Nirn.de

Gast

Umfrage

Findest du es richtig, das religiös motivierte Beschneidung von Jungen erlaubt wird?

Nein, das Recht auf körperliche Unversehrtheit wiegt schwerer als Religionsfreiheit.
Ja, das sind wichtige Traditionen in Islam und Judentum.
Mir egal.

Thema: Religiös motivierte Beschneidung bei Jungen  (Gelesen 6956 mal)

  • Graf
    • Adel
Heute will der Bundestag ein Gesetz über die Beschneidung von Jungen verabschieden.

Das beinhaltet, das das Entfernen der Vorhaut von Jungen aus religiösen Gründen zwar Körperverletzung bleibe, aber straffrei wird. Innerhalb der ersten sechs Lebensmonate soll die Beschneidung auch von Personen ohne ärztliche Ausbildung, die die Beschneidung so gut wie ein Arzt beherrschen, vorgenommen werden dürfen.

Gegner kritisieren z.B. das die Gegenseite nichtmal angehört wurde. So kann es neben psychischen auch zu physischen Beeinträchtigungen kommen.


Findet ihr, die Traditionen von Islam und Judentum, bzw. das Recht auf freie Religionsausübung wiegen schwerer, als das Recht auf körperliche Unversehrtheit? Oder habt ihr eine andere Meinung bzw. Argumentation dazu?
« Letzte Änderung: 12.12.2012, 11:37 von Grom »
  12.12.2012, 10:52
  • Offline
  • SCP-Wiki-DE


  • Söldner
    • Kriegergilde
Mir ist das ja nicht komplett egal, wenn die Kinderrechte, die Rechte der Schwächsten unter uns, mit Füßen getreten werden.
Es ist und bleibt eben Körperverletzung. Wenn die Operation nicht "glatt" verläuft, kann es zu lebensbedrohlichen Entzündungen kommen, von dem unvermeidbaren Schmerz mal abgesehen. Bei den psychischen Folgen kenn ich mich jetzt weniger aus, Önder Özgeday wird aber sicherlich nicht zum Spaß vor Gericht gezogen sein.

Tja... warum der allmächtige Erschaffer die Neugeborenen nicht gleich ohne Vorhaut erschafft, ist mir noch immer eine Frage  :|
De caligine clamavi ad te Lumine.
  12.12.2012, 20:23
  • Offline


  • Schildknappe
    • Legion
Persönlich ist's mir aber eher egal, wenn die ihre Neugeborenen gleich verstümmeln müssen.

Sind denn Kinder von Gläubigen weniger wert? Also sagst du im Grunde: "Selber schuld, dass deine Eltern Juden/Moslems sind."

           "Go ye now in peace. Let thy fate be written in the Elder Scrolls..."
  12.12.2012, 22:47
  • Offline


  • Abenteurer
    • Neuling
Hier wird das Grundgesetz - Recht auf körperliche Unversehrtheit - zugunsten der political correctness mit Füßen getreten.
Wie weit ist es noch bis zur Einführung der Scharia unter diesem Verräterpack im Bundestag?

Ich gehöre übrigens einer bisher geheimen Sekte an, die ihr Glaubensbekenntnis darin sieht, Politikern die Eier abzuschneiden. Mußten wir bisher im Verborgenen agieren, läßt diese Entwicklung hoffen, daß wir unsren Glauben mit allerhöchsten Segen bald offen ausleben dürfen.
Das gibt es noch mehr Schwanzlose im Bundestag. Obwohl wir bereits sehr erfolgreich waren, wie man sieht.

/Satire off.
  12.12.2012, 23:49
  • Offline


  • Spion
    • Klingen
Wofür haben wir denn ein Grundgesetz? Es wird gegen Abtreibung gewettert, gegen Embryo-Forschung und was weiß ich noch alles. Dabei geht es um ungeborerenes Leben, die Beschneidung findet nach der Geburt statt...soviel dazu erstmal.
Wer sich beschneiden lassen will kann das gerne tun wenn er...sagen wir volljährig ist. Religion darf nicht über dem Gesetz stehen, wir sind schließlich in Deutschland und nicht in irgendeinem Religionsstaat in welchem zwielichtige Evolutions- und Frauenrechtverweigerer das Sagen haben. Wenn wir alles aufgrund von irgendwelchen religiösen Spinnereien erlauben dann gute Nacht. Irgendwann kommt dann noch die Beschneidung von Mädchen, das Steinigen von Ehebrecherinnen und das Köpfen von Hexen.
Ich bin kein Nazi, Rassist oder sonstwas (eher eine Neigung zur Misanthropie oder gar Nihilismus), aber mal ehrlich: kann man diese Leute nicht hin und wieder ein wenig verstehen wenn man etwas wie "Beschneidung wird absolut toleriert" liest?

PS und langer Rede kurzer Sinn: Nein, Religion darf nicht über den Grundgesetzen stehen, egal welche Religion, es gilt was Grundgesetz ist, nicht was irgendein Mullah, Bischoff oder Rabbiner sagt, irgendwo hört Toleranz auch auf.
« Letzte Änderung: 13.12.2012, 02:14 von PHofmann1984 »
I was running with the wolves, hunting the lamb.
They stared at me with their fiery eyes and spoke:
"Thou hast gained his mark
thou shall never hunt alone
thine shall be their blood and flesh
and ours shall be thy soul"
  13.12.2012, 02:10
  • Offline


  • Diplomat
    • Klingen
Wie weit ist es noch bis zur Einführung der Scharia unter diesem Verräterpack im Bundestag?

Da kann ich dich beruhigen. Die Scharia wird nicht eingeführt werden. Wenn, dann viel eher der Talmud. Denn mal ehrlich, wenn es nur eine moslemische Tradition wäre, dann wäre das ganze Gesetz entweder gar nicht oder nicht so schnell gekommen. Denn an der mißtrauigen Haltung dem Islam gegenüber hat sich glaub ich nichts geändert. Aber ebensowenig daran, dass Juden nahezu alles durchsetzen können, was sie wollen. Unsere Regierung hat wohl immer noch Angst, als Antisemiten dazustehen? Da werden sogar die Grundlagen unserer Verfassung dafür geopfert. Und das für Leute, die fordern, dass die Beschneidung so früh wie möglich von einem Leien und ohne Betäubung durchgeführt werden soll. Wenn ein Kind alt genug ist, sich darüber Gedanken zu machen, was es will, und was das für Konzequenzen hat, kann es sich gern beschneiden lassen. Das könnte von mir aus auch schon mit 13 oder 14 jahren sein.

Mal ganz davon abgesehen, dass Religionen zwar immer Toleranz gegen ihre Angehörigen verlangen, aber hier Leute ausgegrenzt werden sollen/würden, die anders sind als es die Religion vorsieht.
We were -- waist deep in the Big Muddy
And the big fool said to push on.
  13.12.2012, 08:01
  • Offline


  • Graf
    • Adel
Ich bin strikt dagegen. Aus mehreren Gründen.


Es kann nicht sein, das in einem Staat wie Deutschland, das körperliche und geistige Wohl eines Neugeborenen weniger schwer wiegt, als die Ausübung angestaubter religiöser Traditionen.
Die Beschneidung dient ursprünglich u.a. der Hygiene. In einem Staat, wo es weder besonders heiß, noch besonders staubig oder sandig ist, und überall massenhaft Waschgelegenheiten vorhanden sind, entfällt dieser Zweck.
Außerdem soll die Beschneidung Masturbation vorbeugen, die oftmals als sündig angesehen wird. Das soll über die erhöhte Reibung, die mangels Vorhaut entsteht funktionieren. Die zivilisierte Welt kennt allerdings mannigfaltige Gleitmittel. Darum entfällt auch dieser Zweck.
Es gibt also eigentlich garkeine Argumente dafür, außer das sei Tradition.
In manchen Ländern ist es auch Tradition, Frauen wie Sklaven zu halten, Dieben die Hand abzuhacken, mutmaßliche Ehebrecherinnen zu steinigen usw. Aber nein, das sind ja Traditionen des Islam, die sind der Regierung egal.


Die Beschneidung dient, insbesondere in Gesellschaften, wo i.d.R. nicht beschnitten wird, auch zur Identifikation mit seiner Religion. Doch was, wenn ein Beschnittener sich abwendet? Wie ein Stigma trägt er dennoch das Wundmal, das seine Eltern und deren Glaubensgemeinschaft ihm aufgezwungen haben. Wie kann das in eine Gesellschaft passen, in der Individualität und Selbstbestimmung so groß geschrieben werden, wie in Deutschland?


Die Bundesregierung kriecht mal wieder vor dem Zentralrat der Juden. Die Bundesregierung ist dem gesamten Volk verpflichtet, nicht einer Minderheit die irgendwelche immaginären Ansprüche geltend macht. Die Regierung muss sich endlich vom Erbe des dritten Reiches frei machen. Weder das Volk, noch die Regierung trägt irgendeine Schuld aus den Zeiten des dritten Reiches. Die Schuldigen, wie auch die Geschädigten, sind inzwischen größtenteils verstorben. Doch in den Köpfen der Regierenden besteht nach wie vor eine Schuld, die sie glauben sühnen zu müssen. Sei es, indem sie Israel bei der Ausübung seiner Narrenfreiheit gewähren lässt, und maximal seinen Unmut ausdrückt, oder indem sie Gesetze durchpeitscht, die ganz klar gegen die Menschenrechte verstoßen. Das die Beschneidung im Islam ebenfalls traditionell gefordert ist, ist maximal ein Vorwand für die Regierung.


Neben dem Bruch mit den Rechten des Kindes auf eine vollständige Vorhaut, wurden offenbar auch die Risiken völlig ignoriert. Von Entzündungen über Verwachsungen, verminderte Sensibilität bis hin zu psychischen Schäden.
  13.12.2012, 10:14
  • Offline
  • SCP-Wiki-DE


  • Vampir
    • Untot
Entgegen den bisherigen Beiträgen ist meine Haltung nicht so ganz klar gegen Beschneidung allerdings ist die Entscheidung die da getroffen wurde echt schwierig.

Ächtet man die Beschneidung, wie es die OLG Köln im Sinne des GG getan hat (und das natürlich richtigerweise), ist der Groll der Juden und Moslems/Araber einem sicher wobei jene die an dem Koran glauben das eher verkraften könnten da es in derem Glauben nicht so elementar (festgeschrieben) ist wie beim Judentum wo die Beschneidung im religiösen Sinne mit das Wichtigste ist.

Ich stelle mir vor, das zu Verbieten wäre für einen gläubigen Juden solch ein Eingriff wie als würde man von heut auf Morgen für uns festlegen dass das Internet mit all den Möglichkeiten und der Vielfalt abgeschalten wird und unter Ächtung steht.

Ich konnte mir bei der Debatte weder für das eine noch das andere entscheiden und das ganz und gar nicht wegen unserer historischer Vergangenheit; das Urteil des OLG Köln ist absolut korrekt aber ein großer Eingriff in die Individualität einer Glaubensgemeinschaft.

Ich bin keine Jude, ich glaub auch nicht an den Koran und das Christentum juckt mich auch die Bohne aber da ich eben nicht religiös bin will ich dazu auch dazu keinen Senf über jene herablassen.
« Letzte Änderung: 13.12.2012, 19:12 von Aruhn »
"Ihr lacht über mich, weil ich anders bin? Ich lache über euch, weil ihr alle gleich seid!"
"Einen Staat, der mit der Erklärung, er wolle Straftaten verhindern, seine Bürger ständig überwacht, kann man als Polizeistaat bezeichnen." Ernst Benda (ehem. Präsident Bverfg)
  13.12.2012, 19:10
  • Offline


  • Abenteurer
    • Neuling
Diese Religionsfanatiker können dorthin gehen, wo sie sich um die Wette steinigen und beschneiden können.
Wenn es ihnen in Deutschland nicht paßt, hindert sie kein Mensch, irgendwohin abzuhauen, wo sie sich ausleben können. Und zwar auf eigne Kosten.

Aber nicht hier in Mitteleuropa!

  13.12.2012, 19:58
  • Offline


  • Schildknappe
    • Legion
@ Farseti
Entschuldigung ich bin davon ausgegangen, dass jedes unschuldige Menschenleben es wert ist sich darum zu sorgen. Wenn du in einer U-Bahn zusammengeschlagen wirst und ich es nicht mitbekomme, ist es mir auch egal. Klar weil ich es ja nicht mitbekomme. Aber wo ich es mitbekomme wie in diesem Fall eben nicht. Ich verstehe aber, dass es dir wie vielen anderen im Grunde egal ist, wenn ein Mensch irgendwo stirbt, ohne dass es einen selber betrifft. Besser noch du gibst es zu, als Betroffenheit vorzuheucheln.

edit: Ja es geht nicht um Mord, sondern um Körperverletzung, ich weiß. Macht für mich in dieser Grundsatzdiskussion keinen Unterschied.
« Letzte Änderung: 13.12.2012, 20:56 von Noah Janus »

           "Go ye now in peace. Let thy fate be written in the Elder Scrolls..."
  13.12.2012, 20:54
  • Offline


  • Graf
    • Adel
Zu der Stellung der Beschneidung im Judentum sei gesagt, das bereits Mitte des 19ten Jahrhunderts ein Rabi feststellte, das die Beschneidung im Judentum kein Sakrament, und damit keine Notwendigkeit sei. Ebenso ist nach der Halacha die Beschneidung keine Vorraussetzung für die Zugehörigkeit zum Judentum.


In Sachen wem was egal ist, muss man glaube ich zwischen dem Einzelfall und der Praxis unterscheiden. Mir ist es herzlich egal, wenn ein minderjähriger Moslem beschnitten wird. Aber es ist mir nicht egal, wenn unsere Regierung unsere höchsten Güter mit Füßen tritt, um antiquierte sakrale Traditionen zu erlauben.
Es gibt noch andere Beispiele dafür. Zum Beispiel das die katholische Kirche nicht gezwungen wird, Frauen als Priester zu zulassen. Aber Hauptsache, Frauenquoten einführen.
Oder einige andere Dinge, wo die Kirchen Narrenfreiheit haben.
  14.12.2012, 08:27
  • Offline
  • SCP-Wiki-DE


  • Neuling
    • Neuling
Würde heute, 2012, eine "neu gegründete" Religion für sich als unverzichtbaren Ritus das Recht einfordern, männlichen Säuglingen die Vorhaut abzuschneiden, ginge ein Aufschrei durch's Land und niemand würde dem Ansinnen zustimmen. Tatsächlich ist die Beschneidung jedoch keine "neue Erfindung", sondern eine mehrtausendjährige, religiös motivierte Praxis. So ist das jüngst vom Bundestag verabschiedete Beschneidungsgesetz ein Sieg der "Religionsgeschichte" und ein schwerer Schlag für das Wohl der betroffenen Jungen.

Das bereits die Religionsgeschichte nicht zwingend als Argument für die Beschneidung angeführt werden kann, zeigt der jüdische Professor i. R. an der Bundeswehruniversität München (und Autor verschiedener Bücher wie "Juden und Christen") Michael Wolffsohn  in einem Artikel in der WELT auf:

Artikel vom 28.,08.2012

Tatsächlich ist das Gesetz aber auch der Offenbarungseid für den Rechtsstaat. Dass die Beschneidung eine gefährliche Körperverletzung (&224 StGB) darstellt, ist unstrittig. Auch der §225 StGB kann bejaht werden:

§ 225
Mißhandlung von Schutzbefohlenen


(1) Wer eine Person unter achtzehn Jahren oder eine wegen Gebrechlichkeit oder Krankheit wehrlose Person, die

 1.  seiner Fürsorge oder Obhut untersteht,
 2.  seinem Hausstand angehört,
 3.  von dem Fürsorgepflichtigen seiner Gewalt überlassen worden oder
 4.  ihm im Rahmen eines Dienst- oder Arbeitsverhältnisses untergeordnet ist,

quält oder roh mißhandelt, oder wer durch böswillige Vernachlässigung seiner Pflicht, für sie zu sorgen, sie an der Gesundheit schädigt, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren bestraft.

(2) Der Versuch ist strafbar.

(3) Auf Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr ist zu erkennen, wenn der Täter die schutzbefohlene Person durch die Tat in die Gefahr

 1.  des Todes oder einer schweren Gesundheitsschädigung oder
 2.  einer erheblichen Schädigung der körperlichen oder seelischen Entwicklung

bringt.

(4) In minder schweren Fällen des Absatzes 1 ist auf Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren, in minder schweren Fällen des Absatzes 3 auf Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren zu erkennen.

Beim §226 StGB geht's ans Eingemachte:

§ 226
Schwere Körperverletzung


(1) Hat die Körperverletzung zur Folge, daß die verletzte Person

 1.  das Sehvermögen auf einem Auge oder beiden Augen, das Gehör, das Sprechvermögen oder die Fortpflanzungsfähigkeit verliert,
 2.  ein wichtiges Glied des Körpers verliert oder dauernd nicht mehr gebrauchen kann oder
 3.  in erheblicher Weise dauernd entstellt wird oder in Siechtum, Lähmung oder geistige Krankheit oder Behinderung verfällt,

so ist die Strafe Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren.

(2) Verursacht der Täter eine der in Absatz 1 bezeichneten Folgen absichtlich oder wissentlich, so ist die Strafe Freiheitsstrafe nicht unter drei Jahren.

(3) In minder schweren Fällen des Absatzes 1 ist auf Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren, in minder schweren Fällen des Absatzes 2 auf Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren zu erkennen.


Wer in der Beschneidung die Gefahr einer erheblichen Schädigung der körperlichen oder seelischen Entwicklung sieht (§225) hat bereits endgültig die Grenze überschritten, hinter der kein rechtliches Argument mehr für eine Beschneidung angeführt werden kann, denn ab hier (und mit dem §226) reden wir (rechtlich) von einem Verbrechen.

Wer sich rechtlich mit dem neuen Gesetz auseinandersetzt, stellt fest, dass der Text eine einzige Gratwanderung ist, die u. a. im krassen Widerspruch zu zahlreichen gesetzlichen Regelungen steht.

Nach dem Gesetz dürfen sowohl Ärzte als auch religiöse Beschneider den Eingriff vornehmen. Ein religiöser Beschneider ist dazu allerdings nur berechtigt, wenn er zwei Bedingungen erfüllt: Erstens, muss er speziell ausgebildet sein. Zweitens darf er nur Säuglinge beschneiden, die nicht älter als sechs Monate sind. Nur unter diesen Voraussetzungen ist der religiöse Beschneider mit einem Arzt gleichgestellt.

Konsequenterweise müßte der Arztvorbehalt jetzt auch für Blutproben entfallen. Es spricht eigentlich nichts mehr dagegen, dass Polizeibeamte den Deliquenten das Blut selbst abzapfen. Heilpraktiker, denen nur subkutane Spritzen erlaubt sind, dürften jetzt auch intravenös spritzen - und was spricht noch gegen kleinere Eingriffe?

Die Bundesregierung beruft sich bei dem Beschneidungsgesetz auf das im Grundgesetz geregelte Sorgerecht der Eltern. Demnach dürfen Eltern ihre Kinder "grundsätzlich frei von staatlichen Eingriffen nach eigenen Vorstellungen" erziehen und ihnen religiöse Überzeugungen vermitteln.

Da sträuben sich jedem Verfassungsrechtler die Nackenhaare: Das Grundrecht:

Artikel 6 GG

(2) Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.

wiegt schwerer als das Menschrecht:  oO

Artikel 2 GG

2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.

Da bin ich aber schwer gespannt, wie das Bundesverfassungsgericht (sollte es hierzu angerufen werden) entscheidet.



Stephen Hawking: "IQ-Tests sind nur was für Looser."
  14.12.2012, 13:39
  • Offline


B_R

  • Lehrling
    • Diebesgilde
Ihr habt echt gewaltig zu viel Hass im Blut Jungs.
Kommt erst mal wieder runter bevor ihr solche Kommentare schreibt.
Wird hier überhaupt noch moderiert, oder was ist aus diesem Forum geworden?

Beschneidung bei Jungen hat nichts mit Verstümmelung zu tun.
Das ist einfach eine jahrtausendealte Tradition aus dem Nahen Osten, die Religionsübergreifend durchgeführt wird.
In den USA werden immer noch sehr viele Kinder aus pseudo-gesundheitlichen Gründen beschnitten.
Aber bei eurem rechten Rumgepöbele von einigen hier muss man ja denken, ihr redet grade über Beschneidung bei Frauen.
« Letzte Änderung: 14.12.2012, 17:52 von B_R »
  14.12.2012, 17:39
  • Offline


  • Söldner
    • Kriegergilde
Beschneidung bei Jungen hat nichts mit Verstümmelung zu tun.

Wie definiert du Verstümmelung? Das Entfernen eines Körperteils (nachwachsende wie Haare, Fingernägel ausgenommen)? Würde im Falle der Beschneidung ja zutreffen.

Das ist einfach eine jahrtausendealte Tradition aus dem Nahen Osten, die Religionsübergreifend durchgeführt wird.
So what? Weil es seit Jahrtausenden vollzogen wird, macht es das keinen Deut besser. Schon gar nicht wenn die Tradition aus einem Buch stammt,  welches nebenbei auch zu Sklaverei und Genozid aufruft...

Aber bei eurem rechten Rumgepöbele
Schwachsinnige religiöse Traditionen zu kritisieren macht niemanden "rechts", sorry.

hier muss man ja denken, ihr redet grade über Beschneidung bei Frauen.
Wenn die Menschenrechte von Mädchen getreten werden darf man sich aufregen, bei Jungs aber nicht?
Das wiederum erscheint mir sexistisch.
De caligine clamavi ad te Lumine.
  14.12.2012, 17:59
  • Offline


B_R

  • Lehrling
    • Diebesgilde
Informier dich bitte erstmal über das Thema, Beschneidung bei Frauen hat sehr viel weitreichendere Konsequenzen als bei Männern.

Mit rechten Kommentaren meinte ich die Sprüche im Tonfall von " Die Regierung kneift mal wieder vor den Juden". "Bald werden wir alle zum Islam gezwungen" usw.
  14.12.2012, 18:02
  • Offline


  • Protektor
    • Kriegergilde
Dir ist aber schon bewusst, was bei der Beschneidung von Frauen / Mädchen "so vor sich geht", oder?

Übrigens:

Schon gar nicht wenn die Tradition aus einem Buch stammt,  welches nebenbei auch zu Sklaverei und Genozid aufruft...

Welches Buch meinst du jetzt genau? :)
"Wer immer nur das tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist."
Dr. Reinhard K. Sprenger (*1953)
  14.12.2012, 18:03
  • Offline


  • Spion
    • Klingen
Ich kann hier kein "rechtes Rumgepöbele" erkennen. Aber heutzutage muss ja alles toleriert werden, und jeder der irgendwas nicht toleriert ist gleich links- oder rechtsextrem. Wir können ja mal versuchen in, sagen wir der Türkei, im Iran, in Dubai oder einem anderen vom Islam geprägten Staat irgendwas durchzusetzen was nicht dem Islam entspricht, dann sehen wir mal wie die Leute dort reagieren. Während hier "rechtes Rumgepöbele" aufkommt werden dort gleich Christen verfolgt, Flaggen verbrannt und wasweißichnochwas. Oder wir verkaufen Schweinshaxen in Tel Aviv und ducken uns während uns orthodoxe Juden beschimpfen oder mit Steinen bewerfen.
I was running with the wolves, hunting the lamb.
They stared at me with their fiery eyes and spoke:
"Thou hast gained his mark
thou shall never hunt alone
thine shall be their blood and flesh
and ours shall be thy soul"
  14.12.2012, 18:47
  • Offline


  • Söldner
    • Kriegergilde
Informier dich bitte erstmal über das Thema, Beschneidung bei Frauen hat sehr viel weitreichendere Konsequenzen als bei Männern.

Ist um ein vielfaches brutaler, lebensbedrohlicher, verstörender, etc., ja. Auch wenn die Beschneidung bei Männern/Jungs harmlos dagegen wirkt, ist sie dies nicht. Was ich sagen will ist einfach, dass die Beschneidung von Mädchen natürlich ein vielfaches grausamer ist, die Beschneidung von Jungs aber auch geistige und körperliche Torturen (aus Mangel eines besseren Wortes) beinhaltet.

@Morag:
Beschneidung: 3. Buch Mose
Sklaverei: 2.+3. Buch Mose
Genozid: 1. Buch Mose
(die 5 Bücher Mose bilden doch die Thora, liege ich da richtig? Is ja sowieso etwas offtopic :P)
De caligine clamavi ad te Lumine.
  14.12.2012, 18:59
  • Offline


  • Protektor
    • Kriegergilde
Sehr gut ;) Ich wusste ja nicht, worauf du hinauswillst. Nicht, dass das Ganze noch in allg. Juden- und / oder Moslem- Bashing endet ;)
"Wer immer nur das tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist."
Dr. Reinhard K. Sprenger (*1953)
  14.12.2012, 19:14
  • Offline


  • Abenteurer
    • Neuling
Ich kann und werde hier aber locker alle bashen, die auf Grund schwachsinniger Überzeugungen andre mißhandeln oder verstümmeln (oder gar hinrichten). Mir völlig scheißegal, ob das Juden, Moslems oder Amis sind. Für mich sind solche Typen einfach fanatisches Gesockse, das in Deutschland nichts verloren hat.
Solche Gestalten brauchen mal in einer dunklen Ecke kräftig eins mit einem Vierkantholz auf die Birne, daß es kracht.

Diese verkorksten Anhänger antiquierter Wüstenreligionen sollen gefälligst heimgehen, wenn ihnen hier irgendwas nicht paßt.
« Letzte Änderung: 14.12.2012, 19:53 von SandraX »
  14.12.2012, 19:46
  • Offline