Ich finde das schon echt "krass". 
Absolut!
Es ist echt krank was teilweise in Libyen abgeht allerdings hat Gaddafi für ein Großteil seines Landes die Kontrolle verloren.
Er hat nur noch die Umgebung der Hauptstadt unter Kontrolle, aber das rigoros mit aller Gewalt.
Das in Libyen Gaddafi die Kontrolle verloren hat, zeigt sich in vielen Aspekten - eines und darüber sind manche Gesellschaftsgruppen in der EU sehr klar im Klaren, ist die des Öls. Weitgehends sind die Ölstätten Libyens in der Hand der Revolutionäre.
Die Finanzmärkte reagieren auf das was in Libyen geschieht sehr nervös und Teile der Europäer klagen um die hohen Ölkosten, manche warnen davor das unser bisschen Aufschwung wieder zusammenbricht.
Das ist das perfide des Westens, er sorgt sich nicht um die Revolution und die Menschen die um eine Verbesserung Ihrer Lebenssituation und der Politik kämpfen sowie "draufgehen" sondern um unseren Motor, dem Öl.
Libyen hat in der EU bis vor kurzem eine Sonderrolle eingenommen, zum Einen exportiert es ein großteil seines Öls zu uns, zweitens hat Libyen mit EU-Ländern wie Italien und UK große Handelsabkommen geführt. Die UK hat ua. militärische Unterstützung geleistet und Deutschland hat übrigens Internetsperrtechnologie und Kommunikationstechnik nach Libyen gebracht.
Zu den Revolutionen an sich, was viele nicht bedenken, ist mit ein Grund für die Revolution die hohen Lebensmittelpreise.
Diese waren auf dem Weltmarkt letzten Monaten enorm gestiegen, ohne das bei allen ein wirtschaftlicher Aufschwung oder mehr Geld in der Tasche dazugekommen ist.
Es stimmt das in Ländern wie Ägypten und Tunesien schon seit einiger Zeit politische Unruhe schwillt weil man keine wirtschaftliche noch politische Teilhabe spürt aber die Würze dürften die Anstiege der Lebensmittel und des Lebensunterhaltes gewesen sein und damit eine Lawine losgetreten haben.
Food Price Index im Januar 2011 auf Allzeithoch.
Es passt zu den überregionalen Ereignissen, von Kammerun bis zu Tunesien und selbst in der USA gibt es in manchen Bundesstaaten große Proteste wie sie es so seit Vietnam nicht mehr gab.
Ich persönlich sehe diese Revolten als große Chance, wir sollten den Menschen dort die Zeit und Ruhe geben sich die Ordnung und eine neue Politik selbst aufzubauen und diese prowirtschaftlich unterstützen in dem Handelsbarrieren für diese und Investitionsbarrieren abgebaut werden. Wir sollten es akzeptieren das deren Sinnbild von Demokratie eben anders sein kann als die unserige und vielleicht kommt dabei was wirklich gutes heraus, nämlich eine transparente Volksdemokatie.
Aber man muss auch realistisch bleiben, der Westen hat sich in jeder Revolution eingemischt, diese entweder gefüttert oder gelenkt und bei Ägypten und Libyen wird es nicht anders verlaufen und mit im Spiel ist dann noch Israel, die den Selbstlauf eines freien demokratischen islamischen Staat nicht unterstützen werden. Israel braucht den Islamkonflikt, aus diesem Grund erhält dieses kleine Land große Summen an Geld von der USA und EU und kann sich als Atommacht, obwohl nicht im Club der Atomstaaten, präsentieren und zeigen.
In Ägypten herrscht im Moment die Militärjunta die nicht konkreter und pro-demokratisch agiert als der gestürzte Despot, eine Junta deren Generäle engste Verbündnisse mit dem großen Partner USA unterhalten.
Wirkliche Chancen sehe ich im Moment nur in Tunesien, weil es für die internationale Politik offenbar unwichtig ist.