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Umfrage

Seid ihr für die Todesstrafe, und wenn ja in welchen Fällen.

Nein
50 (66.7%)
Unklar
13 (17.3%)
Ja
12 (16%)

Stimmen insgesamt: 72

Thema: Todesstrafe Ja oder Nein?  (Gelesen 26279 mal)

  • Assassine
    • Dunkle Bruderschaft
Da ich in der SuFu keinen entsprechenden Thread gefunden habe, und mich das Thema persönlich interessiert, möchte ich hier Eure Meinung wissen.

Ausschlaggebend für diesen Thread war ein Bericht über den US Bundesstaat Illinois. Mit 1. Juli 2011 ist die Todesstrafe dort abgeschafft, Senator Pat Quinn wandelte die zur Zeit 15 ausstehenden Urteile in lebenslange haft um. Damit ist Illinois der 16. Bundesstaat, der diese Art der Strafe abgeschafft hat. Dies unter anderem auch, da es seit der Wiedereinführung 2003 zu mehreren, vollstreckten, Fehlurteilen gekommen ist. Ist diese Entscheidung richtig?
Seid ihr allgemein für Todesstrafe? Da ich mir sehr oft Dokumentationen über Mörder und Schwerverbrecher auf YouTube ansehe lese ich auch unweigerlich Kommentare wie "Auf den elektrischen Stuhl mit ihm." "Foltert ihn und bringt ihn langsam um". Wie sagt ihr zu solchen Aussagen?

Ich bin jedenfalls dagegen. Meiner Meinung nach darf sich niemand anmassen, über Leben und Tot frei zu entscheiden. Auch wenn die Beweggründe "edel" aussehen mögen, man begiebt sich im Endeffekt auf die Selbe Ebene wie etwa ein zum Tode verurteilter Mörder, man löscht ein Leben aus.

So, das ist meine Meinung, ich bin gespannt auf Eure Meinungen. 
  11.03.2011, 15:09
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  • Gräfin
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Ein super schwere Frage, bei der ich froh bin, keine Antwort drauf finden zu müssen.

Mir egal, wenn jetzt Leute schreien, mir sei doch alles egal ^^
Im Grunde ist es nicht richtig, aber andererseits, um es mal mit der kalten Logik zu begründen, ist es für die Täter genauso sinnlos, ihr Leben lang hinter Gittern zu hocken. Und kosten tuts auch.
Naja das jetzt mal ohne die Moral gesehen.

Mit... wirds schon schwieriger. Ich bin wirklich froh, nicht darauf antworten zu müssen und lasse mich generell ungenr auf eine solche Diskussion ein, muss ich zugeben. Genau wie die über eine Existenz Gottes.
Das sind Dinge, über die man stundenlang diskutieren kann, ohne dass einer von seiner Meinung abrückt und dann gibts doch nur wieder böses Blut.

Ein Patient meiner Mutter sagte mal: "Ich diskutiere über alles, nur nicht über Religion und Politik."

Finde ich schön gesagt.



Zudem wird dieses Thema leider schon in der Schule so ausgelutscht, dass es mich ermüdet, darüber diskutieren zu wollen (selbiges gilt für Tierversuche oder Schuluniformen).


“Never apologize for being nerdy, because unnerdy people never apologize for being assholes.”
- John Barrowman -
  11.03.2011, 15:23
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wenn ich könig bin, wird die todestrafe auf freiwilliger basis eingeführt. für einige verbrechen (vergewaltigung, kindesmissbrauch, mord aus niederen beweggründen z.b.) wird es lebenslange haft geben. lebenslang im sinne von "der wird hier unter keinen umständen jemals lebend wieder raus kommen". diesen leuten gebe ich dann die möglichkeit, jederzeit zu sagen "langweilig, hab kein bock mehr, kürzen wir das ganze ab" und sich entweder selbst zu töten oder töten zu lassen. dürfen sich auch aussuchen, wie sie sterben wollen (im rahmen. vor'n zug werfen steht nicht zur auswahl).
andere gegen ihren willen zum tode zu veruteilen, halte ich hingegen auch für falsch. das ist keine entscheidung, die jemand anderes für oder gar gegen einen treffen darf.
Der Gedanke an die Vergänglichkeit aller irdischen Dinge ist ein Quell unendlichen Leids - und ein Quell unendlichen Trostes. - Marie von Ebner-Eschenbach
  11.03.2011, 15:32
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andere gegen ihren willen zum tode zu veruteilen, halte ich hingegen auch für falsch. das ist keine entscheidung, die jemand anderes für oder gar gegen einen treffen darf.
Ja, da fängt das Problem schon an:
Ein Mörder hat doch auch für jemand anderen oder mehrere andere gegen ihren Willen beschlossen, dass sie sterben werden.
Warum sollte er dann noch dieses Recht besitzen, wenn er es doch anderen genommen hat, die zusätzlich meistens auch noch unschuldig waren?


“Never apologize for being nerdy, because unnerdy people never apologize for being assholes.”
- John Barrowman -
  11.03.2011, 15:35
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  • Assassine
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wenn ich könig bin, wird die todestrafe auf freiwilliger basis eingeführt. für einige verbrechen (vergewaltigung, kindesmissbrauch, mord aus niederen beweggründen z.b.) wird es lebenslange haft geben. lebenslang im sinne von "der wird hier unter keinen umständen jemals lebend wieder raus kommen". diesen leuten gebe ich dann die möglichkeit, jederzeit zu sagen "langweilig, hab kein bock mehr, kürzen wir das ganze ab" und sich entweder selbst zu töten oder töten zu lassen. dürfen sich auch aussuchen, wie sie sterben wollen (im rahmen. vor'n zug werfen steht nicht zur auswahl).
andere gegen ihren willen zum tode zu veruteilen, halte ich hingegen auch für falsch. das ist keine entscheidung, die jemand anderes für oder gar gegen einen treffen darf.

Interesante Einstellung, finde ich aber wirklich gut. Das wäre auch eine gewisse art der Buse. Der Verbrecher weiß, was er getan hat, und kann sagen "Ich kann damit Leben" und eben eingesperrt aber am Leben sein oder aber er kann nicht damit Leben, dann wählt er eben den Freitod. Auf gewisse Art und weise.
  11.03.2011, 15:37
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Warum sollte er dann noch dieses Recht besitzen, wenn er es doch anderen genommen hat, die zusätzlich meistens auch noch unschuldig waren?
demnach sollte es auch legal sein, diebe zu bestehlen, die häuser von brandstiftern abzufackeln und gewalttäter zusammenzuschlagen?
zurück zu auge um auge? bloß weil der andere sich falsch verhalten hat, gibt das uns nicht das recht, es ihm gleich zu tun. das unterscheidet uns von ihm.
Der Gedanke an die Vergänglichkeit aller irdischen Dinge ist ein Quell unendlichen Leids - und ein Quell unendlichen Trostes. - Marie von Ebner-Eschenbach
  11.03.2011, 15:46
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@Sinon: Jein ... es ist immer eine Frage der Härte des Vergehens.
Es geht ja hier nicht darum: öh der hat wen getötet, also darf ich ihn auch töten. So war das von mir ja nicht gemeint.
Allerdings finde ich die Aussage: "Ja man darf ja nicht für ihn entscheiden, ob er sterben wird oder nicht", nicht gerechtfertigt, da ich denke, dass bei einem solchen Ausmaß es jemand nicht verdient hat, diese Gerechtigkeit für sich zu beanspruchen, wo er doch selbst dieses Recht anderer mit Füßen getreten hat.
Ich sage nicht, wer tötet, muss ebenfalls getötet werden.
Ich habe lediglich dieses Problem dargestellt, weil es eben mit sowas schon anfängt, diese Schwierigkeit.

@Akkarin: Haja auch wenn das jetzt klingt, als sei ich für die Todesstrafe: Wenn jemandem die Freiheit gelassen wird, vor seiner Verantwortung zu fliehen und sich selbst zu töten (was sicherlich häufiger geschehen wird, als dass jemand sich aus Buße selbst tötet), wozu dann die Freiheitsstrafe?


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- John Barrowman -
  11.03.2011, 15:51
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ich denke, dass bei einem solchen Ausmaß es jemand nicht verdient hat, diese Gerechtigkeit für sich zu beanspruchen, wo er doch selbst dieses Recht anderer mit Füßen getreten hat.
Ich sage nicht, wer tötet, muss ebenfalls getötet werden.
so sagst also, die gesellschaft hätte das recht, ihn zu töten, sollte es aber nicht tun? ich versteh den gedankengang grad nicht so richtig.
ist es nicht eine grundlage des rechtsstaates, dass man nicht alle seine rechte verliert, wenn man gegen ein gesetz verstößt? und das recht auf leben steht da mMn ganz oben auf der liste.

@Akkarin: Haja auch wenn das jetzt klingt, als sei ich für die Todesstrafe: Wenn jemandem die Freiheit gelassen wird, vor seiner Verantwortung zu fliehen und sich selbst zu töten (was sicherlich häufiger geschehen wird, als dass jemand sich aus Buße selbst tötet), wozu dann die Freiheitsstrafe?
um die gesellschaft vor dieser person zu schützen und zu verhindern, dass er seine tat wiederholt.
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  11.03.2011, 16:04
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Die Frage ist doch relativ einfach. Wollen wir in einer Gesellschaft leben die Verbrechen mit dem Tod bestraft, von Terroristen besetzte Flugzeuge abschießt oder die eigenen Werte versucht in andere Ländern, mit welchen Mitteln auch immer, durchzusetzen? Man muss ja weiter denken, was für ein Bild das abgibt und wie sich das auf die Gesellschaft auswirkt. Man nehme das viel bemühte beispiel USA. Ich denke die Abschreckung von Gewalttätern durch die Todestrafe funktioniert nicht, denn die Kriminalitätsraten steigen. Also ich will nicht in so einem Land/ einer Gesellschaft leben, wo so hemmungslos Gewalt nach allen Seiten ausgeübt wird.
  11.03.2011, 16:07
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so sagst also, die gesellschaft hätte das recht, ihn zu töten, sollte es aber nicht tun? ich versteh den gedankengang grad nicht so richtig.
ist es nicht eine grundlage des rechtsstaates, dass man nicht alle seine rechte verliert, wenn man gegen ein gesetz verstößt? und das recht auf leben steht da mMn ganz oben auf der liste.
Hm vielleicht ist nicht deutlich geworden, dass das nicht meine Meinung ist. Ich weigere mich ja ein wenig, da eine konkrete Antwort zu geben, weil ich durchaus dem zustimme, was ihr sagt. Über das Leben anderer zu richten, ist nicht richtig.
Dennoch kommt das Problem auf: wie gehe ich mit Menschen um, die sich das Recht herausgenommen haben, das Leben anderer (häufig auch noch Unschuldiger) nach ihrem gutdünken zu beenden? Kann ich ihnen noch alle meine moralischen Rechte zusprechen, wenn er doch offenbar selbst auf diese Werte keinerlei Wert legt bzw Gott spielt? Wollen wir einen Gaddafi nur wegsperren, wenn wir ihn vllt mal in die Finger bekommen? Oder verdient es ein Mensch, der so viele Leben mit Willkür beendet hat, noch zu leben?
Die Frage ist doch: Wo ist die Grenze an Gewalt und Unrecht, die ein Mensch tun muss, um noch Mensch zu sein oder es noch wert zu sein, mit ihm moralisch korrekt zu verfahren?
Wer wäre denn dagegen gewesen, dass die Amerikaner oder Briten oder Sowjets einen Adolf Hitler töten, wenn sie ihn geschnappt hätten? Wer ist denn nicht der Meinung, dass ein Hussein den Tod verdient hat?
Klar, das sind jetzt andere Dimensionen, ich weiß. Macht aber vielleicht das Problem deutlich, das ich darstellen will.

Im Grunde: Hat ein Mensch immer das Recht auf diese Moral, auch wenn er sie selbst gründlich mit Füßen getreten hat?

Und bevor jetzt alle denken, ich wäre ein moralisches Monster: das ist nicht unbedingt meine persönliche Meinung, sondern einfach das Dilemma, das sich meiner Meinung nach bei solche einer Frage darstellt.

@Akkarin: Haja auch wenn das jetzt klingt, als sei ich für die Todesstrafe: Wenn jemandem die Freiheit gelassen wird, vor seiner Verantwortung zu fliehen und sich selbst zu töten (was sicherlich häufiger geschehen wird, als dass jemand sich aus Buße selbst tötet), wozu dann die Freiheitsstrafe?
um die gesellschaft vor dieser person zu schützen und zu verhindern, dass er seine tat wiederholt.
Das wäre jedoch auch mit einer Todesstrafe gegeben. Nüchtern betrachtet.


@Magrum: Naja nur weil es in einem Land die Todesstrafe gibt, sind sie nicht gleich die USA und wollen, dass ihre Werte auch in anderen Ländern vorherrschen. Das sollte man nicht durcheinander bringen, das sind nämlich ganz unterschiedliche paar Schuhe.

Und ja, wenn ein von Terroristen entführtes Flugzeug, das in ein Hochhaus mit tausenden Menschen fliegen wird, nicht anders aufgehalten werden kann, muss man es abschießen. Da bin ich ganz klar utilitaristisch veranlagt, was das angeht. In so einem Fall muss man eben das geringste Übel wählen.


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- John Barrowman -
  11.03.2011, 16:16
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Im Herrn der Ringe sagt Gandalf etwas das ich sehr passend finde:
Zitat
Viele, die leben, verdienen den Tod. Und manche, die sterben, verdienen das Leben. Kannst du es ihnen geben? Dann sei auch nicht so rasch mit einem Todesurteil bei der Hand.

Es ist schon vorgekommen, dass Menschen zu unrecht zum Tode verurteilt wurden. Einen solchen Fehler kann man nie wieder gut machen. Daher bin ich gegen die Todesstrafe.
In life, I have no religion,
Beside, the heavy metal Gods!
  11.03.2011, 16:24
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@Magrum: Naja nur weil es in einem Land die Todesstrafe gibt, sind sie nicht gleich die USA und wollen, dass ihre Werte auch in anderen Ländern vorherrschen. Das sollte man nicht durcheinander bringen, das sind nämlich ganz unterschiedliche paar Schuhe.

Und ja, wenn ein von Terroristen entführtes Flugzeug, das in ein Hochhaus mit tausenden Menschen fliegen wird, nicht anders aufgehalten werden kann, muss man es abschießen. Da bin ich ganz klar utilitaristisch veranlagt, was das angeht. In so einem Fall muss man eben das geringste Übel wählen.

Das war nicht aufeinander bezogen, ich wollte nur verschiede Beispiele anführen, wo sich eine Gesellschaft genau überlegen sollte, wie sie handelt und ob sie tatsächlich Flugzeuge abschießt. Ich hoffe du wirst nie Innenministerin ;)
  11.03.2011, 16:25
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Nein, aber dann passt es nicht zum Thema.
Natürlich sollte sich jede Gesellschaft genau überlegen, wie denn gehandelt wird.
Es ist vermutlich besser, mit der Todesstrafe gar nicht erst anzufangen, da es viel zu viele Schwierigkeiten und Risiken gibt, mal von dem ganzen moralischen Dilemma abgesehen, das dies mit sich bringt.
Das heißt jedoch nicht, dass es einige vielleicht einfach nicht verdient haben, nach den moralischen Maßstäben verurteilt zu werden, die ihnen selbst nichts bedeutet haben? Hättest du einen Hitler am Leben gelassen, der tausende von Menschen vergast hat, an ihnen scheußliche Experimente durchgeführt hat? Mal von den vielen Opfern des Weltkrieges abgesehen?

Was das Flugzeug angeht: Wie würdest du entscheiden? Entweder sterben 100 Menschen oder 1000?
Würdest du dich da nicht auch für die 100 entscheiden?
Wie würdest du in dieser Situation entscheiden, wenn sicher ist, dass das Flugzeug nicht anders aufzuhalten ist?
« Letzte Änderung: 11.03.2011, 16:32 von Felidae »


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- John Barrowman -
  11.03.2011, 16:29
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Hm ich würde keine agressive Außenpolitik betreiben, damit niemand den Drang verspürt, "meine" Flugzeuge zu entführen. Natürlich wenn man die Frage so runterbricht, würde jeder 900 Menschen am Leben lassen, das wäre aber einen sehr einseite Betrachtung des Problems. Man muss den ganzen Kontext sehen, wie auch mit der Todestrafe. Was ist der Sinn dieser Strafe, wenn sie nicht abschreckt? Oder anders: Will man in einem Staat leben, der Rache ausübt?
  11.03.2011, 16:35
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Hm ich würde keine agressive Außenpolitik betreiben, damit niemand den Drang verspürt, "meine" Flugzeuge zu entführen.
Gut, natürlich sollte man da vorbeugen, das würde ich ja auch machen. Da du aber nur von "einem Flugzeug das von Terroristen entführt wurde" gesprochen hast, habe ich das so aufgegriffen ;)

Man muss den ganzen Kontext sehen, wie auch mit der Todestrafe. Was ist der Sinn dieser Strafe, wenn sie nicht abschreckt?
Hmm ich glaube schon, dass sie abschreckt. Wir haben halt einfach keinen Vergleich, wie es in den USA aussehen würde, wenn es keine Todesstrafe bzw. überall keine Todesstrafe geben würde. Vielleicht sind sie auch einfach ein krankes Völkchen :lachen:
Ich denke aber schon, dass ein Ottonormal-Bürger sich davon abschrecken lässt, wenn wir uns doch schon von einer Geldstrafe davon abschrecken lassen, etwas zu stehlen?

Oder anders: Will man in einem Staat leben, der Rache ausübt?
Das kommt vermutlich auf das eigene Gemüt an. Ich persönlich möchte das nicht, ich finde sowas sowieso albern (es sei denn, es ist auf sportlicher Basis, so wie ich hoffe, dass sich Bayern München nächste Saison an Schalke wegen des Pokalaus' rächt - aber das ist was anderes).
Rache ist nie eine Lösung. Ich persönlcih glaube aber nicht, dass es bei der Todesstrafe um Rache geht.
Es dient der Abschreckung und wer sich nicht an die Regeln hält, gehört bestraft. Das lernt man schon im Kindergarten.

Das Problem ist halt einfach: wie schwer ahndet man schwere Vergehen?


Und jetzt diskutier ich hier schon wieder mit, wobei ich doch eigentlich nicht darüber diskutieren wollte :D
Naja was solls ^^


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- John Barrowman -
  11.03.2011, 16:43
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Also soweit ich weiss (ich hab natürlich keine Quellen :) ) gibts es Studien über die Auswirkungen der Todestrafe. Den vergleich hat man schon, sie findet ja nur in manchen Staaten statt. Man müsste nur Zahlen zur Kriminalität zur Hand haben und vergleichen. Aber der Totschlag, oder die Verletzung mit Todesfolge, fällt ja sowieso raus, da dies im Affekt passiert. Und ich weiss nicht ob jemand der einen Mord plant, ihn nur aufgrund durch Angst vor der Strafe, nicht durchführt. Dann würde ja niemand morden. Genauso die Triebtäter. Entweder sie können es nicht unterdrücken oder ihnen ist die Strafe immer egal, auch wenn sie den Tod bedeutet. Der Trieb ist stärker. Also meinen These ist: die Todestrafe schreckt nicht ab und ist somit nur eine entgültige Rache des Staates. -> bitte nicht einführen  :D
  11.03.2011, 16:53
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Hättest du einen Hitler am Leben gelassen, der tausende von Menschen vergast hat, an ihnen scheußliche Experimente durchgeführt hat? Mal von den vielen Opfern des Weltkrieges abgesehen?
ja, für seine taten hätte ich ihn genauswenig hingerichtet wie jeden anderen auch. das problem bei ihm wäre gewesen, dass treue anhänger immer versucht hätten, ihn zu befreien und sein gefängnis ein pilgerort geworden wäre. aus dem grund war seine hinrichtung und der das verstecken danach zu rechtfertigen.

Was das Flugzeug angeht: Wie würdest du entscheiden? Entweder sterben 100 Menschen oder 1000?
Würdest du dich da nicht auch für die 100 entscheiden?
Wie würdest du in dieser Situation entscheiden, wenn sicher ist, dass das Flugzeug nicht anders aufzuhalten ist?
flugzeug abschießen, keine frage. gebietet der utilitarismus.

Zitat von: Felidae
Ich persönlcih glaube aber nicht, dass es bei der Todesstrafe um Rache geht.
wenn du der meinung bist, (massen-)mörder hätten ihr recht auf leben verwirkt, denke ich schon, dass da (unbewusst) rache mit reinspielt.
zitat "ich denke, dass bei einem solchen Ausmaß es jemand nicht verdient hat, diese Gerechtigkeit für sich zu beanspruchen". es geht dir also
bei seiner bestrafung nicht um gerechtigkeit. um was also sonst?

und zum thema abschreckung: der einzige, der aufgrund einer hinrichtung von einer straftat absehen wird, ist der hingerichtete.
Der Gedanke an die Vergänglichkeit aller irdischen Dinge ist ein Quell unendlichen Leids - und ein Quell unendlichen Trostes. - Marie von Ebner-Eschenbach
  11.03.2011, 17:07
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Das Problem bei solchen Studien ist einfach, sie sind nicht vollkommen gültig. Also natürlich im Grunde schon, aber Völker sind verschieden, es gibt verschiedene Mentalitäten etc. pp.

Aber ich will dir gar nicht absprechen was du sagst, denn im Prinzip hast du ja recht.
Dennoch gibt es für mich so einige Fälle, wo ich mir denke: vllt wäre es dann doch mal angebracht - wo sich dann im Gegenzug sofort die Frage stellt: habe ich das Recht dazu?

Ich sage ja, das ist eine so schwierige Frage, die wird nie jemand richtig beantworten können.
Und irgendwie möchte ich das auch nicht, weil ich mir unsicher wäre, das richtige zu entscheiden.

@Sinon:
Also mein Stand ist ja immer noch, dass der Gute sich selbst erschossen hat :D
Aber wenn er hingerichtet wurde, war auch dies eine Todesstrafe, aus welchen Gründen auch immer.

Zitat
wenn du der meinung bist, (massen-)mörder hätten ihr recht auf leben verwirkt, denke ich schon, dass da (unbewusst) rache mit reinspielt.
zitat "ich denke, dass bei einem solchen Ausmaß es jemand nicht verdient hat, diese Gerechtigkeit für sich zu beanspruchen". es geht dir also
bei seiner bestrafung nicht um gerechtigkeit. um was also sonst?
Nope. Für mich geht es um Gerechtigkeit. Wer die Rechte anderer mit Füßen tritt, hat es nicht verdient, sie für sich zu beanspruchen. Das ist nur gerecht, denn selbst in der Bibel steht - frei formuliert: "Was du nicht willst, was man dir tu, das füg auch keinem andren zu". Das ist eine allgemeingültige Moralvorstellung. (im Umkehrschluss würde das bedeuten, dass ich anderen Menschen gegenüber nur so handle, wie ich auch selbst behandelt werden will). Denn er spricht ja diesen Leuten das Recht auf Leben ab, indem er sie tötet. Wie kann er dann erwarten, dass andere gnädig mit ihm sind?

Ach ja, und was ich nochmal betonen möchte: Das ist nicht unbedingt meine Meinung, ich möchte einfach nur das Problem dieser ganzen Sache darstellen.

Ich persönlich würde es eh nicht verallgemeinern, sondern von Fall zu Fall zu entscheiden (psychologisches Profil). Und dann sind da immer noch meine Moralvorstellungen, die mir verbieten, über das Leben anderer zu richten. Und dennoch ist da jemand, dem die Leben anderer völlig egal gewesen sind.
Es ist einfach eine schwierige Sache und in meinen Augen einfach nicht zu entscheiden.
Daher ist es am besten, es nicht in einem Staat einzuführen.
Ob das richtig ist, ist eine andere Sache und nunmal von Fall zu Fall verschieden.
Einen Hitler hätte ich ohne Umschweife töten lassen, ja. (Wobei sich das natürlich jetzt so einfach sagen lässt, ich wette, ich würde auch davor zurückschrecken, wenn ich die Pistole an seinen Kopf halten würde ;)).
« Letzte Änderung: 11.03.2011, 17:20 von Felidae »


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- John Barrowman -
  11.03.2011, 17:18
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ja, für seine taten hätte ich ihn genauswenig hingerichtet wie jeden anderen auch. das problem bei ihm wäre gewesen, dass treue anhänger immer versucht hätten, ihn zu befreien und sein gefängnis ein pilgerort geworden wäre. aus dem grund wär (nur tüdelchen vergessen, Felidae ;) ) seine hinrichtung und der das verstecken danach zu rechtfertigen.

Zitat von: Felidae
Nope. Für mich geht es um Gerechtigkeit. Wer die Rechte anderer mit Füßen tritt, hat es nicht verdient, sie für sich zu beanspruchen. Das ist nur gerecht, denn selbst in der Bibel steht - frei formuliert: "Was du nicht willst, was man dir tu, das füg auch keinem andren zu". Das ist eine allgemeingültige Moralvorstellung. (im Umkehrschluss würde das bedeuten, dass ich anderen Menschen gegenüber nur so handle, wie ich auch selbst behandelt werden will). Denn er spricht ja diesen Leuten das Recht auf Leben ab, indem er sie tötet. Wie kann er dann erwarten, dass andere gnädig mit ihm sind?
den grund hast du doch gerade zwei zeilen darüber zitiert: "Was du nicht willst, was man dir tut..."
« Letzte Änderung: 11.03.2011, 17:32 von Sinon »
Der Gedanke an die Vergänglichkeit aller irdischen Dinge ist ein Quell unendlichen Leids - und ein Quell unendlichen Trostes. - Marie von Ebner-Eschenbach
  11.03.2011, 17:27
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  • Gräfin
    • Adel
(nur tüdelchen vergessen, Felidae ;) )
Hihi, ah okay :D

Mmmmh ... und was ist bei anderen? Trittbrettfahrer und so?
Die Gefahr besteht doch immer irgendwie ... genauso wie die Märtyrer-Sache ...

Hat wer gesagt diese Frage sei einfach zu beantworten? :lachen:


Naja werd mich jetzt vorerst mal ein wenig hier zurückhalten, habe ja soweit alles gesagt (und muss eh gleich zum Training ^^)


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- John Barrowman -
  11.03.2011, 17:31
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