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Thema: Privatisierung: Trinkwasser bald teurer?  (Gelesen 2239 mal)

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Privatisierung: Trinkwasser bald teurer?

Worum es geht:
Brüssel möchte in Europa einheitliches Recht durchsetzten. In diesem Fall geht es um die Trinkwasserversorgung. D.h. wenn es nach der EU geht sollen auch private Unternehmen bei Ausschreibungen zu Wasserver-, und Abwasserentsorgung berücksichtigt werden. Aktuell sind in Deutschland die meisten Wasserwerke in öffentlicher Hand. Städte und Kommunen bestimmen also Preise und Qualitätsstandarts. Momentan bezahlt der Verbraucher nicht für Trinkwasser weil dies ein Allgemeingut ist sondern für den Transport, Reparaturen usw.

Die Befürchtung:

Falls private Unternehmen bei einer solchen Ausschreibung ein günstigeres Angebot abgibt müssen diese auch den Zuschlag erhalten. Somit würde Wasser aber zu einem Wirtschaftsgut werden. Für uns als Verbraucher könnte das am ende niedrigere Qualität und höhere Preise bedeuten. In Portugal z.B. ist die Wasserversorgung bereits teilweise privatisiert und in einzelnen Städten sind die Preise um bis zu 400% angestiegen.

Was tun?
Das EU Parlament fällt wahrscheinlich bereits im April eine Entscheidung. Unter www.right2water.eu/de kann man seine Stimme für ein Onlinepetition gegen die Privatisierungspläne abgeben. Eine andere Möglichkeit besteht darin, seinem EU-Abgeordneten zu schreiben und ihn zu bitten sich gegen die die Privatisierung ein zu setzen.


Meine Meinung: Ich finde es es ein Unding, und echt arm das in den Medien kaum darüber Berichtet wird. :(
« Letzte Änderung: 17.02.2013, 15:27 von Boby »
In life, I have no religion,
Beside, the heavy metal Gods!
  17.02.2013, 14:37
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Die Sache mit der Berichterstattung ist eine Zweischneidige. Denn wenn darüber berichtet wird, wird die Privatisierung von Trinkwasser und Abwasserdiensten als Verkörperung Stans persönlich angesehen. Erst vorgestern wude ich im Stammcafé Zeuge einer Diskussion darüber. Was aber viele nicht wissen: Bei uns ist diese Versorgung in privater Hand. Diese Privatfirmen werden danach von der Gemeinde angestellt, für die Wasserversorgung zu sorgen. Demnach ist Wasser auch ein Wirtschaftsgut. Außerdem schließt sich Wirtschaftsgut und Allgemeingut nicht aus; Natürlich, diese gemeinsamkeit ist für den Benutzer nicht ersichtlich. Dass ein Anbieter in manchen Belangen günstiger ist als ein Anderer fällt höchstens auf, wenn man sich das Gemeinde Budget näher ansieht. 
  17.02.2013, 19:30
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Aber auch in Deutschland ist das Wasser dort wo es in mittlerweile in privater Hand ist, laut Monitor teurer als vorher.
Meine Gipfelnebelherrenhausstatistik (mitgespielt ab Runde 4)

Runden mitgespielt: 10,  Runden gewonnen: 5,  Runden verloren: 5,  Runden überlebt: 3,  von den Assassinen ermordet worden: 6,  von der Mehrheit gelyncht worden: 2, als Bürger gewonnen: 3, als Bürger verloren: 4, als Assassine gewonnen: 2, als Assassine verloren: 1
  17.02.2013, 19:44
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Es kann nicht sein, das einerseits eine Behörde der UN beklagt, daß Trinkwasser in Deutschland Mangelware ist (wie auch immer die zu diesem Schluss kommen) und andererseits die EU versucht, warum auch immer, die Trinkwasserversorgung zu privatisieren, obwohl bekannt ist, das das in der Regel Preissteigerungen und Qualitätsverlust zur Folge hat.
Warum geht die EU nicht den anderen Weg, nämlich zum offensichtlichen Wohl der Bevölkerung die Trinkwasserversorgung zu verstaatlichen?
  18.02.2013, 09:13
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Wasser ist in Deutschland überwiegend in kommunaler Hand, das heißt Investitionen und Planungen und die Kontrolle werden von den Kommunen initiiert. In kommunaler Hand heißt mitnichten das private Unternehmen da überhaupt keine Anteilhabe haben sondern nur das diese über das Gut nichts zu entscheiden haben und genau so wenig die Infrastruktur auslaugen können um höhere Renditen einzufahren.
Genau so eine Struktur ist richtig.

Kein privater Versorger wird ein flächendeckendes Allgemeingut in guter Qualität und fairer Teilhabe führen.
Man kennt die Argumente für manch Private-Public-Partnership Projekte. Hier in meiner Gegend wurde damit ein Abschnitt einer Autobahn finanziert, die Meldung klingt rosig, die Kosten waren tatsächlich niedriger als veranschlagt, die Bauzeit verlief schneller als veranschlagt.
Für 30 Jahre wird das Land für dieses Autobahnteilstück den Betreiber bezahlen und dieser nimmt die Wartung vor. Die Anfangsrechnung sieht rosig aus aber schon jetzt kann man sagen am Ende wird das Land draufzahlen. Es ist garantiert das der Betreiber gegen Ende der Laufzeit nichts für die Qualität der Autobahn tun wird - seine Investition hat sich ausgezahlt und kurz vor Ende des Vertrags viel Geld in die Hand zu nehmen ist ein klares Risiko.
Die Geschichte zeigt an vielen Stellen in welch Fiasko es führte Allgemeingüter ganz und gar den Privaten zu überlassen, am Besten bei der Geschichte der Eisenbahn.
In vielen Ländern, ua. Schweiz hat man im frühen 21. Jahrhundert die Bahnen komplett privatisiert, nach einigen Jahren mussten die Staaten das zurückkaufen, die Infrastruktur war zu sehr heruntergewirtschaftet.
Natürlich kann man mit Regulierung dem begegnen aber wer reguliert bei solchen Projekten wen? Eher die Privaten die Politik.
Zum Einen sind solch PPP Verträge (bisher zumindest) nicht öffentlich einsehbar, selbst nicht für die Parlamente und öffentlich debattiert werden können diese auch nicht. Und wenn es mit der Regulierung klappt, weiß der Private wie er den Steuerzahler abkassieren kann. So sieht es aus.
"Ihr lacht über mich, weil ich anders bin? Ich lache über euch, weil ihr alle gleich seid!"
"Einen Staat, der mit der Erklärung, er wolle Straftaten verhindern, seine Bürger ständig überwacht, kann man als Polizeistaat bezeichnen." Ernst Benda (ehem. Präsident Bverfg)
  18.02.2013, 19:05
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Eine private Trinkwasserversorgung wäre für die beteiligten Unternehmen ein riesen Geschäft.
Wasser ist nunmal ein Gut, was von jedem verwendet wird. Es geht schlecht ohne.
Aus diesem Grund ist eine vollständige Privatisierung der Wasserversorgung gefährlich.
Wer würde denn die privaten Unternehmen davon abhalten, die Preise langsam aber sicher in die Höhe zu treiben?


Ganz interessant ist auch, wie sich das ganze entwickelt hat:

Zunächst hieß es ja:
CDU positioniert sich gegen Konzessionsrichtlinie
EU soll die Finger vom Wasser lassen


Und dann:

Abstimmung zum Antrag von BÜNDNIS 90/Die Grünen
Abstimmung zum Antrag von Die Linke (Hierbei auch auf die SPD achten)

Nicht anwesend war übrigens auch Frau Aigner. Hatte wohl was besseres zu tun  :sleepy:



Ich bin heute übrigens spendabel, deswegen:

 :empörung:

« Letzte Änderung: 11.03.2013, 18:59 von TheDoors »
  11.03.2013, 18:46
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Das man von den großen Parteien nicht erwarten kann, sich an ihr Wort zu halten ist doch nichts Neues. Das nicht die Wirtschaft das Volk ist, sondern das Volk, scheinen viele Politiker vergessen zu haben.
Vielleicht sollten wir eine eigene Volks-Lobby aufzubauen.  Dazu müssen wir nur alle mal ein paar Euro in einen Topf werfen, denn irgendwer muss ja die Bestechungsgelder Aufwandsentschädigungen bezahlen. Politiker, die uns schön nach dem Mund reden, und tun was das Volk will, werden nach ihrer Amtszeit mit hochdotierten Managerposten und Sitzen in Aufsichtsräten öffentlicher Betriebe belohnt.

Es gibt allerdings bereits Berichte, nach denen die EU die Atemluft privatisieren will.
  12.03.2013, 09:18
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Abstimmungsverhalten bei Anträgen anderer Fraktionen müssen (werden) nicht zwingend die eigene Haltung wiederspiegeln. Es hat sich - übrigens auch und gerade in Landesparlamenten - zur gängigen Praxis entwickelt, Anträge der Oppositionsfraktionen aus Prinzip abzulehnen. Selbst, wenn sie diese eigene Linie wiedergeben. Wasser abgraben (wie passend) nennt sich das, der Opposition keine Bühne, keinen "Erfolg" zu gönnen. Es kann bspw. auch sein, dass ein Antrag der Opposition durch Stimmmehrheit der Koalition abgelehnt wird, und in der nächsten Sitzung ein nahezu gleich lautender Antrag der Koalition verabschiedet wird.

Dreckige kleine Spielchen, aber so läuft das offenbar...
"Wer immer nur das tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist."
Dr. Reinhard K. Sprenger (*1953)
  12.03.2013, 12:08
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Tja das is wie die SWOT Analyse [Hinweis: Werbelink entfernt, die Moderation] - >Strategische Planung das teurer zu machen machen was Lebensnotwendig ist und eigentlich keinem gehört und uns von mutter Natur gegeben ist.
Nach Wasser kommt dann die Luft dran  :spinner:



« Letzte Änderung: 11.04.2013, 13:51 von Silvan »
  11.04.2013, 11:47
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Weißt du, was wirklich komisch ist? Das alle drei vier Webseiten, auf die du bisher in deinen drei vier Posts verlinkt hast das gleiche Impressum haben.
« Letzte Änderung: 11.04.2013, 11:56 von Grom »
  11.04.2013, 11:54
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Lass ihn mal machen, ich bin gespannt, was er noch so im Köcher hat :D
  11.04.2013, 12:29
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