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Thema: Ehrenmord  (Gelesen 2568 mal)

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Es war übrigens ein Oberst der den Luftschlag angeordert hat und er ist noch in Amt und Würden.
Und meiner Meinung nach ist jeder der dumm genug ist Soldat zu werden selbst schuld, wenn er Menschen töten muss.

Das ist doch ungerecht! Er wollte das Leben seiner Männer schützen, und das die Verteidigungsanlage standhält, und das ist was schlechtes nur weil er ein paar "Zivilisten" dabei gekillt hat?
Ähm... die Strafen werden auch immer dümmer...

Dir ist schon bewusst was du da redest?  :spinner:
  05.09.2011, 18:38
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Ja mit dem General war ich mir nie sicher nur auf Oberst bin ich nicht gekommen ;)

Zitat
Und meiner Meinung nach ist jeder der dumm genug ist Soldat zu werden selbst schuld, wenn er Menschen töten muss.
:dito: Wobei ich Soldaten an und für sich nicht für doof halte. Aber selber einer werden käme für mich nicht in Frage.

Zitat
Dir ist schon bewusst was du da redest?  :spinner:
Wenn es wirklich Zivilisten wären, würde ich genau so reagieren wie du ;)
Aber ich hab die Absichtlich in Anführungszeichen gepackt, und Tamriel hats so übernommen.
Wobei ich dir recht gebe, dass das sehr unreflektiert klingt.
Zumal die Strafe nicht bekannt war ;)
Aka.. Dämonmaster
  05.09.2011, 18:50
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Das altbekannte Soldaten-Dilemma, mit dem sich die Moralphilosophie seit Jahrzehnten auseinander setzt ...
Ist ein Soldat schuldig? Oder ist derjenige, der den Befehl gibt schuldig? Oder beide? Oder die Regierung?

Schwierige Frage, auf die ich persönlich keine Antwort weiß :|
(außer dass im realen Leben auf Menschen schießen doof ist ^^)
Nun ich würde mich da ganz nach § 26 StGB Anstiftung richten, aber das ist glaube ich nicht das was du damit ausdrücken wolltest oder doch?
Zitat
Als Anstifter wird gleich einem Täter bestraft, wer vorsätzlich einen anderen zu dessen vorsätzlich begangener rechtswidriger Tat bestimmt hat.
http://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__26.html
Stone of power, stone of light. The Stone at Dowth will end this fight. I'll bury the book for ages to come. Beneath the stone of the seven suns.
  05.09.2011, 19:44
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Naja, es geht hier um Moralphilosophie, nicht darum, was Gesetze sagen. Und wenn ein Soldat den Befehl hat, zu schießen, wenn sich jemand nähert, ist das ja keine richtige "Anstiftung".

Hinzuzufügen wäre btw noch der Zusatz: Kann jemand im nachhinein bestraft werden, wenn er unter damaligen Gesetzen jemanden legal getötet hat, auch wenn es in den aktuellen Gesetzen verboten ist?
Beliebtes Beispiel sind hier die Nazi-Offiziere oder vor allem die Grenzsoldaten der DDR ...
Ist nicht so einfach :|
"Was den Menschen auszeichnet, ist nicht, daß er Geschichte hat, sondern daß er etwas von seiner Geschichte begreift."
Carl Friedrich von Weizsäcker
  05.09.2011, 19:54
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Tatsache ist, dass der Vergleich nach wie vor hinkt. :rolleyes:

Wie schon mal jemand gesagt hat, Soldaten befolgen Befehle der Regierung, ein "Ehrenmord" ist kein Befehl, sondern wird von einer dafür vollkommen selbst verantwortlichen Person. Wobei man natürlich auch sagen könnte, seine "Kultur" würde ihn dazu anstiften... aber bring das mal juristisch rüber.

EDIT: Und zu den Soldaten im Dritten Reich: Anders als heutzutage konnten die nicht wegen ihrem "Gewissen" einen Befehl verweigern. Das heißt, sie hatten die Wahl zwischen Befehlen befolgen und von den eigenen Leuten vor's Kriegsgericht gezerrt zu werden und standesrechtlich erschossen zu werden. War glaube ich bei den Mauerschützen auch nicht anders. Wie Felidae schon sagte, nicht einfach. Aber auch OT.
« Letzte Änderung: 05.09.2011, 22:59 von Aaron »
It's hard to light a candle, easy to curse the dark instead - Tuomas Holopainen
  05.09.2011, 22:56
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Kann dich heutzutage Befehlsverweigerung nicht auch vors Kriegsgericht bringen? *Kopf kratz*
Dachte ich immer ...
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Carl Friedrich von Weizsäcker
  05.09.2011, 23:46
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Ich glaube kaum, das jemand den Befehl erhält aus Zivilisten zu schießen...
"Schickt doch die Iren, die kosten nichts!"
...
"Die Iren :| "

:lachen:
  05.09.2011, 23:48
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Nö, war von mir ja auch allgemein gemeint ;)
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Carl Friedrich von Weizsäcker
  05.09.2011, 23:49
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Achso^^
... das müsste man mal Googeln (bin schon dabei)

/Edit: Aus dem Wiki Eintrag zum Thema Befehlsverweigerung:

Zitat
Gehorsamsverweigerung beinhaltet nicht das einfache Nichtbefolgen eines erhaltenen Befehls, sondern
sich mit Wort oder Tat gegen diesen Befehl aufzulehnen oder
ihn auch nach Wiederholung dieses Befehls nicht auszuführen.
« Letzte Änderung: 05.09.2011, 23:55 von tamriel »
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:lachen:
  05.09.2011, 23:52
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krasses Thema. Um nochmal auf Beitrag #1 einzugehen: Ich mag das Lied überhaupt nicht, es geht Eko wohl auch nur um Aufmerksamkeit. Die Privatsender sind ja auch sofort drauf abgegangen. Nach Savas' Urteil war der Junge für mich eh Geschichte. Wie dem auch sei .. Ehrenmord ist dumm aber nicht ganz unverständlich. Was ich so seltsam finde ist, dass sie ihre eigene Schwester umbringen und nicht den Kerl, der ihr das Baby eingepflanzt hat - also wenn sie schon einen Schuldigen suchen.

Wenn jetzt irgendein Typ meine Schwester vergewaltigen würde und sie dann schwanger wird - dann würd ich den Typen jagen aber doch niemals meine Schwester. Naja - und wenn meine Schwester einen Idioten datet wär ich auch nicht glücklich drüber, würde doch aber nie auf die Idee kommen deswegen meine Schwester anzugreifen. Die Tatsache verwundert mich so sehr. Der Rest kann in unserer Gesellschaft genauso passieren.

Religion ist imho aus anderen Gründen etwas für Charakterschwache und Ungebildete.

Schlimmer als alles, was tamriel jemals hätte sagen können. Ich mag deine Posts eigentlich, sie sind meist gehaltvoll, witzig aber sowas find ich unglaublich.

Zitat
Und meiner Meinung nach ist jeder der dumm genug ist Soldat zu werden selbst schuld, wenn er Menschen töten muss.
:dito: Wobei ich Soldaten an und für sich nicht für doof halte. Aber selber einer werden käme für mich nicht in Frage.

Trotzdem sollte jeder Mann die 9 Monate machen. Nur wenn du länger dableibst, dann wirds kontraproduktiv bis destruktiv. Aber wir dürfen zwei Dinge nicht vergessen:

#1 Einige Menschen haben keine bis wenig Alternativen. Der Job wird extrem gut bezahlt und wenn du Familie ernähren musst. Die Bundeswehr gibt nach der Verbeamtung als Lehrer oä eine finanzielle Sicherheit ohnegleichen. Ist halt immer das selbe. Die Umstände machen den Menschen.

#2 (Und die findet eventuell Anfeindung) Gehen wir davon aus, dass einige Menschen in jeder Gesellschaft radikaler, 'dümmer', aggressiver sind als die Masse, dann ist es das beste diese Gruppe in solchen Armeen zu drillen und sicher unterzubringen. Das gilt nicht für jeden Bundeswehrsoldaten ist aber durchaus ein Punkt. Ihr könnt da widersprechen. Ich war 9 Monate dort, ich habs erlebt.


Und ich will euch mal was zu dem Schießen auf gegnerische Soldaten oder Zivilisten sagen. Was ihr da beredet ist schön und gut. Aber in der Praxis geht es einfach darum selber zu überleben. Die Bundeswehr ist nicht im Auslandseinsatz um zu töten. Kein Offizier hat das Recht sowas zu befehlen. Im Gegenteil. Aber wenn du eine Waffe in der Hand hast und das Feuer auf dich eröffnet wird, dann schießt du zurück. Ebenso war das mit dem Tanklaster. Die hatten Angst um ihr eigenes Lager. Was wäre losgewesen, wenn sie erfolgreich 20 Soldaten am Tor mit in den Tod gerissen hätten.


  06.09.2011, 05:21
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Und ich will euch mal was zu dem Schießen auf gegnerische Soldaten oder Zivilisten sagen. Was ihr da beredet ist schön und gut. Aber in der Praxis geht es einfach darum selber zu überleben. Die Bundeswehr ist nicht im Auslandseinsatz um zu töten. Kein Offizier hat das Recht sowas zu befehlen. Im Gegenteil. Aber wenn du eine Waffe in der Hand hast und das Feuer auf dich eröffnet wird, dann schießt du zurück.
Das unterschreibe ich. Bin zwar selbst nie dort gewesen, und werd mir sowas auch nicht antun (würd wahrscheinlich keine Schusswaffe auch nur anfassen ^^), aber du hast da recht. Ich wüsste keinen, der da nicht zurückschießt, da kann er soviel Pazifist sein, wie er will. Wenn's ums nackte Überleben geht, machen Menschen alles.
Schwierig wirds, wenn Soldaten den Befehl haben, auf Zivilisten zu schießen - wie die Grenzsoldaten der DDR. Da kommt dann das Problem der Moral mit rein - auf Unbewaffnete schießen :|
"Was den Menschen auszeichnet, ist nicht, daß er Geschichte hat, sondern daß er etwas von seiner Geschichte begreift."
Carl Friedrich von Weizsäcker
  06.09.2011, 10:00
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Religion ist imho aus anderen Gründen etwas für Charakterschwache und Ungebildete.

Schlimmer als alles, was tamriel jemals hätte sagen können. Ich mag deine Posts eigentlich, sie sind meist gehaltvoll, witzig aber sowas find ich unglaublich.

Ich stimme Fontanelli zu, wenn man es auf Fanatiker bezieht. Meine beste Freundin ist auch gläubig, aber weder dumm noch charakterschwach.
Jedoch kann man das getrost jedem Trottel vorwerfen, der sich wegen seines Glaubens in die Luft sprengt oder, wie hier besprochen, seine eigene Schwester lyncht, nur weil die mit einem deutschen Mann geschlafen hat.

Ein großer Unterschied ist auch auf jeden Fall, wie man glaubt. Meine Freundin zB glaubt zwar an Gott, ist auch gefirmt, aber keine Kirchengängerin oder Bibelleserin. Auch denkt sie nicht, das Gott die Welt geschaffen hat. Sie denkt eher, dass es sowas wie ein "Schicksal" in Form eines Gottes gibt. Sowas würde ich "Aufgeklärten Glauben" nennen und nicht mit fehlender Bildung und Charakterschwäche gleichsetzen.

Ein Gegenteil dazu sind Kreationisten. Ernsthaft??? Eine Welt, die erst vor 6000 Jahren entstanden ist? :rolleyes:

Btw, es ging mir nicht ums Kriegsgericht, sondern darum, dass man früher für so was noch erschossen wurde. Heute kannst du ja diese Gewissensfrage ins Spiel bringen, und es herrscht ja keine Wehrpflicht mehr.
It's hard to light a candle, easy to curse the dark instead - Tuomas Holopainen
  06.09.2011, 10:34
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Ich stimme Fontanelli zu, wenn man es auf Fanatiker bezieht. Meine beste Freundin ist auch gläubig, aber weder dumm noch charakterschwach.
Jedoch kann man das getrost jedem Trottel vorwerfen, der sich wegen seines Glaubens in die Luft sprengt oder, wie hier besprochen, seine eigene Schwester lyncht, nur weil die mit einem deutschen Mann geschlafen hat.
Nur das hat Fontanelli nicht gemeint - er hat ja ganz deutlich alle Gläubigen gemeint ;)
Aber es wäre fies, in seiner Abwesenheit seine Posts auseinander zu nehmen.

Ich finde btw Glauben eine gute Sache, wenn Menschen dadurch davon abgehalten werden, sich verzweifelt das Leben zu nehmen oder total in Depressionen abzusinken. Wenn der Glaube das einzige ist, was sie noch hält, wenn etwas sehr schlimmes passiert ist, finde ich das eine gute Sache.
Ansonsten ist es immer noch die Entscheidungen von jedem selbst, solange er die anderen nicht versucht, zu konvertieren und ihnen ihren Glauben oder Nicht-Glauben lässt. Und natürlich, solange das alles nicht ausartet.
"Was den Menschen auszeichnet, ist nicht, daß er Geschichte hat, sondern daß er etwas von seiner Geschichte begreift."
Carl Friedrich von Weizsäcker
  06.09.2011, 10:52
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@Thunderbird
Stimme dir bei allem voll zu!
Gegen das Soldatentum habe ich nichts, im Gegenteil ich habe größten Respekt vor den Jungs und Mädels.
Nur für mich selber wäre es wie schon gesagt nichts.. Wehrdienst hätte ich höchstwahrscheinlich gemacht, aber Freiwilligendienst werde ich dann eher nicht machen.

Lieber ein FSJ-Auslandsjahr in Afrika oder so.. (Keine Ironie ;) )

Und was die Religion angeht.
Gegen Religionen an sich habe ich etwas.. nicht grundsätzlich.. aber im Großen und Ganzen..
Aber Grundsätzlich etwas gegen Religiöse zu haben ist größter Müll :P
Aka.. Dämonmaster
  06.09.2011, 14:39
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Natürlich haben kulturelle Unterschiede Einflüsse auf die moralische Bewertung einer Tat. (Und unsere ist...tada, dem hier so oft geschmähten christlichen Glauben geschuldet!)
Und das war auch bei unseren Vorfahren nicht unüblich, im germanischen Gewohnheitsrecht galt ein Totschlag nach vorausgegangener Kränkung etwa als rechtens.
Nur weil das Urteil "Mord bleibt Mord" für uns schon entschieden ist, heißt das nicht, dass man nicht über die Ursachen diskutieren kann. Und das ist nicht nur "Allah will es", sondern wohl auch Nationalismus.


Das sehe ich auch so. Es geht ja nicht darum, dass ein Ehrenmord richtig wäre, sondern darum, ob eine Tötung, die dadurch motiviert ist, dass der Täter die Familienehre widerherstellen möchte, letztlich als Totschlag oder als Mord gewertet wird. Darüber kann man verschiedener Meinung sein.
  09.11.2011, 02:04
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