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Thema: Pädophilie - Krankheit oder Verbrechen?  (Gelesen 5172 mal)

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Ich finde das Thema 'Pädophilie und die Gesellschaft' ist wichtig genug, das als eigenen Thread aus dem NSU-Thread auszugliedern:

Was bisher geschah
Das die Ermittlungen und die Reaktionen der Behörden in den erwähnten Fällen eine Schande für die deutsche Exekutive sind, zeigt nur, das weder Politik, noch Gesellschaft, noch die Behörden sich mit dem Thema Rechtsextremismus befassen wollen.
Gleiche wie weiter oben: So lange die "Mitte der Gesellschaft" nicht das Maul aufreißt, passiert weiterhin nix. Als Beispiel nehm ich jetzt mal Fussball-Ultras: Jedes Wochenende überall zu sehen, baut einer mal bissl Mist, gibts gleich von Executive, Judikative und Medien aufs Maul. Wenn aber, wie jetzt gerade aktuell, ein pädophiler sich selbst anzeigt, nix unternommen wird und es Monate später zu einem Verbrechen kommt, hinkt man hinterher und tritt dabei noch mit anlauf in wirklich jedes Fettnäpfchen.

Ich kenne den Fall nicht. Aber Pädophilie ist keine Straftat, sondern eine Paraphilie, eine psychische Störung des Sexualverhaltens. Zwar bei Erwachsenen nicht heilbar, aber man kann den Betroffenen helfen das zu kontrollieren. Hat der Besagte in jenem Fall ein Verbrechen angezeigt, oder sich nur bei der Polizei "geoutet"? In letzterem ist den Behörden nichts vorzuwerfen. Allenfalls das sie ihn nicht genug ermutigt haben, sich professionellen Rat zu holen. Denn das ist das einzige was sie tun dürfen, und das ist auch richtig so. Pädophile sind in der Gesellschaft derart verachtet, das die wenigsten sich überhaupt trauen, Hilfe zu suchen. Und die Mehrheit der Gesellschaft hat null Ahnung von der Materie. Für die ist Pädophilie = Kindesmisshandlung.

Zugegeben: Ich hätte das wohl etwas weiter ausführen müssen. Der Stiefvater hatte Kinderpornos auf dem Pc vom Täter entdeckt und ihn angezeigt, der Täter selbst hat sich angezeigt, nachdem er ein kleines Mädchen heimlich fotografierte. Ist zumindest mein Wissensstand. Zudem lag der Polizei ein Durchsuchungsbefehl für das Haus vor. Die Polizei hat aber nicht
Reagiert und was passiert: jetzt haben wir ein Verfahren wegen sexuellem missbrauchs Schutzbefohlener, Mord und versuchter Vergewaltigung. Ist zumindest, dass was ich"erfahren" habe. Gehört aber wirklich nicht hierher.

Zu dem Pädophiliethema sag ich nur: wer sich selbst anzeigt hat durchaus die entsprechende Behandlung verdient, aber es allgemein als Psychische Störung abzutun verharmlost die Sache doch ungemein. Klar ist sowas krank, wenn wir allerdings weiterhin alles auf die Psyche zurückführen ist irgendwann selbst ein Diktator oder Massenmörder einfach nur krank und bekomt vlt. statt einer gerechten (falls man sowas überhaupt gerecht bestrafen kann) eine Behandlung, Medikamente und irgendwann sogar noch Mitleid.

Zu Lord Nerevar: Ein kleines Mädchen heimlich zu fotografieren ist zunächst höchstens eine Beschädigung dessen Persönlichkeitsrechts, wenn überhaupt, aber nicht automatisch Kinderpornographie und somit nicht als solche strafbar. Wenn die Polizei allerdings einen Durchsuchungsbefehl nicht ausführt, ist ihr durchaus ein Vorwurf zu machen.
Und dennoch ist auch hier die Gesellschaft nicht unschuldig. Pädophilie ist ein dermaßenes Tabuthema, das Pädophile vermutlich garnicht wissen, wo sie Hilfe suchen sollen. Sich dann anzuzeigen kann man als Hilferuf auffassen, doch dadurch das niemand Ahnung davon hat, werden die richtigen Schritte, nämlich dem Betroffenen professionelle Hilfe angedeien zu lassen, bevor jemand zu schaden kommt, nicht gegangen.

Zu PHofmann: Pädophilie wird nicht als psychische Störung abgetan oder verharmlost. Es ist eine psychische Störung. Wer sich selbst anzeigt kann nur bestraft werden, wenn eine Straftat vorliegt.
Gerechte Strafe? Jemanden zu bestrafen dient nur dazu, die eigenen Rachegelüste zu befriedigen. Die Tat wird dadurch aber weder ungeschehen (außer natürlich wenn finanzieller Schaden durch Geldstrafen beglichen wird), noch haben die Opfer etwas davon. Sicher, sie werden Genugtuung verspüren, aber das Vergewaltigungsopfer bleibt womöglich für den Rest seines Lebens in Behandlung. Ob der Täter im Gefängnis sitzt, in einer psychiatrischen Klinik ist, oder irgendwo weit weg wohnt ist dabei irrelevant.
Ich will nicht sagen das Gefängnisstrafen verkehrt sind, aber sie sind auch nicht der optimale Weg, mit Straftätern umzugehen.

Aber auch dein Post suggeriert das, was in der Gesellschaft ein Problem ist. Dort wird Pädophilie mit Kindesmisshandlung gleich gesetzt. Wer als pädophil bekannt wird, ist in den Köpfen der Leute automatisch ein Kinderschänder. Wenn er noch kein Verbrechen begangen hat, geht die Gesellschaft davon aus, das das unmittelbar bevor steht.
Dabei ist die Annahme, Pädophile hätten automatisch das Potential zum Kinderschänder völliger Unsinn. Nicht jeder Pädophile begeht ein Verbrechen und nicht jeder Kinderschänder ist pädophil. Genauso wie nicht jeder Massenmörder ein Psychopath ist und nicht jeder Psychopath ein Massenmörder.

Ein weiteres Resultat der Bedeutung von Kindesmisshandlung in der Gesellschaft ist, das ebenbürtige Verbrechen verharmlost werden. Dabei kann man Erwachsenen das gleiche antun wie Kindern. Man kann Erwachsene vergewaltigen, ermorden, sie zur Prositution oder Pornographie zwingen. Die Folgen für die Opfer sind genauso gravierend. Doch wird den Opfern die gleiche Aufmerksamkeit angedacht? Nun, zwar zu ihrem Glück, ist das mediale Interesse an erwachsenen Verwaltigungsopfern eher gering. Dennoch ist es ein Problem.

Ich sehe großes Potential, Kindesmisshandlung zu verhindern, in besserer Aufklärung. Die wenigsten wissen was Pädophilie ist und darum sind Pädophile in der Bevölkerung derart geächtet.
Und auch die Pädophilen wissen nicht, was sie mit sich anfangen sollen. Durch den gesellschaftlichen Druck, sehen sie niemanden an den sie sich wenden können. Nichtmal ihren Partner, Hausarzt oder besten Freund. Sie werden mit ihrem Leiden alleine gelassen, ohne irgendeine Anlaufstelle. Das kann mannigfaltige Folgen haben. Von Depressionen und Selbsthass bis dahin, sich seinem Schicksal zu ergeben und die Pädophilie auszuleben.

Und da sind wir bei einem weiteren Punkt, der in unserer Gesellschaft nicht stimmt. Bis auf einige Einzelfälle, sind die meisten Pädophilen Männer. Die haben generell das Problem, das es für Männer keine anständigen Beratungsstellen gibt. Es gibt bald in jedem Kuhkaff mindestens ein Frauenhaus. Aber in ganz Deutschland nur ein einziges richtiges Männerhaus, und das ist irgendwo an der Ostsee. Männerberatungsstellen sind auch nur ziemlich spärlich gesät. Die Gesellschaft erwartet von Männern, das sie keine Probleme haben. Und wenn, dann sollen sie sich nicht anstellen und gefälligst ihren Mann stehen. In der Gesellschaft ist nur Platz für harte Kerle und neuerdings Schwule, bei denen ist alles erlaubt. Dabei können Männer die gleichen Probleme haben wie Frauen, und das gleiche Bedürfnis nach Hilfe und Beratung. Das wird aber von der Gesellschaft nicht gesehen und die Politik meint, es gäbe keinen Bedarf. Frauenrechtlerinnen an jeder Ecke aber Männerrechtler sind gleich böse Sexisten. Doch das ist ein ganz anderes Thema, das seinen eigenen Thread verdient.
  22.08.2012, 08:51
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Ahja, sehr interessantes Thema, wo fange ich da an...

Zu MorpheuZ Post:
Pädophilie ist, wie MorpheuZ schrieb, eine psyichische Störung (meines bescheidenen Wissens nach wie Homosexualität) und keine Straftat.

Auch ist der Punkt, dass Pädophile und "Kinderschänder" (um einmal den NPD Begriff zu verwenden) nicht das Gleiche sind, absolut korrekt. Durch Diskussionen mit Bekannten kann ich auch die Aussage, dass beide Personentypen für ein und denselben gehalten wird, bestätigen. Dass Todesstrafe für beide verlangt wurde, lass ich jetzt noch außen vor.

Und hier könnte die von MorpheuZ angesprochene Aufklärung helfen, diese Menschentypen zu unterscheiden, professionelle Hilfe für Pädophile zu schaffen, um Kindesmissbrauch/-vergewaltigung zu verhindern. Als Pädophiler würde ich mich vielleicht auch nicht trauen Hilfe zu suchen, mit dem Wissen, dass in den nächsten Tagen ein verärgerter Mob mir Schmähungen vor den Kopf wirft und mich dazu auffordert, mein Heimatdorf zu verlassen. Aufklärung dieser Menschen wäre sehr hilfreich.

Hier noch ein kurzes Wort zur Kinderpornografie: Ich erinnere mich daran, vor Urzeiten eine Diskussion darüber gelesen zu haben. Eine Person hat dabei den Standpunkt vertreten, man solle die Aufnahme von Kinderpornografie verbieten, das bereits existierende Material jedoch nicht löschen oder verbieten. Vielmehr solle es eine Alternative zur "Praxis" darstellen und den Pädophilen eine Möglichkeit zu geben. Würde dieses Material dem Pädophilen unzugänglich gemacht werden, würde ihnen diese fehlen, es würde häufiger zu "Kurzschlüssen" und Kindesvergewaltigungen kommen.
- das ist nicht meine Idee, aber mich würde einmal interessieren, was ihr hierüber denkt.
De caligine clamavi ad te Lumine.
  22.08.2012, 15:13
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Cyclops

Ich finde auch, dass es eine Krankheit ist. (Du hättest ruhig eine Umfrage daraus machen können, Morpheuz ;))
"Verbrechen" ist sowieso irrelevant weil jeder Mensch irgendwo ein Verbrecher sein kann.
Selbst jene welche die Gesetze für das Volk erlassen, können korrupte Polöcher sein. Es gibt genug solcher Skandale in den Zeitungen.

Vieles wird heutzutage unnötig kriminalisiert und niemand kann sagen wo Kind sein aufhört und Erwachsen sein anfängt.
Natürlich ist man mit 18 zumindestens in Deutschland volljährig.
Trotzdem gibt es 14jährige die reifer sein können als 18jährige und Menschen mit 32 die zwar arbeitsmäßig irgendwas erreicht haben, aber trotzdem an ihrer sozialen Kompetenz gemessen kaum Reife aufweisen.

Und es gibt 14jährige die sich sogar in 30jährige verlieben und diese Liebe kann sogar erwidert werden.
Dennoch ist soetwas vom Gesetz her absolut tabu.

Ein Verbrechen wäre es in meinen Augen, wenn Gewalt dahinter steckt bzw. wenn man einen anderen Menschen verletzt (egal ob körperlich oder mental).
Wobei Kinder in meinen Augen mehr wert sind als Erwachsene (ob wir wollen oder nicht, sie sind unsere Zukunft also die Zukunft der Menschheit) und da sie sich in der Entwicklung befinden ist eine Vergewaltigung nur umso schlimmer.

@ChakaLaka Overlord
Ich persönlich habe noch nie irgendeine Form von sexueller Anziehung gegenüber einem Kind verspürt, deshalb will ich mich da jetzt auch nicht versuchen in einen Pädophilen reinzudenken und zu raten wie die Auswirkungen solcher zweifelhaften "Erotik"filme auf diese Person sein könnte.

Wie gesagt sehe ich es als Krankheit an, die irgendwo im Kopf sitzt.
In der Persönlichkeit eines Menschen die irgendwo eine Störung hat und solche "Kurzschlüsse" wie du sagst auslöst.
Sowas lässt sich heilen, wenn man ihnen irgendwie eine andere Denkweise nahe bringen kann oder sie davon überzeugen kann, dass ein gewaltsamer erzwungener sexueller Übergriff einen Menschen sehr schädigen kann und sowas alles andere als gut ist.

Ich bin aber kein gelernter Arzt...
Meine komplett unbegründete Meinung aus dem Bauch raus ist, dass es wohl nicht viel bringen würde solchen Menschen solche Filme vorzusetzen.
Man müsste wenn schon an den Menschen und ihrer Persönlichkeit selbst arbeiten.
  22.08.2012, 15:53
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Der Ansatz, den Besitz von Kinderpornographie zu legalisieren ist vermutlich kein falscher Gedanke. Und es hätte sicher in einem großen Teil der Fälle die Funktion als "Ventil". Es gibt aber drei Haken an der Sache.

Der Erste ist echt hypothetisch und wird oft als Gegenargument gebracht. Nämlich die Annahme, das bestimmte Einzeltäter, die womöglich garnicht pädophil sind, durch legale Kinderpornographie erst ermutigt werden, selbst zur Tat zu schreiten. In wie Fern das aus psychologischer Sicht plausibel ist, kann ich nicht sagen, hört sich aber zumindest logisch an.

Die Zweite ist, das Kinderpornographie irgendwo her kommt. Seien es "Amateure", die ihr Machwerk auf frei zur Verfügung stellen, wie gängige Praxis auf einschlägigen Streaming Portalen, oder organisierte Banden, die in Osteuropa und Asien Kinder entführen oder gar kaufen, um sie im Internet zu prostituieren und mit Kinderpornos Geld machen, wie das bereits jetzt der Fall ist.

Der Dritte ist, das Kinderpornographie, in jedweder Form, eine Straftat abbildet. Meines Wissens, ist die Zurschaustellung von Opfern von Straftaten, oder deren Abbildung zur Belustigung oder gar sexuellen Erregung verboten. Und welche Eltern werden wollen, das irgendwer sich in seinem Versteck zu dem Video in dem ihre arme Tochter vergewaltigt wird, den Kasper schnäuzt.


Es gibt aber auch andere Probleme mit der Rechtsprechung zu Kinderpornographie, insbesondere in digitaler Form. So sind schon Leute verurteilt worden, weil ihr Browser auf irgendeiner Thumbnailseite ein Kinderpornothumbnail heruntergeladen hat, ohne das der Betreffende das überhaupt gemerkt hätte. Aber sobald der Browser etwas auf der Festplatte speichert, befindet es sich im Besitz des Computerbesitzers (das passt zum Thema Software, Lizenzen und die Frage, wem was gehört) und es ist nunmal verboten, Kinderpornos zu besitzen.
Neben echter Kinderpornographie wird auch die Darstellung mit volljährigen Darstellern, die eindeutig minderjährig aussehen zu Kinderpornographie gezählt (?) und ist verboten. Das macht nicht nur nur bedingt Sinn, es verstößt nach meinem Befinden gegen das Recht der Darstellerin, sich in Pornos zu präsentieren.
Obendrein sind auch andere Medien, die sexuelle oder erotische Handlungen von, durch oder mit Kindern beschreiben als Kinderpornographie verboten. Seien das literarische Werke oder z.B. auch Zeichnungen und Gemälde, sofern die realitätsnah sind.
Nur wer entscheidet was realitätsnah ist? In der japanischen Hentaiszene erfreuen sich Lolicons wachsender Beliebtheit. Das der typische japanische Comicstil nicht sonderlich realitätsnah ist, wird kaum jemand bestreiten. Doch wie wird das vor Gericht gesehen? Kennt sich damit jemand aus?


@ Cyclops, das Pädophilie eine Krankheit ist Fakt, keine Frage der persönlichen Meinung. So wie Gravitation. Und neine, Pädophilie ist im Erwachsenenalter nicht mehr Heilbar, kann aber kontrolliert werden.

Es ist wohl so, das Beziehungen zwischen Erwachsenen und Minderjährigen sich auf "natürliche" Weise bilden können. Kinder sind aber leicht manipulierbar und zum Schutz der Einzelfälle muss man halt zum Leidwesen der Liebenden sexuellen und erotischen Kontakt verbieten. Sofern die Eltern des Kindes nichts dagegen haben, kann der Gesetzgeber eine Liebesbeziehung aber nicht verbieten. Dieses Verbot finde ich schon recht sinnvoll, nicht so wie das Verbot sexueller Beziehungen von Geschwistern und nahen Verwandten. Aber das ist ein ganz anderes Thema.
  22.08.2012, 16:06
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Cyclops

Inwiefern unterliegt die Gravitation der persönlichen Meinung?
Ok, wenn ich mich auf die Waage stelle und die zeigt 70 kg an und am nächsten Tag stell ich mich wieder drauf und sie zeigt noch immer 70 kg an ich fühl mich aber als würde ich ne Tonne wiegen, weil ich zu wenig geschlafen hab und einen Mordskater mit mir rumschleppe...
Ja das ist persönlich, aber nicht realistisch.

Und neine, Pädophilie ist im Erwachsenenalter nicht mehr Heilbar

Von welchem Facharzt wurde das bestätigt?
Wenn man Menschen dazu bewegen kann nichts Falsches mehr tun zu wollen und ihnen ehrlich und richtig vermitteln kann, dass Vergewaltigung etwas schlechtes ist, weil man dadurch einen Menschen verletzt ist die Bedigung gegeben.
Nur ist es eben schwierig in einer gefestigten Persönlichkeit neue Grundsätze einzuprägen, aber es ist NICHT unmöglich :)
  22.08.2012, 16:21
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Zitat
Zu Lord Nerevar: Ein kleines Mädchen heimlich zu fotografieren ist zunächst höchstens eine Beschädigung dessen Persönlichkeitsrechts, wenn überhaupt, aber nicht automatisch Kinderpornographie und somit nicht als solche strafbar. Wenn die Polizei allerdings einen Durchsuchungsbefehl nicht ausführt, ist ihr durchaus ein Vorwurf zu machen.
Und dennoch ist auch hier die Gesellschaft nicht unschuldig. Pädophilie ist ein dermaßenes Tabuthema, das Pädophile vermutlich garnicht wissen, wo sie Hilfe suchen sollen. Sich dann anzuzeigen kann man als Hilferuf auffassen, doch dadurch das niemand Ahnung davon hat, werden die richtigen Schritte, nämlich dem Betroffenen professionelle Hilfe angedeien zu lassen, bevor jemand zu schaden kommt, nicht gegangen.

Ich habe nie Behauptet, dass es das ist. Fakt ist, er hat das Mädchen fotographiert(bei was auch immer) und sich daraufhin selbst angezeigt, der Fehler begann aber schon vorher, als der Stiefvater seinen Stiefsohn(also den Täter) wegen Kinderpornographie angezeigt hat.

Also, eines Vorweg: Da ich derzeit in einer Einrichtung für Kinder arbeite und das auch in den nächsten 40 Jahren machen will, kann es sein, dass ich manchmal etwas zu emotional bin.

Zitat
Ein weiteres Resultat der Bedeutung von Kindesmisshandlung in der Gesellschaft ist, das ebenbürtige Verbrechen verharmlost werden. Dabei kann man Erwachsenen das gleiche antun wie Kindern. Man kann Erwachsene vergewaltigen, ermorden, sie zur Prositution oder Pornographie zwingen. Die Folgen für die Opfer sind genauso gravierend. Doch wird den Opfern die gleiche Aufmerksamkeit angedacht? Nun, zwar zu ihrem Glück, ist das mediale Interesse an erwachsenen Verwaltigungsopfern eher gering. Dennoch ist es ein Problem.

Der unterschied zwischen Kindern und Erwachsenen liegt aber genau daran, dass es eben Kinder und Erwachsene sind. D.h. es wird davon ausgegangen, dass Erwachsene denen solche Sachen besser verarbeiten können, als Kinder, oder sich gar besser dagegen wehren können, was in gewisser Weise ja auch stimmt. Nur haben wir in der breite eine "Über-Eltern" Gesellschaft, in der Kinder das wichtigste Gut sind. Gut, das mag in gewisser Weise auch stimmen. Man versucht Kinder vor allem übel zu beschützen und deswegen gibt es dieses ungleichgewicht in der Anschauung. Es ist natürlich ein ehtischer Unterschied, ob man einem vollentwickelten Menschen eine vor den Latz knallt, oder einem noch nicht vollentwickelten. Es ist beides nicht zu tolerieren und zum Teil auch das gleiche, aber es ist dennoch ein Unterschied.


Zitat
Ich sehe großes Potential, Kindesmisshandlung zu verhindern, in besserer Aufklärung. Die wenigsten wissen was Pädophilie ist und darum sind Pädophile in der Bevölkerung derart geächtet.
Und auch die Pädophilen wissen nicht, was sie mit sich anfangen sollen. Durch den gesellschaftlichen Druck, sehen sie niemanden an den sie sich wenden können. Nichtmal ihren Partner, Hausarzt oder besten Freund. Sie werden mit ihrem Leiden alleine gelassen, ohne irgendeine Anlaufstelle. Das kann mannigfaltige Folgen haben. Von Depressionen und Selbsthass bis dahin, sich seinem Schicksal zu ergeben und die Pädophilie auszuleben.
Same here. Sexuelle Aufklärung hat in der Erziehung keine Lobby. Es gibt wenige Anlaufstellen für reine sexuelle Aufklärung. Wie soll das erst mit "psycho-sexuellen Störungen" sein?

Zitat
Und es gibt 14jährige die sich sogar in 30jährige verlieben und diese Liebe kann sogar erwidert werden.
Dennoch ist soetwas vom Gesetz her absolut tabu.
Seit wann sind Emotionen verboten und Tabu? Sexuelle Handlung unter 14 sind strafbar, ab 14 gibt es gewisse "Erlaubnisse" ;)
Es gibt keine Leidenschaft. Es gibt nur Besessenheit.
Es gibt keine Erkenntnis. Es gibt nur Überzeugung.
Es gibt keine Absicht. Es gibt nur Willen.
Es gibt nichts. Nur mich.
  22.08.2012, 16:50
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Cyclops

"Erlaubnisse"... Achso du meinst Grauzonen, in denen man vorm gemeinen Volk dennoch als Krimineller da steht? ^^

Das 14 war nur ein Beispiel. Genausogut ist das bei unter 14jährigen mit Älteren, auch wenn ich so eine Beziehung bewusst nicht genannt habe, weil ich mir das nicht vorstellen kann.
Nur gibt es da eben keine Grauzone mehr, sondern ein absolutes gesetzliches Tabu.
Aber da es zig Millionen Menschen auf der Welt gibt und irgendwo an einem Fleck auf ihr auch sicher eine Liebesbeziehung zwischen einem 12jährigen Menschen und einem Erwachsenen besteht wüsste ich nicht warum ich von Grund auf etwas dagegen haben sollte.

Nur weil es nicht im Einklang mit meiner Einstellung und meinen Prinzipien ist?

Ich bin nicht die Welt, ich bin individuell.
Genauso wie jeder andere Mensch...
Also wäre mir das nicht Grund genug.
Deshalb würde ich weder hier noch sonst wo einen Erwachsenen der eine auf gegenseitigkeit beruhende Liebesbeziehung mit einem Minderjährigen führt nicht als Verbrecher einstufen, selbst wenn es das Gesetz unter einem gewissen Alter doch tut.

Auf verbotene Emotionen wollte ich eigentlich nicht hinaus, aber schön dass du es ansprichst.
Denn irgendwie kommt es mir so vor als würde die Menschheit immer stumpfsinniger werden :(

Was das mit der Krankheit betrifft...
Der einzige Vorteil den ich gegenüber sadistischen Verbrechern habe ist, dass ich es als falsch ansehe andere Menschen zu verletzen und eine Vergewaltigung wäre für mich die Verletzung eines anderen Menschen.

Dieses Verständnis hat nun eben nicht jeder Mensch, sei es aufgrund fehlendem Idealismus sowie nicht vorhandenen Regeln und Prinzipien oder durch irgendwelche kindheitlichen Trauma (hier kann man von einer Krankheit sprechen).

Ich würde NICHT nur von einer Krankheit sprechen, weil im Anbetracht der Welt gibt es bestimmt auch Verrückte denen das Spaß macht und die auf sadistische Art und Weise anderen Schaden zufügen wollen.
Aber wer sich durch traumatische Kindheitserlebnisse so entwickelt hat, für den hat sich dieses Verhalten womöglich als psychische Störung manifestiert und er ist diesen Trieben ausgeliefert und sollte eben lernen sie in andere Bahnen zu lenken.

Hier kann die Psychologie sehr hilfreich sein.
« Letzte Änderung: 22.08.2012, 17:18 von Cyclops »
  22.08.2012, 17:16
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Wobei Kinder in meinen Augen mehr wert sind als Erwachsene (ob wir wollen oder nicht, sie sind unsere Zukunft also die Zukunft der Menschheit) und da sie sich in der Entwicklung befinden ist eine Vergewaltigung nur umso schlimmer.

Wenn eine 19jährige vergewaltigt wird, ist es also "weniger schlimm", wie wenn eine 16jährige vergewaltigt wird? Wenn ein16jähriger mit seinem Roller verunglückt, ist es schlimmer, als wenn ein 30jähriger [Famiienvater, ums noch kitschig auszumalen] überfahren wird? Und ums mal reißerisch zu machen: Wie viel mehr wert sind Kinder denn, wie ist da der Umrechnungskurs? 1 10jähriger = 2 25jährige = 6 70jährige? Really? oO

Aber klar, das ist dieser Knuddeleffekt, derselbe Grund warum wir die kleinen Kuschelhasis süß finden oder kleine rosa Schweinchen, während wir die Eltern am Spieß braten... Unter normalen Umständen wäre ich von dieser Aussage echt geschockt, aber Todd Akin ist dir diese Woche über...

Aber um aufs eigentliche Thema und die zentrale Fragestellung von MorpheuZ zu kommen: Pädophilie ist selbstverständlich eine Krankheit, und ich stimme MorpheuZ in seinen zentralen Aussagen zu, insbesondere, dass unsere Gesellschaft wenig sensibilisiert ist, was dieses Thema betrifft. Auf der anderen Seite stellt sich natürlich die Frage, wie eine solche gesellschaftliche Aufklärung funktionieren kann. Ich habe da auf Anhieb keine Lösung vor Augen.

Der Ansatz, den Besitz von Kinderpornographie zu legalisieren ist vermutlich kein falscher Gedanke.

Das sehe ich allerdings grundsätzlich anders. Nicht nur wegen der von dir angesprochenen Punkte, sondern deshalb, weil man eine "Sucht" (ich weiß, dass es das nicht trifft, aber letztlich ist es doch irgendwie vergleichbar) nicht durch Surrogate bekämpfen kann, sondern nur durch "echte Alternativen". Ansonsten gäbe es ja angesichts der breiten Verfügbarkeit von Pornos jeder Art auch keine Vergewaltigungen oder gar keinen Sex mehr. Aprospos: Wie ist es denn eigentlich um das Therapieangebot (und dessen Qualität) bestellt?
"Wer immer nur das tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist."
Dr. Reinhard K. Sprenger (*1953)
  22.08.2012, 17:25
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Cyclops

Jetzt pudel dich doch nicht auf wie ein Hustinettenbär, nur weil mir Kinder mehr am Herzen liegen als Erwachsene.

Wie ich das definiere? Kinder brauchen Fürsorge, Erwachsene können auf sich selbst aufpassen und haben Erfahrung mit der Welt.
Sowas ist nie einfach, aber wenn man voll entwickelt ist und auch die Schattenseiten der Welt kennt, kann man diesen Schlag besser wegstecken als ein hilfloses Kind.

Ich beurteile das nicht nach dem Alter, sondern der Reife. Wenn du einen Rechenzirkus daraus machen willst oder eben alle Menschen gleich bewertest ist das deine Sache.
« Letzte Änderung: 22.08.2012, 17:40 von Cyclops »
  22.08.2012, 17:38
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Mehr am Herzen liegen?? Dir ist schon bewusst was "X sind mehr wert als Y" bedeutet oder? Das weißt du doch. Oder?? oO

Der Wert eines MENSCHEN bemisst sich nicht an Fürsorgebedürfnis oder Lebenserfahrung. Das ist derart hanebüchener Unsinn, dass ich das nichtmal einfach ignorieren kann. Hast du eigentlich der vergewaltigten Bundeswehrsoldatin schon einen Brief geschrieben, dass sie das Ganze positiv sehen sollte: wäre das früher passiert, wäre es viel schlimmer gewesen?
"Wer immer nur das tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist."
Dr. Reinhard K. Sprenger (*1953)
  22.08.2012, 17:55
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Cyclops

Meine Güte, welches Leben ist dir wiederfahren, dass du so negativ bist?

Ein Opfer ist ein Opfer, aber auch hinter jedem Opfer steckt ein Mensch, der einem in irgendeiner Art und Weise anspricht.
Und wenn einem Kind ein Leid wiederfährt spricht mich das auf schmerzvollere Art und Weise an, als bei einem erfahreneren Menschen.
Dennoch hat keiner von beiden das Leid verdient!

Genausowenig hat es ein Mensch verdient wie diese Bundeswehrsoldatin von der du sprichst, dass du ihr Leid als Beispiel angibst.
Wie abscheulich...

Ich sage nur, dass mir Kinder mehr wert sind aufgrund ihrer Entwicklungsphase und der Möglichkeit eines Bruchs in der Entwicklung.
Kinder sind unsere Zukunft und ihre Entwicklung sollte unter keinen Umständen negativ beeinträchtigt werden.
Selbst ein erwachsener Mensch entwickelt sich weiter, sollte jedoch aufgrund seiner Erfahrung mit zugefügtem Leid umgehen können, also es mit allen Rechten und Mitteln bestrafen.
Ein Kind kennt die Wege des Gesetzes nicht, wie sollte es wissen, dass es falsch ist was ihm widerfährt?
« Letzte Änderung: 22.08.2012, 18:26 von Cyclops »
  22.08.2012, 18:16
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Negativ? Mitnichten, ich versuche hier lediglich, meine geradezu revolutionäre These zu verbreiten, dass alle Menschen gleich (viel "wert") sind.

Dass dir das Leid eines Kindes näher geht ist völlig legitim, damit bist du sicher nicht allein, und das meinte ich mit "Knuddeleffekt". Aber das kann doch bei aller Liebe nicht soweit gehen, dass du wertemäßig das Wohl und Leben eines Kindes über das eines Erwachsenen stellst. Das geht (weit!) über Mitgefühl oder Einfühungsvermögen hinaus, wir reden hier von Werteempfinden!

Sorry dass die Diskussion derart abgedriftet ist, aber das kann ich so einfach nicht stehen lassen.
"Wer immer nur das tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist."
Dr. Reinhard K. Sprenger (*1953)
  22.08.2012, 18:31
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Cyclops

Werteempfinden im Sinne von Geld, Reichtum, willst du etwa so weit gehen, mir sogar Rassimus zu unterstellen?

Du bist hier derjenige der über das redet, ich antworte dir nur.
Darauf willst du mein Verständnis von "Wert" im Bezug auf den Menschen offensichtlich irgendwie katalogisieren, aber kannst einfach nicht einsehen, dass du dieses Verständnis offenbar selbst nicht aufbringen kannst.

Diese These ist schön und in meinen Hoffnungen vertrete ich sie ebenfalls.
Aber ich belüge mich nicht selbst indem ich mir einrede ich würde alle Menschen gleich bewerten, denn selbst wenn ich es möchte wird es immer MEINE eigene Meinung zu einem Menschen geben.

Wenn du dir gerne alles von außen ansiehst und von oben herab wie Gott betrachtest und meinst wir sind alle gleich viel wert kannst du das tun.

Wie gesagt tu ich es in meiner Hoffnung auch, nur sieht die Realität leider anders aus.

Ich persönlich bin mir dessen bewusst und nur deshalb kann ich an diesem Makel arbeiten.
Und mich persönlich interessiert dein OBERdenken, dass alle gleich viel wert sind nicht, sondern was du persönlich denkst.
Würdest du einen Fremden der vielleicht sogar noch ein Hakenkreuz auf die kahle Stirn tätowiert hat genauso gerne in dein Haus lassen, wie deine eigene Mutter?
Ist ja auch nur ein Mensch der dir laut deiner Denkweise gleich viel !wert! ist wie deine Mutter.

Du siehst also, dass ich das Wort "Wert" im Zusammenhang mit einem Lebewesen viel behutsamer interpretiere als bei etwas das einen materiellen Wert hat.
Nur bist du dir dieser Interpretation nicht bewusst und siehst es nur so wie du möchtest, um meine Meinung grundlos (zumindestens aus meiner Sicht) anzugreifen.

Bist du religiös? Solch eine kreuzritterliche Überzeugung kenne ich sonst nur von solchen Menschen. Aber offenbar versuchst du deine These tatsächlich zu leben, so sehr wie du sie vertrittst, hinter ihr stehst und predigst.
Viel Erfolg ;)

Übrigens fehlt dir bestimmt die Zeit und Energie um mich zu missionieren, also empfehle ich dir deine Zeit nicht zu verschwenden :)
« Letzte Änderung: 22.08.2012, 19:01 von Cyclops »
  22.08.2012, 18:51
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Du faselst. Alles weitere per PN, genug offtopic hier.
"Wer immer nur das tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist."
Dr. Reinhard K. Sprenger (*1953)
  22.08.2012, 19:05
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Cyclops

... Du hattest deinen Wink mit dem Zaunpfahl bereits  :sleepy:
Wenn du nicht verstehst was ich schreibe hat jede weitere Unterhaltung keine Zweck, also verschon mich bitte vor irgendwelchen fanatischen PNs.
Von denen krieg ich schon genug in anderen Foren... Hitzköpfe gibts überall ^^

Ist übrigens keine schlechte Eigenschaft, solltest du meinen ich würde den Mensch der du bist in irgendeiner Form abwerten ;)

Mir gefällt deine Überzeugung, nur solltest du versuchen sie nicht jedem aufzubinden, der daherläuft :)
  22.08.2012, 19:11
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@ChakaLaka Overlord
Ich persönlich habe noch nie irgendeine Form von sexueller Anziehung gegenüber einem Kind verspürt, deshalb will ich mich da jetzt auch nicht versuchen in einen Pädophilen reinzudenken und zu raten wie die Auswirkungen solcher zweifelhaften "Erotik"filme auf diese Person sein könnte.

Davon sprach ich auch nicht. Falls du die Sache mit der Empathie hierauf beziehst:
"Als Pädophiler würde ich mich vielleicht auch nicht trauen Hilfe zu suchen, mit dem Wissen, dass in den nächsten Tagen ein verärgerter Mob mir Schmähungen vor den Kopf wirft und mich dazu auffordert, mein Heimatdorf zu verlassen. Aufklärung dieser Menschen wäre sehr hilfreich."
das war eine Anspielung hierauf, das wirst du doch in deiner Zyklopenhöhle mitgekriegt haben, oder? ;)

So etwas hätte durch Auklärung der Einwohner vielleicht vermieden werden können.
De caligine clamavi ad te Lumine.
  22.08.2012, 19:16
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Cyclops

Eigentlich bin ich nur direkt auf das eigegangen was du geschrieben hast.
Also nein, ich blöder Zyklop hab die Anspielung auf diesen Artikel nicht mitbekommen :/

Ich wollte damit auch nur ausdrücken, dass ich mich lieber in Menschen hineinversetze und versuche ihnen nachzufühlen, anstatt analytisch von oben herab irgendwas zu betrachten.
Nur habe ich keine Lust mir auszumalen wie sich das zeigen von Kinderpornographie für Pädophile auswirken würde.

Deshalb kann ich nur meine TOTAL UNBEGRÜNDETE Meinung äußern, dass ich NICHT finde es wäre hilfreich.

Nur ist das eben eine Meinung aus dem Bauch und damit bestimmt nicht aussagekräftig genug für dich, deshalb habe ich diese Argumentation gewählt, um dir die geringe Aussagekraft dieser Meinung von mir klar zu machen ;)

Nachtrag...
aber mich würde einmal interessieren, was ihr hierüber denkt.

Also habe ich dein Interesse damit hoffentlich genährt, auch wenn meine Aussagekraft nicht viel zu bieten hat.
Für mich sieht es so aus als würde man einem Killer eine Waffe in die Hand drücken, aber das ist natürlich nur ein bildlicher Vergleich der meine Meinung untermauert.
Ob ich damit richtig liege könnten nur dementsprechende Studien verlautbaren, wobei es die höchstwahrscheinlich (und zum Glück es gibt schon genug krankhafte Forschungsstudien) nicht gibt.
« Letzte Änderung: 11.01.2013, 12:01 von Cyclops »
  22.08.2012, 19:31
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    • Neuling
Bei diesen klassischen „aufgebrachter Bürger vs. Ex-Knacki“-Fällen kann ich beide Seiten irgendwie verstehen. Natürlich hat jemand, der seine Strafe abgesessen hat, das Recht, irgendwo sein Leben wieder aufzunehmen. Aber selbst wenn man das als Verfechter des Rechtsstaates einsieht, will man als Privatperson sicher nicht, dass die eigenen Kinder bzw. die Ehefrau oder man selbst zum Versuchskaninchen werden für die Frage, ob der Typ wirklich geläutert ist.
Wie gesagt: Ich kann den Ex-Knacki und den „normalen“ Bürger verstehen. Aber der Ex-Knacki muss sich natürlich die Anmerkung gefallen lassen, dass er sich durch seine Taten ja erst in diese Situation gebracht hat, während derjenige, der plötzlich zum Nachbarn eines verurteilten Gewalttäters wird, in der Regel nichts dazu beigetragen hat.
Menschen, die zwar pädophile Neigungen haben, aber niemandem etwas getan haben, kann man diesen Vorwurf nicht machen. Nichtsdestotrotz werden sie, wenn ihre Neigung bekannt wird, von den meisten ebenso behandelt werden, wie ein Täter. Deshalb ist es wichtig, dass jemand, der seine Neigung kennt und Hilfe sucht, auch ein Netz vorfindet und nicht in ein anderes Bundesland reisen muss, um eine anonyme Beratungsstelle zu erreichen.
Zu dem verlinkten Artikel: Mein Verständnis endet übrigens, wenn so ein Ex-Knacki dann die Therapie verweigert, mit der Begründung, für ihn sei das Gehirnwäsche.  Hallo?! Ein Hirn, das seinen Träger zu Vergewaltigungen antreibt oder zumindest nicht davon abhält, gehört ja wohl mal gründlich durchgewaschen!!!

Eines möchte ich gerne noch loswerden, zu einem Satz aus dem Eröffnungsbeitrag:
„Gerechte Strafe? Jemanden zu bestrafen dient nur dazu, die eigenen Rachegelüste zu befriedigen. Die Tat wird dadurch aber weder ungeschehen (außer natürlich wenn finanzieller Schaden durch Geldstrafen beglichen wird), noch haben die Opfer etwas davon. Sicher, sie werden Genugtuung verspüren, aber das Vergewaltigungsopfer bleibt womöglich für den Rest seines Lebens in Behandlung. Ob der Täter im Gefängnis sitzt, in einer psychiatrischen Klinik ist, oder irgendwo weit weg wohnt, ist dabei irrelevant.“

Entschuldige, aber das denke ich nicht. Es ist für Opfer jeder Art von Verbrechen, aber vor allem für Opfer sexueller Gewalt, sehr wichtig, was mit dem Täter passiert.  Denn es ist für die psychische Genesung extrem hinderlich, wenn das, was einem angetan wurde, von der „Gesellschaft“ (sehr abstrakter Begriff, ich weiß, aber ich denke, er genügt hier) nicht als Verbrechen anerkannt wird. Wenn er im Knast sitzt, kann das Opfer eines Vergewaltigers sicher besser damit umgehen, als wenn er irgendwo – auch ganz weit weg – sein Leben weiterleben kann.
Zum Glück wurde ich nie Opfer sexueller Gewalt, aber auf meiner Abi-Party fühlte sich irgendso ein zugedröhnter Spinner von mir provoziert. (Ich hatte in der provisorischen Garderobe Licht gemacht, um zu sehen, wer da rumsteht. Ich Miststück! ;)) Situation: Ich sehe einen Fremden, mache Licht, höre „Mach das Licht aus, du Schl***“ und habe 5 (in Worten: fünf) fette Ohrfeigen sitzen.
Vor Gericht hätte ich dem Strafverteidiger ins Gesicht springen können, als der was von schwierigem Familienumfeld, Drogeneinfluss und Geringfügigkeit der Gewalt gequasselt hat. Völlig schuldlos geschlagen zu werden, ist demütigend – wenn das dann noch heruntergespielt wird, ist das die zweite Demütigung. Ein mildes Urteil ist dabei natürlich noch schlimmer als ein beschönigendes Plädoyer durch den Strafverteidiger. Und bei sexueller Gewalt kann man das Ganze wahrscheinlich nochmal locker mit 1000 multiplizieren.

Uh, ist jetzt doch recht lang geworden. Ist halt kein leichtes Thema und daher nicht mit wenigen Worten besprochen.
« Letzte Änderung: 22.08.2012, 21:51 von Sahara »
Philosophie ist, wenn man trotzdem denkt!
  22.08.2012, 20:07
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  • Mitwisser
    • Dunkle Bruderschaft
Sehr interessanter Thread. Schön zu sehen, das es ein paar Menschen  gibt die nicht immer alles totschweigen, sondern darüber diskutieren :)

Eigentlich möchte ich nur ganz kurz was zum Thema "Aufklärung der Bevölkerung" einwerfen:
Ich persönlich finde, dass man die Kinder, die das ganze ja betrifft, mehr aufklären sollte. NEIN, ich habe nicht vor Fünfjährigen zu erklären, was Pädophilie ist. Aber Pädophile interessieren sich ja auch für "Ältere, reifere Kinder", sagen wir ca. bis zum Alter von Dreizehn oder Vierzehn Jahren, wenn ich das richtig im Kopf habe. Diese werden in der heutigen Zeit schon genug Aufgeklärt, ob durch das Internet oder Freunde, die meisten Kinder in dem Alter kennen sich schon mit Sex aus.
Warum kann man dann sie nicht auf die Gefahren hinweisen und ihnen beibringen wie man in solchen Situationen zu reagieren hat?

Im Juni war bei uns an der Schule angeblich ein Pädophiler Mann, der Unterstufenschüler mit Fußballsticker weglocken wollte, um sich an ihnen zu vergreifen. Die Lehrer haben natürlich die Kinder informiert, da ja nicht mitzugehen und solche Vorkommnisse sofort in der Schule zu melden. Uns haben sie auch darauf hingewiesen darauf zu achten, ob uns etwas auffällt.

In einer Pause durfte ich dann dieses Gespräch zwischen zwei Erstklässlern mit anhören:
"Ist doch ganz einfach, ich gehe einfach nicht mit! Ich reiß mich einfach los und renn weg!"
"Aber woher sollen wir wissen ob er nicht wirklich Fußballsticker hat?"
"Wir können ja mitgehen, und wenn er keine hat laufen wir einfach weg!"
"Genau!"

oO Ähm... ja. Genau. Weil sich der Erstklässler (Also etwa Zehn oder Elf Jahre alt) wehren kann wenn der Dreißig Jährige ihn packt und in sein Auto oder so zieht. Geeeeenau, so wirds sein!
Mir hat man als Kind (in der Volkschule) noch eingetrichtert, was ich machen soll wenn ein "Fremder Mann mich mit Zuckerln in sein Auto locken will". Lernen Kinder das heutzutage nicht mehr? Oder sie nehmen sie das nicht mehr ernst?
« Letzte Änderung: 22.08.2012, 20:37 von tamriel »
Valar Morghulis
All men must die
  22.08.2012, 20:30
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  • Mein Geschreibsel


  • Skelett-Krieger
    • Untot
Vielleicht beides. Aber ob's auch eine Krankheit ist, ist für mich nicht relevant.

Normale Krankheiten schaden dem Kranken, nicht dem Nachbarskind. Aus Sicht des Kindes ist so etwas eine extrem traumatisierende, verstörende Erfahrung, die ein unschuldiges menschliches Wesen nachhaltig beeinträchtigen - in manchen Fällen sogar zerstören kann.

Da ist es mir im Zweifel auch völlig Wumpe, warum der Typ (oder die Frau, denn auch Frauen können pädophil sein, es passiert nur seltener und die Dunkelziffer ist höher) das gemacht hat. Ob er selbst eine schlechte Kindheit hatte, oder psychisch krank ist. Wer Kindern so etwas antut, muss bestraft werden, und zwar so, dass er es nie mehr wieder tun kann.

Mir dreht sich jedes Mal der Magen um, wenn ich sehe, dass unsere erhabene Rechtsprechung Wirtschaftskriminalität höher bestraft, als Pädophilie oder Kindesmord.

- Hanrok
"Maiq has heard the people of Skyrim are better looking than the people of Cyrodiil. Maiq has no opinion on the matter. All people are beautiful to him."
  22.08.2012, 20:50
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