Nirn.de

Gast

Thema: Atomenergie - sauber & sicher  (Gelesen 1616 mal)

  • Skelett-Krieger
    • Untot
Das wurde uns in der Schule in den 80er Jahren so von unserem Physiklehrer beigebracht. Ich erinnere mich, dass ich dazu sogar ein Referat gehalten habe. Was haben wir damals gelacht und gespottet über die "verrückten Ökos", die in Gorleben Sitzblockaden gegen die Endlagerung von Atommüll abgehalten haben.

Ich dachte damals tatsächlich, ich wüsste es besser. Tatsächlich musste ich dann aber irgendwann feststellen, dass ich gar nichts wusste und dass ich nur manipuliert worden war.

Seit es die ersten Brüter gab, wusste kein Ingenieur, kein Politiker und kein Verantwortlicher, WOHIN mit den hochgiftigen, hochradioaktiven Abfällen, die so ein Werk Tag für Tag, Jahr für Jahr produziert. Zwischen den 1950ern bis in die 1960er hinein wurden die dünnwandigen Fässer einfach irgendwo verbuddelt oder im Meer versenkt.

Während sich von den 70ern bis zu den späten 1990ern in Deutschland alle über die herrlich günstigen Atomstrom-Preise freuten, ticken nun überall unter der Erde und im Meer "Atombomben" der speziellen Art. Mich macht das teilweise wütend und teilweise ratlos. Ist die Welt noch zu retten?

Betrachtet man die (Um)Welt als das Zuhause des Menschen, sind wir alle verdammte Messies. Wir machen nur da sauber, wo jemand hinguckt. Der Rest versinkt in unserem Dreck. :(

Meinungen?

« Letzte Änderung: 12.04.2013, 10:28 von Hanrok »
"Maiq has heard the people of Skyrim are better looking than the people of Cyrodiil. Maiq has no opinion on the matter. All people are beautiful to him."
  12.04.2013, 10:26
  • Offline
  • Google+


  • Graf
    • Adel
Das Problem ist, glaube ich, das die Verantwortlichen nur an sich selbst, und nur kurzfristig denken. Wäre man von vorn herein wirklich verantwortungsbewusst an die Atomenergie herangegangen, hätte man niemals überhaupt Atomkraftwerke gebaut. Aus zwei Gründen:
1. weil man den Atommüll nicht fachgerecht entsorgen kann
2. weil die zwar geringe, aber verheerende Gefahr der Katastrophe besteht.
Hätte man von vorn herein gesagt, nein, Atomenergie ist nichts für uns, zu gefährlich, zu viele unkontrollierbare Faktoren, wären wir mit den erneuerbaren Energien und Alternativen, wie Fusionsreaktoren, schon viel weiter und das Stromnetz wäre besser ausgebaut.
Der Streit darum, wie das Stromnetz ausgebaut werden soll, wird gewiss so lange dauern, bis die ersten großen Stromausfälle auftreten, und der Mob die Fackeln und Mistgabeln auspackt. Letzten Endes bezahlt der Steuerzahler die Kurzsichtigkeit der Politik und die Gier der Stromkonzerne.

Ein weiteres Problem ist die offensichtliche Schlampigkeit, mit der gerade bei der End- und Zwischenlagerung gearbeitet wird. Da werden unzählige Fässer mit Atommüll, und was weiß ich was die da noch verbuddelt haben, in ein altes Salzbergwerk gebracht und mit Salz zugeschüttet, und was passiert? Es dringt Wasser ein. Was passiert wenn Wasser und Salz auf Stahl treffen? Der bröselt weg wie trockene Erde. Und weil niemand den Salzstock vernünftig kartographiert hat, weiß auch niemand, wo da was liegt.
Und wer bezahlt das ganze? Der Steuerzahler. Während die Verantwortlichen sich ihres bluttriefenden Vermögens erfreuen, anstatt enteignet im Gefängnis zu sitzen.
  12.04.2013, 10:44
  • Offline
  • SCP-Wiki-DE


  • Vampir
    • Untot
Wir zeigen nur da Aktionismus wenn es zu sichtbar ist oder uns selbst betrifft, einfach aus dem Grund da es Mensch bequem mag und ungern über Ecken und Kanten denkt.

Ich war nie ein Freund der Atomenergie, das Argument der billigen Energie zieht nicht da viele Kosten ausgelagert sind, man nehme z.B. den Versicherungsfall her - die AKWs sind im Prinzip nicht vollumfänglich für den Katastrophenfall versichert, wären dies der Fall, wäre der Strompreis um ein sehr vielfaches höher.
Ausgelagert sind auch die Kosten der Endlagerung und die Endlagerfrage ist ohnehin eine Katastrophe für sich.

Die Atomenergie wurde bei der Einführung stark subventioniert - wogegen unser EEG eine Lachnummer. ist Nur durch den damaligen Einsatz der Regierungen war es möglich das sich diese Art Energieerzeugung etablieren konnte.

Das der Betrieb eines AKWs an und für sich recht sicher sein könnten (ohne einem naturkastrophengefährdeten Gebiet zu stehen), das bestreite ich jedoch nicht voll und ganz, da AKWs ua. redundante Sicherheitssysteme haben.
Unsicher ist der Betrieb der AKWs deshalb da meistens Unternehmen diese Dinger betreiben denen es um Profit geht - jedes profitorientierte Unternehmen rechnet mit Kosten-Nutzung und kalkuliertem Risiko.
Größter Unsicherheitsfaktor für den Betrieb von AKW's sind also die privaten profitorientierten Unternehmen die die Dinger betreiben, da wird an Wartung und Material gespart oder das Wartungsfenster verkleinert oder hinausgeschoben.
Allerdings 100% sicher und Nutzung ist nicht gewährt, man erinnere sich an den Sommer 2003 wo viele Atomkraftwerke abgeschalten werden mussten da die Flüße nicht ausreichend Wasser zur Kühlung führten oder letztes Jahr wo ein AKW wegen dauerhafter Hochwassersituation auch vom Netz genommen werden musste.
"Ihr lacht über mich, weil ich anders bin? Ich lache über euch, weil ihr alle gleich seid!"
"Einen Staat, der mit der Erklärung, er wolle Straftaten verhindern, seine Bürger ständig überwacht, kann man als Polizeistaat bezeichnen." Ernst Benda (ehem. Präsident Bverfg)
  12.04.2013, 10:51
  • Offline


  • Schwertkämpfer
    • Kriegergilde
Wir machen nur da sauber, wo jemand hinguckt. Der Rest versinkt in unserem Dreck. :(

Das ist meine Meinung. Was will man noch viel dazu sagen... es ist traurig, wie die Menschen mit der Umwelt umgehen. Ich spende zwar kein Geld an Stiftungen oder Ähnliches, trenne aber meinen Müll (Dosen, Glas(-farben), Altpapier, Batterien, Sondermüll...) und werfe niemals irgendetwas einfach auf die Strasse. Auch zu den Zeiten, als ich noch geraucht habe, habe ich meine Zigarette immer in den nächsten Aschenbecher oder zumindest in einen Mülleimer geworfen. Was ich überhaupt nicht verstehe ist, warum hunderte Raucher am Bahnhof die Zigarette auf die Geleise anstatt in den Aschenbecher, welcher 2m nebendran steht, werfen. Viele Leute sind anscheinend einfach "zu cool", um sich ein bisschen um die Umwelt(-verschmutzung) zu kümmern.

Zum Thema Energie: Ich zahle etwas mehr für den Strom, damit er aus einem Wasserwerk bezogen wird  ;)
  12.04.2013, 10:51
  • Offline


  • Fremdländer
    • Neuling
Ja, Mülltrennung ist auch so ein Thema...
In der Schule haben wir uns endlich dazu durchgerungen, den Müll zu trennen, dann muss man in der Pause beobachten, wie die Putzfrau die Müllbeutel in einen großen Sack ausleert oO
  12.04.2013, 23:01
  • Offline


  • Abenteurer
    • Neuling
Mag sein, doch der Raubbau an fossilen Brennstoffen ist ja im Grunde auch kurzsichtig. Trotzdem ist er notwendig, um den heutigen Standard zu halten. Es kommt wohl darauf an, dass die Forschung so effizient wie möglich arbeitet, um umweltschonende und effektive Technologien so schnell wie möglich zu erfinden. Was der einzelne Mensch tut (siehe die zwei Posts vor mir) ist vollkommen wurscht, außer für sein eigenes Gewissen. Die Gleise am Hauptbahnhof sind ja Dreck, da kann nichts mehr verschmutzt werden. Die Mülltrennung ist lächerlich, weil es ohnehin zusammengekippt wird (Mehrwegflaschen mit Pfand als löbliche Ausnahme). Trotz allem sind wir heute deutlich weiter als in der Vergangenheit, als die Flüsse die Rolle der Kanalisation einnahmen. Unbrauchbare Erzschlacke? Rein in die Donau! Will gar nicht en detail wissen, was alles in Chinas oder Indiens Flüssen rumschwirrt; in der Elbe kann man immerhin wieder schwimmen.
  13.04.2013, 04:37
  • Offline


  • Skelett-Magier
    • Untot
Mülltrennung gilt auch beider Bundeswehr im Auslandseinsatz und dann kommt die örtliche Müllabfuhr und kippt alles zusammen  :D
  13.04.2013, 11:28
  • Offline


  • Fremdländer
    • Neuling
@Suite Es ist zwar richtig, dass der einzelne Mensch nichts bewirken kann, doch die Gemeinschaft kann es (manchmal zumindest). Doch wenn jeder so denkt, dann kann man gar nichts bewirken.
Verdammt, das klingt viel zu idealistisch.
  13.04.2013, 11:39
  • Offline


  • Abenteurer
    • Neuling
Man kann wohl sein mögliches tun und trotzdem pessimistisch denken (bzw. realistisch). Solange die neuen Technologien nicht ausgereift sind, müssen wir halt mit Kohle/Gas/Atomenergie leben. Es gibt ja Gutachten, die von einer Deckung des Energiebedarfs um 2050 herum ausgehen (für Deutschland); der Atomausstieg soll 2022 vollzogen sein. Das ist zwar nur Theorie, aber immerhin eine positive Perspektive. Leider gibt es noch zu viele Weltteile, in denen andere Prioritäten bestehen.
  13.04.2013, 14:30
  • Offline


  • Graf
    • Adel
Mülltrennung? Damit reduziert man vor allem die Kosten der Entsorgungsbetriebe. Jeder Müll, egal ob Restmüll, Altpapier, Gelbe Tonne oder Biomüll, muss vor der Weiterverarbeitung getrennt und sortiert werden. Glaubt irgendjemand, es macht einen wesentlichen Unterschied, aus welcher Tonne die Maschine, die Metall, Kunststoff, Papier u.a. separiert gefüttert wird? Es spart nur die Kosten, wenn z.B. die Papierfabrik nicht Tonnenweise Restmüll im Papier hat. Und Kunststoffe, die nicht in der Gelben Tonne landen, werden der Einfachheit halber einfach zusammen mit dem anderen Restmüll verbrannt, anstatt sie dem Recycler zukommen zu lassen.
  13.04.2013, 19:39
  • Offline
  • SCP-Wiki-DE


  • Skelett
    • Untot
Und wenn man wie wir ein schönes Müllverbrennungskraftwerk für den Restmüll hat, dann landet da auch regelmäßig der Papiermüll drin, damit's besser brennt :) Aber schön, dass wir vorher getrennt haben...

Zurück zum Thema: gestern in der heute show: Thema Endlager-Suche! Link zur Mediathek
Der Gedanke an die Vergänglichkeit aller irdischen Dinge ist ein Quell unendlichen Leids - und ein Quell unendlichen Trostes. - Marie von Ebner-Eschenbach
  13.04.2013, 20:31
  • Offline


  • Vampir
    • Untot
Das die Entsorgungsbetriebe günstiger wegkommen ist ja per se nichts schlechtes, man kann auch nicht davon sprechen das die Müllgebühren in Deutschland explodiert sind.
Fakt ist jedenfalls das Deutschlands Tick für die Mülltrennung recht gut funktioniert, die Recyclinquote ist im europäischen Vergleich ziemlich gut und manch Länder staunen, ähnlich wie beim EEG, auf das was Deutschland da vollbracht hat (z.B. beim Guardian wurde vor einiger Zeit ein Loblied auf Deutschlands Recycling eingestimmt).

Bei der Endlagerfrage scheiden sich die Geister, in den USA wird der Atommüll (in Glas gegossen) direkt bei den Kraftwerken "zwischengelagert".
Deutschland und Frankreich wollen einen natürlichen Endlagerstandort, der für Jahrtausende die Radioaktvität zurückhalten wird.
Jahrtausende, für die menschl. Zivilisation eine Zeitspanne die keine bisherige Zivilisation überstanden hat.

Eine weitere Endlagerinitiative vollführt die Niederlande (COVRA), dort wird der Atommüll in Beton und Glasbehältern und dicken oberirdischen Bunkern gelagert.
Eines ist jedenfalls sicher, es wird ein gewaltiger teurer Spaß für viele viele viele Generationen und wenn die moderne wissenschaftliche Zivilisation dem Bach runter geht, ist eine Ktastrophe sehr wahrscheinlich.

Übrigens, kürzlich hat man sich die Mühe gemacht mal die Atommüllfässer zu zählen die man, in ganzer menschlicher Weisheitsbrillianz, im Ärmelkanal versenkt hat.
http://www.tagesschau.de/ausland/atommuell-aermelkanal100.html
28.500 Fässer - in etwa 17.244 Tonnen. Das sei übrigens nur schwach-strahlender Atommüll (laut diejenigen die es dort versenkt haben), manch belgische strahlen ja nur mit 2,4 Billionen Becquerel.
Zulässig für Trinkwasser sind übrigens 10 Becquerel.
"Ihr lacht über mich, weil ich anders bin? Ich lache über euch, weil ihr alle gleich seid!"
"Einen Staat, der mit der Erklärung, er wolle Straftaten verhindern, seine Bürger ständig überwacht, kann man als Polizeistaat bezeichnen." Ernst Benda (ehem. Präsident Bverfg)
  13.04.2013, 22:08
  • Offline