Nirn.de

Gast

Thema: Anara: Ein altes Tagebuch [Nehrim]  (Gelesen 3687 mal)

  • Gräfin
    • Adel
ACHTUNG!
Dies ist eine Dead-is-Dead-Variante von Nehrim, nicht von Oblivion!
Auf den folgenden Seiten und in den folgenden Posts wird es unweigerlich zu SPOILERN kommen, was die Geschichte, den Inhalt und das Aussehen vom großen Oblivion-PlugIn (wenn man es so nennen kann) Nehrim - Am Rande des Schicksals betrifft!

Wer dies noch nicht gespielt hat und dies ohne Spoiler noch tun will, sollte also nicht weiter lesen!
Und wer noch am Spielen ist und vielleicht noch nicht so weit ist wie ich, sollte zumindest vorsichtig sein!!


Allen anderen wünsche ich viel Spaß!

Wer möchte, kann mir gern in der Taverne des Todes Feedback geben - aber wenn Kritik, dann bitte nur konstruktive ;)

Anmerkung: Da ich Nehrim noch nie gespielt habe, habe ich mir die Regeln ein klein wenig zurecht gebogen und die Schwierigkeitsstufe auf 30 heruntergeschraubt. Ich werde schauen, wie schwer das Ganze ist, und dann entsprechend den Regler wieder auf Normal (also 50) verschieben.
Dies dient einfach der Chancengleichheit, da DiD's über Oblivion von Spielern gespielt werden, die Oblivion mindestens 1-2x durchgespielt haben und wissen was kommt. Ich dagegen spiele es komplett blind.
Wem das nicht passt, der soll sich bitte mit Kommentaren zurück halten und einfach nicht weiterlesen.

Ich spiele aktuell die Version 1.0.9.6 - ohne Mods.


------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Prolog

Es ist der Abend Eures Geburtstages.
Euer Onkel ist überraschend vorbei gekommen und hat Euch sogar ein Geschenk mitgebracht. Voller Vorfreude wickelt Ihr den braunen Stoff auf, doch was Ihr seht, enttäuscht Euch ein wenig. Vor Euch liegt ein altes Buch, nicht sehr ansehnlich und an dem Rücken schon etwas zerschlissen.
Doch Ihr zwingt Euch, Euren Onkel dankend anzulächeln, und als Ihr aufblickt, seht Ihr erstaunt, wie dieser schmunzelt.
Er berichtet Euch, dass dies die einzige Abschrift eines alten Tagebuches sei, dass Euer Ur-Großvater einst fand. Wo er es fand, habe er nie sagen wollen, doch Euer Onkel ist der Ansicht, dass Ihr nun alt genug seid, die Geschichte der Person, die dieses Tagebuch vor vielen, vielen, sehr vielen Jahren verfasst hat, zu lesen, um daran zu wachsen.
Noch immer nicht recht überzeugt, feiert Ihr mit Eurer Familie bis in den Abend hinein. Erst als der Mond sich über den Horizont erhebt, Euer Onkel sich auf dem Weg zu seinem Heim gemacht hat und Eure Familie bereits eingeschlafen ist, holt Ihr dieses Buch heraus. Immer noch ein wenig skeptisch, aber durchaus auch interessiert, schlagt Ihr Seite 1 auf ...
« Letzte Änderung: 08.02.2011, 00:56 von Felidae »
  07.02.2011, 22:14
  • Offline


  • Gräfin
    • Adel
Kapitel 1 – Dunkle Tunnel

Mein Name ist Anara. Ich bin eine Halb-Aeterna.

Dies soll ein Bericht über die Ereignisse dieser düstren Stunde sein. Als Erinnerung, falls ich diesen Schreckensort nicht überleben sollte.
Ich möchte hier niederschreiben, was um mich herum geschieht. Ich gebe zu, im Grunde ist es wohl ein verzweifelter Versuch, diesem schaurigen Ort zumindest einige Minuten entfliehen zu können.
Doch möchte ich auch meine Seele entlasten, etwas zu Papier bringen, um nicht als namenlose Leiche hier zu verrotten; ich möchte etwas hinterlassen.

Ich sitze hier in einer kleinen Kammer, nebst mir eine Leiche, sie müffelt schon leicht.
Heute ist der 11. Juni 3E1017.

Doch um hieraus ein Bericht über diese Mine und die Geschehnisse hier zu machen, ein Bericht auch über mich, möchte ich ein wenig erzählen.
Ich fühle mich halbwegs sicher, Celebro wacht.

Es geschah vor zwei Tagen, als mich ein anonymer und versiegelter Brief in der Abtei, in der ich lebe, erreichte. Darin enthalten war eine Einladung, ich solle zu einem Treffen in einer Mine, ganz in der Nähe, kommen.
Nun sehe ich klar: wie konnte ich so töricht sein? Ein geheimes Treffen in einer Mine? Doch ich neugieriges Mädchen musste dieser Einladung natürlich folgen. Zugegeben, es klingt auch aufregend … doch wie konnte ich nicht misstrauisch genug sein, es sein zu lassen?

Kaum betrat ich die Mine, wurde ich niedergeschlagen und fand mich in einer dunklen, modrigen Höhle wieder. Kein Licht, kein Ausgang … nur eine Fackel.
Hier traf ich auf Celebro; er hatte offenbar ebenfalls einen Brief erhalten. Und mit ihm … offenbarte sich mir die Furcht: in dieser Höhle hausen Trolle!
Einige konnten wir erschlagen, doch es ist kein Ausgang in Sicht. Wir müssen uns durch düstre Tunnel schlagen, in denen Schatten hausen und Trolle auf uns, ihr Futter, warten.

Ich habe der Leiche die ledernen Beinschienen abgenommen … Celebro sagt, ich brauche sie nötiger als der Tote. Mir ist nicht wohl dabei.
Wir ziehen weiter.

***

Dieser Ort ist schauriger und schrecklicher, als alles, was ich bisher gesehen oder gehört habe!
Celebro ist tot!

Hier hausen keine gewöhnlichen Trolle! Ich musste vor seltsamen schwarzen Trollen fliehen!
Oh ihr Götter! Sie haben Celebro weggefegt, als sei er eine Schneeflocke!

Um mich herum stürzen Wände ein!
Ich muss fliehen! Ich muss hier raus!

Ich habe weitere Rüstung gefunden, es ist mir egal wem sie gehören, ich muss mich vor den Trollen schützen!

Ich habe einen Mann gesehen, als ich auf einer Art Gondel vor einem dieser schwarzen Trolle floh. Offenbar waren Celebro und ich nicht die einzigen, die eine Einladung erhalten haben.
Doch bisher bin ich die Einzige die noch lebt! Dieser Mann bettelte mich an, ihn mitzunehmen. Doch wie kann ich? Ich will leben!
Er auch … doch er wurde von einem dieser Monster erschlagen!

Oh Götter … Ich will hier heraus! Dies kann kein realer Ort sein!

Ich befinde mich in einem Raum, er ist von Gittern abgeschottet. Hier bin ich sicher; doch auch gefangen.

Auf der Flucht habe ich meine Fackel verloren. Ohne dieses Licht ist diese Mine noch schrecklicher!

Ich habe eine Notiz gefunden: sie sagt mir, die Trolle fürchten sich vor Feuer. Wenn ich doch nur Feuer fände!
Der einzige Weg hier heraus ist eine verschlossene Tür.

Ich habe Fackeln gefunden, ich werde sie nutzen um mich auf die Suche nach dem Schlüssel zu begeben.
Was bleibt mir anderes übrig … ich will hier nicht verhungern!

***



Ich habe eines dieser Biester getötet!
Die Notiz hatte recht! Ich habe es in Brand gesetzt!
Es mag nun eklig klingen … ach was … ich bin hier in einer schaurigen Mine, Trolle jagen mich und wollen mich fressen … ich habe seine Leiche durchsucht … vielleicht war es eine Vorahnung, denn ich habe tatsächlich einen Schlüssel gefunden.
Genau der Schlüssel zu der Gittertür, die mir versperrt war. Oh wie hoffnungsfroh war ich doch …

Mehr Leichen. Mehr Trolle.

Und dann … in einer Höhle … ein Haus! Eine Taverne!
Oh wie keimte erneut Hoffnung in mir auf! Das Schild versprach mir eine Taverne …

Doch das erhoffte Bad, das erhoffte Mal, die erhoffte Rettung blieb aus.
Ich sitze hier in Mitten einer Ruine. Diese Taverne ist nur ein weiterer Schreckensort, leer und verfallen. Ich finde keine Ausgang.
Ich werde mich in eines dieser Betten legen, ich habe die Tür versperrt. Ich muss ein wenig ruhen … morgen suche ich nach einem Ausgang.

***

Und ich habe gedacht, es könnte nicht schlimmer kommen.
Ich habe auf meinem Weg hierher gegen Trollenhorden und verfaulte Menschen kämpfen müssen. Der Gestank sitzt mir immer noch in der Nase …
Ich scheine auf ein Nest dieser Biester gestoßen zu sein. Horden von Trollen griffen mich an, vielleicht Jungtiere, sie waren kleiner. Den Göttern sei dank, nicht schwarz.



Doch Hoffnung keimt in mir auf! In dieser Höhle brach plötzlich ein Teil der Decke ein – und dann fielen Lichtstrahlen in die Höhle! Echtes Licht! Sonnenlicht!
Doch dieser Anblick wurde mir nicht gegönnt, erneut Trolle. Mehr und mehr Trolle. An mir klebt Blut, ich stinke, meine Kehle giert nach Wasser.
Doch das Licht gibt Hoffnung.
Denn ich sitze hier in einer kleinen Höhle, über mir ein Brunnenschacht, der unmittelbar nach draußen führt. Aus ihm strahlt Licht auf mich herunter. Der Fund einer Fackel ermutigt mich.

Habe eine Leiche entdeckt, die den gleichen Brief wie ich ihn erhielt, bei sich trug. Wollte uns jemand herlocken, um uns alle zu töten? Doch weshalb?

Habe ein Banner gesehen, auf ihm war ein Kopf abgebildet, vielleicht ein Wolf.
Sollte ich sterben, gibt dies meinem Finder vielleicht einen Hinweis auf denjenigen, der mich hier töten will.

Habe  unterwegs auch ein seltsames Symbol entdeckt, ich habe es aufgesammelt, vielleicht schützt es mich.

Ich werde nun weitergehen.
Der Hoffnung folgen.
Ich will hier raus.
Lebend.

***

Ich lebe!
Licht! Sonne! Wind!



Ich sitze vor dem Ausgang dieser schauerlichen Mine, diesen dunklen, grausigen Tunneln …
Und bin völlig verwirrt, irritiert und verunsichert.
Niemand wollte uns morden.
Stattdessen sitze ich nun hier, mit neuen Tatsachen konfrontiert, die mir heiße Angst einjagen.

Kurz vor dem Ausgang stieß ich auf einen Mann. Sein Name ist Merzul.
Und … er ist ein Magier!
Alle Welt weiß, dass Magie verboten ist. Sie sei etwas schreckliches, fürchterliches, gruseliges. Das sagte man uns.
Doch dieser Mann wirkte gar nicht gruselig. Er schien schockiert über die Geschehnisse hier.
Er erzählte mir, dass ich eine ‚Begabte’ sei. Und sein Orden bilde diese Begabten aus, Magie wirken zu können. Das sei der Grund für dieses Treffen gewesen. Von den Trollen wisse er nichts.
Er bot mir die Wahl an: dem Orden beitreten oder sterben. Er ließ mir keine Wahl, ließ mich nicht einmal aussprechen.

Ich? Eine Begabte? Ich? Ich soll Magie wirken?
Aber der Kanzler hat sie verboten! Merzul warnte mich, ich solle mich von den Leuten des Kanzlers fern halten. Sie dürften nichts erfahren.

Was soll ich nur tun?
Ich muss diesen Turm aufsuchen, den Merzul mir beschriebe. Ich habe keine Wahl. Wenn er wirklich Magie wirken kann, wird er mich finden, wenn ich ihn verrate oder fliehe.

Ich sollte aufbrechen. Ich habe keine Wahl.
Ich werde dem Hohepriester diesen Brief geben, der ihm sagen soll, dass der Kanzler mich verpflichtet habe. Dann werde ich diesen Turm suchen und sehen, was dort geschieht.

Diese Aufzeichnungen darf niemand finden. Es könnte mein Tod sein.


.
« Letzte Änderung: 11.03.2011, 01:15 von Felidae »
  08.02.2011, 00:14
  • Offline


  • Gräfin
    • Adel
Kapitel 2 - Noch mehr Kämpfe

Immer noch der 11. Juni, 3E1017.

Ich hätte wissen sollen, dass das Entkommen aus dieser scheußlichen Mine nicht alles gewesen ist.

Doch da ich entschieden habe, dieses Tagebuch weiter zu führen, will ich weiterhin berichten, was um mich geschieht. Ich hoffe, dass dies genug Schrecken für meine Lebenszeit gewesen sind, doch ich fürchte, wenn ich erst einmal Magie erlernen sollte, wird mein Leben nicht leichter. Wer weiß wo ich ende. Doch egal wo und wann, ich hoffe, dass diese Seiten von jemandem gelesen werden, der mich versteht.

Ich erholte mich eine ganze Weile von den Schauern, die mich immer noch überliefen. Ich saß lange vor dem Eingang der Mine auf dem Boden, um mir die Sonne auf das Gesicht scheinen zu lassen. Es schüttelte mich, eine Mischung aus verbliebener Furcht und Erleichterung.
Ich fürchte, ich kann immer noch nicht ermessen, was hier geschieht.
Endlich raffte ich mich auf, stieg den steilen Pfad hinab zum Walltor, durch das ich am gestrigen Abend eingetreten war. Ich hatte doch tatsächlich geglaubt, mich einfach auf den Heimweg machen zu können. Eine Närrin bin ich, bis heute.
Ein Soldat versperrte mir den Weg. Das Tor wurde von Magiern belagert und mir ist der Weg versperrt. Oh sichere Mauern der Abtei, ich hoffe ich sehe Euch wieder!



Doch genug des Jammerns, ich will dies nicht aussitzen.
Ich traf auf einen jungen Minenarbeiter, Porim. Er scheint meine Lage zu verstehen und bietet mir an, dass ein gewisser Merre vielleicht etwas zu Tun haben könnte. Ich habe ihn den Weg hinauf vorgehen lassen, während ich noch einige Zeilen schreibe.
Nach den letzten Ereignissen bin ich vorsichtig, wer weiß was mich erwartet.

***

Natürlich, eine weitere düstere dunkle Mine.
Ich werde mein Leben lang nie wieder mit ruhigem Atem und entspanntem Herzen einen solchen dunklen Ort betreten können. Doch nun gut, wer immer dies liest soll mich nicht fälschlicherweise für einen Feigling halten.

Merre konnte mir tatsächlich ein wenig Ablenkung verschaffen, indem er mir auftrug, einige Rattenlöcher zu stopfen und die Ratten zu töten. Eine leichte Übung, wenn ich dies sagen kann, ohne hochmütig zu klingen. Die Ziegelsteine, die dort lagen, dienten als Barriere, die Angriffe der Ratten konnte ich zurückschlagen.
Es klingt wie eine Schlacht … doch dieser ganze Tag ist für mich eine Schlacht.

Zurückgekehrt half ich einem der Arbeiter aus einem Helm heraus. Es klingt absurd, doch war er offenbar neugierig genug, einen gefundenen Helm aufzusetzen und blieb doch tatsächlich stecken. Nun gut, etwas Seife und vor Dankbarkeit erhielt ich einen seltsamen roten Stein.
Ich habe ihn sorgsam aufbewahrt, er sieht wertvoll aus, und man sollte sich solche Dinge für Notzeiten aufbewahren, insbesondere wenn sie wenig Platz benötigen.
Ich habe bei dieser Gelegenheit einen Blick auf die Angreifer werfen können. Um an Seife zu kommen, musste ich zurück zum Tor. Ich möchte nicht leugnen, dass die Magier dort mich ein wenig fasziniert haben (ich warf einen Blick auf sie). Soll ich später auch so sein? Kleine unbedeutende Tore angreifen, die zu Minen führen, und zu sonst nichts?
Oder ist es vermessen zu erwarten, dass ich doch etwas Bedeutenderes tun kann, wenn schon von mir verlangt wird, dass ich mein Leben für diese absurde Magie aufgebe? Ich weiß nichts von Magie, außer den Dingen, die ich hörte. Und das war nicht das beste.

Ich werde zum Tor zurückkehren, ich wage zu hoffen, dass es nun frei ist.

***

Töten. Kämpfen. Leichen.
Das ist der Inhalt dieses Tages.

Ich hätte mir denken können, dass diese Belagerung nicht so rasch gebrochen wird. Doch wenigstens stand das Tor noch, als ich dorthin zurückkehrte.
Der Soldat dort trug mir auf, nach etwas zu suchen, mit dem er das Tor verstärken könne. In der oberen Mine könne ich mich doch umsehen.

Wieder eine Mine … wieder dunkle, verwinkelte Gänge …
Aber ich sprach mir Mut zu, wer vom Pferde fällt, soll wieder aufsteigen, war es nicht so?
Also betrat ich die Mine. Mir begegneten Spinnen und Ratten, was mich angesichts dessen, was mir zu Beginn dieses Tages entgegen getreten war oder was mich verfolgt hatte, wenig beeindruckte.
So schnell wird man also abgebrüht? Es scheint so, denn auch die Wölfe, auf die ich traf, schlug ich nieder. Ich glaube, ich entwickle eine zweite Persönlichkeit: die kämpfende Anara. Die Anara, die wie im Trance mit dem Schwert um sich schlägt, Gegner tötet, ohne nachzudenken. Vielleicht ist es besser so.

Ich fand zwei Schaufeln, die sich in meinen Augen eignen sollten, das Tor ein wenig zu verstärken. Doch der Schrecken dieser neuen Mine sollte nun erst beginnen: meine Fackel erlosch.
Wer dies liest, mag nun lachen. Aber wenn er selbst einmal etwas Ähnliches erlebt hat, in einer finsteren Mine von düsteren Trollen verfolgt wurde, gesehen hat, wie andere von ihnen getötet wurden … dem wird ebenfalls ein Schrecken durch die Glieder fahren, wenn er plötzlich im Dunkeln da steht.
So tastete ich mich im klammen Licht durch die Gänge, schlug blindlings nach einigen Ratten und stolperte schließlich erleichtert durch die Tür zurück ins Tageslicht.

Verflucht soll dieser Tag sein, und verflucht sollen diese düstren Minen sein.
Ich werde nie wieder eine betreten, nicht ohne einen Haufen Soldaten und vielen Fackeln.

Doch nein! Wie hätten die Götter mir nun den restlichen Tag Ruhe schenken können!

Kaum hatte ich das Tor erreicht, brachen die Magier durch, griffen die Soldaten an und das Kämpfen begann erneut!
Auch mich griff einer an! Ich schlug tapfer zurück, benötigte jedoch die Hilfe eines Soldaten, um ihn schließlich zu töten.

Mir zittern immer noch die Hände, wenn ich daran denke.
Ein Magier werden … bedeutet das, auf diese Art zu sterben?
Wenigstens ist das Tor nun offen…

***

Porim hat ein Boot.
Und er wird mich mitnehmen zur Abtei. Den Göttern sei Dank und ich bete, dass dieser Tag nun ein ruhiges Ende findet.



***

Ich befinde mich in Sicherheit, zumindest fühle ich mich so. Es kann wohl keiner verstehen, wie willkommen ein vertrautes Dach ist, wenn man einen solch schrecklichen Tag durchlebt hat.

Mein Herz quoll über vor Freude, als ich die Abtei Tirin erreichte. Ich habe nicht gewusst, wie sehr man sich über einen vertrauten Anblick freuen kann, der einem vorher immer alltäglich und langweilig erschien.

Meine Schritte führten mich direkt in die Abtei hinein, ich sehnte mich nach meinem Bett und etwas Ruhe.
Doch stattdessen trat Duras mir entgegen. Ein junger Mönch, bisweilen etwas merkwürdig. Er faselte von einem  Wildschwein, das ihn in der Nacht wach halten würde und bat mich, ihm zu helfen. Ich gebe zu, ich habe resigniert. Weshalb nicht noch ein Wildschwein töten, dass es vielleicht nicht einmal gab, wo ich doch schon getötet hatte an diesem Tag.

Doch erst … musste ich diese Magier-Sache erledigen. Also bat ich ihn, zu warten.
Ich musste noch diesen gefälschten Brief an Aratornias übergeben. Ihn schien es zwar zu bekümmern, dass er mich ziehen lassen muss, jedoch sprach er mir Mut zu und riet mir, nicht sofort aufzubrechen.

Welch willkommene Worte!

***

Ich will nur kurz noch vom restlichen Tag berichten. Ich bin müde, und mich beschäftigen andere Dinge, als die unbedeutenden Ereignisse, die sich zutrugen.
Wie hochmütig dies klingt.

Ich half Duras, dieses Wildschwein zu erlegen. Doch natürlich war es damit nicht genug. Ein Wildschwein allein wäre nicht mühselig genug gewesen. Stattdessen griffen uns zwei Luchse an, die ich mit Mühe und Not von Duras fernhalten konnte. Er ist ein Idiot und ein Feigling, aber vielleicht bekomme ich etwas Geld für die Felle.

Eine sonderbare Erfahrung wurde mir schließlich auch in der Kapelle zuteil.
Jemand sprach in meinem Geist. Ich weiß es klingt seltsam und wirr, aber ich bin bei vollen Sinnen. Wenn es doch nur Worte der Erlösung gewesen wären. Nein, stattdessen wurde ich aufgefordert, einen begangenen Frevel zu korrigieren. Kurz gesagt: ein Fläschchen Parfüm, das auf das Dach der Fischerhütte geworfen wurde, obwohl es doch am Altar als Opfer dargeboten worden war.
Wie ich bereits erwähnte, ich resignierte und machte mich auf den Weg zur Hütte.
Mein guter Einfall, das Fläschchen mit Pfeil und Bogen vom Dach zu schießen, musste natürlich scheitern. Offenbar war dies genug Glück für diesen Tag. Das Fläschchen blieb hängen und ich sah keine Möglichkeit, auf das Dach zu klettern. Vielleicht finde ich morgen eine Lösung.
Bei Dämmerung kehrte ich zurück in den Schlafsaal.

Hier sitze ich nun, meine Augen brennen vor Müdigkeit, doch mein Geist ist noch wach.
Meine Gedanken kreisen ungewohnte Bahnen, berühren Dinge, an die ich lange nicht mehr gedacht habe.
Ich sollte erwähnen, dass ich nichts über meine Vergangenheit weiß. Und nun, da ich den einzigen Ort verlassen werde, der mir eine Heimat war, kreisen die Gedanken um meine eigenen Wurzeln.

Ich habe meine Truhe geöffnet und ein wenig darin herumgewühlt. Ich habe eine alte Zeichnung von mir gefunden. Es wirkt als habe ich Schatzsuche gespielt. Doch sie lässt mich nicht los, ich glaube nicht, dass es nur eine kindische Malerei ist.
Ich erkenne den markierten Ort. Ich denke, ich sollte mich dort morgen einmal umsehen.



Es ist wohl am besten, ich lasse mir Zeit mit meinem Abschied.
Magie lernen … ich glaube, damit kann ich noch ein wenig warten.

Anara in der Abtei Tirin, 11. Juni 3E1017




***************************************************************************

Anara erreichte in Kapitel 2:
- Stufe 3
- Stufe 4

Durch einen Lehrer erlernte sie:
- +5 auf Schwertkampf
- +5 auf Bögen

Offene Quests:
- Auf zum Sanktum
- Der Duft der Göttlichkeit
- Wurzelsuche
- Wissen ist dem Schwert überlegen

In Kapitel 2 abgeschlossene Quests:
- Schatten und Licht
- Belagerung der Hexer
- Arbeit in der Mine
- Karicks Helmproblem
- Reise zur Abtei
- Eine große Truhe
- Goblins und Wildschweine
  11.03.2011, 01:14
  • Offline


  • Gräfin
    • Adel
Kapitel 3 - Aufbruch

Ich bin früh aufgestanden, mit den ersten rötlichen Sonnenstrahlen.
Es dauerte nicht lange, bis ich die Inseln gefunden habe, jedoch wusste ich ja nicht, wonach ich suchte, also betrat ich eine düstere Höhle – ja, obwohl ich mir geschworen habe, so schnell keine mehr zu betreten. Mehr als einen weiteren Höhlentroll habe ich dort jedoch nicht gefunden.
Unter uns: ich habe das Gefühl, diese Biester verfolgen mich. Überall tauchen sie auf.

Auch bin ich in dem Wasser, das diese Inseln umgibt, getaucht. Doch wer sieht schon etwas im Dunkeln dort, und auch dort fand ich nichts.

Dagegen in einem Baumstumpf, auf den Inseln.
Natürlich. Ich wurde schon als Kind getadelt, immer zu Anfang die weniger möglichen Lösungen zu suchen.
Doch fand ich dort etwas Seltsames: einen alten, nicht mehr sehr brauchbaren Dolch. Er liegt hier vor mir und ich weiß immer noch nichts mit ihm anzufangen. Doch ich kann Worte darauf lesen: Maltin, fürstlicher Schmied, Steinfeld.
Wem auch immer dieser Dolch gehört, oder warum auch immer er in meinen Besitz gelang und ich ihn als Kind versteckte … es muss einen Grund haben, und dieser Maltin wird mir hoffentlich helfen können.
Ich werde schauen, ob ich in der nächsten Zeit nach Steinfeld komme … ich würde direkt den Weg dorthin einschlagen, wenn da nicht diese Sache mit der Magie wäre …

Das Parfüm ließ ich im Übrigen fürs Erste auf dem Dach liegen – es überstieg meine Möglichkeiten, es zu erreichen. Möge die Göttin Geduld mit mir haben.



Ich sollte bald aufbrechen, der Gedanke, dass ich zu diesem Ort reisen soll, lässt mich nicht los. Ich werde gleich aufbrechen, Richtung Giliad. So wie mir die Wegbeschreibung es erläutert hat.

***

Die Sonne senkt sich gen Horizont, und ich habe das Gefühl, nie wieder Ruhe genießen zu können. Hätte ich gewusst, wie schnell sich ein ruhiges, bequemes Leben wandeln kann, wäre ich niemals diesem Aufruf aus dem Brief gefolgt.

Ich befinde mich in Giliad.
Und der Weg dorthin war erneut geprägt von Kampf und Schauerlichkeiten.

An einer Kreuzung geriet ich in einen Kampf zwischen einigen Soldaten und Magiern.
Vermutlich war ich naiv genug zu glauben, dass die Magier mich, als eine von ihnen, wie mir ja gesagt wurde, nicht angreifen würden.
Mein Schwert, das ich gegen sie führen musste, bewies mir das Gegenteil.
Auch wurde ich von Banditen angegriffen.



Und hier im Dorf stach mir direkt eines ins Auge: die vielen Plakate und Schriften, die die Magie verbieten.
Ich gebe zu, mir war nicht sehr wohl, als ich dies las. Wer weiß denn schon, ob die Wachen nicht doch eine magiebegabte Person erkennen? Auf welche Art und Weise auch immer? Und was, wenn ich mich aus Versehen verrate?

Ich habe zudem ein Plakat für ein Kopfgeld gesehen. Ich notiere mir den Namen, damit ich ihn nicht vergesse. Wer weiß, ob ich auf diese Person stoße. Die Welt hat sich  mir grausam genug gezeigt, dass sich da vielleicht etwas Nahrung oder Geld herausholen lässt.

>> Der grobschlächtige Kurtus – 150 Gold

Es hat mich im Übrigen erneut in eine Höhle getrieben … es verfolgt mich, doch ich muss zugeben, es lassen sich auch durchaus Schätze dort finden. Und wer weiß, wie weit ich noch reisen muss, etwas Gold kann nicht schaden.
Wenigstens bin ich auf keinen Troll gestoßen; dagegen hausten dort viele sehr große Spinnen. Doch ich muss erfreut – erfreut? – feststellen, dass sich meine Fertigkeiten mit dem Schwert verbessern. Ich konnte sie alle erlegen.



Ich schlafe bei der Kapelle.
Hier ist wenig los und die Gefahr, mich zu verraten, geringer.

Wie albern von mir, ich führe mich auf wie ein Spion oder Flüchtling.
Aber wenn ich erst die Magie wirken kann, dann bin ich vermutlich tatsächlich so etwas …

Anara vor der Kapelle in Giliad, 12. Juni 3E1017


***

Es regnet.
Den ganzen Tag schon.
Selbst eine Gruppe von Gauklern, auf die ich traf, konnte mich nicht erheitern.
Zu düster sind meine Gedanken.
Ich beginne eine Furcht zu entwickeln. Furcht davor, entdeckt zu werden.
Ist es nicht doch irgendwie albern?


***

Wie soll ich meine Gefühle beschreiben?
Furcht, Neugierde, Unsicherheit …
Etwas in der Art, eine Mischung daraus.

Ich habe den Turm erreicht. Den Ort, an dem ich Magie lernen soll.
Turm? Das war eine sehr bescheidene Umschreibung, die Merzul mir gegeben hatte. Dies ist eine riesige Anlage, viele Gebäude, weitläufige Wege und Plätze, fast wie eine kleine Stadt.
Prächtig sieht es hier aus, das will ich zugeben.



Hier traf ich auf Vanmiria. Sie ist eine Erzmagierin, was das auch immer bedeuten soll. Ich denke, es klingt nach einem recht hohen Rang.
Sie empfing mich freundlich, trug mir allerdings auf, als eine Art Aufnahmeritual zu einem Schrein zu wandern. Der Schrein von … Narathzul Arantheals – so buchstabierte sie ihn mir.
Dort sollte ich die Inschrift lesen, und dann zurückkehren.

Ich hätte ahnen müssen, dass das nicht so einfach wird.
Mein Leben geht schon die letzten Tage nur verwirrende, beängstigende Wege – da hätte ich damit rechnen sollen, dass auch diese scheinbar einfache Aufgabe Schwierigkeiten bedeuten würde.

Denn kaum hatte ich die Inschrift gelesen, wurde ich in eine andere Welt hineingezogen.
Ein Albtraum, so etwas muss es gewesen sein. Es wirkte so und was ich dort sah, war fürchterlich. Schwebende Säulen, düsteres, kaltes Licht und überall geisterähnliche Gestalten, die mich zwar anblickten, aber kein Wort mit mir wechselten.



Und dann diese Frau! Diese seltsame Frau!
Ich erinnere mich an die Schauer und die Gänsehaut, die mich überliefen, als ich in dieser Welt auf sie stieß.
Und was sie mir erzählte, war noch schlimmer als sie selbst.
Sie sprach von zerstörten Welten, einem Ungleichgewicht und dass die Götter unsere Welt in den Untergang führen würden.
Und sie sprach von Schicksal, meinem Schicksal.

Ich will zugeben, ich verstehe den Sinn dieser Worte nicht. Was auch immer es bedeuten soll, vielleicht kann mir jemand an diesem Ort helfen. Doch Vanmira schwieg über diese Worte, auch wenn ich glaube, dass sie mehr darin erkannt hat, als ich – wirkte sie doch unsicher.
Doch sie sprach mir beruhigende Worte zu, ich solle mich nicht sorgen.

Ich werde es versuchen, doch diese Vision, dieser Traum, oder was es war, will mir nicht aus dem Kopf.
Vielleicht kann mir Merzul weiterhelfen?

Vanmira sagte mir, ich solle ihn um Mitternacht in der Sternwarte treffen.
Bald ist es an der Zeit, ich denke, ich sollte aufbrechen.
Ich hoffe, dass sich meine Verwirrung mit der Zeit legt.

Ich fühle mich überfordert, es ist alles etwas viel.


Anara im Magiersanktum, 13. Juni 3E1017




***************************************************************************

Anara erreichte in Kapitel 3:
- Stufe 5

Durch einen Lehrer erlernte sie:
- +5 auf Wiederherstellung
- +5 auf Stichwaffen

Offene Quests:
- Der Blick zu den Sternen
- Der Ruf aus der Tiefe
- Der Duft der Göttlichkeit
- Wurzelsuche
- Wissen ist dem Schwert überlegen
- Gesucht! [Der grobschlächtige Kurtus – 150 Gold]

In Kapitel 3 abgeschlossene Quests:
- Auf zum Sanktum
- Die Pilgerreise


“Never apologize for being nerdy, because unnerdy people never apologize for being assholes.”
- John Barrowman -
  01.05.2011, 01:05
  • Offline