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Umfrage

Findest du den Rundfunkbeitrag richtig?

Nein, finde ich nicht richtig.
19 (67.9%)
Ja, die Sender stehen jedem zur Verfügung, also muss auch jeder zahlen.
6 (21.4%)
Ich besitze keine Rundfunkgeräte.
1 (3.6%)
In meinem Land gibt es sowas nicht.
1 (3.6%)
Mir egal.
1 (3.6%)

Stimmen insgesamt: 27

Thema: GEZ wird Rundfunkbeitrag - gute Sache oder ungerecht wie eh und je?  (Gelesen 5413 mal)

  • Graf
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Die Meisten werden es schon mitbekommen haben, ab 2013 wird die GEZ in "Beitragsservice" umbenannt.
Ab dann wird der Rundfunkbeitrag pauschal für jede Wohnung mit 17,98 € veranschlagt, mit wenigen Ausnahmen.

Findet ihr das neue System besser als das Alte? Oder findet ihr Rundfunkgebühren generell ungerecht? Nutzt ihr die Angebote der Öffentlich Rechtlichen Sender überhaupt? Und was haltet ihr von der zunehmenden Werbung in den Öffentlich Rechtlichen in diesem Zusammenhang?


Es gibt leider keine Möglichkeit, die Umfrage zu strukturieren, um umfassende Auswahlmöglichkeiten zu bieten, darum fällt diese Umfrage so kurz aus.
  05.12.2012, 09:23
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Ich bin einer der wenigen Bürger, die bei den Änderungen die Arschkarte gezogen haben. Dementsprechend habe ich mit "finde ich nicht richtig" gestimmt.

Für die meisten Leute wird das 2013 in Kraft tretende System einfacher und wahrscheinlich billiger werden. Darum werden die meisten wohl damit zufrieden sein.

Ich habe (und brauche) keinen Fernseher (und übrigens auch keinen Radioemfänger) und kam nach dem bisherigen System mit der verringerten Rundfunkgebühr davon. Denn nach dem bisherigen System galt der PC mit Internetanschluss "nur" als Radioempfänger (was an sich schon eine Schweinerei ist) und war dementsprechend nicht voll GEZ-Pflichtig.

Ab 2013 darf ich nun schlagartig 300% mehr GEZ Gebühren zahlen, obwohl ich kein Radio und keinen Fernseher besitze und auch die Online-Angebote der Öffentlicht-Rechtlichen nicht nutze.

Ich weiß, ich weiß, das ist eben mein Solidarbeitrag, damit die ÖR's ein gutes Programm anbieten können. Wenn sie's denn nur täten. Ich finde die unterscheiden sich nicht mehr großartig von dem Schund, den man auf den Privaten geboten kriegt. Darum hab ich die Empfänger ja auch schon seit Ewigkeiten abgeschafft.

- Hanrok
"Maiq has heard the people of Skyrim are better looking than the people of Cyrodiil. Maiq has no opinion on the matter. All people are beautiful to him."
  05.12.2012, 09:50
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Für mich ändert sich vom Geld her nichts. Ich hätte im Prinzip auch nichts gegen eine solche Abgabe (egal ob als pauschale Abgabe wie zukünftig oder als Nutzungsentgelt wie bisher), wenn das Geld so verwendet würde, wie es der Erfinder im Sinn hätte: Zur Erfüllung des obliegenden Sicherstellungsauftrags / Daseinsvorsorge im Bezug auf Nachrichten-, Informations- und Bildungsbereitstellung.

Das ist aber nicht der Fall. Wenn ich mir überlege, was auf den öffentlich-rechtlichen Sendern so kommt und wofür die Geld ausgeben, da fällt man vom Glauben ab. Rosamunde Pilcher, Sturm der Liebe, drölfzig Tatorte, SOKOs und sonstwas, neuerdings die Champions League, dafür werden die Gebühren verheizt, und das kann es m. E. echt nicht sein. Das neue Tagesschaustudio verschlingt Stand heute mind. 20 Mio. Euro, Tendenz "BER"...^^

Von daher sind die ÖR zwar eine "gute Sache", machen "ihre Sache" aber leider "nicht sehr gut".

P.S.: Achso, ich habe übrigens für "Ja" (2. Option) gestimmt.
"Wer immer nur das tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist."
Dr. Reinhard K. Sprenger (*1953)
  05.12.2012, 19:30
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Ich bin einer der wenigen Bürger, die bei den Änderungen die Arschkarte gezogen haben. ...
Ab 2013 darf ich nun schlagartig 300% mehr GEZ Gebühren zahlen, ...
Willkommen im Club.   :mad:
Die ÖR sollten endlich dazu übergehen, sich komplett durch Werbung zu finanzieren. Vielleicht müssten sie dann, um an lukrative Werbeverträge zu gelangen, endlich mal einen Ansatz von Qualität in ihren Programmen erkennen lassen.

Und Fadomai sagte: „Wenn Nirni ihre Kinder trägt, dann nimm eines davon und verwandle es.
Mach die schnellsten, klügsten und schönsten menschenähnlichen Wesen aus ihm und nenne sie Khajiit.“
  05.12.2012, 20:16
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Meine Frage lautet eigentlich "Findest du den Rundfunkbeitrag richtig?", der Thread-Titel ist nur eine Überschrift. Es geht aber nicht um die Überschrift.


Ich für meinen Teil profitiere vom neuen System. Wenn auch nur um ein paar Euro. Nichts desto trotz finde ich sowohl das alte, als auch das andere System eine himmelschreiende Ungerechtigkeit. Gut, ich habe einen PC mit Fernsehkarte. Damit könnte ich die Programme der ÖR sowohl im Internet, als auch im TV nutzen. Könnte. Zugegeben, ich schaue, wenn ich fernsehe, recht oft Phönix, so lange da keine Hitlerdokus laufen. Und alle zwei Wochen mal die Tagesschau. Das wars. Und dafür soll ich 17,98€ bezahlen? Für ein paar Stunden Dokus und Nachrichten?

Ich könnte mich ja noch halbwegs mit einer pauschalen Gebühr abfinden, wenn ein Großteil des Programms mich ansprechen würde. Tut es aber nicht. Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, wer die Zielgruppe der ÖR ist. Alte Leute? Nun, meine Großeltern haben nie Musikantenstadl oder Traumschiff gesehen.

Dazu kommt, das es viel zu viele Sender gibt. Alleine der WDR betreibt 6 Radiosender. 1Live für Jugendliche, WDR 2 für alle anderen und WDR 3, 4 und 5 für Leute die Jazz, Gelaber und klassische Musik mögen. Mag ich alles nicht. Ich höre allenfalls WDR 2, wenn als Alternative Stille oder modernes Geplärre stehen. Lieber höre ich BFBS, den britischen Armee-Sender aus Paderborn. Hat nur leider keinen großen Sendebereich.
Nur sind so viele Sender nötig, um alle relevanten Zielgruppen anzusprechen? Ich sage Nein. Vor allem nicht, wenn alle im Grunde das Gleich zeigen.

Ich finde, das Programm muss so gestaltet sein, das die ÖR zu jeder Tages- und Nachtzeit den Großteil der Einschaltquote verzeichnen können. Dazu gehört auch, von seinem hohen, uralten, Ross herunter zu steigen, und auch mal Unter- und Mittelschichtenfernsehen zu machen. Anstatt sich zu beschweren, Thomas Gottschalk würde mit Supertalent Wetten dass Konkurenz machen, (ich muss zugeben, das ich inzwischen lieber Supertalent schaue, als Wetten dass), sollten die ÖR den Spieß umdrehen und ihrerseits ein Castingformat entwickeln. Und irgendwann muss auch mal Schluss sein.


Aber mal weg vom Programm. Sicher, die viel Werbung die im Fernsehen läuft nervt, man ist aber inzwischen dran gewöhnt. Ich hätte nichts dagegen, wenn die ÖR sich auch mit Werbung finanzieren. Eigentlich soll die Rundfunkgebühr ja auch dafür sorgen, das keine Werbung nötig ist. Doch was ist mit der Werbung vor der Tagesschau? Oder vorm Tatort? Und auch die Programmvorschau ist Werbung, insbesondere wenn das Programm anderer ÖR beworben wird. Mit der neuen Regelung fällt die Werbung nach 20:00 (?) zwar weg, die angepriesene Werbefreiheit ist aber trotzdem eine Lüge.

Eine Sache bei der mir jedes Mal der Kamm schwillt ist die GEZ-Werbung, in der behauptet wird, die Gebühr sei "Fair" und "Gerecht". Da geht mir das Messer in der Tasche auf. Die GEZ-Gebühr ist eine Solidaritätsabgabe. Das hat nichts mit Fairness und Gerechtigkeit zu tun. Wäre es auch fair und gerecht, wenn ich im Saturn die Waschmaschine bezahlen muss, weil ich sie hätte kaufen können? Wäre es fair und gerecht, wenn ich und alle anderen Gäste im Restaurant, allen Gästen, die Hackbraten essen ihre Mahlzeit auf Basis einer Pauschale finanzieren müsste, obwohl ich Rumpsteak hatte?

Die neue Regelung ist wahrscheinlich noch ungerechter und unfairer, als die alte Regelung. Nur das es jetzt nicht nur egal ist, ob ich den Hackbraten esse oder was anderes, es ist jetzt auch egal, ob ich in diesem Restaurant bin.
  06.12.2012, 15:21
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Eine kleine Geschichte aus Österreich:

Bei uns heißt die Schweinerei nämlich GIS - "Gebühreninfoservice" (musste man früher auch für ein Autoradio zahlen). Die Gebühr von über 20 Euro monatlich wird fällig wenn mann zu Hause einen Radio, einen Fernseher oder einen Computer stehen hat (auch ohne Internetanschluss - es gibt ja auch externe TV Karten).

Dh bei uns zahlt fast jeder Haushalt über 20 Euro für ganze 4 öffentlich, rechtliche Kanäle und dann spieltes im ORF nicht einmal Fußballmatches sondern TENNIS.

Als ich vor 3 Jahren meine neue Wohnung bekam, war nach drei Tagen so eine Walküre (die schauen bei uns wirklich nach ob du Rundfunkgeräte hast) und fragte mich nach meinem Fernseher. Ich hab ihr gesagt ich hätte noch nicht einmal Möbel. Da hat die Dame doch Tatsächlich in meiner Wohnung nachgestöbert und schließlich ein kleines 20 Euro Radio gefunden, da ich beim Heimwerken doch gerne Musik höre. Das wars dann, ich müsste SOFORT einzahlen.

Willkommen liebe deutsche Bundesbürger, willkommen in unserer Welt. Eure Ösis :ugly:
Für Askir, den Kaiser und die Pflicht,
Wo wir stehen, da weichen wir nicht.

(Wahlspruch der kaiserlichen Legionen von Askir - Autor: Richard Schwartz)
  06.12.2012, 18:05
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Also Schweinerei würde ich das nicht nennen. Die 24€ im Monat sind nicht mal 1€/Tag, wenn ich mir einen Fernseher/Radio/Empfänger leisten kann, hab ich die doch auch. Ich bin jedenfalls zufrieden mit dem Programm, ich würde die 24€ nur für die ZiB alleine auch zahlen.

@Fårseti: Die vielen "gleichen" Sender sind im Grunde ein einziger Sender, aufgeteilt auf die einzelnen Länder um bestimmte Sendungen regional unterschiedlich zu senden.
  06.12.2012, 18:52
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Mir egal, weil ich noch keinen eigenen Haushalt habe und nicht weiß, was sich bis dahin tut.

Und meiner Meinung nach sind auch die öffentlich rechtlichen mit ihren Nebenprogrammen gut. ZDFneo ist sehr interessant und auf ZDFkultur laufen auch manchmal schöne Sendungen. Gucke aber hauptsächliche arte, wenn ich denn alle zwei Monate mal Fernseh gucke.

Irgendwo ist es gerecht, dass man auch bezahlen muss, wenn man kein Fernsehgerät und kein Radio hat. Ist heutzutage ja alles per PC abrufbar. Finde ich in Ordnung.
  06.12.2012, 19:03
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Ist es auch gerecht, wenn man das überhaupt nicht nutzen will? Man könnte ja auch Tabaksteuer für alle erheben, könnten ja alle rauchen. Oder pauschal 23€ Kirchensteuer. Die von Konfessionslosen wird halt dem Staatssäckel anderer Verwendung zugeführt.


@ Fårseti, natürlich sind die nicht relevant, aber wer eine Ja-Nein Umfrage macht, ohne abweichende Wahlmöglichkeit, verfälscht womöglich das Ergebnis, weil sich die, deren Antwort nicht aufgeführt ist, quasi "wild" entscheiden könnten.
  06.12.2012, 19:26
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Darüber dachte ich auch schon nach. Das ist dann wiederum nicht gerecht. Aber wie soll man das prüfen. Was der Nutzer mit seinem Computer macht, kann ja kein Schwein prüfen, und wenn es jemand kann, werden Internetaktivisten wieder dagegen protestieren.
Die Welt ist nun mal nicht gerecht. Damit reiht sich diese Gebühr mit in eine Reihe anderer Zahlungen mit denen der Staat uns das Geld aus der Tasche zieht.
  06.12.2012, 19:39
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Du meinst so qualitativ anspruchsvolles wie es RTL II, MTVIVA und Co. bringen? "Berlin - Tag & Nacht"  als noch billigeren Abklatsch von "Jersey Shore"?  :ugly:  :lachen:  :bang:
Und dann am Besten auch mit Werbung alle 5 Minuten für 7Minuten und Werbeeinblendungen während laufender Sendungen.
Na ja, eigentlich hast Du damit recht, hab ich wohl nicht mitgedacht, aber da ich bereits seit 2 Jahren kaum noch fernsehe bin ich nicht mehr so auf dem Laufenden.
Wobei, ich hätte da so eine Idee, die wie die ganzen Talent-Shows ablaufen könnte, also etwas was scheinbar jeder Deutsche bis zum Abwinken sehen möchte:  :ironie:
Lasst doch einfach jede Woche die Zuschauer den schlechtesten Sender abwählen. Der verschwindet dann für immer und irgendwann bringen die letzten drei ein anspruchsvolles Programm.

Und Fadomai sagte: „Wenn Nirni ihre Kinder trägt, dann nimm eines davon und verwandle es.
Mach die schnellsten, klügsten und schönsten menschenähnlichen Wesen aus ihm und nenne sie Khajiit.“
  06.12.2012, 19:56
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Mal davon abgesehen, dass deine Frage lautet; „gute Sache oder ungerecht wie eh und je?“ Und somit 3 deiner Wahlmöglichkeiten völlig irrelevant sind kann ich nur sagen, egal wen es betrifft und das ist ab 2013 eigentlich jeder mit eigenem Haushalt, es ist eine Sauerei seit Beginn dieser Aktion. Denn ich seh's nicht ein, dass die Kohle dort einfach so aus dem Fenster geworfen wird für RetnerTV (Mutantenstadl etc.) oder Billigproduktionen die anscheinend wirklich geguckt werden á la "Notruf Hafenkante", "Wege zum Glück", "Kommisar Rex", "SOKO"-Schlagmichtot und den ganzen erbärmlichen Rest.

Da es sich hierbei um eine Pflichtabgabe handelt, sollte man den Zahlern die Möglichkeit geben für die Unterhaltungssendungen  abstimmen zu können oder was ich eigentlich bevorzugte den ganzen Käse wie Pay-TV zu behandeln. Mit unbefangener Berichterstattung hat das alles im Nachrichtenbereich doch auch nur nichts zu tun. Seit man sehen durfte wie dort Meinung gemacht wurde, damals als es um die "Killerspiel-Amokläufer" ging. Wo man einfach mal einem Kind ein paar Spiele in die Hand drückte und ihm sagte, dass es sie doch in den großen Container werfen solle.
Was im Bericht dann nicht gezeigt wurde, der Container war praktisch leer. Reingefilmt wurde aber nicht, das sollte man ja nicht sehen. Zudem werden gute Sendungen einfach mal abgesetzt, ich fand "c't" eigentlich ordentlich.

Ne, also von mir aus können die den ganzen Verein (die ÖR) einstampfen, wenn sich das so weiterentwickelt. Wohin mein Voting ging sollte klar sein.

...Vielleicht müssten sie dann, um an lukrative Werbeverträge zu gelangen, endlich mal einen Ansatz von Qualität in ihren Programmen erkennen lassen.

Du meinst so qualitativ anspruchsvolles wie es RTL II, MTVIVA und Co. bringen? "Berlin - Tag & Nacht"  als noch billigeren Abklatsch von "Jersey Shore"?  :ugly:  :lachen:  :bang:
Und dann am Besten auch mit Werbung alle 5 Minuten für 7Minuten und Werbeeinblendungen während laufender Sendungen.

Ich muss dem vorbehaltlos zustimmen. Wer es sehen will soll dafür bezahlen, eben wie PayTV. Ich hab schon lange keinen Fernseher mehr, Radio wird nur im Auto gehört (muss man dafür in D Gebühren bezahlen?).
Auch das Argument, dass sich alle alles im Internet anschauen können lasse ich nur bedingt gelten. Oftmals muss man vorher erstmal zahlen bevor man eine Mediathek zu Gesicht bekommt, in der dann die Sendungen nur zeitlich begrenzt abrufbar sind (gut, ist im TV natürlich auch so, um das direkt mal zu relativieren).

Ich halte auch den mittlerweile doch recht berühmten Vergleich mit dem Kindergeld für ziemlich treffend. Ich geh ja auch nicht aufs Amt und verlang Kindergeld "weil der Apparat ja prinzipiell da ist".


€: Ich will noch anmerken: Wenn ich dann mal TV kucke, dann sind das meistens mittlerweile doch tatsächlich ÖR Programme, allerdings nahezu ausschließlich Randsender (ja, ich steh auf Dokus und so). Für die würde ich dann aber auch bereitwillig zahlen, wenn ich das regelmäßig in Anspruch nehmen würde. Aber das ganze wie PayTV, nich einfach pauschal.
« Letzte Änderung: 06.12.2012, 23:36 von Badkapp »
Friede ist Freiheit in Ruhe.
-Cicero
  06.12.2012, 23:34
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Ich finde die Argumentation(en) hier mit Verlaub ziemlichen Quatsch.

Sowohl die Kalauer mit der ...

...Tabak- oder Kirchensteuer für jedermann...
Ist es auch gerecht, wenn man das überhaupt nicht nutzen will? Man könnte ja auch Tabaksteuer für alle erheben, könnten ja alle rauchen. Oder pauschal 23€ Kirchensteuer. Die von Konfessionslosen wird halt dem Staatssäckel anderer Verwendung zugeführt.

als auch - als Witz eigentlich schon alter Hut - die Geschichte mit dem ...

... Kindergeld, weil der Apparat dafür da ist.
Ich geh ja auch nicht aufs Amt und verlang Kindergeld "weil der Apparat ja prinzipiell da ist".

Was hier mal wieder munter zusammen in den Mixer gekippt wird, ist einerseits der Grund, weshalb des die ÖR und die Gebühren dafür gibt (Punkt 1), und andererseits das, was die ÖR mit den Gebühren anstellen (Punkt 2). Das sind 2 völlig verschiedene Punkte, die auch eine jew. eigene Wertung verdient hätten.

Sinn und Zweck der ÖR, nämlich die Versorgung der - möglichst gesamten bzw. eines Großteils der - Bevölkerung mit Informationen / Wissen u. ä., wird hier wohl kaum einer ernsthaft anzweifeln wollen. Und weil das nunmal alles Geld kostet, muss das auch wer tragen, und zwar die Allgemeinheit / "Solidargemeinschaft". Daseinsfürsorge lässt sich nunmal nicht im "PPV-Verfahren" abwickeln, schon allein, weil ich einem Hartz IV-Empfänger, einer allein erziehenden Mutter oder einem Rentner mit kleiner Rente in der Regel diese Zusatzkosten (die höher wären als die jetzt zu zahlenden 18 €, da der "Zahlerpool" erfahrungsgemäß kleiner wäre) nicht zumuten kann.

Auf die o. g. Kalauer werde ich jetzt nicht näher eingehen. Wer eine Verbrauchsteuer oder ein politisches Steuerungsinstrument (gemeint ist das Kindergeld) mit der Daseinsfürsorge vergleicht, a) polemisiert oder b) hat keine Ahnung, wovon er da spricht.

Über den 2. Punkt lässt sich sicherlich streiten, aber danach war hier nicht gefragt.
"Wer immer nur das tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist."
Dr. Reinhard K. Sprenger (*1953)
  07.12.2012, 07:03
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Was erzählst du denn? Natürlich gehört beides betrachtet, sowohl warum und wie die Gebühren erhoben werden, als auch wofür.
Das sind schon drei Punkte.

Der Grund, warum die Gebühren erhoben werden, ist nicht mehr argumentierbar. Die Gebühr wurde in den 70ern eingeführt. In einer Zeit, in der es nur ÖR gab. Die Privaten gibt es erst seit den 80ern.
Damals gab es außer den ÖR keine Alternativen. Wer einen Fernseher hatte, sah zwangsläufig die ÖR. Damit ist eine pauschale Gebühr für Fernseherbesitzer und somit zwangsläufig ÖR-Seher durchaus zu rechtfertigen, und auch am einfachsten.

Mit dem Aufkommen der Privaten fällt diese Argumentationsgrundlage aber weg. Da es Alternativen gibt, kann man nicht mehr pauschal sagen, wer einen Fernseher hat, schaut ÖR.

Der Grund, Gebühren zu erheben verliert mit der Art und Weise seine Existenzberechtigung. Denn es gibt Alternativen, zum Beispiel Werbung. Oder das Pay-TV-Prinzip.
Die Behauptung, man könne ja nicht ermitteln, wer wieviel ÖR schaut ist, mit Verlaub, Bullshit. Technisch wäre es durchaus möglich, zu ermitteln, wer wie lange ÖR geschaut hat. Mit einer Empfangsbox, die einen Zähler eingebaut hat, und immer zählt, wenn man einen ÖR Kanal empfängt. Das Ergebnis kann wie Strom, Gas und Wasser von einem Ableser abgelesen werden. Alternativ kann auch genauso gut eine Flatrate angeboten werden, die für Viel-ÖR-Seher günstiger wäre.

"Sinn und Zweck der ÖR, nämlich die Versorgung der - möglichst gesamten bzw. eines Großteils der - Bevölkerung mit Informationen / Wissen u. ä."
Nun, man wird kaum bezweifeln können, das die ÖR Information und Wissen (und unerträgliches Gelaber) bieten. Hier ist aber das Stichwort "Großteil". Die ÖR müssen sich bemühen, mit ihren vielen Sendern, immer einen Großteil, nein 100% der Einschaltqouten zu bekommen. Denn nur dann ist eine pauschale Abgabe zu rechtfertigen. Das die Privaten aber weiterhin gedeien zeigt, das die ÖR bei ihrem Auftrag versagt haben.

Und was die Angebote im Internet angeht, die Argumentation da ist noch größerer Quatsch. Es gibt tausende Alternativen, sich zu informieren. Wenn die ARD auf ihrer Seite die Tagesschau streamt, geht sie davon aus, das man sich das anschaut? Gut, dann mach ich mit ne Webseite und erhebe demnächst ne Zwangsabgabe, weil man die ja anschauen könnte.


Was die zugegebener Maßen hinkenden Vergleiche angeht, gibt es nunmal kaum ein hinreichendes Beispiel. Ein metaphorisches Beispiel sollte man aber auch nicht wörtlich nehmen, sondern muss es abstrakt betrachten:
Findest du es gerecht, gezwungen zu werden, für ein Angebot zu zahlen, das du nicht nutzen willst oder gar kannst?
  07.12.2012, 08:29
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Natürlich gehört beides betrachtet, sowohl warum und wie die Gebühren erhoben werden, als auch wofür.
Das sind schon drei Punkte.

Ja, aber getrennt, und nicht im Mixer!

Die Grundlage für die Erhebung der Rundfunkgebühr fällt nicht durch das Aufkommen der Privaten weg. Denn die Privaten sind keine "beliehenen Unternehmer", sondern in der Programmgestaltung frei, will heißen, für sie gilt der Sicherstellungsauftrag nicht. Die sind nicht verpflichtet, ein Nachrichtenmagazin zu senden oder Infobeiträge. Das ist nicht deren Zweck. Daraus folgt, dass die ÖR weiterhin eine "Existenzberechtigung" haben. Und die will eben finanziert werden.

Dadurch kämen wir zu deinem Punkt 2, nämlich, wie die Gebühren erhoben werden. Wie schon ausgeführt, ist das Pay-TV oder das PPV (das eigentlich "gerechteste" System) für die Gewährleistung einer Daseinsfürsorge nicht der richtige Weg, weil gerade die, die mit dieser Fürsorge bedacht werden sollen, sich ein solches Verfahren (tendenziell) nicht leisten können. Es bleibt damit "nur" eine Finanzierung über eine Solidargemeinschaft. Wie das letztlich konkret ausgestaltet ist, also über eine Gebühr, einen Beitrag, oder über Steuermittel, darüber lässt sich streiten. Rein vom Verwaltungsaufwand dürfte das neuere System billiger umzusetzen sein (kein "Nachschnüffeln" mehr), deshalb finde ich das tendenziell besser. Aber wegen mir könnte man auch aus Steuereinnahmen finanzieren (der Weg wäre noch billiger...).

Und dann wäre noch der Punkt, wofür die Gebühren verwendet werden. Hier gibts wohl das größte Streitpotenzial. Denn der Großteil der Ausgaben der ÖR dürfte nicht bei der Bereitstellung von Wissen oder Nachrichten liegen, sondern bei der Produktion von irgendwelchem Firlefanz - Pilcher, Sturm der Liebe, Schlag-mich-tot. Allein das neue Tagesschaustudio soll über 20 Mio. Euro kosten - m. E. Wahnsinn, was da an Geld verheizt wird. Ganz zu Schweigen von der (fehlenden) Qualität, den die Infos der ÖR teilweise aufweisen, gerade wenns um weltpolitische Vorgänge geht (extrem auffällig z.B. war das im Libyen-Krieg).

Ich sehe übrigens nicht die Notwendigkeit dafür, dass die ÖR sich um eine 100 % Einschaltquote bemühen müssten. Klar, sie sollten möglichst das senden, was die Leute interessiert, und keine 24 h - Livereportage über Ausgrabungen im Schwarzwald (wahlloses Beispiel, no offense!). Aber man kann schließlich niemanden dazu zwingend, das Programm der ÖR zu schauen. Es geht bei den ÖR rein um die Bereitstellung, nicht um die Abrufung.

Und was die Angebote im Internet angeht, die Argumentation da ist noch größerer Quatsch. Es gibt tausende Alternativen, sich zu informieren.

Das sehe ich genauso.

Findest du es gerecht, gezwungen zu werden, für ein Angebot zu zahlen, das du nicht nutzen willst oder gar kannst?

"Abstrakt betrachtet" gilt das auch für den Umstand, dass ich mit meinen Steuergeldern (unter anderem, denn Steuern sind ja nicht zweckgebunden) anderen Leuten das Studium finanziere. Nur so am Rande.
"Wer immer nur das tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist."
Dr. Reinhard K. Sprenger (*1953)
  07.12.2012, 09:18
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Ich bin prinzipiell für die Rundfunkgebühr, denn wenn ich mir das deutsche Fernsehen ansehe, finde ich nach wie vor keine Alternative zu den Öffentlich Rechtlichen. Der Auftrag der Grundversorgung wurde ja schon angesprochen und damit sehe ich die ÖR ähnlich wie öffentlich finanzierte Infrastruktur, die wir auch alle bezahlen, aber nicht immer nutzen. Es gibt viel berechtigte Kritik (Musikantenstadl-Bashing ist allerdings billig), doch wie man Nachrichtensendungen, politische Talkshows und Bildungsprogramme noch viel schlechter macht, kann man sich regelmäßig auf den Privaten anschauen.

Grom, dass die ÖR 100% Einschaltquoten anstreben sollten, ginge doch einzig auf dem Weg, ab sofort fast ausschließlich Unterhaltung zu senden (und Bohlen, Raab, Klum, Barth etc. pp. einzustellen)? Der Sendeauftrag – aktuell die Grundversorgung mit Information, Bildung, Unterhaltung – müsste dazu also geändert werden, ist das also dein Wunsch?
Das nächste Problem dabei wäre natürlich, dass die Privaten mit aller Macht dagegen ankämpfen würden; schon jetzt haben sie durchgesetzt, dass die ÖR-Mediatheken die meisten Sendungen nur eine Woche vorhalten dürfen.

Die Umsetzung der Gebühreneinziehung stört mich mehr. Ein fester Tarif für alle, bei dem nicht einmal Rentner und Studenten Ermäßigung erhalten, ist sicher nicht die rücksichtsvollste Lösung. Und wenn mit dem Tarif pro Haushalt ab Januar die Schnüffelei noch weiter zunimmt, wie befürchtet wird (da sollen dann z.B. Vermieter ausführlich Auskunft über ihre Mieter geben), können wir das Gesetz gleich noch mal überarbeiten.
Die größten Kritiker der Molche
waren früher eben solche
  07.12.2012, 09:29
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Und wenn mit dem Tarif pro Haushalt ab Januar die Schnüffelei noch weiter zunimmt, wie befürchtet wird (da sollen dann z.B. Vermieter ausführlich Auskunft über ihre Mieter geben), können wir das Gesetz gleich noch mal überarbeiten.

Hab ich gar nicht mitbekommen, hat man als Argument für die Änderung nicht auch vorgebracht, dass diese Schnüffelei durch diese pauschale Annahme "Gerät vorhanden" entfällt?
"Wer immer nur das tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist."
Dr. Reinhard K. Sprenger (*1953)
  07.12.2012, 10:26
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  • Drachenhüter
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Hab ich gar nicht mitbekommen, hat man als Argument für die Änderung nicht auch vorgebracht, dass diese Schnüffelei durch diese pauschale Annahme "Gerät vorhanden" entfällt?
Ja, hat man, aber daraus wird anscheinend nichts: Die GEZ (die ab kommendem Jahr übrigens "ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice" heißen wird) stellt extra 400 neue Mitarbeiter ein, denn es gibt viele Daten zu sammeln. (Aber imho sollten wir das hier nicht zu einer GEZ-Diskussion werden lassen.)
Die größten Kritiker der Molche
waren früher eben solche
  07.12.2012, 10:54
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Ich bin entsetzt  :eek:. Und für eine Finanzierung aus Steuermitteln. Die sind ja verrückt! :spinner:
"Wer immer nur das tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist."
Dr. Reinhard K. Sprenger (*1953)
  07.12.2012, 11:08
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  • Drachenhüter
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Wie jetzt? Ich kann doch die GEZ scheiße finden und die ÖR und ihr Programm (bzw. Teile dessen) für wichtig halten. Für mich ist das Programm der ÖR sein Geld wert, auch wenn mich der Großteil nicht interessiert; es gibt immer noch genügend wirklich interessante und unterhaltsame Sendungen. Die BBC ist übrigens auch öffentlich-rechtlich.
Die Nachrichtensendungen der Privaten kenne ich kaum, aber das bisschen, was ich auf Sat1 und Prosieben schon sah, war eher boulevardesk. Ist die One-Man-Show auf RTL besser?
Die größten Kritiker der Molche
waren früher eben solche
  07.12.2012, 13:20
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