Nein so war das nicht gemeint. Ich wollte nur überzogen darstellen was die Hauptperson in einem Spiel heutzutage darstellen muss, um dem Anspruch der Massen gerecht zu werden. Alles Andere gilt quasi als "Fußabtreter", gewöhnlich und langweilig.
Hm, nein, würd ich nicht sagen. Man schaue sich nur The Witcher an, da ist man praktisch der Antiheld schlechthin, zumindest im ersten Teil, der Zweite war so schnell vorbei, da ist nichts hängen geblieben. Aber man ist am Ende des Spiels noch genauso, wenn nicht sogar unbeliebter als am Anfang, trotzdem war das Spiel ein Riesenerfolg.
Zum Thema Hauptquest: Nunja, ich kann mich nicht recht erinnern, aber irgendwann wird man doch von dieser einen Typin überfallen, oder nicht? Oder war das woanders? Naja, whatever. Auf jeden fall wusste ich da nicht mehr, welche Seite ich jetzt wählen sollte, Klingen oder die andere, aber das hat im Endeffekt irgendwie keinen interessiert (inklusive meiner Wenigkeit). Das war aber der einzige plot-twist, an den ich mich erinnere, auch wenn er sehr kurz war.
Ansonsten ist es halt ein Hauptquest wie in jedem anderen Spiel auch: Protagonist besiegt Antagonist mit Hilfe von mehr oder weniger lustigen NPCs. Die Story war aber nicht doll, bzw. die Einbindung in die Welt. Was vor allem daran lag, dass kein Charakter erinnernswert erschien. Die Priester auf dem Berg tragen graue Kutten, die Klingen spielen CIA, das Kaiserreich ist stur und die Rebellen unsympatisch. Ich könnte jetzt aus dem Kopf keinen Namen sagen der irgendwie hängen geblieben ist (außer Ulfric Stormcloak weil der die Stimme vom Spielercharakter aus Mafia 1 hat (und er sprach in "Als die Tiere den Wald verließen" den alten Fuchs, und da ich vor gefühlten 600 Jahren die Serie sehr gerne gesehen habe, ist der mir sympatisch)). Dazu kommt mein größter Kritikpunkt an dem Spiel, nämlich das fehlen jeglicher Dialogoptionen bei NPCs, wenn man Fragen zur Welt hat. Man kann nicht einfach irgendwo hingehen und Fragen "Was hat es mit X auf sich?", und die Bücher sind die exakt selben wie in Morrowind (oder Daggerfall gar), da steht also auch nichts drin, was aktuell in der Welt so los ist. Oh, und natürlich das ein Chaurus mehr Biss als ein Drache hat. Da dacht ich schon dass mir gleich ein Ei abhanden kommt. Aber das nichtssagende geht schon mit dem Anfang los: Der Typ, mit dem man flieht, wenn man sich den Rebellen anschließt, den sieht man einmal und danach nie wieder, es sei denn man kommt nochmal nach Flusslauf (wozu man aber keinen Grund hat; in dem Dreckloch gibts nichts).
Gehört der Bürgerkrieg eigtl. auch zur Hauptquest? Also, kann man hier darüber sprechen? Wenn nicht, braucht ihr hier nicht weiterlesen.
Ich glaub noch nie hat es ein Spiel geschafft, alle größeren (und kleineren) Fraktionen so unliebsam zu machen. Die Rebellen sind religiöse Spinner die sich ankacken weil ihre Religion verboten wurde und übersehen dabei, dass wenn das Kaiserreich fällt, sie auch fallen werden (weil sie wie alle Rebellen blind sind, logisch). Das Kaiserreich kommt irgendwie nichtssagend, aber nicht weniger unsympatisch rüber. Sogar die Dunmer sind derart widerlich geworden, dass mir übel wurde. Offenbar nach einer bestimmten Real-life Comedygruppe gemodelt, die versucht, sich durch Geburtenraten eine führende Stellung in der Gesellschaft zu verschaffen. Allein darüber könnt ich stundenlang schreiben. Ich meine, gut. Wenn man eine Crapsack World bauen will, bitte. Aber dann muss man auch konsequent sein. Da muss Spannung rein, Intrigen, spielchen, und vor allem muss der Spieler die möglichkeit haben, seine eigene Agenda zu verfolgen, statt sich irgendeiner skurielen Organisation anzuschließen. Beispiel Dragon Age: Da kann man einfach sagen "Fickt euch alle" und selber König werden, wenn einem Allistair zu angsty und Loghain zu gemein ist. Aha! Charaktäre mit Charakterzügen. Dann kann man sich auch Namen merken ... Aber zur Rebellion zurück: Warum hat man das nicht dynamisch gemacht? Da hat man schon die schicke Karte und die tollen Fähnchen, aber nein, für jede seite drei angriffe auf irgendwelche absolut unbedeutenden Orte zu denen man nie wieder zurückkehrt, und schließlich die schlacht um Edoras. Ernsthaft, wer hat die Stadt designt? Wo hat er bloß diese Idee her?
Fazit: Ich hab 36 Stunden Skyrimspielzeit auf meiner Steamuhr, und davon sind mindestens 12 Stunden meiner Schwester anzurechnen, die auf dem selben Account zockt. Ich hab alle größeren Fraktionen und die Hauptquests fertig. Die größte Herausvorderung war (und ist) ein Chaurus. Die Falmer sind da, hooray! Aber, ach, poor Hans ist traurig, er kann nichtmal mit ihnen reden weil sie aussehen wie Voldemort auf Methamphetamin. Jimmys not rustled. Not at all.
Edith sagt:
IGN hat jemanden, der praktisch genau das sagt, was ich auch sagen will, allerdings auf englisch und etwas kondensierter.