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Gast

Umfrage

Seid ihr für die Todesstrafe, und wenn ja in welchen Fällen.

Nein
50 (66.7%)
Unklar
13 (17.3%)
Ja
12 (16%)

Stimmen insgesamt: 72

Thema: Todesstrafe Ja oder Nein?  (Gelesen 25713 mal)

  • Gräfin
    • Adel
Ich denke, wirklich böse Menschen sollten eingesperrt werden. In eine Gummizelle. Mit Zwangsjacke. Und jeden Tag das gleiche bekommen. Bis sie irgendwann dem Wahnsinn verfallen.
Ist meiner Meinung nach schlimmer als die Todesstrafe ;)

Und Taker hat recht :D


“Never apologize for being nerdy, because unnerdy people never apologize for being assholes.”
- John Barrowman -
  12.04.2012, 00:56
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Ich finde es faszinierend, wie sehr bei den diskussionsteilnehmern hier der gedanke verhaftet ist, bei der verurteilung eines straftäters gehe es um rache und all seine rechte seien mit seiner tat verwirkt. sollte nicht eher aufrichtige reue und resozialisierung oder aber, wenn das ausgeschlossen ist, der schutz der gemeinschaft durch trennung des täters von selbiger das ziel sein?
bloß, weil jemand eine schlimme tat verübt hat, gibt uns das nicht das recht, mit ihm zu verfahren, wie es uns beliebt. und wenn hier jemand gegen die todesstrafe ist, weil das aus seiner sicht gegen irgendwelche wie ein naturgesetz gegebene moralvorstellungen verstößt, dann frag ich mich, wie er im nächsten atemzug niemals endende folter verlangen kann? menschen sollen wissen, dass es unrecht ist, einen anderen menschen zu töten, aber ihn zu foltern ist okay? seltsame moral und wenn so das paradies funktioniert...
ich bin absolut der meinung, dass einige menschen für den rest ihres lebens weggesperrt gehören, aber nicht um sie leiden zu lassen, sondern um die bevölkerung vor ihnen zu schützen. ein "gefängnis" für solche leute müsste (je nach täter) nicht einmal zellen haben, sondern könnte wie eine gated community aufgebaut sein, also ein umzäuntes dorf, in der alle bewohner den rest ihres lebens verbringen. daher gäbe es in meiner welt für solche gefangene auch jederzeit die möglichkeit, das ganze abzukürzen und freiwillig (!) den tod zu wählen. nicht als strafe wie eine klassische todesstrafe, sondern als option, um einen langen prozess abzukürzen, wobei der beabsichtigte effekt - das schützen der gesellschaft vor jenem täter - in beiden fällen gesichert wäre.
während der sterbehilfe-debatte hat mal ein betroffener befürworter der aktiven sterbehilfe den großartigen satz geäußert "leben ist ein recht, keine pflicht." das kann ich nur zu 100% unterschreiben.
Der Gedanke an die Vergänglichkeit aller irdischen Dinge ist ein Quell unendlichen Leids - und ein Quell unendlichen Trostes. - Marie von Ebner-Eschenbach
  12.04.2012, 01:18
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  • Graf
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Danke Sinon, das entspricht weitestgehend auch meiner Einstellung.

Allein das Wort "Strafe" in der juristischen Terminologie wie in Strafmaß, Strafmaßnahmen, Strafgefangene usw. und auch der immer wiederkehrende Gesetzestext "wird mit ... bestraft" zeigt eindeutig das es um Rache geht. Aber was hat man bitte davon? Wird die Tat dadurch wett gemacht? Nein. Nicht im geringsten (bei schweren Straftaten. Das ein Diebstahl mit einer Geldstrafe wettgemacht werden kann ist offensichtlich).
Wird ein Mordopfer wieder lebendig wenn man den Mörder hinrichtet? Wird eine Vergewaltigung ungeschehen wenn man den Vergewaltiger foltert?
Sämtliche Maßnahmen die nicht dazu geeignet sind einen Schaden zu kompensieren (wie Ersatz für die eingeschlagene Scheibe zu leisten) sollten einzig dazu dienen mögliche psychische Störungen zu behandeln. Nur wenn das aussichtslos ist und eine Gefahr für die Allgemeinheit besteht sollte eine langfristige - auch lebenslange - Inhaftierung erwogen werden. Nicht zwanzig Jahre und danach wieder auf die Gesellschaft losgelassen werden weil die EU meint, die Sicherheitsverwahrung würde gegen die Menschenrechte verstoßen. Das tut jede Art von Strafmaßnahme an sich schon.

Lebenslang Verwahrte in einer Art Kommune unterzubringen ist gar keine schlechte Idee. Dort können sie trotz ihres Exils vor der Gesellschaft eine gewisse Lebensqualität entwickeln. Und sich selbst versorgen, durch den Anbau von Lebensmitteln zum Beispiel.
England hatte vor einigen hundert Jahren mal so eine Kommune. Australien.

Wie kommt ihr bitte auf die Idee, der Aufenthalt und die Behandlung in einer psychiatrischen Anstalt sei eine schwerere Strafe als eine Haft? Habt ihr nur für 5 Cent darüber nachgedacht was ihr da schreibt? Man kommt in eine solche Anstalt um behandelt und geheilt zu werden. Da ist nichts mit Strafe. Das ist auch nicht die Hölle dort zu sein. Sicher. Man kommt mit "Psychos", mit "Irren", "Wahnsinnigen" in Kontakt. Igitt. Wie ekelhaft, Geisteskranke.
Damit den Aufenthalt in einer psychiatrischen Anstalt als Strafe zu bezeichnen diskriminiert man sämtliche Patienten einer solchen Anstalt, die dort sind um Hilfe zu bekommen, sich behandeln zu lassen.
Das ist so wie zu behaupten der Aufenthalt in einem Krankenhaus sei eine Strafe. Da sind ja lauter Kranke und Verletzte. Ekelerregend.

Die so oft zitierte Moral ist nur ein Konstrukt in eurem Kopf. Moral steht dafür sein Gewissen zu beruhigen ohne nachgedacht zu haben. Moral als Grund heranzuziehen ist ein Zeichen geistiger Armut und dem fehlenden Willen sich ernsthaft mit einer Sache auseinander zu setzen. Denn wer genau nachdenkt findet immer einen besseren Grund als "Moral".
« Letzte Änderung: 12.04.2012, 08:40 von MorpheuZ »
  12.04.2012, 08:38
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Bloß, weil jemand eine schlimme Tat verübt hat, gibt uns das nicht das Recht, mit ihm zu verfahren, wie es uns beliebt. Und wenn hier jemand gegen die Todesstrafe ist, weil das aus seiner Sicht gegen irgendwelche wie ein Naturgesetz gegebene Moralvorstellungen verstößt, dann frag ich mich, wie er im nächsten Atemzug niemals endende Folter verlangen kann? (...) "Leben ist ein Recht, keine Pflicht."

Ja, das gefällt mir, heißer Kandidat zum "Post des Jahres"...

Denselben Hintergedanken hatte ich mit meiner Frage hinsichtlich der Einstellung zur Sterbehilfe. Einzig das mit dem Gefangenendorf fände ich bedenklich...
"Wer immer nur das tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist."
Dr. Reinhard K. Sprenger (*1953)
  12.04.2012, 09:04
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Sinon hat vollkommen recht und trifft meine Meinung, die ich ja weiter vorne im Thread schon beschrieben habe.

Trotzdem.
Angesichts mancher Straftaten, wenn mal wieder ein einfacher Passant ohne irgend etwas getan zu haben, in einer U-Bahnstation tot getrampelt wurde oder ein Kind vergewaltigt, ermordet und entsorgt wurde, dann kocht mir manchmal das Blut, und ich wünschte mir eine barbarische Strafe auf eine barbarische Straftat... falsch und unchristlich, sicher, aber menschlich, denke ich...

Den Satz "Leben ist ein Recht und keine Pflicht" lasse ich allerdings auch nur in einer Debatte um Sterbehilfe zu und sollte nicht abseits davon gebraucht werden, Beispiel Selbstmord.
lg
animacorvus
  12.04.2012, 11:30
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Menschlich, vollkommen richtig. Wer hatte noch nie solche Gefühle bei derartigen Nachrichten... Aber genau deshalb gibt es Justiz und Gesetze, damit die Menschlichkeit nicht von seiner barbarischen Seite dominiert wird.
"Wer immer nur das tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist."
Dr. Reinhard K. Sprenger (*1953)
  12.04.2012, 11:58
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Ich hab das heute Nacht wohl etwas übertrieben. Ich wäre trotzdem für eine Einweisung in eine Anstalt. Nicht um die Menschen leiden zu sehen, sondern damit sie sich bessern. Ich denke Schwerverbrecher lernen mehr aus ihren Fehlern, wenn man sie "behandelt", als wenn man sie einfach in ein Gefängnis steckt.

Und um nochmal die "psychische Strafe" aufzugreifen: Ich denke, Breivik wäre in psychischer Betreuung besser aufgehoben gewesen. Er ist ein Mann, der vollkommen von seinen Idealen eingenommen ist. Im Gefängnis wird er sich bestimmt nicht auf einmal ändern. Der hat sein halbes Leben diesem Tag gewidmet. Das ist zwar übertrieben, aber sehr viele Jahre.
  12.04.2012, 15:41
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Jemanden der nicht psychisch krank ist kann man in einer Psychiatrie nicht heilen. Höchstens mittels Gehirnwäsche umpolen. Und wäre das nicht eigentlich ein Gegenteil von Heilen? Wie sollte man das rechtfertigen?

Wer aus Überzeugung Verbrechen begeht wird das auch wieder tun und muss von der Allgemeinheit fern gehalten werden. Dabei ist es irrelevant ob sie ihre Einstellung dadurch ändern oder nicht. Sie haben ein Recht auf ihre Einstellung, egal ob die den allgemeinen Moralvorstellungen entsprechen oder nicht.
  12.04.2012, 16:05
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Wer aus Überzeugung Verbrechen begeht wird das auch wieder tun und muss von der Allgemeinheit fern gehalten werden. Dabei ist es irrelevant ob sie ihre Einstellung dadurch ändern oder nicht. Sie haben ein Recht auf ihre Einstellung, egal ob die den allgemeinen Moralvorstellungen entsprechen oder nicht.

Sie haben ein Recht auf ihre Einstellung, werden aber wegen ihr eingesperrt...  :huh:
  12.04.2012, 16:57
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Ja. Jedes (Menschen-/Grund-)Recht hat auch seine Grenzen/Schranken. (Sehr) grob zusammengefasst kennt man das unter dem Sprüchlein "die eigene Freiheit endet dort, wo die Freiheit des Nächsten beginnt".
"Wer immer nur das tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist."
Dr. Reinhard K. Sprenger (*1953)
  12.04.2012, 17:40
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Sie gehören eingesperrt weil sie eine Gefahr für ihre Mitmenschen darstellen. Nicht wegen ihrer Einstellung. Ein Nazi wird auch nicht verurteilt weil er ein Nazi ist sondern weil er einen Deutsch-Türken verprügelt hat.
  12.04.2012, 18:59
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