein Skelett. Was denn, zwei gegen einen? Das war unfair! Skooma beschwor ebenfalls seinen Kämpfer. Irgendwann sollte er mal versuchen herauszufinden, ob es immer der gleiche Daedroth war und wie er hieß. Vielleicht ließ er sich ja dauerhaft an Skooma binden, dann wären diese kraftraubenden Beschwörungen nicht mehr nötig ...

Während er solchen Gedanken nachging und der Daedroth mit dem Skelett beschäftigt war, wurde sich Skooma gar nicht bewusst, dass er gerade im Alleingang den Lich tranchierte. Erst als es merkwürdig still wurde, merkte er, was er da eigentlich getan hatte. Super! Er war also doch ein Kämpfer.

Voller neuem Tatendrang säuberte er den Rest der Gewölbe von Einem weiteren Lich und einigen Vampiren. Eines von den Biestern schaffte es sogar, ihn zu beißen. Er hoffte nur, dass sein letzter Heiltrank Wirkung zeigte. Er verließ die Katakomben durch den Südost-Tunnel. Wenigstens hatte es sich hier gelohnt. Einige Glasrüstungen und herumliegende Tränke ließen sich auf dem Markt gut verkaufen.

Skooma hatte gar nicht gemerkt, wie schnell die Zeit verging. Es war fast Mittag. Delmar würde mit dem Zauberstab schon warten.

„Hier habt ihr euren Stab“, begrüßte ich Delmar, „probiert ihn nur gleich aus. Die Gegend um Anvil kann ich zu Trainingszwecken wärmstens empfehlen.“ Anvil? Aber ... das war ja ganz weit weg. Delmar nickte.

Auf dem Rückweg fing ihn Raminus Polus ab. „Ich habe eine Aufgabe für euch, Geselle. Ja, ihr seid im Rang aufgestiegen. Hört zu, die Aufgabe ist wichtig.“ ...

Skooma war ganz zufrieden. Er hatte einen leichten Auftrag von der Magiergilde (ein Buch abzuholen konnte nicht zu schwierig sein), er hatte sein Pferd wiedergefunden und war auf dem Weg nach Bravil zu S’krivva. Während er über Stock und Stein durch die abendlichen Wälder galoppierte, überlegte er sich, dass sein Reittier noch gar keinen Namen hatte. Das ging nicht. Nur, wie sollte er es nennen? „Senche“ wäre ein schöner Name, majestätisch und ... nein, es wäre zu lästerlich. Vielleicht „Black Beauty“? Wie kam er nur auf solche Gedanken? Dann, nachdem sie den nächsten Minotaurus abgehängt hatten, kam ihm die ultimative Idee. „Schneller, wir sind gleich in Bravil. Schneller, „Bosmer“, schneller ...“

Gleich hinter dem Stadttor wurde er von einer alten Frau angesprochen. „Etwas neues von Aleron?“ fragte sie. Nein ... nicht wirklich, aber er würde sich gleich morgen drum kümmern, versprochen.

Zuerst musste er aber zu S’krivva. Leider war abgeschlossen. Sie schien nicht da zu sein. Schon wieder einbrechen unter den Augen der Stadtwache? Lieber nicht. Aber es gab doch diese Statue der „Glücklichen alten Dame“. Wenn er sich von ihr wünschte, dass Aleron von allein wieder auftauchte ... ? Einen Versuch war’s wert.

Gut, auch Statuen haben manchmal schlechte Laune, war wohl heute nicht sein Tag. Er beschloss, noch einen trinken zu gehen, und dann ins Bett. Unweit von seiner Hütte gab es die „Einsame-Freier-Unterkunft“, der Name hatte etwas anrüchig-verführerisches. Genau richtig für Skooma. Doch auch dieser Laden stellte sich schnell als Reinfall heraus. Ein finsterer Dunmer, ein griesgrämiger Wirt, ein Argonier in schwerer Rüstung, ... Skooma versuchte es im Obergeschoss.

Zuerst rannte er gegen einen Schemen. So ein unverantwortlicher Blödsinn! Warum mussten sich die Leute schon in einer Kneipe unsichtbar machen? Skooma maulte drauf los. Dass sich der Ork davon nicht beeindrucken ließ, machte ihn nur noch wütender. Er versuchte es mit der Daedroth-ruf-und-ärger-Methode wie damals in Leyawiin. Es brachte nichts, wenn man davon absah, dass das Biest ihn selbst statt des Orks angriff. Skooma gab auf, ging zu seiner Hütte und legte sich schlafen.

79.Tag – Stufe 29

Früh morgens war er wieder in der Kneipe, um seine vergessene Ausrüstung abzuholen. Zufällig schnappte er den Namen „Aleron“ auf. Eine erste Spur. Aber musste es ausgerechnet der Ork von gestern sein? Skooma stieg die Treppe hinauf. Sichtbar, in seiner Glasrüstung, sah der Ork noch viel furcheinflößender als gestern aus. Skooma zog alle Register seiner Überredungskunst, von gut zureden bis zu widerlicher Schleimerei. Ob es funktionierte oder der Ork ihn bloß loswerden wollte, wusste er nicht, war ja auch egal. Jedenfalls hatte er ihm ein Boot zur Verfügung gestellt. Skooma sollte im Austausch für Informationen über Aleron eine Axt bergen. Ziemlich geschäftstüchtig für eine Grünhaut ...

Es war eine winzige Insel mit den Ruinen einer alten Festung. Nach einigem Suchen fand Skooma den Öffnungsmechanismus für das Eingangstor. Hohes Unkraut wucherte im Innenhof. Eine frische Blutspur auf den Steinen mahnte zur Vorsicht. Fast laut los schloss sich das Tor wieder hinter ihm. Egal, er musste die Axt finden. Statt der Axt fand er erst einmal Aleron. Er stand einfach so in der Gegend und sah Skooma traurig an. „Seid gegrüßt, bei Kurgans teuflischer Hatz.“ Skooma verstand nicht gleich. Was war hier los?

„Es gibt keine Axt von Dragol“, klärte ihn Aleron auf. „Das ganze ist eine Falle, und ihr seid das nächste Opfer. Kurgan bietet vermögenden Kunden die Möglichkeit, hier in der Festung menschliches Wild zu jagen.“ Ach so. Skooma war beruhigt. Sollten sie doch alle auf Menschenjagd gehen, er war Khajiit, also völlig sicher ...

Eine Stunde später überlegte er doch, ob er etwas falsch verstanden hatte. Das Tor ließ sich nicht von Innen öffnen, und auch die Mauern der obersten Ebene waren zu hoch, um über sie zu klettern. Blieb nur die Tür zum Innenraum als letzter Weg. Na dann mal los ...

So langsam sollte sich Routine einstellen bei all den Gewölben, die Skooma schon betreten hatte, doch die ausgeklügelten Fallen machten ihm mehr zu schaffen als die beiden Jäger im ersten Abschnitt. Nachdem der Nord erlegt war zog sich Skooma erst einmal um. Die Glasrüstung passte wie angegossen.

Eine weitere Tür führte noch tiefer ins Innere der Festung. Die Luft wurde feuchter. Hinter einem Wasserbecken wartete schon der nächste Gegner. Der riesige Ork im Daedra-Rüstung stellte sich als harter Brocken heraus. Er war wahnsinnig schnell. Und er ignorierte Skoomas Daedroth. Eine Ewigkeit rannten sie im Kreis um das Becken, vorneweg Skooma, dahinter der schwertschwingende Ork, zum Schluss stapfte der Daedroth. Erst als Skooma seinen eigenen Daedroth überholte, drehte sich dieser um und verwickelte den Ork im einen Kampf.
Noch zwei weitere Echsen waren nötig, um Skooma den Sieg zu bringen, ein knapper Sieg, und ein teurer. Alle Heiltränke waren restlos aufgebraucht. Skooma schleppte die erbeutete Rüstung bis zur Eingangstür, wo er sich erst einmal ausruhte.

80.Tag – Stufe 29

Wenn Skooma jetzt dachte, das Schlimmste wäre überstanden, dann täuschte er sich. Kaum trat er aus der Tür in den Hof, da musste er schon mit ansehen, wie der kaum sichtbare Ork Aleron erschlug. Nicht dass es ihm sonderlich Leid getan hätte, ein Mensch mehr oder weniger, was machte das schon. Viel schlimmer war, dass sich Kurgan nun ihm zu wandte.

„Ihr werdet verstehen, dass ich keine Zeugen gebrauchen kann, die mein Geschäft verraten können.“ Der Ork hob sein Schwert. Skooma beeilte sich, zu versichern, dass er keineswegs vor hatte, Kurgan zu verraten. Die Geschäftsidee war brillant, möglicherweise könnte er selbst ... „Dann sterbt ihr eben als unliebsame Konkurrenz!“. Der Ork holte aus und schlug zu. Zu Skoomas Glück fälschte ein Mauervorsprung den Schlag ab. Gleichzeitig jedoch zischte ein Pfeil nur knapp an seiner Nase vorbei. Ein zweiter Gegner! Panisch rannte er los. Hier war doch irgendwo eine Treppe. Auf den untersten Stufen ließ er seinen Daedroth als Rückendeckung stehen. Das verschaffte ihm einen Vorsprung ... vorerst.

Skooma hatte den höchsten Punkt der Festung erreicht. Jetzt musste er taktisch klug vorgehen. Seine Gegner waren schlau genug, unten auf ihn zu warten. Sie hatten alle Zeit Nirns. Vorsichtig spähte er über die Kante. Gut, dass er einen Bogen dabei hatte. Pfeil auf Pfeil schoss er hinunter, doch die meisten landeten im Gras. Die Sicht war einfach zu schlecht. Auch seine Daedra schafften kaum den Weg bis nach unten. Er musste umdenken.

Selbst nahezu unsichtbar schlich Skooma eine Etage tiefer. Er beschwor einen Skamp. Diese kleinen stinkenden Kreaturen waren nicht besonders stark, brachten jedoch den Ork mit Feuerbällen schön zum Leuchten. Er gab so ein viel besseres Ziel für Skoomas Bogen ab. Von seinem zweiten Gegner sah er nichts mehr. Der Daedroth musste ihn erwischt haben, hoffte er zumindest. Als auch Kurgan schließlich leblos am Boden lag, war noch nicht einmal die Sonne aufgegangen.

Zwei Touren musste er mit dem Boot machen, um sämtliche Ausrüstungsteile abzutransportieren. Kurgans kristallinen Brustharnisch behielt er für sich, den Rest der Beute verscherbelte er an den Bosmer Daenlin im „Paradoxon des Bogenschützen“ (dämlicher Name!).

Dann drehte Skooma seine Runde durch Bravil. Ein Gebet zu Mara in der Kapelle, konnte ja nicht schaden, die Nachricht vom Ableben Alerons an Ursanne, was ihm als „Belohnung“ ein Buch einbrachte, ein paar kleine Taschendiebstähle in der „Skooma-Höhle“, und schließlich S’krivva.

Diese Belohnung konnte sich sehen lassen, doch dann verstand Skooma die Welt nicht mehr. „Hiermit befördere ich euch zur Katze.“ Skooma sah S’krivva an ... S’krivva sah Skooma an ... dann lachte beide lauthals los. Wer hatte sich bloß diese Titel ausgedacht? Aber immerhin durfte er mit seinem neuen Rang die hiesige Hehlerin aufsuchen. Zusätzlich gab es als neuen Auftrag noch in Skingrad ein Buch zu besorgen. Wenn das nicht zur Magiergilde passte? ...

„Bosmer“ hatte ihn wieder sicher in die Stadt gebracht. Ein Gespräch mit dem ersten Bettler, und für nur ein Goldstück erfuhr er den Aufenthaltsort der „Katze“ Theranis. Es war, wen wundert’s, das Gefängnis. Na ja, er wollte sowieso den Grafen sprechen, also auf zum Schloss. Skooma, bekleidet mit einem teuer aussehenden roten Samtgewand, dass er auf Kurgans Insel gefunden hatte, verließ Skingrad durch das Osttor.

Beinahe wäre er mit einem Ork zusammengeprallt. Den kannte er doch, das war doch dieser hochnäsige Butler des Grafen. Umgedreht schien dieser ihn nicht wieder zu erkennen. „Ihr kommt gerade aus der Stadt, edler Herr. Möglicherweise habt ihr dort irgendwelchen Pöbel herumlungern sehen? Mein Herr, Graf Hassildor, schickt mich, um Hilfsarbeiter für das Gefängnispersonal anzuwerben ...“

Skooma überlegte nicht lange. Das war die Gelegenheit, um unbehelligt in den Kerker zu kommen. „Wisst ihr, guter Mann. Wenn man so reich und berühmt ist wie ich, dann sehnt man sich manchmal nach etwas Abwechslung. Ich werde das Angebot des Grafen selbst annehmen, nicht dass ich es nötig hätte, nur so zum Zeitvertreib, versteht ihr?“ Offenbar verstand der Ork nicht, aber sein Auftrag war damit erfüllt und er war zufrieden.

Da Skooma als offizieller Angestellter des Grafen natürlich einen festen Wohnsitz in der Stadt brauchte, kaufte er kurzerhand die Rosendornenhalle. Kurgan hatte ihm schließlich genug Geld eingebracht. Vorbei an einem ziemlich vergnatzten Vandorallen Trebatius, (ja, so ein Rauswurf ist bitter) lief er zum Schloss und gleich zum Kerker.

Ohne Probleme wurde er eingelassen. Es gab scheinbar nur einen einzigen Gefangenen, und das war nicht Theranis. Sie unterhielten sich kurz. Ja, Theranis war hier gewesen, gemeinsam mit diesem Argonier in einer Zelle. Doch dann hatte die Bleiche Fürstin beide geholt. „Bleiche Fürstin?“ „Psst! Sprecht den Namen hier nicht laut aus. Sie holt sich die Gefangenen, einen nach dem anderen. Zweimal kommen sie zurück, dann nicht mehr. Theranis wurde letzte nacht zum dritten mal geholt, auch der Argonier, er hat alles vollgeblutet ... werdet ihr mich jetzt befreien?“ Skooma entschied sich für „nein“. Erst einmal musste er Theranis oder diesen Argonier finden. Doch wo sollte er anfangen?

Als er sich nachdenklich gegen die Wand lehnte, berührte er einen Kerzenhalter. Er gab nach und eine Geheimtür öffnete sich. So war das also. Von nun an folgte Skooma einer Spur aus Blutstropfen die, dem Geschmack nach, eindeutig argonischen Ursprungs waren. Es ging durch ein riesiges Fass im Weinkeller, und da stand sie, die Bleiche Fürstin ... ein Vampir.

Barfuß, mit dem Ring der Khajiit und im kristallinen Brustpanzer, zusätzlich getarnt durch einen Chamäleonzauber, die Fürstin hatte keine Chance, Skooma wahrzunehmen. Munter klaute er ihr ganzes Geld, ihren Schloss- und Zellenschlüssel. Er befreite den Argonier, wieder mal war es Amusei, und untersuchte Theranis’ Leiche. Amusei vermasselte wieder mal alles. Beim Fluchtversuch wurde die Fürstin auf ihn aufmerksam. Skooma musste sie beruhigen ... endgültig.

Auch den Wachen im Schloss entging Amuseis Flucht nicht. Ganze 500 Septim kostete es Skooma, vor dem Gefängnis bewahrt zu bleiben. Der Argonier hatte sich inzwischen doch herausgeschlichen und wartete auf der Brücke. Skooma hätte ihn am liebsten gefrühstückt. Nur der Verrat des Buchverstecks rettete der Echse die Schuppen.

Vor dem Einschlafen in seiner neuen Behausung las Skooma noch etwas.

15.des Sonnenuntergangs – 81.Tag – Stufe 29

Früh morgens stand Skooma am Bett des Majordomus. Wieder hatte er unsichtbar das Schloss betreten. Rücksichtslos zog er Mercator die Bettdecke weg. „Verschafft mir eine Audienz bei Graf Hassildor, ich habe einen wichtigen Auftrag der Magiergilde zu erledigen!“ Mercator brummelte etwas von „Deppen“ und „In Ruhe lassen“. „Heute wird der Graf nicht zu sprechen sein. Kommt morgen wieder, bis dahin habe ich einen Termin für euch besorgt. Und nun lasst mich in Frieden!“ Mercator legte sich wieder hin und zog sich die Decke über den Kopf.

Morgen. Und was sollte er heute machen? Der Tag fing gerade erst an. Skooma sattelte erneut „Bosmer“ und ritt nach Bravil, zu S’krivva. „Theranis ist also tot? Äußerst bedauerlich.“ S’krivva schüttelte den Kopf. „Doch wenn ihr schon einmal hier seid, der Graufuchs hat einen Spezialauftrag für euch.“ Skooma hörte sich alles in Ruhe an. Diesmal würde es noch schwieriger werden. Er sollte ein Dokument aus dem Anviler Schloss stehlen, es fälschen lassen, dann in der Kaiserstadt das Siegel besorgen und es schließlich der Gräfin von Anvil persönlich übergeben. Wenn das nicht der direkte Weg zu lebenslanger Kerkerhaft war ... Dabei ging es wohl nur darum, seinen „Freund“ Lex in die Provinz abzuschieben. „Warum killen wir ihn nicht einfach?“ S’krivva schaute entsetzt auf. „Weil wir nicht die Dunkle Bruderschaft sind!“ Das wiederum brachte Skooma auf eine Idee ...

„Bosmer“ bekam heute ordentlich zu tun. Bereits am Mittag war Skooma in der Zuflucht in Cheydinhal und erstattete Vicente Bericht. „Macht doch auf eurem Rückweg nach Skingrad einen kleinen Umweg über Bruma, es könnte sich für euch lohnen.“ Diese knappen Worte und ein Zettel bedeuteten nur eins: Es gibt zu viele Bosmer in Tamriel ...


"Die Toten existieren um die Lebenden zu nähren." Eola
  20.07.2010, 11:09
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    • Dunkle Bruderschaft
Kaum hatte Skooma das leerstehende Haus verlassen, da kam ihm ein alter Bekannter entgegen. Der Dunkle Wächter der Bruderschaft hatte heute wohl Ausgang. Planlos latschte er durch die Stadt. Ob das eine gute Idee war? Jedenfalls schien sich niemand daran zu stören.

Leichter Regen setzte ein, wurde stärker und stärker. Bei dem Wetter sollte er nach Bruma reiten? Nö, nicht schon wieder ein nasses Fell. Skooma suchte Schutz im erstbesten Hauseingang. Es war ein schönes Haus, fast so groß wie seine Rosendornenhalle in Skingrad. Und es war nicht abgeschlossen. Skooma betrachtete dies als Einladung. Er bemühte sich nicht, leise zu sein. Schließlich wollte er nicht als Einbrecher gelten. Es war auch gar nicht nötig.

Tivela Lythandas erschrak erst etwas, als plötzlich ein Khajiit in ihrer Tür stand. Doch er sah nicht gefährlich aus. Vielleicht könnte er ihr ja helfen. „Muthsera“, grüßte sie leise, „seid willkommen in einem Haus der Trauer.“ Nach einigen Minuten, in denen sie Skooma nur verständnislos anstarrte, sprach sie weiter: „Mein Mann, Rythe Lythandas, ... der berühmte Künstler ...“ immer noch wusste Skooma nicht, worum es hier ging. „ ... Ihr habt wirklich noch nie von ihm gehört?“ Skooma schüttelte den Kopf. Was war hier eigentlich los? „Nun, Rythe ist verschwunden. Doch ich bin sicher, er hat sein Atelier nicht verlassen. Ich war die ganze Zeit hier im Raum. Und es gibt kein Fenster, keinen Kamin oder ähnliches. Was soll ich nur tun? ... Könntet Ihr nicht mal nachsehen?“

Wenn's weiter nichts war. Ein leeres Atelier zu untersuchen war mal eine Abwechslung. Skooma willigte ein.

Überall standen und lagen Bilder herum, Pinsel und Farbpaletten bedeckten einen Tisch, alles war etwas unordentlich aber staubfrei. Skooma kratzte an der frischen Farbe eines Bildes, durchsuchte den Boden auf Falltüren und klopfte die Wände ab. Nichts. Er schnüffelte an einer Farbdose und ... Moment. Er schnüffelte noch einmal an der Farbe. Oho, wie wurde ihm denn auf einmal? Das musste er später weiter testen. Schnell ließ er die Farbe in seiner Tasche verschwinden. Etwas desorientiert stützte sich Skooma an einem Bilderrahmen ab. Das heißt, er wollte es. Statt dessen fiel er rückwärts durch das Bild und landete ... im Wald.

Als er sich erhob, von einem Waldboden der merkwürdig nach Farbe roch, stand er Rythe Lythandas gegenüber. „Gefunden!“ Skooma freute sich, doch leider zu früh. Es gab gewisse „Komplikationen“, wie ihn Rythe erklärte. Dies hier war nicht die echte Welt, wie Skooma inzwischen auch feststellte,  es war eine andere Dimension, ähnlich Oblivion und doch ganz anders. Nur durch ein Tor, gemalt mit einem Zauberpinsel, konnte sie wieder verlassen werden. Der Pinsel war , natürlich!, gestohlen von, natürlich!, einem Waldelfen und Skooma sollte ihn, natürlich!, wieder zurückholen. Skooma hatte eine bessere Idee. Sie könnten doch gemeinsam nach dem Dieb suchen und das Tor dann gleich an Ort und Stelle malen, doch Rythe lehnte erschrocken ab. „Nein, nein, ich bin Künstler, kein Krieger.“ Und etwas leiser fügte er hinzu: „Ihr werdet mit den Trollen schon zurecht kommen.“ Skooma fiel dazu nichts mehr ein ...

Warum musste ausgerechnet er ... „Nimm das, du Zottelvieh!“ ... immer die Drecksarbeit ... „Hast – du – noch – nicht – genug!“ ... für andere ... „ Grrr , und jetzt stirb!“ ... machen? Schwer atmend nach seinem dritten Troll setzte sich Skooma auf einen Stein. Es war so ungerecht! Er hatte fast alle Heiltränke aufgebraucht, sich die Lippen fusselig beschworen und jeder Knochen tat ihm weh. Warum nur musste ausgerechnet er immer in solche fellsträubenden Situationen geraten? Nach einer kurzen Rast ging er weiter. Wieder ein Troll. Skooma versteckte sich und ließ diesmal seinen Dremona die ganze Arbeit machen. Wenigstens klappte Beschwörung auch in dieser Welt. Er wollte
nicht als Trollfutter enden.

Zu allem Unglück kamen dann zwei Trolle auf einmal. Das war selbst für Skoomas Helfer zu viel. Nur ein, zwei Prankenhiebe und jeder Daedroth wurde in der Luft zerrissen. Skooma stand auf einem Felsen und sah hilflos zu. Nur ein Stück weiter lag ein lebloser Elf. Das musste der Dieb sein. Aber wie sollte er diese Belagerung durchbrechen? Skooma wartete und wartete. Es half nichts. Er nahm seinen ganzen Mut zusammen, zog die Stiefel aus (wenn ihn jetzt nur nicht der Geruch verriet) und machte sich so unsichtbar wie möglich. Auf Krallenspitzen schlich er an den Trollen vorbei. Sie schüffelten zwar, bemerkten ihn aber nicht. Skooma schnappte sich den Pinsel und kletterte über die Berge zurück zu Rythe. Gerade noch rechtzeitig, als sie schon das Grunzen der Trolle vernahmen, sprangen sie durch das frisch gemalte Tor zurück ins Atelier.

Welch rührendes Wiedersehen. Skooma hatte die „Schürze der Geschicklichkeit“ als Lohn erhalten. Na ja, besser als nichts. Draußen hatte der Regen nachgelassen. Er sprang über Pfützen, rüber zum Haus der Magiergilde. Heute hatte er sich sein warmes Bett wirklich verdient.
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Skooma hat Stufe 30 erreicht und ist nicht tot zu kriegen. Na ja, eigentlich achte ich sehr darauf, dass so etwas nicht passiert. Jetzt kann er sich schon mal auf einige Kämpfe einlassen ohne gleich das Schlimmste befürchten zu müssen. Und so sieht's aus:
Lebensenergie 296; Magie 200; Ausdauer 296
Stärke 73; Intelligenz 100; Willenskraft 71; Geschicklichkeit 73; Schnelligkeit 75; Konstitution 79; Charisma 77 und Glück 50 (hab ich bewusst nie gesteigert, damit Skooma nicht zu übermütig wird)
Und die Hauptfertigkeiten: Athletik 64; Schwertkampf 79; Blocken 48; Alchemie 100; Illusion 81; Leichte Rüstung 70; Handelsgeschick 52
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82.Tag – Stufe 30

„Steht endlich auf, Faulpelz!“ Skooma wurde unsanft geweckt. „Es ziemt sich nicht für einen Magier, so laut zu schnarchen, dass der Putz von der Decke fällt.“ Schlaftrunken erkannte er die Umrisse einer alten Frau vor seinem Bett. Uurwen, wenn er sich recht erinnerte. „Na gut, ich steh ja schon auf.“ „Ein schönes Schwert habt Ihr da“, fuhr Uurwen fort, „eine mächtige Waffe, doch ... warum ladet Ihr sie nicht wieder auf?“ „Weil ich keine Seelensteine mehr hab“, knurrte Skooma durch zusammengebissene Zähne. Es war immer das selbe. Früh aufstehen, Aufträge ausführen, abends müde ins Bett fallen, wie sollte man sich da um solche Nebensächlichkeiten kümmern? „Ich könnte das Schwert für Euch aufladen, nicht umsonst versteht sich.“ „Ja, ja, macht mal“ Wenn sie doch nur nicht so nerven würde. Am liebsten hätte sich Skooma sofort wieder hingelegt. „Fertig. Das macht dann, wenn man den vorherigen schlechten Zustand und die Qualität der Aufladung beachtet ... 8750 Septim.“ Skooma fiel beinahe tot um.

Sein Geld hatte noch gereicht, um sich von Eilonwy einen Experten-Mörser zu kaufen. Aber immer konnte es so nicht weitergehen. Er brauchte selbst Seelensteine, oder besser, DEN Seelenstein. Skooma hatte schon oft die Legenden über Azuras Stern gehört. Er hielt sie für Wahrheit, immerhin hatte er schon Erfahrung mit daedrischen Artefakten. Und was mindestens genauso wichtig war, er hatte eine ungefähre Vorstellung, wo sich Azuras Schrein befinden könnte. „Hoch oben in den Jerall-Bergen, nördlich von Cheydinhal, stieß ich einst auf das Standbild der Göttin ...“ hatte ihm einst ein Jäger erzählt. Warum sollte er gelogen haben, Skooma hatte ihm schließlich erst viel später die Taschen geleert. Jetzt erinnerte er sich wieder an die Worte. „Bosmer, komm her guter Junge, wir haben ein neues Ziel.“

Die Suche gestaltete sich anstrengend, vor allem, da es furchtbar kalt hier oben war. Schließlich stand er vor Azuras Schrein. „Lasst mich zu der Göttin sprechen“, verlangte er von Mels Maryon, dem Oberhaupt des hiesigen Zirkels. „Sicher dürft Ihr das“, erwiderte dieser, „zur festgelegten Zeit, in der Morgen- und Abenddämmerung. Ihr habt doch Glühstaub dabei? Ohne diese Gabe dürften Eure Chancen verschwindend gering sein.“ Hm, Glühstaub. Selbstverständlich tat in diesem Land niemand etwas umsonst, schon gar kein Daedroth. Skooma hatte keinen Glühstaub im Gepäck und auch keine Idee, wo er welchen bekommen könnte. Oder ... ach nein, Leyawiin war zu weit weg. Er dachte mit Schaudern an seine panische Flucht vor den Irrlichtern zurück. Er würde erst einmal in den Magiergilden nachfragen. Skooma verabschiedete sich und ritt nach Bruma, nur um festzustellen; dass die dortige Magiergilde keinen Glühstaub verkaufte.

Wieder einmal tauschte er sein schickes rotes Seidengewand gegen Kristallinen Brustharnisch und Ring der Khajiit. Es war an der Zeit, sich um Baenlin zu kümmern. Das betreffende Haus hatte er schon gefunden, ebenso die Kellerluke auf der Rückseite. Ein Zwergenschloss – kein Problem. Skooma schlich durch den Keller. Verführerisch stapelten sich Baenlins Vorräte, doch diesmal nahm er nichts mit. Geräuschlos öffnete er die Tür zum Wohnbereich. Baenlin war zu hause, ebenso wie Gromm, sein Diener, dem nichts passieren durfte. So jedenfalls hatte es Vicente verlangt. Skooma ging weiter, nach oben in die Schlafkammer. Er hatte vor, sich in einem Schrank zu verstecken bis die Zeit gekommen war, stieß dann jedoch auf die Tür zu einer kleinen Dachkammer. Unzählige Spinnweben zeugten davon, dass hier schon seit Monaten niemand gewesen war.  Ein ausgezeichnetes Versteck. Noch mehr freute er sich, als er die Halterung des Minotaurenkopfes (denn dieser sollte Baenlin treffen) genau vor seiner Nase bemerkte.

Skooma wartete. Dann endlich setzte sich Baenlin in seinen Lehnstuhl unter dem Kopf. Skooma hatte alle Gespräche durch die dünnen Wände verfolgt mittels Lebenserkennung sein Opfer überwacht. Vorsichtig löste er die Drähte. Mit einem dumpfen Aufschlag traf die schwergewichtige Trophäe Baenlins Schädel und schickte ihn zu Sithis. Skoomas Werk war getan. So unauffällig wie er gekommen war, schlich er auf dem selben Weg wieder hinaus.

Den Rest des Abends verbrachte er in Olavs Kneipe, sozusagen als Alibi ...

83.Tag – Stufe 30

Der Tag begann feucht und nebelig, eigentlich wie jeder Tag hier in Bruma. Eine allgemeine Aufregung war spürbar. Offenbar hatte es einen schlimmen Unglücksfall gegeben. Ein Bosmer, angesehener Bürger der Stadt und fleißiger Tempelgänger, war in seinem eigenen Haus zu Tode gekommen. Skooma hörte gewissenhaft zu. Ja, ja, die Leute waren eben zu sorglos in den eigenen vier Wänden. Doch er hatte heute noch viel vor. Als er durch das Stadttor trat, bemerkte er einen Khajiit, der es offensichtlich sehr eilig hatte. Neugierig rannte er hinterher. Doch sein Stammesbruder war schnell. Skooma verlor ihn fast aus dem Gesichtsfeld, bis ... ja bis er ihn gegen einen riesigen Braunbären kämpfen sah. Hätte er mal auf Skooma gewartet.

Mit dem frischen Fell über dem Sattel ritt er weiter nach Chorrol. Auch in der dortigen Gildehalle bekam er keinen Glühstaub, dafür jedoch ein paar neue Beschwörungszauber von Athragar und Alberic Litte. Er nahm einige Übungsstunden in Veränderung und erfuhr von einem Meistertrainer der Beschwörung, der sich irgendwo in den Wäldern, bei Molag Bals Schrein aufhalten sollte. Skooma würde beizeiten mal vorbeigehen.

Auch die Kämpfergilde hatte neue Befehle für ihn. Ein gewisser Maglir in Skingrad hatte einen Auftrag vermasselt und Skooma sollte nach dem Rechten sehen. Gut, nach Skingrad wollte er sowieso.

Vor dem Aufbruch schaute er noch kurz bei Seed-Neeus vorbei. Wo war eigentlich ihre Tochter abgeblieben? Da war doch noch was. Skooma überlegte angestrengt. Dieses Dorf, Drecksack oder so. Dummerweise hatte er damals versprochen, mal nachzusehen, und da ihn Seed-Neeus gerade so hoffnungsvoll anschaute ... Irgendwie verlor er langsam die Übersicht. Er sollte sich bei Gelegenheit ein Notizheft besorgen ...

Draußen versorgte er noch Bosmers Wunden von der letzten Reise bevor sie sich wieder auf den Weg machten. Sie kamen nicht weit. Bei den Ruinen von Carmala trafen sie auf einen Troll und einen Bären. Skooma drehte um. Auf diese Weise hatte er schon mal ein Pferd verloren. Bei Bosmer würde ihm das nicht passieren. Als sie wieder die Straße erreicht hatten, war von ihren Verfolgern nichts mehr zu sehen. Zur Sicherheit ließ Skooma sein Pferd auf einem nahen Bauernhof zurück. Diesmal würde er eben zu Fuß losziehen.

Er erreichte Carmala bei Sonnenuntergang. Kein Troll und kein Bär war weit und breit zu sehen. Skooma öffnete das Tor, trat ein und stolperte über einen toten Abenteurer. Die verräterischen Bisswunden am Hals des Mannes brachten sämtliche Alarmglocken in seinem Kopf zum klingen.

Doch Skooma riskierte es trotzdem. Eine bessere Gelegenheit, seine Clannfear-Beschwörung auszuprobieren, konnte es nicht geben. Vampire, Liche und Ratten waren da wohl anderer Meinung, was ihn aber nicht sehr interessierte.

84.Tag – Stufe 30

Zwei Flaschen alten Wein für mehrere Stunden Kampf? Skooma hatte schon bessere Geschäfte gemacht. Im Schutz der Nacht schlich er sich bis nach Dreckhack, was ja nicht mehr weit war. Im Dorf erlebte er die nächste Überraschung. Viele der Häuser waren abgebrannt oder zumindest stark beschädigt. Die Kapelle stand noch, aber auch dort, wie im restlichen Dorf, war niemand zu sehen. Lediglich ein geschecktes Pferd stand einsam und verlassen in einem halb verfallenen Stall. Skooma suchte weiter, bis er in einer der Ruinen eine Falltür bemerkte. Sie war noch unversehrt. Vielleicht, dachte er, hatte ja der Keller den Brand überstanden.

Skooma platzte mitten in die Versammlung fanatischer Dorfbewohner. Bevor er auch nur den Versuch einer Erklärung machen konnte, hatte er schon ein Dutzend Schläge einstecken müssen. Nur gut, dass er die Rüstung trug und nicht jeder Hieb mit den Keulen richtig traf. Weh tat es trotzdem. Hastig steckte er sich den Ring an die Kralle, sprang zurück und loste sich vor den Augen der Fanatiker in Schatten auf. Doch sie gaben nicht auf. Auf gut Glück schlugen sie mit ihren Keulen um sich, trafen sogar ab und zu. Skooma holte sich Verstärkung. Es sah lustig aus, wie die kleine Echse den Fanatikern hinterher hüpfte. Dann waren sie alle besiegt und er hatte Zeit, sich umzusehen. In einer weiteren unterirdischen Kammer fand er Dar-Ma, eingesperrt in einem Käfig. Skooma befreite sie, setzte sie auf ihr Pferd und zeigte ihr den Weg nach hause. „Begleitet Ihr mich nicht, mein Held?“ Dar-Ma sah etwas traurig aus. Skooma tröstete sie schnell. Er würde ja gern. Aber wenn die Wachen nun falsche Schlüsse zogen, zwei junge Leute bei Nacht im Wald? Es wäre bestimmt ihrem guten Ruf nicht förderlich. Dar-Ma nickte dankbar und zog los.

„Noch mal Glück gehabt“, flüsterte Skooma zu sich selbst, „die hätte mich den ganzen Weg über vollgelabert.“ Außerdem musste er noch schnell zu diesem Bauernhof. Bosmer wartete sicher schon.

Er wartete nicht. Skooma konnte es nicht fassen. Sein treues Pferd war weg, sicher gestohlen! Welches Untier tat so etwas? Hastig rannte er nach Chorrol, doch auch die Torwache hatte kein herrenloses oder gestohlenes Pferd gesehen. Wo sollte er jetzt suchen? Da ein geschecktes Pferd vor dem Tor stand musste Dar-Ma schon angekommen sein. Also würde er sich noch schnell die Belohnung krallen und dann den Weg in die andere Richtung absuchen.

Als er dann Seed-Neeus gegenüber stand, wusste er, warum er Argonier seltsam fand. „Habt ihr sie gefunden? Ist sie sicher?“ Die gute Dame sollte mal einen Heiler ihre Augen untersuchen lassen. Dar-Ma stand längst neben ihr ...

... Es war gegen Mittag. Skooma hatte den ganzen Weg bis zur Wawnet-Herberge im Laufschritt zurückgelegt. Keine Spur von Bosmer. Traurig trat er ein. Es heiterte ihn kaum auf, dass die Wirtin Gefallen an seinen Weinflaschen fand und diese, und noch mehr, auch kaufen wollte. Er mietete sich eine Kammer und legte sich hin. Erst einmal die müden Füße etwas ausruhen, erst einmal überlegen, wie es weiter ging. Bosmer würde ihm fehlen ...

Schlecht gelaunt stapfte Skooma die Straße nach Skingrad entlang. Er war so was von sauer! Zwei Wölfe hatten seine Stimmung schmerzhaft erfahren müssen. Zu allem Überfluss hatte er auch noch Hunger. Warum, in Rajhins Namen, hatte er nicht daran gedacht, in der Herberge zu Mittag zu essen?
Mit Bosmer hatten sich auch seine Satteltaschen voller Proviant verabschiedet. Skooma nahm den Bogen von der Schulter. Vielleicht konnte er ja abseits des Weges ein Reh erwischen.

Nach einer weiteren Stunde gab er auf. Kein Reh war heute dumm genug, sich in die Reichweite seines Bogens zu begeben. Doch dann roch er etwas, etwas leckeres. Wenn das nicht gebratener Eber war? Skooma ging schneller bis er zu einer Lichtung kam. Eine kleine Gruppe von Daedra-Anbetern saß um ein Feuer herum, aß, trank und schwatzte. Man lud ihn wie selbstverständlich mit ein. Skooma langte ordentlich zu. Lange hatte er nicht mehr so gut gegessen. Sie erzählten sich Geschichten und rissen derbe Witze, bis ... nun bis Skooma mit der Frage herausplatzte: „Mmh, wer is’ das da oben überhaupt?“

Schlagartig wurde es still auf der Lichtung. „Ihr seid nicht Dro’ Garr, den wir erwartet haben?“ „Nn-nicht direkt“, stotterte Skooma, „aber ihr habt ja nicht gefragt!“ Da hatte er wohl recht. „Sprecht mit Clavicus, möglicherweise hat er eine Aufgabe für euch.“ Irgendwie kam es Skooma vor, als ob man ihn  möglichst bald wieder loswerden wollte ...

Im Nachhinein war es ein teures Mittagessen geworden. Clavicus hatte für seine Aufgabe ganze 500 Goldstücke verlangt. Es ging darum ein Schwert zu beschaffen, das sich Umbra nannte. Und dazu musste er erst mal in die Siedlung Pells Tor. „Etwa eine Stunde in diese Richtung.“ Ein Khajiit, der sich nicht einmal vorgestellt hatte, wies etwa nach Südosten. Dann zog Skooma los. Irgend jemand quatschte ihn unterwegs an. Skooma brauchte einige Zeit, um die Stimme zu lokalisieren. Wo kam diese hässliche Hundestatue in seiner Tasche plötzlich her? In hohem Bogen warf er sie in die Büsche ... dachte er. Doch in Wirklichkeit steckte er sie wieder zurück. Kurz darauf hörte er die Stimme von neuem. Was machte diese Statue in deiner Tasche? Hatte er sie nicht gerade weggeworfen? Skooma holte aus und ... „Untersteht euch!“ ... hielt inne. Die Statue stellte sich als niederer Daedroth heraus, was es nicht alles gab. Sie warnte Skooma vor Umbra und beschwor ihn, die Pfoten von diesem Auftrag zu lassen. Wenn Skooma schon auf jeden dahergelaufenen Daedroth hörte ... es würde schon keinen Ärger geben, wenigstens nicht für ihn.

Doch wie immer kam der Ärger schneller als ihm lieb war. Diesmal in Form eines Xivilai, der zusammen mit einem Sturm-Atronachen eine Ruine bewachte. Und wie immer war es mehr unangenehm als gefährlich. Der Atronach fiel als erster. Skooma beobachtete von einem Mauervorsprung aus den Kampf Clannfear gegen Clannfear. Es sah lustig aus, wie die beiden immer gegeneinander anrannten. Am Ende stellten sich seine Beschwörungen als stärker heraus, auch der Xivilai fiel und Skooma schleppte zusätzlich einen schweren Kriegshammer mit sich herum.

So erreichte er Pells Tor. Gleich am Eingang kam ihm Irroke der Breite entgegen. Komischer Name. So breit gebaut war der Mann gar nicht. Aber vielleicht hatte sein Beiname auch auf etwas mit der Farbe seiner Nase zu tun, im übertragenen Sinne. Wichtig war nur, dass er Umbra kannte, sowohl das Schwert als auch seine Trägerin Lenwin, die sich jetzt ebenfalls Umbra nannte. Und er wusste zu berichten, dass diese Umbra zuletzt bei den Vindasel-Ruinen gesehen worden war. „Seid vorsichtig. Die Klinge kann angeblich Seelen stehlen.“ Skooma bedankte sich für die Warnung. Er würde sehr vorsichtig sein.

Vindasel war ausgerechnet die Ruine, vor der er gerade den Xivilai erledigt hatte. Skooma trat ein. Es war dunkel wie in allen anderen Ruinen auch. Ein paar Ratten und Schlammkrabben, nichts gefährliches. Dafür entdeckte er in Wandnischen Welkynd-Steine, die er natürlich sofort mitnahm. Beinahe wäre er noch in eine Falle getappt, doch eine weitere Ratte kam ihm zuvor und rettete so sein Leben. Sie selbst hatte nichts mehr davon.

Später, in einer größeren Halle, entdeckte er Umbra am Feuer. Ab jetzt war äußerste Vorsicht geboten. Skooma zog alle Rüstungsteile aus, um leiser Schleichen zu können, nur den Brustharnisch behielt er an, wegen des Chamäleon-Effekts. Mit dem Ring der Khajiit und weiteren Chamäleon-Zaubern erkundete er sorgfältig Umbras Umgebung. Es musste hier doch einen sicheren Platz geben. Er fand ihn. In eine Ecke nahe beim Eingang befand sich ein schmaler Sims in ausreichender Höhe. Skooma benötigte mehrere Versuche, um hinauf zu gelangen. Dafür hatte er hier gute Sicht und freies Schussfeld. Mit einem Schockzauber machte er Umbra auf sich aufmerksam. Wutentbrannt kam sie an, aber alles Hopsen und Fluchen half nicht. Sie konnte in ihrer schweren Rüstung Skooma nicht erreichen. Er schickte ihr was zum Spielen, was Spannendes, ... (nein nicht das) ... einen Daedroth. Umbra schlug sich tapfer. Entweder war sie wirklich so gut, oder das Schwert so mächtig, oder beides.

Schließlich verlor das Schauspiel Umbra vs Daedroth seinen Reiz. Skooma stellte auf Flammen-Atronach um, auch wegen der besseren Beleuchtung. Dann, als es allmählich zu warm wurde, sorgten Frost-Atronachen für Abkühlung. Das Finale brachte jedoch Skoomas Daedra-Pfeil. Wieder einmal musste er dann alle Federzauber bis zur Grenze ausreizen, um die ganze Beute schleppen zu können.

85.Tag – Stufe 31

“Warum wollt ihr das Schwert zurück geben, behaltet es doch einfach.“ Die Stimme des Hündchens klang vernünftig. An diese Möglichkeit hatte er noch gar nicht gedacht. Er würde Umbra aufladen müssen, doch dann ... Ja, Skooma würde das Schwert erst einmal behalten. Und, genau genommen, wer brauchte schon die Maske des Clavicus wenn er so blendend aussah wie Skooma?

Erst einmal bastelte er sich ein kleines Floß, mit dem er dann den ganzen Ramsch zur Stadtinsel transportierte. Er hatte sich anders entschieden. Zuerst würde er Umbras Rüstung verkaufen, dann mit dem erhaltenen Geld nach Cheydinhal reisen und dort ein neues Pferd erwerben, eins das genauso schnell war wie Bosmer.

Etwas später war er bereits auf einem „geborgten“ Pferd in Richtung Osten unterwegs. Ein kleiner Umweg führte ihn zum östlichen Stadttor. Das Pferd ließ er etwas außerhalb der Stadt zurück, es würde schon heim finden. Dann sichte er die Zuflucht auf. „Sieh an, der Dunkle Wächter hat schon den Weg bis in den Keller gefunden.“ Skooma klopfte dem Skelett wohlwollend auf die Schulter und ging weiter.

Vicente war erfreut über die schnelle Erledigung seines Auftrages. Er hatte schon etwas neues parat. „Ich denke, ihr kennt einen Dunkelelf namens Valen Dreth“, er machte eine vielsagende Pause. „Er glaubt im Gefängnis sicher zu sein ...“ Beide grinsten sich an. Für diesen Auftrag hätte Skooma sogar freiwillig draufgezahlt. Natürlich hütete er sich, solche Bemerkungen zu machen. Die Sache mit Baenlin hatte ihm neben der Beförderung zum „Schlächter“ noch 600 Septim und den „Leidensdorn“, einen heftig verzauberten Dolch, eingebracht. Kein schlechtes Geschäft.

Draußen lief ihm Ganredhel über den Weg und ließ sich zu etwas Akrobatik-Training überreden.

Dann stand Skooma vor den Pferdeställen. Er glaubte, seinen Augen nicht trauen zu können. Da stand doch tatsächlich Bosmer zwischen den anderen Tieren und ließ sich das frische Gras schmecken. Skooma war so glücklich, dass er das Pferd küsste.

Wieder vereint legten sie bis zum Abend den weg nach Skingrad zurück. Er ging zum Schloss. Mercator schlief schon wieder in seinem Zimmer. Arbeitete der Kerl überhaupt mal? Es schien so, denn er hatte wirklich eine Audienz beim Grafen für Skooma erwirkt. Zwei Uhr nachts außerhalb der Stadt fand Skooma etwas ungewöhnlich, doch wer kannte sich mit den Launen der hohen Herren schon aus. Das gab ihm noch Zeit, Maglir zu suchen. „Maglir, dieser Waldelf säuft sich jeden Tag in der „Westebene“ das Hirn aus dem Schädel.“ Skooma bedankte sich für den Tipp und verließ das Schloss.

Er traf Maglir noch in recht brauchbarem Zustand an. Trotzdem war mit ihm nichts anzufangen. „Ich soll das Tagebuch eines gewissen Brenus Astis aus der Fallfels-Höhle bergen. Wisst ihr, wie es da aussieht? Das reinste Himmelfahrts-Kommando. Nein, ohne mich, nicht für so wenig Geld! Geht doch selbst, wenn ihr wollt.“ Damit war das Gespräch für Maglir beendet.

86.Tag – Stufe 31

Ein Uhr morgens. Skooma näherte sich dem vereinbarten Treffpunkt vor der Stadt. Irgendetwas stimmte hier nicht. Doch für einen Rückzieher war es zu spät. Mercator hatte ihn bemerkt. Eine Falle. Was Skooma jedoch noch mehr ängstigte als die zwei vermummten Gestalten hinter Mercator war dessen Ankündigung: „Ihr werdet uns auch nach eurem Tod noch gute Dienste leisten!“ Das konnte nur eines bedeuten, er war an Totenbeschwörer geraten.

Zwei Skelette tauchten aus dem Nichts auf und grinsten ihn böse an. Skooma rettete sich auf das Dach eines Schafstalles gleich in der Nähe. „Hoffentlich kommt keiner auf die Idee, Feuerbälle zu benutzen“, dachte er. Selbst schickte er seinen Frost-Atronach in den Kampf. Diese Riesen konnten ordentlich zuschlagen.

Dann tauchte ein weiterer Kämpfer auf, merkwürdigerweise auf Skoomas Seite. Nun, warum sollte er nicht auch mal Glück haben? Der Fremde war so schnell, dass Skooma sein Gesicht nicht erkennen konnte, aber er war gut gekleidet und ein ausgezeichneter Nahkämpfer. Skooma überließ ihm den Spaß, mit den Beschwörern allein fertig zu werden. Er wollte ja niemandem im Wege stehen.

Nun, der Fremde entpuppte sich als Graf Hassildor persönlich. Er klärte Skooma auch gleich über dessen Auftrag auf. Es gab kein Buch, nur die Befürchtung, dass sich Hassildor mit dem Totenbeschwörern eingelassen hatte, was jedoch nicht stimmte. Skooma war nur ein unfreiwilliger Spion der Gilde. Na prima ...


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  30.07.2010, 10:30
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Noch 86.Tag – Stufe 31

Von den Magiern hatte Skooma erst einmal genug. Er würde Raminus schon noch informieren, aber nicht heute. Er war jetzt auf der Suche nach der Fallfels-Höhle, sein Auftrag von der Kämpfergilde. Auch diese Leute hatten sich als nicht ganz pflegeleicht herausgestellt. Doch ein klarer Befehl war immer noch besser als ein gefährlicher Auftrag mit falschen Informationen.

Wieder einmal stand einer dieser Steine an Skoomas Weg. Er hatte diesen Schnelligkeitszauber des Schlachtross-Steins ja nie gebraucht, also warum nicht etwas Neues versuchen. Behutsam legte er seine Pfote auf den kühlen Stein. Merkwürdig, es fühlte sich ganz anders an. Und als er wieder losließ hatte er den Spruch „Höllenfahrt“ nicht vergessen. Hatte es nicht funktioniert? Doch. Er war sich sicher, etwas neues gelernt zu haben. Skooma kramte in seinem Hirn herum und beförderte tatsächlich einen neuen Spruch an die Oberfläche: „Tore von Aetherius“. Gut, er konnte ja auch mal Glück haben.

Kurz darauf fand er die Höhle. Bereits nach ein paar Schritten war der Gang eingestürzt. In der Höhle dahinter geisterte ein Lich herum. Skooma schickte einen Flammen-Atronach vor, dann noch einen und noch einen. Schließlich war der Lich besiegt, doch die Gefahr war keinesfalls gebannt. Etliche Geister und Skelette befanden sich immer noch auf der Suche nach Opfern. Nur gut, wenn man sich auf seine Ausrüstung verlassen konnte. Der kristalline Brustharnisch, kombiniert mit dem Ring der Khajiit und Skoomas Schatten-Zauber, sorgte für mindestens 100% Unsichtbarkeit. Er konnte sogar Skelette durch die Gänge schubsen ohne entdeckt zu werden. Dazu noch ein Auge-der-Nacht-Zauber und Skooma entging nicht das geringste Detail der Höhlengänge. So dauerte es nicht lange, bis er das gesuchte Tagebuch in den Pfoten hielt. Relativ unbehelligt verließ Skooma die Höhle wieder. Um die ganzen Untoten sollten sich andere kümmern.

Zurück in Skingrad ging er doch noch einmal zur Magiergilde, aber nur um von Sulinus Vassinus vier Anfälligkeitszauber zu kaufen. Anschließend beglückte er Falanu mit seiner Anwesenheit. Auch sie verkaufte keinen Glühstaub, er würde wohl wirklich in den Süden müssen.

Der Rest des Tages verging beim Ritt durch die Wälder zur Kaiserstadt.

87.Tag – Stufe 31

Nach einer kurzen Nacht unter freiem Himmel, Bosmer war in den Fuchsställen gut versorgt, betrat Skooma die Abwasserkanäle der Kaiserstadt. Es stank fürchterlich. Khajiiti haben nun mal empfindlichere Nasen als die übrigen Bewohner Tamriels. Skooma riss sein Hemd in Streifen und band sich einen davon vors Gesicht. Wann hatte er eigentlich das letzte mal gebadet? Bevor ihm noch schlechter wurde, riss er den Fetzen wieder herunter und warf ihn weg. Dann begann ein langer Weg durch ratten- und krabbenverseuchte Tunnel und Kammern, vorbei an übel riechendem Unrat, zerbrochenen Kisten und vermodernden Fässern. Die Wände starrten vor Dreck und Schimmel. Skooma verzichtete auf Fackeln oder Lichtzauber und nutzte statt dessen Infravision. So sah er alles in einem unwirklichen, die Umgebung beschönigenden Blauton.

Eine rostige Leiter führte endlich nach oben. Doch Vorsicht. Mindestens zwei Wachen hielten sich hier auf. Sie schienen sich zu langweilen und unterhielten sich recht laut. Skooma war trotzdem auf der Hut. Wieder nutzte er alles was er an Chamäleon-Effekten hatte. An den Wachen schlich er dann einfach vorbei. Der Raum kam ihm bekannt vor. Hier war der Kaiser gestorben, den er für den Gefängnisdirektor gehalten hatte. Kann ja mal vorkommen.

Der Hauptmann der Wache saß an einem kleinen Tisch und starrte vor sich hin. Skooma überlegte nicht lange. Beherzt griff er in dessen Tasche und zog den Geldbeutel heraus. Die Schlüssel wären ihm zwar lieber gewesen, aber man musste halt nehmen was da war. Leider wurde er bemerkt, nur ... der Wachtmann sah ihn nicht. Ziellos irrte er herum, während Skooma leise weiter ging.

Ganz so geräuschlos ging es dann doch nicht ab. Jedes Quietschen einer Tür, jedes Knirschen von Skoomas Schritten auf dem Schutt des Bodens half der Wache, den Anschluss nicht zu verlieren. Das beständige erneuern des Schatten-Zaubers nagte an seinen Kräften. Endlich, nach viel Lauferei, stand Skooma wieder in „seiner“ Zelle. Alles war noch so wie damals, die Kratzspuren an den Wänden, die aufgegrabene Stelle im Boden, die Knochenreste von lange vor seiner Zeit verendeten Ratten. Weit hinter ihm in den Gängen stolperte der Wachmann umher und fluchte vor sich hin. Warum bloß solch ein Aufstand wegen 67 Septim?

Dann wurde Skoomas Aufmerksamkeit von einem Gespräch abgelenkt. Kein Zweifel, er würde die Stimme Valen Dreth's unter Tausenden wiedererkennen. Doch diesmal lästerte der Elf nicht wie gewöhnt. Vielmehr versuchte er einen Wächter damit zu ärgern, dass er bald hier raus kommen würde. Wie recht er hatte. Nur die Art seines Abgangs würde etwas anders ausfallen.

Als die Wache gegangen war öffnete Skooma die nur angelehnte Zellentür. Wieder hatte er Glück. Auf einem Tischchen ganz hinten im Gang entdeckte er zwei Schlüssel. An einem hing ein Zettel mit einer kleinen in schwarzer Farbe aufgemalten Gestalt. Da schien sich jemand einen Spaß auf Kosten Dreth's gemacht zu haben. Gut für Skooma, so brauchte er nicht lange zu probieren. Es wurde auch langsam Zeit, da die Geräusche seines Verfolgers immer näher kamen. Kompromisslos öffnete er die Zellentür und stach Dreth im nächsten Augenblick ohne weitere Worte ab. Auftrag erledigt.

Der andere Schlüssel öffnete praktischerweise die Tür zur Wachstube. Skooma trat ein. Noch die Ausgangstür hinter dem Kerkermeister knacken und er befand sich wieder an der frischen Luft. Dummerweise traf das auch für den Hauptmann zu, der unmittelbar hinter Skooma ins Freie trat. Was dann kam, tat ihm sogar ein wenig leid. Ein freundlich aussehender Khajiit, der zuvor auf der Mauer gegenüber gesessen hatte, griff die Wachen an und bezahlte dafür mit seinem Leben. Warum hatte er das getan? Skooma wäre schon allein entkommen. Er verließ, immer noch verfolgt von der Wache, den Gefängnisbezirk und sprang kurzerhand von der Brücke. Etwas unsanft kam er unten auf, heilte sich und lief weiter. Der Hauptmann hatte endlich aufgegeben.

Hier ganz in der Nähe musste sich doch diese Höhle befinden, in der er damals gegen Kobolde gekämpft hatte. Mittlerweile war Skooma ja viel stärker und erfahrener geworden, so dass ihm diese possierlichen Kerlchen keine Angst mehr machten. Er würde sie mal besuchen gehen.

Ein zufällig vorbeikommender Eber sorgte etwas unfreiwillig für Skoomas Abendessen. Dann sah er den Eingang der Höhle. Sofort wusste Skooma, dass er seine kleinen Freunde hier nicht mehr treffen würde. Kobolde und Landdreughs verstanden sich nicht sonderlich gut. Als er etwas später in der höhle noch auf einen Oger traf hatte er genug und drehte um. Dann lieber ein Besuch bei diesen Ruinen gegenüber der Abwasserkanäle.

Es war immer noch hell genug, den Kampf zweier Banditen gegen seinen Clannfear zu genießen. Und am schönsten war, dass die Banditen schon für Skooma ein Nachtlager aufgebaut hatten.

88.Tag – Stufe 31

Gut ausgeruht betrat er Vilverin. Hier hieß es besonders vorsichtig zu sein. Schon kurz hinter dem Eingang hätte ihn eine Falle fast erwischt. Ein Bandit in hübscher Glasrüstung stand im Gang herum. Skooma schlich sich an. Es war lustig. Bei 100% Chamäleoneffekt konnte er Schleichangriff auf Schleichangriff ausführen ohne dass der Bandit mitbekam, was los war. Nur ein paar Schritte weiter wiederholte sich alles. Und wieder erkannte er die nächste Falle erst im letzten Augenblick. Nun gut, an der gerade gefundenen Ausrüstung hatte er schon genug zu schleppen. Besonders eine schwere daedrische Streitaxt konnte er doch nicht einfach liegen lassen. Er packte alles ein und drehte um.

Auf dem Weg in die Stadt begegnete Skooma wieder ein Eber. Die gute Gelegenheit, die neue Axt mal auszuprobieren, erwies sich schnell als Flin-Idee. Zumindest wusste Skooma jetzt, bei welcher Gelegenheit er sich damals die Pest geholt hatte. Heute konnte er sich wenigstens selber helfen, ein Heiltrank und alles war wieder gut. Nachdem er noch einen Timberwolf mehr schlecht als recht tranchiert hatte, nahm er sich vor, die Axt lieber zu verkaufen. Solches Werkzeug war für Nord und Orks gemacht, nicht für zarte khajiitische Pfoten.

Bei den Fuchsställen konnte er sich das Lachen nicht verkneifen. Irgend ein Witzbold hatte es fertig gebracht, sein Pferd auf dem Dach zu parken. Ein Haufen Leute versuchte nun, das arme Tier zu retten. Skooma sah tatkräftig zu. Dann schaute er kurz nach Bosmer und betrat den Marktbezirk.

Inzwischen hatte es angefangen zu regnen, so dass er unter einem Torbogen geschlagene drei Stunden warten musste, bis der Laden der drei Brüder öffnete. Er verkaufte alles zu guten Preisen, schwatzte mit den Händlern und bewunderte das Warenangebot. Besonders ein langes leicht gebogenes Schwert fiel ihm ins Auge. „Eine Akaviri-Trennungsklinge, sehr gute Ware.“ Der Händler lächelte Skooma gewinnend an. „Wisst ihr, werter Herr, so etwas ist sehr selten. Ein starker Zauber lässt Rüstung und Waffen eures Gegners im Nu rosten und zerbrechen. Die Akaviri sind nicht umsonst als die besten Waffenschmiede Nirns bekannt. Ich verdiene zwar nichts dabei, aber weil ihr mein bester Kunde seid, überlasse ich sie euch für nur 4800 Septim.“ Skooma versicherte, dass er keineswegs vorhabe, den armen Mann in den Ruin zu treiben, nur seien die Verdienstmöglichkeiten für Abenteurer auch nicht mehr das, was sie einmal waren und er würde sich wohl schweren Herzens mit einer minderwertigen Klinge zufrieden geben müssen. So ging es eine Weile hin und her, bis man sich schließlich auf 4208 Septim einigte.

Draußen regnete es immer noch in Strömen. Skooma nutzte die Wartezeit, sich seine nächsten Schritte zu überlegen. Da war einmal Modryn Oreyn in Chorrol, dem er das Tagebuch bringen musste. Dann Vicente Valtieri in Cheydinhal, der sich über das Ableben Valen Dreth's freuen würde. Und schließlich Raminus Polus in der Universität, dem Skooma noch die Sache mit dem angeblich geliehenen Buch unter die Nase reiben musste. Gut, damit würde er anfangen, es war ja auch der kürzeste Weg. Der Regen ließ nach und Skooma trottete los.

Raminus entschuldigte sich wortreich für die kleine Täuschung. Es war ja nur im Sinne der Sache. Skooma würde das sicher verstehen. Nach einer Beförderung zum Gelehrten und dem Zauberpichler-Amulett als Lohn verstand ihn Skooma. Wenn der Preis stimmte, sah er großzügig über solche Kleinigkeiten hinweg. Und weil er schon mal hier war, holte er sich auch gleich seine neue Aufgabe ab. Er sollte für Irlav Jarol irgendwelche Probleme in der Ruine Vahtacen lösen helfen. Sie lag praktischerweise bei Cheydinhal. Dort wollte er ja sowieso hin.

Skooma holte Bosmer ab und ritt gemütlich einen großen Bogen nördlich um den See. Gegen Mittag besuchte er seine Freunde in Bockbierquell. Bosmer ließ er in deren Obhut zurück. Ihm war eingefallen, dass er damals die Fingerschüssel-Höhle nicht gründlich genug durchsucht hatte. Zeit das jetzt nachzuholen.

Die Höhle war voller Skelette und anderer Untoter. Er umging fast alle unsichtbar. Gelegentlich musste ein Lich wegen seines Stabs dran glauben oder eine unvorsichtige Ratte. In der Fürsten-, Diener- und Ahnengruft suchte er sich die schönsten Andenken aus.

Es war schon tiefste Nacht, als Skooma sein Pferd abholte und weiter nach Cheydinhal ritt.

89.Tag – Stufe 31

Der erste Weg führte ihn heute zu Borbas Kaufladen. So langsam konnte sich Skooma als sehr wohlhabend bezeichnen. Es wurde Zeit, sich nach einem sicheren Plätzchen für die ganzen schönen Goldstücke umzusehen. Doch vorerst waren andere Sachen wichtiger.

Vicente freute sich wie vermutet riesig über Dreth’s unrühmliches Ende. Er hatte sogar ein neues Accessoir für ihn, die „Waage der gnadenlosen Gerechtigkeit“. Sie hatte nur den kleinen Nebeneffekt, das Charisma zu senken, doch Skooma war ja schön genug, es machte also nichts. Vicentes neuer Auftrag versprach sehr interessant zu werden. Diesmal ging es erstaunlicherweise nicht um Mord, sondern darum, einen Mord durch Schauspielerei zu vereiteln. Skooma staunte. So etwas machte die Bruderschaft auch? Als er jedoch von den Einzelheiten des Vertrags erfuhr, war sein Glaube an die Welt wieder hergestellt. Motierre hatte also sein altes Mütterlein quasi als Ausgleich ans Messer geliefert. Es war zwar nicht gerade die feine Art, doch ihm sollte es egal sein, vor allem, da er sowieso noch nach Chorrol musste. Zum Abschied gab ihm Vicente noch ein vergiftetes Messer und das entsprechende Gegengift mit auf den Weg.

M’Raaj-Dar hatte wie immer schlechte Laune. Dabei gab Skooma ein Vermögen von fast 6000 Septim für ein paar magische Handschuhe bei ihm aus. „Macht dass ihr wegkommt, Miezekatze. Seht euch dieses Fell an. Was für eine Schande!“ Was war mit seinem Fell? Zugegeben, ein paar kahle Stellen gab es schon, und die Flöhe ärgerten ihn manche Nacht. Einige verfilzte Stellen, Brandspuren und eingetrocknete Flecken zeugten von seinem aufregenden Leben. Aber im großen und ganzen sah er doch ganz passabel aus. M’Raaj-Dar dagegen ... er schien in letzter Zeit wenig draußen gewesen zu sein. „Sind das etwa manikürte Krallen?“ Der Schlag in die Magengrube hielt Skooma von weiteren Provokationen ab. Man würde doch noch mal fragen dürfen ...

Als Ventil für seinen Ärger musste der Dunkle Wächter im Keller des Hauses herhalten. Diesmal verzichtete Skooma auf beschworene Helfer und legte das Skelett persönlich um. Doch irgendwie beschlich ihn danach das ungute Gefühl, etwas Verkehrtes getan zu haben.

Außerdem war er müde. Doch zurückkehren und die Sache mit dem Wächter beichten? Lieber nicht. Er suchte die Magiergilde auf um sich dort hinzulegen.

Ein eiskalter Windhauch weckte ihn kurz darauf. Vor seinem Bett schwebte ein Geist, der ein beängstigend real wirkendes Messer in der Hand hielt. „Ihr habt den Zorn des Sithis auf euch gezogen, Unglücklicher!“ rief einer seiner Mitmagier aus. Skooma wusste Bescheid. Beim nächsten Besuch würde er den Dunklen Wächter in Ruhe lassen. So schlug er einmal mit dem Umbraschwert zu und stellte dann zwischen sich und den Geist einen Clannfear. Um alles weitere kümmerten sich seine Kollegen. Was blieb ihnen auch weiter übrig. Skooma bedankte sich kurz. Er hatte heute einen schönen gefüllten Seelenstein und den „Dolch der Disziplin“ erhalten. Es hatte sich letztlich doch noch gelohnt.

Mit Bosmer machte er sich dann auf den Weg nach Chorrol. Schon in Sichtweite des Sees tauchte einer der üblichen Banditen auf. Nichts Ungewöhnliches für diese Gegend. Auch der kurz darauf erscheinende Legionär war nichts Ungewöhnliches. Warum er jedoch in Unterwäsche ritt würde Skooma ewig ein Rätsel bleiben. Vielleicht hätte er seine Neugier lieber zügeln sollen. Aber so stieg Skooma vom Pferd, ging auf den Legionär zu und sprach ihn an. Dummer Fehler. Skooma wurde wegen eines Kopfgeldes, von dem er nicht einmal wusste, gleich einkassiert. Wegen lausiger 25 Septim legten sie den langen Weg nach Cheydinhal zurück. Das Schlimmste war jedoch, dass Skooma anschließend noch einmal zu Fuß gehen musste, um Bosmer wieder abzuholen.

Gemeinsam ritten sie nach Vilverin. Unterwegs gabelten sie einen weiteren Banditen, noch einen Legionär (diesmal in korrekter Uniform) und bei einer alten Festung einen Goblin-Kriegsfürst auf. Es gab ein munteres Scharmützel zwischen den Mauerresten den Ayleidenstadt. Fürsorglich heilte er Bosmers Wunden, plünderte die Leichen und betrat dann die Unterwelt.

Mit den „Händen der Mitternacht“ zusätzlich zu seiner alten Ausrüstung war Skooma so unsichtbar, dass er sich selbst kaum wiederfand. Er hatte viel Spaß mit diversen Banditen, die er während seiner Angriffe neckte und verspottete. Nahezu jeder Schlag seiner Gegner ging ins Leere. Skooma nutzte sogar das Bett des Anführers, um seelenruhig ein Nickerchen zwischen den Kämpfen einzuschieben.

90.Tag – Stufe 32

Die Ausbeute konnte sich sehen lassen. Zahlreiche Welkyndsteine, ein seltener Varlastein und eine bizarre Statue bekamen einen neuen Eigentümer. Der Totenbeschwörer in der letzten Halle konnte damit sowieso nichts mehr anfangen, nachdem Skooma mit ihm fertig war.

Als er schließlich wieder ins Freie trat fing urplötzlich sein Fell Feuer. Was war jetzt wieder los? Skooma sprang zurück durch die Tür. Nach langem Suchen entdeckte er einen kleinen Hinweis auf der Innenseite der Handschuhe, der vor Sonnenschaden warnte. Das hätte ihm dieser miese Händler ruhig vorher sagen können. Und soviel zum Thema gepflegtes Fell.

Skooma zog die Handschuhe aus und ritt ohne weitere Zwischenfälle zum Markt der Kaiserstadt.
Zum Schnäppchenpreis von 2000 Septim erwarb er eine Hütte im Hafenbezirk und anschließend bei den „Drei Brüdern“ gleich noch eine komplette Einrichtung.

Den Rest des Tages erholte er sich in seiner neuen Behausung von den Strapazen der letzten Tage.


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  23.08.2010, 10:47
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91.Tag – Stufe 32

Skooma hatte gut geschlafen. Als es im Hafenviertel allmählich zu laut wurde und die dünnen Wände seiner Behausung den Lärm nicht mehr aufhalten konnten, stand er auf. Natürlich hatte er gestern wieder vergessen, etwas zum Frühstück einzukaufen. Das rächte sich nun. Angewidert sah er den Apfel auf seinem Tisch an. Nein, so ging das nicht. Er musste auswärts essen.

Skooma zog sich an und ging zur Arena. Als eingetragenem Kämpfer stand ihm hier eine ordentliche Mahlzeit zu. Auf einen Kampf hatte er aber keine Lust. Statt dessen sah er sich in der Gegend um. Schon von weitem hörte er Kampfgeräusche. In der Stadt? Skooma ging näher heran, um festzustellen, dass es sich nur um die Übungen einer Rothwardonin und eines Argoniers handelte. Interessiert sah er eine Weile zu. Die beiden waren ausgezeichnete Nahkämpfer. Skooma schaute sich einige Tricks ab, bevor er weiter zog.

Eigentlich hatte er ja vorgehabt, heute nach Chorrol zu reisen. Doch als er auf Bosmer saß und die tief dunklen Wolken im Westen betrachtete, entschied er sich für Vahtacen. Kurz vor dem drohenden Gewitter erreichte er Cheydinhal, wo er nach dem Weg fragte. So genau wusste es niemand. Die Wachen wiesen ihn schließlich zur kleinen Siedlung Haarluns Wacht im Süden der Stadt. Dort kannte man die Höhle, einfach immer den Hang hinab.

Zur Sicherheit ließ er Bosmer in der Obhut der freundlichen Leute zurück. Es hatte zu regnen begonnen, und der steile Boden war ausgesprochen rutschig, auch für Skooma. Nur ein einziges mal passte er nicht auf, rutschte aus und landete direkt auf dem Rücken eines pelzigen kleinen Kobolds. Der mochte so etwas gar nicht. Skooma wiederum konnte Blitze nicht leiden. So ergab ein Angriff den anderen, bis der kleine Kerl schließlich qualmend am Boden lag.

Da war der Höhleneingang. Skooma freute sich, endlich vor dem Unwetter sicher zu sein. In Vahtacen waren Experten der Magiergilde, er brachte also nicht besonders vorsichtig zu sein. Um Mana zu sparen, machte er erst mal kein Licht. Er würde einfach den nächsten, den er traf nach der Argonierin Skaleel fragen. Gesagt getan. Skooma sprach eine muskulöse Gestalt, vermutlich einen Ork, von hinten an, tippte ihm dabei freundlich auf die Schulter. Der Ork drehte sich um und grunzte etwas Unverständliches. Warum mussten diese Grünhäute immer so nuscheln, und ... warum hatte dieser hier ein Fell ...? Hoffentlich würde Skaleel ihm glauben, wenn er die Sache mit der nassen Hose auf das Gewitter schob ...

Schreiend rannte Skooma nach draußen, verfolgt von mittlerweile zwei Trollen. In Rennen streifte er sich den Brustharnisch und Meridias Ring über, stammelte einen Schatten-Zauber und rief seinen Clannfear. Als die beiden Ungeheuer fauchend über den bedauernswerten Daedroth herfielen, konnte er erst einmal tief durchatmen. Das eben war eindeutig NICHT Vahtacen!

Eine zweite Höhle befand sich gleich in der Nähe. „Vahtacen“ stand sogar mit Kreide auf den Eingang gemalt. Hätte man ihm das nicht gleich sagen können? Im Inneren legte er noch zur Sicherheit die Handschuhe der Mitternacht an, keinen Moment zu früh, denn die Trolle waren mit dem Clannfear fertig und betraten ebenfalls den Gang.

Skooma blieb unsichtbar. An den ersten Troll schlich er sich völlig lautlos heran und stach ihn ab. Beim zweiten nahm er sich mehr Zeit. Immer um ihn herumtänzelnd nutzte er die Tricks von Branwen und Saliith, um die Bestie langsam zu Tode zu prügeln.

Nachdem er sich in den Gängen etwas umgesehen hatte, fand er schließlich die erste halle einer unterirdischen Ayleidenstadt – Vahtacen.

Er fand auch Skaleel, doch sie schlief schon. Skooma machte es sich im Bett nebenan gemütlich und folgte ihrem Beispiel.

92.Tag – Stufe 32

Unsanft wurde er geweckt. Er starrte in das mürrische Gesicht einer Argonierin, die sich heftig über sein lautstarkes Schnarchen beschwerte. Wer war er überhaupt?

Als sich Skooma vorgestellt und den Grund seines Hierseins genannt hatte, wurde Skaleel nur geringfügig ruhiger. „Warum kommt Irlav nicht selbst, sondern schickt mir immer nur Anfänger und Dilettanten?“, regte sie sich auf. Skooma verstand nicht. Jetzt war er doch da.

Nach einer Weile hatte er alle nötigen Informationen. Die Expedition war auf eine merkwürdige Säule gestoßen, die offenbar auf Magie reagierte, jedoch „leider meist auf denkbar unangenehme Weise“, wie Skaleel sich ausdrückte. Sie kamen nicht weiter, und das schon seit Tagen. Na gut, er würde sich die Sache mal ansehen.

Ein paar Räume weiter traf Skooma auf den ziemlich ratlosen Denel. Er hatte Markierungen an den Wänden des „Säulen-Raumes“ entdeckt, konnte sie jedoch nicht entziffern. Ob Skooma nicht mal Skaleel um Hilfe bitten könnte ... ?

Ja war er denn hier in der Wurf-Höhle? Skooma war sauer. Dass die beiden offensichtlich nicht miteinander sprachen war ihm ja egal, aber warum musste ausgerechnet er wieder den Laufburschen spielen? Als er mit einem dicken Buch von Skaleel zurück kam, knallte er es schwungvoll auf Denels Tisch und ging wortlos in den nächsten Raum. Eine bis zur Decke reichende dicke Säule stand mitten im Saal. In den vier Ecken lauerten in metallenen Halterungen dunkle Welkynd-Steine. Sie sahen zwar harmlos aus, aber man konnte nie wissen, wann sie zu ihrer unheilvollen Tätigkeit erwachen würden. Hinter den Steinen befanden sich Nischen in der Wand. Worte eine ihm unbekannten Sprache waren dort eingeritzt.

Skooma ging zurück zu Denel, drückte ihm das Buch in die Hand, packte ihn am Kragen und schleifte ihn zur ersten Nische. „av molag anyammis“ stand dort zu lesen. Denel blätterte eine Weile im Buch, um freudestrahlend zu verkünden: „Es muss etwas mit Feuer zu tun haben.“

Experten! Skooma zog ihn weiter. Frostschaden, Magieentzug, Magieverstärkung waren nach Denels Einschätzung die anderen Informationen. Sollte er es damit wirklich versuchen? Sie gingen zu Denels Truhe zurück, aus der sich Skooma großzügig bediente. Wenn er schon seine Kollegen unterstützen sollte, dann auch mit Hilfe derer Schriftrollen. Er sah Denel lange in die Augen. „Ihr wisst, dass verletzte Khajiiti SEHR gefährlich werden können?“ Dabei entblößte er seine, zugegebenermaßen etwas ungepflegten, Eckzähne. „Ich hoffe für euch, dass eure Übersetzungen gelungen sind.“

Einen bleich gewordenen Denel zurücklassend machte sich Skooma ans Zaubern. Und es klappte sogar auf Anhieb. Jede Berührung der Säule, verbunden mit dem betreffenden Spruch, führte zu Bewegungen, wie bei den Bolzen eines riesigen Schlosses. Nach dem letzten Zauber zog sich die Säule in Boden und decke zurück und gab den Weg zu einer Treppe frei. Ein steinernes Tor wartete auf ihn.

Der weitere Weg hielt manche tödliche Überraschung bereit. Tödlich natürlich nur für Eindringlinge, die von den diversen Wächtern gesehen wurden. Skooma gehörte nicht dazu. Er ließ die Gespenster einfach unbehelligt stehen, wich den Fallen geschickt aus und stand schließlich in einem riesigen Saal. Ein Podest in der Mitte zog ihn magisch an. Aber wie darauf gelangen? Zum springen war es zu hoch. Am Ende des Raumes entdeckte er auf einer weiteren Erhöhung den Schalter. Treppen fuhren aus dem Podest aus, luden ihn geradezu ein, sich die Schätze aus uralten Zeiten anzueignen. Er stieg hoch. Unter einem Varla-Käfig, der Schalter dazu war gleich daneben, kam ein wunderschöner alter Elfenhelm zum Vorschein. Skooma setzte ihn gleich auf. Er passte wie angegossen. Doch plötzlich fühlte er, dass er nicht mehr allein war.

Ein Blick nach unten zeigte ihm mindestens drei Liche und einige Skelettkrieger. Schluck! Schnell rief er einen Frostatronach und ließ ihn ohne Anweisungen einfach auf dem Podest stehen, als Zielscheibe. Er selbst wuselte unsichtbar zwischen seinen Gegnern hindurch. Nach einigem suchen, das ihm noch viele schöne glitzernde Andenken einbrachte, fand er schließlich den Ausgang.

Skaleel zeigte sich überrascht über den schnellen Erfolg und riet ihm, sofort Irlav Bescheid zu sagen. Als ob er darauf nicht selbst gekommen wäre ...

Wieder draußen bestand seine erste Tätigkeit darin, die Handschuhe auszuziehen und seinen mörderischen Sonnenbrand zu heilen. Dann holte er Bosmer ab, gönnte sich ein verspätetes Frühstück in der Neuland-Schenke und ritt zur Kaiserstadt.

Irlav Jarol war schon wieder in der Eingangshalle. Gut für Skooma, so konnte er gleich mit ihm und mit Raminus sprechen. Skooma bedauerte, dass Irlav den Helm unbedingt behalten wollte, zumindest so lange, bis er genauestens untersucht war. Und das konnte bei diesen Wissenschaftlern erfahrungsgemäß Jahre dauern. Einen  kleinen Trost stellte die Beförderung zum Beschwörer dar, sowie eine neue Robe. „Legt sie nur gleich an“, meinte Raminus und wedelte sich dabei vor der Nase herum.

Die neue Aufgabe erinnerte ihn dann sehr an die Geschichte mit Skaleel und Denel. Wieder wurde er nur um die Ecke geschickt, um jemanden auszufragen. Merkwürdige Sitten herrschten hier. Nun gut, Tar-Meena in den Mystischen Archiven war zwar etwas überdreht, aber eine interessante Gesprächspartnerin. Skooma half ihr etwas beim Aufräumen, wobei er das Thema geschickt auf Schwarze Seelensteine und die Totenbeschwörung lenkte. Nein, Tar-Meena war keine Totenbeschwörerin, ganz sicher nicht, sie interessierte sich nur aus rein beruflichen Gründen für dieses Thema. Nachdem sie dann beide, natürlich aus rein beruflichen Gründen, im Keller ein paar Skelette gegeneinander kämpfen lassen hatten (Skooma hatte etwas geschummelt, um Tar-Meenas Skelett den Sieg zu gönnen), gab sie ihm das Buch „Totenbeschwörer-Mond“. Skooma würde es doch bald zurückbringen? Sie selbst hatte ja keine Verwendung dafür, doch es könnte sein, dass jemand anderes es sich zu Studienzwecken leihen wollte ... Skooma grinste ihr zum Abschied zu und ging zu Raminus.

Dieser machte ein ernstes Gesicht. Im Buch war von einem „Schatten des Wiedergängers“ die Rede. Bothiel, eine zufällig anwesende Waldelfe, wusste mehr darüber. Skooma erfuhr, dass auch Falcar sich für dieses buch interessiert hatte. Er hatte dabei einen Zettel verloren, auf dem die Namen von fünf Orten verzeichnet waren. Damit stand Skoomas nächste Aufgabe fest. Er sollte sich einen dieser Orte, mit Namen „Dunkler Spalt“, einmal näher ansehen.

Schon wieder in die Gegend von Cheydinhal. Das wurde langsam langweilig. Er konnte später immer noch dort hin. Höhlen hatten schließlich nicht die Angewohnheit wegzulaufen, Klienten der Bruderschaft schon. Und so stand für Skooma fest, das er zuerst nach Chorrol musste.

Bereits am frühen Nachmittag stand er im Hause Motierres. Der Typ hätte wenigstens nicht abschließen brauchen, schade ums Schloss. Als er dann das Nervenbündel sah, wusste Skooma Bescheid. „Ihr müsst euch beeilen, „Verbirgt-sein-Herz“ ist bereits in der Stadt gesehen worden.“ Skooma musste Motierre am Genick packen und unsanft auf einen Stuhl drücken, damit dieser sich etwas beruhigte. „Nachdem ihr ... es ... getan habt, müsst ihr aus der Stadt fliehen, tötet ihn auf keinen Fall. Kommt dann morgen um die gleiche Zeit in die Kapellengruft und flößt mir das Gegengift ein ...“ Weiter kam er nicht, da heftig gegen die Tür geklopft wurde. Sie sprang auf und ein Argonier in schäbiger Rüstung aber mit sehr gepflegten Waffen betrat das Haus.

„Stirb, du räudiger Hund im Namen von Sithis!“, rief Skooma theatralisch aus, während er ihm den präparierten Dolch bis ans Heft in die Brust stieß. Hoffentlich hatte er da nicht etwas übertrieben. Motierre sank mit einem Röcheln zusammen. Der Argonier bekam gerade noch mit, wie Skooma vor seinen Augen verschwand. Doch die Tür blieb geschlossen. Wütend suchte er seinen Konkurrenten.

Skooma hingegen durchforstete seelenruhig das ganze Haus nach brauchbarem. Viel war es ja nicht. Motierre war tatsächlich pleite. Ganze fünf mickrige Septim fanden sich in diversen Kisten und Truhen. Er verabschiedete sich höflich (und immer noch unsichtbar) von „Verbirgt-sein-Herz“.  Auf der Straße geschah es dann. Die Leute verstanden es wohl nicht, dass ein Argonier wild mit dem Schwert fuchtelnd in der Gegend herum lief. „Verbirgt-sein-Herz“ wurde kurzerhand vom Mob gelyncht. Wie sollte Skooma das jetzt Vicente erklären?

Schweren Herzens trottete er zu Modryn Oreyn. Eigentlich hatte er ja nicht vorgehabt, Maglir zu verpetzen, doch wenn Skooma schon Pech hatte, warum nicht auch andere? Immerhin waren Oreyn Tagebuch und Informationen 600 Goldstücke wert ... und einen neuen Auftrag. Skooma sollte nach Leyawiin, um ein paar Streithammel zur Ordnung zu rufen. So ein dämlicher Auftrag hatte ihm gerade noch gefehlt ...

Auf Bosmers starkem Rücken ging es wieder nach Osten. Spät abends nahm er sich ein Zimmer in der Roxey-Herberge. Na ja, Zimmer war vielleicht nicht der passende Ausdruck, Rattenloch träfe es genauer. Doch Malene, die Wirtin, hatte selbst ein Problem mit einer Hexe in der Gegend und versprach ihm eine schöne Belohnung, wenn er sich darum kümmern würde. Skooma willigte müde ein.

93.Tag – Stufe 32

Die beste Zeit, Hexen zu jagen, ist, wenn sie noch schlafen. Demzufolge war es noch dunkel, als Skooma aufstand und sich Richtung Norden in die Berge wandte. Zur Moss-Felsenhöhle waren es nur wenige Schritte. Bei solcher Nachbarschaft litt natürlich das Geschäft einer Herberge, er konnte Malene gut verstehen. Draußen war alles ruhig und friedlich. Kein nachtaktiver Zombie bewachte den Eingang, wie er befürchtet hatte. Er trat ein.

Nicht weit vor sich sah er einen Mann in schwarzer Robe, der Skooma den Rücken zudrehte. Er stank geradezu nach Totenbeschwörer. „Wollen wir doch mal sehen, was du schönes in den Taschen hast.“ Skooma pirschte sich an und machte lange Finger. Hm, Heiltränke. Die konnte er immer gebrauchen. Beim Griff in die andere Tasche verhedderte er sich leider etwas im Stoff und machte den Beschwörer so auf sich aufmerksam. Er stierte eine Weile suchend in Skoomas Richtung. „Muss der Wind gewesen sein“, meinte er schließlich und drehte sich wieder um. „Ich bin also Wind für dich.“ Skooma trat ihm mit voller Wucht gegen die Sitzfläche. Wieder drehte sich der Beschwörer suchen um, fand aber niemanden. Das machte Spaß. Skooma fuhr die Krallen aus und drosch so lange auf ihn ein, bis er sich nicht mehr rührte.

Ebenso erging es noch mehreren Totenbeschwörern und schließlich der Hexe Raelynn. Es war harte Arbeit, da zwar keiner zurückschlug aber viele in der Kunst der Wiederherstellung sehr bewandert waren. Manchmal, wenn es ihm gar zu lange dauerte, holte er sich etwas Unterstützung durch bösartige kleine Skelette. Da sollte noch mal jemand sagen, Totenbeschwörung wäre zu nichts zu gebrauchen.

Als er wieder ans Tageslicht trat, schleifte er ein riesiges Bündel erbeuteter Waffen hinter sich her. Zusätzlich zu den 745 Septim Kopfgeld von Malene war das eine wunderbare Ausbeute ...

Vicente faltete ihn dann nach Strich und Faden zusammen. Wie konnte man so unfähig sein, „Verbirgt-sein-Herz“ umkommen zu lassen! Er wurde als Bote gebraucht. „Ihr seid nutzlos für die Familie!“ Das war hart. Skooma stand da wie ein begossener Waldelf. Er traute sich nicht mal zu fragen, was denn nun mit Motierre und dem Gegengift werden sollte. Langsam schlich er aus der Gruft. „Geht zu Ocheeva, sie hat einen Auftrag für euch. Und blamiert euch damit nicht wieder“, rief ihm Vicente noch nach.

Ocheeva ließ ihn erst einmal warten. Eine Stunde lang hockte er auf dem kalten Steinboden vor ihrer Tür, bis sie geruhte, ihn einzulassen. „Die Bruderschaft gibt euch noch eine Chance“, begann sie. „Ihr habt Glück, dass für diesen Auftrag im Moment kein anderer zur Verfügung steht. Aber ... haltet euch an die Regeln (Ob sie damit wohl die Sache mit dem Dunklen Wächter meinte?) und gebt euch etwas Mühe. Wir haben schließlich einen Ruf zu verlieren.“ Skooma nickte wortlos. Dann spitzte er die Ohren, damit ihm diesmal kein Detail des Auftrags entging.

Er sollte den Hochelf Faelin beseitigen. Gut, die waren ihm sowieso zu arrogant. Aber er musste ihn erst einmal finden. Und dann durfte er sich bei seiner Arbeit nicht sehen lassen, genauer gesagt er durfte nicht mal unsichtbar im Freien agieren, um die Wachen nicht aufmerksam zu machen. Das konnte schon schwieriger werden. Ocheeva riet ihm noch, sich bei seinen Brüdern und Schwestern umzuhören, ob sie etwas über den Aufenthaltsort Faelins wüssten. Skooma starrte sie nur an. „Nicht die Brüdern und Schwestern aus deinem Wurf, du begriffsstutzige Miezekatze, ich meine die Bewohner dieser Zuflucht.“ Genervt schob Ocheeva ihn hinaus und schlug die Tür hinter ihm zu.

Außer dem Rat, sich zuerst in den Tavernen und Herbergen umzuhören, war aus seinen Brüdern und Schwestern nicht viel heraus zu bekommen. Lediglich der Argonier Teinaava hatte noch einen guten Rat für ihn. „Nehmt es Ocheeva nicht übel. Sie meint es nicht so. Wir alle haben schon mal Pech gehabt. Wenn ihr sie freundlicher stimmen wollt, dann könntet ihr uns vielleicht einen kleinen Gefallen tun.“ Und Teinaava erzählte Skooma von der argonischen Schattenschuppe Narbenschwanz. Er hatte in seinen und Ocheevas Augen seine Ehre verloren, als er sich weigerte einen Auftrag auszuführen. Das Herz dieses Argoniers, sorgfältig konserviert, würde Skoomas Ansehen in der Bruderschaft sicher heben.

94.Tag – Stufe 33

Im Nebel des anbrechenden Tages übte ein einsamer Khajiit den Gebrauch seines Schildes. Skooma tat das lieber außerhalb der Stadt. Einige Bewohner reagierten allergisch auf Beschwörer und er wollte so früh am Morgen keinen Ärger haben. Nach einem Bad im eiskalten Seewasser ritt er mit Bosmer zum Dunklen Spalt. Er hätte besser zu Fuß gehen sollen. Mehrmals musste er Bosmer heilen, da das Tier an den steilen Hängen immer wieder abrutschte.

Zuerst sah Skooma den Altar. Er wirkte neu. Zwei lange Tücher mit Totenkopfsymbolen waren akkurat darüber ausgebreitet. Neben der Tür hing, wie zur Abschreckung, noch eine verwesende Leiche, die auch für den Geruch hier zuständig war. Am Altar selbst konnte Skooma nichts Auffälliges feststellen. Also betrat er die Höhle, um sich im Inneren umzusehen.

Am Anfang begann alles so wie in der Moss-Höhle gestern früh. Skooma schlich sich an einen Mann in schwarzer Kutte an und streckte die Pfoten aus. Doch in dem Moment, in dem er zufassen wollte, erschien ein weiterer Totenbeschwörer und stürzte sich auf den ersten. Skooma verstand die Welt nicht mehr. Was ging hier vor? Mit allerlei akrobatischen Übungen wich er den Streitkolben und magischen Attacken aus. Endlich hatte der erste Mann gesiegt.

Skooma betrachtete ihn sich genauer. Er trug nicht die übliche Robe der Totenbeschwörer, vielmehr eine schwarze Kutte, die Skooma an einen Einsiedler erinnerte. Na, ihm sollte es gleich sein, wer ihm vors Schwert kam. Ein Hieb und es herrschte Frieden im Gang.

Weitere Beschwörer, ein Lich und Düstergespenster teilten das Schicksal der beiden als Skooma die ausgedehnte Höhle wieder verließ.

95.Tag – Stufe 33

In Cheydinhal musste er noch etwas warten, bis Borba ihren Laden öffnete. Wieder lud er seine ganze Beute bei ihr ab. Wenn früher jemand behauptet hätte, dass man mit Orks so gute Geschäfte machen konnte, Skooma hätte ihn glatt für einen Lügner gehalten.

Guter Laune traf er bei Raminus Polus ein. Nachdem ihm Skooma von seinen heldenhaften Kämpfen gegen alle möglichen Bestien in der Höhle erzählt hatte, bedankte sich Raminus herzlich. Er verlieh ihm den Titel „Magier“ mit allen dazu gehörigen Privilegien. Welche das genau waren, wusste er jedoch auch nicht. Wichtig für ihn war nur, dass jetzt der Erzmagier selbst einen Auftrag für Skooma hatte. Er sollte doch gleich mal vorbei schauen.

Skooma bedankte sich. Doch er wollte offiziell erst einmal ausschlafen, sein Mana auffüllen und so ...

In Wirklichkeit hatte er schon auf dem ganzen Weg von Cheydinhal daran gedacht, nach Anvil zu reisen. Seine gute Freundin S’Krivva würde sonst noch ungeduldig werden.

Skooma verließ die Kaiserstadt über die große Brücke im Westen. Er ritt einfach immer geradeaus in den Wald hinein und träumte dabei vor sich hin: Sein kleines Häuschen in Elsweyr hatte sich mittlerweile zu einem stattlichen Anwesen entwickelt. Bosmerische Sklaven schufteten auf Skoomas Mondzucker-Plantagen, die sich bis zum Horizont erstreckten. Ein ganzes Rudel halbnackter Kätzchen tanzte um ihn herum und las ihm jeden Wunsch von den Augen ab. Königliche Kuriere ließen höflich anfragen, ob es mit seinem Zeitplan vereinbar sei, am Hofe von Torval zum Diner zu erscheinen ...

Skooma riss die Augen auf. Bosmer war schneller geworden, jagte über den unebenen Waldboden. Hinter sich hörte er das altbekannte Fauchen eines großen Berglöwen. Immer diese Störungen. Skooma stieg ab. „Mach – mir – meinen – Traum – nicht – kaputt!“ Jedes Wort begleitete er mit einem Schlag von Umbra. Mehr brauchte er auch nicht, um die Bestie niederzustrecken.

Aber der Traum war vorbei. Es ging eine Anhöhe hinauf, auf der sich die Umrisse einer Statue abhoben. Unzweifelhaft Molag Bal. Skooma schnappte sich einen der Kultisten und fragte ihn nach den Vorlieben des Daedroth aus. „Opfert das Fell eines Löwen, dann wird euch Molag Bal vielleicht erhören“, bekam er zur Antwort. OK, das sollte gehen. Skooma lief ein Stück seines Weges zurück, um das Fell des vor kurzem erlegten Tieres zu holen.

Kaum hatte er es auf den Altar gelegt, als schon eine tiefe Stimme ertönte. Molag Bal langweilte sich wohl. Dann hätte er es auch ohne Opfergabe tun können. Skooma hütete sich aber, diese Gedanken auszusprechen. Einen Daedra-Prinzen zu reizen war nicht gerade ratsam. Lieber hörte er gut zu.

Molag Bal wünschte Leiden und Tod. War ja vorher klar gewesen. Das es ausgerechnet Skoomas Tod sein sollte, behagte ihm zwar gar nicht, aber Molag hatte ihm fest versprochen, ihn wiederzubeleben. Und wer konnte so etwas schon von sich behaupten. Den Ausschlag gab dann die erhoffte Belohnung. Skooma ahnte, nein wusste was es war. Was sonst als den berühmtesten aller Streitkolben hätte er mit solch einem Opfer verdienen können? Dafür war es ihm auch gleichgültig, einen unbescholtenen Bürger ins Unglück zu stürzen. Er brauchte ja nicht mitzuspielen.

Vor seinem Abmarsch nach Brindles Heim sprach Skooma noch mit Olyn Seran. Der Dunkelelf, Meistertrainer der Beschwörung, wollte ihn auf die Probe stellen. „Zeigt mir, dass ihr meiner Ausbildung würdig seid. Beschwört vor meinen Augen ein verblichenes Gespenst.“ Wenn’s weiter nichts war. Skooma rief erst ein Gespenst in düsterem Grauton, dann eines in weiß, eins in rosa ... Olyn Seran grinste vielsagend. Skooma hatte bestanden. Sie unterhielten sich dann eine ganze Weile über die Eigenarten der Beschwörung höherer Daedra. Zum Schluss mahnte Olyn zum Aufbruch: „Es wird Zeit für euch. Sucht Melus Pentilius in Brindles Heim. Molag Bal wartet nicht gern.“

Der einsame Weiler im Wald sah nicht sehr einladend aus. Skooma brauchte einige Zeit, um jemanden zu finden, den er nach Melus ausfragen konnte. Der Elf Merildor erzählte ihm nach etwas finanzieller Nachhilfe eine rührselige Geschichte von Melus und seiner verstorbenen Frau. Seid ihrem Tod hatte Melus geschworen, nie wieder eine Waffe anzurühren. Und Skooma wollte genau das jetzt ändern.

Nach Merildors Beschreibung fand er die Hütte am Dorfrand. Skooma brach ungeniert am helllichten Tage ein. Melus, der zufällig daheim war, bat ihn jedoch nur darum, wieder zu gehen. Nachdem auch offener Diebstahl, Sachbeschädigung und schwere Beleidigungen zu nichts geführt hatten, wusste Skooma nicht weiter. Er legte sich erst einmal frech in Melus’ Bett um zu schlafen.

96.Tag – Stufe 33

Am nächsten Tag machte er weiter. Er verspottete Melus, nannte ihn ein kleines Waldelfenmädchen, goss mit dem besten Wein, den er finden konnte, die Blumen, kratzte sich am Frühstückstisch mit Melus’ Messer den Dreck von den Fußkrallen, ... es half alles nichts. Selbst als er Melus schlug, bat dieser ihn nur höflich, sein Haus zu verlassen. Skooma bekam fast ein schlechtes Gewissen bei so viel Duldsamkeit.

Er verließ dann wirklich kurz vor Melus das Haus. Eine dringende Angelegenheit zwang ihn dazu. Draußen legte er den verfluchten Streitkolben Molag Bals auf den Boden und verschwand hinter einer in der Gegend herumstehenden Steinplatte um sein Geschäft zu verrichten. Er musste sich wohl zu fest abgestützt haben, denn die Platte fiel um und zerbrach krachend. Ein wutschnaubender Melus Pentilius starrte auf Skoomas entblößtes Hinterteil.

Skooma sah den Streitkolben noch kommen, dann wurde es Nacht ...

... und er erwachte am Schrein von Molag Bal. Dröhnendes Gelächter schallte ihm entgegen. „Ihr habt eure Sache gut gemacht.“ Molag Bal schien wirklich seinen Spaß gehabt zu haben. Mit glitzernden Augen sah Skooma sein Geschenk an. Er würde etwas üben müssen, doch dieser Streitkolben war alle Anstrengungen wert. Noch einmal bedankte er sich bei der Statue, dann ritt er weiter westwärts.


"Die Toten existieren um die Lebenden zu nähren." Eola
  30.08.2010, 13:01
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immer noch 96.Tag – Stufe 33

Jedenfalls hatte Skooma vorgehabt, westwärts zu reiten. Doch als er sich dann die Sterne betrachtete, kamen ihm Zweifel. Tagsüber war eben alles viel einfacher. Er war versehentlich nach Norden geritten und hielt nun vor den Ruinen einer alten Ayleiden-Stadt. Gut, wenn er schon mal hier war, dann würde er auch hinein gehen.

Sorgfältig lauschte er in die Nacht. Alles war ruhig, kein Feind in Sicht- oder Hörweite. An seine Chamäleonausrüstung war er inzwischen so gewöhnt, dass das Umziehen reine Routine war. Wieder einmal erwies sich Skoomas Vorsicht als berechtigt, denn die Gewölbe von Narfinsel steckten zwar voller Welkynd-Steine, aber auch voller Minotauren, Spriggans und Oger. Vielen wich er einfach aus, doch manchmal konnte er sich nicht beherrschen und piekte eine der Bestien mit dem Schwert. Die Leidtragenden solcher Aktionen waren dann seine beschworenen Geschöpfe, diesmal Frostatronache, die sich mit den Bestien prügeln mussten.

Zwischendurch wurde ihm doch etwas unheimlich zumute, als urplötzlich Mauern aus dem Boden um ihn herum aufschossen und sich gleichzeitig ein stinkendes Gas ausbreitete. Es dauerte zum Glück nicht lange, und er konnte hustend das Weite suchen. Im letzten Raum, den er durchsuchte, fand er sogar noch ein Irrlicht. Es kämpfte hart um sein bisschen Glühstaub, doch Skooma war unerbittlich. Er dachte an Azura und ihre Vorliebe für diese Art Opfergabe. Gleich wenn er in Anvil fertig war, würde er wieder in die Berge des Nordens reisen ...

97.Tag – Stufe 33

In der friedlichen Stille von Brindles Heim, Petulius schien sich beruhigt zu haben, saß Skooma auf einer Bank und döste vor sich hin. Es würde heute ein weiter Weg werden bis Anvil, und er wollte Bosmer noch etwas Ruhe gönnen. Doch allzu lange hielt er es nicht aus. Er saß auf und ritt weiter.

Wieder einmal kam er an einem der Steine vorbei. Er untersuchte ihn vorsichtig. Versteckt zwischen den Runen einer Schrift, die er nicht lesen konnte, fand Skooma das Zeichen Jones. Er hatte oft darüber nachgedacht, warum er manchmal bei der Berührung solcher Steine einen Zauberspruch vergaß und manchmal nicht. Schließlich hatte er daraus eine Theorie entwickelt: Alles was mit Sternzeichen zu tun hatte – Vorsicht! Erst überlegen, dann anfassen! Alle anderen Steine schienen harmlos zu sein. Jone war kein Sternbild, wer wüsste das besser als ein Khajiit. Skooma war Suthay-Raht. Nur Jone stand, wenn auch noch nicht voll, bei seiner Geburt am Himmel. Eine sachte Berührung der leuchtenden Runen und Skooma war sich eines neuen Schattenzaubers bewusst. Na gut, etwas anderes wäre ihm lieber gewesen. Er würde diesen Zauber wohl kaum benutzen ...

Mit dem Sonnenaufgang erreichte er Sanguines Schrein. Neuer Daedroth, neue Aufgabe. Diesmal hatte Skooma die passende Opfergabe dabei. Nicht ohne vorher einen guten Schluck genommen zu haben, verplemperte er eine Flasche Weinbrannt über die Steine des Altars. Ein tiefen Grollen erklang. Skoomas Fell sträubte sich vor Furcht. Hätte er doch nicht vorher kosten sollen? Aber dann erkannte er, dass das Grollen ein Lachen war. Ja, so gefielen Sanguine seine Jünger. Immer zuerst an den eigenen Spaß denken. Es gab jedoch genug Leute, die das nicht fertig brachten. Laut Sanguine gehörte die Gräfin von Leyawiin eindeutig dazu. Ihre langweiligen „Partys“ widerten ihn an. Wenn sich Skooma nützlich machen wollte, dann sollte er dort mal für etwas Schwung sorgen. „Es wäre unklug, euch erwischen zu lassen, Sterblicher“, gab ihm Sanguine zusammen mit dem Zauber „Nackte Wahrheit“ mit auf den Weg. Dann stand die Statue so still wie vorher in der Gegend.

„Nackte Wahrheit“? Skooma überlegte. Was sollte ein Wahrheitszauber mit Spaß zu tun haben? Und warum durfte er sich nicht erwischen lassen, wenn alle gezwungen waren, die Wahrheit zu sagen? Die Wege der Daedra waren zuweilen unergründlich ...

Wieder ein Stück südwestwerts lauerten Bären auf ahnungslose Wanderer. Skooma war zwar ahnungslos aber nicht wehrlos. Und so gab es leckeren Schinken zum Frühstück.

Weiter führte sein Weg auf der Handelsstraße. Und wieder verfolgte ihn ein Oger. Das Biest ließ sich nicht abschütteln. Skooma hätte ja anhalten und ihn unsichtbar besiegen können, doch er fürchtete um Bosmer. Schon einmal hatte er bei solch einer Gelegenheit sein Pferd verloren. Also sah er sich nach Hilfe um. Doch wie immer, wenn man einen Legionär brauchte, kam keiner vorbei. Endlich sah er einen Wegweiser. Hier ganz in der Nähe musste die Stadt Kvatch liegen. Die Stadtwachen würden sich schon um seinen Verfolger kümmern. Skooma bog auf die Nebenstraße ab. Der Oger auch. Doch noch weit vor den Mauern der Stadt tauchte vor ihnen ein Feldlager auf. Egal, er ritt mitten hinein, sprang von Pferd und stellte sich der Bestie. Mit Hilfe von ein paar Bewohnern, die wie durch ein Wunder alle überlebten, konnte er den Oger bezwingen, auch ohne unsichtbar zu sein. Skooma lobte sich selbst. Seine Kampfkünste wurden immer besser. Doch ... was war hier eigentlich los?

Von den Leuten erfuhr er, dass die Stadt von Daedra angegriffen und regelrecht überrannt worden war. Nur wenigen war die Flucht hierher gelungen. Die Stadtwache versuchte wohl, den Ansturm zu stoppen, aber mehr wusste man hier auch nicht. Skooma beschloss, sich so weit vor zu wagen, wie es ihm sicher erschien. Schließlich war er von Natur aus neugierig.

Auf dem steilen Weg nach oben traf er einen jammernden Mönch. „Warum haben die Götter uns verlassen?“ Skooma fielen dazu mehrere Gründe ein, wenn er ehrlich zu sich selbst war, doch das gehörte nicht hierher. Der Mönch erzählte ihm von ein paar hilflosen Bürgern, die zusammen mit Bruder Martin in der Kapelle festsaßen. Martin? Irgend etwas machte „klick“ in den unergründlichen tiefen seines Gedächtnisses. Etwa DER Martin? Er musste es herausfinden.

Kurz vor den Toren der Stadt war der Weg durch einen neuen starken Gitterzaun versperrt. Eine Abteilung der Stadtwache stand beisammen, wohl zu einer Lagebesprechung. Skooma stellte sich einfach dazu. Mit offenem Maul starrte er auf die schwelenden Mauern, die einmal eine stolze Stadt gewesen waren. Wer konnte solche Zerstörungen anrichten? Erinnerungen wurden wach. Erinnerungen an damals, als ein Großbrand sein Dorf vernichtet hatte. Es war niemandem etwas geschehen, da sich alle zu einer Feier am Fluss versammelt hatten. Es gab Berge von Essen, starke Getränke und Spiele. Skooma liebte Spiele. Er hatte beim Bogenschießen mitgemacht. Alle hatten ihren Spaß, schossen auf vorbeifliegende Vögel und stellten sich vor, es wären gefiederte Waldelfen. Skooma traf sogar einmal. Der Vogel trudelte zu Boden und landete genau im Genick des Schamanen. Alle bogen sich vor Lachen, jubelten Skooma zu, stießen mit ihm an. Natürlich konnte er diesen Schuss wiederholen, noch besser als vorher! Nach zwei weiteren Gläsern kam ihm die Idee, wie sich das Schauspiel noch verbessern ließ. Er nahm einen Branntpfeil ...

„Ja, natürlich kann ich das!“ „Dann ist es beschlossen, ihr schließt das Tor, während wir euch Deckung geben. Folgt mir nun.“ Moment, was war jetzt los? Skooma sah ungläubig den Hauptmann der Stadtwache an. War er gerade dämlich genug gewesen, seine Hilfe anzubieten? Bei einem Himmelfahrtskommando? Savlian Matius, der Hauptmann, schob ihn unsanft vorwärts. Ihm blieb keine Zeit zum Nachdenken, denn aus einem riesigen brennenden Portal stürzten sich schreckliche Daedra auf die Wachen. Frostatronach, Schattenzauber und durch! Was blieb ihm weiter übrig. Die Soldaten kämpften gut und da sie sich tatsächlich zum Schutz zwischen ihn und die Angreifer stellten, konnte er sie nicht enttäuschen. Als endlich alle Daedra besiegt am Boden lagen nahm Skooma all seinen Mut zusammen und trat durch das feurige Tor.

Schon stand er dem nächsten Kampf gegenüber. Ein einzelner Soldat versuchte, sich gegen eine Übermacht zu behaupten. Er hätte auch mit Skoomas Hilfe keine Chance gehabt, also sparte er seine Kräfte für wichtigere Sachen auf, für den eigenen Schutz.

Die Gegend war tot, so tot wie eine Wüste aus Lava und Felsen nur sein konnte. Es gab zwar einige Pflanzen, harte scharfkantige Gräser und um sich schlagende Wurzeln, doch kein wirkliches Leben. Selbst der Himmel schien einzig aus dunklen giftigen Wolken zu bestehen. Hinter Skooma loderten die Flammen des Portals, vor ihm versperrte ein gigantisches geschlossenes Tor den Weg. Xivilai patrouillierten davor. Er hoffte nur, dass sein Mana ausreichen würde, den Schattenzauber während seines gesamten Aufenthalts hier aufrecht zu erhalten. Skooma musste eine Möglichkeit finden, das Portal zu schließen, natürlich so, dass er selbst noch zurück konnte. Er sah sich weiter um. In der Ferne erkannte er die Umrisse dunkler Türme. Dort musste er hin, nur wie?

Skooma entschied sich für den rechten Weg. Doch er kam nicht weit. Bald versperrte das brodelnde Meer aus Lava seine Richtung. Auch hier latschte ein Xivilai durch die Gegend. Er schien eine merkwürdige Schote zu bewachen, die wie der Kokon eines riesigen Insekts an den Felsen hing. Skooma schlich sich an, ritzte mit dem Dolch ein Loch in das Gebilde und sah hinein. Er traute seinen Augen kaum. Dies war keine Pflanze, dies war ein künstlicher Behälter. Zwei Fläschchen mit eindeutig magischen Essenzen lagen darin. Natürlich ließ er sie nicht liegen. Tränke konnte Skooma genau so gut gebrauchen wie die Bewohner dieser Welt.

Nachdem der Weg nach Rechts nichts gebracht hatte, versuchte er die andere Seite. Hier hatte er mehr Glück. Ein langer schmaler Pfad führte zwischen brennendem Gestein und schwarzen Mauern immer weiter in das tote Land hinein. Er achtete auf jede Kleinigkeit, suchte nach möglichen Fallen, trug das „Auge des Sithis“, sein mit Lebenserkennung verzaubertes Amulett. Er ging Xivilai und Sturmatronachen aus dem Weg, schlug einen Bogen um jede „Blume“, nachdem ihm die erste durch Magie seine Geschwindigkeit geraubt hatte. Endlich, nach einer langen gefährlichen Wanderung, stand er vor dem Eingang eines Turmes. Er trat ein.

Eine kreisrunde Halle breitete sich vor ihm aus. Das Zentrum bildete ein gewaltiges Becken, in dem Blut oder eine ähnliche Flüssigkeit kochend Blasen schlug. Ein breiter Strahl aus reiner Magie stieg daraus auf und verschwand irgendwo weit oben. Auch hier standen diese blauhäutigen Aufpasser herum. Skooma prüfte seinen Vorrat an Mana. Es würde reichen, wenn er sich nicht zu unbedachten Handlungen hinreißen ließ.

Durch eine Tür verließ er die Halle und stand in einem schmalen Flur, der sich in sanftem Bogen aufwärts wand. Im nächsten Raum erwarteten ihn Dremona, stark gepanzert und mit großen Hämmern ausgerüstet. Leise schlich er weiter. Es ging stetig nach oben. Ein neuer Flur, ein neuer Raum. Mit knapper Not entkam er seiner Speerfalle, die plötzlich aus der Wand schoss. Dann war die nächste Tür versperrt. Wie sehr er sich auch anstrengte, Skooma konnte das Schloss nicht öffnen. Doch es gab noch eine weitere Tür in diesem Raum. Er trat hindurch und stand auf einer Brücke, unter sich in schwindelerregender Tiefe rauchende Lavapfützen.

Die Brücke führte in einen weiteren Turm. Im Inneren wand sich ein Pfad an der Wand entlang steil aufwärts. Skooma schlich nach oben ... und wurde bemerkt. Ein besonders finster dreinblickender Dremona sprach ihn an. Warum er das tat, wusste Skooma nicht. Er an seiner Stelle hätte erst zugeschlagen und dann gefragt. Doch so bekam er die Gelegenheit, sich wieder zu tarnen. Er hackte auf seinen Gegner ein bis sein Schwert stumpf und schartig war. Den Rest musste ein Atronach übernehmen, als Skooma sich schwer atmend an die Wand lehnte. Der Kreatur reichten dann zwei Schläge, um den Dremona zu besiegen. Kein Wunder bei Skoomas Vorarbeit. Er setzte sich erst einmal hin, besserte seine Ausrüstung aus und hörte den Worten eines Gefangenen zu, der in seinem Käfig gemütlich den Kampf beobachtet hatte. Bei der Leiche seines Gegners fand Skooma noch einen goldenen Schlüssel und einen Streitkolben. Er nahm beides mit.

„Entfernt den Siegelstein im großen Turm!“ Der Gefangene hatte Skoomas Vermutung bestätigt. Dorthin musste er also. Auf dem Rückweg über die Brücke fiel ihm ein, dass er ja hätte versuchen können, den Gefangenen zu befreien. Warum hatte der nichts gesagt? Skooma konnte schließlich nicht an alles denken.

Der Schlüssel passte zur Tür. Langsam rückten die beiden Hälften auseinander und gaben den Weg in einen weiteren Gang frei. Skooma sah sich um. Doch die anwesenden Dremona waren so mit sich selbst beschäftigt, dass sie die offene Tür gar nicht bemerkten. Er schlich weiter, immer höher, wich wieder Fallen aus und passierte das nächste Tor. Hier war er schon einmal, nur viel weiter unten. Ein breiter Weg, sogar mit Geländer, führte an der Wand der Halle entlang, eine weitere Etage höher. In der Mitte loderte die Magiesäule und tauchte die Umgebung in gespenstisches rötliches Licht. Oben angekommen fand Skooma einen Teleporter, fast so wie er auch im Turm der Geheimen Universität zum Einsatz kam. Der Dremona davor lauschte ergebnislos in die Dunkelheit. Skooma schob ihn ein Stück zur Seite. Das Zischen des vorbeischwingenden Hammers hörte er schon nicht mehr. Er befand sich längst ganz oben, unter der Kuppel der Haupthalle dieses Turmes.

Doch auch hier hatte es noch zwei Türen gegeben. Sie waren nur mit einfachen Schlössern gesichert, keine Schwierigkeit für einen geübten Einbrecher wie ihn. Dann stand er vor der Kuppel. Düster glühte sie vor sich hin, ließ nur in der Mitte etwas Platz für den Strahl aus Magie. Die Treppen zu beiden Seiten erinnerten ihn an das Rückgrat eines monströsen Tieres. Und vielleicht waren sie auch genau daraus gemacht. Segelbahnen aus abgezogener blutiger Haut spannten sich unter der Decke des Raumes. Skooma ekelte sich davor, sie zu betreten. Doch nachdem er bemerkte, dass sein Mana so gut wie aufgebraucht war, riss er sich zusammen und betrat die glitschige Fläche. Er konnte nicht länger hier bleiben. Die Dremona dieses Raumes wurden bereits unruhig. Sie sahen ihn noch nicht, doch sie schienen seine Anwesenheit bereits zu spüren. An der höchsten zugänglichen Stelle, genau über der Säule aus Magie, schwebte ein großer runder Stein. Das musste der Siegelstein sein. Skooma streckte die Pfote aus ... und sein Schattenzauber erlosch. Mit wütendem Schnauben kam der nächste Dremona angerast, holte aus und schlug zu. Skooma konnte gerade noch den Stein ergreifen, als er von der Wucht des Schlages vom Podest geschleudert wurde und in die Tiefe stürzte. So sah also das Ende aus. Er fiel und fiel und ... landete sanft vor dem Stadttor von Kvatch.

Völlig verwirrt schaute er auf den Stein in seiner Pfote herab. Das Portal um ihn herum war in rauchende Trümmer und Staub zerfallen. Er hatte es geschafft. Und, was viel wichtiger war, er hatte es unbeschadet überlebt. Zuerst packte er sein Werkzeug aus und befestigte seelenruhig den erbeuteten Stein auf der Mitte seines Schildes. So konnten ihn alle sehen. Alle würden von seiner Heldentat erfahren. Und besser noch, er spürte eine Veränderung, die mit seinem Schild vor sich gegangen war. Er war kühler geworden und vermittelte Skooma allein durch seine Aura, dass er sich hinter diesem Schild vor keinem Flammenangriff zu fürchten brauchte. Das war doch mal was.

Hauptmann Matius beglückwünschte ihn zu seiner Leistung, doch es war noch nicht vorbei, die Aufgabe noch nicht erledigt. Ob Skooma wollte oder nicht, er musste mitkommen in die Stadt, um die Überlebenden zu retten.

Gut, er ging mit. Aber er hatte nicht vor, allzu viel zu tun. Schließlich musste er auch den anderen etwas vom Ruhm gönnen. Als er zur Sicherheit die Handschuhe der Mitternacht anzog wurde ihm sofort schlecht. Was denn, es war finster wie in der Nacht! Und trotzdem bekam er Sonnenschaden? Schnell zog er sie wieder aus und schloss sich den Wachen an. Es ging auch so. Unsichtbar auf einer Mauer sitzend, schickte er seine Kreaturen in den Kampf und sah ansonsten zu. Es war eine Schande. Die Männer kämpften tapfer, hatten gegen ihre übermächtigen Gegner aber wenig Chancen. Skooma schüttelte den Kopf. Warum kam niemand aus der Kapelle und half ihnen?

Zuletzt waren nur noch er und Hauptmann Matius übrig. Mit einem martialischen Kampfschrei, der Matius auf ihn aufmerksam machte, streckte Skooma den letzten Gegner nieder. Sie hatten es gemeinsam geschafft! Matius schien das genau so zu sehen, denn trotz seiner gefallenen Kameraden freute er sich mit ihm über den Sieg.

Sie gingen in die Kapelle. Eine Rothwardonin kam ihnen entgegen und meldete, dass nur wenige Zivilisten die Kapelle erreicht hatten. Jetzt konnten sie in Sicherheit die Stadt verlassen. Skooma fand die Idee gut und wollte sich schon anschließen, als er den Priester bemerkte. Eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Kaiser fiel ihm sofort auf. Das war er. Das war Uriels letzter Nachkomme! Dem Priester das beizubringen war allerdings nicht ganz so einfach, wie Skooma sich das vorgestellt hatte. Wenn ihm jemand gesagt hätte, er wäre ein verschollener Prinz, Skooma hätte nie daran gezweifelt! Doch leider hatte sich bisher niemand die Mühe gemacht. Wie auch immer, er musste Martin zur Weynon-Priorei bringen. Dummerweise lag die gerade nicht in der Richtung, in die Skooma wollte.

Vor dem Aufbruch betete er noch an allen Schreinen der Kapelle. Nur so zur Sicherheit, man konnte ja nie wissen, wessen Hilfe man brauchen würde. Er war selbst überrascht, wie viele Schreine ihm den Segen gewährten. Nur Arkay und Kynareth hatten was zu meckern. Na ja, man konnte es nicht allen recht machen ...

Mit Martin im Schlepptau, der Priester rannte erstaunlich schnell hinter Bosmer her, erreichte er bei Anbruch der Dunkelheit die Gottshaw-Herberge. Er zahlte 10 Goldstücke für sein Bett und überließ Martin sich selbst. Stöhnend steckte der Priester seine Füße in einen Eimer Wasser. Nachdem Skooma ein Abkommen mit den Flöhen geschlossen hatte, er beschwor einen Skamp, an dem sie sich laben konnten, legte er sich ins Bett und schlief ein.

98.Tag – Stufe 33

Am nächsten Morgen ritt er allein weiter. Bei der Art Auftrag, den er in Anvil zu erledigen hatte, konnte er einen Priester im Schlepptau nicht gebrauchen. Martin sollte sich ein paar schöne Tage in Gottshaw machen.

In Anvil sprach er zuerst mit seinem alten Freund Morvayn. Der Händler lobte die gute Arbeit der daedrischen Waffen, die Skooma ihm mitbrachte. Wo bekam man so etwas? „Aus merkwürdigen fleischigen Schoten“, hätte Skooma jetzt antworten können, doch er erzählte lieber, wie er sie in heldenhaftem Kampf einem achtzehn Fuß großen Dremona-Fürsten abgerungen hatte. So falsch war es ja nicht. Er hatte tatsächlich Dremona gesehen, wenn auch etwas kleinere.

Auf dem Weg zum Schloss überlegte er sich einen Plan, wie er am besten in Dairihills Gemächer gelangen könnte. Er hoffte, dass sie die echte Liste noch nicht übergeben hatte, immerhin waren ein paar Tage seit seinem letzten Gespräch mit S’Krivva vergangen. Unsichtbarkeit war selbstverständlich, doch er wusste nicht, wo genau er suchen sollte, und jemanden fragen konnte er auch schlecht ...

„Haste mal ’nen Septim?“ Skooma war so überrascht, dass er spontan mit „Ja“ antwortete. Schon wieder! Er musste sich diese Reaktion unbedingt abgewöhnen. Olvus der Mittellose grinste ihn an. „Ich danke euch, hoher Herr.“ Damit wollte er gehen. Doch so schnell ließ Skooma sein Geld nicht verschwinden. Bettler kannten sich immer gut aus, und nach einer weiteren Spende konnte sich Olvus erinnern, dass der Schmied im Schloss ein äußerst interessanter Gesprächspartner war. Na also, Skooma war zufrieden.

Bevor er jedoch zur Schmiede ging, konnte er es sich nicht verkneifen, kurz die Gräfin anzubaggern. Mit mäßigem Erfolg. Wenn man es genau nahm, dann musste er froh sein, nicht im hohen Bogen im Hafenbecken zu landen. Der Schmied bescherte ihm eine weitere Überraschung. „Ihr müsst die Katze sein, auf die ich warten sollte. Folgt mir.“ Katze? Ach so, das hatte er damit gemeint. Aber dann wäre der Schmied ja ... Skooma beeilte sich, ihm zu folgen.

Der Gang endete in einem Lagerraum voller alter Fässer. Orrin, so hieß der Schmied, gehörte tatsächlich zur Diebesgilde. Er war als Hehler für höhere Mitglieder tätig, höher als Skooma. Doch egal, er kannte sich im Schloss aus und zeigte Skooma einen Geheimgang, der direkt in die Privatgemächer führte. Gleich die erste Tür führte zu Dairihills Kammer. Bingo! Dairihill stand zwar direkt neben ihrem Schreibtisch, doch das störte Skooma nicht im mindesten. Während sie sich suchend im Zimmer umsah, nahm er Brief und Bargeld an sich, pflückte sich noch einen Nirnwurz aus dem Blumentopf im Nebenzimmer und verließ fröhlich pfeifend das Schloss.

Nächster Bettler – nächste Info. Imus der Dumme kam ihm auf der Brücke zur Stadt entgegen. Ein Blick in die glasigen Augen sagte Skooma, dass der Name nicht umsonst gewählt worden war. Doch das bisschen Intelligenz, das übrig war, reichte. Imus wusste von einem Fälscher in Anvil, ein Fremder, der in der verfallenen Hütte neben der Magiergilde seinen Unterschlupf hatte. Skooma eilte sofort hin und traf den Mann beim Essen. „Ihr kommt reichlich spät.“ Der Fremde schien wenig begeistert zu sein. Seine Laune besserte sich jedoch, als Skooma mit Magie etwas nachhalf. Er wusste einiges über die Gilde und den Graufuchs. Leider sprach er nicht genügend auf Charme-Zauber an, um sein gesamtes Wissen mit Skooma zu teilen, doch einige Sachen fand er höchst bemerkenswert. „Man sagt, dass der Graufuchs die Graue Kutte Nocturnal selbst gestohlen hat.“ Welch eine tollkühne Leistung. Warum war ihm selbst nicht schon diese Idee gekommen? Er hatte immer Rajhin als Krone der Diebeskunst gesehen, vielleicht sollte er das mal überdenken.

Der Fremde entließ ihn mit dem Versprechen, morgen um die gleiche Zeit fertig zu sein. Skooma sollte nur die Belohnung dabei haben. Gut, er würde eben einen Tag in der Stadt bleiben. Martin würde sich schon nicht langweilen.

Da ihn der Fremde nicht zum Essen eingeladen hatte, musste er sich eben selbst kümmern. In „Des Grafen Waffen“ fand er ein üppiges Mahl und einen freundlichen Gesprächspartner. Velwyn Benirus war etwa in Skoomas Alter, natürlich nicht so erfahren wie er und auch nicht ganz so redegewandt. Doch er schien Gefallen an gutem Wein und fröhlichen Festen zu haben. Nur war er, wie er sagte, gerade etwas „klamm“. Wenn er doch nur jemanden finden würde, der ihm für einen Freundschaftspreis seine geerbte Villa abkaufen würde. Die richtigen Partys gab es eben nur in der Kaiserstadt, und das Geld würde ihm ein Leben dort ermöglichen. Skooma wusste nicht recht, was er tun sollte. Doch nachdem ihm Velwyn die Villa in den schillerndsten Farben geschildert hatte, sogar der Weinkeller wäre noch halb voll, sagte er zu. Fünftausend Septim waren eine Menge Geld. Andererseits hatte Morvayn sehr gut für die daedrischen Waffen gezahlt und Skooma konnte sich diese Anschaffung durchaus leisten. Sie tranken noch einen auf den guten Handel, einen auf Velwyns Reise zur Kaiserstadt, einen auf das Wohl der Gräfin, einen auf ...

Als Skooma lallend durch die Tür der Magiergilde fiel, war es Abend geworden. Warum durfte er hier nicht schlafen? Carahil schleifte ihn persönlich wieder vor die Tür. „Kommt morgen wieder. Ihr macht der Gilde Schande!“ Mit einem „Rumms“ fiel die Tür ins Schloss. Dann eben nicht. Er hatte ja jetzt selbst ein Haus. Sie würden schon sehen, sie alle ...

Etwas staubig war die Villa schon ... und etwas leer. Gut, es gab Möbel, viele waren sogar in Ordnung. Es gab einen Balkon mit schönem Ausblick auf den See und den erwähnten Weinkeller. Skooma deckte sich mit genug Schlummertrunk für eine lange Nacht ein. Warum irgendein Möchtegern-Künstler eine Kellerwand mit Graffiti bekritzelt hatte, würde er morgen untersuchen. Erst einmal warf er sich in voller Rüstung auf das muffig riechende Bett und schlief schnarchend ein.

99.Tag – Stufe 34

Als Skooma nach unruhigem Schlaf erwachte, standen drei Gespenster vor seinem Bett und starrten ihn grimmig an. Schlagartig war er nüchtern. Nur gut, dass er gestern zu faul, und zu betrunken, gewesen war, seine Rüstung auszuziehen. Zuerst versuchte er, Geist mit Geist zu bekämpfen. Doch seine verblichenen Gespenster hatten einen schweren Stand. Wenn ihm doch nur endlich die Beschwörung eines Düstergespenstes gelingen würde. Sei Flammenatronach brachte auch nichts. Beinahe hätte er die Villa dabei abgefackelt. Gegen Frostzauber waren Gespenster sowieso immun, also blieb nur die althergebrachte Methode mit dem Schwert. Wer schon einmal versucht hat, einen Geist mit einem Schwert zu bekämpfen, weiß wie anstrengend so etwas ist. Skooma wirbelte herum, zerteilte unzählige male die nebelhaften Gestalten um sich herum. Immer wieder fügten sie sich neu zusammen, verloren dabei nur wenig von ihrer Kraft. Gelegentlich ließ er einen Blitz los oder einen Lebensentzug-Zauber. Langsam, aber sicher löste sich ein Gespenst nach dem anderen in Rauch auf.

Skooma setzte sich schwer atmend auf die Bettkante. An Schlaf war nicht mehr zu denken. Er würde das Haus durchsuchen müssen, um nicht noch einmal überrascht zu werden. Dabei stolperte er über eine zerbrochene Urne im Eingangsbereich. Sie war ihm gestern gar nicht aufgefallen. Ein fluoreszierendes Leuchten ging von einer skelettierten Hand zwischen den Scherben aus. Skooma steckte sie einfach ein. Vielleicht könnte er sie in dunklen Höhlen einmal gebrauchen. Noch etwas fand er dort, die herausgerissene Seite eines Tagebuchs. Interessiert machte er Licht und las.

Das war es also. Dieser kleine miese Kaiserliche hatte ihm ein Geisterhaus angedreht. Und noch schlimmer, er würde seine Hilfe brauchen, um der Sache auf den Grund zu gehen. Erwürgen konnte er ihn danach immer noch. Plötzliche Geräusche und Lebensechos hinter den Wänden veranlassten Skooma, noch einen kleinen Morgenspaziergang in der Stadt einzuplanen.

Die Herberge „Des Grafen Waffen“ hatte sogar noch geöffnet. „Schon wieder am Leben?“, begrüßte ihn der Wirt lachend. „Geht so.“ Skooma hatte heute keinen Sinn für Humor. „Wo ist der Schuft?“
Er kam leider zu spät. Wie sich herausstellte, war Velwyn noch am selben Abend abgereist. Wie er in diesem Zustand reiten konnte, blieb Skooma ein Rätsel, doch weg war weg.“ Es half nichts. Er würde sich erst heute Nachmittag an die Verfolgung machen können.

Heute Vormittag hatte er noch nichts vor, also zog er sich in die Gildehalle der Magier zurück, suchte sich Papier und Feder und schrieb sich eine Liste aller noch anstehenden Aufträge:

1.   Anvil: Brief abholen und Prophet treffen
2.   Gottshaw-Herberge: Martin nach Chorrol bringen
3.   Kvatch:  Stadt retten
4.   Skingrad: Nirnwurz zu Sinderion bringen
5.   Schrein von Clavicus: Umbra abgeben (oder auch nicht)
6.   Schrein von Azura: Glühstaub opfern
7.   Bruma: Artefakt am Fahlen Pass suchen
8.   Kaiserstadt: Velwyn verprügeln, Belohnung in Seridurs Haus abholen, an der Universität mit Martina Floria (Welkynd-Steine) und dem Erzmagier reden, Faelian suchen und ruhig stellen, den gefälschten Brief siegeln
9.   Leyawiin und Umgebung: Herz von Narbenschwanz, Ruhestörer ermahnen, das Fest der Gräfin aufpeppen

Alles in allem konnte er sich über mangelnde Beschäftigung nicht beklagen. Er würde ungefähr in dieser Reihenfolge vorgehen.

Zuerst weckte er den Propheten. Der alte Mann erhob sich stöhnend und streckte die von der Nachtkälte steifen Glieder. Als er sah, dass Skooma ihn erwartungsvoll anstarrte, seufzte er und legte los: „Umaril ist zurückgekehrt, wie von Pelinal Weißplanke vorausgesagt, als er im Sterben lag ...“

Umaril? Pelinal? Skooma hatte wohl in Geschichte nicht so recht aufgepasst. Die Namen sagten ihm gar nichts. Er bekam jedoch mit, dass Umaril ein gestörtes Verhältnis zu den Neun Göttlichen hatte und sie vernichten wollte. Nur ein würdiger Held, der die Reliquien des Kreuzritters finden würde, könnte ihn besiegen. Doch wo waren die Helden heute? „Wer unter uns ist würdig, die Waffen des Heiligen Kreuzritters zu führen?“

„Na ich!“ Der Prophet schaute Skooma entgeistert an. „Ihr meint das nicht ernst, oder?“ Skooma meinte es sehr ernst. Um ein Held zu sein, musste man Mut besitzen, Erfahrung im Kampf mit finsteren Kreaturen haben, klug und redegewandt sein, die Massen mit seinem Charme begeistern können ... Alles Eigenschaften, die auf ihn zutrafen. „Nun gut, auch wenn mich die Götter auf eine harte Probe stellen, hört zu.“ Und der Prophet verdonnerte Skooma zuerst einmal zu einer Pilgerfahrt durch ganz Cyrodiil. An den Wegschreinen alle Neun Göttlichen sollte er beten und dann auf eine Vision warten. Skooma wusste schon, warum er Propheten nicht leiden konnte ...

Gegen Mittag bekam er die gefälschte Liste ausgehändigt. Es war erstklassige Arbeit. Skooma hätte sie auch ohne Siegel für echt gehalten. Vor seiner Abreise besuchte er noch kurz Azzan in der Kämpfergilde. Er gab ihm einige nützliche Tipps zum gebrauch von stumpfen Waffen mit auf den Weg. Skooma bedankte sich in form von Bargeld und ritt los. Etwas nördlich der Herberge am Brinakreuz fand er einen Schrein Arkays vor. Er stieg ab und murmelte ein paar ehrlich klingende Worte. Hoffentlich reichte das schon. Schnell stieg er wieder auf Bosmer. Wenn er sich beeilte, konnte er heute noch Martin abholen ...


"Die Toten existieren um die Lebenden zu nähren." Eola
  06.09.2010, 10:51
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noch 99.Tag – Stufe 34

Skooma schaffte es wirklich. Er ereichte vor Sonnenuntergang die Gottshaw-Herberge, holte Martin ab und stieg gleich wieder auf. Dass der Priester kein Pferd hatte, war ja nicht Skoomas Schuld. Da musste er eben hinterherlaufen. Er war seine Auftragsliste noch einmal durchgegangen und hatte einige Änderungen vorgenommen. Sie würden nur kurz in Skingrad halten. Skooma hatte nur 5 Nirnwurz-Pflanzen dabei, und Sinderion wollte 30 haben. Auch Clavicus Vile sollte warten. Das Umbra-Schwert gefiel ihm, er würde es noch eine Weile behalten, selbst wenn er dafür diese nervige Köterfigur weiter mit sich rumschleppen musste. Also ging es direkt zur Weynon-Priorei, Martin abgeben und dann zu Azuras Schrein.

Bosmer war währenddessen weitergetrabt. Sie waren beim Ra’sava-Lager auf halbem Weg nach Skingrad angelangt. Von Martin war weit und breit nichts zu sehen. Warum trödelte er nur so herum? Skooma beschloss, zu warten und legte sich erst einmal ins Zelt.

100.Tag – Stufe 34

Er hatte unruhig geschlafen. Martin war immer noch nicht da. So langsam machte sich Skooma Sorgen. Der Priester würde sich doch nicht verlaufen haben? Er ritt ein Stück zurück. Schon von weitem hörte er Kampflärm und sah Martin, der sich gegen einen Minotauren verteidigte. Ein Legionär lag tot daneben. Wieder mal typisch Priester! Hätte er nicht an dem Vieh vorbeilaufen können wie Skooma auch? Er stieg ab und erledigte den Minotaurus mit ein paar Blitzen.

Wortlos saß er wieder auf. Warum Martin nicht das Legionärspferd nahm, wusste er nicht, wahrscheinlich konnte er nicht reiten. Was hatte er sich da bloß aufgeladen?

Eine Stunde später passierte Skooma eine Brücke, das heißt er wollte es. Eine Rothwardonin schien andere Pläne zu haben. Unvermittelt griff sie an. Skooma sprang ab. So eine Frechheit, Überfälle am helllichten Tage! Und der Priester war nicht zur Stelle, wenn man ihn brauchte. Er beschwor einen Frost-Atronach und stürzte sich in den Kampf. Sie siegten, natürlich, doch beide waren zu langsam gewesen. Fassungslos konnte Skooma nur noch zusehen, wie Bosmer an seinen schweren Verletzungen verblutete.

Als Martin ankam, sah er ein Häufchen Elend vor seinem toten Pferd sitzen. Im Hintergrund zog ein Gewitter herauf.

Nur Skoomas überdurchschnittlicher Selbstbeherrschung und nobler Erziehung hatte Martin es zu verdanken, nicht gleich an Ort und Stelle gelyncht zu werden. Skooma folgte ihm grummelnd bis nach Skingrad, wo sie zuerst die Magiergilde aufsuchten. Mehr als lustlos kaute er auf seinem Frühstück herum. Danach erkundigte er sich auffallend gelassen, ob nicht jemand Zaubersprüche wüsste, mit denen man die Zuverlässigkeit von Humanoiden beeinflussen könnte. Da keiner helfen konnte, kaufte er aus Frust dem alten Vigge sämtliche verfügbaren Zauber ab. Doch auch danach fühlte Skooma sich nicht viel besser. Er ließ Martin einfach stehen und machte einen Spaziergang um die Stadt.

Kein Bandit, keine Bestie, nichts woran er seine schlechte Laune auslassen konnte. Als er einen Wegschrein sah, beschloss er, mal bei den Göttlichen nachzufragen, warum sie so etwas gemeines zuließen. Kynareth war vielleicht nicht die beste Ansprechpartnerin, aber egal. Er kniete sich hin und rief sie an und ... schwebte plötzlich hoch über der Kaiserstadt. Jedenfalls kam es ihm so vor. Was war nun wieder passiert? Wie auf Kommando näherte sich ihm eine geisterhafte Gestalt. Erschrocken stellte Skooma fest, dass er kein Schwert dabei hatte. Doch er benötigte auch keines. Der Geist stellte sich als Pelinal Weißplanke vor, faselte etwas von Umaril, wie schon der Prophet vorher, und zeigte Skooma den Ort eines verlorenen Schreins, in dem er mit der Suche nach der Rüstung des Kreuzritters beginnen sollte. Es war ganz schön hoch. Hoffentlich erwartete der Geist nicht, dass Skooma gleich zum Schrein fallen würde.

Die Vision endete abrupt und er war wieder beim Schrein von Kynareth. Etwas unsicher auf den Beinen lief Skooma zur Stadt zurück. Sollte er den Priester jetzt mitschleppen? Für ihn stand fest, dass er nicht bis zur Priorei bei Chorrol laufen würde. Das Problem löste sich kurz darauf von selbst, als sie durch das Osttor in den Hohlweg traten. Ein Pferdchen mit dem Wappen der Weynon-Priorei am Sattel stand herrenlos vor dem Tor. Irgendwie kam es Skooma sogar bekannt vor. Als er aufsitzen wollte, rief Martin kurz und knapp „lasst es!“ Doch Skooma störte sich nicht daran. Auch der kleine Dolch, den der Priester daraufhin zog, beeindruckte ihn in keiner Weise. Er ritt einfach los. Martin folgt, wie immer.

Bis zur Grünmet-Höhle hatten sie vier Minotauren und einen Spriggan erlegt. Der Priester hatte noch versucht, Skooma ins Gewissen zu reden, das Pferd doch einfach stehen zu lassen. Ohne Erfolg. Schließlich war ja Martin mit seiner Trödelei Schuld, dass Bosmer tot war. Vor der Höhle gab`s dann doch Ärger. Ein Legionär wollte Skooma tatsächlich 750 Septim für angeblichen Pferdediebstahl abnehmen. Es reichte. Was bildeten sich diese Typen eigentlich ein? Er hetzte ihm einen Clannfear auf den Hals, machte sich unsichtbar und betrat die Höhle, gefolgt von Martin.

Wie es der Priester schaffte, ihm ohne Sicht zu folgen, blieb Skooma ein Rätsel. Doch er kämpfte gut, und gegen Oger, Dreughs, Spriggans, Minotauren und Irrlichter kam ihm die Hilfe ganz recht. Skooma beschränkte sich auf gelegentlichen Beistand und auf das Öffnen sämtlicher Kisten und Truhen, die sie fanden. Endlich mal wieder eine gute Ausbeute. Einer der extrem seltenen Ringe der Vollendung war dabei, ein Dolch mit Blitzzauber und die „Stiefel des Olympioniken“, was immer ein Olympionik auch sein mochte.

101.Tag – Stufe 34

Sie hatten die hintersten Kammern erreicht und ausgeräumt. Martin prügelte sich, wie so oft, mit Skoomas Clannfear.

Dummerweise wartete der Legionär immer noch vor der Höhle. Gut für Skooma, dass er noch unsichtbar war, denn so konnte er unbemerkt entkommen. Etwas südlich der Festung Tugend ließ er das Pferd dann doch frei. Das Stück zur Insel würde er schwimmen. Keuchend kam Martin angerannt und fiel müde ins Gras. Skooma empfahl ihm, hier zu warten. Er müssen nur schnell etwas in der Stadt erledigen und würde bald wieder hier sein. Ohne sich um eine antwort zu kümmern schwamm er zum Hafenviertel hinüber, suchte seine Hütte auf und deponierte dort alle Sachen, deren Herkunft er den Wachen nicht hätte erklären können.

Dann riss er Armand aus dem Schlaf. Dieser erklärte sich bereit, für nur 375 Septim Skoomas Akte verschwinden zu lassen. Es war nicht gerade billig, aber immer noch besser als weiterer Ärger mit den Wachen. Damit die auch schön abgelenkt blieben, ärgerte Skooma noch einen argonischen Piraten und lockte ihn zu den Wachen.

Sein nächster Weg führte ihn zur Universität. Martina Floria gefielen die Welkynd-Steine und sie versprach, Skooma zu lehren, wenn er das nächste mal vorbeisah. Im Moment gab es gewaltigen Ärger im Magierturm. Hannibal Traven hatte sich wohl aufgeregt, dass so ein Neuer seit Tagen nicht wie befohlen bei ihm erschienen war.

Im Eingangsbereich lief ihm dann Bothiel über den Weg. Sie wusste auch nichts näheres zum Thema Erzmagier, doch sie kannte den Altmer Faelian. In der letzten Zeit hielt er sich öfter im Tiber-Septim-Hotel am Talos-Platz auf. Skooma bedankte sich und betrat den Teleporter.

Hannibal Traven erwischte er im Gespräch mit Irlav Jarol und Caranya. Es ging um Totenbeschwörer. Skooma mochte sie ja auch nicht, doch dass es dem Erzmagier so ernst damit war, hätte er nicht gedacht. Er hatte sogar einen Informanten unter den Beschwörern. Leider meldete sich dieser seit einigen Tagen nicht mehr, und der Rat hatte Kampfmagier ausgeschickt, um nachzusehen, was los war. Genau dort kam Skooma ins Spiel. Er sollte SOFORT nach Nenyond Twyll reisen und sicherstellen, dass Mucianus, der Informant, das anstehende Gemetzel überlebte.

Gut, Skooma versprach, SOFORT zu reisen. Bei ihm bedeutete das zwar irgendwann in den nächsten Tagen, doch das brauchten die Magier ja nicht so genau zu wissen. Zuerst ging er zum Tiber-Septim-Hotel. Die Wirtin langweilte sich offensichtlich, was sie auch ohne Beeinflussung sehr gesprächig machte. Sie kannte sogar Velwyn Benirus, hatte mit ihm gestern in einer Taverne im Elfengarten-Bezirk gesprochen. Und sie tratschte über Araena, eine Altmer, die hier wohnte und alle Rechnungen von Faelian beglich. Sie war oben, Skooma könne ja selbst mit ihr sprechen.

Das tat er auch sofort. Atraena heulte sich auch gleich bei ihm aus. Was sollte sie nur machen? Faelian war mal so ein feiner Kerl gewesen. Bevor er mit dem Skooma angefangen hatte. Jetzt trieb er sich bei Lorkmirs Haus im Elfengarten-Bezirk herum, gab sein letztes Geld, und auch ihres, für dieses Gift aus und vernachlässigte sich immer mehr. Wenn er so weiter machte, würde das Skooma ihn noch umbringen.

Nicht DAS Skooma sondern DER Skooma würde ihn umbringen. Doch das sagte er ihr natürlich nicht. Vielmehr rang er sich ein tröstliches „habt Mut, das wird schon wieder“ ab, bevor er das Zimmer verließ.

Er ging direkt zu Lorkmirs Haus, wartete bis die Patrouille vorbei war und brach ein. Auf bloßen Pfoten schlich er sich an den vor sich hin dösenden Faelian heran. Ein kräftiger Schwertstreich und der Auftrag war zu Ocheevas Zufriedenheit erledigt. Skooma war auch zufrieden, denn er fand wieder mal drei dieser kleinen leckeren Fläschchen und einige Goldstücke im Haus. Der Besitzer Lorkmir war ebenfalls da, nur nicht mehr ansprechbar und voller Fliegen.

Gleich auf der anderen Straßenseite sah er die Taverne „König und Königin“. Ein etwas hochtrabender Titel, doch er fand dort seinen guten „Freund“ Velwyn Benirus. Der musste etwas geahnt haben, oder er sah an Skoomas Blick, dass Prügel drohten. Schnell kam er einer Schlägerei zuvor, indem er versprach, nach Anvil zurückzukehren und dort gemeinsam mit Skooma den Fluch des Geisterhauses zu brechen. Auch gut, Skooma würde ihn dort zu finden wissen.

Skoomas Schatten huschte durch den Gefängnisbezirk. Er hatte mehr durch Zufall einen Weg über die Dächer bis zur Waffenkammer gefunden. Doch die minderwertigen Waffen lohnten den Aufwand nicht. Skooma bedauerte die Wachen etwas. Andererseits waren Stahlschwerter gegen Kleinkriminelle in der Stadt völlig ausreichend. Die Tür zur Amtsstube brach er einfach auf, wie immer. Ein einzelner Legionär nahm keine Notiz davon. Die Pause schien ihm wichtiger zu sein. Eine lobenswerte Einstellung.

Schon im nächsten Raum lag das gesuchte Siegel einfach auf dem Schreibtisch herum. Es war fast zu einfach. Skooma verließ das Gefängnis, ging zum Markt, um einige Sachen zu verkaufen und neue Reparaturhämmer zu erwerben, und anschließend zur Arena.

Zwei Kämpfe standen für heute noch auf der Liste. Er meldete sich freiwillig und stand kurz darauf seiner ersten Gegnerin gegenüber. Eine Altmer-Hexe. Kein Thema. Skooma sorgte dafür, dass ihr keine Zeit zum Zaubern blieb. Die folgende Ork-Tussi mit Kriegshammer war schon ein anderes Kaliber, doch gemeinsam mit einem Clannfear schaffte er auch sie.

Mit der Genugtuung, gerade zum „Gladiator“ befördert worden zu sein, suchte er sich einen Schlafplatz.

102.Tag – Stufe 34

Neuer Tag – neuer Kampf. Voller Enthusiasmus hatte sich Skooma bei Owyn eingefunden. Reichlich deprimiert schlich er zum Kampfplatz. War das noch fair? Drei gegen einen? Er war sich nicht sicher, was er davon halten sollte. Wenn er ehrlich war, kam ihm der ganze Tag merkwürdig vor. Der Haupteingang zur Arena war abgeschlossen, seine Sache inklusive Skelettschlüssel und Dietriche waren „in der Reinigung“, wie ihm die alte Ysabel glaubwürdig versichert hatte. Es blieb ihm wirklich nur der nächste Kampf.

Dann ging es schon los. Drei Argonier stürmten auf ihn ein. Sie schienen noch etwas verklammt von der Morgenkälte. Skooma nutzte das zu seinem Vorteil. So schnell er konnte, sprang er auf seinen Lieblingspodest und schaute auf das Trio herab. Hier oben war er erst mal sicher. Da er inzwischen wusste, was er als Gladiator seinen Fans schuldig war, beschwor er nur niedere Kreaturen. Skamps und Skelette hüpften abwechselnd um die Argonier herum. Gelegentlich sorgte ein Clannfear für etwas mehr Action, bis nach etwa einer halben Stunde die letzte Echse im Staub lag. Der Jubel der Menge brandete auf ihn herab, und Skooma musste einfach eine Zugabe versprechen. Die kam dann auch in Form eines Khajiit in schwerer Rüstung. Zähnefletschend standen sie sich gegenüber. „Komm doch her, du Waldelf-Knutscher!“ Skooma wusste, wie er seinen Gegner aus der Reserve locken konnte. Gewand tänzelte er um den langsamen Kämpfer herum, piekste ihn mit dem Schwert, brachte mit Feuerbällen die schwere Rüstung zum Glühen. Er brachte kaum zuschlagen. Schon bald lag sein Gegner qualmend vor ihm.

Weil es so viel Spaß gemacht hatte, ließ er sich von Owyn noch zu einem dritten Kampf überreden. „Seht euch vor, dieser Bretone ist viel erfahrener als ihr.“ Skooma beabsichtigte keineswegs, Owyns Warnung zu ignorieren. Kaum hatte sich das Gitter gesenkt, rannte er vor und drängte den Bretonen mit Hilfe eines Frost-Atronachs in die nächste Ecke. Diesmal steckte Skooma ordentlich Prügel ein. Das daedrische Langschwert verwandelte seine schöne Rüstung in ein Gewirr aus Leder und Stahldraht. Er hatte noch Glück, dass dem Bretonen durch die Schnelligkeit seiner Angriffe keine Zeit blieb, Magie einzusetzen. Doch nach diesem Sieg reichte es fürs erste. Als frisch gebackener „Held“ verließ Skooma die Arena.

Inzwischen war es Mittag geworden. Er hatte eine Abkühlung gebraucht und war kurzerhand in den See gesprungen. Nun schwamm er langsam nach Süden, auf die große Brücke zu. Hier irgendwo musste er mit der Suche nach Pelinals Rüstung beginnen. In der Nähe der Pfeiler begann er zu tauchen. Wasseratmung war eine gute Sache. Er konnte in aller ruhe den Boden des Sees absuchen und wurde bald fündig. Eine Steintür zwischen den Trümmern einer versunkenen Stadt wartete auf ihre Entdeckung. Er schwamm hinein.

... und kam genauso schnell wieder heraus. Düstergespenster, er hasste sie. Schnell zog er sich am Ufer um und startete zum zweiten Tauchgang, unsichtbar.

Skooma war zwar Held der Arena, und Held von Kvatch sowieso, aber er wusste, dass es auch für Helden nicht gut war, übermütig zu werden. Die ganzen Düstergespenster, Zombies und Liche ließ er schön weiter durch die Gänge stapfen. Er wollte nur die Rüstung. Und ein paar Welkynd-Steine als Beigabe. Und den Inhalt diverser Truhen und Kisten. Sir Amiel schien anders gedacht zu haben. Dafür lag er auch sauber skelettiert auf dem Steinboden. Er trug einen Ring bei sich, einen Schlüssel und ein Tagebuch. Skooma nahm alles an sich.

Wieder eine kleine Enttäuschung. Nicht die Rüstung war hier versteckt, sondern nur der Helm des Kreuzritters. Das stand jedenfalls im Tagebuch, und er hatte keinen Grund, daran zu zweifeln. Na ja, wenigstens etwas. Der Helm drückte ein wenig auf den Ohren, ließ kaum Freiheit für die Nase und war etwas zu schwer. Er würde ihn wohl selten aufsetzen. Zum Abschied platzierte er noch einen Dremona zwischen zwei Liche. Dann trat er den Rückweg an. Er hatte wieder ein neues Ziel: die Priorei der Neun auf der Westebene.

Als er auftauchte, war ein Wegelagerer gerade dabei, Skoomas abgelegte Sachen zu klauen. So ein Pech aber auch ... für den Wegelagerer.

103.Tag – Stufe 34

Unterhalb der Festung Variela überraschte er einen Oger beim Angeln. Dabei fiel ihm ein, dass er schon einmal versucht hatte, in Variela zu übernachten. Damals hatten ihn ein Beschwörer und ein Gespenst geärgert. So etwas würde ihm heute nicht mehr passieren. Da er nicht viel Gepäck dabei hatte, konnte ein kleiner Abstecher nicht schaden. Er betrat die Ruine und da waren sie wieder, Totenbeschwörer, alles hochnäsige Altmer und Bretonen. Skooma zeigte ihnen, wie man sich demutsvoll vor einem Khajiit zu verneigen hatte. Es klappte auch ganz gut, bis auf das Aufstehen danach. Weil sie einfach wortlos liegen blieben, nahm er ihnen diverse Tränke, Gold und Waffen ab. Strafe musste sein.

So trat er vor das Tor mit einer schönen Sammlung daedrischer Streitkolben ... und bekam wieder seine Portion Sonnenschaden ab. Mist!

Der weitere Weg war dann nur mit Federzauber machbar. Skooma folgte dem Ufer bis zu Veyonds Höhle, wo er zu Mittag blieb. Heute gab es Wolf, frisch gefangen. Die Höhle selbst betrat er nicht, da er schon genug zu schleppen hatte. Und so traf er kurz darauf in Bravil ein.

Bei Tadrose Helas in der Kämpfergilde wurde er den ganzen Ramsch für gutes Geld los. Anschließend besuchte er alte Bekannte. Ungarion kaufte er drei billige Zauber ab. In der Kapelle ließ er ein paar Kratzer verarzten. Schließlich betrat er die Gildenhalle der Magier. Ihm fiel auf, dass Kud-Ei immer noch, oder schon wieder in ihrem Buch las. Doch bei näherem Hinsehen merkte er, dass sie nur so tat. Sie wirkte irgendwie niedergeschlagen, und Skooma wäre nicht Skooma, wenn er nicht versuchen würde zu helfen ...

Kud-Ei suchte ihren guten Freund Henantier. Und sie suchte ihn auch wieder nicht, da sie wusste, wo er war. Skooma war etwas verwirrt. Sie bat ihn, einfach mitzukommen, dann würde er schon sehen. Abgemacht. Aber einige Kleinigkeiten musste Skooma vorher noch erledigen. Heute war Geldausgeben angesagt. Immerhin hat ein voller Geldbeutel auch ein ordentliches Eigengewicht und zieht obendrein noch zwielichtiges Gesindel an. Bei Nilawen erstand er eine komplette Wohnungseinrichtung für seine Hütte am Kanal, und Ita Rienus im Keller der Magiergilde grinste wie ein Mondzuckerpferd, als er ihr sämtliche Zauber abkaufte und sich noch in Mystik unterrichten ließ.

Dann war es Zeit zu gehen. Kud-Ei wartete schon ungeduldig. Sie besaß einen Schlüssel für Henantiers Haus gleich über die Straße. Dort war er auch, friedlich schlafend in seinem Bettchen. Skooma wartete darauf, dass Henantier am Daumen nuckeln würde, doch diesen Gefallen tat er ihm leider nicht.

„Er ist in seiner Traumwelt gefangen“, sagte Kud-Ei. „Ich kann ihm nicht helfen, denn mich würde er als Teil seiner Träume abtun. Nur ein Fremder könnte ihn dazu bringen, wieder aufzuwachen.“ Damit sah sie Skooma auffordernd an.

„Was müsste ich tun?“ Die Frage war sehr vorsichtig formuliert, denn immerhin handelte es sich um das Problem eines geübten Gildenmagiers. Skooma traute dem Frieden nicht recht.

„Oh, nichts weiter. Ihr müsst nur dieses Amulett anlegen und einschlafen. Alles andere ergibt sich von selbst.“ Skooma riskierte es. Eine Aufgabe im Schlaf zu erledigen, war mal was anderes. Im Halbschlaf bekam er noch die Warnung mit, sich ja nicht umbringen zu lassen. Er würde dann nie wieder erwachen können. Hatte er es doch geahnt! Aber bevor er erschrocken wieder aufwachen konnte, zog ihn das Amulett in den Traum:

Skooma stand nur im Fell in einem verwüsteten Zimmer. Henantier stand praktischerweise gleich daneben und sah ihn groß an. Es war so peinlich! Hastig versuchte er, sich eine Rüstung zu beschwören. Doch es klappte nicht. Auch andere Zauber waren nicht möglich. Lediglich seine angeborene Nachtsichtfähigkeit schien hier zu funktionieren. Doch wie sollte er so helfen? Zuerst versuchte er es mit Überzeugung, doch Henantier war der Meinung, wach zu sein. Magische Beeinflussung? Fehlanzeige. Er musste sich etwas anderes einfallen lassen.

Er suchte alles ab. Keine Waffen außer einem kleinen Brotmesser. Die Hütte hatte zwei Etagen mit vier Ausgängen, doch vorerst scheute er sich, diese zu benutzen. Ihm blieb jedoch nichts anderes übrig. Seufzend öffnete er die erste Tür.

„Prüfung der Wahrnehmung.“ Woher dieser Gedanke kam, konnte Skooma nicht nachvollziehen. Er stand in einem (fast) stockdunklen Raum. Nur einige schwebende Kristalle pulsierten rötlich vor sich hin. Eine kleine Kassette enthielt eine Fackel. Skooma beachtete sie nicht. Er schaltete auf Nachtsicht um, und erschauderte wegen der Gemeinheit der zahlreichen Fallen. Schmale Stege führten über bodenlose Abgründe. Trittfallen, über denen Steinbrocken schwebten, verhießen nichts Gutes. Er wich pendelnden Schwertern und Gasverstömern aus, sprang über Fallbeile und weitere Trittfallen am Boden. Dann stand er vor einem Podest, über dem eine kleine Kugel schwebte. Was sollte er anderes tun, er griff danach und ... stand wieder neben Henantier. In seiner Pfote hielt er das „Element der Zwietracht“, was immer das auch sein sollte.

Bei Henantier änderte dieser Erfolg allerdings nichts. Also auf zur nächsten Tür. „Prüfung der Geduld“, säuselte es durch seinen Kopf. Oh ja, er würde Geduld brauchen! Am liebsten hätte er schon jetzt sämtliche Magier in Bravil gefressen. Zur Einstimmung gab`s hier eine Schriftrolle. Wenn er hier wieder raus käme, würde er Daedrisch lernen! Die Schriftzeichen waren zu drei immer größer werdenden Vierecken angeordnet. Was das wohl bedeuten sollte? Er würde sich später darum kümmern. Erst einmal stand er vor einem Labyrinth aus Druckplatten. Abschussvorrichtungen in den Wänden, wie er sie aus alten Ruinen kannte, warteten mit Pfeilen auf ihr Opfer. Ganz vorsichtig trat er auf die erste Platte. Nichts. Vielleicht war sie ja nur kaputt. Die zweite Platte betrat er an der äußersten Ecke ... und konnte sich gerade noch vor den Pfeilen retten, die haarscharf an ihm vorbei zischten. Noch einmal nahm er die Schriftrolle zur Pfote, drehte sie hin und her. Und dann fiel der Septim. Die Karte war ein Wegweiser. Gleichartige Schriftzeichen zeigten ihm den Weg über ungefährliche Druckplatten. Mit diesem Wissen meisterte er dieses und die folgenden Labyrinthe unverletzt. Sein Lohn war das „Element des Zorns“.

Auch die „Prüfung des Mutes“ überstand er. Zwei unterwegs gefundene Tränke der Wasseratmung und seine Nachtsicht ermöglichten ihm einen Tauchgang durch tiefe Schächte bis zu einem, den Neun sei Dank, trockenen Festungshof. Das „Element der Grausamkeit“ beförderte ihn zurück zu Henantier.

Da dieser sich immer noch weigerte aufzuwachen, war Skooma versucht, sich vom Element der Grausamkeit inspirieren zu lassen. Er ließ es dann aber. Wer wusste schon, was ein solcher Unglücksfall für ihn für Konsequenzen haben würde. Schließlich war es Henantiers Traum, in dem sie festsaßen. Blieb noch eine letzte Tür, die „Prüfung der Entschlossenheit“. Alles hier erinnerte ihn an den Eingang zur Arena. Und ein großer Haufen Rüstungsteile trug nicht gerade dazu bei, Skoomas Laune zu heben. Er entschied sich für die leichte Glasrüstung, ein Glasschwert mit Frostzauber und einen Magierstab. Den Rest ließ er liegen, zu schwer. Der Weg zurück war versperrt, also ging er vorwärts, trat in die Arena hinaus. Sofort schloss sich auch diese Tür hinter ihm. Er war allein, jedenfalls wenn man Minotauren nicht mitzählte. Zwei riesige Kuhköpfe starrten ihn mit blutunterlaufenen Augen an. Das sollte etwas mit Entschlossenheit zu tun haben? Wohl eher mit Selbstmord! So schnell er konnte, erklomm er (wie immer) einen Podest am Rand der Kampffläche. Wenn er doch nur zaubern könnte. Der Magierstab musste vorerst reichen. Sorgfältig richtete Skooma ihn immer af den gleichen Gegner. Er hatte nur zehn Blitz-Lagungen, viel zu wenig, um beide zu besiegen. Und er wollte im Kampf Khajiit gegen Untier nicht zwei Gegner gegen sich haben. Mit dem letzten Blitz des Stabes sank der erste Minotaurus in die Knie. Skooma warf den wertlosen Knüppel weg, zog das Schwert und sprang herab. Jetzt begann der eigentliche Kampf. Er hatte der Schlagkraft eines riesigen Hammers und den spitzen Hörnern nur seine Schnelligkeit entgegenzusetzen, und natürlich die Kälte seines Schwertes. Der Frostschaden war nur gering. Er verlangsamte etwas die Bewegungen seines Gegners, doch dieses etwas reichte schließlich für Skoomas Sieg. Es wurde auch höchste Zeit. Ein Treffer mehr, und er hätte an Stelle der Bestie im Dreck gelegen. Skooma schleppte sich eine plötzlich vorhandene Treppe hinauf und erhielt das „Element der Angst“.

Endlich ließ sich auch Henantier überzeugen. Das zum Thema „leichte Aufgabe“. Skooma wachte auf ... und war wieder nackig.

104.Tag – Stufe 34

Die Belohnung fiel äußerst mager aus. Ein Zauber namens „Blitzflut“. Nicht einmal das Traumamulett durfte er behalten. Dabei hätte man damit so schön experimentieren können ...

Nach einem kurzen Besuch der Kapelle schwamm er weiter den Fluss hinab, bis zur Insel vor Schlosshof. Dann wurde ihm die Sache zu nass. Weiter ging es am Ufer entlang auf der Suche nach Nirnwurz. Er fand auch vier Stück davon, außerdem einen Dreugh und zwei Banditen, die er genüsslich verprügelte, und zuletzt einen Hirsch fürs Mittagessen.

Auf müden Pfoten traf Skooma bei den Fünf-Reiter-Stallungen vor Leyawiin ein. Der Argonier Katzengesicht arbeitete immer noch hier, was hätte er auch anderes tun sollen? Die Auswahl an Pferden war leider mies. Also hieß es weiter zu Fuß gehen. Für einen Septim entlockte er der Echse immerhin die Auskunft, dass die Kämpfergilde in der Fünf-Klauen–Unterkunft Ärger machte. Wenigstens ein Teilerfolg.

Vor dem Stadttor schlich ein kaiserlicher Soldat herum. Er wirkte mächtig hilflos. Skooma sprach ihn an, ob er nicht gegen einen kleinen Unkostenbeitrag helfen könne? Er konnte. Und bei der Brisanz der Aufgabe war sogar mehr als ein kleiner Betrag drin. Skooma rieb sich die Pfoten. Einem Dealer das Handwerk legen, das war ganz nach seinem Geschmack. Es wäre ja noch schöner, wenn sich die Dunmer ungestraft in den Skooma-Handel mischen dürften!

Alle Müdigkeit war wie weggeblasen, als sich Skooma dem Bauernhof Grauland näherte, unsichtbar natürlich, denn Lerexus Callidus hatte ihn vor Spähern gewarnt. Skooma war so in Gedanken vertieft, dass er gar nicht bemerkte, wie er höflich an die Tür klopfte. So was Dummes aber auch! Doch egal. Er trat ein und ein Ork stierte angestrengt durch ihn hindurch. Sicherheitshalber trat er weiter in den Raum hinein. Die restliche Arbeit erledigten seine Frost-Atronachen. Skooma konnte sich ja nicht um alles kümmern. Er sammelte inzwischen lieber ein, was er für wertvoll hielt, drei kleine Fläschchen zum Beispiel.

Beladen mit zwei gut erhaltenen Rüstungen und um 570 Septim Kopfgeld reicher betrat er die Stadt.
„Fünf-Klauen–Unterkunft“ stand gleich auf dem ersten Schild. Er hatte Glück, drei Mann von der Kämpfergilde feierten gerade ein wenig. Er lud sich selber ein und erfuhr, dass die Dunkelforst-Rotte hier alle Aufträge bekam und die Kämpfer sich nur langweilten. Na und? Den ganzen Tag rumsitzen und saufen war doch in Ordnung. Doch da seine Kollegen unbedingt Arbeit wollten, versprach er, sich mal umzuhören. Er fing gleich bei der Wirtin an. Schon merkwürdig, dass bisher niemand auf die Idee gekommen war. Aber Abwaschen und Zimmer ausfegen waren wohl nicht die geeigneten Beschäftigungen für Krieger. Vielleicht sollte er eine gewisse Margarte mal fragen? Skooma bedankte sich für den Tipp und zog los.

Zuerst suchte er in der Stadt. Doch weder in ihrem Haus noch bei den Händlern oder in der Kapelle war Margarte anzutreffen. Erst vor dem Westtor kam sie ihm aus der Wildnis entgegen und plauderte gleich los. Sie war ja soooo beschäftigt, als Lehrerin und als weiß der Waldelf, was noch alles. Dabei müsste sie doch Zutaten sammeln für ihre Experimente. Skooma wurde hellhörig. „Was für Zutaten denn?“

„Nun, Ogerzähne und Minotaurenhorn benötige ich am dringendsten, werter Herr. Ich brauche Euch ja nicht zu erzählen, dass sie teuer und schwer zu bekommen sind ...“ Skooma wusste Rat. Wenn das mal nicht ein Auftrag für die Kämpfergilde war. Schnell wurden sie einig. Margarte verlangte zwar fünf Portionen Ektoplasma, aber so etwas schleppte doch jeder Abenteurer mit sich rum. Skooma jedenfalls hatte genügend dabei.

Da die drei Recken auch gleich bereit waren, ihren Mut an bösen Bestien zu beweisen, hatte Skooma sich sein Bett redlich verdient. Schnurrend schlief er ein (wozu auch ein paar Tröpfchen einer klaren Flüssigkeit beitrugen) und träumte seinen Lieblingstraum von der Plantage in Elsweyr.

105.Tag – Stufe 35

Der Tag fing ganz gut an. Skooma ging zum Schloss, wo er Graf Caro über den Weg lief. Sie kamen ins Gespräch, und als er erfuhr, dass die Dealer endlich gefasst waren, zeigte er sich großzügig und verkaufte Skooma ein Haus zum Vorzugspreis. Kurz darauf kippte die Stimmung leider. Skooma hätte wohl den Namen Mazoge nicht erwähnen sollen, aber egal. Er wollte sowieso nicht zum Grafen, sondern zur Gräfin. Die Wache vor der Tür zum Speisesaal wies ihn jedoch ab. Nur kostümierte Gäste hätten Zutritt! Pech gehabt.

Als er aus dem Tor trat, wäre er fast mit einer Elfe zusammengestoßen. Nanu? Die kannte er doch aus Cheydinhal. „Hallo dunkle Schwester! Wie geht's denn so?“ Telaendril wusste gar nicht, was sie so schnell darauf antworten sollte. Dann zerrte sie ihn mit einem energischen „Pssst! Nicht hier!“ hinter den nächsten Busch. Bevor Skooma protestieren konnte, hatte er ein Messer an der Kehle. „Welcher Daedroth reitet Euch, hier so herumzuschreien?“ Telaendril schien etwas missgestimmt zu sein. „Bringt meine Tarnung noch einmal in Gefahr, und ich vergesse eine der Grundregeln.“ Als ob diese Standpauke nicht schon schlimm genug war, rasierte sie ihm zur Bekräftigung noch die Schnurrhaare ab. Er würde sich nirgends mehr sehen lassen können. Am liebsten hätte er ... doch sie hatte gerade die besseren Argumente in der Hand.

Voller Frust marschierte Skooma weiter zu Gundalas in den Laden, um sich zur Ablenkung eine komplette Wohnungseinrichtung zuzulegen. Doch seine Laune besserte sich dadurch kein bisschen. Auch ein Bad im eiskalten Stadtteich half nicht. Er musste hier weg und jemand anderen für diese Schmach büßen lassen. Da fiel ihm nur Narbenschwanz ein.

Skooma lief durch die sumpfigen Wälder, vorbei an Festung Blaublut, die ihm noch gut in Erinnerung war, immer weiter nach Südosten. Schon von weitem roch er den Rauch eines Feuers. Narbenschwanz schien sich sehr sicher zu fühlen. Doch dann: „Ich habe euch schon erwartet, Assassine.“ Damit hatte er Skooma gerade den ganzen Spaß verdorben. Wie er bemerkte, war er auch nicht der erste, der Narbenschwanz umbringen sollte. Ein weiterer Argonier lag tot im Gras. Und Narbenschwanz würde es auch ohne Skoomas Mitwirkung nicht mehr lange machen, dazu war er zu schwer verletzt. Irgendwie tat er ihm jetzt sogar leid. Aber ohne sein Herz gab's keine Pluspunkte bei Ocheeva. Also nahm er sein Messer und ... „Wartet“, rief Narbenschwanz. „Ich hätte da einen Vorschlag, der uns beiden helfen könnte.“

Etwas später lief Skooma nach Westen, in der Tasche 400 neue Goldstücke und das Herz von ... na ja von dem Argonier, der schon tot dagelegen hatte. Er begegnete einem freundlichen Förster und einem nicht ganz so freundlichen Troll, überließ beide ihrem gemeinsamen Schicksal, sammelte einige Nirnwurzeln am Ufer der Bucht und übte seine Beschwörungszauber, bis er eine deutliche Verbesserung spürte. Er hatte das Gefühl, jetzt jedes Wesen beschwören zu können, das er wollte. Bei Gelegenheit würde er darauf zurückkommen. Doch zuerst ging's zurück nach Leyawiin.

Im Schloss stand ein anderer Wächter vor der Speisesaaltür. „Eine vortreffliche Kostümierung, mein Herr“, redete dieser ihn an. „In dem räudigen Pelz seht Ihr tatsächlich fast so aus wie einer dieser Felllecker.“ Skooma konnte sich nur mühsam beherrschen, GANZ MÜHSAM! Doch immerhin hatte er jetzt Zutritt.

Da war er nun und alle waren versammelt. Was hatte Sanguine gewollt? Skooma sollte den Zauber „Nackte Wahrheit“ über die Anwesenden sprechen. Und das sollte die Stimmung dieser verschlafenen Runde heben? Er wusste da was besseres. Zuerst hopste Skooma auf den Tisch und führte einen argonischen Kriegstanz vor. Zumindest stellte er sich vor, dass Argonier so tanzen würden. Doch er hatte keinen Erfolg. Alle starrten ihn nur groß an, so als ob er den Verstand verloren hätte. Na gut, dann doch der Zauber. Aber Skooma war vorsichtig. So ganz traute er den Daedra nicht. Und so musste erst mal ein Skamp als Versuchsobjekt herhalten. Das Vieh erschien und sabberte auf den Tisch. Skooma zielte kurz und sprach den Zauber ... und sein Nebenmann stand plötzlich in Unterwäsche da. Es war genial. Gleich noch einmal! Erst beim zweiten Versuch merkte Skooma, dass auch er nicht viel mehr als sein Fell anhatte, so wie alle anderen im Saal. Und dann geschah es. Der Skamp lief Amok. Irgend etwas an dem Zauber musste ihm schlecht bekommen sein. Panik brach aus. Alle kreischten und schlugen um sich. Die Wache rannte zur Tür herein.

Skooma machte, das er raus kam. Doch das mit der kompletten Unsichbarkeit funktionierte leider nur in Kombination mit seinen Sachen. Und die waren spurlos verschwunden. Verfolgt von den Wachen rannte er aus dem Schloss, aus der Stadt und sprang in den Niben. Erst als er schwimmend Staade erreicht hatte, konnte er aufatmen.

Ein paar Sachen zum Anziehen stahl er ungeniert aus den Hütten. Wenigstens sein Schwert Umbra war ihm geblieben und sein Dolch. Aber zur Sicherheit zog er sich in Richtung Grenze zurück. Gegen Abend fand er ein unbewachtes Zelt vor der Felsenmilchhöhle. Eine gute Gelegenheit zum Ausschlafen.

10.Abendstern – 106.Tag – Stufe 35

Auf dem Programm des heutigen Tages stand „Höhlenbesichtigung“. So ganz wohl war ihm nicht bei der Sache. Immerhin besaß er im Moment keine Rüstung und konnte sich auch nicht komplett unsichtbar machen. Um so vorsichtiger schlüpfte Skooma durch die Tür. Nur ein paar Schritte weiter hörte er Kampflärm. Zwei Räuberbanden waren aneinander geraten. Er versteckte sich hinter dem breiten Rücken eines Frost-Atronachen und wartete ab. Schon bald stürzte sich die Gewinnerseite auf den Atronach und bekam ordentlich was auf den Helm.

Jetzt hatte Skooma die freie Auswahl an Rüstungen und Waffen. Er wählte Glasrüstung. Damit kam er am besten klar. Und dann noch ein Ebenerzschwert. Den Rest ließ er bei der ersten Leiche am Ausgang zurück. Mal sehen , was es hier sonst noch zu holen gab.

Die Kämpfe setzten sich fort. Skooma achtete darauf, erst einzugreifen, wenn eine Seite gesiegt hatte und die Gewinner noch sehr geschwächt waren. Immer wieder lief er zurück, um weitere Beute bei seiner Sammelleiche zu deponieren. Schließlich fand er tief im Bauch des Berges eine riesige Kammer, auf deren Boden die Banditen ihr Lager aufgeschlagen hatten. Hier ging es noch heiß her. Gespickt mit zahlreichen Pfeilen konnte Skooma mit knapper Not entkommen.  Doch er wurde nicht verfolgt. Die Banditen hatten noch mit sich selbst zu tun.

Gerade wollte er aufatmen und sich für die nächste Tour nach unten vorbereiten, da bemerkte er etwas schreckliches. Seine Sammelleiche war geklaut worden! Und mit ihr all die schönen Waffen und Rüstungsteile. Die ganze Schlepperei war umsonst. Jetzt war Skooma richtig sauer.

Das bekamen die Überlebenden im Lager auch gleich zu spüren. Wie ein Berserker fegte Skooma zwischen ihnen herum und ließ keinen am Leben. Zum Schluss betrat er das Zelt des Anführers. Es war leer, bis auf einen Hund. Dieser war jedoch froh, dass Skooma ihn in Ruhe ließ. Auf dem Bett ruhte er sich erst einmal aus und las in einem Buch, dass hier herum lag. „Gestohlene Schatten“ lautete der Titel. Und es enthielt sogar ein paar nützliche Anregungen für ihn.

Letztendlich hatte sich der Höhlenbesuch doch noch gelohnt. Mit einem Paket voller Rüstungen und Waffen auf dem Rücken marschierte er weiter nach Bravil. Von einigen Banditen, Dreughs und Trollen ließ er sich nicht aufhalten. Mittlerweile hatte er den Dreh raus, wie er seine Verfolger gegeneinander aufhetzen konnte, um selbst in Ruhe gelassen zu werden.

Er sprach die Wache direkt an. „Hey Mann, schau doch mal auf deine Kopfgeldliste, was da unter „Skooma“ steht!“ Es stand die lächerliche Summe von 280 Septim drauf. Skooma zahlte brav und hatte eine Sorge weniger. So musste er wenigstens nicht mit dem Auftauchen der Wachen rechnen, wenn er sie nicht gebrauchen konnte.

In der Wachstube passierte ihm dann etwas sonderbares. Es kam sicher oft vor, dass halbnackte verheulte Waldelfen in der Wachstube herumsaßen. Man wusste ja, dass dieses Volk von Natur aus kleptoman war. Doch dass sich ein Wachhauptmann nebenbei als Sklavenhändler betätigen durfte war ihm neu. „Für 1000 Septim könnt Ihr das Weibsbild haben. Sie macht hier sowieso nur Ärger.“ Skooma musste eine Weile über den Vorschlag nachdenken. Eine echte Sklavin für ihn, das hatte schon was. Und wenn er an seine zukünftige Plantage dachte, dann musste er sich sowieso daran gewöhnen, Sklaven herumzuschubsen. Warum eigentlich nicht? Mit der Begründung, dass sie ja einer niederen Rasse angehöre, er ihr wegen des fehlenden Fells noch Kleidung kaufen müsse und noch einigen weiteren Argumenten schaffte es Skooma, den Preis auf die Hälfte zu drücken. Er bekam ordentliche Papiere sowie einen magischen Herrscherring, damit sie nicht einfach abhauen konnte. Dann verließ er die Wache.

Draußen vor dem Schloss musste er gleich den Ring ausprobieren. Es klappte, seine neue Sklavin stand abgehetzt vor ihm. Ein hinterhältiges Grinsen schlich sich auf sein Gesicht. Er würde viel Spaß mit dem neuen Spielzeug haben. Fürs erste steckte er Alba, so nannte sich die Elfe, in eine Glasrüstung aus der Höhle. Dann ließ er sie seine Beute zu Nilawen schleppen ...


"Die Toten existieren um die Lebenden zu nähren." Eola
  24.09.2010, 13:02
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noch 106.Tag – Stufe 35

Sie machten sich gemeinsam auf den Weg nach Nenyond Twyll. Diesen Informanten der Magiergiilde hätte Skooma fast vergessen. Nun gut, er würde schon gewartet haben. So schlimm konnte es ja nicht sein. Heute wollte er zumindest noch Faregyl erreichen, um dann morgen gut ausgeruht seine Aufgabe anzugehen.

Der Weg durch den Wald war wie immer nicht ganz ungefährlich. Zuerst begegnete ihnen ein Bandit, dann ein Minotaurus, schließlich Bär. Alba kämpfte ausgezeichnet, für eine Waldelfe, und nötigte Skooma sogar etwas Respekt ab. Er revanchierte sich mit einem Heilzauber ... und ließ sie dann den riesigen Hammer des Minotauren tragen. Eigentlich ganz nützlich, so eine Sklavin. Er fühlte sich gleich viel freier und schritt zügig aus. Alba keuchte hinterher. Als sie unterwegs zwei scheinbar herrenlose Pferde fanden, stieg er gleich in den Sattel. Großzügig bot er ihr das andere Tier an, doch sie wollte partout nicht aufsteigen. Dann eben nicht. Skooma ritt in flottem Trab weiter und zwang seine Sklavin durch die Ringmagie Schritt zu halten. Abgehetzt und durchgeschwitzt fiel sie schließlich durch die Tür der Herberge. Von Abhuki erstand er ein Zimmer für die Nacht mit einem Bett für sich und einer kuscheligen Fußmatte für Alba. So ließ es sich leben ...

107.Tag – Stufe 35

Gut ausgeschlafen, jedenfalls was Skooma betraf, erreichten sie Nenyond Twyll. Die Umgebung der Ruine lag friedlich in der Morgensonne. Es versprach, ein schöner Tag zu werden, so schön, dass Skooma ernsthaft überlegte, einen Ruhetag einzuschieben und sich gleich hier draußen in die Sonne zu legen. Doch dann siegte die Neugier. Zusammen mit Alba durchschritt er die alte Steintür.

Nachdem er etwas Licht gemacht hatte, hörte er schnelle Schritte auf sich zu kommen, begleitet von einem Schnaufen. Der hastig beschworene Clannfear bekam aber nichts zu tun als der Verursacher der Geräusche auftauchte. Es war ein recht hässlicher Bosmer mit Namen Fithragaer. Zu allem Überfluss gehörte er der Gilde an. Da hatte Skooma seinen „schönen Tag“! Fithragaer war der einzige Überlebende des ausgeschickten Suchtrupps. Sie waren in einen Hinterhalt der Totenbeschwörer geraten. Und nun saß er seit drei Tagen hier und wartete auf Verstärkung. „Folgt mir! Wir müssen Mucianus befreien!“, rief er den beiden zu und stürmte los. Skooma sah Alba an, zuckte mit den Schultern und ging gemächlich hinterher.

Im nächsten Raum wurden seine Vorurteile gegenüber Waldelfen bestätigt, zumindest was deren Verlässlichkeit betraf. Fithragaer klebte wie eine Fliege an der Decke, gehalten von übel aussehenden Speeren. Und Skooma musste wieder mal die ganze Arbeit allein machen. Vorsichtig, damit ihm das herabtropfende Blut nicht sein Fell versaute, schlich Skooma am Rande des Raumes entlang.

Dann ging es Schlag auf Schlag. Zuerst erlegten sie gemeinsam ein Düstergespenst. Danach, hinter der nächsten Steintür, die Beschwörerin Mariette Rielle und einen Unter-Lich. Diese Bretonin hatte doch allen Ernstes gedroht, Skoomas Kopf ihrem Meister zu opfern. So etwas gehörte sich nicht. Auch nicht, wenn man zum Orden des Schwarzen Wurms gehörte, ein Name, der schon lächerlich genug war. Was sie allerdings mit dem Satz: „Mucianus ist jetzt ein Wurmsklave“ gemeint hatte, wusste er nicht. Vielleicht hätte er doch erst fragen und dann zuschlagen sollen? Zu spät. Und es ging gleich munter weiter. Eine Halle tat sich vor ihnen auf. Den Großteil des Platzes nahmen zwei tiefe Wasserbecken ein, und in der Ferne nahm er das gefährliche Glimmen von Fallenkristallen wahr. Zwei weitere Beschwörer warteten auf ihre Hinrichtung. Doch diesmal war es nicht so leicht, da ihnen Düstergespenster heftig zusetzten. Jetzt war Skooma wirklich froh, nicht allein hier unten zu sein. Als er ein kurzes Bad nehmen musste, um sein angesengtes Fell zu löschen, bemerkte er unter Wasser einen Schalter. Es war der Hauptgewinn, denn er öffnete den Käfig eines wunderschönen Varla-Steins. Und das Beste war, es ließ sich im zweiten Becken noch wiederholen.

Auf einer muffigen Matratze in der hintersten Ecke des Raumes gönnten sie sich eine kurze Rast. Albas Rüstung hatte stark gelitten, und auch sie selbst benötigte dringend Skoomas Heilzauber. So hämmerte er auf Rüstung und Waffen herum, bis seine Werkzeuge den Dienst quittierten. Alba hatte sich inzwischen eine Totenbeschwörer-Robe übergezogen. Sie stand ihr gut. Skooma nahm sich auch gleich eine mit.

Noch etwas später erfuhren sie, was mit „Wurmsklave“ gemeint war. Sie fanden Mucianus, oder besser das, was noch von ihm übrig war. Als übel zugerichteter Zombie geisterte er durch einen geheimen Raum. Skooma schloss wieder ab und ließ ihn gewähren.

108.Tag – Stufe 35

Wieder in Faregyl, musste Skooma feststellen, dass sei Pferd abgetrabt war. Den Weg hätte er sich also sparen können. Doch wo sie schon mal hier waren, konnten sie auch gleich frühstücken. Nirgendwo sonst gab es so leckeres Kartoffelbrot.

Sie wandten sich nach Nordwesten. Skooma war eingefallen, dass dort die Festung Roebeck lag. Er war schon einmal dort gewesen und hatte gegen Beschwörer gekämpft. Damals hatte er flüchten müssen. Das würde heute anders sein.

Im Innenhof des alten Gemäuers überraschten sie zwei Beschwörer. Es ging munter zur Sache. Frost-Atronache und Dremona schlugen sich mit Alba und seinem Daedroth herum. Skooma selbst stand erhöht auf einem Sims und griff mit Blitzzaubern ein. Später, im Innern der Festung, trafen sie auf Riesenspinnen und weitere Beschwörer, die sie alle säuberlich erlegten. Soweit lief alles ganz gut, doch weil Skooma der Skelettschlüssel fehlte, bekam er die meisten der gefundenen Truhen nicht auf. Bis zum Mittag war die Ruine befriedet und sie beide auf dem Weg zur Kaiserstadt.

Alba atmete sichtlich auf, nachdem sie den ganzen Krempel auf dem Markt verkauft hatten. Jetzt brauchte sie lediglich zwanzig neue Reparaturhämmer zu tragen. Dann suchten sie die Arena auf. Skooma hatte Lust auf etwas action, und eine Beförderung würde ihm auch ganz gut tun. Er zwängte sich in ein Arenagewand und sprach Owyn an. „Gut dass ihr kommt“, meinte dieser, „wir brauchen heute einen würdigen Gegner für einen Kaiserlicher, ehemalige Klinge, mit Akavirischwert. Also seht zu, dass ihr nicht filetiert werdet.“

Skooma betrat die Kampffläche. Natürlich musste Alba mit. Begleiter waren schließlich nicht ausdrücklich verboten, also waren sie erlaubt. Zusammen mit seinem Daedroth stand es dann drei gegen einen, ein Umstand, dem auch eine ehemalige Klinge nichts entgegenzusetzen hatte. Nach  drei Minuten war der Kampf bereits beendet. Skooma strich seine Belohnung ein und holte sich den nächsten Gegner. Auch der Altmer-Zauberer kam über drei schlecht gezielte Feuerbälle nicht hinaus. Er trug zwar einen magischen Schild bei sich, den Skooma so gerne gehabt hätte, doch gegen Daedroth-Bisse half dieser auch nicht. Dann kam der dritte Kampf und der letzte für heute. Owyn schien dazugelernt zu haben, denn um das Spektakel interessanter zu machen, hatte er ihnen auch drei Gegner gegenüber gestellt. Es ging um nichts geringeres als den Meistertitel. Skooma war voll konzentriert. Auch seine Seite hatte Verstärkung erhalten, in Form des „Schweinekotletts“, eines mies gelaunten Wildschweins. Ihnen gegenüber standen die Meisterin des Gelben Teams, ein Magier und ein Bogenschütze.

Dann ging es los. Der Bogenschütze fiel als erster gegen Skooma und dessen Clannfear, während das Schwein den Magier bedrängte und Alba sich mit der Meisterin herumschlug. Nach einigen schmerzhaften Blitzeinschlägen kam Skooma dem Schwein zu Hilfe. Der Magier war schnell und zäh, doch das rettete ihn nicht. Bevor sich Skooma der letzten Gegnerin widmete schluckte er noch schnell zwei Heiltränke. Er hatte doch etwas abbekommen und ein toter Meister zu sein war nicht das, was er wollte. Trotzdem war es auch vier gegen eine nicht leicht, den Sieg zu erringen. Das Publikum toste vor Begeisterung, als sie sich endlich, mit Ausnahme des Schweins, im Zentrum der Arena verbeugten. Dass das Leben alles andere als gerecht war, merkte Skooma beim Abendessen zu Ehren seines Meistertitels. Auf einer großen Platte wurde sein Kampfgefährte mit einem Apfel im Maul aufgetragen.

109.Tag – Stufe 35

Skooma und Alba standen vor den Toren der Geheimen Universität. Beide hatten sich Totenbeschwören-Roben angezogen, ein guter Scherz, wie Skooma fand. Alba schien das nicht so zu sehen. Sie blickte sich immer wieder misstrauisch um. Mit einen schmetternden „Hallo“ trat Skooma mitten unter die Versammelten. Julienne Fanis stand kurz vor einem Ohnmachtsanfall, Bothiel wurde kreidebleich und auch Raminus rang nach Luft. Skooma grinste. Das war doch eine Überraschung ganz nach seinem Geschmack. Doch dann: „Was denkt ihr euch eigentlich dabei, so etwas zu tragen? Legt es sofort ab!“ Hannibal Traven hatte den Raum betreten und richtete sogleich seinen Stab auf Skooma. So ein Spielverderber! Er streifte sich seinen Harnisch über, um wenigstens die Abzeichen der Robe zu überdecken. Damit gab sich der Erzmagier erst einmal zufrieden, riet ihm aber, sich kleine Scherze in Zukunft besser zu überlegen, wenn er es vorzog, sein Fell in einem Stück zu behalten. Um Alba kümmerte sich niemand. Sklave müsste man sein. Oder besser doch nicht ...

Seine Beförderung zum „Hexer“ bekam Skooma dann doch, wenn auch mit der Erinnerung, dass man Ränge auch wieder verlieren konnte. Dann stellte Traven die befürchtete Frage nach Mucianus. Skooma druckste verlegen herum: „Mucianus, ja ... dem geht es ganz gut ... glaube ich. Er ist noch in Nenyond Twyll ... und will gar nicht mehr weg ... so gut gefällt es ihm da ...“ „Schon gut, ich kann mir denken, was passiert ist.“ Traven schüttelte den Kopf und ließ die Schultern hängen. Er sah um einige Jahre gealtert aus. „Sei’s drum. Ich habe eine neue Aufgabe. Und ich bin leider gezwungen, sie euch zu geben. Also enttäuscht mich nicht.“ Skooma hörte aufmerksam zu. Er sollte nach Skingrad gehen, wo ihm Graf Hassildor persönlich wichtige Informationen übergeben würde. „Schon in Arbeit!“ Skooma verabschiedete sich und zog Alba zur Tür hinaus.

Hintereinander, wie es sich für Herr und Sklavin gehörte, schwammen sie über den See zur Festung Tugend. Schon von weitem erkannten sie eine gestalt in Priesterkutte, die an einem Lagerfeuer kauerte. Martin hatte wirklich brav gewartet. Skooma war sich nicht sicher, ob dieser offensichtliche Mangel an Tatendrang gut für einen zukünftigen Kaiser war. Er hatte darüber nachgedacht, sich bei Martin einzuschmeicheln, um später einen schönen Ministerposten erhaschen zu können. Doch dazu hatte er es wohl am Anfang ihrer Reise ein klein wenig an Diplomatie fehlen lassen. Wie auch immer, jetzt waren sie wieder vereint.

Skooma gab das Zeichen zum Aufbruch und stieg auf das Priorei-Pferd, welches noch immer in der Nähe graste. Ein böser Fehler! Martin sah das Ausborgen von Pferden immer noch als Unrecht und griff Skooma an. Doch im gleichen Atemzug zog Alba ihr Schwert, um ihren Herrn zu verteidigen. Die beiden schenkten sich nichts, und er überlegte schon, einfach ohne die Streithähne abzureisen. Doch da stolperte Alba und schlug sich den Kopf an einem Stein. Benommen blieb sie liegen. Schon stürmte Martin auf Skooma zu. Um ihn nicht auch noch verletzen zu müssen, sprang Skooma vom Pferd und hob den Schild. Aus der Deckung redete er auf Martin ein, dass doch alles nur ein Missverständnis war und er selbstverständlich das Pferd nur sicher zu seinem Besitzer bringen wollte. Endlich beruhigten sich alle wieder. Skooma war noch eine Stunde mit seinen Heilzaubern beschäftigt, dann konnten sie aufbrechen.

Ein kurzer Abstecher in die Festung Nikel bescherte Alba eine neue Daedra-Rüstung. Martin wollte nichts von der Beute der Banditen, und Skooma hatte keine Lust auf neuen Ärger. Einen Wegelagerer bei Festung Ash ließ er gar nicht erst zu Wort kommen. Zur falschen Zeit am falschen Ort. Auch Khajiiti mussten lernen, Skooma nicht zu belästigen.

Sie erreichten die Weynon-Priorei bei Sonnenuntergang. Doch aus einem ruhigen Abend wurde nichts. Ein Bediensteter der Priorei kam ihnen entgegengerannt, verfolgt von einem Krieger in dunkler Rüstung. Er schrie um Hilfe. Und schon waren sie heran, drei fanatisch brüllende Krieger mit Gesichtsmasken. Hatte man denn nie seine Ruhe. Skooma ließ seinen Daedroth wüten. Auch Alba und Martin mischten mit. Nachdem draußen aufgeräumt war, stürmten sie die Kapelle. Hier kämpfte Jauffre gegen zwei weitere Gegner. Skooma überlegte, wo er diese Gestalten schon einmal gesehen hatte. Die Rüstungen und Waffen waren zweifelsfrei beschworen, denn sie lösten sich beim Tod ihrer Träger auf. Und dann fiel es ihm ein. Die Angreifer damals im Gefängnis, diese Verrückte in der „Westebene“ in Skingrad, sie alle hatten die gleichen roten Mäntel getragen. Doch warum ...

Er kam nicht dazu, den Gedanken zu Ende zu bringen, denn Jauffres kerniger Fluch zerriss die Stille. Also wirklich! Und das als Priester. Doch dann stellte sich heraus, dass das Amulett der Könige verschwunden war. „*********!“

Der Angriff auf die Priorei hatte gezeigt, dass Martin hier nicht sicher war. Es half alles nichts. Skooma sollte ihn begleiten. Doch da es schon sehr dunkel war, verschoben sie den Aufbruch auf Morgen früh. Skooma nutzte die Gelegenheit, um bei Modryn Oreyn vorbeizuschauen. 600 Goldstücke und die Beförderung zum Schwertkämpfer versüßten ihm seine Träume.

110.Tag – Stufe 36

Skooma beeilte sich nicht sonderlich, Martin bei der Priorei abzuholen. Erst einmal ging er seinen eigenen Geschäften in der Stadt nach. So bekam er von Honditar die Empfehlung, Rusia Bradus in Anvil auf Athletik-Training anzusprechen. Er lernte ein paar neue Tricks zum blocken von Lum gro-Baroth, verkaufte seine überflüssigen Waren und zahlte bei der Wache sein Kopfgeld, von dem er nicht mal wusste, wie er dazu kam. Dann erst suchte er die Priorei auf.

Da Prior Marborel wegen Tot-Seins sein Reittier nicht mehr brauchte, bekam es Skooma geschenkt. Auch Jauffre hatte sein Pferd gesattelt. Er würde sie zum Wolkenherrscher-Tempel begleiten. Martin und Alba mussten wieder laufen, da keine weiteren Pferde vorhanden waren.

Außer zwei Minotaurenfürsten (böse) und einem berittenen Legionär (gleichgültig) trafen sie auf dem ganzen Weg niemanden an. Dann standen sie vor einem riesigen Tor. Der Tempel war schon beeindruckend. Hoch oben zwischen den steilen schneebedeckten Hängen bot er einen prächtigen Ausblick auf das Land.

Dann gab es eine kleine Begrüßungsfeier für Martin, auf der auch Skooma in die Reihen der Klingen aufgenommen wurde. Er getrachtete die ganze Sache allerdings mehr als „Mittel zum Zweck“. Wie sonst hätte er hier freie Übernachtung und Verpflegung bekommen können? Sein erster Auftrag hörte sich auch nicht schwer an. Skooma sollte die Klinge Baurus in der Kaiserstadt aufsuchen.

Eis wurde trotz aller Sorgen um die Zukunft noch ein schöner Abend. Man saß in der großen Halle, aß und trank und erzählte sich Geschichten, die mit zunehmendem Met-Konsum immer spannender wurden ...

111.Tag – Stufe 36

Der Weg in die Kaiserstadt führte nach Osten, jedenfalls für Skooma. Er zog mit Alba durch die schneebedeckten Berge, bis sie die Statue eines Kriegers entdeckten. Drei Minotauren wohnten in der Nähe, stellten jedoch kein ernsthaftes Problem dar. Nur einige Schritte weiter nordwärts befand sich eine Tür im Felsen. Dies musste nach der Beschreibung des Tagebuchs der Durchgang zu Fahlen Pass sein.

Deshalb nannte man die Höhle also „Schlangenpfad“. Die Gänge wanden sich lang und schmal in den Berg hinein. Zuerst trafen sie nur auf ein paar Ratten. Doch später gesellten sich immer mehr Oger und Zweiglinge hinzu. Dabei kam ihnen die Enge der Stollen zugute, da sie nur Platz für einen Oger und einen Daedroth ließen. Trotzdem war der Weg beschwerlich genug. Skooma übersah eine Trittfalle und wurde frontal von einer herabfallenden Eisenkogel erwischt. Er hatte noch Glück, dass während der Reparatur seiner Rüstung keine neuen Gegner auftauchten, obwohl er das Gefühl hatte, dass der Aufschlag bis Bruma zu hören war. Irgendwann endeten die Tunnel. Vor ihnen breitete sich ein großes Tal aus und ganz hinten waren die Ruinen einer alten Burg zu sehen. Dorthin mussten sie.

Aus Erfahrung klug geworden, nahm Skooma nicht den Weg von der Höhle ins Tal. Es schien der einzige Zugang zu sein und wurde sicher entsprechend bewacht. Statt dessen kletterten sie am linken Rand des Tale entlang, immer so hoch, wie die steilen Hänge es zuließen. Sie erreichten die Burg und das Begrüßungskomitee: drei Oger. Für Skooma war es eine gute Gelegenheit, sich im Bogenschießen zu üben. Er hatte sich einen großen Felsbrocken in der Nähe des Eingangs ausgesucht und schoss Pfeil um Pfeil auf die schwerfälligen Ziele. Alba hatte es da nicht ganz so gut, war sie doch wieder mal der Köder, um die Oger in Reichweite zu halten.

Nach einer kurzen Pause, in der sie ihre Wunden heilten, öffneten sie das knarrende Tor. Hier hatte auch schon seit Jahren niemand mehr sauber gemacht. Doch wenigstens gab es im Innern der Festung keine Oger. Dafür war es das reinste Labyrinth. Verworrene Gänge, Treppen und Zwischentüren, einige Fallen, dazu kamen die Bewohner, untote Akaviri-Soldaten, die auch als Skelette noch beachtliche Stärke zeigten. Skooma hatte bald vollkommen die Orientierung verloren. Seine Nachtsicht kam ihm hier zugute, da er so kein Mana auf Lichtzauber vergeuden musste. Wie Alba mit der Dunkelheit klar kam, war ihm recht gleichgültig. Er konnte sich ja nicht um jedes Detail kümmern.

112.Tag – Stufe 36

Eine gefühlte Ewigkeit später standen sie vor einer breiten Steintreppe. Oben wartete eine geisterhafte Gestalt auf sie, wahrscheinlich bereits seit Jahrzehnte. Der Geist schien friedlich zu sein. Er trug eine eigentümliche Rüstung und seine ganze Erscheinung wirkte immer noch Respekt einflößend. Dies war Mishaxhi, der Akaviri-Kommandant der Festung. Skooma war sich vollkommen sicher.

„Was gibt es Neues aus Akavir?“, fragte der Geist. Die Frage kam so überraschend, dass Skooma nichts passendes einfiel. Sollte er das Amulett erwähnen? Lieber nicht. Er hatte einmal gehört, dass in Akavir Affen lebten, die Schlangen in ihren Bergwerken nach Frostessenzen graben ließen. Behutsam begann er, sein Wissen an den Geist zu bringen.

Er hätte es lieber lassen sollen. Möglicherweise waren seine Quellen nicht ganz authentisch. Dass der Geist ihm nicht vertraute, merkte es an dem sehr realistisch anmutenden Schwert, welches plötzlich auf ihn gerichtet war. Da half nur noch die Fluch nach vorn. Gleichzeitig stürzten sich Skooma, Alba und ein Düstergespenst auf den Geist. Es wurde ein langer, harter Kampf, den sie nur knapp gewannen. Als sich der Geist auflöste öffnete sich ein Gang in der Wand und gab den Weg frei zu einer kleinen Kammer. Und da lag er, der Drakonische Stein des Wahnsinns. Skooma steckte ihn  sofort ein.

Irgendwie fanden sie einen Weg zurück durch das Labyrinth der Gänge. Erleichtert atmeten sie die klare Winterluft. Skooma reparierte noch einmal ihre Rüstungen und Waffen, so gut er es vermochte. Dann befahl er seiner Sklavin, sich aus allen weiteren Kämpfen heraus zu halten. Er rechnete natürlich mit weiteren Gegnern auf dem Weg zurück. Nur wollte er diesmal lieber weglaufen als kämpfen. Alba, in ihrem Drang ihn in Schwierigkeiten zu bringen, würde ihm dabei eher hinderlich sein.

Der erste Oger ließ auch nicht lange auf sich warten. Skooma rief einen Daedroth, um die Bestie zu beschäftigen, und rannte mit Alba einfach weiter. Auf die gleiche Weise gingen sie mit mindestens fünf weiteren Ogern um, bis sie in die Dunkelheit des Schlangenpfades eintauchten.

Bereits am Mittag erreichten sie Bruma. Skooma genehmigte sich ein kurzes Schläfchen in der Kämpfergilde, besuchte seine Magier-Freunde, wo er Selena Orania einige gefüllte Seelensteine abkaufte. Dann ging’s zur Gräfin, um das Amulett gegen die Belohnung, der Ring des Vipernauges, einzutauschen. Wo er gerade dort war, erstand er gleich ein kleines Häuschen zum stolzen Preis von 10.000 Septim. Die Einrichtung lieferte Suurootan und der Verkauf einiger Fundsachen füllte seinen fast leeren Geldbeutel wieder etwas auf.

Den Abend verbrachten sie im neuen Heim. Skooma hatte zwei Flaschen Wein geöffnet, einen guten alten Tamika für sich und einen billigen für Alba. Der Standesunterschied musste schließlich gewahrt werden. Doch als der Alkohol seine Wirkung zu zeigen begann, erlaubte er ihr großmütig, heute Nacht im Bett zu schlafen.

113.Tag – Stufe 37

Wieder führte sie ihr Weg nach Osten. Skooma wollte vor der Sache mit Baurus erst einmal wieder nach Cheydinhal. Ocheeva hätte ja vergessen können, dass Skooma noch seine Belohnung bekam. Doch ganz so eilig hatte er es auch nicht. Um seine Finanzen wieder aufzubessern, das Haus war doch ziemlich teuer gewesen, musste er sich nach Fundsachen umsehen. Sicher, er hätte das auch in Bruma gekonnt, doch Einbruch mit Alba am Hals, das konnte nicht gut gehen. Und auf ein neues Kopfgeld konnte Skooma verzichten.

Die erste Möglichkeit, etwas zu finden, ließ nicht lange auf sich warten. Eine Mine im Osten Brumas versprach Erfolg. Die beiden Goblins davor versprachen Ärger, doch so schlimm würde es schon nicht werden. Wie immer in letzter Zeit ließ er Alba den Vortritt. Skooma selbst zog sich auf einen der zahlreichen Felsen zurück und machte Schießübungen. Er traf erfreulich oft. Seine guten Ebenerz- und Daedrapfeile fanden fast alle ihr Ziel. Trotzdem waren die Biester ausgesprochen zäh. Alba und er brauchten den ganzen Tag, um sich bis zur letzten Kammer der Höhle durch zu arbeiten. Leider war die Ausbeute lange nicht so hoch wie erhofft, doch immerhin erbeuteten sie einige Brocken Silbererz, zahlreiche Dietriche und mehr als eintausend Pfeile. Skooma nahm sich vor, von nun an mehr zu schießen als das Schwert zu benutzen. Es war ja so auch sicherer.

114.Tag – Stufe 37

Bei Sonnenaufgang erreichten sie Namiras Schrein. Skooma versuchte erneut, mit der Statue zu reden, doch er wurde wieder abgewiesen. „Ihr seid nicht hässlich genug, um von Namira erhört zu werden!“ Natürlich war er nicht hässlich genug, aber er hatte doch diese Waldelfe dabei. Zählte das denn gar nicht?

Stumm wanderten sie weiter. Alba hatte aus ihm unverständlichen Gründen beschlossen, nicht mehr mit Skooma zu reden. Er hätte ihr ein Gespräch aufzwingen können, doch das machte selbst ihm keinen Spaß. So kamen sie bei der Rotrubin-Höhle an, wo sie ihre Frühstückspause einlegten. Es gab heute Rindfleisch, genauer gesagt, frisch erlegten Minotaurus. Alba schien immer noch bockig zu sein, denn sie wollte das Fleisch nicht einmal kosten. Diese Bosmer würde er wohl nie verstehen ...

Das Innere der Höhle war von allen möglichen Bestien bevölkert. Skooma gefiel die Abwechslung, waren sie doch viel einfacher zu besiegen als diese zähen Goblins. Es gab auch diverse Kisten mit Goldstücken, Tränken und seltenen Artefakten. Leider schmolz sein Vorrat an Dietrichen rasch dahin.

Wieder vor der Höhle starrte Skooma minutenlang auf die Überreste ihres Frühstücks und überlegte. Sie waren auf dem Weg nach Cheydinhal. Doch was, um aller Daedra Willen, sollte er dort ohne das Herz dieses Argoniers aus dem Süden. Ocheeva würde alles andere als erfreut sein. Also wieder umdrehen, es ging nach Westen, zu Sanguines Schrein.

Etwas später überquerten sie die Silberstraße etwa beim Abzweig nach Chorrol und standen wieder vor einer Höhle. Geöffnete Särge waren dekorativ davor angeordnet. Ein Witzbold hatte den Namen „Fliegenpilz-Senke“ auf ein Brett in der Nähe gemalt. Drinnen wohnten Liche, Gespenster und ähnliches Geisterzeug, jedenfalls alles, was viel Ärger machte und nichts einbrachte. Skooma hasste sich dafür, diese Höhle betreten zu haben, doch nachdem er durch ein Loch im Boden gefallen war, blieb ihm nichts weiter übrig, als sich den Rückweg freizukämpfen.

115.Tag – Stufe 37

Es war empfindlich kalt geworden in den nördlichen Wäldern. Skooma hatte schlecht geschlafen und war entsprechend gelaunt. Ohne zu frühstücken waren sie inzwischen bis Moranda gekommen, wo er seine Wut an Ogern, Dreughs und Bären auslassen konnte. Die eigentliche Leidtragende der Aktion war natürlich Alba, die mehrmals halb tot geprügelt wurde, während ihr Herr aus sicherer Entfernung Schießübungen auf die Bestien machte. Skooma wiederum ärgerte, dass sie zeitweise mit bloßen Fäusten gegen die Viecher kämpfte, statt ihr Schwert zu gebrauchen. Dabei lockte sie manchen Oger bis zu ihm und zwang ihn so, selbst kämpfend einzugreifen. Als sie spät abends tief im Inneren der Ruine eine Pause machten waren, taten Skooma alle Knochen weh, doch er fühlte, dass er auch weitere Fortschritte in Illusion und Zerstörung gemacht hatte. Sogar der Umgang mit dem Schwert fiel ihm leichter als sonst. Der Arena-Großmeister konnte sich bei seinem nächsten Besuch warm anziehen. Zu guter letzt nannte Skooma jetzt zwei Varla- und mehrere Welkynd-Steine sein eigen.

116.Tag – Stufe 37

Alba hatte dauern herumgequengelt, dass sie schlafen müsse. Total verweichlicht, das Mädel, wenn man Skooma fragte. Er hatte schließlich nachgegeben und mit ihr in der Ruine übernachtet. Wohl war ihm nicht dabei. Doch die Nacht blieb ruhig.

Den größten Teil des Tages hielten sie sich noch in Moranda auf. Bis in die tiefsten Kellerräume drangen sie vor, wo giftige Gase das Atmen fast unmöglich machten. Doch Skoomas Einsatz wurde mit einer neuen Ayleiden-Statue belohnt.

Abends trafen sie dann im strömenden Regen in Chorrol ein. Ohne große Umstände warf sich Skooma ins erste freie Bett der Magiergilde, das er finden konnte und schlief augenblicklich ein.

117.Tag – Stufe 37

Eigentlich wollten sie gleich weiterreisen. Doch da es immer noch regnete, suchte Skooma zuerst einige Bekannte in der Stadt heim. Bei Athragar lernte er neue Lektionen in Veränderung und erwarb noch ein paar Zauber. Rasheda lobte seine Fortschritte in der Schmiedekunst und empfahl ihm für die weitere Ausbildung Gin-Wulm in der Kaiserstadt. Sie schien Recht zu haben, denn Skooma schaffte es inzwischen, selbst intakte Rüstungen und Waffen sogar noch zu verbessern.

Dann hatte der Regen nachgelassen, doch es war zu spät zum Aufbruch. Skooma beschloss, sich einmal im Schloss umzusehen, und der Gräfin seine Aufwartung zu machen. Er hatte auch wieder genug Geld dabei für ein Häuschen in Chorrol. Vielleicht hatte sie ja etwas passendes im Angebot.

Gräfin Valga war leider unpässlich. Sie hatte Ärger mit ihrem Personal. („Wer hatte das nicht“, dachte Skooma.) Ein Gemälde war ihr gestohlen worden, ein Erbstück ihres Mannes. Und sie führte gerade eine Untersuchung, um es wieder zu bekommen. Skooma hatte sowieso nichts besseres zu tun und versprach zu helfen.

Ein Schloss durchsuchen, und das noch im offiziellen Auftrag und mit echten Schlüsseln. Das war ganz nach Skoomas Geschmack. Er nahm sich gleich sein erstes Opfer vor. Warum stand ihm der Herold auch im Weg? Sein Pech. Laythe Wavrick plauderte auch munter drauf los, ohne dass Skooma nachhelfen musste. Er hatte beobachtet, dass Orgnolf Alkoholprobleme hatte. Sicher würde dieser Geld brauchen, um seine Sucht zu finanzieren.
Na ja, es war nicht viel. Skooma suchte weiter. In den Privaträumen des Schlosses stieß er gleich auf drei Verdächtige. Chanel, die Magierin, sagte, sie hätte im Schlosshof die Sterne beobachtet, dann etwas gegessen und sich schließlich schlafen gelegt.
Orgnolf, mit einer ordentlichen Standarte, hatte sich in der Großen Halle mit einem Lieferanten gestritten, natürlich wegen einem kleinen Unfall mit einer Weinlieferung. Bei dem Sauwetter gestern Abend hatte er eben schlechte Laune gehabt. Danach war er in sein Zimmer gegangen.
Auch Orok gro-Ghoth hatte es vorgezogen, wegen des Regens im Schloss zu bleiben. Er hatte niemanden gesehen, also auch kein Alibi. Dass er Orgnolf einmal beim Saufen erwischt hatte, lag schon einige Tage zurück und zählte wohl nicht mehr.
Viel schlauer war er nicht geworden. Als nächstes versuchte Skoma, die Wachen auszuquetschen, hatte aber keinen Erfolg. Alle waren entweder auf Streife oder im Bett gewesen und keiner von ihnen, abgesehen von Hauptmann Bittneld selbst, hatte einen Schlüssel zu den Privaträumen.
Blieb nur noch Bittneld. Skooma fand ihn in der Kaserne beim Ölen seiner Rüstung. Er fluchte über den Regen gestern Nacht. Seine schöne Rüstung begann schon zu rosten. Doch er hatte gestern nur Chanel im Westturm gesehen, wo sie einige Zeit an irgendwelchem magischen Kram rumbastelte. Mehr wusste er auch nicht.

Detektivarbeit war anstrengend und machte Hunger. Dies war die erste Erkenntnis, die Skooma nach  den Befragungen kam. Er winkte Alba, die natürlich nichts beigesteuert hatte, ihm zu folgen und suchte den Speisesaal auf, in der Hoffnung  etwas zu essen zu bekommen. Es stand jedoch nur Obst herum, worauf er wirklich keinen Appetit hatte. Und noch etwas fiel ihm auf. Irgend jemand hatte den Teppich mit Farbe vollgeferkelt. Er würde wohl mal mit der Gräfin über die Arbeitsmoral der Diener reden müssen. Wie das hier aussah! Also wirklich ...

Immer noch hungrig streifte Skooma durch die Vorratskammern. In irgendeiner Kiste fand er wenigstens Brot, obwohl ihm Kuchen lieber gewesen wäre. Einige Geldstücke wanderten ganz nebenbei in seine Taschen. Alba schaute ihn zwar merkwürdig an, sagte aber nichts. Es war auch besser so. Hinter einem Kistenstapel im Westturm fanden sie eine Staffelei mit einem unfertigen Bild. Die Farbe war noch so frisch, dass es sich Skooma nicht verkneifen konnte, das Bild mit seinem Pfotenabdruck zu signieren. So langsam kam ihm auch eine Idee, wer hinter dem Gemälderaub stecken könnte: alles deutete auf Chanel hin. Sie war im Speisesaal und im Westturm, hatte dort die Farbflecken hinterlassen und hier gemalt. Sternbeobachtungen bei dem Regen gestern Nacht waren einfach lächerlich. Ihm fehlte nur noch ein letzter Beweis, und den hoffte er in Chanels Zimmer zu finden.

Ungeniert betrat er Chanels Unterkunft und begann, alles durcheinander zu wühlen. „Kommt ihr mit der Suche gut voran?“ Chanel stand plötzlich in der Tür und sah ihn sauer an. Skooma schloss erst einmal die Tür hinter ihr. Dann hielt er ihr zwei Pinsel unter die Nase, die er gerade aus ihrem Schreibpult gefischt hatte. Niedergeschlagen gestand sie, dass sie es war, die das Gemälde einmal selbst gemalt und dann aus Eifersucht gestohlen hatte. Sie gab ihm die aufgerollte Leinwand in die Pfote, setzt sich auf ihr Bett und begann zu heulen ...

Somit war es wieder mal an Skooma, für Gerechtigkeit zu sorgen. Zielstrebig lief er zu Gräfin Valga, um ihr von seinem Erfolg zu berichten (und die Belohnung zu kassieren). Doch als er vor ihr stand, fragte er zuerst nach einem Häuschen, um angesehener Chorroler Bürger zu werden. „N-nein, es tut mir aufrichtig leid, doch für jemanden mit euren Ansprüchen habe ich momentan nichts Passendes anzubieten.“ Irgend etwas sagte Skooma, dass die Gräfin log. War er ihr etwa nicht gut genug? Eine Frechheit!

Doch auch Skooma hatte keine Skrupel, zu lügen. Wenn er schon kein Haus bekam, dann sollte die Gräfin auch weiter auf ihr Gemälde verzichten. Mit bespieltem Bedauern teilte er ihr mit, dass keiner ihrer Bediensteten für den Raub in Frage kam. Sie sollte lieber mal bei der Diebesgilde nachfragen.
Bei diesem Wort zuckte die Gräfin sichtbar zusammen, zahlte Skooma aber 150 Goldstücke für seine Bemühungen, bevor sie ihm den Schlüssel wieder abnahm.

Das Bild gab er Chanel zurück, die sie überschwänklich bedankte und ihm versprach, extra für ihn ein Bild zu malen. In drei Woche würde es fertig sein. Auf dem Rückweg durch die Halle ließ er noch einen Varlastein mitgehen. Dann verließ er zügig dis Stadt.

Sie schlugen sich nach Südosten durch die Wälder bis zur Ruine Wendir durch. Da es wieder zu regnen begonnen hatte, beschlossen sie, hier zu übernachten.


"Die Toten existieren um die Lebenden zu nähren." Eola
  07.10.2010, 10:45
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118.Tag – Stufe 37
Draußen regnete es noch immer. Außerdem war es empfindlich kalt geworden in den Bergwäldern des Nordens. Sie hatten Wendir betreten und standen nun auf einer Galerie über einem großen Raum. Die nächste Tür war verschlossen und da Skooma nicht mehr genügend Dietriche dabei hatte, kletterten sie an einer brüchigen Stelle hinab, um geradewegs zwei Skeletten in die knöchernen Arme zu laufen. Immer wieder musste man sich mit so etwas herumärgern. Sollten sie doch friedlich in einer Ecke vor sich hin stauben! Skooma verhalf ihnen zur ewigen Ruhe und sah sich um. Eingetrocknete Blutlachen auf dem Boden verhießen nichts gutes. Und wirklich, kaum hatte er den nächsten Schritt getan, da hob sich eine große Steinplatte aus dem Boden und knallte gegen die Decke. Der Krach musste die ganze Ruine aufgeweckt haben. Hatte er auch, denn kurz darauf kam ein Lich angeschwebt.  Daedrothfutter! Während Alba wie immer mit dem Schwert in der Hand losstürzte, verlegte sich Skooma aufs Beschwören. Das verminderte immerhin die Gefahr neuer Brandflecke im Fell. Der Lich machte regen Gebrauch von seinem Flammenstab, traf aber nicht.

Als der Kampf vorbei war, sammelten sie ein, was von den Waffen zu gebrauchen war. Skooma hatte noch einige Welkynd-Steine in ihren Halterungen hoch oben entdeckt. Er holte sie sich mittels Telekinese herunter. Wozu doch Magie alles gut sein konnte. Bevor sie weiter gingen nahm er Alba beiseite und schärfte ihr ein, sich zurückzuhalten und ihren Herrn kämpfen zu lassen. Alba schaute ihn ungläubig an. „Aber Herr, dann ...“

Skooma winkte ab. Woher sollte so eine Elfe auch wissen, dass selbst erbeutete Rüstungen wertvoll waren und man sie im Kampf nicht immer kaputt machen durfte. Schließlich konnte sie kaum mit Hammer und Zange umgehen und er hatte nicht genug Werkzeug, um immer alles zu reparieren. Da war es schon besser, er erledigte die groben Sachen diesmal allein. Damit sie keine dummheiten anstellen konnte, musste sie ihn aber trotzdem begleiten.

Eine Stunde später fanden sie den Eingang zur Gruft. Es roch muffig, nach Lich. Mit Lebenserkennung machte Skooma den Untoten hinter der nächsten Biegung aus ... und schickte seinen Clannfear los. Er selbst wartete. Nach der fünften Beschwörung wurde es ihm zu bunt. Vorsichtig lugte Skooma um die Ecke und sah sich das Elend an. Die dämliche Echse raste schnurstracks auf den Lich zu und fiel in eine Grube. Kurz darauf das selbe Spiel, wieder und wieder. Es war zum Fellausraufen. Seufzend zog er sein Schwert, beschwor einen Daedroth und erledigte den Rest in Handarbeit.

Noch mehr Welkynd-Steine und eine zweite merkwürdige Statue waren sein verdienter Lohn. Doch lange konnte er sich nicht daran erfreuen. Alba begann zu quengeln, dass sie müde sei und dringend schlafen müsse. Was hatte das Mädel denn die letzte Nacht getan?
Der Schlaf musste warten. Hier gab es ohnehin kein gemütliches Plätzchen. Nachdem sie Wendir verlassen hatten, marschierte Skooma ungerührt weiter bis zur Statue von Sanguine.

„Ein großartiger Erfolg, Sterblicher. Wie ich sehe, habt ihr euch den Feierlichkeiten angeschlossen ...“
Wie bitte? Woher wollte der Daedroth das denn wissen? Und was hieß überhaupt Feierlichkeiten? Skooma musste froh sein, dass er mit heilem Fell entkommen konnte. Doch Sanguine schien gut gelaunt zu sein. Er hatte sich so gut amüsiert (worüber genau wollte Skooma gar nicht wissen), dass er Skooma ein Geschenk machte. Die „Blutige Rose“, ein Stab, mit dem sich sicher was anfangen lies. Und dann bekam Skooma wirklich ein Problem. In einer Kiste fand er seine komplette alte Ausrüstung wieder. Wie sollte er das jetzt alles schleppen? Er lud Alba Sachen auf bis ihre Rüstung klapperte, so sehr zitterten ihr die Knie vor Anstrengung. Dann sprach er seinen stärksten Federzauber und nahm sich den Rest. Zwei Schwerter mussten sie trotzdem zurücklassen. Mehr ging nicht.

Dann brachen sie auf nach Süden. Gegen Abend hatten sie es geschafft. Mehr tot als lebendig vor Überanstrengung hatte er Alba mit Hilfe des Herrscherringes bis vor die Tür der Kämpfergilde in Skingrad geschleift. Müde fiel er ins nächste Bett. Seine Sklavin würde schon noch eine Nacht durchhalten und draußen den ganzen Krempel bewachen.

119.Tag – Stufe 37

Gut gelaunt trat Skooma vor die Tür. Er war ausgeschlafen und satt vom guten Frühstück. Kopfschüttelnd sah er Alba an, als er ihr einen Krug Wasser und ein halbes Brot in die zitternde Hand drückte. Sie sollte mal was gegen diese Augenringe tun. Er konnte sich ja sonst nicht mit ihr sehen lassen. Nun gut. Er brachte sie in der Magiergilde unter. Einen Tag würde sie schon auf ihn verzichten können.

Die gute alte Agnete, wieder einmal ein Opfer ihrer Migräne, kaufte Skooma alles ab, um ihn schnell wieder los zu werden. Danach machte er sich auf den Weg zum Schloss. Die Wachen umging Skooma gekonnt. Er wusste ja nicht, ob nicht schon wieder ein Kopfgeld auf ihn lauerte. Leise und ungesehen schlich er sich bis zum gräflichen Schlafzimmer hoch. Natürlich schlief der Graf schon, wie man es von Nachtwesen wie ihm erwarten durfte. Skooma weckte ihn kurzerhand auf und fragte nach den Informationen für die Gilde.

Sie waren schlecht. So viel verriet ihm Hassildor schon mal im Voraus. Doch genaueres würde er erst verraten, wenn Skooma ihm einen kleinen Gefallen getan hätte. Es ging ja nur um streunende Vampire in der nahen Blutkrusten-Höhle. Ein passender Name, fand er. ... Und da waren noch lästige Vampirjäger loszuwerden. Natürlich! Skooma war ja mächtig wie einer der Aedra! Er würde das mit links erledigen.

Grummelnd verwünschte er seinen Großmut, mit dem er Alba zurückgelassen hatte. Nun musste er sie entweder holen gehen oder allein mit der Vampirbrut fertig werden. Er entschied sich für das letztere. Es war zwar gefährlicher, aber er hatte keine Lust, sich vor den Magiern zu blamieren.

In der Höhle drehte er gleich voll auf. Er hatte ja seine komplette Chamäleonausrüstung zurück und war für die Blutsauger so gut wie unsichtbar. Einige bemerkten ihn trotzdem, wohl weil er zu laut war. Doch seine beschworenen Helfer korrigierten solche Kleinigkeiten sofort. Leider ließen sie sich nicht zum Schleppen der Beute überreden. Das musste er selbst tun. Zweimal war er gebissen worden, und wieder draußen sorgte er erst einmal für eine gründliche Heilung gegen alle Krankheiten, die ihm einfielen. Dann brachte er Agnete eine neue Ladung Rüstungen vorbei.

Bei Gunder, dem „Colovianischen Händler“ wie er seinen Laden nannte, lud er die Sachen ab, für die Agnetes Geld nicht gereicht hatte. Er erstand auch gleich neue Möbel für die Rosendornenhalle. Bei soviel Reichtum kam auch gleich Eyja an, wohl eine Bekannte des Händlers, und bot sich als Haushaltshilfe an. Da hatte sie aber Pech. Skooma hatte schon eine Sklavin, die sich ruhig mal nützlich machen konnte. Also wozu noch Geld ausgeben?

Zusammen mit Alba brachten sie die Möbel nach hause und richteten die Räume ein. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Sogar ein Hirschkopf fand seinen Platz über dem Bett. Er hätte ja lieber einen ausgestopften Argonier gehabt, doch so etwas war sehr schwer zu bekommen. Beim Einräumen fiel ihm eine uralte Schriftrolle in die Pfoten. Was war das? Der Hinweis auf ein Schatzversteck? Sofort ließen sie alles stehen und liegen und machten sich auf die Suche. Alba fand schließlich im Keller ein paar große Edelsteine in einer Sanduhr. Sie funkelten so schön, dass sich Skooma spontan zu einer Belohnung hinreißen ließ. Sie durfte die Sanduhr behalten.

Wieder auf der Straße begannen sie ihre Suche nach den Vampirjägern. Es dauerte nicht lange, bis sie auf den ersten trafen. Es war ein Rothwardone, der sich Shamar nannte. Doch er ließ nicht mit sich reden. Eridor hätte hier das Sagen. Na gut, suchten sie also weiter, bis sie Eridor im Süden der Stadt fanden. Er war natürlich ein Bosmer, klein und niederträchtig, was sonst. Mit einem genüsslichen Grinsen, das mehr an ein Zähnefletschen erinnerte, erklärte ihm Skooma, dass sie zu spät kamen. Ein echter Profi, nämlich er, hatte sich des Problems längst angenommen. Zum Beweis streute er Eridor etwas Vampirstaub auf den Scheitel. Dann drehte er sich fröhlich pfeifend um und ging weiter. Kurz darauf sah er, wie die Vampirjäger durch das Stadttor verschwanden. Erledigt!

Bevor er wieder den Grafen aufsuchte, betrat Skooma die Kapelle den Julianos. Bei den Krankheiten, die Vampire verbreiteten konnte man nicht vorsichtig genug sein. Ein zusätzlicher Segen der Neun war allemal besser als nichts.

Die Informationen des Grafen waren wirklich schlecht. Mannimarco war zurückgekehrt und hauste irgendwo im Norden der Provinz. Nicht dass Skooma etwas mit dem Namen Mannimarco anfangen könnte, oder dass er persönlich etwas gegen den Typ gehabt hätte. Skooma überkam nur das untrügliche Gefühl, dass er wieder derjenige sein würde, der sein Fell riskieren musste.

Die Nacht darauf verbrachten sie in der Rosendornenhalle.

120.Tag – Stufe 37

Anvil rief! Hier in Skingrad war alles erledigt. Heute früh wollten sie nach Westen aufbrechen. Zuerst hatte Skooma vor, Pferde zu kaufen. Doch Alba hatte wohl wieder mal einen schlechten Tag erwischt. Sie wollte partout nicht reiten. Also verzichtete auch er seufzend auf diese Bequemlichkeit. So wanderten sie die Straße entlang, „plauderten“ unterwegs mit Banditen, Bären und einem Minotaurus und erreichten gegen Mittag das Flüchtlingslager unterhalb von Kvatch. Was dann passierte war eher peinlich. Alba musste unterwegs von irgend einer Pflanze genascht haben. Sie hopste in Unterwäsche zwischen den Zelten umher und war nicht dazu zu bewegen, sich wieder vernünftig anzuziehen. Nur gut, dass niemand sehen konnte, wenn Khajiiti unter ihren Gesichtsfell erröteten.

Um den peinlichen Auftritt zu beenden, zog er seine Sklavin den Berg hinauf. Nicht einmal die Leichen der gefallenen Soldaten hatte man vor dem Tor weggeräumt. Schöne Zustände herrschten hier. In der Kapelle fanden sie Savlian Matius wieder. Er redete auf die Umstehenden ein und versuchte, sie zu einem Sturm auf das Schloss zu bewegen. Als Skooma ihm seinen Beistand versprach, war er zufrieden. Gleich morgen würde der Sturm beginnen.

121.Tag – Stufe 38

Draußen hätte es schon hell sein müssen. Doch die Rauchschwaden der vielen Feuer hüllten den Himmel fast vollständig ein. Rußflocken segelten herab, um den Boden mit einem schwarzen Leichentuch zu bedecken. Sie standen vor dem Nordtor der Kapelle und erwarteten den Angriff ihrer Gegner. Da kamen sie auch schon. Zwei riesige schuppige Daedra rannten knurrend heran. Eine Spinne, groß wie ein Pferd, begann Blitze zu schleudern. Skoomas Gestalt verblasste und verschwand dann völlig. Dafür tauchte sein Clannfear auf. Skooma liebte diese Geschöpfe. Sie waren äußerst schnell und wendig, griffen kompromißlos alles an und waren zu dämlich, um Angst zu kennen.
Ein Wächter nach dem anderen fiel im Kampf. Xivilai griffen ein, auf beiden Seiten, da Skooma inzwischen auch diese Beschwörung beherrschte. Doch sie kostete noch immer viel Mana. Um ein Haar hätte er seinen Tarnzauber vernachlässigt und vielleicht selbst etwas abbekommen. ... Am Ende standen er, Alba und Savlian vor dem verschlossenen Tor. Zu allen Überfluss wurden sie noch von den Wehrgängen aus beschossen. Sollte wieder mal alles umsonst gewesen sein? Savlian hatte die rettende Idee. Es gab einen zweiten Zugang durch den Nordturm. Sie mussten nur dort hin gelangen. Doch eine der Wachen, die zum Schutz in der Kapelle geblieben waren hatte einen Schlüssel. Sofort rannten sie zurück.

Es stimmte. Berich Inian, ein alter Kämpfer hatte den Schlüssel. Und er ließ sich nicht davon abbringen, seinen Hauptmann zu begleiten. Auch ein Trupp Legionäre war gerade eingetroffen und schloss sich der Gruppe an. Gemeinsam betraten sie die Gruft der Kapelle. Und als ob es Skooma geahnt hätte, war die Gruft bewohnt. Nicht von putzigen Geistern oder Gespenstern, sondern ausgewachsene Daedra trieben auch hier ihr Unwesen. Wieder gab es einen harten Kampf, in dem Berich den Tod fand. Und wieder stand Skooma mit Alba allein zwischen den toten Verbündeten und Gegnern. Um sie nicht auch noch zu verlieren, denn inzwischen hatte er sich an ihre Gegenwart gewöhnt, schickte er Albe zurück in die Kapelle. Er würde sich einfach zum Nordturm durchschleichen und sie rufen, wenn der Weg frei war.

Gesagt, getan. Trotz Unsichtbarkeit jede Deckung nutzend und vor allem ohne Stiefel an den Hinterpfoten, schlich sich Skooma vorbei an dutzenden Xivilai, Spinnen und grimmigen Dremona mit Gesichtstätowierung. Er fand den Turm und den Einstieg zu einem langen qualmerfüllten Gang. Selbst hier unten loderten Feuer. Schließlich fand er sich in einen schmalen Raum zwischen den Burgtoren wieder. Savlian und auch Alba warteten bereits hinter dem einen Gitter, eine Horde mordlüsterner Bestien hinter dem anderen. Schnell postierte er noch selbst einen Daedroth vor dem Eingang, dann drehte er das große Rad. Die Tore öffneten sich.

Es wurde das größte Gemetzel, an dem Skooma bisher teilgenommen hatte. Xivilai, Atronachen, Alba, Savlian ... alle hieben, schossen und zauberten um sich, und es war schon ein Wunder, dass niemand von den „Guten“ ernsthaft verletzt wurde. In dem ganzen Trubel probierte Skooma auch gleich die Blutige Rose Sanguines aus. Das Resultat war zwar ganz lustig, erinnerte ihn aber zu stark an sein Erlebnis mit Wabbajack. Er ließ es dann lieber sein.

Als auf dem Burghof Ruhe eingekehrt war, machten sie in der Großen Halle gleich weiter. Hier gab's zur Abwechslung mal Flammen-Atronachen und wieder die großen Schuppenechsen. So langsam verlor Skooma die Lust, sich mit diesem ganzen Gewürm herumzuschlagen. Und als er dann noch den Grafen tot in seinem Zimmer fand, hatte er endgültig die Nase voll. Er übergab Savlian den Siegelring seines Herrn, bekam in Gegenzug dessen Brustharnisch, befahl Alba, ihm zu folgen und verließ Kvatch spät abends.

In einem Zelt des Flüchtlingslagers fanden sie einen halbwegs bequemen Schlafplatz.

122.Tag – Stufe 38

Bereits am frühen Vormittag wanderten sie weiter nach Westen. Südlich der Gottshaw-Herberge sahen sie ein Oblivion-Tor in hellem Feuer lodern. Doch heute war Skooma nicht nach Heldentaten. Er ging einfach weiter. Ohnehin waren sie schwer genug beladen mit ihrer Beute aus Kvatch. Und Skooma wollte nicht riskieren, sich während seines Aufenthalts in Oblivion bestehlen zu lassen.
Etwas später verließen sie aus dem gleichen Grund die Straße und wandten sich direkt nach Südwesten. Auf lästige Wegelagerer würden sie hier wohl nicht stoßen und außerdem schnitten sie so einen großen Bogen ab.

Am Fuße des Abhanges trafen sie auf eine Farm in Sichtweite der Stadt. Eine füllige Bäuerin arbeitete in ihrem Garten. Mißtrauisch starrte sie den Ankömmlingen entgegen. Ein Khajiit und eine Waldelfe in trauter Zweisamkeit? Das konnte nicht mit rechten Dingen zugehen. Doch ein gewinnendes Lächeln Skoomas beruhigte sie etwas. Ein paar Goldstücke für ein Frühstück taten ihr übriges und so kamen sie ins Gespräch. Maeva ließ sich kräftig über „felllose“ Männer aus (eine Einschränkung, die sie Skooma gegenüber besonders betonte). Sie wären doch zu nichts nütze außer zum Saufen. Allen voran natürlich ihr eigener Ehemann, Bjalfi „der Verachtenswerte“, ein Nichtsnutz und Betrüger, der mit ihrem Familienerbstück durchgebrannt war und nun mit einer Horde Strauchdiebe die Festung Strand unsicher machte.
Wenn sie doch bloß ihren guten alten Streitkolber „Felsenschmetterer“ zurück bekommen könnte. Erwartungsvoll schaute sie Skooma an.
„Äh, ja natürlich.“ Wenn sie erst einmal alles in Anvil erledigt hatten, würde dafür bestimmt Zeit sein. Also verabschiedeten sie sich.

In der Stadt suchte Skooma zuerst den Händler Morvayn auf. Das gierige Blitzen in den Augen, als er ihm den Ladentisch vollpackte, kannte er schon. Und es verriet ihm, dass er seine Forderungen heute ruhig etwas höher ansetzen konnte. So klimperte bald wieder genug Gold in seinem Beutel.

In „Des Grafen Waffen“ wartete Benirus bereits seit Tagen auf ihn. Er hatte natürlich nichts allein unternommen. Schade eigentlich, denn Skooma hatte insgeheim gehofft, sein Haus schon geisterfrei vorzufinden. Dann eben nicht. Zusammen gingen sie zur Villa. Die Geister warteten bereits auf sie. Doch Skooma hielt sich nicht mit ihnen auf. Während Alba, unterstützt von seinem Daedroth, die Geister in Schach hielt, begleitete er Velwyn Benirus in den Keller und hielt ihm den Rücken frei, um das Siegel zu brechen. Es funktionierte. Doch dann zog es dieser feige Mensch vor, zu verschwinden. Skooma stand allein im Keller.

Wenige Augenblicke gesellte sich auch Alba wieder zu ihm. Sie hatte drei oder vier Geister besiegt (wenn man einer Bosmer glauben durfte), doch dann war der Rest plötzlich verschwunden ...

Nacheinander traten sie durch den offenen Durchgang. Staub und Spinnweben waren zuerst alles, was sie sahen, bis Skoomas Blick an einem dicken Buch hängen blieb. Der Wälzer des Unlebens. Klang interessant. „Ich stecke das mal ein, falls einer von uns Lust verspürt, zum Lich zu werden.“ Skooma grinste Alba an, doch sie schien den Witz nicht verstanden zu haben. Auch gut.

Vor ihnen, mitten im Raum, lag ein Skelett rücklings auf einem steinernen Altar. Skooma tippte es an, um zu sehen, ob da vielleicht noch etwas Schmuck zu holen war. Doch dann ... erklang eine gruselige tiefe Stimme in der Gruft. Lorgren Benirus bat ihn, ihm seine Hand wieder zu geben, um endlich Ruhe finden zu können. Nachdem sich Skooma von seinem ersten Schreck erholt hatte, man unterhielt sich ja nicht oft mit Skeletten, kramte er die vergilbten Knochen aus seiner Tasche. Nur gut, dass er damals vergessen hatte, sie wegzuwerfen. Doch wie sollte er sie nun an das Skelett dran bekommen? Es ging leichter, als er dachte. Sobald die Hand in die Nähe des Armes kam, sprang sie ihm förmlich aus den Pfoten und vereinigte sich mit dem Rest des Körpers.

„***!“ (zensiert)

Skooma bekam den ersten Feuerball des Lichs mitten auf die empfindliche Nase und war erst einmal außer Gefecht gesetzt. So eine tückische Gemeinheit! Doch wenigstens griff Alba sofort ein und hielt ihm weitere beschworene Skelette vom Hals. Er selbst war hinter eine Säule gefallen und damit für den Lich vorerst außer Reichweite. Als der nächste Feuerball an seiner Säule vorbeizischte und ihm das Ohr versengte, reichte es Skooma. Er schickte einen kräftigen blauer Xivilai ins Rennen und hetzte seinem Gegner später seine Clannfears auf den Hals. Dann schwang er selbst das Schwert. Mit jedem Hieb rächte er jedes einzelne angekokelte Haar seines Fells. Er hieb noch immer um sich, als der Lich längst am Boden lag. Schließlich musste ihm Alba eins auf den Helm geben, um Skooma ruhig zu stellen. Später grübelte er oft darüber nach, ob sie daran Spaß gehabt hatte oder nicht.

Mit dem endgültigen Tod Lorgrens hatte sich auch das Haus verändert. Alles war sauber und aufgeräumt. Sie würden es sich heute noch recht gemütlich machen, doch erst musste er noch ein paar Sachen klären. Vor der Haustür überlegte er es sich anders und schickte Alba wieder hinein. Es gab Sachen, die klärte er lieber allein.

... Dazu gehörte zum Beispiel Weglaufen. Wie vermutet schnappte er Velwyn in „Des Grafen Waffen“. Doch leider machte auch die Stadtwache hier Mittagspause und der feige Mensch kam um seine Abreibung herum. Auf der Straße traf er Rusia Bradus, die Athletik-Trainerin. Sie wollte nur etwas Gesellschaft und verriet ihm kostenlos einige neue Tricks. Na gut, ganz so kostenlos auch nicht, denn die Rechnung für etwas Gesellschaft in der Kneipe fiel recht hoch aus.

Als das auch erledigt war, stand das Schloss auf dem Programm. Skooma suchte die Gräfin auf, um ihr die gefälschte Liste zu überreichen. Doch die Zeit für eine Audienz war heute vorbei. Bis auf die Wachen war der Thronsaal leer. Also setzte sich Skooma hin und wartete. Natürlich setzte er sich nicht auf eine der Bänke, so ein Thron war doch viel bequemer. Der Thron war sogar so bequem, dass Skooma darauf einschlief ...

123.Tag – Stufe 38

„Euer Majestät, Euer Majestät ...“ Der Majordomus warf sich auf die Knie und schlitterte die letzten Meter auf ihn zu. Er wirkte völlig aufgelöst vor Freude, dass er der erste war, der seinem König die frohe Botschaft überbringen durfte. „Euer Majestät, Martin hat kapituliert! Der Weißgoldturm ist jetzt in Eurer Pfote!“ „Gut, gut. Hebe er sich hinweg.“ Zufrieden schnurrend räkelte sich Skooma der Große auf seinem Thron, der dick mit den abgeschorenen Haaren besiegter Bosmer gepolstert war. „Möge er sich seinen Belohnungszucker geben lassen.“ Es war so schön zu herrschen. Endlich konnte er den ganzen Tag machen, wozu er Lust hatte, gleich nach der Morgenaudienz ... und dem Kriegsrat ... und den Gerichtsverfahren ... und dem Mittagessen mit den Gesandten ... und der Einweihung des neuen Tempels ... und ... und ... und ...

Schweißgebadet wachte Skooma auf. Nein! Das musste er sich noch mal gründlich überlegen.
Wenn der Traum ihn nicht betrogen hatte, dann war ja Herrschen viel anstrengender als sein Leben als Abenteurer, wo er sich nur um eine aufmüpfige Sklavin zu kümmern hatte.
Er sah sich um und bemerkte erschrocken, dass er noch immer auf dem Thron der Gräfin saß. Stimmen über ihm wurden lauter. Eine Frau kam die Treppe herab. Und dann das erwartungsvolle Grinsen der Wachen am Eingang. Schnell rutschte er von seinem Sitz und huschte zu einer der Bänke gegenüber. Ein Landstreicher, der ihm merkwürdig bekannt vorkam, blickte ihn finster an.

Es war keinen Augenblick zu früh. Dairihill, die Bosmer-Majordomina des Schlosses kam die Treppe herunter. Skooma grinste sie unverschämt an, was bewirkte, dass sich ihre Mundwinkel nach unten verzogen. Doch für kleine Sticheleien blieb keine Zeit. Schon näherte sich die Gräfin vom Speisesaal her. Bevor noch jemand etwas sagen konnte, sprang Skooma auf und trat auf sie zu. Mit einer galanten Verbeugung überreichte er ihr den Brief, den er „sofort und ohne Umwege“ direkt aus der Kaiserstadt hierher getragen hatte. Ein ärgerliches Schnaufen im Hintergrund teilte ihm mit, dass Dairihill noch da war.

Auch die Gräfin nahm den Umstand, dass ihre Angestellte übergangen wurde, nicht so tragisch. Erfreut entnahm sie dem Brief, dass Hieronymus Lex der beste Kandidat für den Posten als Wachhauptmann wäre. Sie trug sogleich den Namen auf der vorbereiteten Befehlsrolle ein und überreichte diese Skooma, mit der Bemerkung, dass er sich von Dairihill eine Belohnung geben lassen solle. Bebend vor Wut zählte sie mickrige 20 Septim in Skoomas Pfote. Doch allein dieser Anblick war ihm Lohn genug. (S'Krivva würde sicher noch etwas dazulegen.)

Nachdem er alba wieder abgeholt hatte, gingen sie zu den Gildenhäusern. Bei den Magiern war nichts los, doch Azzan von der Kämpfergilde hatte einen neuen Auftrag. Wieder einmal machten Banditen die Gegend um Anvil unsicher. Es sollten Bosmer sein, mehr wusste er selbst nicht. Warum Azzan ihm ausgerechnet den Bosmer Maglir als Begleitung zuteilte, konnte Skooma nicht ganz nachvollziehen. Doch ein Kämpfer mehr schadtete nicht, vor allem bei dem, was er zuerst vorhatte – ein kleiner Besuch in der Festung Strand.

Auf dem Weg durch die Stadt bekamen sie heraus, dass sich die Diebe wohl in die Hrota-Höhle zurückgezogen hatten. Neuheim der Rundliche, ein angesehener (und kaum zu übersehender) Bürger der Stadt trug ihnen noch auf, seinen Trinkbecher, ein altes Familienerbstück zu suchen. Irgendwie hatten hier wohl alle Probleme mit Erbstücken.

Den Nachmittag verbrachten sie dann kämpfend und „aufräumend“ in der Festung. Diese Banditen um Bjalfi waren allesamt ausgezeichnete Kämpfer in schweren Rüstungen. Spät abends hatten sie es dann geschafft. Alba hatte sich neu eingekleidet in eine daedrische Rüstung, die Skooma natürlich vorher reparieren musste. Wengistens hatte sie sich auch nützlich gemacht und aus den gefundenen Vorräten ein brauchbares Abendessen gezaubert. So schlecht war es gar nicht, eine Frau dabei zu haben.

Nachdem er Maglir zur Wache eingeteilt hatte, legten sie sich hin und schliefen zufrieden ein.

124.Tag – Stufe 38

Schon früh am Morgen standen sie vor Morvayns Ladentür. Skooma hatte fleißig alles noch einmal repariert und verbessert, um einen möglichst hohen Preis zu erzielen. Außerdem brauchte er einen neuen Satz Reparaturhämmer. Er verkaufte alles, was sie nicht mitschleppen wollten und dann zogen sie los, auf Bosmer-Jagd zur Hrota-Höhle.

Unterwegs kamen Skooma leichte Bedenken. Bosmer jagen in der Begleitung von zwei Bosmern? Konnte das gut gehen? Egal. Bevor er eine entscheidung treffen konnte, war es schon zu spät. Sie standen bereits am Eingang der Höhle. Seine Bedenken erwiesen sich als unbegründet, denn sowohl Alba als auch Maglir leisteten ordentliche Arbeit, soweit er es aus seiner Position immer einschätzen konnte, denn sie waren ihm oft weit voraus in den Gängen.

Die Höhle war entbosmert, die Tasse Neuheims gefunden und alle gingen zurück zur Stadt. Skooma hatte sich und seine Sklavin ordentlich geheilt, wie es sich gehörte. Maglir war da wohl etwas schlampiger. Ein Pfeil durch den Oberarm und drei Pfeile unterhalb der Gürtellinie taten sicher ziemlich weh. Doch er musste selbst wissen, was er tat. Unterwegs überzeugten sie noch einen Oger davon, dass er sich die falsche Reisegruppe ausgesucht hatte. Dann standen sie, wie schon so oft, in Morvayns Laden.

Neuheim der Rundliche grinste über sein ganzes speckiges Gesicht, als er seinen Becher wieder in den Händen hielt. Drei Flaschen Selbstgebrannter waren der, seiner Meinung nach, fürstliche Lohn dafür. Na besser als nichts. Der nächste Weg führte zu Azzan. Skooma wollte Maglir so schnell wie möglich wieder los werden. Und obwohl es schon sehr spät war, ließ er sich nicht davon abhalten, den Chef der Kämpfergilde aus dem Bett zu holen. Skooma fragte auch gleich nach neuen Aufträgen, wurde jedoch an Burz in Cheydinhal verwiesen. Von den 600 Septim Belohnung gab er dem draußen wartenden Maglir ordnungsgemäß die Hälfte ab, also 50. Mit einem selbstzufriedenen Gefühl im Bauch legte er sich schlafen.

125.Tag – Stufe 38

Und wieder mal stand ein Reisetag auf dem Programm. Skoomas Ziele waren Bravil und danach Cheydinhal. Zuerst wollte er von S'Krivva die Belohnung holen, dann zu Ocheeva in die Zuflucht. Das Argonierherz in seinem Gepäck fing langsam an zu stinken.

Und wieder mal begann der Tag mit einer kleinen Gaunerei. Nein, Skooma brach nicht bei den Pferdeflüsterer-Ställen ein, er zauberte das Schloss einfach auf. Wenn man sich dabei nicht direkt erwischen ließ, war es nur halb so illegal wire Einbruch. Es nahm ihm dann auch niemand übel. Bei Clesa legte er ordnungsgemäß 4000 Goldstücke auf den Tisch und bekam dafür das beste weiße Pferd, das sie im Angebot hatte. Liebevoll gab er dem Tier auch gleich einen passenden Namen: Mondzucker.

Alba hatte wie immer keine Lust zu reiten. Sie rannte lieber hinter ihm her. Sollte sie, so lange sie dann nicht zu schlapp zum Kämpfen war, wenn es darauf ankam, war ihn ihre Laune egal.
Bereits am späten Vormittag erreichten sie so die Gottshaw-Herberge. Hier ließ er Mondzucker zurück, um sich das Obliviontor einmal aus der Nähe anzusehen. Nachdem er in der Umgebung nichts verdächtiges bemerkt hatte, traten sie hindurch.

Eine Landschaft empfing sie, die vor allem aus Lava zu bestehen schien, brodelnd als riesiges Meer bis zum Horizont und erkaltet als unwirtliche Wüstengegend. Es war ein Bild, an das sich Skooma noch sehr gut von seinem ersten Abenteuer in Kvatch erinnern konnte. Auch der erste Angriff von Dremona-Kriegern ließ wie erwartet nicht lange auf sich warten. Doch sie kamen einzeln und stürzten sich zuerst auf seine beschworenen Kreaturen, und auf Alba, wenn sie wieder mal zu ungestüm vorrannte. Skooma konnte meist in aller Ruhe Zielübungen mit seinem Bogen machen.

Sie hielten sich immer links und kamen schon sehr bald an ein weiteres brennendes Tor. 'Mal sehen, was dahinter liegt', dachte sich Skooma, trat hindurch und stand im Wald. Ein stinkender Daedroth-Wächter war schnell erlegt. Die Gegend hier kam ihm auch etwas bekannt vor. Und richtig, nur etwas weiter südlich zeichneten sich die Umrisse von Meridias Schrein ab. Eine prima Abkürzung. Vielleicht fand er ja noch eine, die ihn weiter nach Westen führte.

Zurück in Oblivion begann er sofort mit der Suche nach weiteren Toren. Doch außer diesen beiden schien es keine zu geben. Nur jede Menge weitere Dremona, Atronachen, Xivilai und Spinnen. Langsam wurden sie müde. Auch das Gewicht der ganzen erbeuteten Rüstungen und Waffen, von denen natürlich Alba den Großteil schleppte, machte sich bemerkbar. Das Eingangstor zu einem hoch aufragenden Turm tat sich vor ihnen auf. Skooma schärfte Alba noch einmal ein, dicht hinter ihm zu bleiben und sich nicht in Kämpfe verwickeln zu lassen. Gleich würden sie es allein mit Schnelligkeit versuchen. Mit gemischten Gefühlen öffnete er die Tür.

Wie von Dremona gehetzt, was ja eigentlich stimmte, rannten sie beide durch gewundene Flure und mit bösen Kreaturen bevölkerte Räume. Immer wieder blieb Alba zurück. Immer wieder schickte Skooma seine Clannfears ins Rennen, um für etwas Rückendeckung zu sorgen. Einige Schläge und Stromstöße bekam er ab, doch es war auszuhalten. Seine Rüstung würde er vermutlich später wegwerfen können, doch er hatte genug neue in Albas Gepäck, auch wenn es schwere daedrische Teile waren. Durch eine wahre Hölle aus Feuerbällen erreichten sie schließlich das Sigillum Sanguis, den am höchsten gelegenen Raum des Turmes. Und noch einmal bekamen sie es mit Dremona zu tun, drei Fürsten, schwer gepanzert und bewaffnet arbeiteten zusammen gegen sie beide. Während Alba verzweifelt versuchte, die Hiebe abzuwehren, steckte sich Skooma den ring der Khajiit an die Kralle, sprach seinen stärksten Chamäleonzauber und griff sich den Siegelstein. Alles brach zusammen. Grelles Licht blendete ihn und der ohrenbetäubende Lärm erstickte jedes andere Geräusch.

Als Skooma wieder sehen konnte, stand er im Wald, an genau der Stelle, wo er diese Welt zuletzt betreten hatte. Und er war allein. Alba hatte es nicht geschafft. Oder doch? Voller Sorge, über die er sich selbst wunderte, kramte er den Herrscherring hervor und steckte ihn an. Nichts. Wieder und wieder probierte er den Ring und endlich, nachdem er fast aufgegeben hatte, erschien Alba wie aus dem Nichts neben ihm. Doch sie war nackt und ohne Erinnerung an ihre gemeinsamen Taten. Und die ganze schöne erbeutete Ausrüstung blieb verschwunden. NEEEIIIN!!!

126.Tag – Stufe 38

Etwas westlich der Stelle, an der sie gestrandet waren, hatten sie ein Lager gefunden. Der Bandit, der dort wohnte, erklärte sich nach ein paar gezielten Schlägen Skoomas bereit, Alba seine Rüstung zu überlassen. Er hatte auch keine Verwendung mehr dafür. Es wurde auch höchste Zeit zum Umziehen, denn ein riesiger Höhlenbär hatte ebenfalls vor, hier zu übernachten.

Nach einer kurzen Ruhepause, um die Anstrengungen des gestrigen Tages zu verarbeiten, wanderten sie weiter westwärts. Mondzucker wartete immer noch bei der Herberge, und Skooma wollte sein Pferd nicht gleich wieder einbüßen. Ihr Weg brachte sie an der Festungsruine Linchal vorbei. Da sie ja nun kaum Gepäck mit sich führten, ergab sich hier die Gelegenheit, wieder einige Sachen zu erbeuten. Auch Alba schien langsam wieder zu sich selbst zu finden, denn wie früher metzelte sie die hier wohnenden Totenbeschwörer nieder, das es eine wahre Freude war. Sehr viele Waffen und noch mehr Tränke waren ihr gemeinsamer Lohn. Doch leider gingen die Reparaturhämmer langsam zur Neige. Es wurde Zeit, eine Stadt aufzusuchen.

Kvatch umgingen sie im Norden, wobei sich Skooma viel Mühe gab, dem dort stehenden Obliviontor nicht zu nahe zu kommen. Bei Einbruch der Dunkelheit kamen sie endlich in der Gottshaw-Herberge an. Alles war in Ordnung. Mondzucker graste friedlich, der Himmel war klar und die ersten Sterne begannen zu funkeln. Nur im Süden stiegen Rauchwolken auf. Das Tor musste also noch da sein.

Diesmal beging Skooma nicht den Fehler, Alba mitzuschleppen. Sattt dessen ließ er sie in der Herberge zurück und übergab ihr alles, was er nicht mitschleppen wollte. Komplett unsichtbar betrat er von neuem die feindliche Welt. Sie hatte sich völlig verändert. Dieses Mal erwartete ihn ein Labyrinth aus immer tiefer führenden Höhlen. Einigen Dremona nahm er Waffen und Rüstungen ab, ohne dass sie mitbekamen, aus welcher Richtung sie angegriffen wurden. Unsichtbarkeit hatte zweifellos viele Vorteile. In letzter Zeit hatte er das ganz schön vernachlässigt. Doch andererseits, ein bischen Gegenwehr war auch nicht schlecht, so lange Skooma der Gewinner blieb ...

Vorbei an zwei jetzt heimatlosen Spinnen-Daedra und mit einem zweiten Siegelstein im Gepäck spazierte Skooma zurück zur Herberge. Dieses Mal mietete er sogar ein Zimmer für zwei Personen. Irgendwie hatte er das Gefühl, Alba etwas schuldig zu sein. Wenn das mal nich überhand nahm ...


"Die Toten existieren um die Lebenden zu nähren." Eola
  24.10.2010, 15:57
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127.Tag – Stufe 38

Der letzte Tag des Jahres 433 der dritten Ära begann mit Bodennebel. Eigentlich passte solches Wetter nicht in die Gegend um Kvatch, doch Skooma ließ sich die Laune davon nicht verderben. Er saß hoch genug auf seinem Pferd, um die Nebelschwaden zu überblicken. Alba tappte immer hinter ihm her. Sie sprachen kaum miteinander. Worüber auch? Alba hatte noch immer nicht ihr Oblivion-Trauma überwunden und er war in Gedanken längst in Skingrad, dem ziel der heutigen Reise. Das Wetter hatte sogar etwas gutes an sich. Weit und breit trieb sich kein Wegelagerer herum.

So erreichten sie zügig Skingrad. Skooma suchte auch gleich seine Geschäftspartner auf, um letzte Einkäufe für die Weiterreise zu tätigen. Agnete zum Beispiel kaufte alles. Wirklich alles! Sie erwarb, ohne mit der Wimper zu zucken (und ohne Fragen zu stellen!), sogar die drei kleinen Skooma-Fläschchen, die er mal irgendwo mitgehen lassen hatte.
Vigge von der Magiergilde lud dann ihre magischen Waffen frisch auf. Und von Sulinus und Adrienne lernte er noch alle Zauber, die sie wussten. Das kostete ihn zwar einiges und vieles war noch zu schwer zu beherrschen, als dass er es in der Praxis riskieren könnte. Jedoch wer wusste schon, wann er das nächste mal hier vorbei kommen würde.
Zum Schluss braute Skooma noch einen ordentlichen Vorrat an Heiltränken und solchen zur Wiederherstellung von Mana. Als er damit fertig war, läutete gerade die Glocke zum Mittagessen.

Noch eine kurze Pause, dann ging es weiter. Sie umrundeten die Stadt an den steilen Abhängen im Süden und ritten dann den Weg nach Silorn weiter. Den kleinen See am Fuße der Ruinen nutzte Skooma für ein erfrischendes Bad. Alba wollte nicht, oder sie zierte sich, oder beides. Was gab es an so einem felllosen Wesen schon groß zu sehen? Kurzerhand schubste er sie mitsamt Rüstung ins Wasser. Es war herrlich, mit anzusehen, wie sie pitschnass und fluchend ans Ufer kroch. Wäre sie gleich mit Baden gegangen, dann hätte sie jetzt etwas trockenes anzuziehen.
Kurz darauf begann es in Strömen zu regnen. Was hatte Skooma den Göttern nur getan? Zum Glück für Alba ritt Skooma, den Blick stur geradeaus gerichtet, sogleich weiter. So entging ihm ihr schadenfrohes Grinsen.

Einen Wegschrein für Akatosh, an dem sie wenig später vorbeikamen, ignorierte Skooma einfach. Sollten sich die Neun doch selber huldigen.

Endlich lugte das Dach einer Kapelle durch die dichten Baumwipfel. Es versprach einen trockenen Unterschlupf bei diesem Skampwetter. Skooma hielt genau darauf zu. Beim Näherkommen sah die Priorei doch recht unbewohnt aus. Das Unkraut wucherte fast Hüfthoch im Hof, ein hölzerner Fensterladen hing schief in seinen Angeln und quietschte im leichten Wind. Bevor Skooma absaß, ließ er Alba erst einmal herankommen. Irgendwann würde er sie auf ein Pferd binden müssen, ob sie wollte oder nicht. Sie hielt ihn nur unnötig auf. Andererseits war es so bequem, jemanden zum Beuteschleppen dabei zu haben, dass er sie nicht mehr missen wollte. Und nebenbei kämpfte sie auch ganz passabel.

Innen drin war es genau so leer und verfallen wie draußen. Aber wenigstens war es trocken. Bis auf ein merkwürdiges, im Fußboden eingearbeitetes Ornament gab es nichts zu entdecken. Doch gerade dieses Zeichen weckte Skoomas Aufmerksamkeit. Wo hatte er das schon einmal gesehen? Richtig, der Ring dieses Sir Irgendwas aus der versunkenen Ruine. Als er ihn betrachtete stellte er fest, dass der Ring genau in eine winzige Öffnung im Zentrum des Zeichens passte. Leichte Vibrationen zogen sich durch den Boden. Skooma vergaß vor Staunen alle Vorsicht und wäre beinahe die Treppe herunter gefallen, die sich plötzlich vor ihm auftat. Sie führte auf eine Tür zu. Na also, den Keller hatte er schon mal gefunden.

Sie betraten einen Raum, der stark an die Keller der Gildenhäuser erinnerte. Ein Übungsplatz für Kämpfer war eingerichtet. Es gab einen Schmiedeofen und mehrere Kisten und Ständer mit erstaunlich gut erhaltener aber minderwertiger Ausrüstung. Auf einer weiteren Tür im hinteren Bereich lastete eine beängstigende Atmosphäre. Dieses Mal ließ er Alba als Wache zurück. Er konnte sie ja bei Bedarf mittels des Ringes rufen. Skooma zog sein Schwert und öffnete die Tür zur Krypta.

Zuerst sah alles ganz normal aus, zwei Seitenkammern mit Sarkophagen und etwas Gold in herumstehenden Truhen. Das kannte er schon. Doch dann ... Er hatte die Nische auf der anderen Seite erst gar nicht bemerkt. Ein silbrig glänzender Brustharnisch mit den Zeichen eines Kreuzritters war dort aufgestellt. Und gerade als Skooma darauf zu treten wollte erschienen acht Geister. Nicht die normalen Gespenster aus Dungeons, wie er sie kannte, nein, sie waren deutlich als Ritter zu erkennen und einer von ihnen sprach Skooma sogar an.

Was er sagte, gefiel Skooma ganz und gar nicht. Es waren die Bewacher der heiligen Rüstung. Wenn er sie bekommen wollte, würde er gegen jeden einzelnen kämpfen müssen. Skooma wollte ... nicht. Er hatte seine eigene Rüstung dummerweise zum Trocknen bei Alba gelassen und trug nur eine Robe, die ihm einen schwachen magischen Schutz verlieh. Doch sein Versuch, die Krypta zu verlassen, scheiterte. Er musste sich wohl oder übel den Geistern stellen. Der erste kam schon auf ihn zu. Nun gut. Wenigstenz hatte er Schild und Streitkolben dabei, und genug Mana. Während Skooma vor allem die Schläge der Geisterritter abwehrte übernahmen Clannfears die Angriffe. Er benötigte gerade mal zehn der putzigen kleinen Kerlchen, um einen Ritter nach dem anderen fertig zu machen. Also kein Vergleich zu einem waschechten Düstergespenst. Vielleicht hätte er gleich so etwas beschwören sollen. Na dann beim nächsten mal ...

Nach dem Kampf wollte er sogleich den Brustharnisch, seinen verdienten Lohn, anprobieren.
Doch wie schon beim Helm ging es irgendwie nicht. Egal was er auch anstellte, er war nicht in der Lage, den Harnisch überzustreifen. Die Geister standen derweil unbeteiligt um ihn herum. Um von seinem Problem abzulenken, fragte er sie nach Einzelheiten über die Reliquien des Kreuzritters aus. Sie waren bemerkenswert gesprächig. Und so erfuhr er immerhin die Orte, an denen vier der Reliquien zuletzt gesehen worden waren: die Handschuhe in der Kapelle in Chorrol, der Streitkolben in Zenithars Kapelle in Leyawiin, der Schild in der Festung Bulwark an der Grenze zur Schwarzmarsch und die Stiefel unter der Obhut Kynareths irgendwo im Großen Forst, westlich des Rumare-Sees.

Zufrieden über den schnellen Erfolg kehrte er zu Alba in den Keller zurück. Mittlerweile war es draußen finsterste Nacht, zu spät zum Weiterreiten. Da hier nicht mit nächtlichen Angriffen zu rechnen war, teilten sie sich das einzige vorhandene Bett mit dem dort wohnenden Ungeziefer und schliefen ein.

128.Tag – Stufe 39

Als Skooma aufwachte, traute er seinen Augen, und vor allem seiner Nase nicht. Das Licht des Neujahrs-Morgens fiel sanft durch die schmuddeligen Fensterscheiben herein. Es roch nach frischem Kräutertee und ... nach Kuchen? Skooma rieb sich die Augen. Tatsächlich, Alba hatte es tatsächlich fertig gebracht, ihm einen kleinen Kuchen zu backen. Im Nu saß er am gedeckten Tisch. Alba hatte ihm gegenüber Platz genommen und lächelte ihn  etwas schüchtern an. Doch Skooma hatte nur Augen für den Kuchen. Er schnitt sich ein dickes Stück ab und ... schob den Rest dann vorsichtig etwas in ihre Richtung. Doch sie schüttelte nur kurz den Kopf. Den Neun sei Dank, er musste nicht teilen! Nach dem ersten Bissen wusste er auch, warum Alba verzichtet hatte. Wie war das Mädel bloß an Mondzucker gekommen?

Nach einem weiteren scharfen Ritt durch die Wälder der Westebene erreichten sie gegen Mittag Bravil. Dort angekommen, musste erst einmal Mondzucker und Alba heilen. Sein Pferdchen hatte sich nur an scharfen Steinen und Dornenranken verletzt, als sie diverse Wildnisbewohner abhängten. Die hinterherlaufende Alba konnte wohl wieder nicht hören und hatte sich mit den Verfolgern angelegt.

In der Kapelle trafen sie den Argonier Marz, einen Lehrer für Wiederherstellung, was Skooma auch sogleich ausnutzte. Im übrigen hatte er eher Pech. Weder in der Magier- noch in der Kämpfergilde war für ihn etwas zu holen, und auch S’Krivva war nicht zu Hause. So suchte er seine eigene Wohnung auf, um die Wertsachen, von denen er sich noch nicht trennen wollte, zu deponieren. Danach gingen sie auf eine Imbiss ins „Silberheim“. Gilgondorin, der Wirt, erzählte gerade Schauergeschichten über den Einsamen Wächter. Es traf sich gut, Skooma hätte von selbst gar nicht mehr an diesen Geist gedacht. „ ... war wohl ein Seemann ... schon seit Jahren hier ... immer um die achte Abendstunde beim Lager der Hofwacht ... “
Ja, dem würden sie bald mal einen Besuch abstatten.

Doch zuerst versuchten sie es noch einmal bei S’Krivva. Da sie immer noch nicht daheim war, beschloss Skooma, in ihrer Stube auf sie zu warten. Sie kam nicht, dafür jedoch die Stadtwache. ‚Man wird doch wohl mal ein Haus aufschießen dürfen ...’
In der Kaserne wurde Skooma mit großem „Hallo“ als alter Bekannter begrüßt. Es war die Art von Ruhm, auf die er gerne verzichtet hätte. Schnell zahlte er lächerliche 5 Septim und war wieder frei. Den Varla-Stein aus Anvil würde er sich später wieder zurückholen. Vorher wollte er ein wenig allein sein. Alba sah zwar nicht ein, dass sie schon wieder draußen auf ihn warten sollte, doch Skooma band sie kurzerhand an den nächsten Baum. Für seine nächtliche Besichtigungstour durchs Schloss konnte er sie nicht gebrauchen.

Ohne seine klappernden Rüstungsteile wurde Skooma zum Schatten. Er schlich durch die nahezu leeren Flure und Zimmer des Schlossen, spähte in sämtliche Schränke und Truhen, schlug sich in der Speisekammer den Bauch voll und ... entdeckte schließlich im Zimmer des Magiers einen Geheimgang. Skoomas Neugier war geweckt. Leise schlich er den Gang hinunter und erreichte einen winzigen Raum mit zwei Gittertüren, vor denen ein Dremona-Valkynaz Wache schob. So etwas kannte er schon, kein Problem für ihn. Aus dem Nichts erschien ein Daedroth und begann, am Dremona herumzuknabbern. Der zog sein riesiges Schwert und massakrierte die Echse, nur um kurz darauf von einem Clannfear herumgeschubst zu werden. Daraufhin heizte ein Flammen-Atronach seine Rüstung auf und ein Frost-Atronach kühlte sie wieder ab. Das war dann wohl zuviel für den Guten. Klappernd fiel der Dremona auf den Steinboden.

Im weiteren Verlauf kämpfte sich Skooma durch einen wahren Irrgarten. Ein paar Beschwörer hatten sich hier niedergelassen. Er sorgte dafür, dass sie keine andere Wohnung mehr brauchten. Das Beste in diesem Höhlensystem war jedoch ein Schlachterfisch von gigantischen Ausmaßen. Skooma war froh, Wasseratmung zu beherrschen, als er gegen das Untier kämpfte. Nebenbei fand er dort noch einen Ausgang zum Fluss.

129.Tag – Stufe 39

Die Gänge wollten und wollten kein Ende nehmen. Zweimal war Skooma bereits im Kreis gelaufen. Er erkannte das an herumliegenden Schlammkrabben, die seinem Streitkolben zum Opfer gefallen waren. Weitere Beschwörer und Dremona versuchten ihn aufzuhalten. Ohne Erfolg. Dann stand er wieder im Freien, Oder besser in der Mitte eines halb verfallenen Burghofes. Sein letzter Gegner, ein Xivilai, folgte ihm bis zur Spitze des Turmes, nur um dann eine Flugstunde zu nehmen. Anschließend durchsuchte Skooma das, was von den Räumen noch übrig war. Und wirklich, in einem Seitenraum ohne Decke waren die herrlichsten Sachen aufgestapelt. Er streckte schon die Krallen nach einem besonders schönen Seelenstein aus, als ihm das Siegel auf der großen Truhe auffiel. Die Magiergilde! So was Dummes! Sollte er, oder lieber nicht? Er verband äußerst unangenehme Erinnerungen mit seinem letzten Rauswurf aus der Gilde. Damals hatte er sich auf eine langwierige Blumensuche begeben müssen. Er konnte schon, sagen, was ihm bei einem neuerlichen Rauswurf widerfuhr. Schweren Herzens zog Skooma die Krallen zurück. Na ja, nicht ganz. Der Torschlüssel blieb immerhin daran hängen. Er konnte ja nicht den ganzen Weg durchs Labyrinth zurück laufen.

Der andere Weg war allerdings auch nicht sicherer. Zwei Wegelagerer „baten“ darum, Skooma ihre Rüstungen geben zu dürfen.

Kurze Zeit später, und noch vor seinem Besuch bei Nilawen, stand er in S’Krivvas Wohnzimmer. Wenigstens war sie heute zu Hause. „Die ehrwürdige Katze ehrt mich.“ Mehr als dieser Satz und ein Grinsen war aus seiner Doyenne jedoch nicht herauszubekommen. Keine Belohnung! Lex saß ja immer noch gemütlich in der Kaiserstadt und terrorisierte die Gilde.

Leicht verschnupft durchstöberte Skooma weiter die Privaträume des Schlosses. Diesmal lief es leider nicht so glatt. Ein einziges Mal erneuerte er nicht rechtzeitig seinen Chamäleon-Zauber und wurde prompt erwischt. Dumm gelaufen ... für den Wächter, denn Skooma war wegen der entgangenen Belohnung immer noch stinksauer. Sollte er sich schon wieder von den Wachen auslachen lassen? Nein. Rein aus Reflex rutschte ihm ein Daedroth raus. Wozu war Skooma schließlich Meister der Beschwörung? Und dann lief alles schief: Daedroth beißt Wächter – Wächter brüllt rum – Grafensohn hilft Wächter – Daedroth killt Grafensohn und verschwindet ...
Skooma war inzwischen auch verschwunden. Brav meldete er sich bei der nächsten Wache und zahlte nun doch sein Kopfgeld. Es waren mickrige 15 Septim. Skooma kam zu dem Schluss, dass der Grafensohn wohl nicht sehr beliebt gewesen war.

Mit Alba verbrachte er dann die Nacht in seiner Hütte. (Nein, nicht was ihr denkt!)

130.Tag – Stufe 39

Gestern, auf dem Rückweg vom Turm zur Stadt hatte Skooma die merkwürdige Insel mitten im Niben wieder gesehen. Sie war ihm nicht mehr aus dem Kopf gegangen, und dementsprechend unruhig hatte er geschlafen. Jetzt standen sie total durchnässt vor dem Tor. Sollte er es wagen? Skooma hatte gesehen, wie der wahnsinnige Fremde damals herausgestolpert kam. Doch das war ein Mensch gewesen, ein leicht zu beeinflussendes charakterschwaches Geschöpf. Für einen Khajiit dürfte es längst nicht so gefährlich werden ... Er brauchte nicht weiter über das Für und Wider nachzudenken. Ein Schubs von Alba beförderte ihn direkt durchs Tor. Was dachte sich diese Mer denn dabei?

Doch bevor er so richtig mit ihr schimpfen konnte, bemerkte er, dass sie nicht mehr allein waren. Ein griesgrämig dreinblickender Herr in einer geschmacklich etwas gewöhnungsbedürftigen Robe saß hinter einem Tisch und sah sie erwartungsvoll an. Auch Skooma musste sich erst setzen, um den unerwarteten Anblick zu verdauen. Er hatte ja mit vielem gerechnet, am ehesten mit einer neuen Version der Totenländer, doch ein normales Zimmer? Sein Gesichtsausdruck musste den Fremden wohl überzeugt haben, dass Skooma hier richtig war. Warum auch immer. Er stellte sich als Haskill vor, Hausmeister oder ähnliches von Fürst Sheogorath. „Sheggorath“, verbesserte Skooma sofort, und biss sich dann auf die Lippen. Er versprach sofort, geduldig zuzuhören und erfuhr dafür einiges über diese Welt: Der Fürst des Wahnsinns suchte also einen Champion, gut da war er bei Skooma richtig. Doch warum dieser Unsinn mit dem Torwächter? Jedenfalls willigte Skooma ein, der Raum löste sich in eine Wolke aus Schmetterlingen auf (was auch sonst) und Skooma sah eine unbekannte faszinierende Welt vor sich.

Riesige Pilze und andere komische Gewächse wuchsen hier. Und mindestens genauso merkwürdig waren die Bewohner. Wie er auf den Namen „Grummit“ kam, als ihm so ein Riesenmonsterfrosch in den Weg hopste, wusste er selbst nicht. Doch schnell musste Skooma feststellen, dass diese Wesen außerordentlich stark und zäh waren. Dann fanden sie die Ruinen einer verlassenen Stadt. Auch hier gab es Grummits, jedenfalls genügend für einen ganzen Tag Spaß.

131.Tag – Stufe 39

Die Grummit-Jagd war eröffnet. Skooma hatte, wie so oft in den letzten Tagen, auf eine Rüstung verzichtet. Mittlerweile beherrschte er genügend Schutz- und Heilzauber, um sich auch so sicher zu fühlen. Heute trug er seine Magierrobe, Schuhe des Schleichens, Handschuhe mit einem Lebenserkennungszauber und dazu Schild und Streitkolben. Er hatte sich so an die Waffe gewöhnt, dass er nicht daran dachte, sie so schnell bei Anvil abzugeben.
Gewiss, Grummits waren nicht ungefährlich, besonders als Skooma entdeckte, dass auch einige starke Magier unter ihnen waren. Dazu kamen vierbeinige Salamander, die ihn wegen ihres dümmlichen Gesichtsausdrucks gleich an Argonier erinnerten. Seine besiegten Gegner trugen oft Pfeile, Dolche und Schilde bei sich. Es gab Truhen, in denen sich zumeist Tränke befanden, und sonderbare Erzbrocken. Diese mussten wertvoll sein, denn sie wurden gut bewacht. Skooma nahm ein paar Proben mit.

Nachdem hier alles erledigt war gingen sie weiter. Schon bald erreichten sie Passwall, eine kleine Siedlung vor den Toren des Wahnsinns. Skooma betrat das erste Haus und traf auf eine freundlich lächelnde junge Frau. Sie wirkte etwas deplaziert in dieser tristen Umgebung. Eine Weile unterhielten sie sich, und Skooma erfuhr von Nanette viele interessante Einzelheiten über diese Welt, den Torwächter, ihre Lehrerin Relmyna Verenim, und so weiter ...

Später sprach er noch mit einigen anderen Bewohnern. Er erfuhr, dass ein gewisser Jayred vor hatte, den Wächter zu töten und dass gerade eine Gruppe Abenteurer zu den Toren aufgebrochen war. Das musste er sich ansehen. Skooma rannte los und bekam gerade noch das Ende eines unrühmlichen Massakers mit. Leider siegte der Wächter. Es half auch nichts, dass sich Skooma einmischte und auf den Riesen schoss. Genaugenommen war das eine skampdumme Idee, er schaffte es gerade noch, sich in Sheldens Haus zu verstecken ...

Als die Luft wieder rein war, lief ihm Jayred Eisadern über den Weg. Leute gab es hier, also wirklich! Jayred stellte sich als Knochenfetischist heraus, der unbedingt den Wächter töten wollte. Und dazu brauchte er, ja was wohl, die Knochen eines anderen Wächters. Er wusste auch, wo welche lagen und bat Skooma, ihm nur das Tor zu den „Fleisch-und-Knochen-Gärten“ aufzuschließen. Na klar, kein Problem. Das Problem stellten dann eher die wandelnden Monsterskelette dar, die aussahen, als ob sie aus mehreren Geschöpfen zusammen gebastelt worden waren. Skooma hielt sich weitestgehend heraus und überließ Jayred die Arbeit. Der bekam seine Knochen, lächelte glückselig und versprach Skooma, daraus Pfeile herzustellen, um gemeinsam den Wächter zu besiegen.

Na dann viel Spaß, Jayred! Skooma beschloss, vorerst nach Cyrodiil zurückzukehren, um erst einmal besser Schießen zu lernen.

132.Tag – Stufe 39

Praktischerweise hatten sie bei der Magiergilde übernachtet, Ita Rienus hatte am frühen Morgen ihre Ausrüstung magisch aufgeladen, und schon standen sie vor den Toren der Stadt, auf dem Weg nach Leyawiin. Er hatte Alba eingeschärft, dass sie sich auf der Reise etwas zurückhalten solle, vor allem nicht so bei Kämpfen herumtrödeln. Und bis auf einen Troll klappte es auch sehr gut. Nachmittags erreichten sie ihr Ziel, wie immer im strömenden Regen.

Skooma betrat die Kapelle. Er wollte sich nur etwas aufwärmen, etwas die Nässe aus dem Fell schütteln. Doch prompt wurde er von einem Möchtegern-Ritter angequatscht. Carodus Oholin hatte gehört, er wolle den Ritterorden der Neun wieder aufleben lassen. So ein Unsinn! Aber er ließ den freundlichen Herrn in seinem Glauben. So ganz Unrecht hatte er ja auch nicht. Skooma war immerhin auf der Suche nach den Reliquien des Kreuzritters und würde heute bei der Festung Bulwark weitermachen.

Von Leyawiin aus ritt er in nordöstlicher Richtung in die Wildnis. Schon von weitem sah er die Flammen eines Oblivion-Tores lodern. Ein Daedroth kam angehetzt und büßte seinen Übereifer mit dem Leben. Doch Skooma durchschritt das Tor nicht. Heute hatte er etwas wichtigeres vor, später vielleicht ... Auch das nächste Tor weiter nördlich umging er im großen Bogen. Dann stand er vor den alten Mauern der Festung.

Ein verirrtes Irrlicht versuchte erfolglos die Szene zu beleuchten. Ein Beschwörer fühlte sich gestört und griff an. Kurz, es war wie immer.

133.Tag – Stufe 39

So ganz ohne Rüstung durch eine feindliche Festung voller Beschwörer zu laufen, war dann doch nicht das, was Skooma noch einmal tun würde. Außerdem war das Bauwerk unübersichtlich, voller versteckter Fallen und rätselhafter Mechanismen zum Öffnen der Zwischentore. Eines der Rätsel, bei dem man bestimmte Trittschalter im Boden aktivieren musste, löste er (oder besser Alba) nur mit Hilfe einer gefundenen Nachricht. Gut, dass die Beschwörer so etwas überhaupt aufschrieben.

Nebenbei befreiten sie gleich noch einen Gefangenen. Sir Thedret, ein Rothwardone, steuerte einen Orakelspruch bei, von dem er glaubte, dass er helfen könne. Dann verschwand er, um sich zu erholen. Typisch Mensch eben ...

Skooma bekam keine Erholung. Brücken, die mit Pfeilfallen gesichert waren, erforderten seine ganze Aufmerksamkeit. Alba, die in ihrer schweren Daedrarüstung etwas an einen Igel erinnerte, folgte ihm. In einem großen Saal mit fünf Statuen, eine davon auf einer Erhöhung, war dann Schluss. Eine Bettrolle war alles, was ihm auffiel, vom gesuchten Schild weit und breit keine Spur. Sollte das ganze ein Reinfall gewesen sein? Wäre ja mal wieder Zeit. Resigniert ließ sich Skooma auf das müffelnde Lager sinken und gönnte sich eine Stunde Schlaf.

Im Traum erschien ihm Sir Thedret. Und wiederholte seine Worte: „Wenn die Augen der Wächter auf euch sehen ...“ Skooma schrak auf. Das war es! Die Statuen. Man musste sie so drehen, dass alle auf einen Punkt starrten. Diese Drehgriffe an den Sockeln waren ihn doch gleich komisch vorgekommen. Wie vom Skamp gebissen sprang er auf und begann zu kurbeln. Sie drehten sich. Und dann, als alle zur Mitte sahen, schlug ein Lichtblitz aus zwei Feuerschalen und ein Durchgang in der Wand öffnete sich. Ein gebogener Gang führte weiter hinab.

Wieder ein Rätsel. Er hasste das. Der nächste Raum enthielt gleich acht Statuen an den Wänden, jede mit einer leeren Truhe davor. Eine weitere Truhe stand mitten im Raum, etwas erhöht hinter einer Druckplatte. Ein Buch voller leerer Seiten lag darin. Skooma nahm es und blieb auf der Platte stehen. Da war doch was. Vor einer der Statuen in der Ecke schien ein Hammer in der Luft zu schweben. Einer Eingebung folgend ging Skooma hin und warf das Buch in die Truhe. Nichts passierte. Er ging zurück und öffnete die mittlere Truhe erneut. Und da, wo vorher nichts mehr war, lag jetzt ein alter Helm. Vor einer anderen Statue erschien ein Schwert. So ging das eine ganze Weile, bis Skooma den Trick durchschaut hatte. Er brauchte nur den gefundenen Gegenstand in die richtige Truhe zu werfen. Immer, wenn er richtig lag, begann die Truhe zu glühen und schwarzer Rauch wölkte empor. Als plötzlich das Licht ausging und lautes Rumpeln anzeigte, dass sich ein weiterer Durchgang geöffnet hatte, war Skooma fertig.

Endlich hatte er den Schild gefunden. Und außerdem noch Gold und diverse hochwertige Tränke. Er nahm den Schild an sich und ... wer hätte das gedacht ... ein weiterer Gang erschien. Diesmal handelte es sich glücklicherweise um eine Abkürzung, die ihn bis kurz vor den Eingang brachte.


"Die Toten existieren um die Lebenden zu nähren." Eola
  05.11.2010, 12:44
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