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Thema: Skooma  (Gelesen 7918 mal)

  • Knecht
    • Dunkle Bruderschaft
311.Tag – Stufe 46

Skooma war schon wieder auf dem Weg nach Norden, bevor die Sonne aufging und die brütende Hitze des Tages begann. Bereits nach ein paar Minuten begegneten ihm erneut merkwürdige Tiere. Gewaltige Vierfüßer mit Echsenhaut und Hörnern kreuzten seinen Weg. Die Köpfe erinnerten etwas an einen Clannfear. Doch im Großen und Ganzen schienen sie friedlich zu sein. Skooma ließ sie trotzdem lieber in Ruhe.
Er lief weiter und weiter. Die kleine Stadt von Gestern schien er verfehlt zu haben. Da konnte sich dieser „Herr des Mondzuckers“ freuen. Doch Skooma hatte ihn nicht vergessen. Er würde ihm eben etwas später sein mottenzerfressenes Fell gerben.
Langsam ging die Wüste in trockenes Grasland über. Palmen spendeten genügend Schatten, um die Hitze etwas erträglicher zu machen. Trotzdem verspürte Skooma bald Durst. Doch er weigerte sich, seine knappen Wasservorräte anzutasten. Nicht bevor er sicher sein konnte, dass Nachschub in der Nähe war oder bevor er fast verdurstet sein würde. Die Schwächeanfälle glich er noch mühelos mit Wiederherstellung aus.
Berge kamen in Sicht. Und als er sich einem Tempel in einer der Felsspalten näherte, wäre er um ein Haar zur Beute eines riesigen Sandwurms geworden. Skooma konnte gerade noch beiseite hechten. Dann trat er in den angenehm kühlen Schatten des Tempels. Doch es war nichts weiter als eine Vorhalle. Ganz hinten, ein paar Stufen hoch, verhinderte eine runenbedeckte Tür das Weiterkommen. Fürs erste. Skooma hatte das Gefühl, dass hinter dieser Tür etwas ungeheuer Wichtiges lag, und dass er unbedingt noch einmal hierher zurückkehren müsste.
Doch heute würde er sich dieses Reich einmal genauer ansehen. Er war jetzt vollkommen überzeugt, in einer Daedrasphäre Mafalas gelandet zu sein, eine Insel, wenn man der Karte in der Spelunke glauben konnte. Mal sehen, wie groß sie wirklich war. Und vielleicht traf er seine Daedraschwester Mafala ja sogar persönlich. Er würde ihr dann einfach Grüße von Jyggalag bestellen, sich noch ein paar nützliche Tipps für sein eigenes Reich geben lassen und nachher in Frieden diese Wüste verlassen.
Mit diesen Gedanken lief er weiter, immer noch durstig. Er kam an Wasser vorbei, doch es roch schon salzig. Außer einer Abkühlung als Bad war es nicht zu gebrauchen. Das Gras war mittlerweile viel grüner und saftiger geworden. Die Palmen waren echten Bäumen gewichen, wie sie auch in Cyrodiil wuchsen. Und dann sah Skooma endlich etwas bekanntes. Es musste ein Pahmar-Khajiit sein. Skooma war ganz sicher. Sein schwarz-gelb gestreiftes Fell und der Gang auf allen Vieren verrieten ihn. Freudig lief Skooma auf den Khajiit zu und versuchte, ihn in ein Gespräch zu verwickeln. Doch der Pahmar starrte ihn nur aus seinen Katzenaugen an. So etwas unhöfliches! Dabei hatte er doch nur nach dem Weg zur nächsten Ansiedlung gefragt. Doch wie es aussah, hätte sich Skooma genauso gut mit einer wilden Dschungelbestie unterhalten können.
„Dschungel“ traf übrigens genau den Punkt. Skooma hatte die nördliche Küste erreicht und sich westwärts gewandt. Die Gegend erinnerte jetzt an die Schwarzmarsch, nur dass es hier viel schwüler war. Gegen Mittag ließ sich die hiesige Tierwelt zu ihrem ersten Angriff auf Skooma hinreißen. Drei Raubtiere, die von Größe und Gestalt entfernt Hunden ähnelten, aber sicher keine waren, stürzten sich in sein Schwert. Doch mehr passierte nicht. Nur Stille, Hitze und Durst.
Irgendwann fand er eine stumpfe Pyramide mit einem magischen Portal oben drauf. Es leuchtete in einem intensiven Blau, schien ansonsten jedoch defekt zu sein. Skooma schaffte es nicht, das Tor zu aktivieren. Er ging weiter, jetzt schon wieder nach Süden.
Es folgte ein Stück Steilküste, hinter der wieder die Wüste begann. Es schien also möglich zu sein, das Inselreich in ein oder zwei Tagen zu umrunden. Damit entsprach es etwa den Zitternden Inseln. Skooma war zufrieden, nicht das kleinste der Reiche abbekommen zu haben. Er lief mittlerweile durch ein Gewirr von Felsschluchten. Ein Dreugh hatte ihn gesichtet, war jedoch zu langsam um Skooma folgen zu können. Er fand einen Altar, an dem er für 1000 Septim einen Zauber kaufen konnte. Das dachte Skooma jedenfalls. Doch die Sache war reiner Nepp. Das Geld war futsch und er spürte keinen Unterschied zu vorher.
Endlich sah er eine Bergfestung am Horizont. Skooma war inzwischen egal, wo er seinen brennenden Durst stillen konnte. Er kletterte den steilen Weg hoch ... und wurde prompt abgewiesen: „Kein Zutritt für Khajiit. Jedenfalls nicht solange sie noch ihr Fell tragen.“ Der Dunmerwächter fand das wohl komisch. Skooma nicht. Er zeigte dem Elfen erst einmal, wohin sich dieser seine angebliche Feuerresistenz stecken konnte. Qualmend stürzte dieser dann in die nächste Schlucht. Doch das Tor blieb trotzdem geschlossen. Wieder hatte Skooma Pech gehabt.
Den Ausklang des Tages bildete dann ausgerechnet ein ganzes Nest großer Wüstenspinnen, auf die Skooma traf. Sie kamen nicht dicht genug heran, um ihm gefährlich werden zu können. Doch irgendwann hatte er keine Lust mehr. Wenigstens war es kühler geworden ...

312.Tag – Stufe 46

Immer noch war keine Siedlung in Sicht. Skooma irrte weiter durch die Wüste. Spätestens heute Mittag würde die erste Wasserflasche fällig sein. Er hätte auch gern etwas Zucker genascht, traute sich aber nicht. Zu groß war die Gefahr, dass die Dosierung nicht stimmte, und dann konnte er leicht hier in der Wüste verrecken ohne jemals gefunden zu werden.
Als die Sonne am Horizont erschien und sich ein schwerer Sandsturm ankündigte fand Skooma endlich die schützenden Häuser eines Militärlagers. Er nahm an, dass es sich um ein solches handelte, wegen der vielen frei herumlaufenden Ordinatoren.
Skooma betrat das Wachhaus und setzte sich artig auf eine Bank, um den Sturm draußen vorüberziehen zu lassen.
Jedoch es gefiel ihm hier nicht. Argwöhnisch, ja schon misstrauisch beobachtet beeilte sich Skooma, das Wachhaus zu verlassen, sobald der Sturm nachgelassen hatte. Diese ganze Siedlung, oder was immer das war, machte einen eher feindlichen Eindruck auf ihn. Der Händler zum Beispiel, bezeichnenderweise ein Dunmer, weigerte sich sogar, nur mit ihm zu reden.
Skooma verließ diesen ungastlichen Ort gleich wieder. Von der Dachterrasse des Handelshauses aus hatte er im Süden einen langen Steg entdeckt, der weit ins Meer führte. Dort zog es ihn hin. Er nahm ordentlich Anlauf und stürzte sich mit einem mutigen Satz in die Fluten. Dann schwamm er, immer geradeaus.
Wie vermutet zeigte sich auch nach einer halben Stunde nichts als Wasser am Horizont. Es hatte keinen Zweck. Skooma zauberte Wasseratmung, ließ sich auf den Grund sinken und marschierte zurück.
Wieder auf festem Boden überraschte er einen Dreugh beim Sonnenbad. Skooma spielte etwas mit ihm, so lange bis das Monster keine Lust mehr hatte und liegen blieb. Dann folgte er weiter dem Meeresufer. Er fand ein Grabmal. In den Runen der Tür konnte er den Namen Surazal entziffern, wohl derjenige, der hier zu ruhen versuchte. Skooma beschloss, diese Ruhe mal kurz zu unterbrechen. Etwas Schatten würde ihm jetzt gut tun.
Da er von vornherein mit Untoten rechnete, machte er sich sogleich unsichtbar. Dann ging er den gewundenen Gang hinab. Skooma fand tatsächlich haufenweise Knochen in der ersten Halle und vor allem auf der Treppe, die weiter hinab führte. Nach und nach erhoben sich einzelne Skelette, um blöde durch ihn hindurch zu starren. OK, war ein gutes Schießtraining. Er hatte ja von den Söldnern Ja’kils genügend Pfeile mitgenommen, um etwas Sport zu treiben.
Einige der Skelette brannten sogar, was in der düsteren Gruft lustig anzusehen war. Doch der weitere Weg war durch mehrere Gitter versperrt. Erst als Skooma den ersten Wandschalter entdeckte, glaubte er, den Mechanismus für die Türen gefunden zu haben. Er glaubte es ...
Bei der Suche nach weiteren Schaltern war er einen tiefen Schacht hinab gestürzt. Skooma tat alles weh. Fluchend heilte er sich. Doch hier ging es noch weiter. Ein Gang zweigte ab und führte ihn schließlich in eine Kammer, an deren Wand ein weiterer Schalter zu sehen war. So funktionierte das also. Skooma fand sogar den Weg nach oben. Es war derselbe Schacht, in den er gefallen war. Als er nach einer Geheimtür suchend die wände abtastete, begann sich der Boden zu bewegen. Es ging hinauf. Skooma sah auch die Ketten an den Wänden, die ihn langsam aber sicher in die Höhe zogen.
So ähnlich wiederholte sich alles noch drei mal, lediglich mit dem Unterschied, dass er nicht einfach in die Schächte sprang, sondern an den Ketten nach unten kletterte.
Dann war der Durchgang frei.

313.Tag – Stufe 46

Skooma stand in einer Grabkammer vor einen gut erhaltenen hölzernen Sarg. Natürlich öffnete er ihn sofort. Der Inhalt war nicht gerade weltbewegend, doch er nahm alles mit, bis auf die gebrachten Klamotten und die Knochenreste. Das Grabmal an sich hatte sich ja gelohnt. Skooma hatte einige Äxte der Skelettkrieger einstecken und mehrere Tausend Septim in Gold gefunden.
Aus den Augenwinkeln sah er kurz eine Geistergestalt aufflackern und wieder verschwinden. Mehr geschah hier nicht.
Skooma kehrte in die Wüste zurück, nur um sofort den nächsten Hitzschlag zu bekommen.
Kurz darauf wurde er erneut angegriffen. Die hiesige Unterart der Schlammkrabben, monströse Geschöpfe, kroch auf ihn zu. Aber genau wie ihre Cyrodiiler Verwandten konnten sie nicht klettern. Skooma stand auf einem kleineren Felsen und schoss sie der Reihe nach ab.
Er hatte auch schon ihr Zuhause erspäht. Eine Höhle ganz in der Nähe war sein nächstes Ziel. Sie stellte sich als groß und verworren heraus, und gefüllt mit diesen merkwürdigen Geschöpfen. Es gab sie in den unterschiedlichsten Größen. Doch wirklich gefährlich schienen nur die kleinen zu sein. Er brachte jeweils fünf Feuerbälle, um einen zur Strecke zu bringen. Während der ganzen Zeit hatte Skooma darauf geachtet, keines der Biester nahe genug für einen direkten Angriff an sich heran zu lassen. Er hatte zwei Dreughs gefunden und Sandspinnen, die Opfer dieser Krabbeltierchen geworden waren und traute ihnen daher einige Gemeinheiten zu.
Am Nachmittag war auch die Höhle gesäubert und Skoomas Weg führte immer weiter nach Osten. Als nächstes kam eine Kultstelle, wo weibliche Furien mit Goblinhornhelmen und Totemstäben versuchten, Skooma zu ärgern. Auch sie erwiesen sich als nicht stark genug. Doch mittlerweile war es wieder dunkel geworden und er suchte eine Stelle zum Übernachten.

314.Tag – Stufe 46

Im Südosten erhob sich eine Statue über dem Horizont. Es war die größte, die Skooma bisher in dieser Welt gesehen hatte. Als er sich ihr näherte, gewahrte er wieder eine dieser Priesterinnen. Vermutlich gab es hier irgendwo sogar noch ein Lager. Skooma umrundete die Statue einmal, fand aber nichts besonderes an ihr. Also lief er weiter. Er kam an einem kleineren verfallenen Tempel vorbei und erreichte, schon wieder durstig – oder besser: immer noch -  eine gigantische Pyramide. Skooma kletterte natürlich sofort bis zur Spitze hinauf, nur damit sich sein Sonnenstich verschlimmerte. Er konnte fast nichts mehr von seiner Umgebung erkennen. Jetzt griff er doch zur Wasserflasche. Er besaß vier davon, aber schon nach der ersten ging es ihm wieder deutlich besser.
Den Eingang zur Pyramide zu finden war kinderleicht. Doch öffnen ließ er sich nicht, wäre ja auch zu schön gewesen. Skooma lief weiter, jetzt nach Nordosten.
Etwas abseits der Küste stieß er auf ein einsam gelegenes Haus in der Wüste. So ganz wohl war ihm nicht bei diesem Anblick. Doch schließlich siegte wie immer Skoomas Neugier. Vorsichtig trat er ein und ... fand sich in einem leeren Raum wieder. Nichts Gefährliches. Es gab nicht einmal Möbel sondern nur einen Drehgriff an der Wand, der sicher eine Geheimtür öffnen würde. Skooma bereitete sich darauf vor. Doch er wurde enttäuscht. Keine Tür öffnete sich. Dafür fiel ein Gitter hinter ihm hinab und versperrte den Ausgang. Ein zweites Gitter fuhr knapp über dem Fußboden aus einer der Wände aus, so dass Skooma darauf springen musste. Der Fußboden senkte sich, das Gitter verschwand wieder und Skooma landete ziemlich unsanft im Keller. Soviel zum Thema „Touristenfalle“ in diesem Land.
Zum Glück führte ein Gang weiter ins Innere, zu einem Schacht in den er ohne weiteres hinunter kletterte. Was hätte Skooma auch sonst tun sollen. Der normale Ausgang war schließlich unerreichbar.
Einige Zwischentüren zu weiteren Gängen und kleinen Räumen ließen sich problemlos öffnen. Meist fand er nur wertloses Zeug, doch dann stieß er auf fünf Menschen, die wohl ebenso wie er auf den Trick hereingefallen waren. Einer von ihnen hatte sogar den Schlüssel zur einzig fest verschlossenen Tür gefunden. Doch sie trauten sich nicht hindurch zu gehen. Skooma war da mutiger. Er ging vor und kümmerte sich um die angreifenden Mumien (wenigstens mal ein paar neue Gegner). Schnell war eine Leiter zum zweiten Ausgang gefunden. Die Menschen waren frei.
Dummerweise dankten sie es Skooma nicht. Na ja, was konnte man auch erwarten, wenn man als Menschen getarnte Liche aus ihrem Gefängnis befreite? Doch er hatte keine Lust, als Hauptmahlzeit herzuhalten. Und so kam es, dass bei den Lichen die Freude über die neu gewonnene Freiheit extrem kurz war.
Endlich fand Skooma wieder etwas bekanntes. Die Wüstenfestung Ra’kils ragte hinter den Dünen auf. Noch immer unsichtbar von Kampf mit den Lichen betrat er den Hof und stürzte wie damals gleich zum Brunnen. Das Wasser tat sooo gut.
Er blieb auch gleich über Nacht hier. Das heißt, nachdem er die neu angeheuerten Söldner erledigt hatte.

315.Tag – Stufe 46

Noch einmal kehrte Skooma ans Meer zurück. Wenn er dieses Reich schon umrunden wollte, dann auch richtig. Prompt fand er auch noch eine kleine Hafensiedlung mit einer weiteren Pyramide. Die Pyramide war logischerweise verschlossen und bis auf einen menschlichen Wächter, der aber friedfertig war, schienen die Häuser leer zu sein. Der allgegenwärtige Wüstensand hatte bereits begonnen, sich den Ort einzuverleiben.
Skooma durchsuchte einige Häuser nach Verwertbarem. Zuerst fand er nichts, doch dann traf er auf einen schlafenden Geist. Auch der, oder besser sie, war friedlich. Sie hieß Dira und hatte mit ihrem Schiff das Meer befahren, bis es hier im Hafen gesunken war. Das war nicht so schön, ließe sich aber verschmerzen, wenn man nicht ihrem Leichnam das Herz gestohlen hätte, um es Mafala zu opfern. Doch welcher Wahnsinnige würde schon dazu bereit sein, von einem Daedraprinzen eine Opfergabe zurück zu holen? Diras Geist würde wohl auf ewig an diesen Ort gebunden sein ...
Skooma überlegte nur kurz. Er würde das Herz wieder beschaffen. Wenn Mafala deswegen sauer war, war es ihm egal. Auf diese Weise wäre die Stammesmutter wenigstens gezwungen, sich ihm zu zeigen.
„Das Herz findet ihr in der Pyramide, und den Schlüssel dazu bei dem untoten Wächter in einem der Häuser.“ Gab ihm Dira noch mit auf den Weg.
Skooma arbeitete alles schnell ab. Wächtermumie – erledigt. Pyramide aufgeschlossen – erledigt. Schätze mitgenommen – erledigt. Herz gefunden – erledigt ...
Zum Schluss hatte Diras Körper im Schiff sein Herz zurück und ihr Geist war frei. Sie warnte Skooma noch, dass es nicht ungesühnt bleiben würde, der „Bam“ ein Herz zu entreißen. Skooma nahm es zur Kenntnis, auch wenn er nicht viel mit der Warnung anfangen konnte. Der vor dem Haus lauernde Sanddreugh war damit sicher nicht gemeint.
Als er die Ruinen westwärts verließ, sah er in der Ferne wieder Häuser vor sich. Dort musste die Arena sein, jener Ort an dem er nach Ocatos Verrat hier angekommen war. Gut, er würde morgen zum Handelshaus gehen und zur Taverne. Heute betrat er die Arena selbst, und forderte übermütig den Rothwardonen Galbulus zum Kampf heraus.
Sein Gegner schien den Faustkampf zu bevorzugen. Vielleicht stand das ja auch so in den Regeln der hiesigen Arena. Jedenfalls ließ sich Skooma darauf ein. Er konnte ja nichts dafür, dass Khajiitpfoten „spitzer“ waren als menschliche Hände. Doch auch ohne dieses kleine Extra hätte er gegen den stark zerkratzten Rothwardonen haushoch gewonnen. Skooma strich seinen Gewinn ein, 500 Goldstücke und eine alte Schrifttafel, auf der das Rezept beschrieben war, mit dem man einen Riesensandwurm töten konnte. Es klang ziemlich verrückt, dass man sich dazu von dem außen unverwundbaren Wurm verschlucken lassen musste. Skooma hatte auch nicht vor, das in nächster Zeit auszuprobieren. Doch man konnte nie wissen, was die Zukunft bringen würde. Besser war es allemal, vorbereitet zu sein. Da er ja nichts besseres vor hatte, würde er mit der Suche nach den Zutaten beginnen.
Zurück im Trainingsraum der Kämpfer fiel ihm eine Dunmer auf. Skooma schloss jedenfalls von der Augenfarbe auf die Rasse, denn die Frau war von Kopf bis Fuß in schwarzen Stoff eingewickelt. Sie stellte sich als Assassine Madmi vor. Gleich vorweg, Khajiiti konnte sie eigentlich nicht leiden, doch für genug Geld würde sie sich von jedem als Begleitung anheuern lassen. Daran hatte Skooma wiederum kein Interesse. Vielleicht könnte er selbst bei ihr anheuern? Dem Orden quasi beitreten? Skooma brachte ja alle Voraussetzungen zum Assassinen mit. Er war nicht umsonst Zuhörer der Schwarzen Bruderschaft geworden ...
Apropos Zuhörer. Ihm fiel bei der Frage ein, dass er unbedingt versuchen musste, dieses Land wieder zu verlassen. Die Mutter der Nacht würde sicher nicht erfreut sein, wenn sich ihr Zuhörer so lange nicht blicken ließ. Unter Umständen würde sie gar jemand anderen auf diesen Posten berufen und Skooma hätte dann ein neues Problem, einen Killer auf den Fersen.
Die Worte „Keine Mitgliedschaft für Felllecker!“ holten ihn auf den harten boden der Realität zurück. Aber er tat der Dunmer deshalb nicht gleich weh. Skooma hatte das Gefühl, sie noch irgendwann brauchen zu können.
Hinter den Haus führte eine Falltür zum Arenakeller. Neugierig sah Skooma mal nach. Bingo! Er hatte die Kisten des Händlers Hamill gefunden. Wer die dort wohl versteckt hatte? Egal, Skooma brachte sie zurück. Hamill machte ihm gleich einen neuen Vorschlag. Es wäre doch schön, wenn Skooma auch die Diebe finden könnte. – Na gut, später vielleicht.
Erst einmal war er müde. Eine absteige am Rande des Platzes lud zum Übernachten ein, oder bot zumindest die Möglichkeit. Er trat ein.
Es war etwas zu ruhig hier. Kein Wirt, keine Gäste. Das hieß, keine lebenden Gäste. Ein Toter „saß“ am Tisch. Skooma fand bei ihm die Nachricht eines gewissen Tagnar. In der Oase der Bam Ukaltan (also westlich von hier) sollte er beim Kopf einer Schildkröte eine weitere Nachricht finden.
Diese Sache und das Sammeln von Wurmgift-Zutaten würden ihn dann morgen beschäftigen. Skooma blieb über Nacht hier.

316.Tag – Stufe 46

Der Händler Jubin im örtlichen Handelshaus kaufte alles, außer gestohlene Sachen. Skooma merkte sich dass. Solange er keinen Hehler gefunden hätte, würde er auf das heimliche Mitnehmen von Sachen verzichten, nur unnützes Gepäck.

Skooma lief westwärts in die Wüste. An die Hitze hatte er sich schon etwas gewöhnt. Sie wäre ohne Rüstung, also direkt auf dem Fell viel leichter zu ertragen gewesen, doch auf etwas Schutz wollte er hier nicht verzichten.
Schnell fand er die Oase und auch die „Schildkröte“. Doch von einer Nachricht war keine Spur zu entdecken. Nur eine Stelle am Boden fiel ihm auf. Hier war eindeutig gegraben worden. Er kratzte eine Weile im Sand herum, sah dann aber ein, dass er ohne Schaufel nicht weit kommen würde. Also zurück.
Im nächsten Gehöft war keine Schaufel zu finden. Skooma musste den ganzen Weg zum Arena-Handelshaus zurücklaufen und Jubin nach diesem Werkzeug fragen. Leider hatte der keine Schaufeln im Angebot. Doch Skooma war ja nicht blöd. Überdeutlich konnte er so ein Teil hinter dem Händler stehen sehen. Freundlich lächelnd zuckte er die Schultern und verließ den Laden.
Unsichtbar schlich er zurück und borgte sich die Schaufel aus.
Wieder in der Oase fand er beim Buddeln ein paar Tränke, einen Diamanten ... aber auch keine Notiz. Also wieder Pech gehabt.
Dann eben Plan zwei. Skooma brauchte Spinnengift, Kaktusstacheln und den Kopf eines Sanddreugh. Die Stacheln hatte er schon. Überall in der Wüste standen diese Kakteen schließlich herum. Spinnen und Dreughs war er auf seiner Inselrunde vor allem im Westen begegnet. Da musste er also wieder hin.
Skooma lief aber zuerst nach Norden. Er hatte zwei kleine Stufenpyramiden entdeckt, die er schnell noch untersuchen wollte.
Doch das wäre um ein Haar schief gegangen. Die erste Pyramide empfing ihn mit einem derart starken Feuerzauber, dass die Hälfte seiner Lebensenergie mit einem Schlag drauf ging. Mühsam nur konnte er dem zweiten Treffer entgehen. Skooma beeilte sich, von hier fort zu kommen.
Etwas westlich fand er einen Opferaltar für Geisterantilopen. Natürlich! So etwas schleppte auch jeder mit sich herum!
Dann kamen Ruinen. Eine Inschrift sprach von „Tempel der vier Säulen“. Aber die Tür blieb verschlossen.
Noch weiter westlich fand er an einem Bergmassiv einen Friedhof mit (verschlossener) Familiengruft, und dann endlich Wüstenspinnen. Bald hatte er genügend Giftdrüsen beisammen. Fehlte nur noch der Dreugh.

317.Tag – Stufe 46

Mitten in der Nacht in der offenen Wüste tobte ein Sandsturm. So sehr er auch suchte, Skooma fand keinen Unterschlupf und war dem Sturm hilflos ausgeliefert. Dann endlich fand er das Felslabyrinth der Dreughs. Aber ... etwas stimmte nicht. Ein Hustenanfall nach dem anderen plagte ihn. Er spuckte Sand und brachte in diesem Zustand keinen Zauberspruch zustande. Nicht mal ein Heilzauber wollte ihm gelingen. Natürlich kam ausgerechnet in dieser prekären Situation ein Sanddreugh um die Ecke. Skooma blieb nur die Flucht.
Der Zufall ließ ihn in die richtige Richtung hetzen. In einer alte Grabstelle fand er einen Trank der Krankheitsheilung, den er sofort hinunterstürzte. Anschließend heilte er auch alle anderen Beschwerden, die der Sandsturm ihm zugefügt hatte. Und dann ging’s zurück zum Dreugh.
Nur ... hatte Skooma bei der überstürzten Flucht etwas die Orientierung verloren. Statt des Labyrinths fand er eine verlassene Siedlung. Das Haus wau fast vollständig im Sand verschwunden, aber ein Höhleneingang sah noch gut aus. Skooma trat ein.
Die Höhle bestand nur aus wenigen Kammern. Eine davon war wohnlich eingerichtet. Ja, es war sowieso die beste Idee, in dieser Wüstenwelt in Höhlen zu wohnen. Tagsüber waren sie angenehm kühl und nachts hielt sich die Temperatur auch nahezu konstant. Außerdem konnte man in Höhlen öfters Wasser finden, ein Umstand dessen Wichtigkeit Skooma damals in Cyrodiil nie bewusst geworden war.
Wie gesagt, die Höhle war bewohnt. Und der Bewohner hatte das Wort „Gastfreundschaft“ anscheinend noch nie zuvor gehört. Er hieß Valen Adrett. Skooma sagte der Name natürlich nichts, und da sich der Dunmer auf keine weiteren Gespräche einließ, konnte ihn Skooma auch nicht mehr ausfragen. Die reich magisch verzauberte leichte Rüstung nahm er selbstverständlich mit.
Den Rest des Tages jagte er Dreughs. Er hatte das Labyrinth wiedergefunden und darin die Eingänge zu mehreren Grabkammern entdeckt. Systematisch sah er sie sich an. Da waren ein Lich, eine Spinnengrube, ein Dreugh, mehrere Skelette …
Skooma arbeitete bis er todmüde umfiel.

318.Tag – Stufe 46

Obwohl er jetzt mehrere Dreughs erlegt hatte, war kein brauchbarer Schädel dabei gewesen. So richtig wusste Skooma jetzt nicht wohin, also lief er einfach nach Norden, den Bergen entgegen. Lange ging alles gut, doch dann …
Sicher, auch in Elsweyr gab es ab und zu Stammesfehden. Doch die Khajiiti galten schon als zivilisiert, lange bevor die ersten Elfen Tamriel betreten hatten. Warum ausgerechnet ein ganzes Rudel großer gelblicher Katzen so unfreundlich auf ihn reagierte, war Skooma schleierhaft. Er vermutete so etwas wie kollektiven Hitzekoller. Doch es half alles nichts. Er musste sich zur Wehr setzen. Zu seinem Glück ließen sie sich relativ leicht von seinem Dremora ablenken, so dass er selbst auf einem Felsen etwas Schutz fand. Trotzdem war erst Ruhe, als der ganze Stamm tot zu seinen Füßen lag. Schade drum.
Etwas später fand er einen gangbaren Pfad den Berghang hinauf. Drei Wüstenräuber stellten keine große Herausforderung dar. Skooma bekam sogar wieder Pfeile umsonst. Er hatte in letzter Zeit einen unglaublichen Verschleiß an Pfeilen gehabt. Wann immer es ging, hatte er den Bogen einem Nahkampf vorgezogen. Es ging ihm dabei nicht so sehr um seine Sicherheit, die Rüstung schützte gut, sondern um mehr Übung im Schießen.
Dann sah er in eine Felsspalte hinab. Ein langer schmaler Bergsee tief unten versprach angenehme Kühle und Trinkwasser. Skooma hopste die Felsen herunter.
Unten wandte er sich zuerst westwärts. Hier schien der See gleich zu Ende zu sein, doch ein unterirdischer Flusslauf führte in die Felsen hinein. Einmal Wasseratmung und durch!
Es stellte sich heraus, dass Skooma einen weiteren Durchgang zum Norden der Insel gefunden hatte, nicht mehr und nicht weniger. Er kehrte zurück und erkundete den Bergsee in östlicher Richtung. Hier fand er am Südufer eine weitere Räuberhöhle und seinen ersten Argonier – in Skelettform. Auch Wasserfälle entdeckte er. Vorsorglich füllte Skooma alle Flaschen die er hatte mit frischem Trinkwasser auf. Dann machte er sich auf den Rückweg.

319.Tag – Stufe 46

Gegen vier Uhr morgens erreichte er die Arena. Da Jubin seinen Laden so früh noch nicht geöffnet hatte, beschloss Skooma, sich die Zeit im Haus des Mondes zu vertreiben. Er hatte immer noch zwei Portionen Mondzucker dabei, und so langsam sah er nicht mehr ein, warum er sich dieses kleine Vergnügen versagen sollte. Was sollte auch groß passieren? Hier war wann immer er vorbei kam alles friedlich.
Skooma suchte sich ein Bett, auf dem er bequem sitzen konnte. Dann fischte er die erste Portion aus seinen Taschen und ließ sie langsam auf der Zunge zergehen. Oh, wie sehr er den süßen Geschmack vermisst hatte. Ruckzuck war auch die zweite Portion weggenascht. Die Rede war natürlich von Khajiit-Portionen, die etwas größer ausfielen als die fürs normale Volk. Deswegen hatte Skooma auch seine Sitzgelegenheit gut gewählt. Er schaffte es gerade noch, beim Umfallen das Bett zu treffen statt des harten Fußbodens. Dann wurde es dunkel …
Als Skooma wieder erwachte, befand er sich … ja wo eigentlich? War das immer noch derselbe Ort? Und wenn nicht, wie war er hierher gekommen? Zum Glück schien nichts von seinen Besitztümern abhanden gekommen zu sein. Skooma atmete auf. Dann sah er sich um. Im Süden sah er die bekannte Wüstenfestung. Das war gut, er war nicht weit weg. Nordwestlich gab es einige Häuser. Skooma ging auf den kleinen Ort zu. Die „Häuser“ reduzierten sich beim Näherkommen aus ein einziges größeres Gebäude und mehrere Mauerreste drum herum. Es musste so was wie ein Tempel sein, auf andere Art als die verfallenden Anlagen in der Wüste eben. Er entdeckte einen Schrein Malafas, wo er seine Waffen magisch aufladen konnte, was er dann auch tat. Ein Stockwerk höher fand sich auch ein Priester, welcher Skooma die vier gefundenen Totentaler abkaufte. Vorher hatte er allerdings gefeilscht wie ein Bosmer.
Gut. Skooma zog weiter. Er half ein paar Bauern gegen Wüstenspinnen und musste diese dann selbst erledigen. Heutige Lektion: Verwechsle nie Bauern mit Wüstenräubern!
Wieder ein Stück weiter ragte ein Turm mit Kuppeldach auf. Zahlreiche Skelette, Zombies, Mumien und Geister tummelten sich munter vor der Tür, und auch im Inneren des Tempels trieb ein Lich sein Unwesen. Skooma machte alles nieder. Bei einem Schatzjäger, der nicht so viel Glück – oder Erfahrung – gehabt hatte, fand er eine Notiz. Es ging um ein Schwert in einem Tempel westlich von hier. Das war doch was für Morgen.

320.Tag – Stufe 46

Skooma hielt sich genau westlich. Mit den Richtungsangaben hier hatte er schon viele schlechte Erfahrungen gesammelt. Es wurde endlich Zeit, sich eine Karte zu besorgen. 
Diesmal fand er schnell etwas. Halb verweht vom Wüstensand war eine kleine Holztür zu sehen. Skooma buddelte sie frei um einzutreten. Auf den ersten Blick war das Ergebnis enttäuschend. Nur ein paar Schritte vor ihm gähnte ein tiefer Brunnen in einer winzigen Höhle, nichts weiter. Doch gerade als er wieder gehen wollte, glaubte Skooma Geräusche von unten gehört zu haben. Ein Blick in den Brunnen zeigte ihm, dass unten ein größerer Raum sein musste. Ganz sicher gab es einen zweiten Ausgang. Das musste einfach so sein. Ohne weiter nachzudenken sprang er hinab.
Die Landung war unsanft. Das Wasser, das er von oben gesehen hatte, ging ihm gerade bis zur Hüfte und konnte den Sprung kaum abdämpfen. Dafür jedoch gab es tatsächlich einen Gang. Skooma holte tief Luft und tauchte. Schon zwei Biegungen weiter sah er die Echos seines Lebenserkennungszaubers, den er permanent aufrecht erhielt (um Mystik zu üben). Unsichtbar betrat er einen Saal, in dem ihm das Wasser immer noch bis zu den Knien reichte. Und hier waren wieder Mumien zu erlegen. Skooma legte los.
Nach getaner Arbeit näherte er sich einem Sarkophag, der an der Wand hing. Skooma war schon früher darauf aufmerksam geworden, doch erst jetzt hatte er die Ruhe dafür. Er berührte den Deckel, worauf ein hämisches Gelächter ertönte. Schlagartig gefror das Wasser zu seinen Füßen. Skooma erschrak. Doch dann erst bemerkte er den kleinen Podest auf dem er stand. Wäre ja auch noch schöner, hier eingefroren zu werden.
Was allerdings jetzt kam, war Schwerstarbeit. Dieser Lich übertraf alles, was Skooma jemals erlebt hatte. Und im Nachhinein wusste er, ein kurzfristiges Nachlassen seines Chamäleonzaubers wäre sein sicherer Tod gewesen. Er verließ sich auf die Schlagkraft seines Dremorafürsten, da der Lichkönig relativ unempfindlich auf Skoomas Waffen und Magie reagierte. Und trotzdem, zweimal traf ihn die Stabmagie des Lichs mehr durch Zufall. Es war mörderisch. Skooma konnte kaum so schnell seine Heiltränke schlucken wie die Lebensenergie ihn verließ. Diesen lang anhaltenden Kältezauber hatte er kaum etwas entgegenzusetzen. Ganze dreißig starke Heiltränke, ein Vermögen, gingen dabei drauf bevor der Lich endlich besiegt war. Als erstes schnappte sich Skooma den wertvollen Stab und verstaute ihn sorgfältig. Sollte damit schon das „Schwert“ in der Notiz gemeint gewesen sein? Skooma wusste es nicht, hielt es aber nicht für ganz unwahrscheinlich. Aber er würde die Augen offen halten.
Ein anderer Weg führte hinaus. Zumindest in dieser Hinsicht wurde Skooma nicht enttäuscht. Er landete am Ufer eines kleinen Teiches in der Nähe eines leer stehenden Zeltes. Skooma teilte sich das Lager mit dem Skelett, dass schon dort lag. Erst mal eine runde Schlaf!
Etwas ausgeruht ging er weiter. Er hatte im Zelt noch einen kleinen goldenen Schlüssel gefunden und eingesteckt. Jetzt zog ihn ein Dorf etwas nördlich an. Doch es war leer. Skooma fand in einem der Häuser wieder ein Tagebuch, dass ihn auf ein seltsames Tier hinwies. Dazu musste er nach Osten bis zu einem Friedhof und noch darüber hinaus. Na ja, ein Versuch konnte wohl nicht schaden.
... Gegen Abend war er zurück. Er hatte weder Friedhof noch Tier gefunden. So langsam begann das, peinlich zu werden. Ein Khajiit, der sich in der Wüste permanent verlief! Hoffentlich bekam das keiner seiner Bekannten mit.
Gleich darauf bekam er genügend Ablenkung. Skooma hatte wieder eine Wüstenfestung entdeckt, die diesmal voller Skelette steckte. Als er schließlich mit ihnen fertig war, hatte er sich einen ordentlichen Schluck aus dem Brunnen verdient. Nur ... es gab leider kein Wasser. Statt dessen erklang die Stimme einer Frau aus der Tiefe, die sich hier vor den Untoten versteckt hatte und nun um eine Leiter bat. Skooma würde sehen, was sich machen ließ.
Erst einmal fand er weder Leiter noch Seil. Doch dann stieß er auf eine Tür, die nicht massiv verrammelt war. Der Eingang zu einer Silbermine.


"Die Toten existieren um die Lebenden zu nähren." Eola
  14.03.2011, 15:49
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321.Tag – Stufe 46

Ein munteres Völkchen aus Skeletten und Lichen tummelte sich in der kleinen Mine. Aber warum saßen sie hier im Dunkeln? Skooma machte erst einmal Licht. Gleich kam viel mehr Stimmung in die Runde. Besonders der lichterloh brennende Lich sorgte mit hektischem Gekreische für allerhand Aufregung. Doch wenn Skooma in einer Behausung Untoter eintraf, kehrte für gewöhnlich schnell Ruhe ein. So auch hier. Nachdem er auch noch eine Leiter gefunden hatte, startete Skooma erst einmal die Rettungsmission am Brunnen.  Er befreite die Schatzjägerin, die jedoch nach einem äußerst knappen „Danke“ überstürzt das Weite suchte. Einen Augenblick später wusste Skooma warum. Er hatte zwei Skelette auf einem Dach übersehen, die ihn nun mit Pfeilen beschossen. Mit ein paar gezielten Feuerzaubern holte er sie herunter.
Dann suchte er noch einmal die Mine auf. Es gab ja noch eine Tür im Inneren. Skooma fand ein dümmlich hin und her latschendes Wächterskelett und ... ein wunderschönes Schwert, das den Namen „Drachenklaue“ eingraviert trug.
Auch noch die nächste Stunde über bewunderte Skooma die feine Arbeit des Schwertes. Er war so darin vertieft, dass er den Totenschädel, welcher ihn von der Seite anquatschte, vollkommen ignorierte.
Wieder fand er ein einzelnes Gehöft. Für eine Wüstenlandschaft war die Gegend ganz gut bewohnt, fand Skooma. Auch der Durst hatte sich wieder gemeldet, so dass ihm der Brunnen im Hof gerade recht kam. Aber ... wieso ... was war ...
Skooma erwachte in einer schmalen verdreckten Gefängniszelle, nur notdürftig bekleidet. Irgendjemand musste was ins Brunnenwasser gekippt haben. Und mit großer Wahrscheinlichkeit steckte dieser Argonier dahinter, der eben grinsend mit einem langen Schlachtemesser in der Hand auf ihn zu kam. Der würde ihn doch nicht wirklich fressen wollen? Skooma grinste zurück und entblößte dabei seine eigenen Reißzähne, die die des Argoniers noch übertrafen. Die Echse stutzte einen Augenblick, dann lachte sie, auf die Sicherheit des großen Messers vertrauend, hämisch auf und öffnete die Tür. Ein Fehler! Wenn der Argonier gedacht hatte, es mit einem wehrlosen Gefangenen zu tun zu haben, dann hatte er sich gewaltig geirrt. Skoomas Feuerstoß fegte ihn bis zur gegenüber liegenden Wand. Die zweite Flamme setzte seinem Leben bereits ein unrühmliches Ende. Doch noch zwei weitere Echsen waren im Kellerraum anwesend. Und nachdem Skooma Nummer zwei gegrillt hatte war sein Mana erschöpft. Den letzten blockte er erst einmal ab, auch wenn es äußerst schmerzhaft war, eine Klinge mit bloßen Pfoten abzuwehren. Zum Glück erholte sich seine Magie rasch, und ein paar Nahkampftricks besorgten den Rest.
Skooma fand seine gesamte Ausrüstung in einer Truhe wieder, zog sich an und durchsuchte das Haus. So wie es aussah, war Skooma nicht der Einzige, der als Hauptgericht der Argonier hatte enden sollen. Er fand oben im Haus eine Nachricht an einen gewissen Tagnar. Wo hatte er den Namen bloß schon gehört? Aber egal, ein Begriff elektrisierte ihn: „SKENT“. Hatte sich dieser sprechende Schädel nicht so genannt? Und wo in dieser verfluchten Wüste hatte Skooma ihn bloß getroffen? 
Er ging gleich mal auf gut Glück los. Erst einmal nach Süden. Drei Wüstenräuber weiter wurde er, schon in Sichtweite der Pyramide, von einem Sandsturm überrascht. Nur gut, dass er die garantiert sandsturmdichte Chitinmaske „gefunden“ hatte. Sogleich setzte er sie auf ... und erfuhr, dass man Herstellerangaben nicht unbedingt trauen durfte. Sch*** Sandhusten!
Skooma fand gerade noch ein Grabmal auf einem nahen Hügel, dass ihm ein wenig Schutz bot. Dann wartete er.

322.Tag – Stufe 46

Nie, nie wieder! Rohe Alraune schmeckte so was von ekelhaft! Wenn Skooma nicht sicher gewesen wäre, dass sie zuverlässig gegen seinen Sandhusten halfen, dann hätte er das Zeug niemals herunterwürgen können. Er würde sich schnellstens ein Alchemie-Set besorgen müssen, um wenigstens einen Trank daraus herzustellen.
Noch ein Grab voller Spinnen. Die giftigen Krabbeltiere waren mehr nervig als gefährlich, so lange man es schaffte, sie auf Abstand zu halten. Und Skooma hatte schon Erfahrung darin.
Aber was machte er hier eigentlich? Beim Versuch, eine Bande von Aufständischen auszuschalten war er in einen Hinterhalt des verräterischen Lordkanzlers geraten. Dann dieses merkwürdige Ritual, und seither war er in Mafalas Reich gefangen. Ziellos irrte er durch die Wüste, räumte kleinere Gräber aus und versuchte, Informationen aus den ahnungslosen und meist bekifften Bewohnern herauszubekommen. Die bisherigen Erfolge waren nicht der Rede wert. Genau genommen war Skooma noch so schlau wie bei seinem Eintreffen in dieser Welt. Er ahnte nur, dass es etwas mit dieser Pyramide zu tun hatte, bei der er gerade wieder angelangt war. Erneut hatte er eine Kleinigkeit bemerkt, die ihn weiterbringen konnte, wenn er nur wüsste, wo er suchen sollte. Eins war klar, die Pyramide besaß ein Zahlenschloss. Drei geschlagene Stunden probierte Skooma Kombination um Kombination, nur um endlich einzusehen, dass das ohne Hilfe zwecklos war. Er hätte vermutlich tagelang so weiter machen können, ohne zum Ziel zu kommen.
Aber die Idee gab er nicht ganz auf. Er würde wiederkommen, mit Wasser, Vorräten und Schreibzeug, um dann ganz systematisch jede Kombination auszuprobieren. Und wenn es Jahre dauern würde.
Doch ganz so verzweifelt war Skooma noch nicht. Er unternahm einen zweiten Versuch in der Arena, besuchte Jubin, Galbulus und die Taverne bevor er sich im Haus des Mondes ein Bett für die Nacht suchte.

323.Tag – Stufe 47

Neuer Tag – neuer Versuch. Irgendwo südwestlich der Arena, die sich übrigens Tan Gatar nannte, fand er Skent wieder. Diesmal hörte er aufmerksam zu, was der sprechende Schädel ihm zu sagen hatte. Natürlich wollte er etwas von Skooma, da war er wie alle anderen, denen er bisher begegnet war. Doch eine Portion Hausstaub zu besorgen sollte nun wirklich nicht schwer fallen. Immerhin sahen einige Häuser, die Skooma bisher besucht hatte, so aus, als ob die Bewohner das Wort „Besen“ noch nie gehört hatten.
Bei der Gelegenheit konnte er auch weiter nach der Stadt Kathar suchen. Selbst in der Wüste konnte man schließlich nicht eine ganze Stadt verstecken. Er würde sie schon finden, und dann Hausstaub in einer der Wohnungen.
Skooma schwamm einen Meeresarm entlang nach Nordosten, bis er eine Hafenanlage sah, die sich terrassenförmig aus dem Wasser erhob. War das Kathar? Am oberen Ende einer langen Treppe lud eine Tür zu etwas Schatten ein. Skooma nahm die Einladung bereitwillig an und stand in einem großen Saal. Es war die größte und schönste Taverne, die er jemals betreten hatte. Nicht mal die „Etablissements“ der Kaiserstadt konnten da mithalten. Auf einem langen Laufsteg in der Mitte bewegte sich eine Tänzerin mit faszinierender Knochenmaske grazil zu betörender Musik. Es duftete nach Skooma und diversen anderen Rauschmitteln. An kleinen Tischen wurden Getränke serviert, die ihm das Wasser im Maul zusammenlaufen ließen. Ein Käfig im Hintergrund beherbergte einen grimmigen Wüstenpahmer. Der Khajiit tat Skooma etwas leid, doch nach seinem Erlebnis im Norden mit solchen maulfaulen Kreaturen dachte er sich, dass dieser hier nicht umsonst eingesperrt sein würde. Und so lange er nicht selbst darum bat, sah Skooma keinen Grund, ihm aus der Gefangenschaft zu helfen.
Mehrere Gläschen und einen schweren Kopf später erkundete Skooma die anderen Räume des Hauses. Ein Geschäft war im Obergeschoss untergebracht und Ma Syd Jun, der Händler, entpuppte sich als Hehler, was Skooma ungemein gelegen kam. Endlich konnte er die Sachen loswerden, die sonst keiner wollte. Im Gegenzug kaufte er auch etwas, eine Probe von jeder Staubsorte, die der Händler im Angebot hatte. Es war zwar kein Hausstaub darunter, doch vielleicht würde Skent auch etwas anderes akzeptieren.
Als kleine Dreingabe erhielt er noch eine Schatzkarte, die etwas mit „Surazal“ und „Geist befreien“ zu tun hatte.
Dann ging er weiterfeiern.

324.Tag – Stufe 47

Mangels besserer Ideen latschte Skooma noch einmal bei der Wüstenfestung vorbei. Diesmal stand das Eingangstor offen und zwei der Söldner unterhielten sich bereitwillig mit ihm. Als dann ein dritter hinzu kam, wurde es brenzlig. Skooma erkannte ihn als einen derjenigen, denen er bei seinem letzten Besuch ein paar Pfeile verpasst hatte. Und auch jetzt noch war der dicke Verband am Oberarm gut zu sehen. Der Mann war leider ziemlich nachtragend, wodurch Skooma sich genötigt sah, ihm einen neuen Pfeil zu schenken, in die gleiche Stelle wie damals.
Dann verließ er fluchtartig die Festung. Er rannte nach Süden, so lange bis die Söldner ihm nicht mehr folgten. Aber Moment mal, warum war er überhaupt abgehauen statt zu kämpfen? Es musste wohl an der Sonne liegen.
Er war jedenfalls fast wieder bei der Pyramide angelangt, als er über ein Lager in einer Senke stolperte. Ein Ritter in voller Rüstung briet in den heißen Sonnenstrahlen und lamentierte leise vor sich hin. Skooma ging näher. Er sprach den Mann an, der sich als Paladin Aurel vorstellte, von seinem Führer betrogen und im Stich gelassen, mitten im Nirgendwo. Dabei wollte er doch nur nach Tan Gatar, um sich mit einem Buchhändler zu treffen, der wusste, wie man dieses Reich wieder verlassen konnte …
Skoomas Alarmsirenen schrillten. Das Reich verlassen? Genau das wollte er doch auch. Sofort bot er Aurel seine Hilfe an, sogar völlig uneigennützig … lediglich die Informationen des Buchhändlers wollte er natürlich ebenfalls bekommen. Der Paladin erklärte sich einverstanden und beide zogen los. Unterwegs erzählte ihm Aurel etwas von einem seltsamen Turm in Richtung nach Kathar, der keinen Eingang haben sollte und doch etwas mit dem Rückweg aus Mafalas Reich zu tun haben musste. Die Lagebeschreibung war natürlich äußerst vage. Skooma überlegte, ob und wo er diesen Turm schon einmal gesehen haben könnte, kam aber zu keinem brauchbaren Ergebnis.
Dann erreichten sie Tan Gatar. Er ließ Aurel im Schatten des großen Zeltes am Markt zurück, um sich selbst etwas nach dem Buchhändler umzusehen. Doch weder im Handelshaus noch in der Taverne schien jemand von ihm gehört zu haben. Auch die ganz hübsche Kelma, die bei der Arena Kassenwart war, wusste nichts. Doch sie gab zu, Hamills Kisten versteckt zu haben. Komisch. Danach hatte Skooma doch gar nicht gefragt.
Der Rest des Abends verlief ziemlich turbulent. Skooma lief zu Hamill um Kelma zu verpetzen. Doch der gab zu, dass er Kelma liebte und schickte ihr durch Skooma einen Brief. Sie las den Brief und schickte eine Antwort … Moment mal! Sah Skooma etwa aus wie Mara? Wieso um alles in diesem Sandkasten, musste er den Liebesboten spielen?
Schließlich siegte sein gutes Herz, und er erklärte sich bereit, das Paar bei einem nächtlichen Treffen vor der Stadt vor etwaigen Angriffen zu schützen.

325.Tag – Stufe 47

Der Angriff kam, doch anders als es sich Skooma vorgestellt hatte. Der zauberhafte Blondschopf entpuppte sich als Anführerin einen Räuberbande, die es auf den Händler abgesehen hatte. Natürlich endete die Geschichte blutig, für Kelma und ihre Leute. Skooma nahm anschließend noch gründlich Kelmas Haus in Augenschein, fand aber nichts außer einigen Büchern, die er noch nicht kannte.
Dann lief er los in Richtung Westen, dorthin wo er Kathar vermutete und den Turm, den der Paladin erwähnt hatte. Unterwegs fand er einen Opfersarg, mit dem er sich etwa drei Stunden erfolglos abplagte, sah den Angriff eines Sanddreugh auf einen Elefanten und wieder den nackten Sklaven, der genauso ziellos wie Skooma durch die Wüste rannte. Dann kam ein weiteres Gräberfeld von gigantischen Ausmaßen. Ein Tempel mit zwei steinernen schwarzen Wölfen vor der Tür bescherte ihm einige Mumien zur Abwechslung und schließlich fand er noch einen Teich, an dem ein unfreundlicher Dunmer zeltete. Drei Häuser am anderen Ufer waren fast völlig vom Sand verweht. Nur die obere Etage des mittleren war noch bewohnbar, na ja bis auf den Dreck da drin. Doch es kam gerade zur rechten Zeit, denn ein gewaltiger Sandsturm fegte von Westen heran.

326.Tag – Stufe 47

Geschlagene acht Stunden hatte er warten müssen bis der Sturm nachließ.  Dann war er westwärts gewandert, geradewegs hinein in eine bizarre Formation hoch aufragender Steinsäulen. Er hatte ein Grab gefunden und viele muntere Skelette drum herum.
Der nächste Sandsturm hatte bereits begonnen, als Skooma sich der Assassinenburg näherte. Der Eingang war zwar genauso versperrt wie damals, man hatte aber auf einen neuen Wächter verzichtet. Das war gut so. Dann würde Skoomas Besuch nicht gleich mit Blutvergießen beginnen. Er hatte nicht vor, unverrichteter Dinge umzudrehen. Also kletterte er.
Die Felsvorsprünge waren schmal und der Sturm riss an seiner Rüstung. Doch Skooma schaffte es. Endlich hatte er einen zweiten Zugang zur Assassinenburg gefunden. Argwöhnisch beobachtet, öfters angefeindet aber trotzdem gerade noch geduldet sah er sich um. Es war eine schöne geräumige Burg. Wenn nur die Dunmer etwas offener für Fremde wären. Der einzige, der mit ihm sprach war der Proviantmeister Gorald, selbst kein Dunmer. Er kaufte Skooma einige Kleinigkeiten ab, doch viel Geld besaß er nicht. Aber Gorald kannte Kathar. Er wies Skooma die ungefähre Richtung, genau auf ein Bergmassiv zu, dass man unmöglich übersehen konnte.
Stunden später war er da. Und nun? Genau wie in der Oase, genau wie bei den Assassinen, hatten die Dunmer nur Verachtung für ihn übrig. Die Tore der Stadt blieben für ihn geschlossen. Es half alles nichts. Skooma lief frustriert nach Tan Gatar zurück. Glaubte er jedenfalls.
Kreuz und quer irrte er durch die eisige nächtliche Wüste.

327.Tag – Stufe 47

Er landete an einer Festungsruine. Nur eine quietschende Holztür versperrte den Eingang. Es ging dann tief hinab. Unten angekommen begegnete er seinem ersten Vampir in Mafalas Reich. Er hatte schon gedacht, dass es diese Spezies hier nicht geben würde. Aber gut, ab heute standen sie auf Skoomas Liste der aussterbenden Arten.
Den Rest des Tages blieb er in der weiteren Umgebung. Er fand das Haus eines gewissen Teplar, der tot auf dem Dach lag. Der Lich drinnen war wenig später auch tot.
Er besuchte die Melu-Oase und fand am Südufer einen großen Felsen, der entfernt an eine Schildkröte erinnerte. Aber keine Nachricht war am Kopfende versteckt, nur eine Horde Wüstenspinnen.
Dann kehrte er in die Siedlung Kasbai zurück, besuchte den Priester im Tempelhaus und genehmigte sich im Haus des Mondes eine Portion Zucker. Kurz darauf schlief er ein.

328.Tag – Stufe 47

Es gab ein böses Erwachen in der Wüste. Sein Geldbeutel fühlte sich dünner an und sein Wasservorrat war weg. Dafür hatte man deutlich sichtbar einen Zettel an den Kaktus neben ihm geheftet: „E Mephala de alan! Wir danken für Wasser und Gold und schenken dir dafür dieses Mal dein Leben!“ Wutschnaubend rannte er zum Mondhaus zurück. „WER WAR DAS???“ Doch außer einer eingeschüchtert wirkenden jungen Menschenfrau war niemand zu sehen. Da hatte er eben Pech. Der Verlust an Gold war leicht zu verschmerzen. Es fehlte nicht viel. Schlimmer war das gestohlene Wasser. Skooma suchte alle leeren Flaschen zusammen, die er finden konnte und ging zum nahen Wasserfall, um sie aufzufüllen. Dabei kam ihm der Einfall, einmal die alte Ruine auf dem Berg näher zu untersuchen.
Eigentlich war es nur ein Turm, der durch ein schief hängendes Gitter versperrt war. Kein großes Problem für einen gelenkigen Khajiit. Skooma kletterte einfach drüber. Eine Treppe führte hinab in die Kasematten und zu einem Brunnenschacht, in den er hinein kletterte. Die üblichen Untoten liefen hier unten herum. Es war halt das gleiche Spiel wie immer. Doch die Belohnung fiel mickrig aus. Lediglich ein einzelner Knochen erregte seine Aufmerksamkeit. Er war weder besonders groß noch besonders geformt, und Skooma wusste selbst nicht, woher das Gefühl kam, ihn mitnehmen zu müssen. Aber er steckte ihn zur Sicherheit ein, bevor er wieder ans Tageslicht trat.
Der nächste Sturm erwischte ihn bei einer kleinen Oase nördlich der Wüstenfestung. Skooma betrat gerade noch rechtzeitig eine Schmiede, bevor es richtig los ging. Vier Stunden saß er hier, sah dem Schmied Laiken bei seiner Arbeit zu und beide erzählten sich ihre Erlebnisse.
Wenn Skooma gehofft hatte, etwas mehr über dieses Land in Erfahrung bringen zu können, so wurde er enttäuscht. Laiken war wohl nie über den Horizont der Oase hinaus gekommen. Und natürlich kannte er auch keinen Buchhändler. Skooma bezweifelte, dass er überhaupt lesen konnte.
Etwas abseits der Straße nach Norden wartete schon das nächste Abenteuer auf ihn. Es gab hier eine flache Mulde, über die ein paar Planken gelegt worden waren. Viel Sinn schien die Konstruktion nicht zu ergeben, es sei denn, man hoffte auf ergiebige Regenfälle in der Wüste. Kubul war wohl so einer, dem es unter der Pelzmütze zu warm geworden war. Er verlangte allen ernstes 50 Goldstücke Brückenzoll von Skooma. Es war einfach lächerlich ... oder zum Heulen, je nachdem, von welcher Seite man es betrachtete.
Skooma hatte natürlich nicht bezahlt. Warum auch? Er war nach Tan Gatar zurück gekehrt, bei Ja’kil hereingeplatzt und hatte den Herrn des Mondzuckers jämmerlich verdroschen. Danach fühlte Skooma sich besser. Zwei Söldner Ja’kils waren gleich mit über die Klinge gesprungen und Skooma hatte des Schlüssel zum Schatzhaus der Wüstenfestung erhalten, im Tausch gegen das letzte bisschen Leben, dass in Ja’kil verblieben war.
Die Karte, die er sich sofort abholte, war zwar schön aber äußerst unvollständig. Dafür hatte sich der ganze Aufwand nun wirklich nicht gelohnt.

329.Tag – Stufe 47

Der heutige Tag war völlig mit der Suche nach dem Buchhändler ausgefüllt. Skooma begutachtete jedes Haus in Tan Gatar bis zum Handelshaus am Meer. Wo es nicht anders ging, brach er kurzerhand ein. Er fand einen Keller, der in eine Höhle mündete, sprach mit dem Löwen Djuhma (ein sehr einseitiges Gespräch), sprach eigentlich jeden an, der ihm über den Weg lief ... und erreichte trotzdem nichts.
Am Ende des Steges, über dem Meer, das die Sterne widerspiegelte, saß Skooma die halbe Nacht, ließ die Beine baumeln und fragte sich, was er hier eigentlich machte.

330.Tag – Stufe 47

Die Oase Dachla hatte Skooma noch gut von seinem Erlebnis mit der Herzsuche in Erinnerung. Damals hatte ihm ein Sanddreugh vor Diras Haus aufgelauert.
Er war immer noch da. Aber Skooma war heute besser vorbereitet. Im Schutz der alten Mauern hatte er sich angeschlichen, war auf ein Dach geklettert und belegte die Riesenkrabbe von dort mit einem regelrechten Pfeilhagel. Noch ein paar Feuerbälle und er hatte fertig.
Natürlich war sonst nichts los in dieser aufgegebenen Siedlung. Woher auch? Skooma beschloss, noch immer relativ orientierungslos, die Gegend weiter zu erkunden. Er fing im Süden an und schon bald stand er vor dem Eingang einer Höhle in Strandnähe. Was ihn hier erwartete stimmte Skooma zutiefst traurig. Es war ein Friedhof. Dutzende, von winzigen Schlammkrabben abgenagte Khajiit-Skelette lagen im flachen Wasser der düsteren Grotte. Und ein Brief den er fand wies darauf hin, dass hier wirklich Leute auf Khajiit-Jagd gingen.
Zuerst hatte er vor, hier auf diese ruchlose Bande zu warten, um ihnen zu zeigen was es hieß, sich an seiner Rasse zu vergreifen, doch nach zwei Stunden wurde es ihm zu langweilig. Er hatte ohnehin die Dunmer aus dem Westen in Verdacht.
Südlich an der Wüstenfestung vorbei lief er westwärts. Er verkaufte in seinem neuen Lieblingsladen „Staub und Mehr“ alles, was er entbehren konnte, einschließlich der Hehlerware, und ging dann auf ein Schlückchen ins Sydura Serai. Die Tänzerin war wirklich großartig. Fast so leichtfüßig wie eine Khajiit bewegte sie sich über die Bühne und ließ Skooma die Kümmernisse der letzten Tage vergessen. Na ja, lediglich das gelegentliche gequälte Mauzen des gefangenen Wüstenpahmers in der Ecke störte etwas.
Nach drei weiteren Gläschen Hochprozentigem trat Skooma wieder in die glühende Mittagssonne hinaus. Er brauchte einige Minuten, sich an Licht und Hitze zu gewöhnen, auch wenn er beinahe in den Meeresarm vor der Haustür gefallen wäre. Zur Abkühlung schwamm er eine Runde, weiter nach Norden bis zum Wasserfall, wo er trinken und seine Vorräte auffüllen konnte.
Dann hielt er sich direkt westwärts. Von den Dünenkämmen aus konnte er sich an der Kuppel des großen Mafalatempels orientieren. Auf weiter Strecke war die Wüste wirklich leer, bis er auf zwei Wüstenpahmer traf. Ehrlich, Skooma hatte sich die größte Mühe gegeben, mit den beiden friedlich zu kommunizieren. Doch entweder hatten sie was falsches getrunken oder einfach schlechte Laune. Sie machten den Fehler, Skooma anzugreifen …
Das Gehöft etwas weiter westlich erkannte Skooma sofort wieder. Hier hatte er das unschöne Erlebnis mit den drei Argoniern gehabt. Argwöhnisch schnupperte er deshalb erst am Brunnenwasser, bevor er einen kleinen Schluck nahm. Nichts passierte. Entweder, das Gift hatte sich inzwischen aufgelöst oder auf andere Weise seine Wirkung verloren. Skooma nahm einen größeren Schluck und trank dann gierig weiter.
Seine neue Richtung wies nach Norden. Im Westen würden erst der Tempel und dann die Festung mit der Silbermine kommen. Auf beides hatte er keine Lust. Als er so vor sich hin trottete, entdeckte er einen weiteren Opfersarg. Wieder spielte er etwas daran herum, ohne einen Erfolg zu erzielen. Inzwischen war es Abend und damit deutlich kühler geworden. Er überquerte den Karawanenweg und kam zur Melu-Oase, wo er wieder ein paar Steine fand, die in der Form einer Schildkröte angeordnet waren. Und diesmal schien er die richtige Stelle gefunden zu haben. War ja auch schon der dritte Versuch. Im Sand vergraben fand Skooma eine weitere Notiz von Nyana. So langsam fügte sich alles zu einem Bild. Nyana hatte hier auf ihren Freund Tagnar, oder wie er hieß, gewartet. Sie hatte etwas über die alten Gräber hier in Erfahrung gebracht und über die schwarzen Frauenstatuen, die in den Tempeln herum standen. Sie kannte wohl Geschichten über die alten Götter Ned, Aandaama und Skent, dem Herrn der Bam Na'dshit, bei dessen Tempel im Süden sie auch warten wollte. Doch dazu war es nicht gekommen. Skooma hatte ihre letzten Zeilen im Haus der Argonier gefunden. Schade, er hätte die Forscherin gerne einiges gefragt.
Aber sicherheitshalber rannte er noch in derselben Nacht zurück zu Skent.

331.Tag – Stufe 47

Skent bestand weiterhin auf seiner Portion Hausstaub, die Skooma natürlich nicht bei sich hatte. Aber vielleicht in Sula, dem ausgestorbenen Dörfchen etwas nordwestlich von hier? Skooma durchsuchte jedes Haus. Doch obwohl schon lange niemand mehr hier sauber gemacht haben konnte, fand er keinen Staub, der es wert gewesen wäre ihn mitzunehmen.
Noch weiter nordwestlich öffnete sich ein Tal zu Skoomas Füßen. Mindestens zehn Tempel, Pyramiden und Grabbauten drängten sich hier auf engstem Raum. Er erkannte den Wolfstempel wieder, den er schon einmal betreten hatte. Aber auch ein Monolith der Alten und ein Heilaltar, bei dessen Preisen jeder Bosmerhändler vor Neid gestorben wäre, fanden sich hier. Skooma betrat drei der Bauwerke, kämpfte gegen Giftspinnen und betätigte sich wieder einmal als Grabräuber.
Nach einem weiteren Opfersarg-Spielchen erreichte er abends Kathar, wo er aufs neue abgewiesen wurde.

332.Tag – Stufe 47

Westlich von Kathar kam der riesige Säulenwald in Sicht. Von Weitem sahen die dünnen Gesteinstürme wunderschön aus, doch Skooma wusste, wie schnell man zwischen ihnen jegliche Orientierung verlieren konnte. Zu allem Überfluss kam auch noch ein Sturm auf. Klar, er befand sich wieder in der Bam G'nur, die für ihre Sandstürme berüchtigt war, doch ihm zuliebe hätten die Götter auch mal eine Ausnahme machen können. Die drei Alraunen, sein erprobtes Heilmittel gegen Sandhusten, würden auch nicht ewig reichen.
Gerade noch rechtzeitig erreichte er ein Ruinenfeld, wo er in einer Grabkammer den Sturm abwartete.
Gegen Mittag war es endlich soweit. Skooma hielt sich abermals westwärts. Er hatte in der Grabkammer die Zeit zum Lesen genutzt. Dabei war ihm das Wurmgift-Rezept in die Pfoten gefallen. Richtig, ein Dreugh-Kopf fehlte ihm noch.
Kurz vor der Küste traf er auf Dreughs. Es waren vier oder fünf, doch ein Riesensanddreugh, wie er ihn brauchte, war nicht dabei. Inzwischen hatte sich Skooma fast schon daran gewöhnt, mit leeren Pfote abzuziehen. Er blieb am Meer, ging nach norden und erlegte drei äußerst aggressive Salzwasserkrokodile im Vorbeigehen. Schließlich begann er, die steilen Felsen des Er'renied-Gebirges zu erklimmen. Nyana hatte die Gräber von Er'renied und Nayr erwähnt. Wenn er die fand, hatte sich der heutige Tag gelohnt.
Nach langer schweißtreibender Kletterei hatte Skooma den Grad des Gebirges erreicht und lief nach Osten. Bald kam er nicht mehr weiter. Ein gigantischer Fels, steil im Süden wie im Norden, versperrte ihm den Weg. Skooma entschloss sich für die Nordseite. Vorsichtig kletterte er wieder hinab, um kurz darauf in die drückende Schwüle der Bergwälder einzutauchen. Aber dann fand er das erste Grab. Es war gar nicht schwer, wenn man sich immer am Fuß des Hanges hielt. Skooma zog sich wieder um, denn er rechnete mit aufmerksamen Wächtern.
In dieser Hinsicht behielt er Recht. Ein Lich und zwei Skelette bewachten die er erste Halle, in der alles verkehrt wirkte. Sowohl eine Treppe als auch riesige Statuen hingen von der Decke herab. Nur fünf magische Portale im Fußboden fielen ihm sogleich auf. Ihr violettes Leuchten war ja auch unmöglich zu übersehen.
Skooma erledigte die Wächter, probierte die Portale aus und fand sich schließlich wie eine Fledermaus an der Decke hängend wieder. Nur, dass jetzt oben unten war. Merkwürdig.

333.Tag – Stufe 47

Noch mehr Gänge und Portale tauchten auf. Am Ende wusste Skooma nicht mehr, ob er jetzt am Boden lief oder an der Decke hing. Es war auch kein Unterschied spürbar. Mehrere Liche hatte er inzwischen getötet und Hunderte Goldstücke aus den großen Urnen gefischt. Dann endlich hatte er an Er’renieds Grab gestanden. Die Enttäuschung war groß. Etwas Gold, etwas Schmuck, ein paar aus der Mode gekommene Kleidungsstücke. Das war alles. Wenigstens brachte ihn ein weiteres Portal in die Nähe des Ausgangs zurück.
Wieder war er im Wald. Und es war drückend schwül. Aus gefundenen Büchern wusste Skooma, dass „Bam“ nicht „Wüste“ sondern „Garten“ bedeutete. Doch das war ihm egal. Er sehnte sich bereits nach kurzer Zeit in die schattige Kühle einer Grabanlage zurück.
Der Wunsch wurde ihm schneller erfüllt, als er gedacht hatte. Auch N’ayrs Grab lag an den Ausläufern der Berge. Doch das Innere war noch unbefriedigender als beim vorigen mal. Außer einer großen, fast leeren Halle fand er nichts, keine Geheimtür, keinen Schalter, keinen Hebel – nur glatte Wände.
Frustriert kletterte er über die Berge nach Süden. Er fand den langgezogenen Bergsee wieder und die Wasserfälle, sowie weiter südlich einen verfallenen Tempel, der im Wasser eines Oasen-Sees stand. Hier blieb er über Nacht.

334.Tag – Stufe 47

In den Morgenstunden gab es wieder ein Opfersarg-Puzzle. Diesmal schaffte er es, ohne dass Teile klemmten. Und kurz darauf fand er einen vergoldeten Schädel am Boden. Lag der bei seiner Ankunft schon da oder war er erst nach der Lösung des Rätsels aufgetaucht? Skooma wusste es nicht. Doch er nahm sich vor, beim nächsten Opfersarg besonders gut auf die Umgebung zu achten.
Als nächstes besuchte er die Inselwelt der Bam A’dshet. Flache, mit Palmen bestandene Inseln und seichtes lauwarmes Wasser gab es hier, mehr nicht.
Er wandte sich dann wieder nach Westen, auf das Kathar-Massiv zu. Skooma entdeckte noch einen Mafala-Schrein sowie den (verschlossenen) Tempel der vier Säulen.
In Sichtweite des Tores von Kathar wartete Skooma ab. Wie sollte er bloß dort hinein kommen? Einfach anklopfen war sicher genauso sinnlos wie beim letzten Versuch.
Doch Skooma war ja nicht dumm. Er hatte sich ein paar Lumpen besorgt und angezogen. Als nun die Sklaven vom Reisfeld zur Stadt empor gingen, reihte er sich einfach mit ein. Keiner sagte etwas. Alle starrten nur stumpfsinnig zu Boden. Sie erreichten das Tor, es öffnete sich und die Sklavenkolonne wurde eingelassen ... ohne Skooma, den man rücksichtslos aus der Reihe schubste. So ein räudiges Dunmerpack! Am liebsten hätte sie Skooma allesamt ...
Am Abend hatte ihn der obligatorische Sandsturm westlich von Kathar wieder eingeholt. Und auch der altbekannte Sandhusten war zurück.

335.Tag – Stufe 47

Skooma hatte sich bis zu dem mürrischen Dunmer in seinem Zelt am Oasenteich geschleppt. Nachdem der Sturm abgeklungen war, sah er weiter südlich einen dunklen Punkt im weißen Sand. Beim Näherkommen stellte sich dieser als toter Wüstenräuber heraus, der einem Ordinator in die Quere gekommen war. Auch der Ordinator war tot. Nur sein Pferd hatte überlebt. Skooma kam eine Idee. Ordinatorenhelme bedeckten doch nicht umsonst vollständig das Gesicht! Er zog dem Toten die Rüstung aus und legte sie selbst an. Dann wollte er in den Sattel steigen. Doch das Pferd hatte etwas gegen ihn. Immer, wenn Skooma aufsitzen wollte, drehte es sich weg, trat dann sogar nach ihm. Skooma blieb nichts weiter übrig, als den „Zeugen“ zu beseitigen.
Zu Fuß kam er vor Kathar an. Doch wieder blieb das Tor zu. Was war jetzt wieder schief gelaufen? Skooma sah aus wie ein waschechter Ordinator. Warum durfte er die Stadt immer noch nicht betreten? Nur das Wort „Swit“ hallte ihm vielstimmig entgegen. Resignierend drehte er um und ging den abschüssigen Weg zurück. Sein Schwanz wippte traurig auf und ab.
Zwischen den Felssäulen und an einer Mauer hockend ließ er den nächsten Sandsturm über sich ergehen.

336.Tag – Stufe 47

Mitten zwischen den Felssäulen lag das Grab des Gnur. Es war ein Labyrinth, das aber glücklicherweise nur von wenigen Zombies bevölkert wurde.  Skooma irrte ewig hin und her. Öfters kam er an (endgültig) toten Zombies vorbei, was ihm sagte, dass er hier schon einmal gewesen war. Dann fiel ihm ein, dass man sich in einem Labyrinth immer rechts halten sollte, um garantiert wieder hinaus zu finden. Oder war es links?
Mehr durch einen glücklichen Zufall als durch Strategie fand er tief unten den vom Lich bewachten Sarg. Die Enttäuschung über den Inhalt hielt sich in Grenzen. Skooma hatte diesmal nicht wirklich erwartet, etwas Wertvolles zu finden. So war er schon froh, als er zwischen zwei Wolfsstatuen einen Teleporter fand, der ihn auf kürzestem Weg zum Ausgang beförderte.
Und wieder musste die kleine Oase südlich von Kathar als Nachtlager herhalten.

337.Tag – Stufe 47

Am nächsten Tag schaffte es Skooma auf anhieb, das Grab des Gnur im Säulenwald wiederzufinden. Er betrachtete das als gutes Zeichen, dass er so langsam seinen Orientierungssinn zurückgewonnen hatte. Große Teile des Inselreiches hatte er bisher erkundet. Sicher gab es auch in den Gegenden, in denen er schon war, noch unentdeckte Tempel oder Ruinen. Die Dünenkämme waren hoch und nur allzu leicht konnte man an einer halb verschütteten Grabanlage vorbei laufen ohne sie zu sehen.
Heute galt Skoomas Aufmerksamkeit dem Westen. Schnell lagen die Säulen hinter ihm. Er dezimierte die hiesige Spinnenpopulation weiter und erreichte gerade noch rechtzeitig die Assassinenburg, bevor der Sturm erneut losfegte.
Etwas weiter im Süden fand er Felsschluchten, die mit Holzbarrikaden versperrt waren. Skooma kam trotzdem hinüber. Er lief durch einige leere Gänge, kletterte dann nach oben, um sich besser umsehen zu können und gewahrte eine Treppe im gegenüber liegenden Fels. Schnell hatte er die Höhle am oberen Ende der Treppe erreicht. Wieder alles voller Spinnen! Skooma schlich mehr hindurch als zu kämpfen. Doch der Gang endete irgendwann vor einem Felsbrocken, der sich sicher bewegen ließ. Nur leider fand er nicht den Mechanismus dafür.
Er verließ die Höhle wieder.
Es folgte ein weiteres Grab, dass erst verschlossen aussah. Aber durch puren Zufall fand er hier den Schalter für die Tür. Es lohnte sich jedoch nicht. Ja, wenn man Spinnenfelle hätte verkaufen können, dann vielleicht. Doch so blieb ihm nur der Staub des alten Grabes.
Mittlerweile war die Nacht hereingebrochen. Angenehm kühlte der Seewind sein aufgeheiztes Fell. Skooma stand am flachen Ufer des Meeres und genoss einen augenblick der Ruhe.

338.Tag – Stufe 47

Durch das kräftige Rauschen der Brandung hindurch hätte Skooma beinahe einen Sanddreugh nicht bemerkt, der sich langsam angeschlichen hatte und gerade sprungbereit war. Skooma riss den Bogen zur Abwehr hoch, da krachte das Krustentier schon gegen seine Rüstung. Beide fielen in den weichen Sand. Skooma hatte dabei das Glück, auf dem Rücken zu landen, so dass er die Pfoten frei bekam. Ein knisternder Kugelblitz schlug dem Dreugh entgegen, katapultierte ihn von Skooma herunter und noch ein paar Schritte weit weg. Während der Dreugh sich noch benommen schüttelte, war Skooma schon wieder auf den Beinen. Er legte gleich zwei Pfeile auf einmal auf die Sehne. Zielen war bei der kurzen Entfernung ohnehin nicht nötig. Zischend schlugen die Geschosse im Brustpanzer des Dreugh ein. Doch so schnell war er nicht zu besiegen. Skooma legte den Rückwärtsgang ein und rannte schießend und Blitze schleudernd über den Strand. Als es endlich vorbei war, zog er lieber für eine Weile seinen „Tarnanzug“ an. Er brauchte etwas ungestörte Erholung.
Die bekam er natürlich nicht. Ein Grabmal mit gleich zwei, ausnahmsweise nicht blockierten, Eingängen nebeneinander tat sich hinter ihm auf. Also hinein.
Es gab wieder nur eine Kammer, nicht besonders groß und mit einem Wasserbecken in der Mitte. Doch irgendetwas hielt Skooma ab, davon zu kosten. Statt dessen entdeckte er den Hebel an der Wand. Es war ein großer Hebel, und wie alle Hebel war er zum Benutzen da. Kräftig drückte er dagegen und … nur ein leises Knirschen war zu hören, dass jedoch nicht von einer Geheimtür stammte. Die Wasserfläche war zu glattem Eis erstarrt, ebenso wie die Wand gegenüber. Skooma konnte durch sie hindurch sehen, wobei er einen auffällig gearbeiteten Stab bemerkte. Aber das Eis brach nicht. Skooma hämmerte mehrmals mit aller Kraft dagegen. Vergeblich. Ein Sandkriecher allerdings hatte von der anderen Seite aus keine Mühe zu Skooma hindurch zu kriechen. Er kam nur drei Schritte weit. Dann passierte nichts weiter. Skooma begann schon, sich zu langweilen. Er hatte bereits die beiden schwarzen Frauenstatuen aus ihren Ecken aufs Eis geschoben, als der Sanddreugh erschien. Genau wie der Sandkriecher war er von der anderen Seite der Barriere gekommen. Und genau wie der Sandkriecher lag er schnell verendet zu Skoomas Füßen. Eine Schattenspinne hatte noch weniger Glück. Sie war schon gar, bevor sie die Barriere vollständig passiert hatte.
Den Schluss bildete ein großer Löwe. Skooma tat es ein bisschen Leid um seinen entfernten Verwandten. Aber der war genauso stur und maulfaul wie alle vierfüßigen Katzen hier. Musste wohl an der Gegend liegen. Oder es lag daran, dass der Große Skooma ebenfalls nicht sehen konnte … und zu dumm war, seinem Gegner nach der Witterung zu folgen. Mit dem Tod des Löwen brach jedoch die Eisschicht, oder besser es brachen beide.
Ehrfürchtig nahm Skooma den Geisterruf-Stab in die Pfoten. Und dann machte er noch eine erstaunliche Entdeckung. Die beiden Statuen im Wasser machten eindeutige Schwimmbewegungen – doch nur mit den Füßen, der Rest ihres Körpers war starr wie eh und je.
Etwas später stand Skooma wieder vor der Assassinenfestung. Er war also im Kreis gelaufen. Na ja …
Er lief dann nach Süden, erreichte Dynar Serai, wo er sich nur kurz ausruhte. Die Dunmer waren einfach zu unfreundlich. Er fand das Grab des Surazal wieder, dass er schon in den ersten Tagen seiner Irrfahrt leer geräumt hatte. Er schwamm den kleinen, ebenfalls Surazal genannten, Meeresarm hinauf und traf Manuk, einen Fischer-Händler-Hehler, der ihm bereitwillig vieles abkaufte.
Nach einen Kurzbesuch im Sydura Serai trat ihm Kubul in den Weg. Der Mann musste die Intelligenz einer Wüstenspinne haben, sich wegen dieses idiotischen Brückenzolls mit Skooma anzulegen. Passend dazu hatte er noch eine Horde Spinnen mitgebracht, die auf sein Kommando hörten. Skooma erledigte sie vom nächsten Felsbrocken aus. Er brauchte sich nicht einmal besonders anzustrengen, da ihm Gani, eine Kämpferin aus dem Serai zu Hilfe kam. Skooma bedankte sich anschließend bei ihr mit einer Flasche ihrer Lieblingsmarke. Er hätte es besser nicht tun sollen, denn Gani nötigte ihn wiederum zum Mittrinken. Und das Zeug zog ihm gründlich die Stiefel aus.


"Die Toten existieren um die Lebenden zu nähren." Eola
  23.03.2011, 20:40
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339.Tag – Stufe 47

Der Nebel in Skoomas Kopf hatte sich etwas gelichtet. Es war noch finstere Nacht draußen und trotzdem war er schon auf den Beinen. Genauso orientierungslos wie immer stapfte er etwa nordwärts, dahin wo er Tan Gatar vermutete und den Paladin. Skooma hoffte, dass der Buchhändler inzwischen eingetroffen war. Oder vielleicht hatte Aurel eine andere brauchbare Idee …
Skooma fand den Buchhändler schneller, als ihm lieb war. Leider auch viel toter. Der zerstörte Karren und die herumliegenden Bücher deuteten auf einen Überfall hin. Na ja, Banditen gab’s hier fast so viele wie Sandkörner, da konnte ein allein Reisender schon mal Pech haben, vor allem wenn er nicht so kampferfahren wie Skooma war. Das es ausgerechnet den einzigen Mann erwischen musste, der einen Weg zurück nach Cyrodiil kannte, fand Skooma aber ausgesprochen gemein.
Er stöberte noch etwas in den verstreuten Büchern herum. Etwas Wertvolles würde er hier nicht finden. Die Räuber waren sicher gründlich gewesen. Eine Schrifttafel mit daedrischen Runen hätte er beinahe wieder weggeworfen, bis ihm etwas auffiel. Das war nicht dieses „Illikallibillimal“-Gestammel, dass er auf seiner letzten Schrifttafel entziffert hatte. Die Runen waren zwar Daedrisch, die Worte jedoch in der Sprache des Kaiserreichs verfasst. Skooma las:
MEPHALA IST GROSS UND WIR SIND
SEINE DIENER
DENN KEIN BLUT KEIN SAND DAS
IST DAS GESETZ
DREI DIENER STEHEN IHM ZUR
SEITE
DREI SIND ES DIE SEINEN WILLEN
KENNEN
FÜNF SPINNEN SÄUMEN SEINEN
TEMPEL
EIN TEMPEL DER NIE VON
STERBLICHEN BETRETEN
NEUN TODE MUSS DER GLÄUBIGE
STERBEN UM IHM NAHE ZU SEIN
DENN KEIN BLUT KEIN SAND DAS
IST SEIN GESETZ
Ja, toll, und nun? Was sollte das? Skooma hielt es selbst für ein religiöses Bekenntnis für mehr als dürftig. So etwas musste man anders angehen, viel stilvoller! Hoffentlich würde sich seine „Daedraschwester“ Mafala ihm bald zeigen. Vielleicht würde sie Skooma mal nach Neu-Sheoth einladen und ihr zeigen, wie Anbetung auszusehen hatte …
Ganz in Gedanken versunken hatte er Tan Gatar erreicht. Der Morgen graute gerade. Und der Zufall bescherte Skooma gleich Beschäftigung in Form von Dihma, die mit ihrer Haushyäne nach hause ging. Skooma kramte den Brief an Djani heraus. Richtig, darin war von einem Schatz die Rede, und der Weg zum Versteck begann hinter Dihmas Haus.
Schon eine halbe Stunde später klimperten gut 2000 Goldstücke mehr in seinem Beutel.
Auf dem Rückweg lernte er noch den schlechtesten Schützen des Ortes kennen. S'slarena übte  mit Pfeil und Bogen auf eine Scheibe. Skooma hatte eigentlich vor, die Pfeile schnell heraus zu ziehen und zu behalten, doch nicht ein einziger traf sein Ziel.
Kopfschüttelnd über so viel Ungeschick suchte er den Paladin auf. Er musste ihm unbedingt die traurige Botschaft von Tod des Buchhändlers überbringen.
Aber eigentlich … suchte er den Paladin doch nicht auf. Er sah ihn schon von weitem, wie er mit dem Schwert in den Händen kampfbereit in der schon heiße Morgensonne stand. Aurel sah so sicher und überzeugend aus, dass sich Skooma total deplatziert vorkam. Auch was. Sollte der Paladin doch weiter auf einen Buchhändler warten, der nie kommen würde. Was kümmerte es Skooma?
Statt dessen ging er lieber zu Madmi, der Assassine. Spontan war ihm die Idee gekommen, dass er vielleicht in der Begleitung einer Dunmer in Kathar Einlass finden würde. Es kostete Skooma 200 Goldstücke pro Tag, die Dame anzuheuern, doch das war es ihm wert ...
… Wieder nichts! Wieder hatte man ihm die Tür vor der Nase zugeschlagen, oder besser gesagt, gar nicht erst geöffnet. Skooma war so sauer, dass er Madmi mit einem kurzen „Mach was Du willst“ einfach stehen ließ. Wütend rannte er in die Wüste, immer geradeaus.
Magels Wüstenräubern, die er unterwegs lynchen konnte, mussten eben die Vampire nahe der Melu-Oase dran glauben. Viele waren es ohnehin nicht mehr, seit Skooma bei seinem letzten Besuch ihre Reihen ordentlich gelichtet hatte. Doch sie hatten ihre Truhen frisch aufgefüllt, und die Beute tröstete ihn etwas über seinen Ärger hinweg.
Danach wandte er sich Kazbai zu, das am Horizont schwach zu erkennen war. Doch er kam nicht bis zur Siedlung. Plötzlich fand sich Skooma am Eingang einer Schlucht wieder, die von einem Dreugh bewacht, vor einer Tempeltür endete. Die „Geheimnisvollen Gänge“ entzifferte er die Daedrische Inschrift. Nur schade, dass er wie so oft keinen Schlüssel dabei hatte. Neuer Frust staute sich an.
Den bekamen dann drei Räuber zu spüren, die ihm bei Teplars Haus begegneten. Skooma machte kurzen Prozess.
Gegen Abend war er wieder bei Sula. Und da traf er die Schatzjägerin wieder, die er damals aus dem Brunnen befreit hatte. Diesmal rannte sie nicht gleich davon. Sie dankte Skooma noch einmal großzügig für ihre Rettung. Dann verabschiedete sie sich, um nach Hause zu gehen. Wo sie wohl wohnen mochte? Kurz war Skooma versucht, es herauszufinden. Aber dann ließ er es sein. Lieber ging er noch einmal zum Fort im See.
Neue Skelette! Skooma sah sie schon, bevor sie ihn selbst wahrnahmen. Dabei war er doch so gründlich vorgegangen. Na ja, vielleicht hatte sich viele in den Häusern verborgen gehalten. Skooma jedenfalls machte heute lieber einen Bogen um die alte Festung und traf südlich von ihr wieder auf einen dieser Monolithen. Es war schon der vierte, an dem er eine Frage beantworten musste. Diesmal war es schwer. Und Skooma erriet die Antwort eher, als das er sie wusste, immerhin schon beim zweiten Versuch. Die Flamme ging an und außerdem ertönte eine Stimme, wie tief aus einem Grab: „Der Tempel ist nun offen ...“ Welcher Tempel? Oder … sollte der Tempel der vier Säulen gemeint sein, den er unlängst gefunden hatte? Wie gesagt, es war der vierte Monolith, den er entzündet hatte. Skooma würde es nur wissen, wenn er selbst nachsah. Er machte sich auf den Weg.

340.Tag – Stufe 47

Sandhusten am Opfersarg bei Kathar. Diese Wüste schaffte Skooma. Die Sandstürme zogen so schnell herauf und wüteten so lange, dass ihm oft genug keine Zeit blieb, einen geeigneten Unterschlupf zu finden. Wenigstens bekam er das Puzzle fertig, lief dann trotz Sturm weiter und fand sogar den Tempel wieder. Aber auch drei Räuber, die hier ebenfalls Schutz gesucht hatten. Als der letzte von ihnen ins dürre Gras biss, war auch der Sandsturm zu Ende. Wie praktisch. Skooma heilte sich. Dann betrat er den Tempel, der diesmal wirklich offen war. Ironischerweise stand gleich hinter der Tür ein Heilaltar, allerdings einer der überteuerten Sorte. Es ging dann tief hinab. Zwei harmlose Sandkriecher warteten unten und gemeine Fallen, doch am Ende fand Skooma ein Rezept für die Zubereitung von „Heldentrank“ sowie weitere Tränke. Es hatte sich gelohnt, hierher zu kommen.
Nachdem er den Tempel wieder verlassen hatte, zog er eine der erworbenen Schatzkarten hervor. Die Gegend zwischen der Festung im See und dem Surazal war vermutlich gemeint. Und wenn er den Text richtig interpretierte, dann musste er nachts dort sein und einen Geist befreien. Also … nichts einfacher als das. Skooma lief los.
Natürlich kam er viel zu früh in der Gegend an. Nach dem Stand der Sonne blieb noch genügend Zeit um schwimmen zu gehen. Skooma schwamm zu Manuk, dem er seine ganze Büchersammlung verkaufte. Dann schwamm er den selben Weg zurück.

341.Tag – Stufe 47

Es wurde nichts aus der Schatzsuche. Entweder stimmte der Ort nicht, oder die Zeit. Und obwohl Skooma suchend hin und her lief, ließ sich auch kein Geist blicken.
Am Ufer des Surazal kehrte er zu Manuk zurück, wobei er noch eine Höhle fand, die neben vielen Waren einen Alchemietisch beherbergte. So etwas musste man sich merken. Die Waren brachte er gleich dem Händler, der auch nicht danach fragte, wo Skooma sie her hatte. So mochte er das.
Auch wenn Skooma noch keinen Weg zurück nach Cyrodiil gefunden hatte – nicht mal ansatzweise – so kam doch keine Langeweile auf. Heute nahm er sich die Bam Na'dshit für seine Entdeckungstouren vor. Es dauerte auch nicht lange, bis er wieder ein einsames Haus zwischen den Dünen gefunden hatte. Es war bewohnt, obwohl gerade niemand in der Gegend zu sehen war. Doch auf dem Herdfeuer köchelte ein lecker riechendes Süppchen munter vor sich hin. Genießerisch sog Skooma den Duft ein. Erst jetzt merkte er, welchen Hunger er schon die ganze Zeit hatte. Na, die Bewohner hatten sicher nichts dagegen, wenn er mal kostete. Skooma fischte sich mit der Suppenkelle eine gehörige Portion heraus, entdeckte noch eine Flasche Wein und nahm am Tisch Platz. Die Suppe schmeckte …

… ach nöö! Das Spielchen kannte er doch von den Argoniern. Zum Glück war er aber weder gefangen noch nackt, als er sich am Rande eines hohen Steges direkt am Meer wiederfand. Wie er hierher kam, blieb rätselhaft. Aber er beeilte sich, vom Steg zu verschwinden, bevor noch jemand nach ihm suchen würde. Skooma erinnerte sich an seine erste Inselumrundung. Damals hatte er den Steg schon gefunden, und wenn ihn nicht alles täuschte, so stand er mit den Dienerinnen des Sandes in Verbindung.
Kaum hatte er diesen Gedanken zu ende gebracht, da tauchten auch schon drei dieser Hexen auf. Skooma stellte ihnen einen Dremorafürsten entgegen, an dem sie ihre Schädelstäbe leer schießen konnten. Den Rest besorgte er selbst.
Viel später fand er nördlich der großen Statue ein ausgedehntes Ruinenfeld. Es bestand aus einer alten Festung und aus einer Tempelanlage mit kleineren Pyramiden und großen Statuen, die ein Spalier bildeten. Sah man von einigen Räubern und Spinnen ab, so war die Anlage verlassen. Skooma fand auch weder ein Grab noch sonst etwas, das einen längeren Aufenthalt wert gewesen wäre.
Den Rest des Tages lief er einfach herum, bis er spät nachts wieder bei der Pyramide ankam.

342.Tag – Stufe 47

Die Pyramide mit dem seltsamen Schloss blieb zu, und da auch der Opfersarg nebenan trotz gelöstem Puzzle nichts gebracht hatte, kehrte er noch einmal zu den Ruinen der Bam Na'dshit zurück. Sorgfältig schaute er sich das Spalier der Statuen an, dann die Pyramiden und zum Schluss die Überreste der Festung. Und endlich, nach langem Suchen entdeckte er den Schatz. Es war … ein Wasserhahn, der größte Reichtum in diesem heißen und trockenen Land.
Gut gelaunt wanderte er weiter. Die riesige Höhle der Sandkriecher in der westlichen Bam hatte er schon früher leer geräumt. Er erreichte den Surazal, schwamm bis zu Manuk und nahm dessen Angebot an, die Nacht in seiner Behausung zu verbringen.
Der Abend war gerade hereingebrochen, die Luft begann, sich abzukühlen, und beide saßen am Steg und unterhielten sich über die Wüste. Irgendwann packte Skooma seine „gefundene“ gleichnamige Pfeife aus. Er hatte schon lange vorgehabt, diese Droge nach Jahren der Abstinenz einmal wieder zu probieren. Genussvoll sog er den süßen Rauch ein. Mit ihm kamen die Träume ...

343.Tag – Stufe 47

… „MEPHALA IST GROSS UND WIR SIND SEINE DIENER, DENN KEIN BLUT KEIN SAND DAS IST DAS GESETZ. DREI DIENER STEHEN IHM ZUR SEITE, DREI SIND ES DIE SEINEN WILLEN KENNEN. FÜNF SPINNEN SÄUMEN SEINEN TEMPEL, EIN TEMPEL DER NIE VON STERBLICHEN BETRETEN. NEUN TODE MUSS DER GLÄUBIGE STERBEN, UM IHM NAHE ZU SEIN. DENN KEIN BLUT KEIN SAND, DAS IST SEIN GESETZ“
Die Pyramide! Das Tor! Das Schloss! Skooma sprang so abrupt auf, dass er sich den Kopf an der niedrigen Decke stieß. Immer noch etwas vom Skoomarauch benebelt, raffte er in aller Eile seine Habseligkeiten zusammen und rannte so schnell er konnte zur Pyramide zurück. Mit zitternden Pfoten berührte er die Zahlensymbole auf der Tür: * * * * *. Es funktionierte auf Anhieb. Mit leisem Knirschen senkte sich die große Steinplatte und verschwand im Boden. Ein schmaler Gang tat sich auf, der vor einer weiteren kleinen Tür endete. Und als Skooma diese passiert hatte, stand er tatsächlich in der Pyramide. Es roch muffig hier, nach Alter, Tod und Verwesung. Allgegenwärtig waren die Geräusche von rieselndem Sand, unter der Last ächzenden Steinquadern und ähnlichem zu hören. Skooma sprach einen Lichtzauber, bevor er dem Gang folgte. Schon ein paar Schritte weiter fand er das erste Skelett. Er war nicht darüber erschrocken, hier morsche Knochen zu finden. Natürlich nicht, dazu hatte er schon zu viele Gräber betreten. Zu Denken gab ihm der Zettel, den er neben dem Toten fand. War dieser hier wirklich 21 Jahre durch die Finsternis geirrt, wie er schrieb? Was, wenn es nur diesen einen Zugang gab und auch Skooma für alle Zeit hier gefangen wäre? Was würde aus den Zitternden Inseln werden, wenn ihr Herrscher verschwunden blieb?
Im Hintergrund des Raumes gähnte ein Schacht. Die Tiefe rief nach Skooma. Und gleichzeitig hörte er den schwachen Widerhall der Stimmen gequälter Geister, die dort unten auf ihn lauerten, auf einen neuen Geist, der sie nicht erlösen, sondern ihr Schicksal nur teilen würde.
Schaudernd wandte sich Skooma ab. Nein! Diesmal nicht! Der Schacht verfügte über keinerlei Aufzugsmechanismus, und Skooma hatte das Gefühl, dass ein Sprung in diese Tiefe endgültig war. Er machte kehrt und wandte sich dem Ausgang zu. „Neiiin!“ Ein markerschütternder Schrei begleitete ihn hinaus, als die Tür sich hinter ihm schloss. Die Wüste hatte Skooma wieder.
Da er nichts besseres Tun konnte, entschloss sich Skooma, eine weitere Runde durch diese fremde Welt zu drehen. Es gab ja noch so viel zu entdecken. Und mit etwas Glück würde er etwas finden, um diese Schächte gefahrlos benutzen zu können. Ein Schwebezauber wäre nicht schlecht. Skooma hatte einmal gehört, dass die Dunmer-Magier in Morrowind so etwas beherrschten. Dunmer gab es auch hier. Ihm musste nur etwas einfallen, wie er sie auf seine Seite ziehen könnte. Leider befürchtete Skooma auch, dass das alles andere als leicht sein würde.
Dieses Mal führte ihn sein Weg direkt nach Norden. Er kam am Haus der Lichbrut vorbei und machte erst am Brunnen der Wüstenfestung halt, um seinen brennenden Durst zu stillen. Ein lustiges bild bot sich ihm dabei, denn ein Triceratops hatte sich scheinbar in die Festung verirrt und stapfte nun ziellos im Hof hin und her … genauso ziellos wie Skooma seit Tagen. Der Gedanke wischte den Anflug eines Grinsens sofort wieder von Skoomas Gesicht.
Über Kazbai gelangte er nach Tan Gatar, ging wieder mal in die Arena und warf 500 Goldstücke in die Preistonne. Ein kleiner Faustkampf mit Galbulus würde ihn sicher auf andere Gedanken bringen …
… aber nicht so! Galbulus kämpfte diesmal nicht fair. Obwohl Skooma seine Waffen abgelegt hatte, griff er zur Doppelaxt, um auf seinen Gegner einzuschlagen. Skooma versuchte erst abzublocken, aber nur mit Armschienen gegen eine Axt? Das sah schlecht aus. Also griff er gezwungenermaßen zur Magie, um Galbulus fertig zu machen. Doch der hörte nicht auf. Zweimal ging er zu Boden, zweimal bot ihm Skooma das Ende des Kampfes an. Selbst als sie in den Übungsraum zurückgekehrt waren, griff Galbulus wieder an. Erst das Eingreifen der Assassine Madmi beendete den Kampf.

344.Tag – Stufe 47

Mitten in der Nacht erwachte Skooma von einem schrecklichen Traum. Ein riesiger Sandwurm hatte ihn quer über die Insel gehetzt, hin – zurück – hin – zurück … immer wieder hatte er zugeschnappt und Skooma war um Haaresbreite entkommen. Nein, noch mal musste er das nicht erleben! Es war höchste Zeit, einen dieser Würmer zu besiegen, um sich bei den restlichen Respekt zu verschaffen. Doch dazu musste Skooma erst einmal einen Riesensanddreughkopf finden.
Wo er schon mal wach war, konnte er auch die kühlen Nachtstunden für seine Wanderung nach Westen nutzen. Er war ja schon mehrmals im Dreugh-Gebiet, irgendwann musste er ja mal Glück haben.
Heute morgen hatte er keins. Skooma war noch nicht lange unterwegs, als er mitten durch ein Löwenrudel stolperte. So schnell er konnte floh er zwar zum Tempel der vier Säulen, doch unterwegs schloss sich den Verfolgern noch ein wütender Elefant an. Immer auf die Kleinen! Skooma erreichte mit Mühe und Not den Tempel, ließ sich von seinem Dremora den Rücken frei halten und trat ein. Zwei Stunden blieb er hier sitzen. Als er wieder vorsichtig vor die tür trat, hatten die Löwen aufgegeben. Der Elefant war zwar noch da, aber weil er Skooma nicht aufs Tempeldach folgen konnte, wurde er zur leichten Beute für dessen Bogen.
Skooma bog jetzt nach Norden ab. Wie immer auf seinen Wegen versuchte er, nicht dieselbe Strecke zweimal zu laufen. Nur so konnte er immer wieder neue Orte entdecken. Wie dieses Haus zum Beispiel, dass gerade hinter dem Dünenkamm auftauchte. Und es gehörte sogar einer alten Bekannten. Skooma fand die Schatzjägerin gerade mit ihrer Morgentoilette beschäftigt neben der Haustür. Das passte doch prima. Da konnte er schon mal reingehen und (von ihren Vorräten) Frühstück machen. Das von ihr gerufene „Vorsicht“ bekam er schon nicht mehr mit.
Was war das hier für eine Wirtschaft? So wie es hier aussah, hatte die Schatzjägerin eine ausgesprochene Antipathie gegen Besen … oder eine Vorliebe für mageres Dienstpersonal … sehr mageres. Immer musste sich Skooma um die Beseitigung dieser wandelnden Skelette kümmern. Als ob er nicht schon genug mit der Vorbereitung zur Dreugh-Jagd zu tun hätte. Aber da das Aufräumen an ihm hängen blieb, behielt er auch den gefundenen Brief (eine Schatzkarte, adressiert an Sjon) und ein amüsantes Buch über Mücken für sich.
Sie frühstückten dann doch noch gemeinsam, vor dem Haus.
Schließlich ging jeder wieder seiner Wege. Skooma entdeckte noch das Tagebuch eines Salzarbeiters, der wohl eher ein Sklave war, in einem verlassenen Lager und schaffte es gerade noch rechtzeitig zu einem Grabmal nordwestlich von Kathar. Dann fegte der Sturm los.

345.Tag – Stufe 47

Den Vormittag über war Skooma weiter westwärts gewandert. Er hatte sich mehrere Stunden in dem ausgedehnten Ruinenfeld aufgehalten, teils weil ein erneuter Sandsturm tobte, teils weil er die dort verteilten Gräber noch einmal untersuchte. Einer der Tempel, etwas außerhalb gelegen, trug über der Tür das Abbild des Zeremonienschädels, den Skooma immer noch mit sich herum schleppte. Skooma überlegte. Was würde wohl passieren, wenn er den Schädel auf den nahen Podest legte? Aber nur Nachdenken brachte ihn nicht weiter, er musste es eben testen. Behutsam legte er den Schädel auf den Podest … und bekam ihn nicht mehr ab. Dafür öffnete sich die Tür des Tempels. Na bitte, ging doch!
So schnell wie heute war Skooma noch nie umgezogen. Ein starker Lich stand in der offenen Tür und schleuderte ihm seine vernichtende Magie entgegen. So lange, bis sich Skooma in die Unsichtbarkeit geflüchtet hatte. Dann waren alle Vorteile auf seiner Seite. Skooma klopfte Jahrzehnte alten Staub aus der Kutte des Untoten und erhielt als Belohnung den Stab des Grabes.
Nur einen Pfeilschuss weiter nördlich holte ihn sein Pech wieder ein. Er rottete gerade Sandkriecher bei einem alten Festungsturm aus, als ihm der nächste Sturm den verhassten Sandhusten bescherte.

346.Tag – Stufe 47

Die Dreughjagd war eröffnet. Skooma war endlich in den Schluchten des Westens angekommen, wo diese Tierchen massenhaft hausten. Auch hier waren wieder genug Grabstellen untergebracht, es gab Sandkriecher und Wüstenspinnen, an denen er einen regelrechten Genozid verübt hatte.
Es gab bloß eine kleine Unstimmigkeit heute. Nicht Skooma hatte endlich den Riesensanddreugh gefunden, sondern der Dreugh ihn. Und er hatte noch vier seiner „Freunde“ mitgebracht. Skooma konnte von Glück sagen, dass seine Kletterkünste die der Bestien übertrafen. Er schaffte es auf eine hohe schmale Steinbrücke, von der aus er Pfeil um Pfeil auf die Dreughs abschoss und sie zwischendurch mit Feuer attackierte. Auch sein Dremora musste ran, allerdings unten, um die Dreughs zum besseren Zielen dicht beisammen zu halten.
Als es erledigt war, nahm Skooma den Kopf des Untiers an sich. Nun hatte er alle zutaten, die er für die Herstellung des Wurmgiftes benötigen würde, fehlte bloß noch ein Alchemietisch. Doch Skooma wusste schon, wo er einen finden würde. Bei Gorald, in der Assassinenburg, die sich dunkel am Horizont erhob.
Gegen Abend traf er dort ein.

347.Tag – Stufe 47

Gorald war Spätaufsteher … und wie üblich betrunken. So kam es Skooma jedenfalls vor, als der Händler seinen Stand aufsuchte. Um diese Zeit hatte Skooma schon längst sein Wurmgift fertig gemixt. Er handelte noch etwas, dann beeilte er sich, die Burg wieder zu verlassen. Schließlich war er hier nicht willkommen, wie er aus den finsteren Mienen der Dunmer ablesen konnte.
Beim Weggehen stolperte er sogar noch über eine Leiche. Da hatte wohl einer der Assassinen nicht aufgepasst und war den Felsen hinab gestürzt.
Nun hätte Skooma zum Tummelplatz der Sandwürmer gehen können. Aber wenn er es richtig betrachtete, dann war die Wirksamkeit seines Giftes keinesfalls erprobt. Was würde passieren, wenn es nicht wirkte? Immerhin musste er sich von einem dieser Viecher verschlucken lassen, um es zu testen. So ganz wohl war Skooma nicht bei der Sache, also schob er sie erste einmal auf. Lieber erforschte er noch das Bergmassiv südlich der Burg, wo er schon von weitem Gebäude in den steilen Hängen sehen konnte.
Um ungestört zu sein, setzte er diesmal gleich auf Unsichtbarkeit. So fand er erst das Lager eines Sklavenjägers mit dessen Tagebuch darin, dann das Haus eines Einsiedlers. Skooma bediente sich großzügig an dessen Wasserflaschen. Der Eremit würde sicher einen Brunnen kennen, um sich neues zu holen.
Fast direkt neben dem Haus fand er eine Höhle, die wiederum einen teilweise zerstörten Schrein beherbergte. Es gab Spinnen hier und noch ein Tagebuch, diesmal das eines gewissen Baran Aldur … wer immer das sein mochte.
Schließlich besuchte Skooma einen alten Tempel, in dem einer dieser Altarsteine herum stand. Es war weder ein Heil- noch ein Lebensaltar, wie er sie schon öfters gesehen hatte. Skooma berührte das Ding und eine Stimme ertönte. Dummerweise riss er gerade in diesem Augenblick eine große Urne um, deren Scheppern die Worte übertönte. Skooma hoffte sehr, dass es nichts Wichtiges gewesen war, denn auf alle weiteren Versuche, die Rede zu wiederholen, reagierte der Stein nicht. Schließlich ging er zum Eingang zurück, nur um einer besonders dicken Wüstenspinne gegenüber zu stehen. Skooma briet sie. Was hätte er auch sonst tun sollen? Doch als das kochende Spinnenblut zufällig sein Fell berührte, sagte ihm eine innere Stimme, dass er soeben die Segnung „Glück des Atum“ empfangen hatte. Na das war doch mal was. Glück konnte Skooma hier jede Menge gebrauchen.

348.Tag – Stufe 47

In den ersten Strahlen der Morgensonne sah Skooma ein goldenes Blitzen am Rande der Felsschluchten. Er ging näher und kam zu einem Schrein. Es war nur ein kleiner Podest, jedoch mit einem goldenen Aufsatz, der Gras nachempfunden sein konnte. Eine ebenfalls goldene und mit Diamanten besetzte Spinne thronte in der Mitte. Skooma machte sich sofort Notizen zu diesem Fund. Ein goldener Spinnenschrein in Mafalas Reich war sicherlich ungemein wichtig. Ganz bestimmt würde er hier noch einmal herkommen müssen.
Doch im Moment tat sich nichts. Lediglich ganz in der Ferne zogen wieder dunkle Wolken auf. Der nächste Sandsturm bahnte sich an. Skooma beeilte sich, die Siedlung Dynar zu erreichen, ehe der Sturm ihn erreichte. Er schaffte es, allerdings nur knapp und schon etwas sandgestrahlt. Im ersten besten Zelt vor der Ringmauer wartete er das Schlimmste ab. Dann zog er ostwärts weiter ...
... und kam genau in den nächsten Sturm. Um dem üblen Sandhusten zu entgehen, blieb Skooma nur der kleine See, in dem die Skelett-Festung stand. Mittels Wasseratmung hielt er über vier Stunden unter Wasser aus. Dann war es überstanden. Skooma betrat die Festung noch einmal. Nur drei Skelette stellten sich ihm diesmal in den Weg, eine lächerlich geringe Zahl. Skooma zerlegte sie, zog sich dann um und betrat erneut die Silbermine. Unsichtbar und unbewaffnet machte er sich einen Spaß daraus, die Liche einen nach dem anderen ins Wasser zu schubsen. Mit einem ansehnlichen Stabvorrat lief er dann zum Sydura Serai.
Ma Syd Jun kaufte alles, wie immer. Er war sogar bereit, seine ganzen Staubportionen, die Skooma einst bei ihm erstanden hatte, zurückzukaufen. Nicht zum selben Preis, aber immerhin.
Skooma war trotzdem mit dem Geschäft zufrieden. Sein Kapital hatte mittlerweile die Zwei-Millionen-Grenze überschritten. Wenn er gewollt hätte, dann hätte er Mafala ihr Reich sicher abkaufen können. Nur ... die Daedroth machte sich weiter rar.
Skooma ließ den Tag bei ein paar Gläschen in der Bar gemütlich ausklingen.

349.Tag – Stufe 47

Seit er das Wurmgift mit sich herum schleppte, stand Skoomas nächstes Ziel eigentlich fest. Aber der Weg wollte und wollte nicht direkt zum Tempel im Norden führen. Ganz sicher hatte Skooma keine Angst vor dieser Begegnung, wirklich nicht, oder ... ach nein! Es war einfach nur so, dass er die schöne Landschaft vorher noch ein wenig genießen wollte. Deshalb wandte er sich auch nicht von Sydura aus direkt nach Norden, sondern schlug den Weg nach Osten ein, zur Küste. Bisher hatte er nur ein einziges Mal die Inselwelt der Bam Adshet besucht. Und er hatte sie leer vorgefunden, voller Palmen zwar aber ohne eine einziges Grab, einen Tempel oder ähnliches. Dabei war er sicher, dass es auch dort versteckte Orte geben musste.
Das einzige, was er fand war jedoch ein winziger Opferaltar, der den Namen kaum verdiente, ein Wrack, das schon zu verrottet war, um es noch betreten zu können, und ein gut erhaltenes Boot, dessen Rumpf leider so hoch und glatt war, dass er aus dem Wasser heraus nicht hinauf kam. Wenn er doch nur Wasserlaufen gelernt hätte ...
Wenig später stand er am Rande des Wurmgebietes. Skooma atmete noch einmal tief durch. Es war soweit. Er musste den Wurm hier und jetzt erledigen. Sonst würde er wohl kein zweites Mal „die Zeit“ finden, sich dem Vieh zu stellen. Schon spürte er die Vibrationen im Boden. Schon tauchte der Wurm auf und ... verfehlte ihn. Skooma wurde von den Füßen gerissen, rappelte sich aber auf und trat erneut auf den Sand hinaus. Der zweite Wurm, oder der gleiche mit dem zweiten Versuch. Der Unterschied war für Skooma nicht so wichtig. Wieder verfehlte ihn das Monster, doch diesmal ging es schon knapper aus, und erheblich schmerzhafter. Skooma schlug einen Salto und knallte gegen die Tempelmauer. Stöhnend stand er wieder auf. Vor seinem dritten Versuch sprach er erst einmal einen Heilzauber auf sich selbst, und auch gleich noch einen Lichtzauber, da er nicht damit rechnete, das Innere des Wurmes beleuchtet vorzufinden. So vorbereitet stellte er sich dem Sandwurm zum dritten Mal. Wieder vibrierte der Boden und der Wurm schoss heran. Skooma machte sich so klein er konnte. Auf eine schwer gepanzerte Kugel reduziert, schaffte er es, an den spitzen Zähnen unbeschadet vorbei zu kommen. Schon fand er sich im schleimigen Inneren des Verdauungstraktes wieder. Säure ätzte ihm bereits in den ersten Sekunden das Fell von den ungeschützten Stellen. Ihm blieb nur wenig Zeit. Skooma orientierte sich kurz, dann hatte er das Herz auch schon gefunden. Ein-, zweimal schlug er mit Goldbrand zu, ohne jedoch den geringsten Kratzer zu hinterlassen. Dann fiel ihm das Gift wieder ein. Wie hatte er das nur vergessen können? Ruckzuck entkorkte er das Fläschchen und kippte den gesamten Inhalt auf das Herz. Es zischte. Und was dann geschah, war zu eklig, um es beschreiben zu können.
Angewidert zog sich Skooma aus einer stinkenden Lache von Wurmkotze auf den Sand. Das Schlimmste jedoch stand ihm noch bevor. Sein Fell musste dringend gereinigt werden. Skooma entledigte sich seiner Rüstung, hielt die Luft an und begann zu lecken ...
Später stand er vor der Tempeltür, die immer noch genauso verschlossen war wie zuvor. Hatte er etwas übersehen? Eine innere Stimme sagt ihm, dass es etwas geben musste, um die Tür zu öffnen, etwas, dass mit dem erlegten Riesenwurm zu tun hatte. Skooma hasste diese Stimme, denn sie zwang ihn, noch einmal in den Wurm zu kriechen und das vergiftete Herz herauszuholen.
Damit fand er endlich eine Möglichkeit, in den Tempel zu gelangen. Und mit einem Schlag waren die ganzen Unannehmlichkeiten vergessen. Er spürte deutlich, dass es vorwärts ging. Vielleicht war ja der Tempel schon die Möglichkeit, Mafalas Reich verlassen zu können.
Skooma betrat die Vorhalle. Es war still, dunkel und irgendwie beängstigend. Er hatte das Gefühl, stets beobachtet zu werden, was natürlich Unsinn war. Obwohl ... immer wenn er sich einer der zahlreichen Feuerschalen näherte, loderten dort Flammen empor, so als würde ein unsichtbares Wesen ihn begleiten und die Feuer entfachen. Doch Skooma sah nichts, auch mit seinem stärksten Zauber zur Lebensentdeckung nicht. Genauso wenig war zu hören. Nur die Echos seiner eigenen Schritte hallten von den Wänden wider, sodass er schließlich beschloss, wirklich allein zu sein.
Der Tempel stellte sich als wesentlich größer heraus, als Skooma vermutet hatte. Es war ein Glück, dass er über einen lang anhaltenden Lichtzauber verfügte. Nur auf Fackeln und die Feuerschalen angewiesen zu sein, hätte ihm gar nicht behagt. Nacheinander passierte er mehrere Räume, von kleinen Kammern bis zur riesigen Halle, die vielleicht einmal ein Thronsaal gewesen war. Er fand wenige Wertsachen hier, mal abgesehen von einem großen Diamant, der in einem noch intakten Sarkophag versteckt war. Dann bekam er den ersten Hinweis darauf, doch nicht so allein hier zu sein, wie er dachte. Frische Blutflecke, höchstens eine Stunde alt, waren auf einem Opferstein zu sehen. Er würde vorsichtiger sein müssen.
Wenigstens fand er so gut wie keine Fallen hier. Ein gigantischer Stein, der ihm an einem Abhang entgegen kam, kündigte sich durch sein Rumpeln rechtzeitig an, sodass Skooma noch ausweichen konnte. Er fand vier weitere Sarkophage, die fast identische Edelsteine enthielten. Das konnte kein Zufall mehr sein. Skooma begann nun gezielt, nach weiteren Sarkophagen zu suchen. Die Zeit verging und einmal erblickte er durch ein Lüftungsloch hoch über sich die Sterne. Die Nacht war hereingebrochen.

350.Tag – Stufe 47

Heute morgen hatte er nach nur wenig Schlaf den sechsten Sarkophag-Stein gefunden. Er war bis zu einem Altar gekommen, der irgendeinen Mechanismus in Gang gesetzt hatte. Doch was passiert war, hatte er noch nicht bemerkt. Skooma vermutete eine weitere Geheimtür. Davon gab es viele in diesem Tempel. Die meisten von ihnen waren sogar gut sichtbar, nur die dazugehörigen Schalter befanden sich meist auf der falschen Seite.
Spätestens mit dem Siebenten Stein kam ihm die Idee, dass es mit diesen Diamanten eine Bewandtnis haben müsse. Sollten es gar magische Artefakte sein, die hier versteckt worden waren? Er hatte bisher keine Form von Magie darin gespürt, aber selbst ein Erzmagier konnte mal irren. Und außerdem gab es neben diesen Steinen so gut wie keine Wertgegenstände in dieser schier endlosen Tempelanlage zu entdecken. Dass ihm jemand zuvorgekommen war, glaubte Skooma auch nicht. Dann hätte er zumindest eine weitere Wurmleiche vor dem Tor finden müssen. Oder gab es einen zweiten Zugang?
Viele Fragen blieben unbeantwortet, während Skooma weiter durch die Gänge tappte ... und dann wieder am Eingang stand. Wie nun weiter?


"Die Toten existieren um die Lebenden zu nähren." Eola
  30.03.2011, 07:12
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Noch 350.Tag – Stufe 47

Anstatt wieder umzudrehen und nach weiteren Steinen zu suchen, verließ Skooma den Hohetempel. Er hatte Hunger. Uns soweit er wusste, war Tan Gatar die nächste Siedlung, die über eine Taverne verfügte. Skooma hielt schnurgerade auf die am Horizont sichtbaren Mauern des Hafenviertels zu. Schnell schaute er beim Händler Gothian vorbei, dem er die nun überflüssige Riesenwurm-Schrifttafel verkaufte. Dann suchte er die Arena-Taverne auf. Er kam gerade rechtzeitig, als der Wirt verkündete, dass das Nashornfleisch nun durchgebraten war. Skooma ließ es sich schmecken. Ein Skooma-Pfeifchen im Haus des Mondes als Nachtisch rundete die Sache ab, und schon kurze Zeit später hatte er alles erledigt und war auf dem Weg nach Kazbai.
Die einzige Straße des Ortes wirkte wie ausgestorben. Dabei war es heute nicht mal ganz so heiß wie üblich. Na ja, möglicherweise hatte sich Skooma auch schon an die Temperaturen hier gewöhnt. Als er das Tempelhaus betrat, wusste er, wo alle steckten. Es war Gottesdienst, wenn man die Litanei des Priesters so nennen konnte. Skooma zeigte sich völlig unbeeindruckt davon. Warum auch nicht? Er fühlte sich Mafala immerhin gleichgestellt und sah deshalb keinen Grund, seine Daedraschwester verehren zu müssen. Ohne mit der Wimper zu zucken trat er am Priester vorbei an die Statue und lud seine magischen Waffen auf. Danach klaute er ebenso skrupellos eine Opferdolch vom Reliquienschrein. Sollte sich Mafala doch aufregen! Vielleicht war sie ja dann bereit, mit Skooma zu sprechen.
Eine gute Seite hatte die Vorstellung jedoch gehabt. Durch die Erwähnung der Diener Mafalas, brachte der Priester Skooma auf die Idee, mal wieder nach Skent zu sehen. Zwar hatte er keinen Hausstaub, aber warum sollte er nicht versuchen, dem Schädel feinen Wüstenstaub als Hausstaub unterzujubeln? Gedacht – getan, Skooma probierte es einfach.
Er fand den Schädel unverändert auf seinem Stock vor. Diesmal war er (leider) noch gesprächiger als sonst. Ja, er war Skent. Das sagte er doch schon. Ein Beweis? Skooma hätte ihm jetzt eine schwere Frage stellen, oder um eine Weissagung bitten können. Doch solche Sachen fand er langweilig. Dafür nötigte er Skent, ihm das „Schädellied“ zu pfeifen. Ohne Lippen! Es klappte, und damit war in Skoomas Augen der Beweis erbracht, dass er zumindest einen Daedroth oder etwas ähnliches vor sich hatte. Er versprach zu helfen. Es war auch nicht schwer. Er sollte nur schnell zum Serai und bei Ma Syd Jun eine Schriftrolle des Aka’thars kaufen ... und, ach ja ... Hausstaub.
„Na gut. Lauf aber nicht weg!“, konnte er sich nicht verkneifen, zum Abschied zu rufen.

351.Tag – Stufe 47

Ma Syd Jun war wach. Er schien immer wach zu sein, egal wann man kam, ein vorbildlicher Händler. Er hatte sich sogar Hausstaub besorgt, wohl weil Skooma eine dem entsprechende Nachfrage bekundet hatte. Skooma kaufte ihm erst einmal alle 6 Alkathar-Schriftrollen ab. Wäre doch schade, wenn jemand anders ihm bei seinem Geschäft mit Skent zuvorkam. Dann las er sich durch, was er da gerade gekauft hatte.
Es war die Anleitung für einen Fluch. Na ja, Verwandlung hätte es eher getroffen. Man brauchte bloß etwas Schnee ... woher sollte er den denn nehmen? Skooma las weiter. Es gab noch mehrere alternative Substanzen zu Schnee, keine jedoch würde hier zu bekommen sein. Zum Schluss wurde noch Hausstaub erwähnt, allerdings mehr als Warnung, denn bei dessen Gebrauch konnten unerwartete Nebenwirkungen auftreten. Gut. Es war ja nicht sein Schicksal. Skooma würde sich eben überraschen lassen.
Vor dem nächsten Fußmarsch durch die Wüste ging er aber erst mal in die Bar. Der Wirt hatte ihm doch beständig seine Hausmarke empfohlen. Heute würde Skooma mal kosten, und wehe das Zeug schmeckte nicht.
Da Esy beschäftigt war, ging er direkt zu Lanagan und bestellte sich eine Flasche. Das Gebräu war stark, schmeckte aber gar nicht mal so schlecht. Da es extra für Khajiit gedacht war – ja, es gab hier auch Leute, die einem Khajiit mal was Gutes tun wollten – hatte man an Zucker nicht gespart. Skooma trank, starrte die Maskentänzerin an und ... schlief ein.
Das Erwachen traf ihn wie ein Hammer. Einer seiner Geldbeutel war weg! Auch sein ganzes Wasser! Im kopf drehte sich noch immer alles und um sich herum sah er die Knochen unzähliger Khajiit-Skelette. Skooma erkannte die Höhle sofort wieder. „Na warte, du Bastard von einem Menschen!“, dachte er sich. „Dich kauf ich mir!“
Gewaltiger hätte auch ein Sandsturm die Tür zum Serai nicht aufreißen können. Wutschnaubend rannte Skooma auf den Wirt zu, holte noch im Laufen aus und schlug ihm mit aller Kraft die gepanzerte Faust ins Gesicht. Lanagan taumelte zurück. Doch er war hart im Nehmen. Schon hatte er sein Messer gezogen, um sich seinerseits auf Skooma zu stürzen, als dieser von ganz unerwarteter Seite Hilfe bekam. Nangishia, diese Wüstenläuferin, brachte den wirt kurzerhand zum Schweigen. Für immer.
Na ja, so hatte es sich Skooma zwar nicht vorgestellt, aber da konnte man eben nichts mehr machen. Wenigstens hatte von den restlichen Gästen niemand Partei ergriffen. Auch Esy blieb teilnahmslos. Skooma ging noch in die Vorratskammer, um sich für das gestohlene Gold zu entschädigen, denn Ma Syd Jun kaufte schließlich alles.
Zu Skent. Skooma hatte das Gefühl, dass der Schädel samt Stock vor Aufregung und Freude hüpfte. Doch das konnte nicht sein.
Etwas mulmig war Skooma schon zumute, als er sich noch einmal die Anleitung zum Fluch durchlas. Skent drängelte ständig, dass er endlich anfangen solle. Bitte, wenn er es unbedingt wollte ... Skooma streute den Hausstaub über den Schädel, schloss die Augen und stellte sich vor, wie er Skent in einen prächtigen Khajiit mit gepflegten weißen Fell verwandeln würde.
Das Ergebnis war nicht ganz zufriedenstellend. Fell und Farbe stimmten schon mal, der Rest jedoch ... Aber warum nicht. Auch als flauschiges Kaninchen machte Skent eine gute Figur, fand er. Allerdings revidierte er diese Meinung sofort wieder. Er hätte sich lieber etwas langsameres ausdenken sollen. Einen Sandkriecher vielleicht. So kam es, dass Skent in Richtung Serai verschwunden war und Skooma hinterher laufen musste, die Begegnung mit drei Wüstenräubern inklusive.
Er traf Skent im Serai an, wo dieser munter mit dem ausgebrochenen Wüstenpahmer und einer Ratte spielte. Na schön, Skooma hatte auch nicht wirklich geglaubt, dass Skent ihm bei der Suche nach Anadayayama oder, „Weißer Sand“ wie er sie nannte, helfen würde. Seufzend begann er mit der Befragung der Anwesenden. Einige Informationen waren ganz interessant. Gani zum Beispiel wies ihn auf einen Dolch hinter dem Tresen hin. Es war ein Opferdolch, genau so einer von denen Skooma schon zwei besaß. Und es sollte insgesamt nur sechs davon geben.
Ronja meinte, dass die Dunmer auch Tiere aus ihrer Heimat Morrowind eingeschleppt hätten. Sie nannten sie Guar, doch selbst gesehen hatte sie nur das ausgestopfte gleich nebenan.
An’gar Tar wiederum gab Skooma den Tipp, dass das Serai einmal ein Tempel gewesen war und sich noch immer viel Magie an diesem Ort hielt. Wenn er sich nachts in der Abstellkammer verstecken würde, dann würde er es schon sehen.
Da keine weiteren Informationen mehr zu bekommen waren, beschloss Skooma, die Abstellkammer einmal auszuprobieren.
 
352.Tag – Stufe 47

Gegen neun Uhr morgens hielt es Skooma nicht mehr aus. Nichts, aber auch gar nichts war passiert. An’gar Tar hatte sicher versucht, ihn hochzunehmen, als er ihm den Tipp mit der staubigen Abstellkammer gab. Wenigstens er würde seinen Spaß dabei gehabt haben. Skooma ging erst mal etwas essen.
Als er sich kauend umblickte, bemerkte er zu seiner Erleichterung keine Schadenfreude oder auch nur Belustigung in den Gesichtern der anderen Gäste. Das hätte ihn eigentlich beruhigen sollen, doch das Gegenteil war der Fall. Wenn keiner über seinen Reinfall lachte, war dann doch etwas dran an der Geschichte? Oder funktionierte es nur nicht jede Nacht? Skooma ging vor die Tür an die frische Luft. Da kam Shany, eine der Maskentänzerinnen, vorbei. Auf Gerüchte angesprochen, erzählte sie ihm prompt die Geschichte mit der Abstellkammer ... Moment, sagte sie „im Morgengrauen“? Wenn das stimmte, dann hatte Skooma schlicht und einfach den richtigen Zeitpunkt verpennt.
Tja was nun? Bis heute Abend zu warten machte wenig Sinn. Aber er konnte ja versuchen, die Herrin der Bam A’dshent auch ohne Hinweise zu finden. Diese paar Inseln würde er heute schon schaffen. Skooma lief los. Noch südlich von Dachla sprang er ins Meer und schwamm. Es war herrlich. Das Wasser kühlte angenehm und wusch auch gleich den ganzen Sand aus seinem Fell. Na und die Rüstung wurde ebenfalls sauber, wobei er von Glück sagen konnte, dass man Wahnsinnserz nicht ölen musste.
Ab jetzt ging er systematisch vor. Skooma drapierte eine große Flasche Blutegelsaft gut sichtbar am Strand. Das Zeug würde hier schon niemand klauen, und wenn doch – so wertvoll war es auch wieder nicht. Dann zog er los, einmal um die kleine Insel, bis er die Flasche wieder sah. So machte er es Insel für Insel. Kleinere erkundete er mal schnell nebenbei, und bei den großen machte er immer nur kurze Abstecher ins Innere, so dass er das Rauschen der Brandung stets hören konnte. Zu Anfang ging auch alles gut. Er fand Ana-dingsda zwar nicht, erlegte aber ein Nashorn mit nur zwei Pfeilen. Später am Tag stieß er dann auf ein Löwenrudel. Skooma hatte immer Gewissensbisse, gegen seine entfernten Verwandten vorzugehen. Doch auch hier ließen sie ihm keine Wahl. Sogar die Kätzchen beteiligten sich äußerst rabiat an den Angriffen. Es war zum Verzweifeln ...

353.Tag – Stufe 47

Skooma hatte noch einen Elefanten geschossen und zwei kleinere Schätze ausgebuddelt. Er hatte unter Wasser ausgedehnte Tempelanlagen entdeckt, Haie gejagt und eine Wracktaucherin getroffen, die auf den bescheuerten Namen „StuntNPC“ hörte. Von „Weißer Sand“ keine Spur ... Zweimal war Nebel aufgezogen, so dass er sich schon auf einen Kristell- oder Muschelsturm vorbereitet hatte, wie er im Buch über Mafalas Diener beschrieben war. Schließlich gab er auf. Sie war einfach nicht hier.
Skooma kehrte nach Tan Gatar zurück. Das bisschen Zeug aus den Schätzen und einige Jagdtrophäen verkaufte er an Gothian. Anschließend machte er sich daran, die Leute weiter auszufragen. Hatte denn niemand „Weißer Sand“ gesehen? Galbulus jedenfalls nicht. Wenigstens kämpfte er heute fair. Auch Jubin, Ja’kil und Madmi wussten genauso wenig wie die restliche Städter. Lediglich für Kathar bekam er einen Hinweis: Es sollten schon Leute verkleidet in die Stadt gelangt sein.
Na das wusste Skooma besser. Er hatte es schließlich selbst ausprobiert. Und welche Verkleidung wäre schon angemessener als eine rundum geschlossene, originale Ordinatorenrüstung inklusive Maskenhelm? Nein, die Leute hier konnten ihm viel erzählen. Es musste einen anderen Weg geben. Nur welchen?
Spät abends erreichte er wieder das Serai. Die zweite Nacht in der Abstellkammer stand bevor.

354.Tag – Stufe 47

Diesmal schlief Skooma nicht. Bereits kurz nach Mitternacht betrat er den Gastraum, der sich erschreckend verändert hatte. Die Möbel lagen umgestoßen am Boden. Das Gitter des Pahmerkäfigs fehlte, oder war durch Spinnweben ersetzt. Milchiger Nebel wallte dicht über dem Boden, so dass auch vom Skent-Kaninchen nichts zu sehen war. Wenn er denn überhaupt hier war, was Skooma bezweifelte. Das gruseligste waren jedoch die Gäste. Wie schwarze Tempel-Statuen standen sie reglos im Raum herum. Skooma erkannte sie alle, selbst Lanagan, den kürzlich verstorbenen Wirt. Und dann sah er den Geist.
Hoch über der Tanzfläche schwebte er, oder sie, oder besser – nur der durchscheinende Kopf einer Frau. Skooma hatte Anadayayama gefunden.
Anadayayama, alias Herrin der Bam A’dshent, alias A’nshi sprach zu ihm. Ihr Geist war gefangen an diesem Ort, und sie bat Skooma, nein es war eher ein Befehl, ihr zu helfen. Skent musste her! Nun gut, wenn sie Kaninchen mochte, würde sich da was arrangieren lassen. Skooma schnappte sich noch schnell den Opferdolch „von hinter der Theke“ und kehrte in seine Kammer zurück.
Schon kurz darauf war er wieder da. Skent auch. „Ich habe Anadayayama gefunden!“, konnte Skooma gerade sagen, bevor das Kanickel mit einem freudigen „Wo?“ auf und davon rannte. Soviel dazu! Skooma schüttelte den Kopf und setzte sich erst einmal. Dass Esy neben ihm stand und sich nach seinen Wünschen erkundigte, bekam Skooma anfangs gar nicht mit. Erschrocken starrte er in die Runde. Alle waren plötzlich wieder lebendig und guter Dinge. Und damit meinte Skooma auch „alle“. Denn sogar der heuchlerische Wirt stand wieder hinter dem Tresen, so als wäre er nie tot gewesen. Er schien nicht einmal bemerkt zu haben, dass Skooma sauer auf ihn war. So freundlich pries er seine „Hausmarke“ an – extra für Khajiits!
Skooma verzichtete darauf, ihn erneut zu verprügeln. Das brachte nichts. Lieber ging er Skent suchen, obwohl er keine Ahnung hatte, wohin der gehoppelt war.
Die erste Idee, Skents Ruine, erwies sich als Reinfall. Ebenso seine erneute Suche in der Bam A’dshent. Den Weg dahin hatte er teilweise auf einem Reitkamel zugebracht, dass er durch einen Zaubertrank beschworen hatte. Aber mal abgesehen davon, dass ihm noch Stunden später schlecht war von der Schaukelei, war dieses Vieh das Langsamste, worauf er je geritten war. Total frustriert kippte er die anderen beiden Tränke in den Wüstensand.
Irgendwie hatte es ihn dann sehr weit nach Norden verschlagen. Im letzten Licht des Tages stand Skooma auf der Spitze einer riesigen Stufenpyramide in der Bam Nayr und sah aufs Meer hinaus. Zu seinen Füßen lagen die Leichen dreier halbnackter Menschen. Auch hier im Norden war er also nicht allein.
Ein Sandsturm rundete den Tag ab. Skooma hustete sich in den Schlaf.

355.Tag – Stufe 47

Gleich wenn er wieder in der Wüste war, so nahm sich Skooma vor, würde er die von Madmi genannten Zutaten für eine sandsturmfeste Chitinrüstung besorgen.
Heute jedoch wollte er das Hochland erkunden. Irgendwo mussten die Menschen von gestern ja hergekommen sein.
Skooma fand das Dorf, oder eher die einzelne Hütte, und eine große Gruppe Eingeborener vor. Ein Bär hatte das Dorf ebenfalls gerade gefunden. Dann ging wieder etwas schief. Dabei wollte Skooma nur helfen. Was konnte er denn dafür, wenn alle wild durcheinander rannten und so sein Feuerball nicht den Bären sondern einen der Eingeborenen traf? Zum Schluss blieb das halbe Dorf auf der Strecke. Es war sicher nicht gut fürs Image. Skooma ging lieber schnell weiter.
Er traf noch auf einen weiteren Bären, auf friedliche Tiger und angriffslustige Hyänen. Zwei Clannfear griffen ihn bei einem kleinen Teich aus dem Hinterhalt an und verletzten ihn schwer. So erreichte er gerade noch das magische Portal im Nordwesten dieser Welt, das aber immer noch unpassierbar blieb.

356.Tag – Stufe 47

Über die westlichen Ausläufer des Er’renied –Gebirges und quer durch das Dreugh-Gebiet gelangte Skooma zur Assassinenburg. Nach nur kurzer Rast brach er wieder auf. Skooma wollte jetzt so schnell wie möglich zurück zu Skent. Doch weit kam er nicht. Zwischen den Säulen der Bam G’nur musste er stundenlang ausharren, und selbst als die Nacht verging, hatte sich der Sandsturm noch nicht gelegt.

357.Tag – Stufe 47

Halb blind vom Sand in den Augen kam er vor Kathar an. Heute unternahm er aber keinen Versuch, die Stadt zu betreten. Er hatte das Gefühl, nur wieder zu scheitern. Das konnte er sich also sparen.
Aber das Karawanen-Häuschen vor der Stadt war einen Besuch wert. So viele unbewachte Körbe voller Lebensmittel standen hier herum. Und da gerade der nächste Sturm lostobte, ließ sich Skooma Zeit, aus all den Zutaten fleißig Tränke zu brauen.
Gegen Abend schaffte er es dann doch noch nach Sydura und verschwand in der Kammer.

358.Tag – Stufe 47

Endlich hatte er die beiden Daedra zusammengebracht. Skent und A’nshi zofften sich erst eine Runde, bevor beide zur Vernunft kamen und begannen, die Lage zu klären. Skent brauchte einen neuen Körper und A’nshi auch – oder brauchte sie eine Seele – oder beides? Je länger die Debatte dauerte, desto weniger verstand Skooma. Nur, dass es weder sein Körper noch seine Seele sein sollte, gab er einmal zu bedenken. Ob ihm überhaupt einer der beiden zuhörte, war nicht so klar. Letztlich bekam er von A’nshi den Auftrag, Seelen zu besorgen. Skent wüsste schon wo und wie. Prima! Skent war auch schon wieder verschwunden. Verdammtes Karnickel! Und wer, zum Daedroth, ist jetzt Ned?
Fragen über Fragen. Skooma suchte Madmi auf, um sich die Chitinrüstung anfertigen zu lassen. Doch der nächste Reinfall wartete schon. „Ich sagte, bring mir einen Helm oder eine Maske, du Plüschtiger! Ein Chitinschild geht nicht.“ „****!“
Also wieder nichts, auch nicht bei Jubin, dem örtlichen Händler. Na ja, vielleicht hatte Ma Syd Jun ja was im Angebot.
Der Zufall kam Skooma auf dem Weg nach Kazbai in Gestalt von Wüstenräubern zu Hilfe. Anschließend besaß er eine fast neue sandsturmtaugliche Chitinmaske. Damit entging Madmi das Geschäft. Sie würde es verstehen – hoffte Skooma wenigstens. Bei Assassinen wusste man ja nie so genau ...
Die verlassenen Häuser von Sula vermittelten einen trostlosen Eindruck. Skooma war hierher zurückgekehrt, da er noch einmal nach dem sonderbaren Tier suchen wollte, dass der verschollene Dorfbewohner in seinem Tagebuch erwähnt hatte. Inzwischen vermutete er, es handelte sich um eines der Geschöpfe Morrowinds. Die Dunmer hatte einige ihrer Tierchen hier eingeschleppt – sagte man zumindest. Aufmerksam las er sich die Seiten des Buches noch einmal durch. Und dann ... da stimmte doch etwas nicht. Wenn er die Sache logisch anging, dann hatte der Dörfler hier einen Fehler gemacht und Skooma war immer in die falsche Richtung gelaufen. Gleich verließ er das Dorf. Ein Turm auf einer Anhöhe – Skooma ahnte jetzt wohin er musste.
OK, schön war das Tier nicht gerade, ein nacktes reptilienartiges Geschöpf mit Unterbiss und Glupschaugen, aber immerhin. Es war eindeutig ein Guar. Sofort begann es an Skoomas Taschen zu schnüffeln, so als suche es etwas. Aber er hatte doch gar nichts fressbares dabei, nur diesen ... Knochen?. Erstaunt sah er dem Guar zu, wie es schwanzwedelnd damit spielte.
Skooma hatte endlich ein Reittier. Sein Guar schaukelte zwar auch mächtig, war aber wesentlich schneller als das dämliche Kamel. Er ritt bis nach Dynar, wo er es erst einmal am Brunnen „parkte“. Sollte es ruhig den unfreundlichen Dunmern das ganze Wasser wegsaufen. Ihm war es egal. Skooma hatte für Morgen etwas vor, wo er kein Reittier gebrauchen konnte.

359.Tag – Stufe 47

Etwas nördlich von Dynar begann eines der Spinnennester. Pünktlich zum Beginn der Schlacht – oder besser des Schlachtens – legte der Sandsturm los. Skooma störte es nicht. Diesmal hatte er endlich erfolg, die Chitinmaske des Wüstenräubers hielt dicht. Der Sturm kam ihm sogar zugute, da die Spinnen offenbar noch weniger sahen als er selbst. Trotzdem wurde es schwer. In einer besonders großen Ansammlung der widerlichen Krabbeltiere probierte Skooma einen Trank des Löwen aus, worauf ein wunderschöner starker Wüstenlöwe erschien und ebenfalls kräftig austeilte.
Am Ende des Tages kam er auf stolze 127 erbeutete Giftdrüsen. Ein durchaus befriedigendes Ergebnis.

360.Tag – Stufe 47

Ein kleines Grab wies leider nur einen verschütteten Gang auf. Dafür fand er noch eins in der Nähe des Goldspinnen-Altars. Zwei Düstergespenster versuchten hier, eine Runen-Schrifttafel zu bewachen. Natürlich erfolglos, da Skooma selbst in der Lage war, unerschöpflich neue Düstergespenster zu beschwören. Er selbst sah lieber von Weitem zu. Aber es lohnte sich trotzdem nicht. Schon nach dem ersten Wort wusste er, dass er ein Duplikat in den Pfoten hielt: „Ilikalal ...“ Skooma nahm sie aber mit, da sie einen ganz guten Verkaufswert hatte. Mal sehen, was Ma Syd Jun dazu sagte.
Dann hatte er sein eigentliches Ziel erreicht, die verbarrikadierten Schluchten. Hier gingen die Spinnentäler langsam in Dreugh-Gebiet über. Skooma war entsprechend vorsichtig. Doch die Schluchten selber waren leer. Auch die kleine Höhle oberhalb der Treppe enthielt wieder nichts als Spinnen, und der zweite Eingang, den er nach langem suchen fand, war und blieb versperrt.
Zwei Dreughs später erreichte er den Strand und schwamm im Licht der untergehenden Sonne nach Süden.

361.Tag – Stufe 47

„Hallo Guar! Dein liebes Herrchen ist wieder da!“
Auf dem Boden verstreute Melonenschalen verrieten, dass sich Guar nicht gelangweilt hatte. Auch das wütende Gezeter im nächsten Haus ließ darauf schließen. Skooma wollte gar nicht wissen, was sein Reittier alles angestellt hatte. Er saß lieber auf und ritt schnell weiter.
Die Schatzkarte aus Ma Syd Juns Laden wies, wenn er sie richtig deutete, nach Osten. Skooma musste sich beeilen, denn wie es aussah, musste man nachts an Ort und Stelle sein, um den beschriebenen Geist zu treffen.
Doch es kam anders. Skooma platzte mitten in eine Antilopenjagd, an der sich gleich sechs Wüstenräuber beteiligten. Auch sein Guar war eine Kämpfernatur, wie Skooma zu seinem Leidwesen feststellte. Ehe er reagieren konnte, saß er bereits am Boden, Guar sprang einen Räuber an und die anderen stürmten auf ihn zu. Das war dann doch etwas zu viel. Eine Zeit lang hielt sich Skooma ganz tapfer. Aber dann kreisten sie ihn ein und griffen von allen Seiten gleichzeitig an. Skooma blieb nur die Flucht. Im engen Gang des Grabmals des Surazal konnte er besser kämpfen. Ein Räuber nach dem anderen fiel unter seinen Schlägen.
Danach war es wohl zu spät für die Schatzsuche. Skooma heilte sich und sein Tier als die Sonne schon über dem Horizont stand. Dann brachen sie zu Manuk auf – Geld verdienen.
Später waren sie wieder in Richtung Sydura unterwegs. Da er weder Skent noch jemanden mit dem Namen Ned gefunden hatte, wollte er es noch einmal mit einer Nacht in der Abstellkammer probieren. Konnte ja nicht schaden.
Direkt am Weg lag ein halb versandeter Tempel, an den sich Skooma nicht erinnern konnte. War er hier schon mal? Der Sand sah eben überall gleich aus. Erfreulicherweise war die Tür offen. Er trat ein ... und wäre beinahe über ein Kaninchen gestolpert. Zufälle gab es! Da konnte er ja lange suchen, wenn Skent sich hier drin versteckte.
Die nächste Tür war wirklich zu. Skooma sah auch keine Möglichkeit, die schwere Steinplatte, vor der Skent kauerte, zu bewegen. Das hieß dann wohl, nach einem anderen Weg zu suchen. Mit einem Lichtzauber bewaffnet ging er zur hinteren Seite der Halle.
Hoppala! Beinahe wäre er in ein schier bodenloses Loch gefallen. Also wirklich, Skooma hätte gern gewusst, wer für diese Schlamperei verantwortlich war.
Vermutlich handelte es sich bei dem Schuldigen um eines dieser Skelette, die sich nach jahrelangem Rumliegen wieder erhoben. Sie hätten keinen ungünstigeren Termin dafür wählen können, denn Skooma hatte für Untote nicht viel übrig.
Im nächsten Raum erwarteten ihn zwei geisterhafte Erscheinungen. Skooma, natürlich komplett unsichtbar, konnte sie eingehend betrachten. Sie mussten einmal etwas besseres gewesen sein, Fürsten vielleicht, wie ihre ebenfalls durchscheinende noble Kleidung ahnen ließ. Viel interessanter jedoch waren einige Körbe, die randvoll mit Gold, Seelensteinen und Schmuck hier herumstanden. Es wäre wirklich unverzeihlich, das alles hier zu lassen. Skooma sackte die Kostbarkeiten ein und bekam dabei nicht mit, wie seine Tarnung zusammenbrach. Der Ring der Khajiit und der kristalline Brustharnisch zusammen mochten gewöhnliche Räuber täuschen, bei Geistern jedoch konnte er auf den zusätzlichen Schattenzauber nicht verzichten. Die Fürstin griff zuerst an, und Skooma rannte zur nächsten Tür, um seine Chancen in einem engen Gang etwas zu verbessern. Aber da hockte Skent. Das war wohl Pech für das Kaninchen, oder?
Skent-Hasi war weit weniger wehrlos als Skooma gedacht hatte. Kraftvoll sprang er den Geist an und erledigte ihn mit zwei Schlägen. Applaus! Da das so einfach ging, lockte Skooma auch den zweiten Geist zu Skent. Sollte der sich doch allein die Pfötchen schmutzig machen. Es klappte, aber das Ergebnis war anders, als Skooma es erwartet hätte. Skent stand wieder vor ihm – mit neuem elfischen Körper! Und irgendwie hatte er das Gefühl, dass Skent auch die Seele des zweiten Geistes im Gepäck hatte. Schon drehte er sich um und rannte zum Ausgang. „Moment noch! – Ach, egal.“ Skooma rannte hinterher. Er wollte ihn nicht wieder tagelang suchen müssen. Da musste die eine Tür, die er noch entdeckt hatte, eben bis zu seinem nächsten Besuch in diesem Tempel warten.
Im Zickzack liefen sie nach Dachla. Skooma fragte sich schon, was das ewige Hakenschlagen sollte. War da noch etwas von der Kaninchenexistenz zurückgeblieben? Skent hielt erst kurz vor der Siedlung an. „Da unten ist sie. Holt sie raus!“ sagte er, und als Skooma ihn verständnislos anblickte, erklärte er ihm großmütig, dass natürlich Ned gemeint war.
Da war also die „Große Seele“, die A’nshi unbedingt haben wollte.
Während Skent und Guar, das ihnen nachgelaufen war, am Ortsrand warteten, ging Skooma hinab. Er war schon mehrmals hier gewesen und würde am besten den Verwalter fragen, ob der einen Ned kannte. Zielstrebig suchte er sein Haus auf. Doch der Verwalter war gerade nicht da. Nur ein Ring des Wasserwanderns lag unbeaufsichtigt in einer Truhe herum. Er steckte ihn erfreut ein. Damit würde er endlich auf das Boot in der Bam A’dshent kommen.
Beim Hinausgehen wäre Skooma beinahe mit einem blinden Mädchen zusammengestoßen. Sie grüßte schüchtern, dann war er auch schon draußen und sie drinnen. Skooma dachte nicht weiter über das Zusammentreffen nach. Er hatte oben auf der Stufenpyramide eine Bewegung entdeckt. Und richtig, der Verwalter trieb sich dort herum. Skooma kletterte hoch.
„E Mephala de alan“, begrüßte ihn Ran’gar, worauf Skooma höflich lächelnd mit „Mafala t’sravikazi.“ antwortete. Ran’gar schaute zwar etwas irritiert, lächelte dann aber zurück. Da er kein Ta’agra verstand, konnte er natürlich nicht wissen, dass Skoomas Antwort „Mafala kann mich mal“ bedeutete. Sie kamen ins Gespräch. Ran’gar erzählte ihm von der einst blühenden Oase Dachla, in der er geboren war. Das Leben hier war nicht immer einfach gewesen, aber man war mit seinem Los zufrieden und pries Mephala für Gaben des Landes. Doch dann zürnte ihnen der Spinnenherr, niemand wusste warum. Die Ernte bleib aus, der Sand kam zurück und immer mehr Bewohner verließen den Ort. Schließlich waren sie allein zurück geblieben, er, seine Tochter Ned und ein untoter Wächter, den er auch schon seit einigen Tagen nicht mehr gesehen hatte. (Skooma kannte den Grund, sagte aber nichts.) Wenn sie doch nur weg könnten von hier. Doch wohin sollten sie gehen? Ran’gar hatte gehört, dass weit im Westen die Assassinen auch Leute aufnahmen, die nicht dunmerischer Abstammung waren. Nur, Ned war von Geburt an blind. Er würde den weiten, gefahrvollen Weg durch die Wüste mit ihr niemals schaffen. Ran’gar seufzte tief und schwieg.
Auch Skooma musste das Gehörte erst einmal verdauen. Das Schicksal des Mädchens war schon traurig, und wenn sie eine Khajiit gewesen wäre, dann hätte er es vermutlich nicht übers Herz gebracht, sie seinen Plänen zu opfern. Doch so ...
In dem (mit gekreuzten Krallen gegebenen) Versprechen, sie sicher zur Assassinenburg zu bringen, kaufte er Ned ihrem Vater für lächerliche 50 Goldstücke ab. Bereits einige Minuten später war sie reisefertig. Sie verabschiedeten sich von Ran’gar, der nun ebenfalls versuchen wollte, die Wüste zu verlassen, und stiegen den Hang zum Ortsrand empor. Skooma setzte Ned auf sein Guar. So brauchte sie nicht auf den Weg zu achten, und alle kamen schnell voran. An der Tür zum Serai hielt Skent Skooma zurück. Ned musste allein hinein gehen. Es war besser so. Unmittelbar darauf war ein letzter verzweifelter Aufschrei des Mädchens zu hören ...
Die Tür öffnete sich, und eine dunkelhaarige, verschlagen lächelnde Frau erschien. Es war A’nshi. Skent wusste es natürlich sofort, und auch Skooma ahnte es zumindest. Nun war es vollbracht. Beide Diener Mafalas hatte wieder Körper bekommen, dank Skooma. Und Ned? „Ihr geht es gut. Sie ist jetzt der Sand, der Wind, das Meer – sucht Euch was aus“, kam die spontane Antwort von Skent, während A’nshi weit weniger taktvoll meinte: „Besser ein Ende mit Schrecken, als ein Ende ohne Schrecken.“
Nun stand nur noch Skoomas Belohnung aus. Skent und A’nshi sahen sich an. Selbstverständlich würden sie einem so treuen Helfer seine Belohnung nicht vorenthalten! Skooma würde ... Hohepriester von Kathar werden. Ja, das war das Mindeste was sie für ihn tun konnten.
Schön. Hohepriester in Kathar also. Und wie, bitte sehr, sollte er in das verdammte Wüstennest hinein kommen???

362.Tag – Stufe 47

Gemeinsam rannten sie los, während Guar zurückbleiben musste. Skent übernahm wieder die Führung. Er rannte planlos hin und her, behielt aber wenigstens die grobe Richtung nach Kathar bei. Und dann, kurz vor dem Tor, gab ihm A’nshi doch tatsächlich ein Sklavengewand! „Jeder in Kathar, der nicht Dunmer ist, ist Sklave.“ Merkte sie lapidar an. „Zieht das an!“ Reichlich skeptisch entledigte sich Skooma seiner Rüstung. Wenn das mal gut ging ...
Aber seine „neue Freundin“ behielt recht. Ohne Probleme wurden sie diesmal eingelassen, selbst A’nshi und Skent, die ja nun wirklich nicht wie Dunmer aussahen. Doch deren Aura überzeugte die Wachen wohl, besser keine Fragen zu stellen.
SKOOMA WAR IN KATHAR!!!!!
Er folgte A’nshi, die jetzt die Führung übernommen hatte, bis in den Tempel. Dort wollten sie den Kriecher, oder die Kriecherin, zur Rede stellen. Skooma wollte das zwar nicht so direkt, kam aber mit, um die anderen beiden nicht zu verärgern. Doch der Tempel war leer ... richtig leer. „Haallooo!“ hallte sein Ruf von den Wänden weder.
Er hätte es lassen sollen, denn ein mit borstigen Haaren besetztes Bein tippte ihm daraufhin auf die Schulter. Die Tochter der Fäden hatte sie getäuscht. Und jetzt griff sie an.
Skooma wehrte sich, so gut er konnte. Mehrere starke Blitze jagte er kurz nacheinander in den pelzigen Spinnenkörper. Das war es auch schon. So einfach war ein riesiger Spinnendämon zu besiegen? Ungläubig sah er auf die in letzten Zuckungen liegenden Beine hinab.
Skent ließ ihm keine weitere Zeit, zum Nachdenken. Er ernannte Skooma einfach zum neuen Hohepriester von Kathar, gab ihm einen Brief, der eher eine Einkaufsliste für die neue Tempeleinrichtung darstellte, und wünschte ihm viel Erfolg in seiner neuen Aufgabe. Das war alles.
Während Skent und A’nshi sich in den Westflügel zurückzogen, begann Skooma mit der Erkundung des Gebäudes. Fast alle Räume waren leer. Er fand drei der schwarzen Frauenstatuen, die plötzlich zum Leben erwachten und ihn in einer unverständlichen dunklen Sprache begrüßten. Und er fand den Schrein der Dolche. Skooma legte seine drei Opferdolche darauf, woraufhin sich drei schwarz gewandete Priester mit Totenkopfmasken aus ihren Sarkophagen erhoben, um ihren Dienst im Tempel wieder aufzunehmen. Auch sie nuschelten etwas in der Alten Sprache in ihre Masken. Skooma ließ sie gewähren. Sie würden schon wissen, was als nächstes zu tun war.
Er selbst sah sich lieber erst einmal in der Stadt um.
Kathar war ganz hübsch. Eng aneinander gebaut schmiegten sich die Häuser zum Großteil an die Kraterwand. Breite Stoffbahnen spannten sich schattenspendend über die Gassen. Überall gab es Brunnen und Wasserspeier, an denen man sich erfrischen konnte. Die Bewohner, ja selbst die Ordinatoren, waren freundlich zu ihm und begegneten ihm mit dem gebührenden Respekt des geistlichen Oberhaupts. Nur einer von ihnen meinte auf Skoomas Frage hin: „Wir lieben auch andere Rassen – manche essen wir sogar.“ Na, das war dann doch nicht ganz nach seinem Geschmack.
Das erste Haus, welches Skooma betrat, nannte sich „Samte Erfüllung“. Es war ein Kleiderhändler, vermutlich auch Schneiderei und Weberei in einem. Laut Skoomas Einkaufsliste war das schon seinerster Anlaufpunkt. Aber der Händler war nicht da. Nun gut, er würde wiederkommen.
Gegenüber lag das Stadthaus. Skooma sah sich etwas um und entdeckte auch gleich am Schreibtisch des Beamten, der den klangvollen Titel „Die Stimme des Erhabenen“ führte, den Hebel für einen kleinen Geheimgang. Anschließend erwarb er hier haufenweise neue Möbel für den Tempel der Stadt. Er musste sie selbst bezahlen, aber Skooma tat das doch gern ...
Ein kleiner, abgegrenzter Stadtteil bot zwei Läden auf engstem Raum. Einer davon war „Magische Zeichen“, ein Buchladen, der jedoch geschlossen hatte. Der andere Laden nannte sich „Flüssige Zauber“, was zweifelsfrei auf einen Alchemisten schließen ließ. Der Besitzer hieß Run’garlen und war Skooma vom ersten Moment an unsympathisch. Wie konnte man sich nur eine ausgestopfte Khajiit in den Laden stellen? So viel Unverfrorenheit ließ Skoomas Krallen wie von selbst ausfahren. Nur mühsam beherrschte er sich. “Ihr fragt Euch, weshalb sie sich dreht, nicht wahr?“ Die scheinheilige Stimme des Händlers zerrte gewaltig an Skoomas Selbstbeherrschung. „Unten im Keller sitzt ein Ork an einer Kurbel.“ Ob das nun ernst gemeint war oder nicht, jedenfalls verließ der Händler nach diesen Worten seinen Laden.
Skooma fand den Kellereingang und stieg hinab. Nichts. Ein Fahrstuhlschacht führte noch tiefer hinunter und endete vor einem langen Gang. Skooma sah sich vorsichtig um. Er entdeckte auch hier keinen Ork, aber einen Alchemietisch mit einer kompletten Meister-Ausstattung. Er nahm sie mit. Zwei weitere Schächte, die jedoch keine sichtbare Vorrichtung zur Rückkehr besaßen, ließ er lieber sein. Wieder oben angekommen verkaufte er Run’garlen, der eben zurückgekehrt war, dessen eigene Alchemie-Ausrüstung für gutes Gold. Skooma sah es als kleine Entschädigung für das Schicksal der armen Khajiit-Sklavin.
Sein Aufenthalt im Keller hatte länger gedauert und die Mitternacht war bereits nahe, als er wieder auf die Straße trat.


"Die Toten existieren um die Lebenden zu nähren." Eola
  07.04.2011, 12:25
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Warnung – Dieses Kapitel enthält die detaillierte Beschreibung von Skoomas Bordellbesuch!

363.Tag – Stufe 47

Der Händler in der „Samten Erfüllung“ arbeitete anscheinend vorzugsweise nachts. Skooma erwarb einen Satz edler, goldbestickter Teppiche und ging dann weiter, nur schräg über die Straße. Die Hlaalua-Fleischerei hatte geöffnet, obwohl hier auch kein Verkäufer zu sehen war. Skooma hätte sich nach Herzenslust selbst bedienen können. Er tat es jedoch nicht. Einerseits irritierten ihn die Rattenkopf-Trophäen an den Wänden, andererseits erinnerte er sich an die gestrige Aussage des Ordinators. Wer wusste schon, was in den Würsten verarbeitet war?
Haus um Haus erkundete Skooma weiter die Stadt, die Sklaven-Quartiere und den Sklavenmarkt, das Ordinat samt Folterkeller, die Bäckerei Hlaren, deren Inhaber sich sehnlichst wünschte, einmal einen weißen Löwen zu sehen. Wer wünschte sich das nicht? Aber es gab hier leckere Süßkuchen zum Frühstück, und gar nicht mal so teure.
Als nächstes betrat er die Tierhandlung. Ein Khajiit grüßte gut gelaunt aus einem engen Zwinger heraus. Skooma schüttelte nur resignierend den Kopf. Er brauchte ein angemessenes Haustier für den Tempel und Duun, der Inhaber, riet ihm zu einem Langschwein. Nun, warum nicht? Obwohl Skooma nicht so recht wusste, was ein Langschwein war, kaufte er eines. Duun versprach, es sogleich zum Tempel liefern zu lassen.
In Andors Herberge bat ihn der griesgrämige alte Besitzer um etwas Tabak. Skooma hatte leider keinen, versprach aber, welchen zu besorgen. „Das dürfte schwierig werden“, meinte Relsav Andor. „In Mephals Reich gedeiht kein Tabak. Aber ein geschickter Dieb könnte bei den Ordinatoren fündig werden ...“
Bei N’tol in der Schmiede erwarb er goldene Statuen, hörte sich ein weiteres Mal die Geschichte vom weißen Löwe an und fand eine Notiz, nach der sich im Hause eines Talvanus ein Geheimgang befände. Talvanus? Den Namen hatte er schon an einem Türschild gelesen. Man würde sehen.
Weiter besuchte er die Unterkunft der Kopfjäger und die Schlachthalle der Fleischerei, in der tatsächlich Argonier und Khajiiti (!) verarbeitet wurden. Beide Häuser waren allerdings gerade verlassen.
Zurück im Tempel, der schon wieder prächtig möbliert war, sah Skooma sein „Langschwein“. Im Zwinger saß ein dämlich grinsender Mensch.
Da ging Skooma doch lieber wieder in die Stadt. Immer wieder entdeckte er neues. Diesmal war es eine etwas abseits gelegenes Gebäude, das den interessanten Namen „Zur sanften Liebkosung“ trug. Sollten sie hier tatsächlich ein Bordell haben? Und wie würden die Damen auf ihn reagieren? Schließlich kannten sie Khajiiti sicher nur als Sklaven. Skooma war neugierig. Das Schloss wies nur einen mittleren Schwierigkeitsgrad auf. Er öffnete es mit Magie, war also de facto nicht mal eingebrochen.
Eine falsch grinsende Elfe kam ihm entgegen. „Wünscht der Erleuchtete etwas private Unterhaltung oder ...“ „Privat!“, fiel Skooma ihr ins Wort. „Sehr wohl, Erleuchteter. Bitte begebt euch in das erste Separee, Nanga-Tia wird Euch sofort zur Verfügung stehen.“ Sie klatschte kurz in die Hände und Skooma ging schon mal vor.
Nanga-Tia war schnell bei ihm. Insofern stimmte das Versprechen der „Hausdame“. Alles andere war eine Mischung aus Geschmacklosigkeit, Peinlichkeit und Perversion. Geschmacklos fand Skooma allein die Tatsache, dass man ihm keine Khajiit-Sklavin geschickt hatte, sondern eine aufgedonnerte Dunmer, die noch nicht einmal den Versuch machte, etwas freundlich zu sein. Peinlich war das Herumgewackel selbiger Person auf dem Bett, das wohl eine tänzerische Einlage darstellen sollte. Und pervers ... welcher von allen Daedra verlassene Idiot käme auf die Idee, ein Khajiit könne auf erotische Gedanken kommen, wenn über dem Bett ein großes Katzenfell an der Wand hing?! Skooma wandte sich gähnend ab und stöberte lieber im Bücherregal. Er fand einen interessante Band über die Haltung von Sklaven, und während er las verließ eine angesäuerte Dunmer naserümpfend das Zimmer.
Nachdem Skooma seine Lektüre beendet hatte, sah er sich noch etwas um. Im Obergeschoss befand sich ein Saal für die „nicht private“ Unterhaltung. Auch die bestand aus ein- zwei Tanzflächen, einigen Kissenhaufen und herumliegenden Skooma-Pfeifen. Dunmer!
Im Erdgeschoss entdeckte er dann zufällig einen Hebel, der Zugang zu einer Falltür freigab. Damit hätte er hier nun nicht gerechnet. Neugierig wie immer stieg er in den Keller hinab.
Es gab einen einzigen Raum, hübsch möbliert und mit einem Sarg in der Mitte. Skooma war sofort klar, die Frau die vor ihm stand war eine Vampirin. Sollte sie. Skooma grüßte kurz und wollte wieder gehen, doch die Falltür blieb zu. „Ihr wisst doch, dass man ein unverhofftes Mahl nicht ablehnen sollte. Das wäre unhöflich!“ Elatena kam mit gebleckten Zähnen auf ihn zu. Das konnte er besser. Auch Skooma entblößte seine Reißzähne, die natürlich viel kräftiger aussahen als die vampirischen Beißerchen Elatenas. Er hatte freilich nicht vor, sie zu beißen. So etwas machten nur Tiere, kein hoch entwickelter Khajiit!
Zweite Runde: Die Gestalt der Vampirin verschwamm vor Skoomas Augen und wurde unsichtbar. Gut, auch das konnte er besser. Während Skooma seine Gegnerin mittels Lebenserkennung (oder besser Untotenerkennung?) immer noch wahrnehmen konnte, tappte Elatena völlig im Dunkeln. Mit ihrem Tod war dann auch die magische Verriegelung der Tür wieder aufgehoben.

364.Tag – Stufe 47

Immer noch war Skooma in Kathar unterwegs, wie so viele der Bewohner auch. Hier galten andere Zeiten als in Cyrodiil. Skooma vermutete, dass die Händler der Hitze wegen ihre Läden lieber nachts öffneten und dafür einen großen Teil des Tages in ihren Privathäusern verbrachten. Er würde es testen.
So bekam er selbst zu dieser ungewöhnlichen Stunde zahlreiche Gerüchte zu hören. Die meisten gingen nicht über den üblichen Tratsch hinaus. Einige jedoch klangen höchst interessant. Da war zum Beispiel D’ngoshi Hlaalua, die behauptete der Buchhändler Assran Vlares besitze ein Buch, mit dessen Hilfe man die Alte Sprache erlernen könne. Sie sagte auch, dass es unverkäuflich wäre und der Alte es besser hütete als seine eigene Tochter. Na ja, in dieser Beziehung würde sich schon etwas machen lassen ...
Praktischerweise befand sich der Buchladen gleich nebenan und hatte geöffnet. Skooma betrachtete aufmerksam jedes einzige der vielen Bücher in den Regalen. Selbst vor einer Gittertür im Obergeschoss machte er nicht halt. Ohnehin schienen es die Bewohner hier mit Einbruch und sogar Diebstahl wesentlich lockerer zu nehmen, als im Kaiserreich. Doch er stahl nichts – noch nicht. Für ein Vermögen von 43.000 Goldstücken, mehr als er jemals für etwas ausgegeben hatte, erstand Skooma das Buch „Onak o Swit“. Er setzte sich draußen an den erstbesten Brunnen und schlug es auf.
So eine Enttäuschung! Gut, das Buch enthielt eine Übersetzung der Daedrischen Schriftzeichen ins Cyrodiilsche, mehr aber auch nicht. Und dafür hatte er sich in Unkosten gestürzt? Wütend schlug er den Deckel wieder zu. Dieses Geschäft würde der alte Vlares noch bereuen, da war sich Skooma sicher.
Um sich abzureagieren, ging er erst einmal zum Ordinat – Tabak klauen. Es klappte problemlos. Inzwischen war es auch fast Mittag geworden und die Straßen hatten sich geleert. Selbst in der Taverne war um diese Zeit nichts los. Dafür fand er Assran Vlares’ Privathaus. Ohne Umstände trat er ein, es war ja nicht abgeschlossen. Nur eine Sklavin war anwesend, und die tat so, als bemerke sie den Erleuchteten nicht. Ja, sein neues Amt hatte sich in Windeseile herumgesprochen. Da er ja noch eine Rechnung mit Assran offen hatte, tat sich Skooma in dessen Haus keinen Zwang an. Was in Kisten und Truhen an Wertsachen zu finden war, wurde mitgenommen. Zwischendurch spielte er etwas mit dem niedlichen Löwenjungen Nonu, dass als Haustier hier wohnte. Dann hörte er schnelle Schritte. Skooma tarnte sich und wartete ab. Anyaiya, Assrans Tochter kam ins Zimmer gehetzt. Sie sah aufgebracht aus, obwohl Skooma den Grund dafür nicht erkennen konnte. Das fehlen ihres Schmuckes dürfte sie wohl noch nicht bemerkt haben. Anyaiya stolperte auch prompt über Nonu, der ihr in seiner Panik eine Schramme am Bein verpasste. Und allein diese Kleinigkeit war Nonus Todesurteil. Skooma fasste es nicht. Diese Katzenverachtung der Dunmer würde er ihnen als erstes austreiben müssen! Gleich in seiner ersten Predigt als Hohepriester würde er das zur Sprache bringen! Die würden sich alle wundern!
Für heute beschränkte er sich aber darauf, Anyaiya ihr Schlüsselbund zu stehlen.
Etwas freundlichere Gedanken versprach das „Haus der Träume“. Hier wurden öffentlich Drogen verkauft und auch gleich konsumiert. Skooma erwarb etwas Mondzucker, da sein Vorrat schon zu sehr mit feinem Wüstensand vermischt war und nicht mehr schmeckte.
Dann suchte er noch zwei Leute auf. Zuerst Relsav Andor, um ihm den Tabak zu bringen, und dann Talvanus, in dessen Haus sich Gerüchten nach ein Geheimgang befinden sollte. Skooma fand ... nichts. So ganz geheuer war ihm das Haus auch nicht. Es roch mächtig nach Totenbeschwörer und sah auch so aus. Skooma beeilte sich, wieder nach draußen zu kommen.

365.Tag – Stufe 47

Ein Stück hinter dem Haus des „Fluchbrechers“, wie sich Talvanus genannt hatte, lag er Eingang einer Mine. Die Stollen waren schmal und komplett mit alten Brettern verschalt. Umso mehr wunderte es Skooma, hier drinnen eine stilvoll eingerichtete Wohnung zu finden. Hainab Ilunbani, der Besitzer der Goldmine, wohnte hier. Zur Zeit hockte er meditierend auf dem Fußboden und ließ sich auch von Skooma nicht stören. Dieser suchte fieberhaft nach einem Schalter, der den Brunnen an der Wand bewegen könnte. Die Konstruktion war identisch mit der im Stadthaus, also musste es auch hier einen Geheimgang geben. Skooma war sich ganz sicher. Schließlich wurde er doch von Hainab unterbrochen. Er stellte Skooma eine reichlich dumme Frage nach Mafalas Tempeldienerinnen. Ja, er hatte drei davon im Tempel, aber woher sollte er denn wissen, wie viele es insgesamt gab und wo die alle steckten? Solange er deren Gebrabbel nicht verstand, konnte er ohnehin nichts mit ihnen anfangen.
Da ging er doch lieber weiter durch die Mine. Hier wurde Gold gewonnen. Auch Skooma bediente sich. Er fand den Eingang zu einem Kellerraum, der jedoch durch einen Felsbrocken blockiert wurde. Dann, ein paar Ecken weiter, passierte es. Skooma sah sich nicht genügend vor und brach durch morsche Bretter am Boden. Er fiel nicht tief, jedoch tief genug, um den Rand des Loches nicht mehr erreichen zu können. Schöne Bescherung! Skooma orientierte sich. Der Raum war nur klein, fast kreisrund und ohne weitere Ausgänge. Ein Skelett ruhte in einer Nische zusammen mit Tränken, Schriftrollen und einer teuer aussehenden Tänzer-Statue, die er gleich einsteckte. Eine Truhe am Boden enthielt außerdem eine Schriftrolle. Skooma las sie still durch. Oha! Das war einer dieser seit langem verbotenen Teleportations-Zauber der Dunmer. Sollte das die Lösung für sein momentanes Problem sein? Ihm blieb aber sowieso nichts weiter übrig, als es auszuprobieren. Skooma sprach die magische Formel und landete ...
... in der Bam G’nur, hoch oben auf einem Felsen im Spinnengebiet. Na warum auch nicht. Da hatte er wohl den Nachmittag über zu laufen, wenn er wieder nach Kathar wollte.
Skooma kletterte vom Felsen herab und stapfte los. Ein Sturm zog auf, aber er hatte ja ... oh Mist! ... er hatte die Chitinmaske natürlich nicht aufgesetzt. In Kathar hätte das zu albern ausgesehen. Und ehe er sie herausgekramt hatte, meldete sich schon der altbekannte Sandhusten zurück.
Skooma erreichte trotzdem relativ unbeschadet die Oase des Wasserhändlers. Berel Sandala, der sonst immer so abweisend gewesen war, begrüßte ihn heute voller Ehrfurcht. Er bot ihm sogar an, ihn in Handelsgeschick zu unterrichten. Doch schnell wurde klar, dass Skoomas Fertigkeiten darin bereits höher waren als alles, was Berel ihm hätte beibringen können. Zu Skoomas Leidwesen stellte er sich auch noch als ehrlicher Händler heraus, der den gefundenen Schmuck aus dem Hause Vlares nicht kaufen wollte.
Also reiste Skooma erst einmal zu Manuk.
Die Richtung passte sowieso ganz gut, denn von hier aus war der Vergessene Tempel nicht mehr weit. Skooma hatte die letztens „verpasste“ Tür sofort wiedergefunden. Er betrat eine Halle, die durch zwei Reihen hoher und dicker Säulen geprägt wurde. Die Statuen schwarzer Krieger standen zwischen ihnen und er bekam ein mulmiges Gefühl. Zu recht. Schon als Skooma die ersten beiden Statuen passiert hatte, erwachten sie zu neuem Leben und griffen ihn sofort an. Schnell flüchtete er in die Unsichtbarkeit. Immer mehr der Kämpfer erwachten. Doch ungesehen bezwang er sie alle und nahm ihre Schwerter als Trophäen mit. Die wahre Belohnung aber war der vierte Opferdolch, den er sogleich sorgsam verstaute.
Die nächste Station war „Staub & Mehr“, das Geschäft von Ma Syd Jun in Sydura. Irgendwie kamen sie noch einmal auf das Mädchen Ned zu sprechen, und Ma erzählte ihm, dass es vielleicht eine Möglichkeit gab, deren Seele zurück zu holen. Er hatte dafür ein Amulett im Angebot, gar nicht mal teuer. Skooma sollte aber auf keinen Fall versuchen, es vor Sonnenuntergang zu benutzen. Was dann passieren würde, wusste er auch nicht. Aber Skooma kaufte es trotzdem – zur Sicherheit.
Auf Guar schaukelte er dann nach Tan Gatar.

366.Tag – Stufe 47

Er begrüßte kurz Paladin Aurel und die Assassinin Madmi, ließ sein Guar dann zurück und startete in Richtung der Bam A’dshent. Mit dem Ring des Wasserlaufens an der Pfote ging es viel schneller. Skooma hopste ins Boot, das ihn so interessiert hatte, fand aber nichts außer einer Luke, die sich noch nicht einmal öffnen ließ. Verärgert machte er sich auf den Rückweg.
Wieder auf Guars Rücken strebte er Kathar zu. Skooma sah sich erst im Karawanen-Serai draußen vor der Stadt um. Aber auch hier gab es nichts neues zu entdecken. Er betrat Stadt und Tempel, tauschte den vierten Opferdolch gegen einen weiteren Priester ein und ging noch einmal zu Vlares, dem er seinen Ladenschlüssel stibitzte.
Das besagte Buch fand er trotz gründlichster Suche auch diesmal nicht.

367.Tag – Stufe 47

Zwischen all den Büchern war Skooma etwas eingefallen. Der Name „Ned“ geisterte immer noch in seinem Kopf herum, und er glaubte sich erinnern zu können, dass er auch in den Aufzeichnungen Nyanas aufgetaucht war. Wo hatte er nur das Tagebuch und die Briefe dieser Schatzsucherin gelassen? Skooma fiel nur Manuk ein, dem er einmal haufenweise Schriftstücke und Bücher verkauft hatte. Dabei war er doch erst vorgestern dort gewesen.
Skooma kam zu spät. Leider hatte Manuk die Sachen längst weiterverkauft. Er konnte, oder wollte, auch nicht verraten, an wen. Ja, diese Diskretion war manchmal ein Nachteil bei Hehlern. Wahrscheinlich würde er auch bei Ma Syd Jun kein Glück haben. Skooma versuchte es gar nicht erst.
Nachdem er gedankenverloren stundenlang durch die Wüste gelaufen war, fand er unweit des Sandhexen-Hauses eine weitere Höhle. Wieder mal war sie voller Spinnen, die ein riesiges Fangnetz über bodenloser Tiefe gewebt hatten. Fleißig Giftdrüsen „sammelnd“ sah er sich um. Doch die Höhle war klein und außer den besagten Spinnen fand er nichts.
Mit einem kleinen Umweg über Sydura suchte er noch einmal die Pyramide auf. Skooma hatte hier gelernt, dass es sich durchaus lohnen konnte, einen Ort mehrmals zu durchsuchen. Manchmal fand man versteckte Hebel oder Geheimtüren, die man früher übersehen hatte. Oder einmal geplünderte Truhen waren wieder benutzt worden.
Heute entdeckte er nur ein Schwert. Doch es war fein graviert und gehörte einem einst berühmten Arenakämpfer. Skooma nahm es mit. Möglicherweise hatte er eine neue Spur entdeckt, der er folgen konnte. In der Arena von Tan Gatar würde er beginnen.
So weit kam er gar nicht. Schon am Ortsrand lief ihm eine weinende Menschenfrau über den Weg. Drela war Jägerin weit im Norden und gemeinsam mit ihrem Mann Ilu von Löwen überfallen worden. Skooma fand das bedauerlich, aber nicht ungewöhnlich. Eine plötzlich verschwindende Leiche hatte man aber auch nicht jeden Tag, und so sagte er seine Hilfe zu. Nach dem Schwert fragen konnte er später immer noch.
Gemeinsam liefen sie durch die Wildnis, um erst hinter der Pekalu-Oase Rast zu machen.

368.Tag – Stufe 47

Drela hatte etwas geruht. Sie war völlig fertig und redete sogar noch im Schlaf von ihrem armen geliebten und nun toten Ilu. Irgendann reichte es Skooma. Er stand auf und sah sich um. Merkwürdig. Warum war ihm vorhin diese Holzkonstruktion auf dem einzelnen Felsen nicht aufgefallen? Und der Knochen darauf? War der menschlich? Einen Khajiitknochen schloss Skooma aus. Die waren viel eleganter geschwungen, so wie ihre Besitzer. Auch ein plumper Argonier schied aus. Blieben noch Mensch oder Mer.
Er weckte Drela und hielt ihr den Knochen vor die Nase. Auch sie tippte auf menschlich. War hier ein Opferplatz? Diese rohe Holzplatte war untypisch für Mafalas Reich. Wenn überhaupt diente sie einem kleinen Hilfsdaedroth oder dessen Anhängern.
Aber Drela hatte schon die nächste Idee. Fertig angezogen stand sie marschbereit und sah Skooma fragend an. Sie wollte Gewissheit haben, und die konnte ihr nur Mafala geben. Ein Schrein war nicht weit von hier. Nach kurzem Überlegen ging Skooma mit.
Drela betete inbrünstig, so dass sich der Daedraprinz schließlich zu einer Antwort erweichen ließ: “Sucht die Tochter der Fäden. Sie weiß ...“
Mehr verstand Skooma nicht. Doch das Wenige gab ihm schon zu denken. Er hatte die Tochter der Fäden doch selbst getötet. Skent und A'nshi hatte das bestätigt. Konnte es sein, dass Mafala nicht wusste, was in ihrem eigenen Reich geschah? Oder hatten sich die beiden geirrt? War das Fusselvieh gar nicht tot und hatte sie alle getäuscht? Aber wen hatte er dann erlegt? Allein um Antworten auf diese Fragen zu finden, wäre Skooma die Tochter der Fäden suchen gegangen. Doch wo anfangen? Drela hatte eine Idee. Sie mussten zum Tempel der Zungen und dort eine Schatzsucherin treffen. Diese sollte wissen, wo man die Spinne fand. Aber der Weg war gefährlich … Skooma winkte ab. Kein Problem, wenn Drela nur auf sich selbst aufpassen würde.
Sie waren sich einig und die Menschenfrau übernahm wieder die Führung.
Was nun folgte, war ein weiterer Genozid an der hiesigen Spinnenpopulation. Drela lag mehrmals flach, betäubt vom Spinnengift. Doch immer wieder rappelte sie sich auf und kämpfte weiter. Skooma bewunderte sie dafür.
Den Tempel betrat er dann allein. Drela wartete.
Drinnen fand Skooma eine alte mürrische Frau vor, die sich Iohar nannte. Ja, sie wusste, wo man die Tochter der Fäden fand. Und sie würde es Skooma auch sagen … wenn auch er ihr einen Gefallen tat. Iohar suchte nach einem Verbindungsgang von hier zur großen Pyramide, der wirklich existieren sollte. Skooma sollte sich an dieser Suche beteiligen. Also gut, einverstanden. Was blieb ihm auch weiter übrig?
Relativ schnell fanden seine geübten Pfoten einen Durchgang. Ein paar Fallen waren obligatorisch, aber nichts übermäßig gemeines war darunter. Einige Rätsel waren zu lösen, schwer aber machbar.

369.Tag – Stufe 47

Bereits am Morgen hatte Skooma was er wollte. Ein uraltes Pergament, das wahrscheinlich nur noch durch Magie am Zerfall gehindert wurde, erwähnte Kindermorde, die Pyramide und einen Mann namens Pharao. Sicher war es das, was Iohar gesucht hatte. Na den wisch konnte die alte Hexe gerne haben. Skooma hatte etwas viel besseres entdeckt. Eine Waffe mit der Inschrift „Dämonenzahn“ würde in Zukunft sein Arsenal bereichern, ebenso wie der fünfte Opferdolch.
Iohar zeigte sich wirklich zufrieden, jedenfalls knurrte sie ihn weniger aggressiv an. Skooma bekam auch seine Auskunft und eine Notiz über die Opfersärge. Darin stand etwas von einem Orden der Ewigen Flamme. Was das nun wieder sollte? Man würde sehen.
Skoomas nächstes Ziel stand fest. Sie mussten zum Tempel der Toten. Kein Problem, war ja nur ein Ort den man weder sehen noch betreten konnte. Aber sie würden das schon schaffen. Einen Hinweis hatte die alte jedenfalls noch rausgerückt. Die Sonnenuhr, Skooma erinnerte sich so etwas schon mal entdeckt zu haben, sollte der Schlüssel zum Tempel sein. Und nur ein leerer Geisterstein, von denen er mittlerweile mehrere besaß, wurde für die Aktivierung benötigt.
Ach so, da Unfreundlichkeit bestraft werden musste, klaute Skooma der Schatzsucherin zum Schluss noch ein Buch über die Pyramidenfelder.
Vor der Tür wartete Drela und gemeinsam schlugen sie sich wieder einen Weg durch neue Spinnenhorden. Sie kamen zur Sonnenuhr. Drela kannte sich wirklich gut hier aus. So schnell hätte Skooma das Teil nicht wiedergefunden. Er legte seinen Stein auf den dafür vorgesehenen Podest und eine Geisterantilope erschien. Dieser folgten sie dann. Es war eine anstrengende Rennerei quer durch die Wüste. Immer wieder schlug das Tier Haken, rannte hierhin und dorthin und erreichte zum Schluss die Spinnentäler südlich der Assassinenburg. Die Spinnen taten dem Tiergeist nichts, aber Skooma und Drela wurden sofort angegriffen. Bald reichte es ihm. Als er kurz etwas Luft hatte, streifte er den kristallinen Brustharnisch und den Ring über. Jetzt ging es leichter. Skooma ignorierte die Spinnen einfach, während er der Antilope durch die schmalen Schluchten folgte. Schließlich löste sie sich vor seinen Augen in Luft auf. Skooma stand an einem buntbemalten Pylon und ... Drela war weg.
Er metzelte sich einen Weg zurück frei bis er seine Begleiterin wiederfand. Sie konnte sich nicht unsichtbar machen und hatte es dadurch ungleich schwerer als er, sich gegen die Spinnen zu behaupten. Wieder am Pylon ruhten sie sich erst einmal aus. Drela erzählte ihm vom „Ziam von Akka’an“, einem Schlüsselstein, den er besorgen müsse, um den Pfad der Toten zu öffnen. Sie wusste noch, dass er von schwarzen Wölfen bewacht irgendwo in der Mitte der Wüste sein sollte.
Dann war sie dort geblieben. Das Spinnengift hatte ihr hart zugesetzt, und obwohl sie Skooma mit seiner Magie behandelt hatte, wollte sie sich noch etwas erholen. Skooma sah das ein. Wie schon beim Tempel der Zungen würde der Hauptteil der Arbeit sowieso an ihm hängen bleiben. Doch das machte ihm nichts aus. Auf diese Weise brauchte er auch mit niemandem über Fundsachen feilschen. Außerdem wusste er ja, wohin er musste. Drelas Beschreibung passte haargenau auf den Wolfstempel im Tal mit den vielen kleinen Pyramiden.

370.Tag – Stufe 47

Trotz Sandsturm hatte er den Tempel schnell gefunden. Er war hier schon mal, relativ kurz nach seinen Ankunft in Mafalas Reich. Diesmal jedoch war ein weiterer Durchgang offen. Oder hatte er ihn damals übersehen? Skooma war vorsichtig. Drela hatte schwarze Wölfe als Wächter erwähnt. Bis jetzt waren ihm zwar nur Sandkriecher begegnet, aber man wusste ja nie. Sorgfältig spähte er in jede Ritze, untersuchte jedes alte Gefäß. Er fand eine Schriftrolle mit dem Gedicht eines Nekromanten. Skooma schüttelte den Kopf. Das Machwerk war so schlecht, dass er unwillkürlich an den Ritterpoeten aus Skingrad denken musste. Was die wohl alle ohne ihn machten? Bis auf Sorla hatte noch keiner der angeheuerten Ritter seinen Sold bekommen. Mit etwas Pech gingen sie wieder ihres Weges, so dass seine Suche von vorn begann – mit noch mehr Pech verlangten sie Zinsen auf das ausstehende Gold.
Aber fürs erste hatte Skooma andere Sorgen. Er hatte den Schlüsselstein gefunden und war wieder auf dem Rückweg. Unsichtbar hüpfte er von Spinne zu Spinne, bis er bei Drela ankam. Sie sah so glücklich aus. Bald schon würde sie ihren geliebten Ilu wiedersehen. Wenn sie daran glaubte ...
Skooma hatte von nun an die Führung übernommen. Den weiteren Weg kannte auch Drela nicht, und er hatte wesentlich mehr Erfahrung als Kämpfer als sie. Nach einer weiteren, diesmal spinnenfreien Schlucht sahen sie den Tempel und traten ein.
Gänge, Gänge und nochmals Gänge. Sie hatten ein Labyrinth gefunden, in dem Skooma versuchte, halbwegs die Orientierung zu behalten. Wie er es gelernt hatte, tastete er sich an der rechten Wand entlang vorwärts. So würde es lange dauern, aber nur auf diese Art hatten sie die Chance, einmal wieder aus dem Tempel heraus zu finden.
Sie entdeckten auch Artefakte, einen goldenen Schädel zum Beispiel und dann goldene Beinknochen. Als er ebenfalls goldene Beckenknochen gefunden hatte, wusste Skooma, dass ein „Skelettpuzzle“ vor ihm lag. Kurz darauf stolperte er über eine Wandnische, in die die Einzelteile zu gehören schienen.

371.Tag – Stufe 47

Der erste Tag des Monats Herdfeuer hatte begonnen. Mittlerweile war mehr als ein Jahr vergangen, seitdem Skooma auf so spektakuläre Weise aus dem kaiserlichen Gefängnis entkommen war. Wenn er daran dachte, was er inzwischen alles erreicht hatte ... Er war zum Oberhaupt mehrerer Gilden geworden, hatte zwei Reiche gerettet und eines davon geerbt. Er war nicht nur zum Hohepriester sondern selbst zum gottgleichen Herrscher aufgestiegen, besaß Gold, Pferde und Häuser im Überfluss, von seiner Sammlung einmaliger Artefakte gar nicht zu reden. Er hatte sich vom kleinen Taschendieb zum Krieger und Magier gemausert, war durchtrainiert und stärker als jeder Khajiit vor ihm. Er hatte einen Kaiser herumgescheucht, zwei Daedraprinzen getrotzt und die Freundschaft einer Waldelfe errungen. Kurz, Skooma hatte mehr, als er jemals zu träumen gewagt hätte. Und trotzdem ... saß er hier fest. Wenn sich dieser dämliche Daedroth Mafala doch endlich zeigen würde! Skooma war sicher, auch mit der Stammesmutter fertig zu werden, oder sich zumindest mit ihr einigen zu können. Wenn sie nur kommen würde ...
Nachdem sie auch noch Brustkorb und Arme des goldenen Skelettes gefunden hatten, war der Weg frei. Der Weg zum nächsten, noch düstereren und verworreneren Labyrinth. Doch auch das meisterte sie.
Am Abend irrten sie bereits durch Labyrinth Nummer drei in dem Skooma einen neuen Zeremonienschädel entdeckte.

372.Tag – Stufe 47

Einer der nächsten Räume faszinierte Skooma besonders. Er war in düsteres rötliches Licht getaucht und im Zentrum erhob sich ein Podest mit einem Kelch darauf. Es war, als riefe der Kelch nach Skooma, als wollte er vom Podest genommen werden. Das Ganze stank geradezu nach Falle! Doch die Verlockung war groß. Schritt für Schritt pirschte sich Skooma an den Kelch heran ... und konnte gerade noch zur Seite hechten, bevor er gleich von mehreren Pfeilen durchlöchert wurde. Zweiter Versuch: Telekinese. Doch auch das klappte nicht. Obwohl Skooma nicht sehr weit vom Objekt der Begierde entfernt stand, ließ sich der Kelch mittels Magie nicht einmal anheben. Schließlich fand er aber doch noch einen Weg, sich das Artefakt zu krallen. Für einen erfahrenen Dieb und Grabräuber war eben nichts unmöglich.
Das galt etwas abgewandelt auch für den Umgang mit Geistern. Wieder einmal trat ihnen so ein Exemplar entgegen. Statt der gewohnten Stofffetzen-Form glich er eher den beiden Fürsten-Geistern aus dem vergessenen Tempel. Er hielt sogar eine Ansprache bevor er angriff. Leider nuschelte er stark, so dass Skooma nicht verstand, was er eigentlich wollte. Er hoffte, dass es nicht weiter wichtig war, denn dieser Geist hatte nach ihrem Zusammentreffen endgültig ausgespukt.
Skoomas ausgeprägter Neugier war es zu verdanken, dass er nach langem Suchen den Hebel zum Ausgang fand. Eher noch war es reiner Zufall, denn von selbst wäre er wohl nie darauf gekommen.
Sie kamen ins „Allerunheiligste“ des Tempels. Hier, in einem fast kreisrunden Raum voller Altäre beschloss Drela, noch einmal zur Tochter der Fäden zu beten. Als ob es was helfen würde ...
Doch Skooma irrte sich. Tatsächlich erschien das tot geglaubte Fusselvieh quietschlebendig vor ihnen. Drela bettelte darum, ihren Ilu wiederzubekommen. Doch als die Spinne nicht nachgab, vergriff sie sich im Ton. Das konnte nicht gut gehen! Mit höhnischem Gelächter verschwand die Tochter der Fäden, ehe Skooma etwas tun konnte. Dafür tauchte ein anderer auf. Es war Ilu, wie er an dem freudigen Ausruf Drelas bemerkte. Oder auch nicht. Ilus Körper, vom bösartigen Geist der Spinne gelenkt tötete Drela mit nur einem Pfeilschuss. Na ja, dachte sich Skooma. Möglicherweise war das Paar jetzt im Tode vereint. Zur Sicherheit brachte er auch Ilu noch um die Ecke und durfte sich über dessen Bogen „Daedrazorn“ freuen. Dann kehrte Stille im Tempel ein.
Wie jetzt weiter? Das einzige Tor war versperrt und gab nicht ein Haar breit nach. Wieder probierte er alle Schalter durch, die er finden konnte und entfachte dadurch eine Flammensäule im Zentrum der Höhle. Ein Sog erfasste ihn, raubte ihm kurz die Besinnung und riss ihn mit.
Er fand sich draußen wieder, in einer Nische vor dem Tempel. Und in sein Hirn hatte sich eine neue Aufgabe eingebrannt. Die fünf großen Opfersärge mussten aktiviert werden, um den versperrten Weg der Toten zu Mafala wieder zu öffnen.
Skooma trat hinaus in die nächtliche Kälte der Bam G’nur.

373.Tag – Stufe 47

Vorrang vor allen Aufgaben hatte selbstverständlich Skoomas persönliches Wohlbefinden. Das hieß, bevor er sich der Opfersärge annahm, ging er nach Kathar. Schon beim ersten Händler, es war Eben Gedbiate in der „Samten Erfüllung“, konnte er seinen ganzen Ramsch loswerden. Damit hörte die Schlepperei auf. Es folgte ein ausgiebiges Bad in etwas flach geratenen Tempelpool, die Reinigung und Reparatur seiner Ausrüstung und ein Plausch mit A’nshi, welche Skoomapfeife rauchend vor sich hin grinste. Dann erweckte er seinen fünften Priester wieder zum Leben. Sicher würde er auch den letzten der Opferdolche noch irgendwo finden. Wenn die Priester schon wieder arbeiten mussten, dann auch alle sechs. Gerechtigkeit musste sein!
Nun stand der Opfersarg-Runde nichts mehr im Wege. Skooma begann gleich vor der Haustür. Er staunte nicht schlecht, als er den Sarg offen vorfand. Was wohl diesmal passieren würde, wenn er den Schalter drückte? Autsch, das tat weh. Skooma wurde von einer magischen Entladung mehrere Schritte nach hinten geschleudert. Aber er landete ziemlich weich auf einer großen Spinne. Er hatte noch mal Glück gehabt. Die Spinne nicht. Doch der Sarg war nun aktiviert, und irgendwoher wusste Skooma, dass er ihn jetzt benutzen konnte. Wozu? Das wusste er nicht.
Diesmal probierte er lieber nicht lange herum. Er lief lieber gleich zum zweiten Sarg, der sich im großen Ruinenfeld nordwestlich Kathars befand. Auch hier segelte er durch die Luft und der Sarg war damit in Gang gesetzt. Na schön, es tat etwas weh, ließ sich aber mit einem einfachen Heilzauber kurieren. Skooma machte sich auf den Weg nach Osten, wo er den dritten Sarg wusste. Dabei stieß er auf ein Grab, das er mit Hilfe eines Zeremonienschädels öffnen konnte. Er kannte sich ja schon damit aus. Und ganz wie erwartet bewohnte ein sehr starker Lich diesen Ort. Skooma war unsichtbar noch ehe sich die Tür geöffnet hatte. Er ließ einen Dremorafürst die Drecksarbeit machen. Skooma selbst half nur mit ein paar Pfeilen nach.
Das Ganze wiederholte sich dann in der Sakrilu-Oase. Und etwas später war auch der dritte Opfersarg aktiviert. Dann verließ Skooma das Glück – vorläufig.
Bei der Melu-Oase im Zentrum dieser Insel traf er wieder auf Wüstenräuber. Es waren gleich sechs. Skooma kämpfte und verlor dabei etwas die Orientierung. Zum Schluss stand er am Ufer des Surazal. Er war am Sarg vorbei gelaufen.
Aber es war sowieso schon spät geworden. In Manuks sicherer Behausung verbrachte er die Nacht und wurde auch gleich die Rüstungen der Räuber wieder los.

374.Tag – Stufe 47

„Kein Blut, kein Sand.“ Mafalas Gesetz zeigte auch heute wieder seine Gültigkeit. Bereits am frühen Morgen wurde der Sand der Wüste mit reichlich Räuberblut getränkt. Und wie zur Belohnung fand Skooma kurz darauf den gesuchten Opfersarg wieder. Es gab die übliche Entladung, der Sarg war aktiviert.
In schnurgerader Linie lief er auf die große Pyramide zu. Dort, gegenüber dem Eingang stand der fünfte und letzte der Opfersärge. Auch dessen Puzzle hatte Skooma schon vor Tagen gelöst. Es fehlte nur noch der Pfotenhieb auf den Schalter. Zwei Stunden später war es soweit. Ein letzter Salto rückwärts und die Tests konnten beginnen. Mit etwas weichen Knien stieg er in den Sarg, schubste die morschen Knochen darin etwas zur Seite und ... fand sich im Tempel des Todes wieder. Aha, so ging das. Die Särge und die Altäre hier stellten offensichtlich das hiesige Schnellreisesystem dar. Skooma testete sie der Reihe nach durch, um die einzelnen Verbindungen zuordnen zu können. Es funktionierte reibungslos. Zuletzt nahm er die Verbindung nach Sula. Die Tochter der Fäden hatte von einem Schrein gesprochen, der inaktiv war. Skooma vermutete, dass es sich dabei um die Säule mit der Goldspinne, nördlich von Dynar handeln könnte. Der Sula-Sarg lag dort am dichtesten dran.
Selbst auf diesem relativ kurzen Weg trieben sich Räuber herum. Wo kamen die nur alle her? So viele Reisende gab es doch gar nicht, dass sich das Geschäft lohnen konnte. Jedenfalls nicht für die Räuber, für Skooma schon, denn sie trugen oft wertvolle Rüstungen mit sich herum.
Dynar erreichte er am späten Nachmittag. Wie stets war in dem verschlafenen Nest nichts los. Nur eine kleine Begebenheit ließ Skooma wieder mal am Verstand der Dunmer zweifeln. Es war in der Wachstube, die auch als Schlafraum der Ordinatoren diente. Als Skooma hereintrat, erhoben sich gerade zwei der Wachen aus ihren Betten. Sie sahen sich an, setzten die Helme auf, gingen aneinander vorbei, nahmen wortlos die Helme ab und legten sich ins Bett des jeweils anderen, um schnarchend weiter zu schlafen. Skooma ging lieber wieder, bevor er sich noch ansteckte.
Im üblichen Sandsturm erreichte er die Spinnensäule, doch es geschah nichts. Er wartete und suchte eine Weile, verlor dann die Lust an der Sache und brach noch nachts nach Osten auf, zum Sula-Sarg.


"Die Toten existieren um die Lebenden zu nähren." Eola
  13.04.2011, 08:39
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375.Tag – Stufe 47

An diese Sargreisen würde sich Skooma im Laufe der Zeit schon gewöhnen. Sie boten immerhin den Vorteil, Sandstürmen und Angreifern entfliehen zu können und man sparte jede Menge Reisezeit. Die heutige Reise ging in die Bam Adan. Es war die günstigste Verbindung, um nach Tan Gatar zu kommen, denn er hatte ja noch die Sache mit dem Arenaschwert offen.
Skooma lief nach Süden. Wieder stolperte er über ein kleineres Löwenrudel, das aber rasch erledigt war.
Im Trainingsraum der Arena traf er auf Morbelln. Der Kaiserliche, oder was auch immer er war, hatte früher nie mit Skooma geredet. Heute war es anders. Oder es lag nur am Schwert, das er als seines wiedererkannte. Er gab sogar zu, an der Pyramide gewesen zu sein. Doch wegen einem Sanddreugh hatte er seinen Plan, das Bauwerk zu betreten, aufgeben müssen. Lediglich die Schrifttafel hatte er mitnehmen können.
Schrifttafel? Skooma horchte auf. Die musste er haben. Schon zog er seinen Geldbeutel, um Morbelln das gute Stück abzukaufen, doch trotz der fürstlichen summe, die Skooma bot, lehnte er ab. „Die Tafel ist ein Glücksbringer. Ich verkaufe sie nicht. Aber ... wir können darum kämpfen.“ Skooma war es recht. Der Mensch schien gut mit dem Schwert zu sein, doch was besagte das schon Skooma gegenüber? Der Kampf würde bereits in der ersten Runde entschieden sein. Da war er sich sicher.
Dummerweise nahm Morbelln die Sache ernster als sein Kollege Galbulus. Der hatte wenigstens gewusst, wann er sich geschlagen geben musste. Morbelln jedoch kämpfte bis zum blutigen Ende – seinem Ende. So bekam Skooma zusätzlich zur Schrifttafel noch eine schöne Rüstung „geschenkt“. Er hängte beim Rausgehen einen Zettel an die Tür mit der Bitte, hier aufzuräumen.
Wie Skooma erwartet hatte, enthielt die Schrifttafel einen versteckten Code. Die Zahlenkombination passte nicht zur Pyramide. Soviel hatte er schon herausgefunden. Doch wozu gehörte sie dann? Tief in seinem Unterbewusstsein geisterte ein zweites Zahlenschloss herum, dass er irgendwo gesehen hatte. Ihm musste nur noch einfallen, wo das gewesen war.
Mit diesen Gedanken im Hinterkopf lief er den ganzen Weg von heute früh zurück. Alles in allem gab es nicht viel, was er jetzt machen konnte. Bei ein paar Gerüchten in Kathar kam er nicht weiter. Weder wusste er, wo man einen weißen Löwen finden sollte, noch wo dieser Geheimgang in Talvanus’ Haus war oder dieses superseltene Buch bei Assran. Skent und A’nshi saßen wahrscheinlich immer noch tatenlos im Tempel rum, die Tochter der Fäden blieb verschwunden und auch vom sechsten Opferdolch fehlte noch jede Spur. Außerdem, fünf oder sechs Priester, was machte das schon? Dann war da noch die Schatzkarte von Ma Syd Jun, mit der er nicht klar kam und schließlich der Hohetempel von Ash’uhn. Skooma wusste einfach, dass er noch nicht alle Geheimnisse dieser Anlage gelüftet hatte. Heute würde es anders sein.
Vor dem Eingang stank es nach verwesendem Wurm. Ansonsten fiel Skooma nichts auf. Weder gab es neue Spuren außer den seinen, noch deutete etwas anderes darauf hin, dass nach ihm jemand den Tempel betreten hatte. Er ließ also jede Vorsicht außer acht, zauberte genügend Licht und betrat den ersten Raum. Sorgfältig spähte er in jede Ritze, lief jeden Gang noch einmal ab, untersuchte Wände, Boden und selbst die Decke auf versteckte Schalter und endlich, als er schon fast die Hoffnung verloren hatte, entdeckte Skooma einen Gang, an dem er bisher vorbei gelaufen war. Das war es also. Der Gang führte nur in einen weiteren kleiner Raum, aber dort stand der nächste „Altar der Steine“, wie ihn Skooma für sich selbst nannte. Einen dieser Steine hatte er noch in seiner Ausrüstung. Nur gut, dass ihn keiner der Händler kaufen wollte und er ihn nicht irgendwo in die wüste geworfen hatte. Skooma setzte den Stein ein und hörte ein Knirschen, das gar nicht so weit entfernt war.
Er brauchte diesmal nicht lange suchen. Ein weiterer Geheimgang hatte sich geöffnet. Skooma trat ein und nahm natürlich die erste Falle voll mit. Ab jetzt hieß es wieder vorsichtig sein! Es war zwar nur Feuer, und auch nicht sehr stark, doch wer wusste schon, was noch alles kam? Die Vorsicht war durchaus berechtigt. Zwei ganz neue Spezies hausten hier in der Dunkelheit. Die ersten waren Ghule, fast nackte menschen- oder merähnliche Gestalten mit weißen kalkigen Gesichtern. Genau wie Mumien setzten sie auf pure Körperkraft, waren also leicht zu besiegen. Die zweite Spezies war da schon interessanter. Skooma hatte bereits einmal von Durzogs gehört, die in tiefen Höhlen einiger Gegenden in Morrowind hausen sollten. Auch solche Tierchen hatten die Dunmer demnach eingeschleppt. Das Durzog war schwarz wie die Nacht, besaß ein offensichtlich kleines Hirn, dafür jedoch riesige Zähne, die sogar Skooma Respekt einflößten. Und es stank geradezu widerlich. Allein diese Kombination aus Kanalisationsmief, feuchtem Schimmel und Verwesung stellte die stärkste Waffe des Biestes dar. Skooma beschloss, sich das nicht anzutun. Ein Dremora musste dafür herhalten.
Etwas später hielt er den achten dieser großen Edelsteine in der Pfote.

376.Tag – Stufe 47

Wie vermutet hatte er damit alle Steine zusammen. Leider konnte er sie nicht für sich behalten, denn wenn er die Geheimnisse des Tempels lüften wollte, musste er sich wieder von ihnen trennen. So war das eben, wie gewonnen so zerronnen.
In einem beeindruckenden Blitzregen öffnete sich ein kleiner Treppengang vor ihm. Seine Lebenserkennung signalisierte keine Gefahr. Auch Fallen schien es hier nicht zu geben. Skooma betrat einen Gang, von dem aus sechs Kammern abzweigten, jede mit dem offenen Sarkophag eines Königs, Hohepriesters oder dergleichen. Und sie hatten so schöne Grabbeigaben bekommen. Skooma war richtig dankbar dafür.
Etwas später kamen weitere Durzogs und Ghule. Skooma setzte Magie ein, wobei ihm zum ersten Mal ein Zerstörungszauber auf Meisterniveau gelang. Prima! Wieder was dazu gelernt!
Endlich stand er vor einer besonders großen Statue Mafalas. Und was das Schönste war: Die Daedroth sprach sogar zu ihm. Seltsamerweise, und so gar nicht passend zu den Göttersagen der Khajiit, klang die Stimme ausgesprochen männlich. Deshalb redeten hier alle von DEM SpinnenHERRN. Doch für solche philosophischen Betrachtungen blieb keine Zeit. Mafala erzählte ihm die Geschichte des Hohetempels. Es war eine Geschichte von guten und bösen Priestern, von Verrat und Strafe. Ein gewisser Delosi hatte wohl seine Macht missbraucht um Ghule zu erschaffen und wurde dafür von Mafala für alle Ewigkeit hier eingesperrt. So weit so gut. Das Dumme an der Geschichte war nur, dass Mafala ihn wegen Riesenwurm-Mord zu dem gleichen Schicksal verdonnern wollte. Krachend brach die Brücke hinter Skooma zusammen. Sein Rückweg war abgeschnitten und die Statue stand tot und stumm wie vorher im Dunkel der Halle.
Ja, es gab noch einen Weg zwischen Abgrund und Höhlenwand. Skooma blieb nichts weiter übrig, als diesen zu versuchen. Bald schon erreichte er einen neuen Raum, in dem haufenweise magische Schriftrollen herumlagen. Er nahm alle mit, warum auch nicht?
Skooma spürte die Veränderung bevor der erste Blitz neben ihm einschlug. In Deckung hinter einer Felssäule zog er sich um und war erst einmal sicher. Dort, wo eben noch der Abgrund gegähnt hatte, schwebte jetzt ein Felsbrocken. Ein Lich wandelte darauf herum, der nach Skoomas Vermutung nur Delosi sein konnte. Gut, das ließ sich klären. Unsichtbar sprang er zu ihm hinüber und griff an. Er verletzte Delosi auch, mehrmals sogar, doch von irgendwo her schien der Lich Heilkräfte zu beziehen, die ihn schneller wiederherstellten, als ihm Skooma mit seiner stärksten Waffe schaden konnte. Das sah nicht gut aus. Skooma hatte unsichtbar zwar nichts zu befürchten, und sein Schattenzauber verbrauchte wenig genug Mana, um ihn beliebig lange aufrecht erhalten zu können. Doch einmal wollte er ja dieser Höhle entkommen. Ohne das Delosi-Problem für Mafala aus der Welt geschafft zu haben, würde er damit wohl kein Glück haben. Also war Nachdenken angesagt. Woher kamen diese Heilkräfte? Sie konnten nur mit dem Kessel zusammenhängen, der am Rande des Abgrunds stand und sehr heiß zu sein schien. Das Metall glühte beinahe. Vorsichtig ging er heran und kostete. Wirklich, es schmeckte nach Heiltrank, und lecker war der obendrein. Skooma füllte sich gleich mal vier Fläschchen davon ab. Mehr hatte er leider nicht dabei. Und da kam ihm die rettende Idee ...
... Nachdem der Lich erledigt war, fand Skooma auch ein magisches Portal zu dessen verstecktem Refugium. Auch hier stand eine Schüssel mit undefinierbarem Inhalt. Doch dieser roch streng und lud wenig zum Kosten ein. Skooma fand auch eine Notiz, die besagte, dass Delosi sich mit Hilfe dieses Tranken hatte befreien wollen. Es hatte nie geklappt, da ihm die entscheidende Zutat gefehlt hatte, das Blut eines Guatarrus, eines Riesenwurms. Was für ein glücklicher Zufall, dass Skooma genau dieses bei sich trug.
Mit einer gigantischen Explosion sprengte er sich den Weg nach draußen frei. Er verbrauchte dabei zwar Delosis gesamte Heiltränke, aber das war es Skooma wert. Zufrieden trat er ins Licht der Bam Adan hinaus.
Per Sarg erreichte er Kathar gegen Mittag. Keiner der Händler war in seinem Laden, und so beschloss Skooma, sich auch etwas Ruhe zu gönnen.
Da war doch dieses Haus der Träume. Er wollte schon seit längerem mal wieder etwas „naschen“. Mit einer gut gefüllten Skoomapfeife suchte er sich ein Bett im Obergeschoss ...
... Skooma erwachte auf einem Tisch. War er wirklich wach? Doch es fühlte sich real an, auch wenn ein Tisch dieser Größe selbst für einen Daedraprinzen zu groß gewesen wäre. Skooma kam sich wie ein Insekt zwischen all den gigantischen Möbeln und sonstigen Sachen vor. Wenigstens erschien der Hausherr nicht, um ihm noch in einen der geflügelten Zombies zu verwandeln. Skooma beeilte sich, einen Ausweg zu suchen, den er endlich auch fand. Aber mittlerweile hatte er sich an die riesigen Sachen sogar gewöhnt. Noch mal!
Skooma flitzte runter zum Händler und erstand eine zweite Portion. Diesmal jedoch landete er nicht im Riesenhaus sondern in einem endlosen Gang, der ihn an die Totenländer von Merrunz erinnerte. Nach einer Weile erwachte er dann von selbst.
Dritter Versuch. Es gab frei schwebende Würfel, wo er halsbrecherische Sprünge auf ein Portal zu vollführen musste. Nein, das gefiel ihm dann doch nicht.

377.Tag – Stufe 47

Der vierte Versuch. Der Händler hatte Skooma schon ganz merkwürdig angesehen. Solche standfesten Kunden waren ihm wohl bisher nicht unter gekommen. Beim fünften Mal hatte er die Augen verdreht und einen sechsten Versuch gab es nicht. Er begründete es damit, dass er keine Lust habe, Skoomas verkümmerte Fellreste entsorgen zu müssen. Na gut, die letzten Träume waren doch nur Wiederholungen gewesen.
Skooma besuchte noch die Bäckerei, den Tempel und den Buchladen. Doch nirgendwo hatte sich etwas ereignet, das wichtig genug gewesen wäre, sich darum zu kümmern. Er lief dann zur Assassinenburg, w er wie üblich „einbrach“.
Auch dies lohnte sich jedoch nicht. Die Bewohner waren unfreundlich wie bisher. Niemand außer Gorald redete mit ihm. Skooma fühlte sich nicht wohl hier. Wieder reiste er zurück nach Kathar, diesmal jedoch auf einem gestohlenen Elefanten, den er mit Bananen angefüttert hatte.

378.Tag – Stufe 47

Somit stand als nächstes die Pyramide auf Skoomas Liste. Jetzt war er auch bereit, in den Schacht hinab zu klettern. Er hatte ein gutes Gefühl dabei. Auch Mafalas Gemeinheit im Hohetempel hatte ihn nicht aufhalten können. Was also sollte hier schon schief gehen?
Zuerst erwarteten ihn Rätsel. Sie waren knifflig, und gut sichtbare „Fallen“ verrieten Skooma, was ihn bei der ersten falschen Antwort erwarten würde. Entsprechend gut dachte er darüber nach. Dann kam Leben in die Gänge, oder besser Unleben. Mumien tauchten auf, gegen die er sich im Nahkampf erprobte. Nach zwei – drei behandelbaren Krankheiten und einem neuen Erfolg in der Handhabung seiner schweren Rüstung war auch das erledigt.
Skooma arbeitete sich immer tiefer in die Pyramide vor, löste Rätsel über Rätsel, kämpfte gegen Mumien und wich manchmal im buchstäblich letzten Augenblick heimtückischen Fallen aus. Den ganzen Weg durch die verschlungenen Gänge zu beschreiben, würde Seiten füllen ...
Reichlich abgekämpft und um etliche graue Fellbüschel reicher, es musste inzwischen Abend sein, fuhr Skooma mit einem Aufzug gemächlich immer höher hinauf. Er betrat die Grabkammer des Königs, ganz oben in der Spitze der Pyramide. Skooma wappnete sich für den Endkampf, als er die Mumie erblickte, welche ihm entgegen glotzte. Doch es war nicht nötig. Der untote König redete ihn freundlich an, wobei seine Zunge über den halb verfaulten Unterkiefer schlabberte. Skooma war froh, noch nichts gegessen zu haben.
Es kam wie immer auf ein Geschäft heraus, denn niemand, am allerwenigsten ein untoter König, tat etwas umsonst (Skooma einmal ausgenommen). Der König langweilte sich, so ganz allein untot dahinzuvegetieren. Er wünschte zu sterben und würde Skooma erst der Weg zum Schwert freigeben, wenn dieser ihm im Gegenzug sein Herz wiederbeschaffen würde. Mafala hielt es in der verlorenen Stadt Mel Hasma unter Verschluss. Was sollte Skooma tun? Den König einfach umhauen, um ihm seine gewünschte letzte Ruhe zu geben, ging nicht. Dann wäre der Weg zum Schwert für immer versperrt. Es blieb nur der Weg durch das gerade geöffnete Portal nach Mel Hasma.

379.Tag – Stufe 47

Wie vermutet erwartete ihn ein verlassenes Wüstenkaff mit verbarrikadierten Türen und Fenstern.. Etwas Blutgras gleich beim Portal wies darauf hin, dass er nicht in der „normalen“ Dimension weilte, wenn Mafalas Reich selbst als normal anzusehen war.
Ganz so einsam wie erhofft war es dann doch nicht. Mumien! Sie schienen allgegenwärtig zu sein in den Gefilden dieses Daedroth. Auch Skelette gab es, die mit Pfeil und Bogen auf Opfersuche herumliefen. Bei Skooma jedoch hatten sie Pech. Gut getarnt wie immer nahm er die Knöchernen als Zielscheiben, bis ihm auch das zu langweilig wurde. Es war an der Zeit, die eigentliche Herzsuche zu beginnen, und am besten würde ein Überblick von den Dächern sein. Skooma hatte ein Brett erspäht, dass als Kletterhilfe herhalten konnte. Es klappte ... fast. Gerade wollte er nach dem Dachvorsprung greifen, als das wurmstichige Holz nachgab. Mit einem erschrockenen Aufschrei segelte er zwischen zwei Häusern hindurch auf den nächsten Hof.
Skooma landete unsanft vor einer Hausruine, deren Tür nicht ganz geschlossen war. Nur gut, hier konnte er sich hoffentlich unbelästigt von Mumien kurz erholen. Er blieb wirklich nur kurz, denn im Haus sah es noch schlimmer aus als draußen.
Durch zwei erfreulicherweise offen stehende Gittertore erreichte er dann den am höchsten gelegenen Teil der Stadt. Da Haus einer Adelsfamilie, so vermutete er jedenfalls, thronte auf dem Hügel. Leider war es auch verschlossen, er hätte sonst vielleicht noch etwas interessantes gefunden.
Unmittelbar darauf sah er das Herz. Es lag in der prallen Sonne auf einem Altarstein, umgeben von mehreren untoten Bewachern. Diese störten ihn zwar nicht, doch als Skooma das Herz des Königs ergriff, ließ sich ein unangenehmes Quietschen hören. So ein Mist! Die Tore schlossen sich. Skooma versuchte noch, sie in einem Spurt zu erreichen, schaffte es jedoch nicht. Er würde wohl einen anderen Weg finden müssen.
Nach langem Suchen fand er ihn auch. Ein Tunnel führte in den nächsten Bereich der Stadt, und ab da war es einfach. Skooma durchschritt das magische Portal, um dem Mumienkönig gegenüber zu treten.
„Iss dankse Euss. Jetss werde iss meinen Teil der Abmassung erfüllen.” Bevor er sich sein lange vermisstes Herz selbst wieder einsetzte, öffnete er für Skooma eine Kammer. Dann sank er zusammen und zerfiel zu Jahrhunderte altem Staub.
Skooma betrat den Raum. Edelsteine und Tränke waren hier angehäuft, ein Zeremonienschädel, Pfeile, ein Rezept für die Zubereitung von Mumientrank und sogar eine Strickleiter lagen herum. Außerdem fand er ein Buch das ihm einen Weg zeigt, Mafalas Reich verlassen zu können. Der Turm war die Lösung, so wie schon Paladin Aurel vermutet hatte. Eine neue Wüstenkarte rundete Skoomas Funde ab ... oder doch nicht. Da war noch ein Podest, auf dem der Griff eines Schwertes lag. Sollte das die gesuchte Waffe sein? Und wo war der Rest davon?
Geräusche im Nebenraum störten Skoomas Gedanken, so dass er den nutzlosen Griff unbewusst einsteckte anstatt ihn liegen zu lassen. Vorsichtig spähte er durch die Tür. Ein hochgewachsener Krieger stand dort, mit einer Doppelaxt in den Händen. Es war wohl noch jemand, der das Schwert suchte und Skooma nicht glauben würde, dass es hier gar keines gab. Wie erwartet griff er sofort an. Skooma blockte die ersten Axthiebe ab. Dann griff er selbst zu Goldbrand, um dem Kerl einmal zu zeigen, wie ein richtiger Khajiit kämpfte. Aber ... Skooma hätte vor Überraschung fast seine Deckung aufgegeben. Sein Gegner reagierte gar nicht auf die sonst tödlichen Schwertstreiche. Er schien völlig unempfindlich dagegen zu sein. Auch Skoomas neuer Lieblingszauber „Stromtod“ prallte wirkungslos an ihm ab. Damit war er deutlich in der Defensive. Skooma erkannte schnell, dass ihm gegen einen unbesiegbaren Gegner auch Unsichtbarkeit nicht helfen würde. Eine andere Lösung musste her. Und nachdem er festgestellt hatte, dass auch der Eingang magisch verriegelt war, blieb nur noch der Weg nach oben. Skooma brauchte mehrere Versucht, immer stark bedrängt von den Axthieben. Dann verfing sich die Strickleiter. Todesmutig ließ er seine Deckung fahren und hechtete auf die rettende Leiter zu. Behände turnte er nach oben, um schließlich ganz an der Spitze der Pyramide wieder ins Tageslicht zu treten.
Damit war Skoomas Pyramidenabenteuer aber keinesfalls vorbei. Das schlimmste kam noch, denn Mafala selbst meldete sich zu Wort. „Ihr wagt es einen Daedra zu bestehlen?“, schallte es ihm aus allen Richtungen gleichzeitig entgegen. „Daedroth! Nicht Daedra“ stellte Skooma richtig. Soviel Zeit für richtige Grammatik musste sein.
Leider fand Mafala das nicht komisch, nicht mal ein bisschen. „Mein Göttlicher Zorn wird Euch treffen. Mein Wasser wird Euch nicht länger sättigen. Mein Atem wird Euch lähmen, meine Diener werden Euch jagen.“ Ja, ja, schon gut. Skooma kannte das schon von Merrunz und Jyggalag. Wenn Daedraprinzen nicht ihren Willen bekamen, konnten sie etwas unangenehm werden. Aber soviel Aufhebens um ein kaputtes Schwert? Schließlich hatte Skooma es nicht zerbrochen. Man konnte doch sicher vernünftig darüber reden ...
Konnte man nicht. Schnell bekam er zu spüren, was Mafalas Zorn bedeutete. Ein plötzlich einsetzender Sandsturm, der stärkste den er hier erlebt hatte, fegte ihn fast von der Pyramide. Hart schlug er auf dem festgetretenen Sandboden vor dem Eingang auf. Es wäre eine gute Möglichkeit, im Gebäude Schutz zu suchen, doch er bezweifelte, dass der Sturm jemals nachlassen würde, jedenfalls nicht bevor Mafala ihr Opfer bekommen hatte. Und dazu war er noch nicht bereit.
Beinahe ohne Sicht schlug sich Skooma nach Sydura durch. Er wusste nicht, wie weit Mafala den Begriff „Diener“ definierte, doch unter denen die ihn jagen sollten war Ma Syd Jun zum Glück nicht. Skooma musste raus aus diesem Reich. Also verkaufte er hier alles, was er nicht mehr brauchen würde, vor allem das Wasser. Er behielt nur den Wasserschlauch als Reserve.
Unvermindert heftig tobte der Sturm. Skooma hatte jetzt zwar eine neue Wüstenkarte, doch ohne Sicht war damit nichts anzufangen. Aber erkannte ja die Richtung. Den Turm hatte er schon öfters umrundet, ohne einen Eingang zu finden. Doch es gab ja diese kleine Schlucht in der Nähe, mit der Tempeltür, die er nicht öffnen konnte. Hatte die nicht ein Zahlenschloss besessen, zu dem eventuell die Kombination der Arena-Schrifttafel passen würde? Er konnte es versuchen, doch erst einmal lief er direkt zum Turm.
Wie nützlich ein ordentlicher Lebenserkennungszauber war, machte sich wieder bemerkbar. Skooma “sah“ die riesige Gestalt lange bevor er den Turm erreichte. Es war die bislang größte Spinne, die er besiegen durfte. Doch es war nicht sehr schwer. Die Spinne schien satt zu sein und träge. Als sie besiegt vor ihm lag, wusste Skooma warum. Fluchend und schnaufend krabbelte eine total vollgeschleimte Argonierin aus dem Kadaver hervor. Skooma traute seinen Augen nicht. Die Echse Ternai war schon vor drei Tagen lebendig verschluckt worden, so sagte sie jedenfalls. Und nun wollte sie nur nach hause. Zum Dank für die Rettung gab sie Skooma einen Schlüssel, den sie wohl im Inneren der Spinne gefunden hatte. Ein ganzer Batzen Sabber hing noch daran, sodass Skooma erst einmal Schlüssel und Pfote im Sand reinigen musste. Als er wieder aufsah, war die Echse weg. Nun gut. Hier länger zu warten brachte nichts. Es schadete nur seiner Rüstung, noch länger sandgestrahlt zu werden. Skooma suchte die kleine Schlucht auf und erfreulicherweise passte der Schlüssel zur Tür dort unten. Er trat ein.
Der Raum war merkwürdig. Zwei große Statuen Mafalas standen darin. Das an sich war nicht ungewöhnlich, doch die gesamte Anlage wirkte irgendwie ... lebendig. Vorsichtig ging er durch die nächste Tür. Woher der Gedanke gekommen war, sich in einem lebenden Organismus zu befinden, wusste er nicht. Vielleicht färbte Ternais Spinnenerlebnis ja ab. Ein paar Fallen erkannte Skooma schon, bevor sie auslösen konnten. Inzwischen wusste er ja, worauf er zu achten hatte. Löcher im Boden zum Beispiel oder brüchig aussehende Stege, das übliche halt. Immer höher ging es hinauf, bis er durch eine Luke ins Freie trat. Kräftig pfiff ihm der Wüstenwind um die Ohren. Skooma stand tatsächlich auf der Spitze des Turmes.
Jetzt wurde es aber ungemütlich. Wenn er dem Buch glauben durfte, dann musste er sich mitten in die Flamme begeben. Skooma tat sein Fell jetzt schon leid.
Zur Sicherheit hüllte er sich in seinen stärksten Feuerschild-Zauber. Dann trat er zaghaft in die Flamme ... und fand sich an einem anderen Ort wieder.
Es war ein kleiner Raum mit lichtdurchlässiger Decke und einer verschlossenen Tür. Die Bauart erinnerte ihn eher an eine Ayleiden-Ruine denn an die Häuser in Mafalas Reich. Hatte er es geschafft?
Vielleicht, aber erst einmal brauchte er mehr Glück als das Skelett eines verhungerten Ritters dort in der Ecke. Skooma fand einen kleinen Schlüssel bei ihm und sein Tagebuch, in dem er von einem Loch im Boden schrieb. Wo sollte das sein? Er hatte nichts dergleichen gesehen.
Aber der Schlüssel passte zur Tür und gleich im Nebenraum war auch der Mechanismus, um den Boden des ersten Raumes zu öffnen. Skooma lauschte in die Tiefe. Plätscherte dort Wasser? Und spiegelte sich nicht das Licht der Decke dort unten? Na ja, er hatte ja doch keine andere Wahl ... „Arschbombe!“ ...
Die Landung geriet kaum schmerzhaft, aber nass. Immer noch befand er sich in unterirdischen Ruinen. Und wieder war ein Zahlenrätsel zu lösen, dass er durch Hopserei auf diversen Druckplatten schließlich packte. Noch ein Raum – Statuen – eine magische Entladung. Wie aus dem Nichts tauchte Skooma im Trainingsraum des Ordenshauses wieder auf. Er war zurück in der Kaiserstadt! Und die Köchin Irena starrte ihn entgeistert an.
Zwei Monate hatte Skooma im Reich der Daedroth verbracht. Einiges war seitdem passiert. Da die Übergriffe der Aufrührer nicht enden wollten, hatten sich die anderen Ritter auf den Weg nach Norden gemacht. Sie wollten die alte Ordensburg in den Bergen aufsuchen und mit Hilfe der Gräfin von Bruma von dort aus ihren Kampf gegen die Rebellen weiterführen. Vor drei Tagen erst waren sie aufgebrochen ... Skooma nickte. Da war er zwei Monate weg und sein zusammengewürfelter Trupp hatte fast eben so lange gebraucht, um diese Entscheidung zu treffen. Wenn man nicht alles selbst in die Pfote nahm.
Heute jedoch würde gar nichts mehr passieren. Skooma war froh, wieder hier zu sein, etwas Ruhe zu finden nach all der Aufregung der letzten Tage. Er sah sich etwas im Haus um, begrüßte mehrere Neuankömmlinge, die sich dem Orden anschließen wollten und fand schließlich im Ritterturm eine Geheimtreppe, die zum lange vermissten Privatraum des Ordensmeisters führte. Noch ein kleiner Hausputz und dann ging’s auch schon ins Bett.

380.Tag – Stufe 47

Wenn jemand vermutete, dass Skooma sofort nach Bruma aufbrechen würde, dann irrte er sich. Die anderen Ritter würden schon noch ein paar Tage ohne ihn klar kommen. Skooma betrachtete es als kleinen Urlaub, den er sich redlich verdient hatte.
Er ging zuerst zu Palonirya. Diesmal hielt sie ihr Versprechen, Skooma ihre Handelstricks beizubringen. Leider hatte er im Gegenzug nur Kleinigkeiten zu verkaufen, aber beim nächsten Besuch in der Stadt würde Skooma ganz bestimmt an sie denken. Versprochen! Da das so gut mit den Lehrstunden geklappt hatte, wollte er jetzt nach Bravil. Auch Andragil hatte ihm Unterricht versprochen, und etwas mehr Übung beim Blocken konnte nie verkehrt sein. Skoomas Weg führte durchs Hafenviertel, wo die nächste Überraschung auf ihn wartete. Alba war da! Sie hatte es wohl nicht auf der Insel ausgehalten, ohne Nachricht von ihm. Skooma freute sich. Es war schön, wieder ein Stück zusammen zu reisen, wie in alten Zeiten. Er übergab Alba einige seiner wertvollen Waffen, so den Geisterruf-Stab und das Drachenschwert. Alba versprach, gut darauf aufzupassen, wenn sie von Bravil aus zurück nach Neu-Sheoth ging. Skooma würde doch bald nachkommen? Er hoffte es. Wenn er diese lästige Aufrührer-Geschichte erledigt hatte, würde ihn selbst der Ältestenrat nicht mehr aufhalten können.
Gemeinsam kamen sie bis zur Festung Alessia, wo sie leider getrennt wurden. Während Alba direkt in den Hof rannte um einem Ork-Marodeur zu folgen, bekam es Skooma draußen mit zwei Elfen zu tun. Er erhielt zwar sogleich Unterstützung durch einen Legionär, doch damit begann das eigentliche Problem. Einige Teile seines Gepäcks waren von zweifelhafter Herkunft – milde ausgedrückt. Und so kam es, dass er wegen gerade mal neun Septim den Legionär nach Cheydinhal begleiten musste.
Wo er schon mal hier war, konnte er auch gleich bei der Bevölkerung nachfragen, was es Neues gab. Die Wachen selbst waren da sehr gesprächig. Doch außer vielen Gerüchten über Aufstände wussten auch sie nichts. Ra’qanar im Schloss hatte immerhin den Tipp, dass Helvius Cecia in Bruma Nahkampf unterrichtete, für ausgewählte Schüler verstand sich.
Nachdem er noch bei Borba vorbei geschaut hatte, verließ Skooma die Stadt nach Osten. Und eine Ogerleiche später saß er im Sattel von Schattenschnute. Er hatte doch gewusst, dass das Pferdchen nach Farragut zurück laufen würde.

381.Tag – Stufe 48

Die Nacht hindurch war er geritten. Auch das tat gut. Ein Pferderücken war doch etwas anderes als ein schaukelndes Guar, ein bananenfressender Elefant oder ein lahmes Kamel.
In Bravil öffneten gerade die ersten Händler ihre Läden. Auch Andragil war schon auf den Beinen und löste ihr Versprechen ein. Skooma war zufrieden. Es lief alles nach Wunsch. Bei Kud-Ei hinterließ er eine Nachricht für Alba, dass sie nicht auf ihn warten solle. Ihre Anwesenheit in Neu-Sheoth war sicher wichtiger. Man wusste ja nie, wer dort danach trachten könnte, ihm sein Reich wegzunehmen. Zwar gab es von den Inseln keine Gerüchte über Aufstände, aber sicher war sicher. Auch die Mutter der Nacht besuchte er. Sie hatte einen Auftrag für ihn. Ein Nord namens Erik in einer kleinen Stadt Skyrims sollte aufgesucht werden. Skooma würde das bei nächster Gelegenheit weiterleiten. Er wollte jetzt sowieso nach Norden.
Fast den ganzen Weg legte er im Galopp zurück. Nur einen kurzen Abstecher hatte er zu Mafalas Schrein gemacht, um einige Pfeile auf die Statue zu schießen, nur so als kleine Provokation zwischendurch. Dann stand er vor dem Tor Brumas.
Sein erster Weg führte ihn zu Helvius Cecia. „Die eigentliche Frage ist doch, ob Ihr überhaupt kämpfen könnt.“, musste sich Skooma von ihm anhören. Doch ein kleiner Übungskampf überzeugte Helvius schnell, dass Skooma sich vortrefflich auf seine Krallen verstand. Er würde seinen Unterricht bekommen – beim nächsten Mal. Irgendwie kam ihm der Satz vertraut vor ...
Wie Irena gesagt hatte, hatten seine Ritter die Gräfin um Hilfe gebeten. Also ging auch er zum Schloss. Doch Narina war nicht da. Gut, es war schon spät und er wollte sie nicht mehr belästigen. Skooma würde eben morgen zur offiziellen Audienzzeit erscheinen.
Er drehte noch eine Runde vor den Toren der Stadt. Dabei kam er am Schlachtfeld gegen die Horden Oblivions vorbei. Skooma war erschüttert, wie wenig die Nord für ihre Helden übrig hatten. Burd, Baurus und auch Jauffre lagen immer noch unbestattet auf dem gefrorenen Boden herum. Es war eine Schande!
Den Abend ließ Skooma dann mit etwas Goblin-Verprügeln in der Geplünderten Mine ausklingen.

382.Tag – Stufe 48

Es ging doch nichts über das eigene Bett im eigenen Haus. So gut geschlafen wie diese Nacht hatte Skooma schon lange nicht mehr. Es war bereits heller Tag, als er aufwachte. Die Audienzzeit bei der Gräfin hatte sicher längst begonnen. Skooma beeilte sich mit dem Frühstück, drei kleine Süßkuchen, etwas Schinken und eine Schale Erdbeeren mussten genügen. So gestärkt ging er zum Schloss.
Er wurde enttäuscht. Obwohl heute ein normaler Wochentag war fiel die Audienz aus, so wie gestern und vorgestern auch. Wenigstens erwischte er die Kammerzofe der Gräfin und erfuhr von ihr, dass ihre Herrin vor vier Tagen mit ein paar Rittern in die Berge gezogen war. Sie wollten wohl eine alte Burg besichtigen und hatten sie leider hier vergessen.
Na schön! Und warum hatte ihm das gestern niemand sagen können?
Skooma lief zu den Ställen, stieg auf Schattenschnute und ritt los, hinein ins Gebirge. Er passierte die Gnollkuppe am späten Vormittag. Niemand ließ sich sehen. Keine Aufrührer, von denen es angeblich hier wimmeln sollte, waren in Sicht. Er wertete das mal als gutes Zeichen. Vielleicht hatten seine Ritter ja tatsächlich etwas erreicht. Dass sich auch kein Tier zeigte war weniger schön. Skooma hatte schon wieder Hunger. Ein saftiges Stück gegrillter Bärenschinken wäre jetzt genau das Richtige. Doch er musste auf einem Brotkanten aus seinem Proviant herumkauen.
Dann sah er die Burg. Sie war riesig. Dabei war Skooma sicher, schon einmal hier gewesen zu sein. Welch mächtiger Zauber war nötig, um ein Bauwerk von diesen Ausmaßen komplett zu tarnen? Er hatte ja schon von unsichtbaren Häuser gehört. Das jedoch ging weit über die Kraft eines einzelnen Magiers hinaus. Sollte auch hier Mafala ihre Krallen im Spiel gehabt haben? Möglich wäre es.
Gerade als er sich der Brücke zum Haupttor näherte kam eine Gestalt hinter den Felsen am Weg hervor. Skooma hatte bereits einen Pfeil aufgelegt, da erkannte er Thoralf Metschlund. Der mutige Nord hatte anscheinend wieder ganz allein die Rückendeckung übernommen.
Skooma saß ab. Es war trotzdem schön, einen Bekannten wieder zu treffen. Und es war die Gelegenheit, sich über alles informieren zu lassen, was in den letzten zwei Monaten geschehen war.
Die ersten sechs Wochen waren uninteressant. Man hatte auf ihn gewartet. Doch da er damals abgereist war ohne jemandem über sein Ziel und die Dauer seiner Abwesenheit Bescheid zu geben, hatte es lange gedauert, bis er wirklich vermisst wurde. Inzwischen war es immer wieder zu Übergriffen der Aufständischen gekommen. Besonders der Norden hatte darunter zu leiden und so wurde beschlossen, das Übel an der Wurzel zu packen. Sie hatten sich auf den Weg nach Bruma gemacht, um Gräfin Carvain um Hilfe zu bitten, da sie das Hauptquartier der Aufrührer in deren Grafschaft vermuteten. Die Gräfin schien nur auf dieses Angebot gewartet zu haben. Gemeinsam mit einem Kontingent der Stadtwache hatten sie die alte Ordensburg erreicht und auch gleich im Sturm erobert. Es ging leichter als gedacht, wobei man den Sieg natürlich dem Mut und der Erfahrung der ausgebildeten Kämpfer und Narina Carvains kluger Taktik zu verdanken hatte. Dann jedoch hatte sich das Blatt gewendet. Lordkanzler Ocato war mit einer Hundertschaft Legionäre erschienen und hatte Einlass begehrt. Selbstverständlich hatten sie das Tor geöffnet, man stand ja auf der gleichen Seite.
Dass das ein Fehler war, bemerkten sie zu spät. Ocato hatte sein wahres Gesicht gezeigt. Er hatte die Bruma-Wachen kaltblütig abschlachten lassen. Nur die Gräfin, ihre Leibwache und die Ritter konnten sich nach schweren Gefechten in die Krypta zurückziehen und hatten sich dort wohl verbarrikadiert. Na ja, und er, Thoralf, hielt nun hier die Stellung und sorgte dafür, dass niemand ungesehen die Burg betreten oder verlassen konnte.
Da hatte Skooma also einiges vor. Thoralf Metschlund hätte ihn ja gerne begleitet, aber ... na Skooma wusste ja ... die Krypta lag mitten im Friedhof und er hatte es nicht so mit Untoten. Thoralf würde ihm hier sicher nützlicher sein, indem er Skooma den Rücken frei hielt.
Soviel dazu. Wenigstens sollte das Tor offen sein.
Zur Sicherheit umrundete Skooma einmal die Burg. Er verlor damit zwar Zeit, wollte aber sicher gehen, dass es nicht mehrere Zugänge gab, um böse Überraschungen zu vermeiden. Er fand keine.
Dann betrat er den äußeren Burghof. Wie erwartet griffen Ocatos Legionäre sofort an. Zumindest versuchten sie es. Aber auch das rechtfertigte in Skoomas Augen schon Notwehr. Unsichtbar erstieg er den Wehrgang der Außenmauer, zog seine Pfeile und veranstaltete ein munteres Zielschießen.
Mit Einbruch der Nacht hatte er diesen Teil der Burg in seiner Pfote.


"Die Toten existieren um die Lebenden zu nähren." Eola
  19.04.2011, 09:01
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383.Tag – Stufe 48

Die Zugbrücke zum inneren Ring auf zu bekommen, gestaltete sich schon schwieriger. Skooma hatte lange nach einer Winde gesucht, vor allen im gegenüber liegenden Haus, doch als er den Mechanismus endlich entdeckte, war er fassungslos. Wie machten die das, wenn sie selbst nach Hause kamen und niemand von Innen öffnen konnte?
Auch das zweite Fallgitter war natürlich herunter gelassen. Skooma blickte in Hof, wo er das gleiche Bild wie schon hier außen wahrnahm. Erschlagene Bruma-Wachen lagen auf dem Boden und Legionäre in schlecht gewarteten Rüstungen liefen dazwischen hin und her. Dass deren Intelligenz zu wünschen übrig ließ, bekam er schnell mit. Skooma wurde entdeckt. Na ja, eine plötzlich heruntergelassene Zugbrücke war auch schwer zu übersehen. Gleich drei Legionäre kamen schwertschwingend auf ihn zu. Doch statt das Gitter zu öffnen und so ihre zahlenmäßige Übermacht auszunutzen, versuchten sie, ihn durch das Gitter stochernd zu erreichen. Skooma blieb in sicherer Entfernung stehen. Er schickte Skamps vor, die kleine lustige Feuerbälle auf die Angreifer warfen. Leider wagten sie sich oft zu dicht heran, so dass sie schnell erledigt waren. Skooma wechselte auf Düstergespenst. Seelenruhig wartete er ab, nur gelegentlich mit einem Blitz nachhelfend, bis alle drei Legionäre gefallen waren – und zwei von der Verstärkung noch dazu. Dann erst öffnete er das Gitter selbst. Es klemmte etwas, da sich ein Legionär darin verhakt hatte.
Gerade einmal drei Schritte konnte Skooma in den Burghof machen, dann trat ihm ein alter Bekannter entgegen: Ocato von Erstburg.
Wie es bei Bösewichten so üblich war, verhöhnte der Kanzler ihn und jubelte sich selbst in den Himmel hoch. Er würde der neue Kaiser werden und alle vernichten, die ihm dabei im Wege standen ... bla bla bla ...
Nach dieser Ansprache beschwor Ocato einen Lich, um Skooma zu „vernichten“. Es war rührend, so viel sinnlosen Enthusiasmus zu erleben. Der Lich jedenfalls schien sich prächtig mit Skoomas Düstergespenst zu verstehen. Während die beiden miteinander spielten, genügten Skooma vier Pfeile und das Thema Ocato hatte sich erledigt.
Da der Exkanzler schön zentral im Burghof lag, deponierte Skooma gleich eine Ladung Legionärsschwerter bei ihm. Ein zweiter Haufen lag schon vor dem Außentor. Er würde die wertvollsten mitnehmen, wenn er wieder zur nächsten Stadt reiste. Vorerst jedoch durchsuchte er noch zwei naheliegende Gebäude, schaltete verbliebene Legionäre aus und sammelte Heiltränke, die an den unmöglichsten Orten herumlagen.

384.Tag – Stufe 48

Ein weiteres kleines Haus mit nur einem Zimmer und nur einem Legionär darin war schnell abgehakt. Jetzt blieb nur noch das Haupthaus, doch alle Zugänge waren fest verriegelt. Ebenso verschlossen war ein Fallgitter im Hof, hinter dem er weitere Bewegungen registrierte, ohne jedoch im noch trüben Licht des Morgens etwas Genaueres erkennen zu können. Dass vor diesem Tor drei tote Legionäre lagen, gab ihm aber Hoffnung, seine Ritter dahinter zu finden. Mit etwas Kletterei kam er auf die andere Seite und lief genau Clagius in die Arme. Alle freuten sich, einander unverletzt wiederzusehen.
Auch die Gräfin war anwesend, körperlich jedenfalls. „Ich habe IHN befreit ...“, stammelte sie auf Skoomas fragenden Blick hin. Wen sie damit meinte, ließ sie offen. Skooma würde die Antwort finden ... im Haupthaus der Burg. Ocatos Tod nahm sie dagegen ohne große Reaktion zur Kenntnis. Doch dann wollte sie lieber allein sein. Sie war noch ganz mitgenommen vom gerade erlebten.
Skooma verstand das. Es gab ihm Gelegenheit, mit den anderen zu reden. Helgarth zum Beispiel schilderte ihm noch einmal detailliert die Eroberung der Burg, und das, was danach kam. Eine schwarze Gestalt war aus der Krypta gekommen und hatte die Legionäre besiegt. Sie selber jedoch waren nicht angegriffen worden.
Thoralf hatte ebenfalls den Weg hierher gefunden. Trotz der möglicherweise noch immer vorhandenen Untoten? Hier standen immerhin etliche Grabsteine herum.
Das Gespräch mit Sorla war wieder am interessantesten. Sie gab unumwunden zu, die Sklaverei zu befürworten, wogegen auch Skooma nichts einzuwenden hatte. Außerdem hatte sie einmal ein Buch über die Stadt Kathar gelesen, was Skooma bewies, dass Mafalas Reich bei den Dunmern bekannter war als er vermutet hatte.
Von hier aus ließ sich das Fallgitter endlich öffnen. Skooma wollte dem Rat Narinas folgen, sich seine antworten im Haupthaus selbst zu suchen. Und anders als gestern noch, ließ sich die Tür jetzt öffnen.
Er trat ein. Dunkelheit umgab ihn. Aber es gab genügend Fackeln über den Raum verteilt, die er nur zu entzünden brauchte. Ein langer, gedeckter Tisch stand hier. Doch er war allein.
Einige Räume weiter fand er den ersten toten Legionär. Jetzt war Vorsicht geboten. Wenn man Helgarth glauben konnte, und daran zweifelte er nicht, so war die schwarze Gestalt durchaus in der Lage, es mit mehreren Gegnern gleichzeitig aufzunehmen. Und Skooma war allein.
Noch eine Treppe höher machte sein Zauber das Lebensecho aus. Er fand eine Bibliothek vor, in der der Kuttenträger vor dem prasselnden Kaminfeuer saß. „Setzt Euch“, hieß er Skooma willkommen. Skooma tat ihm den Gefallen. Der Unbekannte schien nicht aggressiv zu sein. Skooma drehte sich und sah in ein bleiches Menschengesicht unter der Kapuze.
„Ja, ich bin Pelagius, der Kaiser Tamriels.“ Na wenn er meinte ... Skooma hätte ihn von selbst nie erkannt, trotz der ganzen Porträts und Büsten, die in den Herrenhäusern immer noch vor sich hin staubten. Aus der anschließenden langen Geschichte entnahm er folgendes:
Pelagius hatte es geschafft, Mafalas Zorn auf sich zu ziehen – war ja nicht schwer.
Er hatte das Schwert Tyrfing aus Vorsicht entweder selbst zerlegt oder zerlegen lassen – schlecht!
Narina Carvain besaß ebenfalls einen Teil des Schwertes in ihrem Amulett – da hatten sie schon zwei.
Mit dem Schwert konnten die Daedra aufgehalten werden – bekannt.
Das Schwert, wenn es zusammengesetzt war, musste magisch aufgeladen werden, so wie es die alten Ayleiden einst taten. Dazu war die Seele eines sehr starken Wesens aus grauer Vorzeit nötig – sehr schlecht!
Skooma verabschiedete sich vorerst, nahm noch ein Buch zum Thema „Leichen“ und einen Schlüssel mit und verließ die schwarze Gestalt. Schnell sah er sich die restlichen Räume des Haupthauses an. Viele waren es nicht mehr. Dann kehrte er zu seinen Freunden zurück.
Er staunte nicht schlecht. Die Ritter hatten seine kurze Abwesenheit genutzt, um ein Zelt aufzustellen. Und Sorla teilte ihm mit, dass die Gräfin überstürzt abgereist sei, um der Ältestenrat über die neuesten Vorkommnisse in Kenntnis zu setzen. Na Prima! Hätte das Weibstück nicht auf ihn warten können?
Skooma rannte zu Schattenschnute, nahm noch etliche der erbeuteten Schwerter mit und ritt los in Richtung Kaiserstadt. Aber obwohl er auf halsbrecherischen Pfaden durch die Wildnis hetzte, holte er die Gräfin nicht mehr ein. Reiten konnte sie, das musste er ihr lassen.
Gegen Mittag stand er in Paloniryas Laden, wie er es ihr letztens versprochen hatte. Sie kaufte bereitwillig die Waffen auf, obwohl sie so gar nicht in ihr Sortiment passten.
Kurz darauf stand er vor der Tür des Weißgoldturms. Helgarth hatte hier auf ihn gewartet. „Der Ältestenrat tagt bereits“, teilte er ihm mit und Skooma beeilte sich einzutreten.
Es lief nicht gut. Ziemlich einstimmig sprach sich der Rat gegen eine Allianz mit dem untoten Exkaiser aus. Sie befürchteten schlechte Einflüsse auf die allgemeine Moral. Das konnte Skooma zwar nicht nachvollziehen, doch was blieb ihm übrig. Wieder einmal musste er allein gegen das Verhängnis ankämpfen. Oder nein, ganz so allein war er nicht. Gräfin Carvain stand weiter zu ihm. Erfreulicherweise hatte er in ihr die führende Expertin der Ayleidenkunde an seiner Seite. Narina wollte nach Bruma gehen, um dort in ihren Aufzeichnungen nach Hinweisen auf diese „Alten Kreaturen“ zu suchen, durch die das Schwert aufgeladen werden könnte. Skooma selbst bekam von ihr den Rat, sich schon einmal auf den Kampf vorzubereiten. Das klang gut. Er würde sich vorbereiten, und zwar mit einem Urlaub in Neu-Sheoth!
Noch am selben Abend erreichte Skooma die Residenz seines eigenen Reiches. Haskill richtete eine riesige Willkommensfeier aus, Wein (mit Grünstaub) floss in Strömen, Tänzerinnen hüpften herum und gebratene Baliwog-Beine verbreiteten einen verführerischen Duft im Raum. Alba schäkerte, schon leicht angesäuselt, mit Kithlan herum. Sie würden ein schönes Paar abgeben, fand Skooma, der selbst Ahjazda bevorzugte. Sie war zwar etwas wirr im Kopf, aber sooo süß!
Es wurde ein sehr langer vergnügter Abend, der in eine kurze Nacht mündete.

385.Tag – Stufe 48

Wie viel hatte er gestern eigentlich getrunken? Und  vor allem, was? Kichernd war Ahjazda vor einer Stunde aus seinem Zimmer gewuselt. Doch er konnte sich immer noch nicht zum Aufstehen durchringen. Bei allen Daedra, er vertrug nichts mehr. Skooma wurde alt.
Entsprechend deprimiert tauchte er noch zwei Stunden später im Thronsaal auf. Haskill erwartete ihn bereits. Es gab Arbeit für den lange vermissten Herrscher. Splitz wurde angegriffen und Haskill erkundigte sich, ob er wie gewohnt Truppen schicken sollte, oder ob der Herr „Sheogorath“ dies selbst in die pelzige Hand nehmen wollte. Skooma überhörte die ironische Bemerkung geflissentlich. Natürlich würde er selbst gehen! Schließlich war das seine Pflicht als Beschützer des Reiches. „Sehr wohl, etwaige Überlebende werden es Euch danken ...“
Schade, dass man beschworene Angestellte nicht so einfach feuern konnte. In diesem Moment tauchte Alba auf und bat auch gleich darum, mitkommen zu dürfen. Ob das eine gute Idee war, würde sich zeigen. Die Elfe sah genauso mitgenommen von der Feier aus wie er selbst. Aber warum nicht. Skooma tauschte noch schnell Goldbrand gegen die Ebenholzklinge ein (es schien ihm für einen möglichen Kampf gegen Mafala angemessener), dann gingen sie los.
Über das Grenzgebirge zwischen Mania und Dementia gelangten sie nach nur kurzen Aufenthalten nach Splitz. Genau wie unterwegs griffen hier hauptsächlich Knorze und Hunger an. Skooma suchte sich ein für Bogenschützen geeignetes Plätzchen und legte los. Schon nach dem zweiten Pfeil fluchte er wie ein dunmerischer Sklaventreiber. Magische Pfeile gegen Knorze, wie hatte er das vergessen können? Das machte die Biester doch nur größer. Leider besaß er nur noch drei unpräparierte Daedrapfeile, die natürlich nicht reichten. Da die Ebenholzklinge auch ausschied, musste er sich mit einem minderwertigen Grummitbeil behelfen, das Alba noch bei sich trug. Aber letztendlich schafften sie es. Alle Angreifer waren besiegt und nur ein einziges Opfer unter der Zivilbevölkerung zu beklagen. Die anderen dankten es ihm trotzdem nicht. Er hätte ihnen einen schlechten Dienst erwiesen und die Aufgabe nicht gelöst. Was zum Skamp meinten sie damit?
Wegen des gereizten Klimas übernachteten Alba und Skooma lieber etwas weiter westlich im Großbaumlager. Der dort wohnende Ketzer mit seinem Haus-Hunger hatte keine Chance, zumal auch zwei aureale Wachen zufällig des Weges kamen.
Es war zwar noch hell, doch beide waren restlos fertig und schliefen schnell ein.

386.Tag – Stufe 48

In den frühen Morgenstunden waren sie beim Düsterbau angelangt. Es war eine der üblichen Knorzhöhlen in diesem Teil des Landes. Trotzdem nahmen sie sich die Zeit, alle Gänge in Ruhe zu erforschen. Übertrieben groß war die Höhle ja nicht und es gab einige wertvolle Sachen zu finden, einen Helm mit Wasseratmungszauber zum Beispiel. Später stellten sie fest, dass sie nicht die ersten Besucher hier unten gewesen waren. Ein Pärchen hatte sich den Ort einst zur Wohnung auserkoren, und obwohl zumindest die Frau damit nicht restlos zufrieden war, hatten sie lange hier gelebt. Das ging aus Alyssas Tagebuch hervor, welches sie samt zugehöriger Leiche und Bogen fanden. Skooma vermutete Skalone als Todesursache, auch wenn die Leiche nicht angefressen war. Doch wer wusste schon, wovon sich diese Biester ernährten.
Abends verließen sie Düsterbau wieder und kamen noch bis zum Elends-Lager, wo sie über Nacht blieben.

387.Tag – Stufe 48

Nach dem Frühstück brachen sie zur westlichen Küste auf. Die Gefängnisfestung Aichan tauchte vor ihnen auf, mit zwei neuen Grummitwächtern, die anschließend wieder ersetzt werden mussten. Sie schwammen zum gegenüber liegenden Ufer, trafen auf Skalone, Hunger und noch mehr Grummits. Obwohl sie dabei auch eine Bernstein- und später eine Wahnsinnserz-Matrix fanden, war es doch nicht das, was sich Skooma unter „Urlaub“ vorgestellt hatte. So umrundeten sie das Randland, mehr kämpfend als wandernd. Eine Kristalltruhe mussten sie ungeöffnet lassen, da beide vergessen hatten, ein Herz der Ordnung als Schlüssel mitzunehmen. Nachschub davon gab es ja nicht mehr, seit Jyggalag seine Ritter zu Hause behielt.
Gegen Abend fanden sie auf einer kleineren Insel die Ruine Xekef. Viel Lust auf so ein Gewölbe hatte Skooma momentan nicht, doch sie gingen hinein. Ein paar Schätze nebenbei konnten sie schon noch tragen. Es gab zuerst zwei Gittertüren. Den ersten Schalter hatte Skooma schnell gefunden, doch vor der zweiten Tür wären sie beinahe von der einstürzenden Decke erschlagen worden. Als sich dann statt der Tür der Boden öffnete und sie gerade noch mit viel Glück den Absturz verhindern konnten, hatte Skooma genug. Nein, das hier ging für Heute zu weit. Er würde später noch mal wiederkommen, wenn er besser vorbereitet war.

388.Tag – Stufe 48

Alba und Skooma trennten sich beim Torwächter. Der Urlaub, der keiner war, hatte sein vorzeitiges Ende gefunden. Wenn er schon in seiner Freizeit kämpfen musste, dann konnte er das auch zum Wohle des Kaiserreiches tun. Das Ergebnis war vermutlich das selbe. Der große Dank würde ausbleiben.
Skooma ritt auf Schattenschnute nach Bruma. Im Novaroma verkaufte er wieder seine Sachen, wobei er sich im Feilschen übte. Es folgten längere Gespräche mit den Wachen. Doch große Neuigkeiten waren nicht zu bekommen. Schließlich ging er ins Schloss.
Die Gräfin hatte schon auf ihn gewartet. Dabei hatte sie ihm doch extra frei gegeben, um noch etwas zu trainieren. Aber egal. Sie hatte einen Hinweis auf einen dieser uralten Dämonen gefunden, der tief unter Sedor hausen sollte. Sedor? Die Ogerfestung? Na viel Spaß! Leider ließ sie sich nicht davon abhalten, Skooma zu begleiten. Nur sie wusste, wie man die Kraft des Dämons in den Stein bekam. Also musste sie mit, ob es Skooma nun gefiel oder nicht. Er bestand aber darauf, dass auch Helgarth mitkam, um sie notfalls beschützen zu können, wenn Skooma nicht zugegen war. „Ich kann sehr wohl allein auf mich aufpassen!“...
Er zweifelte etwas an den Worten der Gräfin. Sie hielt es ja nicht einmal für nötig, sich für die Reise umzuziehen. Wenigstens eine leichte Rüstung hätte sie anlegen können. Na ja, so waren diese Adligen nun mal.
Gegen Mittag hatten sie das Banditenlager vor Sedor gesäubert, um es selbst als Basis zu benutzen. Dann betraten sie die Ayleidenstadt. Skooma erkannte vieles wieder. Hier hatte er gegen Oger gekämpft. Doch mittlerweile waren selbst deren Leichen verschwunden. So etwas war nicht selbstverständlich. Solche riesigen Fleischberge zu beseitigen, ließ auf mehr als ein Rudel Ratten schließen. Es musste also noch Leben in diesen Hallen geben. Und das machte ihm Sorgen. Sorgen nicht so sehr um sich selbst, als vielmehr um die Gräfin, für deren Sicherheit er nun auch noch verantwortlich war – trotz Helgarth.
Narina Carvain schien sich hier merkwürdig gut auszukennen. Zielstrebig hielt sie auf ein Tor zu, dass Skooma bisher wohl übersehen hatte. Der Gang dahinter führte weiter hinab. Die Erbauer hatten Rätsel „installiert“, um Fremden den Zugang zu erschweren. Es hielt sie auch etwas auf, doch bald standen sie in einer größeren Höhle vor einen verschlossenen Tor.

389.Tag – Stufe 48

Wer sollte es nun öffnen? Die Antwort war klar. Nur Skooma kam wieder einmal in Frage. Helgarth bot sich zwar als Hilfe an, doch dann hätten sie Narina allein lassen müssen. Und dabei hatte Skooma kein gutes Gefühl. Also los. Es gab zwei Gänge, die in weitere Räume führten. Einer davon endete auf einer Galerie. Die ausfahrbare Treppe war schnell aktiviert, und auch das Rätsel das ihn an einem merkwürdig pulsierenden Stein erwartete, ließ sich logisch lösen.
Der zweite Raum war etwas schwieriger zu knacken. Die neun Schalter im Boden schienen zu einer Art Spiel zu gehören. Und bis Skooma das Prinzip erkannt und endlich gewonnen hatte waren mehrere Stunden vergangen. Dann öffnete sich das Tor.
Noch einen Raum gab es, und hier war Schnelligkeit gefragt. Während Narina an einer Konsole mitten im Raum hantierte, öffneten sich die Wände an den Seiten, und Skooma musste von Nische zu Nische spurten, um die dahinter versteckten Schalter zu drücken.
Irgendetwas geschah. Das Geräusch kam aus dem Raum, in dem die Gräfin Gestern so lange gewartet hatte. Schnell liefen sie zurück. Sie kamen gerade rechtzeitig, um Zeugen zu werden, wie ein knallroter Dämon den Tiefen entstieg. Skooma zog sich in Rekordzeit um.
Narina hatte ihn gebeten, den Dämon lange genug zu beschäftigen, dass sie dessen Kraft einfangen konnte. Kein Problem. Es war ja nur ein mickriger Erz-Xivilai gegen Helgarth, Skoomas beschworenen Dremora-Fürsten und ihn selbst in völliger Unsichtbarkeit. Der Dämon bekam so gut wie keine Chance, selbst aktiv zu werden. Schnell lag er erledigt am Boden. Kurz zuvor hatte es noch eine magische Entladung gegeben, durch die leider auch die Gräfin ohnmächtig geworden war.
Deshalb trennten sie sich. Helgarth wollte Narina nach Bruma bringen und sie dort in die Obhut der Heiler übergeben. Skooma beabsichtigte, noch einmal mit Pelagius zu reden. Die Gräfin traute ihm nicht. Also beschloss auch er, vorsichtig zu sein.
Auf Schattenschnute gelangte er schnell zur Ordensburg. Er traf zuerst auf Thoralf, der wieder an der äußeren Brücke Wache stand. Diesmal gelang es Skooma, Thoralfs Geschichte aus ihm heraus zu kitzeln. Er erfuhr, worum es bei der Schuld ging, die den mutigen Nord an die Gräfin von Bruma band.  Es war – natürlich - ein Ayleidenartefakt. Thoralf war für dessen Transport verantwortlich gewesen, hatte es aber an eine Horde Untoter verloren, die es in ihre Burg verschleppt hatten. Da ließ sich doch sicher was machen. Skooma sagte ihm seine Hilfe zu, doch erst musste er zu Pelagius …
„Der Rat wird wohl nicht zugestimmt haben. Das war zu erwarten ...“ Pelagius brachte es auf den Punkt. Wie schön wäre es gewesen, für den bevorstehenden Kampf mit Mafala die Unterstützung der Legion zu haben ... Skooma gab sich zwar keinen Illusionen hin, am wem der finale Kampf wieder hängen bleiben würde, doch es gab sicher Mitläufer und Helfer auf der Gegenseite, die es ebenfalls zu besiegen galt. Na ja, er würde es auch allein schaffen, mal wieder.
Pelagius jedenfalls konnte ihm nützliche Informationen besorgen. Wenigstens das musste er nicht selbst tun. Skooma erfuhr, dass die fehlende Klinge des Schwertes irgendwo unter der Ordensburg verborgen sein musste. Sofort hatte er eine Idee. Es gab einen Gang, den aber niemand betreten konnte. Ganz sicher führte er zum Schwert. Man musste nur die magische Barriere überwinden. Das überließ er dann dem Ex-Kaiser.
Skooma selbst würde später die Krypta aufsuchen und den Schrein finden müssen. Aber vorher empfahl ihm Pelagius, noch einmal nach der Gräfin zu sehen. Skooma willigte ein. Die mit Sicherheit gefährliche Krypta konnte etwas warten, und so bekam er die Gelegenheit, sich auch Thoralfs Untotengeschichte anzunehmen. Was hatte der Nord noch mal gesagt? Mehrere kleine Artefakte waren verloren gegangen? Die „Zähne des Yatul“, eines Hexenmeisters, sollte es also sein. Was die Gräfin nicht alles sammelte ...

390.Tag – Stufe 48

Eine Burg voller Untoter, ganz für Skooma allein! Wie er sich darauf freute ...
Er musste Thoralf hoch anrechnen, dass dieser wenigstens bis zum Beginn der schmalen nebeligen Felsenschlucht mitgekommen war. Jemanden zu haben, der im Notfall Hilfe holen konnte, war ein ungemein beruhigendes Gefühl.
Mit diesen Gedanken im Kopf ging Skooma los. Er fand die Burg, eng zwischen die Felsen gebaut und hinter einer tiefen Schlucht. Die Zugbrücke war zwar unten, doch das Fallgitter auch, und so konnte er den Lich dahinter nur mit Sprüchen ärgern. Ab und zu schaffte es mal ein Pfeil oder ein Zauber auf die jeweils andere Seite, wenn Skooma oder der Lich dem Gitter zu nahe kamen. Skoomas Düstergespenster hatten ebenfalls nur geringe Erfolge zu verzeichnen. So kam er nicht weiter. Skooma durchsuchte noch einmal die Schlucht. Dabei stieß er tatsächlich auf einige Wächtergeister. Und nachdem er diese besiegt hatte, öffnete sich auch das Tor. Jetzt hatte sein Clannfear freie Bahn. Liche und Skelette fielen der geballten Kraft von schubsenden Echsen und zauberndem Khajiit zum Opfer, dass es eine wahre Freude war. Skooma drehte richtig auf. Das erste Haus fiel in seine Pfoten, der Wehrgang, das zweite Haus ... Eine Spur aus Knochenmehl und zu Bruch gegangenen zeichnete seinen Weg nach.
Endlich stand er im Turmzimmer. Skooma gegenüber feilschte ein Totenbeschwörer um sein Leben. Er hatte sich doch nichts Böses dabei gedacht! Zombies waren höchst missverstandene Wesen, die auch ein Recht auf Anerkennung und Zuwendung hätten. Er, Ruhung, gab ihnen hier ein Zuhause und ... ok, ok, Skooma durfte die Zähne des Yatul gerne mitnehmen. Sie waren garantiert vollzählig und unbeschädigt. Ruhung legte sogar noch eine Schriftrolle drauf, die einen gewissen Nord für immer von seinen Ängsten befreien würde.
Das gab für Skooma den Ausschlag. Er willigte ein, ließ den jammernden Beschwörer am Leben und zog mit seiner Beute ab.
Wieder bei Thoralf probierte er den Zauber sogleich an seinem nichts ahnenden Mitstreiter aus. Thoralf quiekte wie eine Bretonin, deutete mit zitterndem Finger an Skooma vorbei und rannte davon. Toll, und nun? Skooma sah sich um. Zwei Zombies fielen über ihn her. Er konnte sie leicht besiegen, doch durch ihr fauliges Fleisch hatte er sich mal wieder diese eklige Astraldämpfe-Krankheit eingefangen. Das sollte ihm dieser elende, schmierige, verlogene, ...
Skooma hatte Pech. Der Totenbeschwörer hatte sich in seinem Turmzimmer dermaßen verbarrikadiert, dass Skooma schon den gesamten Turm hätte einreißen müssen, um seiner habhaft zuwerden. Er hätte schon Lust dazu, doch das würde zu lange dauern. Immer noch wütend machte er sich auf den Rückweg.
Thoralf jedoch holte er vor der Kaiserstadt nicht mehr ein.

391.Tag – Stufe 48

Auf dem ganzen Weg nach Bruma war Skooma lediglich zwei Wölfen begegnet. Er hatte sich nicht die Mühe gemacht, abzusteigen und sie zu töten. Schattenschnute hatte die Tiere schnell abgehängt. Aber auch in Bruma war nichts los. Bei Olfand verkaufte Skooma etliche Lichstäbe und sonstige Kleinigkeiten, dann ging er noch ins Schloss, wo er Helgarth traf. Die Gräfin war noch unpässlich. Deshalb musste der Nord als Gesellschafter herhalten. Skooma quatschte so lange auf ihn ein, bis er Helgarths komplette Lebensgeschichte erfahren hatte. Es war schon hart, was er erfuhr, und traurig. Helgarth hatte ziemliches Pech in seiner Jugend gehabt. Doch Skooma wäre nicht er selbst, wenn er nicht versucht hätte, für seinen Kumpel die Dinge zu regeln. Sicher war da noch was zu machen. Er überredete Helgarth, mit ihm zusammen zu seinem Heimatdorf zu reisen.
Sie überquerten ein paar Pässe und kamen nach Ewigkeiten der Kletterei im verschneiten Bergdorf an. Alles war ruhig ... zu ruhig ... und zu kalt! Eine tödliche Frostwolke hatte sich mitten im Ort manifestiert und alles eingefroren. Lediglich die Tür zur Großen Halle ließ sich noch öffnen, doch auch dort gab es nichts außer Eiszapfen und Raureif an den Wänden. Was war hier passiert?
Helgarth führte Skooma zu einer nahen Höhle, in der sie den Eisriesen Rininhgdykt fanden. Das sah nicht gut aus für Helgarths Clan. Angefressene tiefgefrorene Leichen lagen in der Höhle herum, und obwohl sie Rininhgdykt schnell besiegt hatten, war die Hilfe für das Dorf zu spät gekommen. Stumm kehrten sie nach Bruma zurück.

392.Tag – Stufe 48

Trotz aller Überzeugungskünste hatte Skooma den halben Vormittag gebraucht, um Helgarth davon zu überzeugen, dass der Untergang seines Clans nicht seine Schuld war ... jedenfalls nicht NUR seine Schuld. Nur mäßig zufrieden ritt er wieder zur Ordensburg.
Thoralf war ebenfalls wieder eingetroffen. Er hatte mit der Gräfin geredet und war von seiner Schuld freigesprochen worden. Das war ja interessant! Die Gräfin lag sterbenskrank im Bett, hatte keine Zeit für Skooma aber sich mit Thoralf unterhalten? Irgend etwas machte er falsch!
Er ging zu Pelagius, nur um zu hören, dass die Krypta auf ihn wartete. Etwas frustriert nahm sich Skooma eine Silbervase vom Regal und trat sie in die Wand. Dann fühlte er sich besser.
Im Hof wartete Sorla, vielleicht hatte auch sie Probleme, die er noch vor der Krypta lösen konnte? Doch wie schon so oft biss er bei der Dunkelelfe auf Granit. „Vielleicht sei Ihr nicht mutig sondern einfach nur selbstmordgefährdet?“, musste er sich sagen lassen. Und als Sorla ihm noch „E Mephala de alan – war nur’n Spaß“ nachrief, war er nahe daran, sich in den eigenen Schwanz zu beißen.
Dann eben die Krypta. Da würde er wenigstens seine Ruhe haben.
Gut, ganz so ruhig war es dort auch wieder nicht. Allenthalben war Gestöhne und Geknurre zu hören. Grausige Schreie und das Klappern von Sarkophagdeckeln rundeten die Stimmung ab. Wenigstens gab es genügend Kohlebecken in den Räumen, so dass er nicht permanent seine Lichtzauber aufrecht erhalten musste.
Die Räume waren größer als gedacht, und vor allem verwinkelter. Skooma fand etliche Särge, die lohnenswerte Grabbeigaben enthielten. Bald schon stieß er auf seinen ersten Gegner, ein Panzerskelett. Es gab relativ viele davon hier unten, doch sie waren nicht sehr gefährlich. Mit seinem Schild blockte er die Schwertstreiche mühelos ab, während er sie mit drei bis vier Blitzen hinrichtete. Der Ghul, eine Etage tiefer, hatte schon ein anderes Kaliber. Bereits im Hohetempel von Ash’uhn hatte er Bekanntschaft mit diesen zähen und starken Biestern machen müssen.
Weiter stromerte er durch die Gänge. Er entdeckte Pelagius’ Labor inklusive Geheimraum, zu dem sogar der gefundene Schlüssel passte, fand weitere versteckte Räume und stand schließlich vor dem Grab von Illumae. Sechs Schalter ragten aus der Wand. Er war sich sicher, dass sie in einer bestimmten Reihenfolge betätigt werden mussten, nur in welcher? Zwei Stunden später hatte er die Lösung. Eine Schriftrolle verzeichnete erfreulicherweise die genaue Kombination. Es war immer gut, dass auch die Erbauer der Krypta ein schwaches Gedächtnis zu haben schienen.
Nachdem er die Schalter betätigt hatte, senkte sich die Grabplatte langsam ab.

393.Tag – Stufe 48

Diese technischen Raffinessen fand Skooma jedes Mal faszinierend. Sich fortzubewegen obwohl man stand (oder in seinem fall auf der Stelle hopste) war schon ein eigenartiges Gefühl. Bisher hatte er es nur in Mafalas Reich in einigen Gräbern kennen gelernt. Konnte es sein, dass auch hier seine „Daedrafreundin“ ihre Klauen im Spiel hatte? So abwegig fand er den Gedanken gar nicht.
Bald war es jedoch mit der ruhigen Besinnlichkeit vorbei. Skooma verbrachte den Tag damit, gegen ein ganzen Ghulnest zu kämpfen, auch ein Berserker war darunter. Zum Glück konnte er sich immer wieder irgendwo verstecken, gedeckt von seinen beschworenen Kreaturen, sich selbst heilen und dann erneut angreifen. Er erlegte sie alle. Etwas später fand er noch das Gedicht eines Ritters. Skooma nahm es mit. Er würde er Relius unter die Nase halten, um ihm zu zeigen, wie echte Poesie auszusehen hatte. Hoffentlich ärgerte der sich ...

394.Tag – Stufe 48

Immer tiefer ging es hinab. Skooma entzündete jedes Kohlebecken, nur um etwas die Orientierung zu behalten. Ohne diese Hilfe hätte er längst nicht mehr sagen können, ob er den betreffenden Raum schon einmal betreten hatte oder noch nicht.
Wieder fand er eine merkwürdige Tür. Flammen umloderten sie und mahnten zur besonderen Vorsicht. Aber sie machten die Tür auch erst interessant. Na, ein kräftiger Frostzauber würde die Sache schon klären. Skooma konzentrierte sich. Dreimal kurz hintereinander sprach er den Zauber „Eisböe“ auf die Tür. Es passierte nichts! Dabei war „Eisböe“ der stärkste Frostzauber, den man im Kaiserreich erlernen konnte. Das konnte einfach nicht sein. Nacheinander probierte er weitere starke Zauber aus, versuchte die Tür telekinetisch zu öffnen, mit Blitzschlägen zu zertrümmern und sogar Feuer mit Feuer zu bekämpfen. Nichts klappte. Resigniert wandte er sich ab.
Etwas später fand er sich in einer hohen Halle wieder. Die gegenüberliegende Seite wurde von einer überdimensionalen Holztür eingenommen, die sich logischerweise nicht öffnen ließ. Dafür erschienen Panzerskelette. Sie kamen zu viert. Obwohl sie einzeln leicht zu besiegen waren, machten diese Konzentration und der Umstand, dass sie gut zusammenarbeiteten, Skooma doch mächtig zu schaffen. Aber schließlich war auch das erledigt und mit den Todeszuckungen des letzten Skeletts schwang die Tür auf. Skooma hatte den Schrein gefunden.
Drei Gänge zweigten von hier ab, doch alle waren verriegelt. Auch die Feuerschalen schienen blockiert zu sein, denn obwohl sie genügend trockene Kohlen enthielten, ließen sie sich nicht entzünden, nicht einmal magisch. Das Auffallendste aber das Zentrum des kreisrunden Schreins. Ein blaues magisches Leuchten schwebte über dem Boden. Skooma entdeckte lediglich noch einen Stein mit einem Schlitz darin. Es sah wie die Vorrichtung für irgendeine Schaltung aus. Vielleicht konnte man damit etwas aktivieren? Er probierte alles aus, was er bei sich trug. Zum Schluss war sich Skooma sicher, dass es ein Schwert sein musste. Doch keine seiner Waffen, auch nicht die Ebenholzklinge, die ja immerhin ein Geschenk Mafalas war, hatte gepasst. Er würde eben weiter suchen müssen. Möglicherweise hatte er ja einen Raum hier unten übersehen.
Damit begann er den Rückweg. Lange entdeckte er nichts. Lediglich ein weiteres Panzerskelett kam ihm in die Quere und büßte das sofort. Mittlerweile kam Skooma mit seinem Schild immer besser zurecht. Das machte wohl die viele Übung hier unten.
Dann betrat er einen Gang, den er bisher wirklich übersehen hatte. Er führte in einen einzelnen, etwa kreuzförmigen Raum voller Statuen. Steintafeln zu ihren Füßen kündeten von deren hervorstechendsten Eigenschaften. Es war teilweise ganz lustig, das zu lesen. Passend dazu folgten gleich drei Rätselaufgaben, die er problemlos beantworten konnte. Und dann ... öffnete sich der Sarkophag in der Mitte des Raumes und ein Lich erhob sich daraus. Skooma war unsichtbar, bevor der Untote ganz aus seiner Kiste geklettert war. Er zeigte dem Lich die Krallen – bildlich gesprochen, denn dieser bekam bis zu seinem endgültigen Ableben nicht mit, wer ihn da schlug und kratzte.
Die Belohnung war wieder mal ein Schwert. Er steckte es ein.
Fast eine weitere Stund später atmete Skooma erleichtert die würzige Luft der Berge. Er hatte den Ausgang wiedergefunden. Seine erste Ruhmestat war, Relius das gefundene Gedicht zu überreichen. Der las es sich durch, nickte leicht (anerkennend?) mit dem Kopf und begann zu überlegen, was man aus dieser „Vorlage“ alles machen könnte. Skooma gab es auf.
Er stattete Pelagius einen weiteren Besuch ab. doch der zuckte bei der Erwähnung der Flammentür nur mit den Schultern. Sie hatte ihn wohl nie interessiert.
Zum Schluss ging er noch auf die Suche nach dem Schild aus Pelagius’ Aufzeichnungen. Er fand zwar den Geheimraum, doch der war leer bis auf einen weiteren Hebel am Boden. Skooma probierte ihn aus, bekam aber nicht heraus, wozu er gut war. Es wurde Zeit, wieder etwas Abstand zu gewinnen. Noch am gleichen Abend ritt er nach Cheydinhal, wo Skooma in seinem Haus nach dem rechten sah und übernachtete.

395.Tag – Stufe 48

Am nächsten morgen klapperte Skooma alle wichtigen Stationen des Städtchens ab. Er betrat die Zuflucht der Dunklen Bruderschaft, um Arquen die Befehle der Mutter der Nacht zu überbringen. Dann suchte er (quasi als guter gläubiger Städter) die Kapelle auf. Er bettete am Schrein, machte die Runde der kleiner Altäre, wo ihm erstaunlicherweise nur Mara nicht gewogen war, und sprach mit Gruiand Garrana. Später traf er Burz gro-Khash an dessen Lieblingsplatz auf der Insel, besuchte die Magiergilde und schaute in Borbas Laden vorbei.
Als er alles erledigt hatte, ritt er gemächlich die Straße zur Kaiserstadt entlang. Dummerweise begann es gerade jetzt zu regnen, was ihm ziemlich die Laune verdarb. Drei Banditen und ein Minotaurenfürst hatten das auszubaden. Zur falschen Zeit am falschen Ort, dachte sich Skooma nur.
In der Kaiserstadt besuchte er nur Palonirya. In letzter Zeit war sie fast die einzige, die bereit und fähig war, Skooma noch etwas beizubringen.
Weiter ging es nach Bruma.
Auch Helvius Cecia ließ sich zu einer Unterrichtsstunde überreden, dann war Schluss. Skooma erhielt wieder keine Audienz bei der noch immer geschwächten Gräfin - und begann das persönlich zu nehmen – und kehrte dann zur Ordensburg zurück. Es war Zeit, endlich die Ritter-Geister in der Krypta zu erlösen, so wie es ihm Pelagius aufgetragen hatte. Doch dazu musste er sie erst einmal finden.
Den Weg bis zum Schrein fand er diesmal schneller. Und dann stand er wieder inmitten des blauen Leuchtens vor dem Stein. Ein Schwert hatte er noch nicht ausprobiert. Skooma hatte sehr darauf geachtet, es nicht aus Versehen an Borba zu verkaufen. Wäre doch zu blöd, den ganzen Weg noch einmal machen zu müssen. Er zielte kurz und trieb das Schwert dann kraftvoll in den Stein. Es knirschte. Doch das Geräusch kam nicht vom Schwert, sondern von einem Fallgitter, welches nach oben fuhr. Der erste Durchgang war frei.
Skooma stand in einem winzigen Raum, den ein Altar zur Hälfte ausfüllte. Eine Schriftrolle lag daneben, die noch gut erhalten war. Wenn nur der Schreiber nicht so gekrakelt hätte. Skooma konnte kaum etwas lesen. Lediglich etwas von Essenz und Zeremonienschädel entzifferte er. Zeremonienschädel? Wie gut, dass er einen davon einstecken hatte. Er legte den Schädel behutsam auf den Altar und wartete.
Eigentlich hatte er damit gerechnet, dass ohne die entsprechende Beschwörung nichts passieren würde. Doch da irrte er sich. Der Schädel legte sich einfach in Luft auf. Und das folgende Quietschen einer großen Tür jagte Skooma einen eisigen Schauer den Rücken hinunter. Bitte nicht! Schnell rannte er zum Schrein, nur um zu sehen, wie das große Tor zufiel. Trotzdem rannte er hin und trommelte mit den Fäusten dagegen bis ... er durch das Tor hindurch fiel und in einer fremden Welt landete.


"Die Toten existieren um die Lebenden zu nähren." Eola
  28.04.2011, 11:09
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396.Tag – Stufe 49

Dass er sich nicht mehr in der Krypta tief unter der Erde befand, bemerkte er sofort. Tageslicht flutete in einen bodenlos scheinenden Krater. Und auch wenn es von weit oben kam, tat der Anblick gut. In der Mitte des Kraters, etwas unter ihm, bemerkte Skooma einen Altar und daneben etwas, das wie ein Teleporter aussah. Aber wie dahin gelangen? Über den Abgrund zu springen traute er sich nicht. Sicher, es war nicht sehr weit, dafür aber umso tiefer und schreckte irgendwie ab. Falls er auf halbem Wege gegen eine magische Barriere knallte, war’s das. Da suchte er sich lieber einen anderen Weg.
Er fand ihn auch, obwohl dieser „Weg“ fast genauso unangenehm zu gehen war. Eng an die zerklüftete Kraterwand gepresst wanden sich Mauerreste in die Höhe. Auf diesen schmalen Steinen zu klettern und zu balancieren war die einzige Möglichkeit weiter zu kommen. Nur dumm, dass Skooma nicht schwindelfrei war. Zeitweise auf dem Bauch liegend robbte er vorwärts, immer darauf bedacht, ja nicht nach unter zu blicken. Manchmal hatte er auch Glück und konnte eine Strecke über normale Treppen laufen. An einer dieser Stellen stieß er auf Seelenkobolde. Sie sahen den Flatterwesen aus den Höhlen Cyrodiils ähnlich, waren jedoch durchscheinend und eventuell etwas kleiner. Was sie an Tricks drauf hatten, wollte er lieber gar nicht wissen. Skooma schoss sie ab, bevor sie ihm zu nahe kamen.
Der Weg endete vor einer Säule, um die vier Geistergestalten in andächtige Trance versunken saßen. Vorsichtig berührte er die erste von ihnen. Mit einem erleichterten Seufzer löste sich die Gestalt auf. Das war ja einfach! Sollte das eine der Seelen sein, die er zu erlösen hatte? Wenn ja, dann schickte er die anderen drei hinterher und die Aufgabe war erfüllt.
Natürlich kam es anders als er dachte. Bereits der zweite Geist stöhnte keinesfalls erlöst auf. Er griff an. Skooma bekam zu spüren, welch gute Nahkämpfer Geister sein konnten. Hier musste er auf die harte Tour durch. Mit Hilfe von satten Stromstößen bekam er sein Geisterproblem in den Griff. Leider wiederholte sich das Spiel auch mit der dritten und vierten Gestalt. Doch als er fertig war, leuchtete eine Teleporter-Fläche neben ihm auf. Immerhin besser als laufen! Den Weg zurück an den Abgründen vorbei hätte er sich wohl kaum getraut.
Die Gegend ähnelte dem Ausgangspunkt seiner vorigen Klettertour stark. Das sollte wohl bedeuten, dass sein Auftrag noch nicht erfüllt war. Schicksalsergeben marschierte er los. Wieder hatte er zu klettern. Doch diesmal führte ein Abschnitt des Weges durch eine Grotte. Sie war zwar nicht bewohnt, doch den dort installierten Fallen entkam er nur knapp. Und dann ging es wieder los. Eine neue Säule, vier neue Geister, von denen drei handgreiflich wurden und einer erlöst. Skooma ließ sich diesmal von seinem Clannfear unterstützen, nutzte dann den Teleporter und befand sich am Anfang des nächsten Wegeabschnittes.
Auch hier hielt er auf die in der Ferne sichtbare Säule zu, räumte ein paar Kobolde ab und trat den vier Geistern gegenüber.
Das schien es gewesen zu sein. Skooma suchte den Weg zurück. Auf der zentralen Plattform begegnete er den drei erlösten, oder FAST erlösten, Seelen. Jede von ihnen überreichte ihm ein Geschenk. Eine Kriegsaxt mit Seelenfalle war darunter, mehrere starke Tränke und der Ring der Drachenstärke, der auch mit zwei Schutzzaubern ausgestattet war. Wartend sahen ihn die Seelen an, blickten dann auf den Altar.
Auch so, die endgültige Erlösung stand noch aus. Skooma trat an den Altar und berührte ihn nur ganz leicht. Wirklich! Er wollte ihn nicht kaputt machen! Doch der Altarstein brach entzwei. Für die Seelen schien das die gewünschte Erlösung zu bringen. Für Skooma jedoch sah es schlechter aus. Wieder einmal erscholl die Stimme Mafalas.
Skampdreck! Schon zum dritten Mal nach dem Hohetempel und der Pyramide wollte ihm Maffi ans Leder. Dabei musste langsam auch der dümmste aller Daedra begriffen haben, dass man Skooma nicht irgendwo einsperren konnte. Und schon gar nicht in einem sogenannten Seelenkrater.
„Meine Rache wird fürchterlich sein ... bla bla.“ Den Standardspruch aller Bösewichter kannte er zur Genüge. Wenn wenigstens Mafala selbst erschienen wäre, um sich ihre Tracht Prügel abzuholen. Aber nein, sie schickte wieder einen ihrer Abgesandten. Der sollte Skoomas Seele hier in eine Säule quetschen. Nun gut, doch dafür musste er ihn erst einmal finden.
Während der Abgesandte noch suchend auf der Plattform hin und her rannte, war Skooma bereits an der großen Holztür, trat hindurch und landete wieder am Schrein der Krypta. Das wäre geschafft.
Das blaue Leuchten war erloschen. Wieder was kaputt gekriegt. Skooma war nicht überrascht. Kurz darauf erschien ihm ein weiterer Geist. Wenn Skooma sich richtig erinnerte, dann musste das einer seiner Vorgänger als Cyrodiilmeister sein. Sie unterhielten sich eine Weile, dann öffnete ihm der Geist bereitwillig die Schatzkammer, die aber nur etwas Riesenwurmblut und Band eins der Leichen-Buchreihe enthielt. Der ebenfalls geöffnete Teleporterraum brachte ihn dann direkt in den Hof der Ordensburg zurück.
Skooma suchte sich als erstes ein Bett.

397.Tag – Stufe 49

Diesmal fand Skooma den Exkaiser nicht gemütlich am Kamin sitzend vor. Er stand vor einem Regal und las ein Buch. Diese hektische Geschäftigkeit am frühen Morgen fand Skooma schon beeindruckend. Sogleich berichtete er auch detailliert von seinen Erlebnissen in der Krypta. Logischerweise schmückte er einige Stellen noch etwas aus, so zum Beispiel den Berserker-Ghul, der auf einmal mindestens zwanzig Fuß groß gewesen war. Leider zeigte Pelagius nicht die gewünschte Reaktion. Ungerührt mahnte er Skooma, dass es Zeit wurde, das Schwert zusammenzusetzen. Ja aber wie ...?
Pelagius hatte herausgefunden, wo die Klinge von Tyrfing zu suchen war. Tatsächlich hatte sie die Ordensburg nie verlassen, nicht direkt jedenfalls. Sie war tief nach unten in die Katakomben gebracht worden und wurde sicher immer noch gut bewacht. Skooma nahm das Tagebuch des Nekromanten Valen Telvanni und las selbst. Oha! Wenn das stimmte, was dort stand, dann hatten sie gegen eine ganze Armee untoter Nordkrieger zu kämpfen ...
Gerade als sie aufbrechen wollten, trat Helgarth durch die Tür. „Ich werde Euch begleiten“, verkündete er und machte deutlich, dass er sich durch nichts von diesem Entschluss abbringen lassen würde. Auch die Gräfin war wohl auf dem Wege der Besserung und mit seiner Entscheidung einverstanden. Skooma nicht. Lange redete er auf den sturen Ritter ein. Warum konnte er nicht allein gehen? Immerhin hatte Skooma viel Erfahrung mit Einzeleinsätzen, war durch Tyrfings Knauf vor Mafalas Magie relativ gut geschützt und konnte sich im Ernstfall schnell unsichtbar machen. Zumindest die beiden letzten Argumente trafen auf Helgarth nicht zu. Und außerdem, auch Pelagius wollte mit. Reichte es nicht, dass Skooma schon auf den Kuttenträger aufpassen musste?
Alles Reden hatte nicht geholfen. Zu dritt betraten sie die Katakomben der Burg, wobei Pelagius den Durchgang hinter ihnen sorgfältig magisch verriegelte. Als Ortskundiger ging er auch vor. Nichts lebte hier mehr, keine Ratte, keine Spinne, kein Untoter war anzutreffen. Nur einige harmlose Skelette lagen in den aufgebrochenen Gefängniszellen herum. Dafür mussten sie umso mehr auf den Weg achten. Die Pfade waren oft schmal, glitschig und nahe an Abgründen. Helgarth schepperte in seiner schweren Plattenrüstung hinter ihnen her, uns Skooma fragte sich, was passieren würde, wenn der Ritter ausrutschte und sich Halt suchend an ihn klammerte.
Nach weiteren Windungen endete der Gang vor einem vermauerten Torbogen. Ein Schutzbann lag darauf, so dass der Versuch ihn aufzubrechen kläglich misslang. Pelagius blieb ruhig. Er würde den Bann brechen können. Lediglich eine einzige Zutat brauchte er für seinen Zauber, Tiefenpilze, wie sie hier überall wuchsen. Die beiden Ritter sollten sich mal nützlich machen und ihm fünf Pilze besorgen.
Und damit begann der Nachmittag, welcher komplett mit einer ausgedehnten Pilzsuche kreuz und quer durch dunkle Gänge ausgefüllt war. Als sie das Zeug endlich abliefern konnten (Helgarth war ihm die ganze Zeit nur nachgelaufen ohne einen einzigen Pilz beizusteuern), konnte Pelagius den Bann brechen. Trotzdem gönnten sie sich etwas Ruhe, bevor sie in den wahrscheinlich gefährlicheren Teil der Tunnel aufbrachen.

398.Tag – Stufe 49

Blankes Eis bildete Wände, Decke und Boden der folgenden Gänge. Helgarth bezeichnete es als Stalhrim. Es war den nord heilig und es schien das größte Vorkommen zu sein, dass er jemals gesehen hatte. Staunend folgte er den beiden bis sie durch kleinwüchsige hässliche Kreaturen abgelenkt wurden. Draugrs! Auch sie gehörten zur Standardausrüstung uralter Nordgräber. Wie Skooma einmal gelesen zu haben glaubte, handelte es sich um untote Berserker. Dafür waren sie etwas mickrig geraten und nach seinem Geschmack auch zu schwach. Zügig kam der kleine Trupp weiter vorwärts.
Sie erreichten die im Tagebuch beschriebene Eisbrücke. Skooma zog sich hier schnell um, obwohl ihm die Kälte dabei mächtig ins Fell fuhr. Nord müsste man sein, denen machte der Frost nichts aus ... oder lieber doch nicht.
Es folgte ein weiterer kurzer Stollen, der in eine kreisrunde Eishöhle führte. Den Mittelpunkt bildete ein Altar, welcher von vier Toren aus grob behauenen Steinblöcken eingerahmt wurde. Und auf dem Altar steckte ein langer schmaler Gegenstand. Klinge gefunden!
Pelagius drängelte sich jetzt vor. Er forderte von Skooma Tyrfings Knauf und Griff, um das Schwert zusammen zu setzen. Skooma gab die Teile nicht gern aus der Pfote, doch da er keine Ahnung davon hatte, wie er sie ohne Schmiedefeuer miteinander verbinden sollte, händigte er sie aus. „Schnell. Wenn das Schwert wieder vollständig ist, wird Mephala wissen, wo wir sind.“ Diese Worte aus Pelagius’ Mund klangen nicht sehr beruhigend ... und der gierige Blick in dessen Augen war es auch nicht. Als Skooma das fertige Schwert wieder bekam, war bereits Lärm aus dem einzigen Zugangstunnel zu hören. Schnell peppte er Tyrfing noch etwas auf, vergiftete die Klinge und erneuerte seine Unsichtbarkeit. Von ihm aus konnte es losgehen. Auch Pelagius schien der Meinung zu sein, denn er beschwor gerade einen Lich herauf. Gut, Skooma konterte mit einer verstörten Klapperscheuche. Die hatte er lange nicht mehr gerufen. Dann kamen sie herein gestürmt. Den Anfang machten einige untote Nordkrieger und Panzerskelette, gefolgt von Abgesandten Mafalas. Skooma war dieser Sorte Daedra schon in der Pyramide und im Seelenkrater begegnet und wusste, dass sie schwer zu besiegen waren. Doch es gelang. Tyrfing schaffte, was keine Waffe vorher vermocht hatte. Die Abgesandten waren besiegbar.
Skooma hatte kaum Zeit, sich um Helgarth oder Pelagius zu kümmern. Vereinzelte Rufe der beiden sagten ihm, dass sie gut allein klar kamen. Er selbst hatte sich in den schmalen Gang zurückgezogen. Hier zwischen den engen Wänden metzelte er Daedroth um Daedroth nieder bis es still wurde. Skoomas Arme schmerzten wie schon lange nicht mehr. Auch Helgarth sah nicht gut aus. Doch Skooma heilte ihn mittels seiner Magie vollständig, sich selbst natürlich auch, obgleich er weitaus weniger abbekommen hatte. Nach einer kurzen Verschnaufpause kehrte er in die Halle zu Pelagius zurück. Auch hier lagen nur noch Knochen auf dem Boden herum. Sie hatten ganze Arbeit geleistet. „Tun mir leid, Mafala“, dachte sich Skooma, „aber du hast ja nicht mit dir reden lassen.“
Während er bei den Toten nach Verwertbarem suchte, erhellte plötzlich ein Blitz die Höhle. Mafala? Nein, er hatte sich geirrt. Der Blitz war aus dem Gang gekommen, vor dem jetzt hohnlachend Pelagius stand. Und Helgarth? So ein Skampdreck! Pelagius hatte seinen Begleiter kaltblütig abgemurkst und zeigte jetzt sein wahres Gesicht. Was hatte Skooma denn geglaubt? Dass jemand, der die Macht genossen hatte, freiwillig darauf verzichtete? Nein, Pelagius gierte nach mehr, nach der Macht eines Gottes. Ihm war es zu verdanken, dass Mafala sauer auf den Ritterorden war. Ihm war es zu verdanken, dass Skooma in diesen Schlamassel hereingerutscht war. Und nun hatte er sogar vor, Skooma zu töten, um mit Tyrfings Hilfe die volle Macht eines Daedraprinzen zu erlangen ... Da hatte auch Skooma noch ein Wörtchen mitzureden. Noch hielt er das Schwert fest in seinen Pfoten. Pelagius hätte lieber den mund nicht so voll nehmen sollen. Skoomas Konturen verwischten, als er sich seinem neuen Gegner näherte. Und dann schlug er zu. Immer und immer wieder. Er legte seinen gesamten angestauten Ärger in diese Schwerthiebe und machte damit dem untoten Dasein des ehemaligen Kaisers ein Ende.
Als er den Kadaver durchsuchte, fiel ihm ein Zettel in die Pfote. Es war ein neuer Hinweis auf den Schild, der wohl mit anderen Kostbarkeiten zusammen in Mafalas Bam gebracht worden war. Gut, wenn er jemals wieder einen Weg dahin finden würde, könnte er ja mal nachschauen.
Den Weg zurück ging er allein. Er hatte überlegt, Helgarths Leiche mitzunehmen, um ihn auf dem Burgfriedhof zu bestatten. Doch welchen würdigeren Begräbnisort für einen Nord konnte es geben, als eine Höhle voller Stalhrim? So ließ er ihn dort zurück.
Im Burghof wurde er von den anderen vier Rittern empfangen, denen er alles erzählte. Anschließend schickte er sie zur Kaiserstadt. Falls Mafala dort auftauchte, und davon war Skooma überzeugt, sollten sie versuchen, die Daedroth aufzuhalten bis er kam. Skooma selbst ritt schnellstens nach Bruma. Er musste unbedingt die Gräfin sprechen.

399.Tag – Stufe 49

Skooma stand sich im Thronsaal die Beine in den Bauch. Zwei Runden hatte er mittlerweile durch alle Gemächer gedreht, war öfters von den Bediensteten wegen angeblichen Einbruchs angegriffen worden, hatte das aber immer ohne Blutvergießen klären können. Narina Carvain hatte er trotzdem nicht gefunden. Offenbar wusste auch niemand, wo sie sich gerade aufhielt. Es war wieder typisch. Immer wenn er es eilig hatte, waren die hohen Herrschaften nicht auffindbar.
Er verließ das Schloss, um sich in der Stadt umzusehen. Wäre er nur gleich auf die Idee gekommen! Die Gräfin hielt sich schon seit Stunden in der Kapelle auf, wo sie inbrünstig am Schrein des Talos betete. Skooma trat still neben sie und wartete.
Es fiel ihm schwer, Narina die traurige Nachricht vom Tod Helgarths zu überbringen, wo sie ihn doch so gemocht hatte, wahrscheinlich nicht nur als Leibwächter. Dass auch Pelagius tot war, tröstete sie nur wenig darüber hinweg. Und dann das Schwierigste. Er musste sie davon überzeugen, dass sie die nächste Kaiserin werden sollte. Dieses Gespräch artete in harte Arbeit aus. Immer wieder „pilgerte“ sie zum Schrein, um Talos um seinen Beistand anzurufen. Endlich, nach langer mühevoller Überzeugungsarbeit, gab sie sich geschlagen. Er hatte ja recht. Wenn das Schicksal ihr diese Bürde auferlegen wollte, so konnte sie sich nicht dagegen wehren. Auch wenn sie Angst davor hatte, dieser Aufgabe nicht gewachsen zu sein.
Gemeinsam mit ihrem Leibwächter verließen sie die Kapelle, um zur Kaiserstadt zu reisen. Jedoch zu Skoomas Erstaunen schlugen sie nicht den Weg zu den Ställen ein. „Lasst uns den Teleporter der Magiergilde nutzen“, sagte sie nur auf Skoomas stumme Frage. Den WAS???
Warum bei allen Aedra wusste er als amtierender Erzmagier nichts von einem Teleporter? Und außerdem kannte Skooma die Räume der Magiergilde. Er hätte so etwas doch sehen müssen, oder?
Sie betraten einen Kellerschacht hinter dem Gildenhaus. Das erklärte einiges. Einige dunkle Gänge weiter durchschritten sie das Portal, um direkt im Tempelbezirk der Kaiserstadt inmitten seiner versammelten Ritter zu landen. Prima Technik, auch wenn er selbst den Ausgang eher in der Geheimen Universität vermutet hätte. Aber zum Wundern blieb keine Zeit. Ein Sandsturm zog auf! Hier mitten in der Stadt. Schattenspinnen tauchten plötzlich auf und Skooma wusste, das er so schnell wie möglich den Tempel erreichen musste. Gemeinsam mit Narina betrat er das, was vom einstigen prächtigen Bauwerk noch übrig war. Auch hier drinnen tobte der Sturm. Abgesandte Mafalas erschienen, griffen aber noch nicht an. Dann ... stand Skooma plötzlich wieder in Bruma.
Was war hier geschehen? Nur durch die terrassenartige Anlage der Stadt erkannte Skooma, wo er war. Bruma war ein Friedhof. Zerstörte Häuser wohin er blickte, Sand, der durch die Gassen tobte, und Wüstenspinnen, die das wohl einzige verbliebene Leben hier darstellten. Sie ignorierten ihn, selbst dann noch, als er eine von ihnen direkt angriff, lief sie einfach weiter. Was wurde hier gespielt?
Skooma versuchte, an den meist verbarrikadierten Treppen vorbei zum Schloss zu gelangen. Als er die Stimme hinter sich hörte, wirbelte er herum. Skent! „Wollt Ihr es so weit kommen lassen?“, redete ihn Mafalas erster Diener an. „Ihr könnt uns nicht besiegen, wir sind Legionen ...“ Skooma ahnte, dass er recht damit hatte.
Er war am Portal des Schlosses angekommen. Es wimmelte hier von den Abgesandten. Und dann sah er SIE! Er hatte es immer gewusst. Die Überlieferungen seines Volkes sagten die Wahrheit. Mafala, die Stammesmutter war ein weiblichen Wesen, ihrer Stimme und der Darstellung ihrer unwissenden Diener zum Trotz! Aber warum hatte sich die große Katze rasiert?
Jetzt stand er vor der Wahl, was er machen sollte. Kämpfen? Oder lieber aufgeben? Noch gestern hätte er Tyrfing geschwungen, um Mafala für alle Unannehmlichkeiten, die ihm in den letzten Wochen widerfahren waren, büßen zu lassen. Doch war das wirklich richtig? Oder war Mafala nicht genau so ein Opfer von Pelagius’ und Ocatos Intrigen wie er selbst? Und sollte Daedraprinzen nicht besser gegen die Machenschaften der gewöhnlichen Sterblichen zusammenhalten? Skoomas Entscheidung stand fest. Mit einer Geste, die wahre Größe zeigte, kniete er vor seiner „Schwester“ nieder und überreichte ihr das Schwert. Mafala nahm es an, etwas überrascht, wie es schien. Doch dann nickte sie der Skoomakatze wohlwollend zu ... und Skooma fand sich im Tempel der Kaiserstadt wieder.
Der Sandsturm hatte sich gelegt, genauso schlagartig wie er gekommen war. Nur wenige kleinere Sandhäufchen zeugten davon, dass es ihn überhaupt gegeben hatte. Narina Carvain stand inmitten des Tempels und entzündete mit Hilfe ihres Amuletts die Drachenfeuer neu. Dann traten sie hinaus auf die Straße, wo eine jubelnde Menschenmenge die neue Kaiserin begrüßte ...
Stunden später saß Skooma auf dem Thron des Ordensmeisters in der Empfangshalle. In Gedanken hatte er die letzten Wochen noch einmal durchlebt und war ganz zufrieden mit sich. Er hatte richtig entschieden. Mafala das Schwert zu überlassen, hatte wahrscheinlich Hunderten Bewohnern Tamriels das Leben gerettet, auch wenn ihm das niemand glauben würde. Auch für Skooma selbst hatte sich die Zeit ausgezahlt. Viele seiner Fähigkeiten hatte er trainieren und verbessern können. Sowohl seine Waffen als auch die Magie beherrschte er inzwischen meisterhaft (na ja, mit einzelnen kleineren Abstrichen).
Um dem ganzen Trubel in den Straßen zu entgehen, hatte er sich gleich vom Tempel aus in den Magierturm zurückgezogen. Er hatte die Zeit genutzt, um sich neue Zauber zu basteln, die ihm bisher noch gefehlt hatten, Wiederherstellung von Glück und Charisma zum Beispiel. Auf seinen ganzen Wanderungen hatte er nämlich niemanden getroffen, der ihm diese Zauber beibringen konnte. Auch zwei starke Heilzauber waren mit herausgesprungen, einer für sich selbst und einer für Gefährten, die ihn begleiten würden. Sein letzter Heilzauber war definitiv zu schwach gewesen. Zu guter letzt hatte er noch einen Zauber erschaffen, den er klangvoll „Pestatem“ nannte. Er lähmte seine Gegner und entzog ihnen nebenbei noch Lebensenergie.
Dann war er noch bei Palonirya gewesen und saß jetzt hier. Nach und nach kamen seine Ritter herbei. Gewohnt forsch (Sorla) bis relativ kleinlaut (Thoralf) erkundigten sie sich nach ihrem Sold, den Skooma natürlich jedem sofort aushändigte. Während seiner Abwesenheit hatte sich die Kasse erfreulich gut gefüllt. Wenigstens das funktionierte hier einwandfrei.
Er nutzte die Gelegenheit, um sich mit dem ein oder anderen in Ruhe zu unterhalten. So kam es, dass Clagius ihm seine Geschichte erzählte. Es war mehr die Geschichte seiner Eltern und eines Schildes, der wohl die Familienehre symbolisierte. Aber egal. Skooma erfuhr, dass Clagius’ Vater vor vielen Jahren von Vampiren per Schiff entführt worden war. Seine äußerst wehrhafte Mutter hatte dann versucht, ihn zurückzuholen, war dann aber selbst verschollen. Es gab da nur das Gerücht über eine kleine Felseninsel in der Bucht von Anvil, die wegen ihrer Klippen und des beständigen Nebels von den Seefahrern gemieden wurde ...
Skooma nahm Clagius die Bierflasche weg, und noch am selben Abend brachen sie auf.

400.Tag – Stufe 49

Ha ha ha! Es musste ja so kommen, wenn zwei Landratten zu segeln versuchten. Clagius hatte stockbesoffen ihren Kahn auf die Klippen gesetzt, und Skooma konnte sich noch nicht einmal beschweren, da er statt selbst aufzupassen gepennt hatte. Nun war guter Rat teuer. Skooma nahm nicht an, dass in den nächsten Jahren hier ein Schiff nahe genug vorbei kommen würde, um sie aufzulesen. Sie mussten selbst sehen, wie sie von der Insel herunter kamen. Immerhin hatte er Hoffnung, dass die gesuchten Vampire auch über ein Boot verfügen würden, das sie zurück brachte. Sie mussten es nur in ihren Besitz bringen. Also los. Skooma suchte den nächsten Felsspalt, der breit genug aussah und kletterte an Land.
Sie hatten Glück – wenn man es so nennen konnte. Gleich der erste Weg war der richtige. Er brachte sie direkt zum wachhabenden Vampir-Bogenschützen. Skooma ließ lieber seine beschworenen Kreaturen für Ordnung sorgen, wurde aber immer wieder in die Kämpfe hinein gezogen. Auch Clagius hielt sich tapfer. Seite an Seite kämpften sie sich den schmalen Weg frei. Dann betraten sie die Höhle. Sechs oder sieben Vampire erwarteten sie hier. So schnell konnte Skooma nicht zählen. Unter ihnen war auch eine Magierin, die besonders verbissen kämpfte. Und dann ... „Ich bin es, Clagius ... ich will nicht gegen dich kämpfen, Mutter!“ Doch die Vampirin hörte nicht. Skooma blieb letztlich nichts anderes übrig, als sie mit einem finalen Blitzschlag für immer ruhig zu stellen. Er hätte vielleicht Erfolg mit seinem neuen Zauber gehabt, wenn Vampire nicht nahezu unempfindlich gegen Lähmung wären. Doch es war müßig, darüber nachzudenken. Erst einmal musste er Clagius trösten, der weinend neben der Leiche seiner eigentlich schon vor Jahren verstorbenen Mutter saß. Die Aufgaben eines Ordensmeisters waren schon hart.
Gemeinsam sammelten sie ein, was sich mitzunehmen lohnte. Clagius hatte den Schild seines Vaters zurück, und Skooma entdeckte zwei Teleportations-Schriftrollen. Dummerweise schienen diese der einzige Weg zu sein, die Insel wieder verlassen zu können. Auch wenn Clagius sich noch so sehr gegen diesen „magischen Unfug“ sträubte. Es half ihm nichts. Skooma nutzte seine Schriftrolle, um zu verschwinden und Clagius musste eben mit.
Sie landeten in einer Ayleiden-Ruine. Na, mal was anderes! Schon gingen die Kämpfe wieder los, da Skooma beinahe auf einem Vampir materialisiert wäre. Er konnte den schlag des Kriegshammers gerade noch ausweichen. Clagius hinter ihm leider nicht, doch auch dem Vampir blieb keine Zeit, sich über den Treffer zu freuen. Schnell hatten sie sich etwas Platz verschafft. Immer mit Skoomas starkem Lebenserkennungszauber sichernd bewegten sie sich durch mehrere Gänge. So langsam kamen Skooma die Ruinen bekannt vor. Hier war er schon mal. Als sie schließlich auf eine Galerie hinaustraten und sahen, wie die riesige Vampirquetsche neben ihnen einen ihrer Feinde pürierte, wusste Skooma mit Sicherheit, dass es sie nach Lipsand Tarn verschlagen hatte. Sie sprangen hinab, drückten sich an den beweglichen Steinquadern vorbei und waren draußen. Endlich geschafft. Und zu guter letzt überraschte Clagius ihn noch mit der Ankündigung in Zukunft nicht mehr trinken zu wollen. (Oder nicht mehr so viel.)
Kurz vor Ladenschluss erreichten sie Chorrol, wo sie auch übernachteten.

401.Tag – Stufe 49

Im Laufe des Vormittags waren sie in die Kaiserstadt zurückgekehrt. Skooma hatte im Ordenshaus einen Warenkatalog entdeckt und gleich erbarmungslos zugeschlagen. Es war auch ein Skandal, wie es hier aussah. Neben haufenweise Wandbehängen und Rüstungsständern bestellte er auch neue Trainingsgeräte und sogar ein Klavier für die Empfangshalle. Es war das Modernste, was an Musikinstrumenten zu bekommen war. Mit ziemlicher Sicherheit würde es niemand spielen können. Aber er hatte eines. Das zählte.
Wo er schon einmal bei Veränderungen war, hielt er es für nützlich, einen Außenposten errichten zu lassen. Weye bot sich dafür an, äußerst günstig an der wichtigsten Brücke gelegen. Und vor allem waren die Grundstückspreise dort noch erschwinglich.
Da es weiter nichts zu tun gab, ging Skooma mal wieder auf Reisen. In Skingrad war er lange nicht mehr gewesen. So sattelte er eines seiner Pferde und ritt gemächlich nach Westen. Skooma genoss die Natur, die herrlichen Wälder, die Oger und Dreughs, und natürlich den grandiosen Ausblick auf das Skingrader Schloss von der Westebene aus. Er umritt die Stadt, um direkt zu den Ställen zu gelangen. Ein einzelner Troll folgte ihm. Doch der wurde schnell Opfer von Reman Broders treffsicheren Pfeilen. Und genau zu diesem Mann hatte Skooma gewollt. Der Bogen war die einzige Waffe, die er immer noch nicht perfekt beherrschte. Reman war einer der besten Lehrer dafür, doch diesmal musste er passen. Auch Skooma war bereits so gut im Schießen, dass Reman ihm nur eine Person nennen konnte, die noch besser war, Alawen die Waldelfen-Jägerin. Sie sollte irgendwo östlich von Anvil und südlich von Kvatch anzutreffen sein. Er wünschte ihm viel Glück bei der Suche, und da es schon spät war, verabschiedete sich Skooma und suchte die Rosendornenhalle auf.

402.Tag – Stufe 49

Skooma stand bereits vor der Tür des Colovianischen Händlers, bevor Gunder aufschließen konnte. Sogleich stürmte er den Laden. „Einen Elfenbogen bitte!“ Aber Gunder schüttelte nur den Kopf. Waffen führte er eigentlich nicht in seinem Sortiment, nur das was er selbst aufkaufte, war zu haben. Schade. Um nicht völlig umsonst so früh ausgestanden zu sein, engagierte Skooma Eyja als Haushaltshilfe und investierte noch ein kleines Sümmchen in das Geschäft. Das nächste mal sollten aber Waffen da sein ...
Draußen hatte es zu regnen begonnen. Erst jetzt fiel ihm auf, dass das der erste Regen seit seiner Wüstentour war und er ihn eigentlich genießen sollte. Doch was war schon schön an einem nassen Fell? Skooma zog sich in Falanus Laden zurück, wo er sich mit der Dunmer lange und angeregt über Leichen unterhielt. Schließlich verfügten beide über einige Erfahrung auf diesem Gebiet.
Auch gegen Mittag regnete es noch. Skooma war trotzdem aufgebrochen. Wieder zu Pferd hatte er nach Remans Wegbeschreibung das Trolllicht-Lager gefunden. Als er dort ankam, rissen auch die Wolken wieder auf und wärmende Sonnenstrahlen brachen sich Bahn. Alawen saß am Feuer ihres kleinen Lagers, versonnen in einem Kessel mit Suppe rührend. Skooma stellte sich vor und kam gleich auf den Punkt. Würde sie ihm Unterricht erteilen? Er zahlte gut, daran sollte es nicht liegen, und Bogen und Pfeile hatte er auch dabei. Die Elfe betrachtete sich „Daedrazorn“ ... und rümpfte die Nase. Nein, damit nicht! Sie verwendete nur Bögen ihres Volkes. Daran mussten sich auch ihre Schüler halten.
Ja was, bei allen Wüstenspinnen, war denn schlecht an seinem verzauberten Daedrabogen? Er war handlich, stabil und hatte weit mehr Spannkraft als so ein Elfenbögchen. Zur Not konnte man damit sogar auf einen Gegner einschlagen, ohne dass er gleich zerbrach. Alawens weiterhin ablehnende Haltung beleidigte Skooma. Also gut, er würde schon bald einen Elfenbogen in seinen Pfoten halten. Dabei sah er verstohlen zu Alawens eigener Waffe hinüber.
Leider hatte sie aufgepasst, und er hatte es auch unsichtbar nicht geschafft, Alawen den Bogen zu stehlen. Im stillen bewunderte er sogar ihre Aufmerksamkeit. Die meisten hätten ihn gar nicht bemerkt.
So kam es, dass Skooma nach Anvil ritt, um sich sowohl bei Varel Morvayn als auch bei Norbert Lelles erfolglos nach Elfenbögen zu erkundigen. Beide hatten „Lieferschwierigkeiten“. Skooma seufzte. Na gut, dann musste er halt einigen Banditen einen Besuch abstatten. Mit etwas Glück hatten diese was er suchte. Er begann bei der Festung Strand. Aber schon bald wurde ihm klar, dass das nichts brachte. Auch die Banditen hatten aufgerüstet. Statt Elfenwaffen führten sie solidere aus Ebenholz oder daedrischer Herkunft.
Er ging nach Anvil zurück. Im Hafen traf er Varulae, die Altmer. Sollte das wahr sein? Seit einem halben Jahr jammerte sie nun wegen ihrer verlorenen Kristallkugel herum, und niemand hatte ihr bisher helfen wollen? Alles musste man selber machen! Skooma ließ sich den Schlüssel zur „Schlangenerweckung“ geben und trat ein. Bei seiner Unsichtbarkeit gaben die dortigen Gespenster gute Sparringspartner zum Nahkampftraining ab. Einen Geist nach dem anderen schlug er k.o., holte die Kugel und brachte sie Varulae zurück. Sie bedankte sich mit dem Säbel „Rote Welle“, der ganz nett war und demnächst das Geschäft eines Händlers zieren würde.
Auf dem Handelskahn „Clarabella“ nahm sich Skooma noch einmal des Piratenproblems an. Dann ging er nach Hause und legte sich in sein kuscheliges Bett.

403.Tag – Stufe 49

In der Nacht war Skooma eingefallen, dass er sicher noch selbst eine Elfenbogen besaß. Bei der toten Abenteurerin Alyssa in Düsterbau hatte er damals einen Bogen gefunden und, soweit er sich erinnern konnte, nicht verkauft. Ein kleiner Abstecher in sein Reich wäre auch eine willkommene Abwechslung.
Gerade verließ Skooma die Stadt, als ihm gegenüber des Tores ein neues Herrenhaus auffiel. Es sah prächtig aus. Sollte sich diese Farmerin aus Whitmond so verbessert haben? Jemand anders fiel ihm aber auch nicht ein. Und so siegte Skoomas Neugierde. Er klopfte an.
Niemand war daheim und die Tür nicht abgeschlossen. Skooma schüttelte den Kopf. So etwas machte man doch nicht. Das konnte Diebe anlocken.
Als er das Haus wieder verließ wusste er einiges mehr. Es gehörte einem Alchemisten namens Jerand Haled, von dem er aber bisher noch nie gehört hatte. Dieser Alchemist hatte (hatte!) hoch interessante Zutaten besessen, wie Harpyen-Organe und Histwurzeln, außerdem die Bücher „Weduf Karanaef“ und „Bakash tu Kib“. Beide waren daedrisch geschrieben, doch das war kein Problem. Skooma würde sie bei nächster Gelegenheit lesen.
Unsichtbar schlich er sich in die Schmiede des Schlosses zu Orrin. Die Wachen mochten es hier nicht, wenn man mit Gütern zweifelhafter Herkunft unterwegs war. Also verkaufte er die Fundsachen an seinen Hehler und kaufte sie danach sofort zurück. Er büßte zwar etwas Geld ein, doch nur wenig. Skooma war nicht umsonst Meister-Händler, und jetzt konnte er jedem Wachtmann ruhigen Gewissens versichern, dass er die Sachen legal erworben hatte.
Auch Orrin hatte keinen Bogen besessen. Doch das machte nichts. Skooma hatte sowieso vor, nach Osten zu reiten. Er passierte die Brinakreuz-Herberge, vermöbelte einen Oger und erreichte Gottshaw. Obwohl es bereits sehr spät war, brach er trotzdem nach dem Abendessen wieder auf. Er wollte heute noch Skingrad erreichen.
Skooma schaffte es nicht. Zuviel Viehzeug und Banditen hielten sich auf der Straße auf. Die Kämpfe waren nie schwer aber immer zeitraubend. Schließlich kehrte er auf halbem Wege in ein neu errichtetes Gasthaus ein, das den klingenden Namen „Zum lachenden Wildschwein“ trug. Nur ein stark angetrunkener Gast hielt sich in der Schankstube auf. Und der Wirt Bartuk. Skooma kaufte sich eine Flasche Bier, während er sich nach einem Nachtlager erkundigte. Es gab ein freies Zimmer, sogar extra billig. Skooma durfte sich nur nicht daran stören, dass der vorige Gast versucht hatte, sich umzubringen. Aber alle Blutflecke waren inzwischen beseitigt, versprochen. Na ja, so zart besaitet war er ja nicht. Skooma nahm das Zimmer.
Oben stellte er fest, dass Bartuk vermutlich ein blindes Zimmermädchen beschäftigte. Von wegen Blutflecke beseitigt. Eingetrocknet waren sie. Und was machte dieser Brief hier? Skooma las den Abschiedsbrief des verhinderten Selbstmörders und wurde immer aufgeregter. Er handelte davon, dass es einem Magier namens Kirim Var gelungen war, den Tod zu besiegen. Das musste er auch können! Gleich morgen würde er den Wirt mit seinen Fragen löchern.


"Die Toten existieren um die Lebenden zu nähren." Eola
  04.05.2011, 08:31
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404.Tag – Stufe 49

Es bedurfte kaum Überredungskunst, um dem Wirt Informationen zu seinen Gästen zu entlocken. Ein Ritter, Ludwig von irgendwas, hatte hier übernachtet, versucht sich wegen einer Weibergeschichte umzubringen und war von einem Magier gerettet und gesund gepflegt worden. Der Magier hieß Jerand Haled , war wohl aus Anvil oder Umgebung und gehörte der Gilde an. Mehr wusste Bartuk auch nicht. Doch das genügte Skooma schon. Jerand Haled. Ja, der Name sagte ihm was. Dass es ein Gildenmagier war, den er vor kurzem um einige Sachen erleichtert hatte, bereitete ihm allerdings einige Kopfschmerzen. Auch für den Erzmagier galt das Verbot, seine Brüder zu bestehlen. Aber vielleicht war Jerand ja noch gar nicht zu Hause gewesen und hatte den Verlust noch nicht bemerkt.
Skooma ritt, wieder mal im schönsten Regen, nach Anvil zurück. Das Haus in Whitmond stand so da, wie er es verlassen hatte. Niemand schien hier gewesen zu sein. Also suchte er die Gilde auf, um dort nach dem Magier zu fragen.
Er traf ihn selbst an, in einem Gespräch mit Thaurron vertieft. Zuerst wollte Jerand nichts von Kirim Var wissen. Das wäre dunkelste Schwarzmagie. Doch da Skooma den Brief ja bereits gelesen hatte, gab er nach.
Kirim Var war einst ein mächtiger Magier. Er schaffte etwas, das bis dahin und auch später niemandem gelungen war. Er konnte Tote ins Leben zurück rufen, indem er deren Seele aus Oblivion holte, nicht so ein Totenbeschwörer-Firlefanz.
„Cool! Will auch können ...“
Bevor sie jedoch ihre Unterhaltung fortsetzen konnten, betrat die Stadtwache die Gildenhalle und hielt direkt auf sie zu. Oh oh, hatte Jerand etwa doch etwas bemerkt?
Darum ging es nicht. Beide wurden höflich gebeten, sofort zum Gasthaus mitzukommen. Kurz nach Skoomas Abreise hatte es einen Überfall schwarz gekleideter Gestalten gegeben und das Gebäude stand in Flammen. Skooma zweifelte, dass sich da noch was retten ließ, vor allem jetzt, Stunden später. Aber sie gingen mit. So eine nette Einladung konnten sie ja nicht ausschlagen.
Drei Kaiserliche Legionäre standen jammernd vor dem brennenden Gasthaus. Bartuk könnte noch da drin sein. Was sollten sie nur tun?
Skooma nahm sich vor, bei der Kaiserin einen sehr langen Urlaub für diese fähigen Soldaten zu beantragen, einen sehr sehr langen. Schnell betrat er das Gasthaus, orientierte sich kurz, und bevor ihm die Flammen auch nur das Fell versengen konnten, war er bereits mit dem bewusstlosen wirt auf den Schultern wieder draußen. So machte man das. Er würde bei Gelegenheit auch anregen, eine Gilde zu gründen, die sich um Brände kümmern könnte ...
Nachdem er sich etwas erholt hatte, berichtete Bartuk  was geschehen war. Der Ritter war zurückgekehrt, und kurz nach ihm tauchten mehrere Gestalten in schwarzen Kutten auf. Die Dunkle Bruderschaft? Skooma bezweifelte das, denn von solch einer Aktion hätte er doch wissen müssen. Er behielt das aber für sich. Jedenfalls suchten die Kuttenträger nach Jerand, und nun wohl auch nach Skooma, da Bartuk natürlich geplaudert hatte, um seine Haut zu retten. Schließlich hatten sie den Ritter mitgenommen und das Gasthaus angezündet.
Was nun? Jerand hatte die Idee dass ihnen vielleicht sein alter Meister weiterhelfen könnte. Dummerweise hatte er sich mit ihm überworfen. Gewissermaßen war er mit schuldig am Rauswurf aus der Gilde, die einige „Forschungen“ seines Meisters nicht tolerieren wollte. Ja ja, der gute alte Meister Traven. Skooma kannte dessen Meinung zur Totenbeschwörung nur zu gut. Aber jetzt war er ja Erzmagier. Wenn Jerands Meister gut kooperierte, würde er sicher etwas arrangieren können. Aber zuerst musste er den Einsiedler finden, hoch in den Bergen, beim Schrein von Hermaeus Mora. Jerand würde inzwischen zur Geheimen Universität reisen und dort auf ihn warten.
Zu Fuß gelangte Skooma nach Skingrad, wo er sich ein neues Pferd zulegte. Eines seiner eigenen war hier leider nicht stationiert. Dann ging es weiter nach Chorrol. Bei Rasheda hatte er das Glück, den einzigen verfügbaren Elfenbogen der Stadt erwerben zu können. Schließlich zog er sich in sein Haus zurück. Er nahm sich eines der beiden Bücher aus Anvil zur Pfote, genauer gesagt das „Weduf Karanaef“, und las. Interessant. Es handelte, wenn er alles richtig verstand, von diesem Ritter Ludwig, der sich hatte umbringen wollen. Nur, wo lag dieses merkwürdige Reich „Öster“???

405.Tag – Stufe 49

Bei Sonnenaufgang hatte Skooma längst die Schneegrenze der Berge erreicht. Einige Berglöwen und Bären waren schon unterwegs gewesen. Er hatte sie mit seinem Zauber gelähmt und dann meist in den nächsten Abgrund geprügelt. Das war zwar nicht sehr human, machte aber Spaß.
Skooma fand das Haus des Magiers Larduk kurz vor dem Schrein. Es lag etwas abseits des Weges, was wohl auch der Grund war, dass er es nicht schon früher gesehen hatte. Man entdeckte eben immer wieder Neues in den Bergen, so wie diese Ayleid-Ruine gleich um die Ecke ...
Damit nahm der Alltag wieder seinen Lauf. Larduk war zu Hause. Zuerst wollte er gar nichts sagen, dann stellte er seine Bedingungen. Skooma sollte ihm aus der Ruine den „Stein von Naradif“ holen. Dann würde er reden ...
Etwas anderes als diese Arbeit-gegen-Wissen-Methode hätte Skooma jetzt auch überrascht. Aber gut, er würde gehen. So schwer konnte das auch nicht sein. Larduk gab ihm noch seine Aufzeichnungen mit auf den Weg. Ohne die, so meinte er, wäre es wohl nicht zu schaffen.
Er betrat das Grabmal des Königs von Naradif. Erst einmal schien es frei von Untoten zu sein, was schon mal gut war. Dann stand er auch schon vor dem ersten Rätsel. Vier Schalter waren deutlich zu sehen, mit denen man kleine Statuen drehen konnte. Skoomas erste Idee, alle zur Mitte blicken zu lassen, brachte nichts. Danach nahm er sich Larduks Zettel vor. Warum musste dieser Schwachkopf in Orakeln schreiben? Einiges konnte er sich ja zusammenreimen, doch Skooma benötigte immer noch gefühlte einhundert Versuche, bis endlich jede Figur ihre Nase in die richtige Richtung streckte. Der weitere Weg war frei, und er stolperte über den ersten Toten. Auch andere Abenteurer hatten sich also schon an der Aufgabe versucht.
Ein großer Raum wartete als nächstes. Es sah auf den ersten Blick nicht gut aus. Über den ganzen Boden verteilt starrte ihm ein Meer aus Speeren entgegen. Doch zum Glück gab es ja noch die Wände. Die Vorliebe der Ayleiden für Simse und Absätze zahlte sich hier für Skooma aus. Etwas später folgte eine weitere Halle. Übergroße Statuen der Daedra sorgten für eine beängstigende Atmosphäre. Etwas stimmte hier nicht. Skooma entschied sich für Unsichtbarkeit, sicher war sicher. Immer eng an der Außenwand schlich er an den Statuen vorbei. Es klappte. Endlich sah er den Sarkophag des alten Königs vor sich. Eine Schüssel schöner Edelsteinchen wartete auf ihn und natürlich DER Stein. In einem freundliche Rot pulsierend lud er geradezu zum Mitnehmen ein.
Skooma hätte es wissen müssen. Kaum hatte er das Artefakt berührt, als auch schon vier steinerne Krieger zum Leben erwachten. Er hätte jetzt einfach davonschleichen können. Doch irgendwie fühlte er sich verpflichtet, dem Spuk ein Ende zu machen. Und so dauerte es noch einmal lange, bis die Steintypen zusammengeprügelt liegen blieben.

406.Tag – Stufe 49

Er nahm den selben Weg zurück, fast jedenfalls. Immer wieder versuchte der Geist des alten Königs, die Decke über Skooma zum Einsturz zu bringen. Er traf zwar nicht, doch der Eingang wurde dabei verschüttet. Glücklicherweise rissen die Brocken auch ein großes Loch in den Boden und Skooma fand dort einen zweiten Fluchtweg. Er passierte eine große Halle voller Trümmer, eine eiskalte Höhle mit zwei lästigen Gespenstern und einen weiteren Grabbau, wo er noch etliche Goldstücke und ein schönes Schwert mitnahm. Etwas unterhalb der Ruinen trat er dann wieder ins Freie.
Sobald er es geschafft hatte, den steilen Hang nach oben zu klettern, rannte Skooma zu Larduks Hütte. Der Stein war zwar etwas zu schade, um ihn abzugeben. Doch er tat es trotzdem. Immerhin bekam er Larduks Informationen dafür. Und die form, wie er sie erhielt, fand Skooma noch beeindruckender als das Wissen selbst.
Er musste also zur Schwarzen Bibliothek ...
Gerade wollte er nach weiteren Einzelheiten fragen, als sie Besuch erhielten. Ein Mörder stürmte in den Raum und rammte Larduk seinen Dolch in den Leib. Skooma konnte den Angreifer zwar unschädlich machen, es war jedoch zu spät. Mit letzter Kraft öffnete der Magier ein Portal zu seinem Unterbewusstsein. Er beschwor Skooma, das Wissen Kirim Vars zu suchen und zu vernichten, damit es nie in falsche Hände gelangen könnte. Dann war er tot.
Skooma fand in Larduks Taschen einen Kellerschlüssel ... und natürlich den Stein von Naradif. Er nahm beides an sich. Im Keller selbst fand er neben einer Skeletthand, die angeblich Kirim Var selbst gehören sollte, einen Bericht, der sehr detailliert die Lage der Schwarzen Bibliothek und sogar des Regals darin beschrieb, wo er weitere Einzelheiten über diesen alten Magier erfahren  sollte. So etwas sollten sich alle angewöhnen, dachte er mit Bezug auf Mafalas Reich. Es ersparte ihm tagelange Sucherei.
Über die höchsten Gipfel der Jerall-Berge erreichte er halb erfroren die Ordensburg und blieb dort über Nacht.

407.Tag – Stufe 49

Die Ruinen von Fanacas lagen im Nebel. Skooma tankte am Ayleid-Brunnen noch einmal Energie bevor er weiter in die Berge wanderte. Schon bald sah er die riesige steinerne Brücke, die auf das Tor der alten Festung zu führte. Irgendwo dort in den ausgebrannten Ruinen mussten sich die Reste der Bibliothek befinden. Das Fallgitter war heruntergelassen. Aber es gab ja den zweiten Weg, der in den Aufzeichnungen beschrieben war. Wenn nur das Wasser nicht so elendig kalt gewesen wäre ...
Von den Gebäuden im Burghof war nicht mehr viel erhalten. Rußgeschwärzte Balken und zerbröckelnde Mauerreste ragten überall aus dem Unkraut empor. Auch Wehrgang und Torhaus hatte der Zahn der Zeit schon ordentlich zugesetzt. Aber wenigstens funktionierte der Hebel für das Fallgitter noch. Einzig das Hauptgebäude schien weniger Schaden genommen zu haben.
Skooma betrat die Halle ... und zuckte zusammen. War er nicht allein? Überall an den Wänden brannten Fackeln in ihren Halterungen. Er dehnte seinen Lebenserkennungs-Zauber maximal aus, bemerkte aber nichts. Dann erst sah sich Skooma um. Er stand in einer großen, von Säulen gestützten Halle, die etliche gut gefüllte Bücherregale enthielt. Skooma hatte schon viel gelesen, doch die meisten Einbände hier waren ihm fremd. Interessiert nahm er sich eines heraus und las: Maradadf karif. „Der Gimpel ist, wie alle ...“ Es war die Beschreibung einer unbekannten Vogelart, die er hier gefunden hatte, nicht sehr interessant, fand Skooma. Er war ohnehin mehr an praktischem Wissen interessiert. Noch drei oder vier Bücher überflog er kurz, dann wandte er sich den angrenzenden Räumen zu. Im Speisesaal, der auch verwüstet war, fand er zahlreiche Edelsteine. Ebenso in der eigentlichen Bibliothek und im angrenzenden Lesesaal. Überall herrschte Chaos. Überall standen und lagen Bücher herum, Unmengen von Büchern. Hier ein einziges zu finden konnte Wochen dauern.
Doch Skooma brauchte ja nicht zu suchen. Er hatte eine präzise Beschreibung wo er hin musste. Und so fand er auf anhieb die Tür zur Schwarzen Abteilung, geschützt hinter magischen Flammen. Skooma sprengte das Siegel ohne größere Anstrengung. Dann betrat er den Raum.

408.Tag – Stufe 49

Außer der schon gewohnten Unordnung fiel Skooma hier eine Ablage in Grummit-Form auf. Ein weiteres Buch (was sonst?) lag darauf, welches ebenfalls sehr wertvoll zu sein schien und von höchst interessanter Ayleid-Magie handelte. Es verwies auf einen Ort am Canulus-See, ganz im Osten der Provinz. Natürlich würde Skooma dort einmal nach dem rechten sehen. Doch zuerst musste er hier fertig werden. Nur ein paar Regale weiter hatte er das gesuchte buch gefunden. Er las es gleich hier. Man konnte ja nie wissen, was schon im nächsten Raum auf einen wartete. Die „Legende des Kirim Var“ erzählte aus dem Leben des alten Zauberers, von seinem Aufstieg und Fall, und beschrieb eine Möglichkeit, seinen immer noch lebenden Geist zu vernichten. Er würde nur einen Dolch aus speziellem, seltenen Material brauchen. Mal sehen, vielleicht hatte Jerand schon etwas darüber herausgefunden.
Skooma verstaute alles in seinen Taschen. Als er die Schwarze Abteilung verließ, sah er sich plötzlich vier dunklen gestalten gegenüber. Das war also der Kult, der auch hinter Kirim Vars Vermächtnis her war. Etwas spät, die Damen und Herren.
Der Sprecher der „Bruderschaft des Göttlichen Feuers“ stellte Skooma vor die Wahl, das Buch auszuhändigen oder ein Blutbad zu erleben. Spontan entschied er sich für Variante zwei, obwohl er vermutete, dass die Sekte es etwas anders gemeint hatte.
Er begegnete noch mehreren der Brüder, erst in der Eingangshalle, dann im Burghof. Mit etwas Clannfear-Unterstützung brauchte Skooma nicht lange, um die Stille hier wiederherzustellen.
Zufrieden mit seinem Erfolg stieg er nach Cheydinhal hinab und nahm in Farragut gleich Schattenschnute mit.
In der Kapelle traf er auf Gruiand Garrana, die ihm diesmal riet zur Kaiserstadt zu gehen. Dort im Tempel des Einen sollte sich Tandilwe aufhalten, die Meistertrainerin in Sachen Rhetorik. Nur von ihr könne Skooma noch etwas lernen.
Er zweifelte zwar daran, dass er die Elfe im Tempel finden würde, jedenfalls seit der Geschichte mit Merrunz. Doch ein Versuch konnte ja nicht schaden. Gleich morgen würde er dorthin aufbrechen.

409.Tag – Stufe 49

Er war angekommen. Und hier war so viel zu tun, dass Skooma noch gar keine Zeit hatte, nach Tandilwe zu suchen. Ein Brief von der kaiserlichen Bauaufsicht beinhaltete die Baugenehmigung für Weye. Skooma musste den Wisch nur noch dort befestigen. Als er das erledigt hatte sah er sich im Ordenshaus um. Viele der Wandbehänge, Waffenständer und sogar das Klavier waren geliefert worden. Ja es gab sogar jemanden, der auf dem Instrument spielen konnte, auch wenn sich Skooma bei den Klängen jedes Fellhaar einzeln aufrichtete.
Unweit des Thrones stand ein neues Räucherbecken, das er gar nicht bestellt hatte. Hübsch war es trotzdem. Und als er so daran schnupperte, überraschten ihn seine Ritter mit einem Ritual, dass sie extra für ihn vorbereitet hatten. Neugierig folgte er ihnen in die aufgeräumte Trainingshalle. Ein fünfzackiger Stern war auf den Boden gemalt. Sorla, Thoralf und Clagius standen (jedenfalls die ersten beiden standen) darum herum und forderten ihn auf, in die Mitte zu treten.
Kaum hatte er es getan – warum eigentlich ? – fand sich Skooma im Hohetempel von Kathar wieder. Ach nein! ... Andererseits ... sie hatten es sicher gut gemeint. Und während in Weye der Außenposten gebaut werden würde, hatte Skooma Gelegenheit, nach dem Schild von Pelagius zu suchen. Außerdem war Mafala ihm wohl nicht mehr böse und er wusste ja, wie man das Reich wieder verließ.
Noch etwas gefiel ihm außerordentlich. Über dem Altar schwebte, wie für ihn gemacht, eine wunderschöne neue Kriegsaxt, ein Geschenk der Daedra-Prinzessin.
Skooma rief den ersten der Priester heran und trug ihm auf, eine Party zu organisieren. Der starrte ihn eine Weile an, schien aber begriffen zu haben. Ach ja, die alte Sprache wollte Skooma ja auch noch lernen.
In der Zwischenzeit suchte er Skent und A’nshi auf, zog sich um und ließ sich von den Tempeldienerinnen das Fell kraulen. So ließ es sich leben ...
... Was haben wir denn dabei?
Er hatte etwas unvorbereitet Mafalas Reich betreten. Demzufolge besaß er gerade keine Sandsturmmaske, kein Trinkwasser, keine Karte. Gut, auf letztere konnte er verzichten. Wasser und einige Tränke zur Krankheitsheilung – Hustensaft – würde er erwerben können, und für die Sandsturmmaske würde demnächst ein Wüstenräuber herhalten müssen.
Beim Durchsehen seiner Sachen fielen ihm einige Beutelchen in die Pfoten. Er hatte sie in seine Taschen gestopft, wo sie wegen ihrer geringen Größe ganz nach unten gerutscht waren. Skooma öffnete sie der Reihe nach. Die meisten enthielten Gold, einige Alraunen und eines einen Stein … der sich in seiner Pfote auflöste und Skooma einen netten kleinen Fluch einbrachte. Das ging ja gut los.
Sogleich rannte er zu A'nshi, die ihn jedoch nur glasig angrinste, ohne ihre Pfeife beiseite zu legen. Auch Skent zuckte mit den Schultern. Mit Flüchen wollte er seit der Kaninchensache nichts mehr zu tun haben. Skooma würde sich selbst helfen müssen – wieder einmal.
Zum Glück fiel ihm Talvanus ein. Skooma hatte den „Fluchbrecher“ schon öfter besucht und war von ihm als potentieller Kunde begrüßt worden. Der alte Scharlatan hatte also recht behalten.
Er lief los und schmiss Talvanus aus dem Bett. „Ja, ja, der Fluch des Glücks“, kicherte er. „Zufällig habe ich gerade ein Gegenmittel hier. Es ist allerdings sehr schwer herzustellen und die Zutaten sich furchtbar teuer … aber gut, 3000 weil Ihr es sein.“ Skooma hätte ihm am liebsten dreitausend Schläge in den Magen verpasst. Wie konnte man sich nur so am Elend seiner Mitbewohner bereichern? Aber gut. Eine innere Stimme sagte ihm, dass er den Hexenmeister vielleicht noch einmal brauchen würde. Skooma bezahlte und schluckte den bitteren Trank hinunter. Sogleich ging er ihm besser, mal abgesehen von dem Gefühl, gerade einen fetten schleimigen Wurm verschluckt zu haben.
Wo er schon mal hier war, fragte er auch gleich nach Hinweisen auf einen „besonderen“ Schild, der vor Jahren hier aufgetaucht sein musste. Leider wusste Talvanus nichts damit anzufangen, was aber nichts heißen musste. Handel mit seltenen Artefakten war eher das Metier seiner Nachbarn.
Skooma bedankte sich trotzdem. Er suchte den Tränkepanscher auf, hatte aber auch dort kein Glück. Dann ging er in die (abgeschlossene) Buchhandlung. Aufmerksam durchstöberte Skooma Regal für Regal, bis er auf das Tagebuch des Banditen Bragil stieß. Wenn es stimmte, dann hatte dieser den Schild selbst für kurze Zeit besessen, zumindest bis auch er überfallen wurde. Bragil hatte damals ein Lager an der Westküste. Im Tagebuch stand, dass er sich dorthin zurückziehen und später versuchen wollte, des Schild von den Kopfjägern wiederzuerlangen.
Bei nächster Gelegenheit erstand er etwas Trinkwasser und drei Heiltränke. Dann brach Skooma zur Westküste auf. Sein Guar begleitete ihn, auch wenn er zu wenig Wasser mit sich führte, um es ausreichend zu versorgen. Aber Skooma kannte den Wasserspeicher in diesem verlassenen Ort. Dorthin wollte er zuerst.
Kurz vor dem ersten Sandsturm erreichten sie auch wirklich den Höhleneingang. Guar war nicht dazu zu bewegen, ihm in den Gang zu folgen, obwohl es völlig sicher war. Nun gut, dann verpasste sein Reittier eben die Chance auf ein Vollbad in kühlen Nass.
Skooma jedenfalls wartete die stürmischen Nacht im Schutz der Höhle ab.

410.Tag – Stufe 49

Mehrere Dreughs griffen gleichzeitig an. Skooma, in eine enge Felsspalte abgedrängt und halb blind von Sand in den Augen, schlug nur noch wild um sich. Er traf, doch leider nicht nur die Dreughs sondern auch mehrmals sein Guar. Das Tier schien äußerst nachtragend zu sein, denn auch als der Kampf gegen die Krustentiere längst entschieden war, ließ sich Guar nicht mehr beruhigen. Um es nicht töten zu müssen, blieb Skooma nur sein Lähmungszauber … und dann schnell zu verschwinden.
Nun war er wieder ganz allein.
Hustend langte er an der Küste an, wo ihm gleich ein Krokodil in die Quere kam. Schnell kippte er einen Heiltrank hinunter und nahm den Kampf an.
Später suchte er das nordwestliche Ufer nach einem Lager ab. Der nächste Sandsturm raste heran. Da kein Unterschlupf in Sicht war, blieb Skooma nur das Meer. Mit Wasseratmung blieb er geschlagene drei Stunden unter der Oberfläche, tauchte dann kurz auf, und die Lage zu peilen … und infizierte sich dabei mit Sandhusten. Heiltrank Nummer zwei.
Ein kleiner Tempel, den er schon kannte, brachte ihm die Gelegenheit, sämtliche Seelensteine mit frischen Wüstenspinnen-Seelen aufzuladen. Danach kamen wieder zwei Dreughs (Clannfear-Futter) und eine Gruppe Sandkriecher. Hier hatte Skooma Glück. Ein Wüstenräuber geriet mitten in den Kampf und hielt lange tapfer mit, bis ihn die Sandkriecher umbrachten. So kam Skooma immerhin zu einer sandsturmfesten Chitinmaske.
Er fand danach ein Lager, wo an einem Feuer noch eine Ratte briet. Der Besitzer war aber weit und breit nicht zu sehen. Schließlich vermutete Skooma, dass es sich dabei um den kürzlich verstorbenen Räuber handelte. Hoffentlich war das nicht Bragil. In seinen Taschen hatte sich kein Hinweis gefunden und Fragen konnte er ihn nun nicht mehr.
Skooma blieb die Nacht über hier und wartete.

411.Tag – Stufe 49

Der heutige Tag war ganz der Suche nach dem Banditenlager gewidmet. Skooma fand mehrere Gräber und Tempelanlagen wieder, die er schon bei seinem früheren Aufenthalt besucht hatte. Manche waren wieder bewohnt, vor allem mit Wüstenspinnen, andere lagen leer und verlassen da.
Er erreichte Dynar, wo er mehrere Stunden rastete, bis der dortige Händler seinen Mittagschlaf beendet hatte. Skooma hätte es eigentlich nicht mehr nötig gehabt, alles mitzuschleppen und zu verkaufen. Doch die Macht der Gewohnheit ließ ihn wertvolle Sachen immer wieder einstecken. Sie später wegzuwerfen brachte er nicht fertig.
Vorbei am Grabmal des Surazal, bei den Natak-Hügeln entdeckte er mal wieder eine unbekannte Höhle. Sie war nur klein, mit zwei aggressiven Sandhexen darin, doch sie enthielt ein magisches Portal, wie er es schon im hohen Norden gefunden hatte. Auch dieses ließ sich jedoch nicht benutzen.
Den Rest des Abends wartete er. Gut getarnt lag er auf einem Felsen und sah den Sandhexen bei ihrem rituellen Rumgehüpfe zu. Es war zum Schießen komisch ...

412.Tag – Stufe 49

Heute ging es weiter nach Süden. Schon bald war er wieder im Löwengebiet. Das Rudel hatte sich in den letzten Tagen erstaunlich gut vermehrt. Schade nur, dass es sprichwörtlich „für die Katz“ war. Als Skooma weiterzog, gab es wieder ein Löwenrudel weniger.
Schließlich hatte er die Pyramide passiert und stand am südlichsten Punkt von Mafalas Inselreich. Skooma ärgerte sich. Er hatte nichts gefunden und dafür gab es gleich mehrere Möglichkeiten. Der Tagebucheintrag konnte einfach falsch sein. Wer sagte ihm denn, dass der Verfasser Osten von Westen unterscheiden konnte?
Skooma konnte das Lager übersehen haben. Zwei Sandstürme im Nordwesten hatten ihm teilweise die Orientierung schwer gemacht.
Bragil konnte auch sein Lager verlegt haben. Bei Banditen wusste man nie genau, wo sie gerade waren. Schließlich wollten sie ja nicht von den Ordinatoren aufgespürt werden.
Oder, was er aber für unwahrscheinlich hielt, das Lager befand sich noch weiter nördlich, hinter den Ausläufern des Er’rennied-Gebirges.
Skooma seufzte. Das ganze grübeln brachte nichts. Wenn er einen brauchbaren Hinweis zum Schild haben wollte, dann würde er mit seiner Suche noch einmal von vorn beginnen müssen.
Also noch einmal das ganze von vorn. Skooma nahm den Sarg-Express zum nördlichen Ruinenfeld.
Zuerst lief er nach Norden auf das Gebirge zu. Dort wo es steil ins Meer abfiel wollte er beginnen. Aber zuerst hatte er eine andere Begegnung. Hinter dem nächsten Dünenkamm traf er auf eine Frau, die etwas staubig aussah. Sie bettelte auch sofort um einen Schluck Wasser, und Skooma, freigebig wie er war, half ihr natürlich.
Undank war auch hier eine weit verbreitete Eigenschaft! Kaum hatte sich die Dame etwas erfrischt, da kam sie auch schon auf die hirnrissige Idee, Skooma sein gesamtes Wasser abnehmen zu können. Als ob ihr mickriger beschworener Lich ihn irgendwie beeindrucken könnte ... Skoomas Clannfear machte erst den Untoten und dann seine Beschwörerin fertig, ohne dass Skooma selbst ernsthaft eingreifen musste.
Gegen Abend hatte er auch die Dreugh-Population im Nordwesten auf die Liste der gefährdeten Arten gesetzt. Dann kam der nächste Sandsturm und Skooma zog sich in einen Tempel zurück.

413.Tag – Stufe 49

Manchmal dient ein Bad im Meer nicht nur der Hygiene sondern bringt noch andere ungeahnte Vorteile. Skooma hatte eigentlich nur vorgehabt, sich den ganzen Sand aus dem Fell zu waschen, als er durch Zufall eine winzige Bucht entdeckte. Es war mehr ein kleiner Strand unter einem Felsvorsprung, doch das dort musste das Banditenlager sein.
Er behielt recht. Ein kleiner Vermögen an Gold lag in diversen Tonkrügen, daneben ein weiteres Tagebuch, dass er aufmerksam las. Ja, es war eine Unsitte hier, seine privaten Aufzeichnungen überall rumliegen zu lassen. Aber es half ihm weiter. Skooma erfuhr, dass Bragil den Schild zurückerlangt hatte und weiter zu einem Tempel im Süden der Salzwüste gegangen war. Salzwüste? Er kannte nur einen Ort, auf den das zutreffen konnte, die Säulen der Bam G’nur.
Skooma machte noch einen kleinen Umweg über Dynar, an dessen Brunnen er sich erfrischte. Dann begann er mit seiner Suche.
Der Tempel selbst war schnell gefunden. Und als er sich die kreisrunden Vertiefungen um den Eingang genau ansah, kam ihm eine Idee. Das müsste doch genau passen ...
So gut die Idee auch war, wenn man nicht alle Artefakte zusammen hatte, dann ging so eine Tür eben nicht auf. Skooma würde sich die Stelle merken und später wiederkommen, wenn er die anderen beiden Teile gefunden hatte.
Den Rest des Tages nutzte er, um seine Wanderung nach Osten fortzusetzen. Gegen Abend erreichte Skooma dann die Melu-Oase. Hier machte er eine erstaunliche Entdeckung. Das Wasser war so salzhaltig, dass er auf der Oberfläche treibend sogar schlafen konnte.

414.Tag – Stufe 49

Nach diesem mehr als ausgiebigen Bad stand Frühsport auf dem Programm. Die Organisation übernahmen drei Wüstenräuber. Außerdem lieferten sie begehrte Handelsgüter für Ma Syd Jun.
Diesen suchte Skooma anschließend auf. Er kaufte sich erst einmal einen ordentlichen Wasservorrat. Neuigkeiten, die er sich erhofft hatte, gab es leider nicht, auch nicht im Serai selbst, wo um diese Zeit wenig Betrieb herrschte. Skooma lief weiter. Er besuchte die immer noch verschlossene Silbermine etwas nordöstlich von hier, erwarb Pfeile bei Laiken dem Schmied und klaute Bananen bei den alten Festungsruinen. So kam er nach Tan Gatar.
Schon von weitem sah Skooma den Lastelefanten am Ortseingang stehen. Das Tier, welches auf den schönen Namen Mollo hörte, stand samt (leerer) Kisten zum Verkauf. Skooma schacherte den Preis auf 3000 Münzen herunter, das machte umgerechnet 10 bis 12 Wüstenräuber, je nachdem wie sie ausgerüstet waren. Damit war er stolzer Elefantenbesitzer.
Nach ein paar freundlichen Worten mit alten Bekannten, wie Aurel, Madmi und Hamill, ritt er gen Norden, immer auf die Berge zu.
Mollo musste in der Nähe des Hohetempels warten. Die Gegend hier war Skooma noch nicht genügend bekannt. Er wollte erst mögliche Gefahren ausmachen. Und wenn er ganz ehrlich zu sich selbst war, tat ihm vom ungewohnten Ritt ordentlich der Allerwerteste weh.
Wie er so durch die Berge kraxelte, fand er tatsächlich noch einen Tempel. Schon von weitem sah er das Symbol des Zeremonienschädels. Wunderbar, seine Schädelsammlung hatte er Alba zur Aufbewahrung gegeben. Es würde ihm nichts übrig bleiben, als nach Neu-Sheoth zu reisen.

415.Tag – Stufe 49

Doch vorerst musste er wieder nach Kathar. Friedlich ritt er seines Weges, als zwei Löwen angriffen. Dabei hatte Skooma ihnen gar nichts getan. Ein gutes hatte die Sache, Molle beeilte sich mehr vorwärts zu kommen. Und irgendwann gaben die Löwen dann auf. Ein Stück weiter stieg Skooma ab und heilte sein Reittier, das einige tiefe Schrammen abbekommen hatte. Dann ging es weiter.
Beinahe hätte sich alles noch einmal wiederholt. Diesmal jedoch war Skooma schlauer. Er stieg rechtzeitig ab, schlich sich unsichtbar an und erledigte die nächsten Löwen, bevor sie seinen Elefanten wittern konnten.
Vor Kathar parkte er unter dem Zeltdach der Karawanenstation, versorgte Mollo mit kostenlosen Melonen und Wasser und ging in den Tempel. Das folgende Ritual verlief genau so wie das vorige. Skooma landete wieder im Trainingssaal des Ordenshauses.
Der unangenehme Aspekt dabei war, dass er sofort wieder auf die fälligen Zahlungen angesprochen wurde. Und diesmal hatte Relius etwas auf dem Herzen. Er hätte so gerne ein Buch besessen, dass im Moment noch dem Grafen von Skingrad gehörte. Warum nur glaubte er, dass Skooma daran etwas ändern könne? Aber gut, er würde es versuchen.
Draußen vor dem Eingang wartete Thoralf. Er schien etwas auf dem Herzen zu haben. Zum Glück war es nicht die fällige Zahlung. Sein Problem war ganz simpel. Jemand wurde vermisst, Untote waren im Spiel, Skooma sollte es richten. Alles so wie er es gewohnt war. Genauer gesagt ging es diesmal um den illegitimen Sohn eines Bekannten. Thoralf hatte versucht, ihn durch die Abwasserkanäle in die Kaiserstadt zu schmuggeln, wobei eine einfache Verkleidung wohl auch gereicht hätte. Dabei waren sie einem Totenbeschwörer über den Weg gelaufen. Es kam wie es kommen musste. Thoralf hatte die Beine in die Hand genommen und der Junge war unten zurückgeblieben. Das Ganze war jetzt fünf Tage her. Skooma bezweifelte zwar, dass sie noch Erfolg haben würden, erklärte sich aber bereit zu helfen ... unter einer Bedingung. Allein sein wölfisches Grinsen jagte dem mutigen Nord Schauer über den Rücken. Ob er wollte oder nicht, Thoralf musste mitkommen.
Sie erreichten den Einstieg im Elfengartenbezirk. Merkwürdigerweise lungerte hier ein Mann namens Jollring herum, der aber mit der Sache nichts zu tun hatte. Sein Dienstherr, Umbacano, hatte ihn geschickt. Er würde sich gern mit Skooma über Ayleiden-Artefakte unterhalten, welche er sammelte.
Gut, aber das konnte warten. Die Ayleiden waren schon so lange tot, dass es auf ein paar Tage mehr nicht ankam. Wichtiger war der Junge dort unten. Sie stiegen hinab und obwohl eigentlich er als Khajiit die feinere Nase hatte behauptete Thoralf, den Gestank der Untoten schon hier zu riechen. Zuerst blieb jedoch alles ruhig. Sie suchten sich den Weg, öffneten zwei Schleusentore ... und dann ging’s rund. Eine Totenbeschwörerin ließ sich aus dem Hintergrund vernehmen. Mindestens zwei Liche mit zugehörigen Skeletten und ein Rudel Zombies bevölkerten die nächsten Räume. Von Thoralf war trotz Skoomas Befehl weit und breit nichts zu sehen. Vielleicht war das aber auch besser so. Er hätte Skoomas Clannfear womöglich nur im Weg gestanden. So ließ er seine kleine Echse schubsend und stoßend auf die Untoten los, sandte selbst etliche Pfeile durch den Gang und beschränkte sich sonst aber mehr aufs Blocken. Meist lösten sich die Angreifer ja selbst auf, wenn der Zeitraum der Beschwörung ablief. Letztlich waren alle bis auf die Totenbeschwörerin besiegt. „Thoooraaalf!“ Skooma brüllte so laut er konnte durch die Gänge. Hastige Schritte und leises Scheppern von Rüstungsteilen erklang als der Gerufene heranhastete. Skooma schubste ihn auf die Beschwörerin zu. Sollte er doch auch seinen Beitrag leisten. Im Notfall könnte Skooma ja immer noch eingreifen.
Doch es kam anders. Mit der Beschwörerin, einer Dunmer, konnte man sogar reden. Sie hatte gab sich selbst als Söldnerin aus, die nur einen Auftrag ausgeführt hatte. Der richtige Ansprechpartner hieß Tiedemus und experimentierte einen Raum weiter. Tiedemis? Irgendetwas sagte ihm der Name. Obwohl Thoralf leise vor sich hin grummelte ließ Skooma die Elfe am Leben. Manchmal musste man sich auch großzügig zeigen. Im Gegenzug bekam er freien Zutritt zum Labor, nickte dem Wächterskelett freundlich zu und trat ein.
Ein kurzer Blick in die Runde: Experimentiertische, Leichenteile, ein Käfig, in dem ein junger Mann vor sich hin dämmerte und ein ältlicher Mensch in edler, aber blutbeschmierter Robe. Das musste Tiedemis sein. Er war es auch und jetzt konnte Skooma ihn auch einordnen. Tiedemis war einer der höheren Tempelpriester. Im anschließenden Gespräch kam heraus, dass er an einem Vampirheilmittel bastelte und dafür „Freiwillige“ benötigt hatte. Der junge Mann war gerade erst zum Vampir geworden, die Inkubationszeit ... Skooma würde doch verstehen, dass im Dienste der Forschung auch Opfer gebracht werden mussten?
Ja, Skooma verstand. Er verstand, dass dies hier mehr mit Politik zu tun hatte als ihm lieb war. Auch in seiner Position war es eher schlecht, sich mit dem Tempel anzulegen. Großzügig überließ er also Thoralf die Entscheidung. Es war ja dessen „Verdienst“, dass es so weit gekommen war.
Nach langem Hin und Her und dem Versprechen, das Land zu verlassen, entließ Thoralf den frisch gebackenen Vampir in die Freiheit. Sie beide kehrten an die Oberfläche zurück. Und Tiedemis ... Skooma wollte gar nicht wissen, was mit ihm geschehen war, nachdem sie ihn in vampirischer Gesellschaft zurückgelassen hatten.
Es war schon spät. So zog er sich in die Turmkammer des Erzmagiers zurück, um zufrieden mit dem Erreichten einzuschlafen.


"Die Toten existieren um die Lebenden zu nähren." Eola
  11.05.2011, 13:46
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416.Tag – Stufe 49

So ausgeruht hatte sich Skooma schon lange nicht mehr gefühlt. Kein Wunder, das Bett eines Erzmagiers war schon von bester Qualität. Irgendein freundlicher Geist hatte ihm sogar ein Sträußchen Katzenminze auf den Nachttisch gestellt. So eine nette Geste.
Später hatte er einen großen Teil der Universität abgesucht, allerdings ohne Jerand zu finden, der hier nach Kirim Var recherchieren wollte. Er würde dann eben ohne weitere Informationen zum Canulus-See aufbrechen, nachdem er die Besorgung für Relius gemacht hatte.
Im Tempel des Einen traf er die Altmer Tandilwe. Sie fühlte sich geehrt, einen so hochrangigen Würdenträger des Reiches in Redegewandtheit unterrichten zu dürfen. Jedoch würde Skooma sicher einsehen müssen, dass sie beim Eignungstest keine Ausnahmen machen könnte. Es war auch nicht schwer, nicht für jemanden seines Formates. Skooma sollte lediglich mit den Bettlern reden. Jawohl, mit ALLEN Bettlern des Reiches. Freundlich lächelnd sah sie auf ihn herab.
Alle Bettler des Reiches! Na das konnte dauern ...
Doch Skooma kam das Glück entgegen, in der zerlumpten Gestalt von Buntara. Ein Goldstück wechselte den Besitzer und er war seiner Ausbildung ein winziges Stück näher gekommen. Im angrenzenden Talosplatz-Bezirk stolperte er schon über den nächsten Bettler. Das schien gar nicht so schwer zu werden. Zumindest bekam er so einen Grund, mal wieder durch die gesamte Provinz zu reisen.
Anschließend ging er nach Weye. Auch hier sah es gut aus. Der Bau machte prächtige Fortschritte, obwohl die Arbeiter gerade heute ihren freien Tag hatten. Leider war noch abgeschlossen und er wollte nicht gleich sein eigenes Schloss aufbrechen. Zur Besichtigung würde in den nächsten Tagen auch noch Zeit sein.
Gerade wollte Skooma weiter gehen, als ihn ein alter Fischer ansprach. Er hatte sich am Bein verletzt und ... Ja, ja. Skooma wartete das Ende der Litanei gar nicht erst ab. Natürlich würde er helfen. Dafür war der Cyrodiil-Meister doch da.
Kurz darauf war Skooma auch schon nass. Zwölf Portionen Schuppen von diesen blöden Fischen sollte er besorgen. Wenn er das vorher gewusst hätte ... Die Biester stellten sich als äußerst angriffslustig heraus, da wohl gerade Brutzeit war. Nach dem ersten erledigte er seine Arbeit lieber unsichtbar. Das sparte Zeit und Schrammen. Er wollte ja nicht, dass ihm das Fell aufquoll vom stundenlangen Baden. Als Belohnung bekam er schließlich den Rumare-Juwel, einen ring mit Wasseratmungs-Zauber. Nicht schlecht, so konnte er sein Mana für wichtigere Sachen schonen.
Noch einmal kehrte Skooma kurz über die Brücke zurück, um sich eines seiner Pferde zu holen. Dann ritt er gemütlich nach Skingrad. Agnete bekam Nachschub an Waren und Eyja empfing ihn in seinem Haus mit selbstgemachter Fleischpastete und Met. Lecker!

417.Tag – Stufe 49

Heute ging es ganz früh raus. Um Eyja nicht zu wecken, sprang Skooma vom Balkon. Federnd kam er auf der Straße auf. Noch vor der Buchsuche wollte er mit den Bettlern der Stadt sprechen. Die fand er am ehesten an ihren Schlafplätzen. Skooma wusste von früheren Besuchen der Stadt noch ungefähr, wo sich diese befanden. Schnell hatte er Nigidius und Fagus aufgesucht, jedem eine Münze gegeben, was ja nicht Teil des Auftrages war, und kurz ein paar Worte mit ihnen gewechselt. Dann verließ er die Stadt und ging zum Schloss.
Hat schon mal jemand ein ganzes Schloss nach einem einzigen Buch durchsucht? Einen bestimmten Grashalm in der Steppe zu finden war einfacher. Skooma suchte und suchte und suchte. Er fing im Herrenhaus an, in den Privatquartieren Hassildors. Natürlich wurde er gleich erwischt und zu 25 Septim Geldstrafe verdonnert. (Vielleicht hätte er nicht so tief in den Hosentaschen des Grafen suchen sollen? Den dicken Geldbeutel hatte er ja nicht absichtlich mitgehen lassen.) Anschließend durchstöberte er jedes einzelne Bücherregal vom Weinkeller über den Kerker bis zum Thronsaal. Später nahm er sich sämtliche Truhen, Schreibtische und Schränke vor, sah unter den Betten und selbst hinter den Wandvorhängen nach. Nach vielen Stunden Suche wurde er endlich belohnt. Schnell versteckte er da Buch unter seinem Harnisch und verließ schleunigst das Schloss.
Auf einem frischen Pferd ritt er westwärts. Skooma machte kurz Rast an den schwelenden Resten der Herberge „Zum lachenden Wildschwein“. Das Schweinchen wäre jetzt gut durchgebraten, dachte er sarkastisch. Hier gab es nichts mehr zu sehen. Auch seine schwache Hoffnung, Jerand noch hier anzutreffen hatte sich in Rauch aufgelöst.
In Whitmond fand er ihn auch nicht. Immerhin war das offen stehende Haus noch nicht geplündert worden, was bei der großen Anzahl hier lebender Banditen ziemlich verwunderlich war.
In Anvil hielt sich Skooma nicht lange auf. Er sprach kurz mit den Bettlern Olvus und Imus, dann war er schon wieder unterwegs zu Alawens Lager.
Ein Berglöwe störte kurz die Idylle der Landschaft. Praktischerweise erlebte das Tierchen seine letzten Minuten vor dem Eingang der Rauchloch-Höhle. Die kannte Skooma noch nicht, aber das würde sich jetzt ändern.

418.Tag – Stufe 49

„Es war einmal ein kleiner böser Lich. Der legte sich mit einem großen lieben Khajiit an. Sie kämpften miteinander und das Gute hatte gewonnen. Ende.“
Es gab mehrere Liche hier unten, auch Skelette, Düstergespenster und zur Auflockerung ein paar Ratten. Skooma hatte trotzdem seinen Spaß. Schon lange hatte er keine Höhle mehr gesäubert.
Als er fertig war, stand die Sonne bereits hoch am Himmel. Alawen war mit dem Frühstück fertig und bereitete sich gerade für die Jagd vor. Skooma hatte Glück, sie noch anzutreffen. Jetzt war er mit seinem Elfenbogen vorschriftsmäßig ausgerüstet und die Bosmer versprach, ihn zu unterrichten ... nur nicht gerade jetzt. Sie hatte die Spur eines kapitalen Ebers gefunden. Skooma würde sicher verstehen, dass sie der nachgehen musste, bevor sich ihre Beute zu weit entfernen konnte.
Skooma verstand (und hätte sie am liebsten erwürgt dafür).
Ein großer Teil des Tages verging bei einem ereignislosen Ritt nach Chorrol. Auch hier suchte er zuerst die Bettler auf, bevor Skooma zur Kämpfergilde ging. Modryn Oreyn begrüßte ihn freundlich und berichtete von den letzten Erfolgen der Gilde. Genau nach Skoomas Anweisungen hatten sie etliche neue Mitglieder rekrutiert, die sich jetzt in der Ausbildung befanden. Schon bald würde man die Lücken füllen können, die die Vernichtung der Dunkelforstrotte hinterlassen hatte. Skooma dankte für die gute Arbeit. Als nächstes wies er Modryn an, sich verstärkt um Aufträge zu bemühen. Die neuen Mitglieder mussten schließlich beschäftigt werden, wenn sie ihre Ausbildung beendet hatten.
Bei der Gelegenheit plünderte er gleich noch seine Gildenmeister-Truhe. Da war schon ein hübsches Sümmchen zusammen gekommen.
Zwischen Chorrol und der Weynon-Priorei gab es eine alte Miene. Bis heute hatte Skooma nie die Zeit gefunden, sich darin einmal umzusehen. Nun trat er durch die morsche Tür. Weiter hinten sah er Fackelschein. Die Miene war also bewohnt. Etwas anderes hätte er auch nie angenommen.
Selbst die Schritte eines Khajiit sind hörbar, wenn er schwere Stiefel trägt ... und wenn der Gegner ebenfalls Khajiit ist. Ein kräftiger Bandit kam ihm hammerschwingend entgegen gestürmt. Skooma beschränkte sich zuerst aufs Blocken, musste aber schnell selbst handgreiflich werden, da die Schläge des magischen Kriegshammers ihm doch zu sehr zusetzten.
Insgesamt gesehen kam er auf fünf Banditen und einen Hund. Gelohnt hatte es sich trotzdem, denn er schleppte wieder mal einen großen Berg an Beutegut zu Rasheda.

419.Tag – Stufe 49

Erst heute früh konnte er alles verkaufen. Dann stand seinem Aufbruch nach Bruma nichts mehr im Wege. Er wollte den kleinen Umweg über die nördlichen Berge nehmen, da immerhin die winzige Möglichkeit bestand, Jerand bei Larduks Hütte anzutreffen. Doch ganz so weit. Oben, jenseits der Schneegrenze loderte ein Obliviontor. Das konnte doch nicht sein! Die Drachenfeuer brannten wieder. Er selbst hatte reihenweise Tore geschlossen und war auch hier schon öfters vorbei gekommen. Das Tor war neu. Skooma erschlug die Wächterspinne, ließ sein Pferd zurück und trat hindurch.
Die altvertraute Umgebung der Totenländer empfing ihn. Niemand ließ sich blicken. Skooma war trotzdem vorsichtig als er die Gegend erkundete, einen Lavafluss übersprang und vor einem geschlossenen Kriegstor anlangte.
Daneben lud ihn der kleine Eingang zu einem Turm ein. Unsichtbar und geräuschlos schlich sich Skooma hinein. Ein schwer gerüsteter Dremora erwartete Eindringlinge. Eine undankbare Aufgabe ... und eine schmerzhafte. Wenigstens brauchte er nicht lange zu leiden, und da er daedrischer Herkunft war, würde er auch nicht ewig tot sein. Skooma konnte das gut mit seinem Gewissen vereinbaren. Er bekam dafür ein Buch, dass die traurige Geschichte des Wächters umriss und einen Dunklen Lord erwähnte, mit dem er es wahrscheinlich zu tun bekommen würde. Die Rüstung war auch nicht zu verachten. Einerseits verlieh sie einen fast hundertprozentigen Flammenschutz, zum anderen machte sie aber stark anfällig für Magie. Man konnte eben nicht alles haben. Mit dem Leichenzerquetscher fuhr er hoch um das Tor zu öffnen.
Schon wenig später stand er vor dem zweiten Tor. Diesmal jedoch sparte er sich den Umweg über irgendwelche Wachtürme. Skooma sprang einfach über die nächste Mauer, die glücklicherweise nicht sehr hoch war. Er betrat den Hauptturm. „Habitat des Schmerzes“ – eine originelle Bezeichnung. Im nächsten Gang wusste er, wie der Name entstanden war. Eine Schwertfalle hätte ihm fast den Schwanz abgesäbelt.
Was Skooma indes merkwürdig fand war das Fehlen jeglicher Gegner, wenn man vom Wächter einmal absah.
Eine Etage höher kam die nächste Überraschung. Ein komplett möblierter Wohnbereich! Alles war da von der Vitrine bis zum bequem aussehenden Bett. Gut, eine Truhe fehlte, aber man konnte jede Menge Sachen in einen großen Schreibtisch stopfen. Dafür gab es noch eine komplette hochwertige Alchemie-Ausrüstung, ein vollständiges Arsenal daedrischer Waffen und etliche, teils seltene Bücher.
Da es schon spät war blieb Skooma gleich da. Den Dunklen Lord konnte er auch hier erwarten, wenn er nach Hause kam.

420.Tag – Stufe 49

Etwas gruselig war die Nacht schon gewesen. Zu wissen, dass außer ihm noch eine Dunkle Gestalt im selben Gebäude übernachtete, war Skoomas gesundem Schlaf nicht eben förderlich. Er musste das jetzt klären. Der Dunkle Lord oder er, wobei für Skooma klar war wie es ausgehen würde.
Die oberste Etage des Turmes, da wo immer die Siegelsteine saßen, war versperrt. Ohne Schlüssel ging hier gar nichts. Doch es gab noch zwei weitere Ausgänge. Der erste führte in einen Torturm, von dem aus sich das zweite Kriegstor vor dem Eingang öffnen ließ. Der zweite Ausgang führte zum Turm des Schmerzes. Hier fand Skooma lediglich einen Tisch mit einen sehr dünnen Buch darauf. Interessant. Es war die in daedrischer Schrift verfasste Nachricht eines unbekannten Freundes. Skooma las sie sorgfältig durch. Dann folgte er den dort beschriebenen Anweisungen und gelangte so in eine Höhle voller Daedra. Hier hielten sich also alle auf. Es gab Spinnen und Atronache, auch ein Xivilai war dabei, für jeden Geschmack das Richtige. Bis auf eine Spinne, die sich schneller heilte als er sie verletzen konnte, metzelte er alles nieder. Dann stand er vor einer Mutprobe. So lange und sorgfältig er auch gesucht hatte, Skooma hatte nur einen einzigen Ausgang entdeckt. Und der führte mitten durch eine Lavagrube. Mit äußerst gemischten Gefühlen wegen der Magieanfälligkeit legte er die Rüstung des Wächters an. Sie kühlte angenehm, selbst dann noch als er schon bis zu den Knien in der brodelnden Masse stand. So schnell er konnte raste Skooma auf die nächste Tür zu und schlüpfte hindurch. In Rekordzeit zog er sich um, wurde wieder unsichtbar und atmete auf. Er war in einer weiteren Höhle angekommen. Ein besonders grimmig durch seine Sehschlitze schauender Dremora starrte ihm entgegen, schien ihn aber noch nicht bemerkt zu haben. Skooma änderte das. Der erste Magierfluchpfeil raste dem Dunklen Lord, denn er war es persönlich, entgegen, grub sich in dessen Helm und warf ihn um. Bereits fünf Pfeile später hatte sich das Thema erledigt. Skooma schüttelte den Kopf. Wie hatte solch ein Versager nur diese Festung erobern können? Er zog ihm die Rüstung aus und schubste die Leiche in die nächste Lavagrube. „Viel spaß in den Wassern Oblivions – und schöne Grüße an Merrunz“, rief er ihm hinterher. Dann erkundete er die Kammer gründlicher. Es gab einen zweiten Ausgang, der ihn zum Hauptturm führte, außerdem ein magisches Portal, mit dem Skooma zu seiner persönlichen Folterkammer gelangte. Sie hatte saalartige Ausmaße. Einige unschuldige (?) Opfer standen teilnahmslos herum. Skooma war ja kein Untier. Er erlaubte ihnen selbstverständlich, nach hause zu gehen. Doch sie schienen ihn nicht einmal zu bemerken. Vielleicht waren Drogen im Spiel oder ein magischer Bann. So lange er das nicht wusste, konnte er nichts für die bedauernswerten Geschöpfe tun.
Skooma sah sich noch die Turmspitze an. Sie war vollgestopft mit Blutbrunnen und Spendern magischer Essenzen. Nur einen Siegelstein suchte er vergebens. Eigentlich war das auch gut so. Niemand würde so einfach das Tor, SEIN Tor, schließen können, obwohl Skooma auch keinen kannte, der freiwillig solch ein Tor durchschreiten würde.
Erst spät abends traf er in Bruma ein, gerade noch rechtzeitig bevor Olfand seinen Laden schloss. Er sprach mit den ortsansässigen Bettlern Jorck und Jofnhild, wechselte sein Pferd und ritt in östlicher Richtung davon. Erst außerhalb der Sichtweite der Stadt schlug er sein Nachtlager auf.

421.Tag – Stufe 49

In den frühen Morgenstunden suchte Skooma die Schlafplätze von Lucina und Bruccius auf. Wie immer spendierte er jedem eine Septim, sprach kurz mit ihnen und verließ gleich darauf die Stadt. Nun lagen nur noch Bravil und Leyawiin vor ihm. Im Süden hatte er sich sowieso schon lange nicht mehr sehen lassen. Vorerst aber kehrte er zur Kaiserstadt zurück.
Zuerst schaute er einmal in seiner Hafenhütte nach dem rechten und sprach mit Ancus, dem dortigen Bettler vom dienst.
Dann traf er Thoralf vor dem Ordenshaus. Dieser hatte mit dem Mönch gesprochen und alles geregelt. Ob er auch seine Furcht vor Untoten damit überwunden hatte, daran zweifelte Skooma. Das beste Beispiel für haltlose Versprechen lieferte gerade Clagius, der schon wieder im Innenhof herumlag.
Die nächsten Stunden verbrachte er im Ordenshaus. Er bestellte die Innenausstattung für Weye. Er brachte Relius das Buch, das aber nicht die erhoffte Wirkung erzielte, eher im Gegenteil. Er fand ein paar weitere Geheimräume, unter anderem eine Tür ohne Klinke, die er später genauer untersuchen wollte. Er sprach mit Sorla, konnte ihr aber nicht viel entlocken. Sie war und blieb die beste Kandidatin die er kannte, um sich in der Überredungskunst zu üben.
Und dann war da noch die Sache mit den Goblins. Skooma hatte wohl den geheimen Gang nicht richtig geschlossen. Plötzlich standen zwei dieser Widerlinge im Empfangssaal. Er wurde zwar nach einer Weile mit ihnen fertig, für Madlorius, einen der Ritter-Anwärter, war es leider zu spät. Traurig setzte er sich auf den Thron des Ordensmeisters und starrte vor sich hin.
Die Köchin Irena brachte ihn mit ihrer Meckerei schließlich auf andere Gedanken. Skoomas Ritter aßen angeblich zuviel, vor allem zuviel Fleisch. Wo sollte sie denn das ganze Wildbret herbekommen? Falls der Herr etwas Zeit erübrigen könnte – Irena brauchte 25 Portionen Wildbret. Na ja, Skooma versprach zu sehen, was sich machen ließ.
Erst einmal ging er aber wieder auf Entdeckungstour durch die verschlungenen Geheimgänge des Hauses. Diesmal fand er den Übungsraum der Cyrodiil-Meister, praktischerweise gleich mit einer schriftlichen Gebrauchsanweisung. Skooma ging hinein. Er bekam jede Menge geboten, erst zwei Trolle, dann Bären, dann Spinnendaedra, dann … musste er seine Rüstung dringend ausbessern.

422.Tag – Stufe 49

Er hatte alle Ritter in die Empfangshalle beordert. Ordentlich standen (in einem Fall lagen) sie in Reih und Glied. Skooma hielt eine kurze Ansprache, in der er sie für ihren bisherigen Einsatz lobte und sie ermahnte, auch in Zukunft nicht in ihrer Wachsamkeit nachzulassen. Nachdem er, zufrieden mit sich, die Versammlung aufgelöst hatte, nahm er sich Sorla Fyr vor. Mit dem ganzen Repertoire seiner Überzeugungskraft bearbeitete er die spröde Elfe, bis sie ihm wenigstens verriet, einmal Söldnerin der Magiergilde gewesen zu sein. Es war zwar nicht viel an Informationen, aber ein guter Anfang.
Skooma schlenderte noch etwas durch die Stadt. Im Marktbezirk traf er die Bettlerin Simplicia, im Elfengarten den Bettler Fralav. Wieder zwei auf seiner Liste, mit denen er geredet hatte. Zwischendurch versuchte er, Wildbret aufzutreiben. Doch weder die Händler der Stadt noch Nerussa in der Wawnet-Herberge bei Weye hatten etwas im Angebot. Er würde wohl selbst auf die Jagd gehen müssen. Bis nach Faregyl irrte er durch die Wälder, hatte jedoch kein Glück. Dafür war das Wiedersehen mit Abhuki und S'jirra umso freudiger. Gemeinsam verdrückten sie eines von S'jirras legendären Kartoffelbroten, sprachen von alten Zeiten und ließen es sich einfach gut gehen.
Am Nachmittag wollte er weiter, um noch Einbruch der Nacht in Bravil einzutreffen. Doch es wurde nichts daraus. Nur ein kleines Stück südlich von Faregyl stieß Skooma auf die Strudelloch-Höhlen und auf die Totenbeschwörer darin.

423.Tag – Stufe 49

Bravil erreichte er dann am späten Vormittag. Es war etwas zu spät, um die Bettler noch an ihren Schlafplätzen zu treffen. Also musste Skooma suchen. Er fand Aia relativ schnell, aber einen weiteren Bettler sah er nirgends. So besuchte Skooma etliche alte Bekannte, sprach mit der Mutter der Nacht, handelte mit der Hehlerin Luciana Galena und kaufte Pfeile bei Daenlin. Er suchte Andragil auf, die wegen angeblicher Migräne wieder nicht unterrichten konnte, und saß stundenlang schwatzend bei S'krivva.
Als er auch am Abend den zweiten Bettler nicht gefunden hatte, musste er annehmen, dass dieser damals beim Angriff auf die Kapelle getötet worden war. Das war's dann wohl mit Tandilwes Aufgabe. Wie Skooma die schlitzohrige Elfe einschätzte, würde sie sich nicht mit dieser Situation zufrieden geben. Damit konnte er sich aber auch den weiten Weg nach Leyawiin sparen.
Gegen Abend brach er deshalb zur Insel im Niben auf, durchquerte das Randland und erreichte die Tore des Wahnsinns.

424.Tag – Stufe 49

Alba war immer noch hier. Aber diesmal währte ihr Wiedersehen nicht lange. Skooma ließ sich nur die Zeremonienschädel geben, die sie in Verwahrung hatte. Schon am Morgen brach er wieder auf.
Sein nächstes Ziel war der Canulus-See. Er wollte diesen Kartenraum der Ayleiden finden, der im Buch beschrieben war. Vorbei an Peryites Schrein und am Nayon-Lager, wo zwei Banditen ihr Leben aushauchten, kam er bis zur „Höhle des verschwundenen Jungen“. Dort traf er auf Totenbeschwörer – wieder mal. Damit war der Tag gelaufen.

425.Tag – Stufe 49

Im Morgennebel tauchten die Ruinen von Margatha am Ostufer des Sees auf. Ein kleines Zeltlager lag verlassen und verwüstet direkt davor. Skooma fand ein Tagebuch und las die wenigen Zeilen: Oger, und etwas Dunkles, Bedrohliches.
Unsichtbar betrat er die Ruinen. Von Ogern fand er keine Spur. Dafür jedoch gab es hier eine Gespenstergattung, die womöglich noch zäher als Düstergespenster war. Nachdem er ewig gebraucht hatte, das erste zu bezwingen, ignorierte er die anderen einfach. Er musste ja nur darauf achten, seinen Tarnzauber aufrecht zu erhalten. Das war leicht.
Skooma fand den Kartenraum schnell, kassierte einige Edelsteine ein und löste das recht einfache Schalterrätsel. Dann stand er vor einer großen Schale und wusste nicht, was er als nächstes machen sollte. Es war wirklich Zeit, den Magier Jerand wiederzufinden.
Wieder lief Skooma durch die Hügel östlich den Niben. Er stattete der Festung Cuptor einen kurzen Besuch ab, der den dort wohnenden Totenbeschwörern nicht sonderlich bekam. Ohne größere Pausen gelangte er schließlich wieder zur Stadtinsel. Er ging gleich zum Magierturm, wo er die Nacht verbrachte.

426.Tag – Stufe 49

Skooma suchte das gesamte Gelände nach Jerand ab. Zuerst vermutete er ihn in den Mystischen Archiven. Aber dort war er genau so wenig wie irgendwo sonst. Noch einmal ging Skooma zum Turm. Er legte das einzige Stück Wildbret, dass er bisher hatte zur Vervielfältigung in die Truhe. Morgen würde er zehn weitere Stücke haben.
So lange brauchte Skooma eben Geduld. Er experimentierte noch etwas herum, legte zum Beispiel einen Ausdauer-Zauber auf seine Sandsturmmaske. Dann hielt ihn nichts mehr im Raum.
Wieder mal stand ein Großmeister-Kampf in der Arena an. Skooma bot dem Publikum einen wahnsinnig aufregenden Kampf, indem er einen Minotaurenfürst mit bloßen Pfoten besiegte.
Anschließend gelang es ihm, Sorla wieder ein paar Sätze zu entlocken. „Die meisten Magier sind S'wit!“ Ach so? Die meisten? Da war er ja auf die Ausnahmen gespannt, doch Sorla hüllte sich lieber wieder in Schweigen.
Skooma zog sich in sein Turmzimmer zurück, wo er den Rest des Tages in den dort stehenden Büchern las.

427.Tag – Stufe 49

So spät wie heute war Skooma schon lange nicht mehr aufgestanden. Aber was sollte er heute auch tun? Gegen 11 Uhr war die Fleisch-Vervielfältigung in der Truhe sowieso erst fertig.
Kurz darauf besuchte er die Kaiserin im Palast. Narina sah etwas blass aus. Die neue Würde brachte natürlich auch jede Menge neue Pflichten mit sich. Doch Skooma war zuversichtlich, dass sie das schon packen würde. Es war ja nicht so als wolle sie versuchen, eine Daedraprinzessin zu ersetzen …
Im Ordenshaus begann er sofort wieder auf Sorla einzureden. Er bekam heraus, dass zu den Nicht-S'wit-Magiern ein gewisser Ridam Omeyn zählte. Nun musste er nur noch erfahren, wer das war, in welchem Verhältnis sie zueinander standen und was damals geschehen war. Skooma gab Sorla in Gedanken noch eine Woche, dann würde er es geschafft haben, wenn es sein musste durch permanente Nerverei.
Bereits zwei Stunden später marschierte er wieder durch Mafalas Reich. Er hielt auf den Hohetempel von Ash'uhn zu, vor dem er sein Ziel wusste. Hier in den Bergen hatte er zuletzt einen Lichtempel, wie er sie nannte, gesehen. Skooma erreichte ihn gegen Abend, zog sich um und legte den Zeremonienschädel auf das Podest. Die Tür ging auf und wie erwartet starrte ein Lich ungläubig ins Leere. Skooma hatte fast Mitleid mit der Kreatur. Damit sie etwas zum Spielen hatte, beschwor er einen Clannfear. Er selbst steuerte ein paar Pfeile bei, die Lichlein zu grotesken Sprüngen verhalfen.
Nachdem Skooma hatte, was er wollte nahm er den nächstgelegenen Opfersarg und reiste in die Gegend von Sula.

428.Tag – Stufe 49

Den Tempel in der Bam G'nur hatte er bald wiedergefunden. Heute war Skooma besser vorbereitet, er hatte alle Schlüssel, um das Tor zu öffnen.
Der Raum war nur klein, zwei Grabplatten am Boden, ein Altar und einige Gefäße und … „Ich hasse Mumien!“. Die beiden Angreifer stellten sich als ziemlich zäh heraus, doch ebenso wie der Lich gestern hatten sie ein Orientierungsproblem, so dass sie nur planlos um sich schlugen. Skooma konnte ihnen leicht ausweichen und schickte sie zur ewigen Ruhe. Da lag er, der Schild des Pelagius. Skooma hob ihn auf. Er erschauerte. Einen derart starken Schild hatte er nicht vermutet. Daneben sah sein eigenen Wahnsinnserz-Schild wie ein Kistenbrett aus (obwohl er schöner verarbeitet war). Doch Pelagius' Schild schützte praktisch vor allem … nur nicht vor Sandhusten!
Skooma machte die leidvolle Erfahrung, dass seine magische Bastelei an der Chitinmaske diese die Sturmfestigkeit gekostet hatte. Enttäuscht schmiss er das Teil weg. Hustend und fluchend kehrte er in den Tempel von Kathar und von dort ins Ordenshaus zurück.
Ach so, noch etwas hatte er beim Schild gefunden, den Totentaler von Ayhamli, über den er vieles in der Pyramide gelesen hatte.
Auch hier in Cyrodiil war die Zeit nicht stehen geblieben. Der Außenposten in Weye war fertiggestellt worden. Er würde sich das Gebäude schon bald ansehen. Vorerst jedoch warb er drei zusätzliche Wachen dafür an, die sich ablösen konnten, bestellte eine komplette Einrichtung und gab den Auftrag für den Anbau eines Wohnturmes.
Nach einem kurzen Besuch in der Universität, genauer bei der magischen Truhe, suchte er seine Hafenhütte und dann das Gildehaus der Diebe auf.
Quer über den See war er nach Weye geschwommen. Skooma betrat den Außenposten und sah sich genau um. Alles war zu seiner Zufriedenheit ausgeführt worden. Mehr noch, es gab sogar wieder einen raffiniert  versteckten Geheimraum. Auch die neu angeworbenen Rekruten machten einen halbwegs Vertrauen erregenden Eindruck. Es waren zwei junge Kaiserliche und die Hochelfe Ingalawen, die noch ein klein wenig ängstlich war. Doch das würde sich schon noch legen. Mit „ängstlich“ meinte Skooma ihre Reaktion auf einen Höhlengang, der beim Aushub des Kellers gefunden aber nicht erforscht worden war. Sie wollten ihn lieber so zumauern wie er war. Skooma hatte da seine Einwände. Zuerst musste jemand nachsehen, um was es sich handelte. Es wäre doch unverzeihlich, eventuell wertvolle Artefakte für immer dort unten einzuschließen. Ingalawen atmete sichtbar erleichtert auf, als Skooma beschloss, die Sache selbst in die Pfote zu nehmen.
Er entdeckte die Reste einer verschütteten Ayleidenruine. Alles sah stark einsturzgefährdet aus, weswegen er sich zu seiner Entscheidung gratulierte, nicht das Leben anderer aufs Spiel gesetzt zu haben. Wie erwartet gab es auch Bewohner. Friedlich schlafend lagen vier Gestalten auf steinernen Podesten im größten Raum – Vampire. Der erste von ihnen wachte nie wieder auf. Auch die anderen drei durften ihren Schlaf gleich bis in alle Ewigkeit fortsetzen, ohne Chance selbst einen Treffer anzubringen. Problem gelöst – keine Artefakte gefunden – es konnte zugemauert werden.

429.Tag – Stufe 50

Palonirya bekam Waren. Skooma lud die Rüstungen und Waffen der Vampirsippe bei ihr ab, ebenso alles Gepäck auf das er verzichten konnte. In der „Angelegenheit Kirim Var“ war er die letzte Zeit nicht weiter gekommen. Niemand hatte einen Magier namens Jerand in der Kaiserstadt gesehen. Damit blieb Skooma nur noch eine Option. Er musste nach Anvil, wo er ein Haus besaß und Skooma ihn vor Tagen in der Magiergilde getroffen hatte. Aber auch die Wildbret-Truhe wartete noch auf ihn, so dass er erst gegen Mittag würde aufbrechen können.
Skooma nutzte die Zeit, um Sorla weiter zu nerven. Er hatte den Namen Ridam Omeyn eingraviert auf ihrem Bett-Regal entdeckt. Wenn das kein Anlass war, ...
Leider lief nicht alles glatt. Sorla gab ihm mehr als deutlich zu verstehen, dass sie nicht reden wollte. Und bevor sie noch in Versuchung kam, ihm mit dem Streitkolben die Mähne zu glätten, ließ er lieber von ihr ab. Man musste ja nicht alles wissen, ... nicht sofort ...
Bald schon saß Skooma wieder auf seinem Pferd. Vorbei an Chorrol ritt er in einem großen Bogen nach Westen. Er kam bis zu den Ruinen von Nonungalo, wo er absteigen musste, um sich zwei lästige Berglöwen vom Hals zu schaffen. Kaum war Skooma damit fertig, gewahrte er am Fuß des Abhangs seinen nächsten Gegner, einen Oger. Er schickte ihm einen Clannfear entgegen, um die Bestie auf Distanz zu halten, nahm den Bogen und legte an. Der Kampf wäre normal verlaufen und hätte wie immer mit Skoomas „verlustfreiem“ Sieg geendet, wenn ... nicht ein Schatten aufgetaucht wäre, um sich einzumischen. Der Schatten griff den Oger im Nahkampf an, was ein Fehler war, wenn man nicht über eine sehr gute Rüstung verfügte. Bralsa Andaren hatte sie nicht. So konnte Skooma den Oger zwar letztlich besiegen, doch seine ehemalige Zerstörungs-Lehrerin war gefallen. Wieder ein Verlust, den er zutiefst bedauerte, vor allem da er unnötig war. Wenn er doch nur schon das Wissen Kirim Vars besitzen würde. Wie viele sinnlose Tode würde er rückgängig machen können ... ?
Skooma kümmerte sich noch um die Ruinen selbst. Es gab Irrlichter und Dreughs und Minotauren und Oger, von allem etwas. Und er bekam wieder einen größeren Vorrat an Welkynd-Steinen.

430.Tag – Stufe 50

Am frühen Morgen war Skooma immer noch dabei, den diversen Fallen der Ruine auszuweichen. Später hielt er sich nordwärts. Irgendwie bekam er sogar sein Pferd die steile Felswand zum Brena-Fluss hinunter. Er hatte gehofft, wenigstens einen schmalen Uferstreifen zum Reiten vorzufinden. Statt dessen wurde es eine sehr lange Schwimmstrecke bis zur Mündung. Skooma erreichte Brenita am Westende, wo er gemütlich einige Stunden verbrachte.
Der Weg nach Anvil an der Küste entlang brachte ihm drei neue Nirnwurzpflanzen ein. Skooma hatte Glück. Jerand war tatsächlich nur kurz in der Kaiserstadt gewesen und dann nach Anvil zurückgekehrt. Er traf ihn im gleichen Raum der Magiergilde wie damals an. Doch Jerand stoppte Skoomas spontanen Rededrang. Später, um vier Uhr nachmittags in seinem Haus wollte er mit ihm sprechen. Na ja, das war nicht mal mehr eine Stunde. Skooma lief so lange noch etwas durch die Stadt, sprach mit den Leuten, und dann war es auch schon Zeit, nach Whitmond aufzubrechen.
Gegenseitig tauschten sie ihre Informationen aus. Skooma erzählte von der Schwarzen Bibliothek und von der geheimnisvollen Sekte, die wohl sie beide auf der Abschussliste hatte. Jerand hatte erfahren, dass vor einigen Jahren Bücher aus den streng gehüteten Archiven der Magiergilde verschwunden waren. Es handelte sich ausnahmslos um Werke, die Kirim Var betrafen. Wer das bewerkstelligt hatte, musste Zutritt zu den höchsten Kreisen im Reich besitzen. Leider hatte er nicht erfahren, wo das Grab des alten Magiers zu suchen war. Wenn man doch nur einen Hinweis darauf ...
Skooma griff sich seine Schwanzspitze und biss kräftig hinein. Was war er nur für ein Idiot?! Er schleppte die ganze Zeit ein Einzelteil Kirim Vars mit sich herum. Jetzt musste er wieder einmal quer durchs Reich reisen, um es untersuchen zu können. Hastig verabschiedete er sich, holte eines seiner ausgeruhten Pferde und ritt nach Osten davon.
Einen Abstecher leistete er sich trotzdem, zu Alawen ins Trolllicht-Lager. Als er in der Nacht in Skingrad eintraf, war er dem Meistergrad als Schütze wieder ein ganzes Stück näher gekommen.

431.Tag – Stufe 50

Auch bei der Priorei der Neun stand noch eines von Skoomas Pferden herum. Er hatte längst keine Übersicht mehr, wo er alle verteilt hatte. Doch die Möglichkeit, auf ein ausgeruhtes Reittier zu wechseln, war schon etwas wert. Am Vormittag passierte er Bruma, ritt weiter nach Süden und überquerte den Niben auf Höhe des Pantherflusses. Immer am nördlichen Ufer entlang gelangte er so zur Rotwassersumpf-Höhle, einer guten Gelegenheit für etwas Abwechslung.
Gleich hinter dem Eingang stieß er auf alte Särge, was sofort auf Untote als Bewohner schließen ließ. Und kurz darauf tauchte der erste Vampir auf. Skooma bearbeitete ihn hinter seiner Deckung hervor mit Stromstößen. Sein Gegner leuchtete dann immer so schön ...
Nach einigen Stunden war er fertig. Alle Vampire, darunter auch ein Adliger namens Hindaril, hatte er erlegt. Nur viele der hochwertigen Waffen und Rüstungen musste Skooma zurück lassen. Es war so schade, doch alles mitschleppen ging einfach nicht.
Er überquerte einen Nebenarm des Pantherflusses, um sogleich vor der nächsten Festungsruine zu stehen. Rotwasser. Auch hier begrüßten ihn zuerst Skelette, und dann, wen wunderte es, der erste Vampir.

432.Tag – Stufe 50

Vom Anbruch des neuen Tages bekam Skooma nichts mit. Er befand sich tief in den Eingeweiden der Festung, dort wo die Gefängniszellen lagen, Wölfe und weitere Vampire herumlungerten. Auch hier verzichtete er auf schwere Beutestücke, ließ sogar einige Waffen zurück, um mehr Kleinteile mitnehmen zu können.
Wieder draußen rastete er nur kurz. Schon hinter dem nächsten Berghang im Norden lag das Granat-Lager, wo er es am brennenden Lagerfeuer viel gemütlicher hatte. Es gab Hirsch zum Frühstück. Skooma hatte ihn aus vollem Lauf mit einen Blitzschlag gegart. Ein großes Stück des Fleisches nahm er gleich für Irena mit. Wenn die Truhe im Magierturm ihn nicht im Stich ließ, sollte er bald genug Fleisch zusammen haben.
Dann stand er wieder vor dem Eingang zu Margatha. Skooma wusste, dass drinnen die Geister auf ihn warten würden. Er legte seine Tarnausrüstung an und ging im Kopf noch einmal die Beschwörungsformel für Düstergespenster durch. Dann trat er ein.
Dem ersten Geist setzte er ein Düstergespenst vor die durchscheinende Nase, dann noch eins ... und noch eins. Es reichte nicht. Skooma ging das zu langsam. Wieder ließ er den Geist Geiste sein und suchte unsichtbar den Kartenraum auf. Zielstrebig ging er zur Opferschale, um Kirim Vars knochiges Händchen hinein zu werfen. Das Ergebnis war schockierend. Warum musste immer bei ihm alles kaputt gehen? Wieder war ein Teil der Decke eingestürzt, waren die Trümmer auf die große Karte am Boden gefallen. Aber trotzdem hatte er Erfolg. Ein greller Lichtstrahl wies direkt auf die Stadt Skingrad. Sollte dort Kirim Vars Grab liegen? Und ... Skooma dachte noch weiter ... sollte der alte Fuchs Hassildor davon etwas wissen?
Kaum war Skooma ins Freie getreten, erschien ein Hologramm von Jerand. Skooma staunte. Was manche Magier so alles zustande brachten. Warum konnte er das nicht?
Jerand rief ihn dringend nach Anvil. Er hatte auch etwas herausgefunden, was er Skooma unbedingt persönlich sagen oder zeigen musste. Dann war das Bild auch schon verschwunden. Nun gut, Skooma würde wieder nach Anvil reisen. Die Kaiserstadt lag ja ebenso auf dem Weg wie Skingrad. Er konnte also einiges nebenbei erledigen. Kaum hatte er jedoch den nördlichen Abhang erklommen, lenkte schon wieder ein Bandit Skoomas Aufmerksamkeit auf sich. Nach den Vampiren war das kein Gegner! Skooma war schnell mit ihm fertig, doch dann stand er vor dem Eingang der Pfeilhöhle. Er konnte nicht widerstehen.
Es war auch gut so, denn sonst hätte er etwas verpasst. Skooma fand hier den „Brustharnisch des Anus“, ja das Teil hieß wirklich so!
Beim anschließenden Boxkampf gegen zwei Oger, den Skooma natürlich gewann, schrottete er seine Rüstung. Als er mit der Reparatur fertig war, hatte der neue Tag bereits begonnen.

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Mit Level 50 hat Skooma die letzte legal mögliche Stufe erreicht (legal = ohne Rückstufung durch Knastaufenthalt).
Damit hat er satte 514 Punkte Lebensenergie, mickrige 204 auf Magie und 404 auf Ausdauer.
Bis auf Glück (65) liegen alle Werte auf 100 (wenn man mal von Verschiebungen durch die Waage der ausgleichenden Gerechtigkeit absieht).
Fertigkeiten, in denen Skooma noch nicht Meisterniveau erreicht hat, sind folgende:
Akrobatik: 99 – dürfte bald von allein geschafft sein, da der Ausbilder Torbern tot ist
Blocken: 94 – letzte Hauptfertigkeit, reicht leider nicht für weitere Aufstiege
Nahkampf: 92 – Helvius Cecia will nicht mehr, braucht wohl das Geld nicht
Sicherheit: 92 (inkl. 40 Skelettschlüssel-Punkte) – J’baana ist leider früh verstorben, wegen Mangel an Schlössern wird es hier dauern
Schütze: 91 – Alawen hat als letzte unterrichtet, bevor keiner mehr mitspielte
Wortgewandtheit: 73 – etwas Unterricht wäre nicht schlecht, da vor der Installation von „Crowted Cities“ kaum noch jemand mit Katzi sprechen wollte, leider ist einer der Bettler verunglückt, die Voraussetzung damit nicht mehr erfüllbar




"Die Toten existieren um die Lebenden zu nähren." Eola
  18.05.2011, 10:47
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433.Tag – Stufe 50

Unweit der Pfeilhöhle wartete die Eingestürzte Mine bereits auf einen Abenteurer wie Skooma. Hier hausten nur Banditen, was die Säuberungsaktion gleich viel leichter machte. Trotzdem hielt sich Skooma lange in den weit verzweigten Gängen auf. Im Laufe der Zeit verzichtete er immer öfter auf seine Unsichtbarkeit. Ein richtiger Zweikampf machte auch viel mehr Spaß, obwohl die Banditen äußerst unfair kämpften. Oder was sollte man sonst dazu sagen, wenn jemand mit einer Kriegsaxt auf einen unbewaffneten Khajiit losging? Na ja, manchmal konnte auch ein kleiner Lähmungszauber ganz hilfreich sein.
Skooma schaffte es gerade noch vor Sonnenuntergang bis zur Kaiserstadt. Sein erster Weg führte ihn in den Magierturm, wo er eine böse Überraschung erlebte. Das Fleisch aus der Vervielfältigungstruhe war geklaut worden! Jetzt besaß er mit seiner mitgebrachten Jagdausbeute noch 20 Portionen Wildbret, von denen die ersten schon einen strengeren Geruch aussandten. Das reichte nicht. Skooma wagte trotz allem einen neuen Versuch.
Palonirya kannte Skoomas Eigenart, immer kurz vor Feierabend aufzukreuzen. Aber seinem besten Kunden ist man ja nie böse ... oder lässt sich nichts anmerken. Wie immer waren beide äußerst zufrieden mit ihrem Handel.
Vor der Tür des Ordenshauses lief ihm Sorla über den Weg. Bevor er sie erneut auf das Magier-Thema ansprechen konnte erzählte sie ihm ungewohnt redselig, dass sie gerade auf dem Weg zu einem Kräuterladen war, der Kwama-Eier aus Morrowind im Angebot hatte. Skooma schloss sich ihr spontan an. Kwama-Eier hatte er noch nie probiert, das musste er unbedingt nachholen.
Sie kamen nur langsam voran. Immer wieder trafen sie auf Bekannte oder wurden selbst angesprochen. Ein Argonier namens Usheeja stellte sich als Umbacanos Wächter vor und erinnerte Skooma damit an sein Vorhaben, den alten Elfen morgen aufzusuchen. Nachdem sie im Baumgartenbezirk angelangt waren und Sorla jeweils eine Ewigkeit vor den riesigen Statuen der Neun stehen blieb, kamen Skooma erste Zweifel am Orientierungssinn der Dunmer. Kurz vor Mitternacht drehte sie dann um, lief den kurzen Weg zurück und legte sich in ihr Bett, als ob nichts gewesen wäre. Und wo blieben jetzt die Eier?

434.Tag – Stufe 50

Ein Tag für Langschläfer. Es war fast Mittag, als Skooma im Ritterturm erwachte. Eigentlich hatte ja Jerand zur Eile gemahnt. Doch wenn er jetzt abreiste, dann würde mit Sicherheit wieder jemand seine Fleischtruhe plündern. Skooma blieb also nichts übrig, als bis zum Nachmittag zu warten.
Zeitvertreib gab es ja genug. Zuerst ging er zu Umbacano. Der Sammler hatte es auf seine Ayleiden-Statue abgesehen, die er sofort zu einem angemessenen Preis kaufte. Wie Skooma dann erfuhr gab es zehn dieser Statuen. Er war zwar sicher, dass er weit mehr waren, doch Umbacano beharrte darauf, dass es zahlreiche Imitationen davon gab. Gut, er war der Experte, Skooma hatte keinen Unterschied entdecken können, was allerdings für ausgezeichnete Arbeit des Fälschers sprach ...
Wie auch immer, einige Orte, an denen es diese Statuen geben sollte, hatte der Sammler herausgefunden. Namen wie Fanacas und Wenyandawik waren Skooma bekannt. Dort war er schon und hatte die Statuen geborgen, welche sich jetzt in Neu-Sheoth befanden. Er würde sie bei Gelegenheit mitbringen.
Seine nächste Station war die Arena. Zuerst wettete Skooma 100 Septim auf das blaue Team und gewann. Zur Not hätte er ja versucht, mit einem kleinen Blitz von der Zuschauertribüne einzugreifen, doch es war nicht nötig.
Anschließend ging er selbst auf die Kampffläche. Drei Minotaurenfürsten wurden ganz gemächlich weichgeklopft, gegrillt, mit Pfeilen gespickt und endeten schließlich teilweise als Füllung für seine Seelensteine. Das großzügige Honorar rundete die Sache ab.
Dann war es endlich soweit. Skoomas Magiertruhe hatte den vorgeschriebenen tag lang Zeit gehabt und er konnte 10 Portionen Wild daraus entnehmen. Sofort lief er zu Irina. Die noch frischen Scheiben oben auf legte er ihr das Fleisch hin, nur um wieder angemeckert zu werden. „Ich will einen Salat machen. Bringt mir mal zehn Zwiebeln und dreißig Tomaten.“ „Natürlich, die Dame, wird sofort erledigt.“ Skooma nahm sich fest vor, als nächstes die Bewerbungen von Küchenpersonal durchzusehen.
Jetzt musste er aber los. Das Gemüse konnte er auch unterwegs auftreiben. Fast fluchtartig trat Skooma die Reise nach Skingrad an.
In der „Westebene“ konnte Skooma bereits eine ganze Zwiebel erwerben. Er war etwas verwundert über das Gemüse-Angebot der Herberge, doch beim Colovianischen Händler hoffte er, morgen den Rest zu bekommen. Heute war es schon zu spät. Oder sollte er sein Glück bei den „Zwei Schwestern“ versuchen? Er bezweifelte zwar, dass Orks viel mit Gemüse anzufangen wussten, machte sich aber trotzdem auf den Weg. Plötzlich gab es Aufruhr in den Straßen. Bewaffnete Bürger und die Wachen rannten an ihm vorbei. Ein Mörder war gestellt worden. Ob er es auf Skooma abgesehen hatte? Skooma beschränkte sich aufs Blocken. Zu groß war die Gefahr, in dem ganzen Gewühl andere zu verletzen, und Ärger mit der Stadtwache war das letzte, was er heute noch gebrauchen konnte. Leider dachten nicht alle so. Als der Mörder längst besiegt war (er hatte eine frische Tomate bei sich) brach auch Ambroise Canne unter den wütenden Schwertstreichen eines Wachtpostens zusammen. Zwei Pfeile waren wohl daneben gegangen und steckten jetzt im Hintern des Soldaten. Das Leben war manchmal hart und traurig.

435.Tag – Stufe 50

Bevor Skooma zu Bett ging, hatte er noch die „Zwei-Schwestern“-Herberge, die Kämpfer- und die Magiergilde sowie sein eigenes Haus durchsucht. Alles in allem kam er damit auf fünf Zwiebeln. Es war zum Heulen.
Auch seinen weiteren Weg nach Anvil plante er so, dass er möglichst viele Händler und Bauernhöfe berührte. Über Scherbenfels und den Schettkamm-Hof, Gottshaw und Brina-Kreuz gelangte er nach Whitmond. Doch wo er auch hin kam, Tomaten und Zwiebeln hatten Seltenheitswert.
Das schlechte Gewissen holte Skooma im Haus des Magiers wieder ein. Hätte er sich nur etwas mehr beeilt ... Statt Jerand fand er nur eine Blutlache auf dem Teppich, sowie das aufgemalte Abzeichen dieser Sekte. „Skampdr..“ In seinen Fluch hinein platzte ein neues Hologramm des Magiers. Es schien eine Aufzeichnung zu sein, die beim Überfall der Sekte auf das Haus entstanden war. Jerand sprach hektisch über die alte Stadt Parnadis, eine Stadt des Nedic-Volkes, dem auch Kirim Var angehörte. Das dazugehörige Rätsel war fast schon zu einfach. Skooma hatte den ersten Hinweis für seine Suche in Margatha erhalten. Den Rest konnte er sich zusammen reimen. Jetzt beeilte er sich wirklich. Ohne die Gemüsehändler Anvils noch eines Gedankens zu würdigen sprang er aufs Pferd und ritt zurück nach Skingrad.
Hier musste doch irgendwo diese Statue sein! Ach, da war sie ja. Skooma lief um das Reiterstandbild herum und besah sich jede Einzelheit. Er fand nichts auffälliges. Doch dann, als er seine Untersuchung mit den Pfoten fortsetzte, bewegte sich plötzlich ein Teil. Die Bewegung war minimal, fast nicht feststellbar, aber er hatte deutlich den magischen Impuls gespürt, der davon ausging. Jetzt wurde es spannend. Es gab noch einen zweiten Teil des Rätsels zu lösen. Skooma lief durch die Stadt. So einfach, wie das Reiterstandbild zu finden war, so schwierig war es bei Julianos. Er hatte eben nie wirklich auf diese Statuen geachtet. Haargenau als der Nachtwächter die Mitternachtsstunde ausrief, erreichte Skooma den kleinen Friedhof und Julianos' Standbild.

436.Tag – Stufe 50

Trotz der späten Stunde und der gruseligen Umgebung war hier immer noch Betrieb. Zwei ältere Elfen unterhielten sich angeregt miteinander. Skooma musste sich erst von hinten anschleichen und sie gehörig erschrecken, um ungestört seine Untersuchungen fortsetzen zu können. Als er die Statue vorsichtig berührte, entwich eine Nebelwolke dem steinernen Mund und in der offenen Hand funkelte etwas. Skooma fand einen glänzenden Stein, den er sogleich an sich nahm. Jetzt fehlte nur noch das Tor. Er vermutete es ganz in der Nähe, irgendwo zwischen den Gräbern, und behielt Recht. Der Stein öffnete eine Falltür, die in die Unterwelt Skingrads hinab führte.
„Hallo Bruderschaft! Kennt ihr schon meine Lieblingsechse?“ Ein kurzer Gang hatte Skooma zu einem Kellerraum geführt, in dem zwei Kuttenträger als Wachtposten lauerten. Sie hatten keine Chance. Bevor sie auch nur in Skoomas Nähe kamen, um ihn anzugreifen, hatte dessen Clannfear schon alles klar gemacht. Skooma durchsuchte noch sämtliche Kisten und Truhen, fand auch ein Buch über das Nedic-Volk, das er später lesen würde, dann öffnete er die nächste Falltür.
Ab hier ging es unsichtbar weiter. So ließ er sich auch von zwei Düstergespenstern nicht stören, sondern stieg die teilweise steilen Gänge immer tiefer hinab. In der nächsten Halle hatte sich ein kleiner See gebildet, sonst war sie leer, oder wenigstens unbewohnt. Sie endete vor einer übergroßen Tür. Skooma hatte die uralte Stadt Parnadis gefunden.
Was hatte er erwartet? Schon die Vorhalle war riesig. Die Bauwerke dieses frühen Menschenvolkes standen denen ihrer ayleidischen Todfeinde in nichts nach. Auch wenn von dem ganzen Prunk nicht mehr viel geblieben war. Zwischen dem Schutt geborstener Säulen und herabgestürzter Deckenteile fand er immer wieder die skelettierten Überreste von Kriegern, Krieger beider Seiten. Wie es aussah, war die Stadt in einem letzten blutigen Krieg untergegangen.
Doch nicht alles hier war tot. In gewissen Abständen hörte Skooma deutlich eine Stimme, die ihn davor warnte, diese heilige Stätte der Toten zu entweihen. Und immer wenn das geschah, musste er befürchten, dass ein weiterer Teil der brüchigen Höhlendecke auf ihn hinab stürzte. Skooma trug selten seinen Helm, doch hier lernte er ihn zu schätzen. Die Trümmer bildeten auch nicht die einzige Gefahr. Immer wieder erhoben sich einzelne der Gefallenen, um ihn anzugreifen. Es war zwar nicht wirklich bedrohlich, da die Untoten bei aller Zähigkeit recht unbeholfen agierten. Aber es hielt ihn lange auf. Dazu kam noch, dass er sich die Zeit nahm, fast alle Toten zu durchsuchen. Skooma hatte die Erfahrung gemacht, dass manche noch immer wichtige Artefakte oder Schlüssel bei sich trugen. Er fand wenig, fast nichts bis auf einen grünen Stein.
Der nächste Saal war noch größer, noch eindrucksvoller. Eine breite Galerie lief um ihn herum und von hier zweigten Türen zu den einzelnen Wohnvierteln ab. Skooma verzichtete vorerst darauf diese zu untersuchen. Er spürte einfach, dass ihm nicht genug Zeit blieb, wenn er Kirim Vars Grab vor den Ordensbrüdern finden wollte. Auch hier traf er wieder auf diese finsteren Gestalten. Immer zu zweit hatten sie sich gut verteilt. Offenbar zu gut, denn wenn er sie angriff kam ihm nie ein anderer Trupp in die Quere.
Nachdem er (teilweise) den Königspalast durchstöbert hatte, ohne etwas wichtiges gefunden zu haben, stand er vor einer weiteren Tür. Sie führte zum Mausoleum. Dort hinter musste er die letzte Ruhestätte Kirim Vars finden.

437.Tag – Stufe 50

Skooma stand in einem Rundbau. Zur Mitte zu, hinter dicken Säulen, gähnte der Abgrund. Doch direkt unter ihm musste sich eine zweite Etage befinden. Er überlegte. Sollte er sich den langen Weg nach unten suchen? Sollte er ihn sich womöglich frei kämpfen? Nein. So tief war es nun auch wieder nicht. Skooma stellte sich an den Rand des Abgrunds und sprang.
Das selbe wiederholte sich noch drei mal. Zwischendurch korrigierte er kleinere Verstauchungen sofort mit seinem besten Heilzauber. Dann kam er unten auf und sah sich um. Sarkophage standen im Kreis um eine großes mittleres Grab. Und Skooma war nicht allein.
Eine kleine Gruppe Ordensbrüder, allen voran ihr Oberhaupt Barakarnaf traten auf ihn zu. „Ihr werdet uns nicht daran hindern, die Prophezeiung der Götter zu erfüllen!“ Der Priester klang sehr siegessicher. Logisch, er kannte ja auch die verheerende Wirkung der Ebenholz-Klinge noch nicht. Skooma änderte dies umgehend. Endlich war es geschafft. Er hatte Kirim Vars Grab entdeckt und brauchte nur noch die Pfote nach der einzigartigen magischen Gabe auszustrecken, als … von oben das niederträchtige Gelächter erklang. Diese Stimme kannte er doch …
„Überraschung!“, rief Jerand Haleb, als er auf Skooma zu trat, um ihm einen sinnlosen Vortrag über seinen ach so tollen Plan zu halten. „Überraschung!“, äffte ihn Skooma nach, als er vor den Augen des Magiers verschwand. Jerand mochte ein paar gute Tricks drauf haben, einen hundertprozentigen Chamäleonzauber zu durchdringen vermochte auch er nicht. Sicher war es kein fairer Kampf von Skoomas Seite. Aber das hatte er auch nie für sich in Anspruch genommen. Jerand ordnete sich in die lange Reihe derjenigen ein, die Skooma unterschätzt hatten. Dann war es soweit. Skooma stand vor dem Grab und streckte die Pfote nach Kirim Vars Herz aus.
Jetzt musste Skoomas Gewissen entscheiden. Sollte er, wie Larduk es gewollt hätte, das Herz des Magiers und damit dessen Macht für immer zerstören? Oder sollte er die Macht über Leben und Tod selbst erlangen und somit göttliche Kräfte erhalten? Wozu sollte er den Dolch aus Caraffkristall, den er bei Jerand gefunden hatte, benutzen? Letztlich gab es nur eine Lösung. Auch wenn es ihm noch s schwer fiel, er musste es tun. Er war es seinen Untertanen schuldig. Die göttliche Skoomakatze durfte auf diese Macht nicht verzichten. Skooma nahm Herz und Dolch und tat, was notwendig war, um den Zauber der Wiederbelebung zu erlernen ...
Kurzzeitig verfinsterte sich alles. Dann schaute er auf und sah die Sterne über sich, einen grandiosen Nachthimmel. „Bitte setzt Euch“, wurde er angesprochen. Es war Larduks Geist, der zu ihm redete. „So habt Ihr Euch gegen meinen Rat entschieden ... Nutzt Eure neue Fähigkeit weise.“ Larduk sah weiter zu den Sternen empor und Skooma bemerkte noch ein Flimmern der Luft bevor er sich in der Berghütte des Magiers wiederfand.
So hatte er sich das eigentlich nicht vorgestellt. Er hatte noch lange nicht alle Ecken der Stadt Pranadis erforscht. Vieles hatte er sich für den Rückweg aufgehoben. Na ja, jetzt würde er wieder nach Skingrad reisen müssen. Vorher jedoch konnte eine Ruhepause nicht schaden. Schon von weitem sah Skooma die lodernden Flammen des Obliviontores, des letzten, dass es in Cyrodiil noch gab, seines Tores.
Nach einer ausgedehnten Siesta hatte Skooma einen Entschluss gefasst. Wer sagte ihm denn, dass der Zauber Kirim Vars funktionierte? Er musste es unbedingt ausprobieren, und dabei war ihm ein Name eingefallen: J’baana, der viel zu früh verstorbene Meistertrainer für schwierige Schlösser. Skooma musste in die Kaiserstadt.
Auf dem Weg dahin kam er an der Ruine Ninendava vorbei. Stand die nicht auf Umbacanos Liste? Wenn ja, dann könnte es hier eine der Statuen geben. Skooma sah sich um. Er stieß auf Zombies, einen relativ starken Vampir-Magier uns fand wirklich eine der „Zehn Ahnen“ genannten Skulpturen. Dann neigte sich der Tag auch schon dem Ende zu.

438.Tag – Stufe 50

Den Rest des Weges verzichtete Skooma auf irgendwelche Abstecher. Vorbei an der Festung Coldcorn kam er nach Weye, wo der Wohnturm gerade fertiggestellt war. Leider erinnerte ihn das Gebäude auch an seinen Einkauf. Zwiebeln und Tomaten u besorgen, stellte ein ungeahntes Problem dar.
Als er im Gefängnisbezirk ankam, wurde er enttäuscht. J’baanas Leiche hatte man – natürlich – längst begraben. Allein die Frage hatte ihm genügend argwöhnische Blicke eingetragen. Wenn er sich jetzt, noch mit der Schaufel aus Mafalas Reich im Gepäck, nach der Lage des Grabes erkundigt hätte, wäre er sicher sofort festgenommen worden. So musste er sich eben ein neues Testobjekt für den Zauber suchen.
Kurz darauf betrat er das Ordenshaus. Er zahlte seinen Rittern das längst fällige Gehalt, bevor er sich der Post widmete. Der Turm in Weye war fertig – wusste er bereits. Eine Bewerbung für den Außenposten lag auch vor, die Skooma akzeptierte. Zwei seiner Leute schickte er gleich auf Werbetour, zuerst nach Bruma. Dann las er das Angebot der Magiergilde, zwischen Ordenshaus und Außenposten einen Teleporter zu errichten. Das klang vernünftig. Er würde demnächst einmal nachfragen, ob so etwas auch für die Ordensburg in den Bergen möglich war.
Beim weiteren Durchstöbern des Hauses stieß er im „Geheimen Weg“ auf einen Hebel. War er bis jetzt wirklich immer daran vorbei gelaufen? Skooma war sich sicher, diese Stelle schon mehrmals untersucht zu haben. Wie auch immer, er öffnete den Durchgang zu einem schmalen verwilderten Garten, der sich innerhalb der inneren Ringmauer befinden musste. Damit waren die Verteidigungsanlagen der Stadt weit weniger massiv, als er angenommen hatte. Ein ausgesprochen friedlicher Goblin lebte hier. Mit Ilkgel, so hieß er, konnte man sogar vernünftig reden. Und das beste war, dass er eine Goldmiene besaß und willens war, für nur 30 Flaschen Bier für Skooma das Gold abzubauen.
Nun, er sollte seine Beschäftigung haben. Skooma musste sowieso die Händler der Stadt nach Tomaten abklappern. Da konnte er auch gleich Bier mitbringen.
Zuerst brachte er die Bücher aus der Schwarzen Bibliothek und aus Parnadis zu Palonirya. Dann ging er shoppen.
Als es Abend wurde hatte Skooma in der gesamten Stadt 5 Zwiebeln, 4 Tomaten und 5 Flaschen Bier auftreiben können. Eine mehr als magere Ausbeute.
Noch in der gleichen Nacht ritt er nach Skingrad.

439.Tag – Stufe 50

Einhundertfünfzig Silberpfeile war das Hochwertigste, was Skooma in Skingrad erwerben konnte. Na ja, besser als nichts. Kurz darauf kam seine neue Gabe zum Einsatz. Amroise Canne, der erst vor wenigen Tagen gefallen war, lag noch immer am Straßenrand. Auch das war typisch für diese Provinz. In Elsweyr wäre so etwas undenkbar gewesen.
Jedenfalls sprach Skooma die Formel, berührte Ambroise und dieser stand auf, um seiner Wege zu gehen, so als wäre er nie tot gewesen. Cool!
Dann hatten die Gänge unter dem Friedhof Skooma wieder. Er stand vor einer hölzernen Tür, auf die jemand „Gruft der Thrassischen Pest“ gekritzelt hatte. Ob da was dran war? Sicherheitshalber rekapitulierte er noch einmal sämtliche Heilzauber, die er kannte. Dann öffnete er die Tür.
Er fand ein Labyrinth aus Gängen, winzigen Räumen und Nischen, in denen Särge standen. Wie es aussah, hatte man hier wirklich die Opfer einer Epidemie beigesetzt. Die meisten Särge enthielten aber nichts außer Knochenmehl und Lumpen. Einige der Opfer hatten auch nach dem Tod keine Ruhe gefunden. Sie spukten jetzt als Düstergespenster durch die Gänge. Skooma ließ sie in Frieden. Nach stundenlangem Hin- und Hergerenne hatte er einen größeren Raum entdeckt. Sauber aufgereiht, standen sieben Flaschen auf einem steinernen Tisch. Ein Buch lag daneben, gewissermaßen als Gebrauchsanleitung. Skooma las.
Wunderbar, wenn man den Inhalt einer dieser Flaschen trank, dann öffnete sich die Tür zu einer versteckten Kammer – wie auch immer das funktionieren sollte. Wenn er eine der anderen Flaschen erwischte ... nun, zwei enthielten einen Teleportationstrank, eine Wasser und nur die restlichen drei ein tödliches Gift. Selbstverständlich war auch – in Rätselform – beschrieben, welche Flasche welchen Inhalt hatte. Doch wer konnte schon garantieren, dass nicht jemand vor Skooma die Reihenfolge vertauscht hatte? Wenn es ihn selbst erwischte, würde ihm auch seine neu gewonnene Fähigkeit nichts nützen.
Skooma dachte nach. Schließlich kam ihm die rettende Idee. Es stand ja nirgends, dass man persönlich kosten musste. Also beschwor er eine Zombie ...
Beim dritten hatte er Glück. Mit lautem Gepolter senkte sich eine Wand in den Boden und gab den Durchgang zu einer weiteren Kammer frei. Auch hier schwebte ein Untoter herum, diesmal ein Lich. Skooma hätte ihn ja verschonen können, doch Liche konnte er nun mal nicht ausstehen. Er fand in der Kammer unter anderem fünf rötliche Caraff-Kristalle, die er gleich mitnahm.
Danach ging er den selben Weg wie beim letzten Besuch, hinab in die versunkene Stadt.

440.Tag – Stufe 50

Diesmal hatte Skooma vor, die einzelnen Wohnbezirke zu untersuchen. Leider fand er die Tore ausnahmslos verschlossen vor. Keines konnte er knacken, nicht einmal mit Hilfe des Skelett-Schlüssels.
Dafür entdeckte er im Palast den alten Herrscherthron. Er war unbequem wie die meisten Sitzmöbel aus den alten Zeiten. Natürlich hatten auch die Erbauer dieser Stadt nicht berücksichtigt, dass es Leute mit Schwanz gab. Man kannte das ja. Skooma ruhte etwas aus und sah dabei seinen Xivilai-Kriegern zu, die vor den Stufen des Thronpodestes die Untoten abwehrten.
Sein weiterer Weg führte ins Mausoleum, diesmal durch die Seitengänge, dann zu den königlichen Thermen und schließlich zurück. Als er den Friedhof verließ war es bereits wieder Abend.

441.Tag – Stufe 50

So richtig wusste Skooma heute nichts mit sich anzufangen. Nach einem Kurzbesuch bei Agnete, die wieder einmal unter Kopfschmerzen litt, brach er in die nördliche Wildnis auf. Skooma ritt nach Nonungalo, um zu sehen, ob er noch etwas für Bralsa Andaren tun könne. Doch die Oger dort hatten ganze Arbeit geleistet. Von Bralsas Leiche fehlte jede Spur.
Über Wetterlih kam er nach Dreckhack. Hier lag noch eine tote herum, die er sofort wiederbelebte.
Er hätte es lassen sollen. Marlena Brussinier stand wohl auf der „falschen“ Seite. Sobald sie von den Toten erwacht war, griff sie Skooma auch schon an. Das Ganze endete in der Kapelle. Außer der netten Dame hatte er noch acht weitere Eingeborene zu erledigen. Zum Schluss musste auch Natch Pinder, einer der wenigen, die zu ihm standen, wiederbelebt werden. Das reichte für heute.
Aber Skooma machte trotzdem weiter. Prior Marborel aus der Weynon-Priorei war der nächste, der sich über sein neues Leben freuen durfte.
Der Rest des Tages verging mit Einkäufen in Chorrol. Ergiebig war es auch hier nicht.

442.Tag – Stufe 50

Am Vormittag traf er in Bruma ein. Das „Novaroma“ und die Jerall-View-Herberge brachten ganze 4 Tomaten. Bier gab es hier gar nicht, nur Met. Und ob Ilkgel den akzeptierte war fraglich.
In den Hallen der Magiergilde züngelten immer noch die Flammen vor sich hin. Die Toten hatte man schon begraben, Skooma kam hier wieder einmal zu spät.
Dafür konnte er auf dem Schlachtfeld etwas tun. Er erweckte Baurus wieder, dann Hauptmann Burd und Jauffre. Alle wirkten recht glücklich. Aber woher wusste Jauffre, dass inzwischen Narina Carvain Kaiserin geworden war???
Auch in Cheydinhal versuchte Skooma Gutes zu tun. Es glückte nicht ganz. Aldos Othran konnte sich zwar wieder eine neue Flasche kaufen gehen, doch Vidkun im Brunnen stellte sich zu dämlich an. Statt Skooma nach draußen zu folgen süffelte er immer wieder ab.
Dann saß Skooma lange vor dem Kamin seines Hauses und grübelte vor sich hin. Wie sollte es weiter gehen?
Er entschied sich für Leyawiin, der Stadt die er schon lange nicht mehr besucht hatte. Mal sehen, ob es dort etwas neues gab.

443.Tag – Stufe 50

Nach seiner üblichen Ladenrunde machte Skooma den Fehler, das Haus der Dunkelforstrotte zu betreten. Immer noch hielten sich die beiden Argonier dort auf und immer noch waren sie sauer auf ihn. Sie mussten irgendwie an einen Unsterblichkeitszauber gelangt sein, denn wie oft Skooma sie auch mit Hilfe der Wachen und anderer Bewohner besiegte, sie standen immer wieder auf. Es war zum Fellausraufen.
Schließlich reichte es Skooma. Er überließ die Stadt ihrem Schicksal und wandte sich wieder nordwärts. Sein nächstes Ziel hieß Bravil.
Schon bald lag Staade vor ihm. Auch hier konnte Skooma altes Unrecht wieder gut machen, indem er Biene Amelion und drei weitere Dorfbewohner von den Toten zurückholte. Nebenbei fand er auch einige Tomatenpflanzen, die reif zur Ernte waren.
Der restliche Weg wurde von kurzen Scharmützeln unterbrochen, zwei Dreughs, Banditen und ein Bär.
In Bravil suchte er zuerst Andragil auf. Doch wie vermutet, gab war sie zu keinem weiteren Unterricht bereit. Skooma schlenderte durch die Stadt. Bei Ungarion kaufte er die letzte der 30 Tomaten, die er für Irina besorgen sollte. Nun fehlten nur noch neun Flaschen Bier auf seiner Einkaufsliste.
Als er den Laden verließ, stand er inmitten eines Tumults. Der Hofmagier Fathis Aren hatte sich mit der Stadtwache angelegt und war gerade am verlieren. Skooma belebte ihn wieder, redete beruhigend auf ihn ein (natürlich mit magischer Hilfe), so dass Fathis endlich das Schwert wegsteckte. Kaum jedoch war Skooma einige Schritte gegangen, da begann der Kampf erneut. Na ja, wer nicht hören kann ... Skooma nahm Fathis Aren Rüstung und Wertsachen ab und ließ ihn dann liegen. Es war wohl zwecklos.
Bei Bogrum im „Einsamen Freier“ verkaufte er die Sachen zu einem Spottpreis. Leider gab es auch hier nicht die erhofften Bierflaschen, nur Met und Wein.
Dafür erlebte er eine freudige Überraschung, als er seine Bruchbude am Kanal betrat. Alba war zu Besuch.

444.Tag – Stufe 50

Die Bosmer hatte sich auf den Inseln gelangweilt. Außerdem ließ sie ihn wissen, dass es angebracht wäre, sich seinen Untertanen mal wieder zu zeigen. Zahlreiche Ketzer trieben wohl wieder ihr Unwesen und wenn es so weiter ging, war bald ein Aufstand zu befürchten.
Skooma sagte zu, so bald wie möglich mit ihr nach Neu-Sheoth zu kommen. Aber einmal musste er noch zur Kaiserstadt, bevor die Zutaten für den Salat welk wurden. Alba ließ sich nicht davon abbringen, ihn diesmal zu begleiten.
Gemeinsam erreichten sie Weye, wo sich Skooma kurz umsah. Der Teleporter war jedoch noch nicht eingebaut. Sie mussten also auch das letzte Stück laufen.
Thoralf, Relius, Clagius, Skooma zahlte allen ihren Sold aus und hörte sich ihre Sorgen und Gerüchte an. Mit Sorla unterhielt er sich besonders lange. Sie war die Einzige der Truppe, der Skooma zutraute, die Geschicke des Ordens auch ohne ihn zu leiten. Wenn sie ihren Sarkasmus etwas zügelte.
Bei Irina lieferte er das ganze Gemüse ab. Der Dank hielt sich in Grenzen. Genauer gesagt maulte sie herum, weil er so spät kam. Als ob das so einfach gewesen wäre. Ihre nächste Bestellung, 20 Erdbeeren, konnte getrost jemand anderes besorgen.
Anschließend gingen sie zum Weißgoldturm. Sie fanden Narina Carvain im Ratssaal, wo sie in Gedanken versunken allen auf einem der Stühle saß. Lange musterte sie ihre beiden Gäste, so als schiene sie zu ahnen, was sie auf dem Herzen hatten. „Ihr habt dem Reich gut gedient“, sagte sie schließlich zu Skooma. „Wenn dies Euer Entschluss ist, so werde ich Euch nicht aufhalten. Geht mit dem Segen der Neun.“
Die Kaiserin hatte eingewilligt, als Skooma vorschlug, das Amt des Ordensmeisters auf Sorla Fyr zu übertragen. Sie würde auch Nachrichten an die Gilden schicken, zumindest an zwei Gilden, um ihnen mitzuteilen, dass das Amt des Meisters beziehungsweise des Erzmagiers wieder frei war. Das Leben würde weiter gehen.
Skooma verabschiedete sich. Gemeinsam mit Alba kehrte er nach Neu-Sheoth zurück, vielleicht für immer.

ENDE

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Damit endet das vermutlich längste Tagebuch, zumindest das längste, das ich geschrieben habe. 211.500 Wörter sind ein eine Menge Text, wenn ich mir überlege, wie lang das ganze mit Screens geworden wäre ...
Auch wenn noch einige Quests offen sind ist es erst einmal genug.
Die ganze Geschichte hat unglaublich viel Spaß gemacht. An dieser Stelle möchte ich noch einmal denen danken, die durch ihre interessanten Mods immer wieder für neue Spannung gesorgt haben. Mein Dank geht vor allem an
TroY (?) für die Sklavin Alba
Aspiria für Aspirias Fluch
Rung und sein gesamtes Team für den Orden des Drachen
Hebrock für Die Legende des Kirim Var
Janirus für Mein eigenes Oblivion-Königreich
an alle, die ich jetzt leider nicht aufgeführt habe
und natürlich an alle, die mitgelesen haben.
Skooma hat sich seine Ruhe redlich verdient – lasst sie ihn genießen.

E mephala de alan, narsa


"Die Toten existieren um die Lebenden zu nähren." Eola
  25.05.2011, 08:03
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