Noch 350.Tag – Stufe 47
Anstatt wieder umzudrehen und nach weiteren Steinen zu suchen, verließ Skooma den Hohetempel. Er hatte Hunger. Uns soweit er wusste, war Tan Gatar die nächste Siedlung, die über eine Taverne verfügte. Skooma hielt schnurgerade auf die am Horizont sichtbaren Mauern des Hafenviertels zu. Schnell schaute er beim Händler Gothian vorbei, dem er die nun überflüssige Riesenwurm-Schrifttafel verkaufte. Dann suchte er die Arena-Taverne auf. Er kam gerade rechtzeitig, als der Wirt verkündete, dass das Nashornfleisch nun durchgebraten war. Skooma ließ es sich schmecken. Ein Skooma-Pfeifchen im Haus des Mondes als Nachtisch rundete die Sache ab, und schon kurze Zeit später hatte er alles erledigt und war auf dem Weg nach Kazbai.
Die einzige Straße des Ortes wirkte wie ausgestorben. Dabei war es heute nicht mal ganz so heiß wie üblich. Na ja, möglicherweise hatte sich Skooma auch schon an die Temperaturen hier gewöhnt. Als er das Tempelhaus betrat, wusste er, wo alle steckten. Es war Gottesdienst, wenn man die Litanei des Priesters so nennen konnte. Skooma zeigte sich völlig unbeeindruckt davon. Warum auch nicht? Er fühlte sich Mafala immerhin gleichgestellt und sah deshalb keinen Grund, seine Daedraschwester verehren zu müssen. Ohne mit der Wimper zu zucken trat er am Priester vorbei an die Statue und lud seine magischen Waffen auf. Danach klaute er ebenso skrupellos eine Opferdolch vom Reliquienschrein. Sollte sich Mafala doch aufregen! Vielleicht war sie ja dann bereit, mit Skooma zu sprechen.
Eine gute Seite hatte die Vorstellung jedoch gehabt. Durch die Erwähnung der Diener Mafalas, brachte der Priester Skooma auf die Idee, mal wieder nach Skent zu sehen. Zwar hatte er keinen Hausstaub, aber warum sollte er nicht versuchen, dem Schädel feinen Wüstenstaub als Hausstaub unterzujubeln? Gedacht – getan, Skooma probierte es einfach.
Er fand den Schädel unverändert auf seinem Stock vor. Diesmal war er (leider) noch gesprächiger als sonst. Ja, er war Skent. Das sagte er doch schon. Ein Beweis? Skooma hätte ihm jetzt eine schwere Frage stellen, oder um eine Weissagung bitten können. Doch solche Sachen fand er langweilig. Dafür nötigte er Skent, ihm das „Schädellied“ zu pfeifen. Ohne Lippen! Es klappte, und damit war in Skoomas Augen der Beweis erbracht, dass er zumindest einen Daedroth oder etwas ähnliches vor sich hatte. Er versprach zu helfen. Es war auch nicht schwer. Er sollte nur schnell zum Serai und bei Ma Syd Jun eine Schriftrolle des Aka’thars kaufen ... und, ach ja ... Hausstaub.
„Na gut. Lauf aber nicht weg!“, konnte er sich nicht verkneifen, zum Abschied zu rufen.
351.Tag – Stufe 47
Ma Syd Jun war wach. Er schien immer wach zu sein, egal wann man kam, ein vorbildlicher Händler. Er hatte sich sogar Hausstaub besorgt, wohl weil Skooma eine dem entsprechende Nachfrage bekundet hatte. Skooma kaufte ihm erst einmal alle 6 Alkathar-Schriftrollen ab. Wäre doch schade, wenn jemand anders ihm bei seinem Geschäft mit Skent zuvorkam. Dann las er sich durch, was er da gerade gekauft hatte.
Es war die Anleitung für einen Fluch. Na ja, Verwandlung hätte es eher getroffen. Man brauchte bloß etwas Schnee ... woher sollte er den denn nehmen? Skooma las weiter. Es gab noch mehrere alternative Substanzen zu Schnee, keine jedoch würde hier zu bekommen sein. Zum Schluss wurde noch Hausstaub erwähnt, allerdings mehr als Warnung, denn bei dessen Gebrauch konnten unerwartete Nebenwirkungen auftreten. Gut. Es war ja nicht sein Schicksal. Skooma würde sich eben überraschen lassen.
Vor dem nächsten Fußmarsch durch die Wüste ging er aber erst mal in die Bar. Der Wirt hatte ihm doch beständig seine Hausmarke empfohlen. Heute würde Skooma mal kosten, und wehe das Zeug schmeckte nicht.
Da Esy beschäftigt war, ging er direkt zu Lanagan und bestellte sich eine Flasche. Das Gebräu war stark, schmeckte aber gar nicht mal so schlecht. Da es extra für Khajiit gedacht war – ja, es gab hier auch Leute, die einem Khajiit mal was Gutes tun wollten – hatte man an Zucker nicht gespart. Skooma trank, starrte die Maskentänzerin an und ... schlief ein.
Das Erwachen traf ihn wie ein Hammer. Einer seiner Geldbeutel war weg! Auch sein ganzes Wasser! Im kopf drehte sich noch immer alles und um sich herum sah er die Knochen unzähliger Khajiit-Skelette. Skooma erkannte die Höhle sofort wieder. „Na warte, du Bastard von einem Menschen!“, dachte er sich. „Dich kauf ich mir!“
Gewaltiger hätte auch ein Sandsturm die Tür zum Serai nicht aufreißen können. Wutschnaubend rannte Skooma auf den Wirt zu, holte noch im Laufen aus und schlug ihm mit aller Kraft die gepanzerte Faust ins Gesicht. Lanagan taumelte zurück. Doch er war hart im Nehmen. Schon hatte er sein Messer gezogen, um sich seinerseits auf Skooma zu stürzen, als dieser von ganz unerwarteter Seite Hilfe bekam. Nangishia, diese Wüstenläuferin, brachte den wirt kurzerhand zum Schweigen. Für immer.
Na ja, so hatte es sich Skooma zwar nicht vorgestellt, aber da konnte man eben nichts mehr machen. Wenigstens hatte von den restlichen Gästen niemand Partei ergriffen. Auch Esy blieb teilnahmslos. Skooma ging noch in die Vorratskammer, um sich für das gestohlene Gold zu entschädigen, denn Ma Syd Jun kaufte schließlich alles.
Zu Skent. Skooma hatte das Gefühl, dass der Schädel samt Stock vor Aufregung und Freude hüpfte. Doch das konnte nicht sein.
Etwas mulmig war Skooma schon zumute, als er sich noch einmal die Anleitung zum Fluch durchlas. Skent drängelte ständig, dass er endlich anfangen solle. Bitte, wenn er es unbedingt wollte ... Skooma streute den Hausstaub über den Schädel, schloss die Augen und stellte sich vor, wie er Skent in einen prächtigen Khajiit mit gepflegten weißen Fell verwandeln würde.
Das Ergebnis war nicht ganz zufriedenstellend. Fell und Farbe stimmten schon mal, der Rest jedoch ... Aber warum nicht. Auch als flauschiges Kaninchen machte Skent eine gute Figur, fand er. Allerdings revidierte er diese Meinung sofort wieder. Er hätte sich lieber etwas langsameres ausdenken sollen. Einen Sandkriecher vielleicht. So kam es, dass Skent in Richtung Serai verschwunden war und Skooma hinterher laufen musste, die Begegnung mit drei Wüstenräubern inklusive.
Er traf Skent im Serai an, wo dieser munter mit dem ausgebrochenen Wüstenpahmer und einer Ratte spielte. Na schön, Skooma hatte auch nicht wirklich geglaubt, dass Skent ihm bei der Suche nach Anadayayama oder, „Weißer Sand“ wie er sie nannte, helfen würde. Seufzend begann er mit der Befragung der Anwesenden. Einige Informationen waren ganz interessant. Gani zum Beispiel wies ihn auf einen Dolch hinter dem Tresen hin. Es war ein Opferdolch, genau so einer von denen Skooma schon zwei besaß. Und es sollte insgesamt nur sechs davon geben.
Ronja meinte, dass die Dunmer auch Tiere aus ihrer Heimat Morrowind eingeschleppt hätten. Sie nannten sie Guar, doch selbst gesehen hatte sie nur das ausgestopfte gleich nebenan.
An’gar Tar wiederum gab Skooma den Tipp, dass das Serai einmal ein Tempel gewesen war und sich noch immer viel Magie an diesem Ort hielt. Wenn er sich nachts in der Abstellkammer verstecken würde, dann würde er es schon sehen.
Da keine weiteren Informationen mehr zu bekommen waren, beschloss Skooma, die Abstellkammer einmal auszuprobieren.
352.Tag – Stufe 47
Gegen neun Uhr morgens hielt es Skooma nicht mehr aus. Nichts, aber auch gar nichts war passiert. An’gar Tar hatte sicher versucht, ihn hochzunehmen, als er ihm den Tipp mit der staubigen Abstellkammer gab. Wenigstens er würde seinen Spaß dabei gehabt haben. Skooma ging erst mal etwas essen.
Als er sich kauend umblickte, bemerkte er zu seiner Erleichterung keine Schadenfreude oder auch nur Belustigung in den Gesichtern der anderen Gäste. Das hätte ihn eigentlich beruhigen sollen, doch das Gegenteil war der Fall. Wenn keiner über seinen Reinfall lachte, war dann doch etwas dran an der Geschichte? Oder funktionierte es nur nicht jede Nacht? Skooma ging vor die Tür an die frische Luft. Da kam Shany, eine der Maskentänzerinnen, vorbei. Auf Gerüchte angesprochen, erzählte sie ihm prompt die Geschichte mit der Abstellkammer ... Moment, sagte sie „im Morgengrauen“? Wenn das stimmte, dann hatte Skooma schlicht und einfach den richtigen Zeitpunkt verpennt.
Tja was nun? Bis heute Abend zu warten machte wenig Sinn. Aber er konnte ja versuchen, die Herrin der Bam A’dshent auch ohne Hinweise zu finden. Diese paar Inseln würde er heute schon schaffen. Skooma lief los. Noch südlich von Dachla sprang er ins Meer und schwamm. Es war herrlich. Das Wasser kühlte angenehm und wusch auch gleich den ganzen Sand aus seinem Fell. Na und die Rüstung wurde ebenfalls sauber, wobei er von Glück sagen konnte, dass man Wahnsinnserz nicht ölen musste.
Ab jetzt ging er systematisch vor. Skooma drapierte eine große Flasche Blutegelsaft gut sichtbar am Strand. Das Zeug würde hier schon niemand klauen, und wenn doch – so wertvoll war es auch wieder nicht. Dann zog er los, einmal um die kleine Insel, bis er die Flasche wieder sah. So machte er es Insel für Insel. Kleinere erkundete er mal schnell nebenbei, und bei den großen machte er immer nur kurze Abstecher ins Innere, so dass er das Rauschen der Brandung stets hören konnte. Zu Anfang ging auch alles gut. Er fand Ana-dingsda zwar nicht, erlegte aber ein Nashorn mit nur zwei Pfeilen. Später am Tag stieß er dann auf ein Löwenrudel. Skooma hatte immer Gewissensbisse, gegen seine entfernten Verwandten vorzugehen. Doch auch hier ließen sie ihm keine Wahl. Sogar die Kätzchen beteiligten sich äußerst rabiat an den Angriffen. Es war zum Verzweifeln ...
353.Tag – Stufe 47
Skooma hatte noch einen Elefanten geschossen und zwei kleinere Schätze ausgebuddelt. Er hatte unter Wasser ausgedehnte Tempelanlagen entdeckt, Haie gejagt und eine Wracktaucherin getroffen, die auf den bescheuerten Namen „StuntNPC“ hörte. Von „Weißer Sand“ keine Spur ... Zweimal war Nebel aufgezogen, so dass er sich schon auf einen Kristell- oder Muschelsturm vorbereitet hatte, wie er im Buch über Mafalas Diener beschrieben war. Schließlich gab er auf. Sie war einfach nicht hier.
Skooma kehrte nach Tan Gatar zurück. Das bisschen Zeug aus den Schätzen und einige Jagdtrophäen verkaufte er an Gothian. Anschließend machte er sich daran, die Leute weiter auszufragen. Hatte denn niemand „Weißer Sand“ gesehen? Galbulus jedenfalls nicht. Wenigstens kämpfte er heute fair. Auch Jubin, Ja’kil und Madmi wussten genauso wenig wie die restliche Städter. Lediglich für Kathar bekam er einen Hinweis: Es sollten schon Leute verkleidet in die Stadt gelangt sein.
Na das wusste Skooma besser. Er hatte es schließlich selbst ausprobiert. Und welche Verkleidung wäre schon angemessener als eine rundum geschlossene, originale Ordinatorenrüstung inklusive Maskenhelm? Nein, die Leute hier konnten ihm viel erzählen. Es musste einen anderen Weg geben. Nur welchen?
Spät abends erreichte er wieder das Serai. Die zweite Nacht in der Abstellkammer stand bevor.
354.Tag – Stufe 47
Diesmal schlief Skooma nicht. Bereits kurz nach Mitternacht betrat er den Gastraum, der sich erschreckend verändert hatte. Die Möbel lagen umgestoßen am Boden. Das Gitter des Pahmerkäfigs fehlte, oder war durch Spinnweben ersetzt. Milchiger Nebel wallte dicht über dem Boden, so dass auch vom Skent-Kaninchen nichts zu sehen war. Wenn er denn überhaupt hier war, was Skooma bezweifelte. Das gruseligste waren jedoch die Gäste. Wie schwarze Tempel-Statuen standen sie reglos im Raum herum. Skooma erkannte sie alle, selbst Lanagan, den kürzlich verstorbenen Wirt. Und dann sah er den Geist.
Hoch über der Tanzfläche schwebte er, oder sie, oder besser – nur der durchscheinende Kopf einer Frau. Skooma hatte Anadayayama gefunden.
Anadayayama, alias Herrin der Bam A’dshent, alias A’nshi sprach zu ihm. Ihr Geist war gefangen an diesem Ort, und sie bat Skooma, nein es war eher ein Befehl, ihr zu helfen. Skent musste her! Nun gut, wenn sie Kaninchen mochte, würde sich da was arrangieren lassen. Skooma schnappte sich noch schnell den Opferdolch „von hinter der Theke“ und kehrte in seine Kammer zurück.
Schon kurz darauf war er wieder da. Skent auch. „Ich habe Anadayayama gefunden!“, konnte Skooma gerade sagen, bevor das Kanickel mit einem freudigen „Wo?“ auf und davon rannte. Soviel dazu! Skooma schüttelte den Kopf und setzte sich erst einmal. Dass Esy neben ihm stand und sich nach seinen Wünschen erkundigte, bekam Skooma anfangs gar nicht mit. Erschrocken starrte er in die Runde. Alle waren plötzlich wieder lebendig und guter Dinge. Und damit meinte Skooma auch „alle“. Denn sogar der heuchlerische Wirt stand wieder hinter dem Tresen, so als wäre er nie tot gewesen. Er schien nicht einmal bemerkt zu haben, dass Skooma sauer auf ihn war. So freundlich pries er seine „Hausmarke“ an – extra für Khajiits!
Skooma verzichtete darauf, ihn erneut zu verprügeln. Das brachte nichts. Lieber ging er Skent suchen, obwohl er keine Ahnung hatte, wohin der gehoppelt war.
Die erste Idee, Skents Ruine, erwies sich als Reinfall. Ebenso seine erneute Suche in der Bam A’dshent. Den Weg dahin hatte er teilweise auf einem Reitkamel zugebracht, dass er durch einen Zaubertrank beschworen hatte. Aber mal abgesehen davon, dass ihm noch Stunden später schlecht war von der Schaukelei, war dieses Vieh das Langsamste, worauf er je geritten war. Total frustriert kippte er die anderen beiden Tränke in den Wüstensand.
Irgendwie hatte es ihn dann sehr weit nach Norden verschlagen. Im letzten Licht des Tages stand Skooma auf der Spitze einer riesigen Stufenpyramide in der Bam Nayr und sah aufs Meer hinaus. Zu seinen Füßen lagen die Leichen dreier halbnackter Menschen. Auch hier im Norden war er also nicht allein.
Ein Sandsturm rundete den Tag ab. Skooma hustete sich in den Schlaf.
355.Tag – Stufe 47
Gleich wenn er wieder in der Wüste war, so nahm sich Skooma vor, würde er die von Madmi genannten Zutaten für eine sandsturmfeste Chitinrüstung besorgen.
Heute jedoch wollte er das Hochland erkunden. Irgendwo mussten die Menschen von gestern ja hergekommen sein.
Skooma fand das Dorf, oder eher die einzelne Hütte, und eine große Gruppe Eingeborener vor. Ein Bär hatte das Dorf ebenfalls gerade gefunden. Dann ging wieder etwas schief. Dabei wollte Skooma nur helfen. Was konnte er denn dafür, wenn alle wild durcheinander rannten und so sein Feuerball nicht den Bären sondern einen der Eingeborenen traf? Zum Schluss blieb das halbe Dorf auf der Strecke. Es war sicher nicht gut fürs Image. Skooma ging lieber schnell weiter.
Er traf noch auf einen weiteren Bären, auf friedliche Tiger und angriffslustige Hyänen. Zwei Clannfear griffen ihn bei einem kleinen Teich aus dem Hinterhalt an und verletzten ihn schwer. So erreichte er gerade noch das magische Portal im Nordwesten dieser Welt, das aber immer noch unpassierbar blieb.
356.Tag – Stufe 47
Über die westlichen Ausläufer des Er’renied –Gebirges und quer durch das Dreugh-Gebiet gelangte Skooma zur Assassinenburg. Nach nur kurzer Rast brach er wieder auf. Skooma wollte jetzt so schnell wie möglich zurück zu Skent. Doch weit kam er nicht. Zwischen den Säulen der Bam G’nur musste er stundenlang ausharren, und selbst als die Nacht verging, hatte sich der Sandsturm noch nicht gelegt.
357.Tag – Stufe 47
Halb blind vom Sand in den Augen kam er vor Kathar an. Heute unternahm er aber keinen Versuch, die Stadt zu betreten. Er hatte das Gefühl, nur wieder zu scheitern. Das konnte er sich also sparen.
Aber das Karawanen-Häuschen vor der Stadt war einen Besuch wert. So viele unbewachte Körbe voller Lebensmittel standen hier herum. Und da gerade der nächste Sturm lostobte, ließ sich Skooma Zeit, aus all den Zutaten fleißig Tränke zu brauen.
Gegen Abend schaffte er es dann doch noch nach Sydura und verschwand in der Kammer.
358.Tag – Stufe 47
Endlich hatte er die beiden Daedra zusammengebracht. Skent und A’nshi zofften sich erst eine Runde, bevor beide zur Vernunft kamen und begannen, die Lage zu klären. Skent brauchte einen neuen Körper und A’nshi auch – oder brauchte sie eine Seele – oder beides? Je länger die Debatte dauerte, desto weniger verstand Skooma. Nur, dass es weder sein Körper noch seine Seele sein sollte, gab er einmal zu bedenken. Ob ihm überhaupt einer der beiden zuhörte, war nicht so klar. Letztlich bekam er von A’nshi den Auftrag, Seelen zu besorgen. Skent wüsste schon wo und wie. Prima! Skent war auch schon wieder verschwunden. Verdammtes Karnickel! Und wer, zum Daedroth, ist jetzt Ned?
Fragen über Fragen. Skooma suchte Madmi auf, um sich die Chitinrüstung anfertigen zu lassen. Doch der nächste Reinfall wartete schon. „Ich sagte, bring mir einen Helm oder eine Maske, du Plüschtiger! Ein Chitinschild geht nicht.“ „****!“
Also wieder nichts, auch nicht bei Jubin, dem örtlichen Händler. Na ja, vielleicht hatte Ma Syd Jun ja was im Angebot.
Der Zufall kam Skooma auf dem Weg nach Kazbai in Gestalt von Wüstenräubern zu Hilfe. Anschließend besaß er eine fast neue sandsturmtaugliche Chitinmaske. Damit entging Madmi das Geschäft. Sie würde es verstehen – hoffte Skooma wenigstens. Bei Assassinen wusste man ja nie so genau ...
Die verlassenen Häuser von Sula vermittelten einen trostlosen Eindruck. Skooma war hierher zurückgekehrt, da er noch einmal nach dem sonderbaren Tier suchen wollte, dass der verschollene Dorfbewohner in seinem Tagebuch erwähnt hatte. Inzwischen vermutete er, es handelte sich um eines der Geschöpfe Morrowinds. Die Dunmer hatte einige ihrer Tierchen hier eingeschleppt – sagte man zumindest. Aufmerksam las er sich die Seiten des Buches noch einmal durch. Und dann ... da stimmte doch etwas nicht. Wenn er die Sache logisch anging, dann hatte der Dörfler hier einen Fehler gemacht und Skooma war immer in die falsche Richtung gelaufen. Gleich verließ er das Dorf. Ein Turm auf einer Anhöhe – Skooma ahnte jetzt wohin er musste.
OK, schön war das Tier nicht gerade, ein nacktes reptilienartiges Geschöpf mit Unterbiss und Glupschaugen, aber immerhin. Es war eindeutig ein Guar. Sofort begann es an Skoomas Taschen zu schnüffeln, so als suche es etwas. Aber er hatte doch gar nichts fressbares dabei, nur diesen ... Knochen?. Erstaunt sah er dem Guar zu, wie es schwanzwedelnd damit spielte.
Skooma hatte endlich ein Reittier. Sein Guar schaukelte zwar auch mächtig, war aber wesentlich schneller als das dämliche Kamel. Er ritt bis nach Dynar, wo er es erst einmal am Brunnen „parkte“. Sollte es ruhig den unfreundlichen Dunmern das ganze Wasser wegsaufen. Ihm war es egal. Skooma hatte für Morgen etwas vor, wo er kein Reittier gebrauchen konnte.
359.Tag – Stufe 47
Etwas nördlich von Dynar begann eines der Spinnennester. Pünktlich zum Beginn der Schlacht – oder besser des Schlachtens – legte der Sandsturm los. Skooma störte es nicht. Diesmal hatte er endlich erfolg, die Chitinmaske des Wüstenräubers hielt dicht. Der Sturm kam ihm sogar zugute, da die Spinnen offenbar noch weniger sahen als er selbst. Trotzdem wurde es schwer. In einer besonders großen Ansammlung der widerlichen Krabbeltiere probierte Skooma einen Trank des Löwen aus, worauf ein wunderschöner starker Wüstenlöwe erschien und ebenfalls kräftig austeilte.
Am Ende des Tages kam er auf stolze 127 erbeutete Giftdrüsen. Ein durchaus befriedigendes Ergebnis.
360.Tag – Stufe 47
Ein kleines Grab wies leider nur einen verschütteten Gang auf. Dafür fand er noch eins in der Nähe des Goldspinnen-Altars. Zwei Düstergespenster versuchten hier, eine Runen-Schrifttafel zu bewachen. Natürlich erfolglos, da Skooma selbst in der Lage war, unerschöpflich neue Düstergespenster zu beschwören. Er selbst sah lieber von Weitem zu. Aber es lohnte sich trotzdem nicht. Schon nach dem ersten Wort wusste er, dass er ein Duplikat in den Pfoten hielt: „Ilikalal ...“ Skooma nahm sie aber mit, da sie einen ganz guten Verkaufswert hatte. Mal sehen, was Ma Syd Jun dazu sagte.
Dann hatte er sein eigentliches Ziel erreicht, die verbarrikadierten Schluchten. Hier gingen die Spinnentäler langsam in Dreugh-Gebiet über. Skooma war entsprechend vorsichtig. Doch die Schluchten selber waren leer. Auch die kleine Höhle oberhalb der Treppe enthielt wieder nichts als Spinnen, und der zweite Eingang, den er nach langem suchen fand, war und blieb versperrt.
Zwei Dreughs später erreichte er den Strand und schwamm im Licht der untergehenden Sonne nach Süden.
361.Tag – Stufe 47
„Hallo Guar! Dein liebes Herrchen ist wieder da!“
Auf dem Boden verstreute Melonenschalen verrieten, dass sich Guar nicht gelangweilt hatte. Auch das wütende Gezeter im nächsten Haus ließ darauf schließen. Skooma wollte gar nicht wissen, was sein Reittier alles angestellt hatte. Er saß lieber auf und ritt schnell weiter.
Die Schatzkarte aus Ma Syd Juns Laden wies, wenn er sie richtig deutete, nach Osten. Skooma musste sich beeilen, denn wie es aussah, musste man nachts an Ort und Stelle sein, um den beschriebenen Geist zu treffen.
Doch es kam anders. Skooma platzte mitten in eine Antilopenjagd, an der sich gleich sechs Wüstenräuber beteiligten. Auch sein Guar war eine Kämpfernatur, wie Skooma zu seinem Leidwesen feststellte. Ehe er reagieren konnte, saß er bereits am Boden, Guar sprang einen Räuber an und die anderen stürmten auf ihn zu. Das war dann doch etwas zu viel. Eine Zeit lang hielt sich Skooma ganz tapfer. Aber dann kreisten sie ihn ein und griffen von allen Seiten gleichzeitig an. Skooma blieb nur die Flucht. Im engen Gang des Grabmals des Surazal konnte er besser kämpfen. Ein Räuber nach dem anderen fiel unter seinen Schlägen.
Danach war es wohl zu spät für die Schatzsuche. Skooma heilte sich und sein Tier als die Sonne schon über dem Horizont stand. Dann brachen sie zu Manuk auf – Geld verdienen.
Später waren sie wieder in Richtung Sydura unterwegs. Da er weder Skent noch jemanden mit dem Namen Ned gefunden hatte, wollte er es noch einmal mit einer Nacht in der Abstellkammer probieren. Konnte ja nicht schaden.
Direkt am Weg lag ein halb versandeter Tempel, an den sich Skooma nicht erinnern konnte. War er hier schon mal? Der Sand sah eben überall gleich aus. Erfreulicherweise war die Tür offen. Er trat ein ... und wäre beinahe über ein Kaninchen gestolpert. Zufälle gab es! Da konnte er ja lange suchen, wenn Skent sich hier drin versteckte.
Die nächste Tür war wirklich zu. Skooma sah auch keine Möglichkeit, die schwere Steinplatte, vor der Skent kauerte, zu bewegen. Das hieß dann wohl, nach einem anderen Weg zu suchen. Mit einem Lichtzauber bewaffnet ging er zur hinteren Seite der Halle.
Hoppala! Beinahe wäre er in ein schier bodenloses Loch gefallen. Also wirklich, Skooma hätte gern gewusst, wer für diese Schlamperei verantwortlich war.
Vermutlich handelte es sich bei dem Schuldigen um eines dieser Skelette, die sich nach jahrelangem Rumliegen wieder erhoben. Sie hätten keinen ungünstigeren Termin dafür wählen können, denn Skooma hatte für Untote nicht viel übrig.
Im nächsten Raum erwarteten ihn zwei geisterhafte Erscheinungen. Skooma, natürlich komplett unsichtbar, konnte sie eingehend betrachten. Sie mussten einmal etwas besseres gewesen sein, Fürsten vielleicht, wie ihre ebenfalls durchscheinende noble Kleidung ahnen ließ. Viel interessanter jedoch waren einige Körbe, die randvoll mit Gold, Seelensteinen und Schmuck hier herumstanden. Es wäre wirklich unverzeihlich, das alles hier zu lassen. Skooma sackte die Kostbarkeiten ein und bekam dabei nicht mit, wie seine Tarnung zusammenbrach. Der Ring der Khajiit und der kristalline Brustharnisch zusammen mochten gewöhnliche Räuber täuschen, bei Geistern jedoch konnte er auf den zusätzlichen Schattenzauber nicht verzichten. Die Fürstin griff zuerst an, und Skooma rannte zur nächsten Tür, um seine Chancen in einem engen Gang etwas zu verbessern. Aber da hockte Skent. Das war wohl Pech für das Kaninchen, oder?
Skent-Hasi war weit weniger wehrlos als Skooma gedacht hatte. Kraftvoll sprang er den Geist an und erledigte ihn mit zwei Schlägen. Applaus! Da das so einfach ging, lockte Skooma auch den zweiten Geist zu Skent. Sollte der sich doch allein die Pfötchen schmutzig machen. Es klappte, aber das Ergebnis war anders, als Skooma es erwartet hätte. Skent stand wieder vor ihm – mit neuem elfischen Körper! Und irgendwie hatte er das Gefühl, dass Skent auch die Seele des zweiten Geistes im Gepäck hatte. Schon drehte er sich um und rannte zum Ausgang. „Moment noch! – Ach, egal.“ Skooma rannte hinterher. Er wollte ihn nicht wieder tagelang suchen müssen. Da musste die eine Tür, die er noch entdeckt hatte, eben bis zu seinem nächsten Besuch in diesem Tempel warten.
Im Zickzack liefen sie nach Dachla. Skooma fragte sich schon, was das ewige Hakenschlagen sollte. War da noch etwas von der Kaninchenexistenz zurückgeblieben? Skent hielt erst kurz vor der Siedlung an. „Da unten ist sie. Holt sie raus!“ sagte er, und als Skooma ihn verständnislos anblickte, erklärte er ihm großmütig, dass natürlich Ned gemeint war.
Da war also die „Große Seele“, die A’nshi unbedingt haben wollte.
Während Skent und Guar, das ihnen nachgelaufen war, am Ortsrand warteten, ging Skooma hinab. Er war schon mehrmals hier gewesen und würde am besten den Verwalter fragen, ob der einen Ned kannte. Zielstrebig suchte er sein Haus auf. Doch der Verwalter war gerade nicht da. Nur ein Ring des Wasserwanderns lag unbeaufsichtigt in einer Truhe herum. Er steckte ihn erfreut ein. Damit würde er endlich auf das Boot in der Bam A’dshent kommen.
Beim Hinausgehen wäre Skooma beinahe mit einem blinden Mädchen zusammengestoßen. Sie grüßte schüchtern, dann war er auch schon draußen und sie drinnen. Skooma dachte nicht weiter über das Zusammentreffen nach. Er hatte oben auf der Stufenpyramide eine Bewegung entdeckt. Und richtig, der Verwalter trieb sich dort herum. Skooma kletterte hoch.
„E Mephala de alan“, begrüßte ihn Ran’gar, worauf Skooma höflich lächelnd mit „Mafala t’sravikazi.“ antwortete. Ran’gar schaute zwar etwas irritiert, lächelte dann aber zurück. Da er kein Ta’agra verstand, konnte er natürlich nicht wissen, dass Skoomas Antwort „Mafala kann mich mal“ bedeutete. Sie kamen ins Gespräch. Ran’gar erzählte ihm von der einst blühenden Oase Dachla, in der er geboren war. Das Leben hier war nicht immer einfach gewesen, aber man war mit seinem Los zufrieden und pries Mephala für Gaben des Landes. Doch dann zürnte ihnen der Spinnenherr, niemand wusste warum. Die Ernte bleib aus, der Sand kam zurück und immer mehr Bewohner verließen den Ort. Schließlich waren sie allein zurück geblieben, er, seine Tochter Ned und ein untoter Wächter, den er auch schon seit einigen Tagen nicht mehr gesehen hatte. (Skooma kannte den Grund, sagte aber nichts.) Wenn sie doch nur weg könnten von hier. Doch wohin sollten sie gehen? Ran’gar hatte gehört, dass weit im Westen die Assassinen auch Leute aufnahmen, die nicht dunmerischer Abstammung waren. Nur, Ned war von Geburt an blind. Er würde den weiten, gefahrvollen Weg durch die Wüste mit ihr niemals schaffen. Ran’gar seufzte tief und schwieg.
Auch Skooma musste das Gehörte erst einmal verdauen. Das Schicksal des Mädchens war schon traurig, und wenn sie eine Khajiit gewesen wäre, dann hätte er es vermutlich nicht übers Herz gebracht, sie seinen Plänen zu opfern. Doch so ...
In dem (mit gekreuzten Krallen gegebenen) Versprechen, sie sicher zur Assassinenburg zu bringen, kaufte er Ned ihrem Vater für lächerliche 50 Goldstücke ab. Bereits einige Minuten später war sie reisefertig. Sie verabschiedeten sich von Ran’gar, der nun ebenfalls versuchen wollte, die Wüste zu verlassen, und stiegen den Hang zum Ortsrand empor. Skooma setzte Ned auf sein Guar. So brauchte sie nicht auf den Weg zu achten, und alle kamen schnell voran. An der Tür zum Serai hielt Skent Skooma zurück. Ned musste allein hinein gehen. Es war besser so. Unmittelbar darauf war ein letzter verzweifelter Aufschrei des Mädchens zu hören ...
Die Tür öffnete sich, und eine dunkelhaarige, verschlagen lächelnde Frau erschien. Es war A’nshi. Skent wusste es natürlich sofort, und auch Skooma ahnte es zumindest. Nun war es vollbracht. Beide Diener Mafalas hatte wieder Körper bekommen, dank Skooma. Und Ned? „Ihr geht es gut. Sie ist jetzt der Sand, der Wind, das Meer – sucht Euch was aus“, kam die spontane Antwort von Skent, während A’nshi weit weniger taktvoll meinte: „Besser ein Ende mit Schrecken, als ein Ende ohne Schrecken.“
Nun stand nur noch Skoomas Belohnung aus. Skent und A’nshi sahen sich an. Selbstverständlich würden sie einem so treuen Helfer seine Belohnung nicht vorenthalten! Skooma würde ... Hohepriester von Kathar werden. Ja, das war das Mindeste was sie für ihn tun konnten.
Schön. Hohepriester in Kathar also. Und wie, bitte sehr, sollte er in das verdammte Wüstennest hinein kommen???
362.Tag – Stufe 47
Gemeinsam rannten sie los, während Guar zurückbleiben musste. Skent übernahm wieder die Führung. Er rannte planlos hin und her, behielt aber wenigstens die grobe Richtung nach Kathar bei. Und dann, kurz vor dem Tor, gab ihm A’nshi doch tatsächlich ein Sklavengewand! „Jeder in Kathar, der nicht Dunmer ist, ist Sklave.“ Merkte sie lapidar an. „Zieht das an!“ Reichlich skeptisch entledigte sich Skooma seiner Rüstung. Wenn das mal gut ging ...
Aber seine „neue Freundin“ behielt recht. Ohne Probleme wurden sie diesmal eingelassen, selbst A’nshi und Skent, die ja nun wirklich nicht wie Dunmer aussahen. Doch deren Aura überzeugte die Wachen wohl, besser keine Fragen zu stellen.
SKOOMA WAR IN KATHAR!!!!!
Er folgte A’nshi, die jetzt die Führung übernommen hatte, bis in den Tempel. Dort wollten sie den Kriecher, oder die Kriecherin, zur Rede stellen. Skooma wollte das zwar nicht so direkt, kam aber mit, um die anderen beiden nicht zu verärgern. Doch der Tempel war leer ... richtig leer. „Haallooo!“ hallte sein Ruf von den Wänden weder.
Er hätte es lassen sollen, denn ein mit borstigen Haaren besetztes Bein tippte ihm daraufhin auf die Schulter. Die Tochter der Fäden hatte sie getäuscht. Und jetzt griff sie an.
Skooma wehrte sich, so gut er konnte. Mehrere starke Blitze jagte er kurz nacheinander in den pelzigen Spinnenkörper. Das war es auch schon. So einfach war ein riesiger Spinnendämon zu besiegen? Ungläubig sah er auf die in letzten Zuckungen liegenden Beine hinab.
Skent ließ ihm keine weitere Zeit, zum Nachdenken. Er ernannte Skooma einfach zum neuen Hohepriester von Kathar, gab ihm einen Brief, der eher eine Einkaufsliste für die neue Tempeleinrichtung darstellte, und wünschte ihm viel Erfolg in seiner neuen Aufgabe. Das war alles.
Während Skent und A’nshi sich in den Westflügel zurückzogen, begann Skooma mit der Erkundung des Gebäudes. Fast alle Räume waren leer. Er fand drei der schwarzen Frauenstatuen, die plötzlich zum Leben erwachten und ihn in einer unverständlichen dunklen Sprache begrüßten. Und er fand den Schrein der Dolche. Skooma legte seine drei Opferdolche darauf, woraufhin sich drei schwarz gewandete Priester mit Totenkopfmasken aus ihren Sarkophagen erhoben, um ihren Dienst im Tempel wieder aufzunehmen. Auch sie nuschelten etwas in der Alten Sprache in ihre Masken. Skooma ließ sie gewähren. Sie würden schon wissen, was als nächstes zu tun war.
Er selbst sah sich lieber erst einmal in der Stadt um.
Kathar war ganz hübsch. Eng aneinander gebaut schmiegten sich die Häuser zum Großteil an die Kraterwand. Breite Stoffbahnen spannten sich schattenspendend über die Gassen. Überall gab es Brunnen und Wasserspeier, an denen man sich erfrischen konnte. Die Bewohner, ja selbst die Ordinatoren, waren freundlich zu ihm und begegneten ihm mit dem gebührenden Respekt des geistlichen Oberhaupts. Nur einer von ihnen meinte auf Skoomas Frage hin: „Wir lieben auch andere Rassen – manche essen wir sogar.“ Na, das war dann doch nicht ganz nach seinem Geschmack.
Das erste Haus, welches Skooma betrat, nannte sich „Samte Erfüllung“. Es war ein Kleiderhändler, vermutlich auch Schneiderei und Weberei in einem. Laut Skoomas Einkaufsliste war das schon seinerster Anlaufpunkt. Aber der Händler war nicht da. Nun gut, er würde wiederkommen.
Gegenüber lag das Stadthaus. Skooma sah sich etwas um und entdeckte auch gleich am Schreibtisch des Beamten, der den klangvollen Titel „Die Stimme des Erhabenen“ führte, den Hebel für einen kleinen Geheimgang. Anschließend erwarb er hier haufenweise neue Möbel für den Tempel der Stadt. Er musste sie selbst bezahlen, aber Skooma tat das doch gern ...
Ein kleiner, abgegrenzter Stadtteil bot zwei Läden auf engstem Raum. Einer davon war „Magische Zeichen“, ein Buchladen, der jedoch geschlossen hatte. Der andere Laden nannte sich „Flüssige Zauber“, was zweifelsfrei auf einen Alchemisten schließen ließ. Der Besitzer hieß Run’garlen und war Skooma vom ersten Moment an unsympathisch. Wie konnte man sich nur eine ausgestopfte Khajiit in den Laden stellen? So viel Unverfrorenheit ließ Skoomas Krallen wie von selbst ausfahren. Nur mühsam beherrschte er sich. “Ihr fragt Euch, weshalb sie sich dreht, nicht wahr?“ Die scheinheilige Stimme des Händlers zerrte gewaltig an Skoomas Selbstbeherrschung. „Unten im Keller sitzt ein Ork an einer Kurbel.“ Ob das nun ernst gemeint war oder nicht, jedenfalls verließ der Händler nach diesen Worten seinen Laden.
Skooma fand den Kellereingang und stieg hinab. Nichts. Ein Fahrstuhlschacht führte noch tiefer hinunter und endete vor einem langen Gang. Skooma sah sich vorsichtig um. Er entdeckte auch hier keinen Ork, aber einen Alchemietisch mit einer kompletten Meister-Ausstattung. Er nahm sie mit. Zwei weitere Schächte, die jedoch keine sichtbare Vorrichtung zur Rückkehr besaßen, ließ er lieber sein. Wieder oben angekommen verkaufte er Run’garlen, der eben zurückgekehrt war, dessen eigene Alchemie-Ausrüstung für gutes Gold. Skooma sah es als kleine Entschädigung für das Schicksal der armen Khajiit-Sklavin.
Sein Aufenthalt im Keller hatte länger gedauert und die Mitternacht war bereits nahe, als er wieder auf die Straße trat.