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Thema: Skattel - Nein, nicht das Gericht!  (Gelesen 1106 mal)

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PROLOG



31. Morgenstern, 1. Jahr 4.Ä

Der Wind pfiff, die Bäume wurden vom Sturm beinahe entwurzelt, Blitze schlugen in der Ferne ein, Regen peitschte gegen die Hauswände Helstroms. Wie auch gegen das prachtvolle Gebäude, eine Viertelstunde von der Stadt entfernt.

Skattel raunte innerlich. Es war mitten in der Nacht, aber wie sollte man bei solchem Lärm schlafen? Schließlich, nach einigen Sekunden des Zögerns, stieß er die Decke von sich und stand auf. Er kleidete sich an, öffnete die Tür, und trat in den Flur. Kaum tat er den zweiten Schritt, prallte er gegen einen Argonier. Hinter ihm Geschrei.
„Herr! Herr! Sie kommen!“ Kaum vollendete er seinen Satz, zischten Bolzen an ihnen vorbei. An ihnen vorbei, aber nicht durch sie hindurch. Selbst blinde Fleischfliegen könnten besser zielen. Während maskierte Attentäter in den Fluren und Zimmern des Domizils wüteten, Mägde und Knechte abschlachteten, und Möbel in Brand setzten, stürzten Skattel und der Argonier in das nächstbeste Zimmer.
Während Letzterer die Tür verschloß und mit Stühlen verrammelte, wurde auch schon das Fenster von Skattel geöffnet. Er spähte in die dunkle Nacht hinein und sprang. Nach ihm der andere Argonier. Beide landeten auf dem weichen Sumpfboden, während aus dem Haus immernoch Geschrei und Kampeslärm drang. Sowohl Skattel als auch sein Begleiter rannten so schnell wie möglich in Richtung Stadt. Nachdem sie mehrere Meter zurücklegten, ging das Gebäude hinter ihnen in Flammen auf. Skattel sah zurück. Schließlich, nach einigen Sekunden des Zögerns, packte er den anderen Argonier an den Armen.
„Hör’ zu, Geel, du musst nicht mitkommen. Du kannst nach Archon, Gideon, vielleicht Sturmfeste. Aber mich führt meine Reise weit weg. Sehr weit weg.“ sprach er nicht ohne melancholischen Unterton, während hagelähnlicher Regen auf sie einprasselte.
„Ich werde Euch folgen Herr, wohin auch immer Ihr geht.“ gab der wesentlich ältere Argonier zurück.
„Genau das wollte ich von dir hören. Komm’ jetzt.“
Ohne weitere Worte gingen sie. In Richtig Seelenruh.
:wayne:?
  27.11.2010, 19:57
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Kapitel I: Ankunft in Seelenruh.


3. Sonnenaufgang, 1. Jahr 4.Ä

Er betrat die Kaschemme. Sie trug den Namen „Zum gebratenen Goblin“.
Der Besitzer schien keine blühende Fantasie zu haben, oder ein wahrhafter Goblinfleisch-Fanatiker sein. Skattel wusste nicht, was schlimmer sein könnte.
Die Reise von Helstrom nach Seelenruh ging überraschend schnell vonstatten, innerhalb weniger Tage kamen er und Geel an.
Aber das kompensierte noch lange nicht das, was in Seelenruh, zumindestens in diesem Teil der Stadt.  an der Tagesordnung war.
Skattel wandte sich von „bestimmten“ Geschehnissen auf einem der Tische ab.
Dieser Ort war einfach grotesk.
Der Argonier spähte durch die Menge und suchte nach einem abgelegenen Tisch…Und fand ihn schließlich. Vorbei an sich prügelten Tavernengästen bahnte er sich einen Weg. Nach rund einer Minute  - Allein das war bei diesen Zuständen ein Wunder - erreichte er ihn.
Mit einem missmutigen Blick sah er auf einen der „Stühle“ am Tisch. Nein, auf diesen konnte sich ruhig Geel setzten. Er war daran gewöhnt, aber nicht Skattel.
Der Argonier bestellte nichts, war wohl klüger so.

Nach wenigen Minuten des Wartens erschien Geel in der Taverne, und sah sich verwirrt um. Ein Schwarm Fleischfliegen war übersichtlicher. Aber nach einer Handgeste Skattels entdeckte der ältere Argonier den Tisch, drängte sich durch die Menge und setzte sich. Zu spät bemerkte er, auf WAS er sich setzte. Es knurrte – Angeekelt sprang Geel auf und stieß den Stuhl von sich. Er könnte genauso gut stehen.
„Nun, hast du erledigt worum ich dich gebeten habe?“ wandte sich Skattel fragend seinem Freund zu.
„Jemand wird uns nach Leyawiin bringen. Morgen Nacht.“
„Ist er vertraulich?“
„Den Umständen entsprechend – Ja.“
„Welchen Umständen entsprechend?“
„Das wollt Ihr nicht wissen.“
„Nun gut. Konntest du in einem einigermaßen sauberen Gasthaus ein Zimmer mieten?“
„Ja. Wenn Ihr mir bitte folgen würdet, Herr.“
Wortlos stand Skattel auf und folgte Geel, beide verließen so rasch wie möglich die Taverne.
Vorbei an Dieben und Schlägern folgten sie einer der Nebenstraßen Seelenruhs, bis sie, in einem etwas nobleren Viertel, an einem Gasthaus ankamen. Keine Bewusstlosen, keine „Angetrunkenen“, um es vorsichtig auszudrücken, und kein sonstiges Gesindel. Bei all den Tavernen Seelenruhs war diese hier wohl eine der Annehmbarsten. „Zum toten Dunmer“. Der Name war perfekt.
 
Auch der Schankraum des Gasthauses war sauber; Weder Blut noch Dreck an Mobiliar und Wänden, ein wahres Wunder in dieser Gegend. Selbst die Gäste verhielten sich anständig.
Während Deel etwas zu Essen bestellte, sah sich Skattel nach einem geeigneten Tisch um. Und dann erstarrte er – Dort, an einem Tisch in einer Wandnische, sitzte jemand. Dieser Jemand war in eine schwarze Lederrüstung samt Maske gehüllt, hatte die Füße auf den Tisch gehievt und hantierte beiläufig mit einem Dolch in der linken Hand. Und er starrte  Skattel an. Beinahe gelähmt, eilte er so unauffällig wie möglich zu Geel, welcher gerade mit dem Wirt an der Theke sprach, riss ihn mit und ging mit ihm die Treppe hoch. Oben angekommen schien Geel bereits zu wissen, was los ist. Kluger alter Geel; Der größte Vorteil an ihm war, dass er nie Fragen stellte. Überaus praktisch.
Hinter verschlossener Zimmertür begann nun Skattel zu sprechen.
„Wir bleiben abwechselnd wach. Ich möchte nicht mit aufgeschlitzter Kehle aufwachen.“
„Ja, Herr. Ruht Euch ruhig aus, ich werde Euch rechtzeitig wecken.“
Diesen Worten folgte er.

Lautes Poltern wecke Skattel, kaum öffnete der Argonier die Augen, riss ihn Geel hinauf. Vor dem Bett lag die Leiche des Maskierten aus dem Schankraum. Schritte erklangen auf dem Flur. Kaum stand Skattel wieder auf festen Füßen, öffnete Geel auch schon das Fenster und kletterte hinaus, gefolgt von Skattel. Schließlich rannten sie im Dunkel der Nacht in Richtung Westen, Richtung Küste.

Es dauerte etwa eine halbe Stunde, bis sie an einem kleinen Steg ankamen, an welchem ein kleines Boot angebunden war, auf der anderen Seite stand eine ärmliche Hütte. Beie traten auf dem Steg, und ein Argonier, welcher zuvor auf dem Boot arbeitete, kam zu ihnen.
„Ihr solltet erst morgen Nacht kommen. Was wollt Ihr?“ begann dieser mürrisch das Gespräch.
„Ihr werdet uns JETZT nach Leyawiin bringen. Selbstverständlich werde ich Euer… Honorar beträchtlich erhöhen.“
„Ähm…Nunja, das ließe sich bewerkstelligen. Kommt auf meine Schuppe.“
Geel und Skattel betraten das Boot, während der Fährmann das Tau zwischen Steg und Boot löste und danach zu rudern begann. Schließlich legten sie in Richtung Cyrodiil ab.



Es war um Mitternacht, als ein augenscheinlich betuchter Argonier eine äußerst heruntergekommene Kneipe in Gideon betrat.
Er setzte sich an einen Tisch in einer Wandnische, an welchem bereits jemand saß, und schob einen Geldbeutel über den Tisch. Der Andere nickte.
„Die Zielpersonen, Ihr wisst wie sie aussehen, befinden sich auf dem Weg von Seelenruh nach Leyawiin. Ich möchte dass Ihr sie findet…Und ausschaltet.“
:wayne:?
  29.11.2010, 19:17
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