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Thema: Essentia Deorum  (Gelesen 71079 mal)

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"Wo ist dieser blöde Bognermarkt eigentlich? Kennt sich hier jemand aus, oder müssen wir am Stadtrand suchen - bis dahin komm ich zurecht.", fragte Cyron voller Tatendrang und sah in dem Moment aus, als könne er es mit einer ganzen Horde von Geistern aufnehmen.

„Auskennen nicht, aber schwierig zu finden sollte der Tempel nicht sein“, fügte Chiriel in gewohnt knapper Art an und schon begaben sie sich auf den Weg. Umaril schien ganz und gar nicht angetan von der Idee, einem Geist zu begegnen.
„Hattest du es schon oft mit Geistern zu tun? Und kannst du uns schon irgendwas sagen, was für uns im Kampf von Nutzen wäre? Irgendwelche Anweisungen, Ratschläge vielleicht?“, ertönte die Frage von Chiriel, die sich Leif zugewandt hatte.
An Cyron gewandt schmunzelte Celindra:
„Magie schadet gegen Geister zumindest nicht.“
  08.10.2011, 16:32
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255

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Gesagt, getan machte sich die Truppe mehr oder weniger zielsicher auf den Weg zum Kaiserlichen Tempel. Es freute Leif, dass die anderen seinem Rat folgten und nicht darauf bestanden für heute Schluss zu machen und sich auszuruhen. Der einzige der ein wenig zufriedenes Gesicht machte war Umaril. Er würde sich jetzt wohl lieber ein Zimmer in einer Herberge mieten.

„Hattest du es schon oft mit Geistern zu tun? Und kannst du uns schon irgendwas sagen, was für uns im Kampf von Nutzen wäre? Irgendwelche Anweisungen, Ratschläge vielleicht?“, fragte Chiriel den Hexenjäger im Laufen.
"Ich stand tatsächlich einige male Geistern gegenüber, meistens jedoch solchen, die von Totenbeschwörern herbeigerufen werden um ihnen im Kampf zu helfen. Geister, die einen Ort ohne Beschwörung und über längere Zeit heimsuchen, sind etwas seltener.", holte Leif aus. "Es gibt unzählige verschiedene Geister und Gespenster, keines gleicht dem anderen. Ungefähr so, wie kein lebender Mensch dem anderen gleicht. Darum muss man jede Erscheinung auf eine andere Art bekämpfen. Die meisten Geister lassen sich nur mit Magie oder magischen Waffen verletzen. Manche auch mit Silber. Einige benutzen Magie im Kampf, andere dagegen bestehen zum Teil aus physischen Komponenten und können mit Krallen oder Zähnen angreifen. In einem Kappellengrab in Cyrodiil stand ich sogar einmal dem Geist eines Ritters gegenüber, der selbst im Tod noch mit seinem Schwert bewaffnet war.", erzählte er und versuchte sich kurz zu halten, obwohl es so viel über Geister zu erzählen gab. "Es gibt auch völlig unsichtbare Gespenster, oder solche, die früher oder später wieder auftauchen, nachdem man sie im Kampf besiegt hat. Und ein befreundeter Magier hat mir einmal erzählt, er hätte sich mit dem Geist eines Ermordeten unterhalten, der sein Haus nicht verlassen wollte, ehe sein Mörder gefasst oder gestorben war. Du siehst, es ist schwer für mich Ratschläge zu geben, bevor ich weiß womit wir es zu tun haben."
« Letzte Änderung: 08.10.2011, 22:26 von 255 »
  08.10.2011, 22:24
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„Magie schadet gegen Geister zumindest nicht“, kommentierte Celindra die Frage von Chiriel knapp in seine Richtung. Beim Wort „Magie“ rümpfte Cyron verächtlich die Nase. Er hatte keine Zweifel daran, dass Magie tatsächlich ein gutes Mittel zur Bekämpfung von Geistern war - trotzdem fühlte er sich durch diese Bemerkung leicht herausgefordert. „Ohne Magie gäbe es das Problem gar nicht!“, konterte er mit leicht knurrigem Unterton, während er der Unterhaltung zwischen Chiriel und Leif lauschte.

Was der Hexenjäger über Geister und Gespenster erzählte, war ihm zwar bekannt - aber er hatte diesen Punkt bisher gar nicht bedacht, da er gewöhnlich auf Schlachtfeldern kämpfte! „Wenn diese Geister nur mit Silber zu bekämpfen sind, ...müsst ihr ohne mich klarkommen. Meine Schwerter und Dolche sind aus Feinstahl - glaub ich jedenfalls - und ich hab auch keine Ahnung, ob sie magisch sind“, kommentierte er ehrlich und pragmatisch das Gehörte während er mit mit den Schultern zuckte. „Ein Gladiator aus Narsis brauchte sie nach einem Duell nicht mehr! Wir kämpften damals, um den Disput zweier 'Ehrenmänner' zu klären!“, wobei er das Wort „Ehrenmänner“ betonte als hätte er stattdessen „Bastarde“ gesagt! Genau das waren diese beide hohen Herren nämlich für ihn. Statt ihre Angelegenheit selbst zu regeln, hatte sie dafür bezahlt, dass Andere an ihrer Stelle mit Blut bezahlten! Er wusste bis heute nicht, worum es bei diesem Disput überhaupt ging - aber die beiden Dunmer hatten einander „Vetter“ genannt und extrem gut bezahlt.

Nach dem Kampf hatten die beiden Mer den Toten einfach im Flussbett liegen gelassen und waren zu seiner Verwunderung sogar Seite an Seite davongeritten, als sei gar nichts passiert. Also hatte Cyron dessen Leiche geplündert und selbst rasch das Weite gesucht. Er wollte schließlich nicht als „vermeintlicher Mörder“ im Kerker von Narsis enden. In der Heimat hatte er die Waffen dann polieren und verkaufen wollen. Doch als er bemerkte wie gut sie in der Hand lagen, hatte er kurzerhand entschieden sie selbst zu führen! Seither leisteten sie ihm gute Dienste, daher hatte ihn nie wirklich interessiert, aus welchem Material sie waren oder ob gar Magie in ihnen wohnte - auf dem Schlachtfeld war das nicht von Bedeutung.
'Aber nun...!?'
« Letzte Änderung: 09.10.2011, 13:55 von Palanthir »
  09.10.2011, 13:52
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Umaril lauschte den anderen, während die Gruppe gemeinsam zum Tempel ging.
Er war sich nicht sicher, ob sich Cyron, der zuversichtlich vorangeschritten war, wusste, worauf er sich einließ. Der Magier wusste bisher nur aus ein paar Schriften, was genau Geister waren. Wie man sie bekämpfte, stand dort nur bruchstückhaft.
Leif schien von allen die meiste Ahnung zum Thema Gespenster zu haben, weswegen Umaril darauf vertraute, was dieser gerade erzählte. Das man den astralen Körper nicht mit normalen Waffen angreifen konnte, hatte er auch schon gehört.

"Dann hoffe ich, dass wir den Priester auch vor dem Geist finden.", witzelte der Altmer.
  09.10.2011, 22:17
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Während Leif weiter über Geister fachsimpelte, brummte Cyron nur missmutig zurück:  „Ohne Magie gäbe es das Problem gar nicht!“
An die Menge gewandt fuhr er fort:  „Wenn diese Geister nur mit Silber zu bekämpfen sind, ...müsst ihr ohne mich klarkommen. Meine Schwerter und Dolche sind aus Feinstahl - glaub ich jedenfalls - und ich hab auch keine Ahnung, ob sie magisch sind. Ein Gladiator aus Narsis brauchte sie nach einem Duell nicht mehr! Wir kämpften damals, um den Disput zweier 'Ehrenmänner' zu klären!“
"Dann hoffe ich, dass wir den Priester auch vor dem Geist finden.", meldete sich nun zum ersten Mal Umaril mit einem mehr oder minder geistreichen Kommentar zu Wort.
Nachdem sie bei einer Abzweigung links abgebogen waren, malte sich plötzlich ein imposantes Gebäude vor ihren Augen ab. Man konnte anhand der Architektur und des Baustils direkt sehen, das das Gebäude anders war, als die sonst so großen luftigen Bauten hier auf Summerset.
„Also, wenn das nicht der Tempel ist.“, ließ Celindra verlauten.
  12.10.2011, 11:30
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Chiriel hatte zwar schon davon gehört, dass Gespenster unempfindlich gegenüber „normalen“ Waffen wären, aber bisher hatte sie das nicht so richtig glauben wollen. Warum sollten Silberwaffen besser funktionieren als blankes Eisen oder Stahl? Was war an Silber anders, ausser dass es pflegeintensiver war, weil es rasch einmal schwarz anlief?
Dass Leif dieses „Gerücht“ bestätigte, schmeckte Chiriel nicht besonders, denn das hiess, dass ihr Schwert nutzlos war. Cyron kam zu demselben Ergebnis und erklärte sofort, dass er für diesen Kampf nicht richtig ausgerüstet war und man auf ihn verzichten müsse. – Klang Enttäuschung aus seinen Worten? Die Söldnerin meinte zwar ja, war sich aber nicht sicher, da Cyron seine übliche Burschikosität zeigte.

Noch während die Halbmer darüber nachsann, wie hilfreich sie mit Dolch und ihren wenigen Magiekenntnissen sein könnte, witzelte Umaril völlig unpassend: „Dann hoffe ich, dass wir den Priester auch vor dem Geist finden.“
Seinen Worten zum Trotz zeigte er jedoch nicht die geringste Neigung dazu, das Tempo zu erhöhen. Gemächlich wie zuvor watschelte er hinter ihnen her und schien sich nicht die geringsten Sorgen zu machen.
Warum auch? Vermutlich würde er sich weiträumig aus der Schusslinie halten und die Drecksarbeit ihnen überlassen …

Seine achtlos hingeworfenen Worte bewirkten jedoch, dass sich Schweigen ausbreitete.
Zum Glück war es jedoch nicht mehr weit, denn ein paar Gassen weiter – wo war nur diese Bognermarkt? – war plötzlich der Tempel zu sehen. Ein hässlich grauer, kompakter Rundbau, tatsächlich dem Tempel ähnlich, der in der Kaiserstadt stand, und ganz entschieden nicht hierher passte in seiner schlichten Fremdartigkeit. Das einzige Zugeständnis der verspielten Elfenbauweise waren die eingravierten „wachsamen Augen der Neun“, die rundherum auf den Mauern die Besucher von oben herab beobachteten.
‚Den Architekten, der dieses Schandmal verbrochen hat, hätte man auspeitschen lassen sollen’, dachte Chiriel spontan, während Celindra zur gleichen Zeit sagte: „Also, wenn das nicht der Tempel ist.“
„… dann hat noch jemand anderer einen grottenschlechten Geschmack“, ergänzte die Halbmer und starrte angewidert auf das in seiner Schlichtheit protzige Gebilde, welches den Unterschied zwischen menschlicher und elfischer Kunst nicht eindrücklicher hätte aufzeigen können.
„Wenn man mich hier begraben täte, würde ich aus Frust auch herumspuken“, murmelte sie halb zu sich selber und hatte plötzlich Verständnis für jedes Gespenst, dass sich innerhalb dieser Mauern nicht zur Ruhe legen wollte.
„Wie auch immer …“, sagte sie lauter. „Lasst uns hineingehen und den Priester suchen.“
  12.10.2011, 15:22
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Als sie den Tempel endlich erreicht hatten, schien es als würde niemand den ersten Schritt in das Gemäuer machen wollen. Nach kurzem Zögern trat Cyron an den Anderen vorbei und ergriff den großen Ring und zog damit einen der beiden Torflügel auf, um einzutreten. „Na dann, lasst uns dem Geist mal auf den Zahn fühlen“, entgegnete er während eintrat und den Schauer ignorierte der ihm über den Rücken lief - er fühlte sich nicht wohl bei der Aussicht darauf keine tauglichen Waffen gegen den Geist zu besitzen, aber irgendjemand musste die Totenstarre ja beenden. „Falls wir den Priester finden, sollten Leif und Umaril das Reden übernehmen!“, murmelte er an seine Gefährten gerichtet.   
  15.10.2011, 08:57
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