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Thema: Eindrücke zur gesamten Elder-Scrolls-Reihe  (Gelesen 1998 mal)

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Hallo Alle,
neu im Forum (auch wenn ich schon seit etwa 2 Jahren mitlese) wollte ich gleich einen vermessenen Faden knüpfen und euch nach euren Eindrücken von der gesamten Elder-Scrolls-Reihe fragen.
Welche Teile habt ihr gespielt, was habt ihr zur Zeit des Spielens über das jeweilige Spiel gedacht, welches/welche Teile sind euch am meisten ans Herz gewachsen?
Bevor ich euch von meinen eigenen Eindrücken erzähle, möchte ich betonen, dass es mir persönlich nicht um vergleichende Wertungen geht. Besser oder schlechter interessiert mich nicht, ich habe bislang alles gerne gespielt, was ich von den Alten Rollen kennengelernt habe.

Ein paar Sätze noch zu meinem Hintergrund: ich bin mittlerweile Mitte Vierzig und hatte meine erste Konsole (damals nannte man das noch Telespiel) 1977 ... und habe Pong mit Begeisterung gespielt, ebenso wie später Pacman, Pitfall und sogar E.T. (!)
Mein absolutes Lieblingsspiel war in den frühen 80ern allerdings "Dungeon & Dragons, Treasure of Tarmin", einem der ersten Spiele in Ego-Perspektive (mit drei Leben pro Spiel und keiner Möglichkeit zu speichern - wenn man nach fünf Stunden in Level 7 draufging war man wieder am Anfang des Spiels).
In den frühen 90ern habe ich noch Jump & Runs wie Commander Keen und Prince of Persia mitbekommen, dann hatte ich anderes zu tun (Nachtleben, Kunst, Arbeit) und bis 2012 kein Game mehr angerührt.

Auf Empfehlung eines Bekannten habe ich mir dann vor zwei Jahren Morrowind zugelegt, und ich war Anfangs etwas überfordert, bin plündert durch die Landschaft gerannt und habe nach etwa 50 Stunden aufgegeben. Dann erstmal Gothic, dann Oblivion. Hat mich alles sehr fasziniert, ins Besondere Oblivion war eine gute Einführung für Morrowind, führte mich an die Komplexität der Elder-Scrolls-Welt heran.
Dann zum zweiten Mal Morrowind, das mich nun völlig aufsaugte. Habe es bis vor kurzem gespielt, etwa 250 Stunden lang (Oblivion um die 200 Stunden). Alles in Vanilla.

Was mich besonders bei Morrowind begeistert hat war zum Einen das Open-World-Konzept, die vielfältigen Dungeons, aber vor allem das Artwork; die Grafik ist phantastisch, wenn auch nicht so pixelreich wie spätere Teile  ;)
Die dunklen Brauntöne, die fast gotischen Gesichter, die Architektur, die Verwinkelten Höhlen. Was ich weniger gut fand war die Gestaltung der Monster, die passten vor allem farblich schlecht zum Rest. Was mich wirklich genervt hat war die Schrittgeschwindigkeit am Anfang, vor allem, wenn man die Entfernungen bedenkt - aber gut, dann eben einen Bretonen in Stiefeln ...
Und die Sounds waren mir zu kurz geloopt, deshalb habe ich auch einige wie Wasser und Windspiel ausgetauscht. Das war aber auch das Einzige, was ich verändert habe. Mir ist es sowieso ein Rätsel, dass man so ein Kunstwerk modifizieren kann. Als würde man gotische Altarbilder im Stile des Barocks überarbeiten, weil das moderner aussieht ...

Oblivion mochte ich auch sehr gerne (jaja, die Tore waren nicht so dolle). In diesem Teil haben mich vor allem die Quests begeistert: Durch einen Dunklen Traum war grandios, die Hauptquest mochte ich auch sehr gerne -  Mankar Camorans Paradies! - und Ritter der Neun. Die zitternden Inseln hingegen fand ich ein bisschen einfallslos, und viel zu harmlos; dass soll Wahnsinn sein??? Die NPCs hatten maximal ein paar Neurosen.
Und ich muss sagen, die Idylle dieses Teils hat mich sehr angesprochen. Auch die Charaktergestaltung, ebenso wie die Gesichter der NPCs (die Wirtin in der Herberge bei Anvil!). Zudem solche Überraschungen wie der Geist des Kapitäns bei Leyerwin (allerdings: immer dieses schlechte Wetter dort - ekelhaft) ...

Zur Zeit spiele ich die TC Arktwend, die mich echt umhaut. Allerdings wird es jetzt langsam, nach circa 100 Stunden, etwas langweilig, weil die Quests und vor allem Dungeons ausgehen, für Jäger und Sammler hat Arktwend deutliche Mankos; ein weiteres Jahr Entwicklungszeit hätte dieser TC gutgetan. Dann wäre sie vielleicht fast so gut wie Morrowind geworden (oh, jetzt fange ich doch an zu werten).
Aber was SureAI dort auf die Beine gestellt haben ist natürlich unfassbar. Was allein grafisch mit der Engine möglich war ist erstaunlich.
Toll fand ich bei Arktwend vor allem das Gebirge, die Unterwasserstadt, die Zwergenprinz-Quest (wenn sie gleichzeitig auch ein bisschen genervt hat - Schnee, Schnee, Schnee, und immer umherirren - da waren die Wegbeschreibungen in Morrowind im Gegensatz geradezu präzise).
Und zu meinem Bedauern war die Wüste nicht ausgearbeitet genug, denn ich liebe Wüsten; das große Highlight von Gothic II.
Schließlich habe ich eine Sache bei Arktwend wirklich gehasst: man konnte zwar einen Rückkehr-Zauber finden, bei einer Zwergin in der Königshalle, aber nirgendwo Markieren. Ich habe wirklich überall danach gesucht. Immerhin gab es ein Göttlicher-Eingriff-Amulett, das einen zum Fort bei Stormwend brachte.

Arktwend habe ich also bald durch, und es warten schon Nehrim und Skywind auf der Festplatte. Nach all den LPs, die ich gesehen habe, fiebere ich diesen Spielen regelrecht entgegen.

Zum Schluss ist noch zu erwähnen, dass ich auch Arena und Daggerfall angespielt habe, aber die Steuerung war bei mir so träge, dass diese Teile für mich nahezu unspielbar waren, auch hat mich die Grafik doch mittlerweile etwas abgeschreckt, obwohl ich, man merkte es schon, weiß Gott keine Grafikhure bin.

Dann steht bei mir noch Redguard im Schrank, das ich sehr, sehr gerne spielen würde, aber ich bekomme es nicht mal auf meinem alten Win98-Rechner zu laufen, der bis heute in einem anderen Schrank überlebt hat.

Soviel von mir, was meint ihr?

(P.S.: noch ein paar Spiel-Eigenarten von mir: ich spiele immer ohne Ingame- als auch sonstiger Musik, immer ohne Konsole, also auch ohne Cheats, immer auf unzureichenden Notebooks und dann immer mit Trackpad anstelle einer Maus. Und ich muss immer die komplette Karte aufdecken, sonst bin ich nicht zufrieden.)
« Letzte Änderung: 03.09.2014, 20:37 von Kallmorgen »
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Mein System: Pentium II - 450 Mhz / 64 MB RAM / Nvidia Riva TNT2 / 3,5-Zoll-Laufwerk
  03.09.2014, 20:17
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Hallo Kalle (wenn ich dich so abkürzen darf...?) und herzlich Willkommen. Schön, hier einen Vertreter meiner Altersklasse zu finden. Uff, das war ja ganz schon viel Info auf einmal, aber durchaus interessant zu lesen. :)

Wenn du Arktwend mochtest, dann wirst du Nehrim lieben, denke ich. Verglichen mit Oblivion und Morrowind würde ich Nehrim jederzeit den Vorzug geben. Okay, das ist ein unfairer Vergleich, aber was soll's.

Deine Erfahrungen mit Morrowind kann ich nachvollziehen. Bei mir war das Anfangs ähnlich (obwohl ich MW viel früher gespielt habe als du), aber dann doch anders.

Bei mir war eine englische Version von MW bei einer neuen Grafikkarte dabei. Normalerweise habe ich mir aufgrund schlechter Erfahrungen nicht mal mehr die Mühe gemacht, solche Spiele zu installieren, weil die damals alle Schrott waren. Zu der Zeit war mir aber wohl langweilig und so habe ich das Ding mal installiert.

Ich muss dazu sagen, dass ich bis dahin keine Ahnung von Rollenspiel oder RPGs hatte. Ich bin auch bestimmt zwei Wochen in dem Spiel herumgelaufen, ohne zu wissen, was man überhaupt machen soll. Ich hab mich auch nicht über das Spiel informiert oder so.

Ich war einfach nur total überwältigt von der Komplexität des Spiels und seiner Fremdartigkeit. Dass man mit jedem "reden", überall hin laufen, jedes Gebäude betreten konnte. Um Geld zu verdienen, habe ich dann angefangen, Pflanzensamen zu sammeln und beim Händler in Balmora zu verkaufen (LOL). Ich hatte keine Ahnung, dass es so etwas wie Alchemie gab und dass man auf andere Art viel mehr Geld machen konnte.

Irgendwann habe ich dann mal das Bündel mit den Befehlen für Caius Cosades in meinem Inventar gefunden und mir gedacht: Okay, mal gucken, was passiert, wenn ich das mache. Ab da lief es dann. :D

Morrowind und Oblivion habe ich wirklich bis zum Abwinken gespielt. Mit mehreren Charaktern mit jeweils bis zu 400 Stunden Spielzeit. Bei Skyrim war allerdings schon nach dem ersten Durchgang die Luft raus. Nehrim habe ich erst jüngst wieder angefangen und würde es gerne auch weiterspielen. Leider habe ich in letzter Zeit etwas Angst um meine Grafikkarte, die bei Nehrim übel rumzickt, darum habe ich das erst mal wieder aufgegeben.

Von Arena, Redguard und Daggerfall habe ich seinerzeit nichts mitbekommen und mittlerweile finde ich diese Spiele einfach zu betagt, als dass sie mich reizen würden. Da können die Quests oder die Story noch so toll sein.
"Maiq has heard the people of Skyrim are better looking than the people of Cyrodiil. Maiq has no opinion on the matter. All people are beautiful to him."
  04.09.2014, 01:08
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Ja, Pflanzensamen habe ich anfangs auch verkauft, später dann die Assasinen-Rüstungen, so dass alle Händler Balmoras schließlich aussahen wie Mechelmörder (aber immer freundlich blieben).

Mit alter Grafik habe ich persönlich keine Probleme, ich finde auch z.B. Redguard hat seinen Reiz, sieht halt fremdartiger aus diese Welt, aber versinken kann ich trotzem darin, so wie ich auch vorletztes Jahr in Gothic I versunken bin. Ich sehe gute Games als Kunstwerke, und dort gibt es auch nicht nur Fotorealismus.

Mein erster Eindruck bei Morrowind, und das war ja mein Start in der Elder-Scrolls-Reihe: wahnsinn, das ist das Spiel, von dem ich mit 14 immer geträumt habe, damals, als das komplexeste Spiel auf dem Markt Pitfall II war.
Und ich habe gedacht: mann, wärst du mal Programmierer geworden, dann könntest du jetzt auch solche Spiele entwerfen.
Und schließlich dachte ich: das ist die kommende Kultur, das wird Film und Literatur verdrängt haben, in zwanzig, dreißig Jahren, wenn erst die Regiesseure und Schriftsteller dieses Medium für sich entdeckt haben.

(Bitte nicht "Kalle", ein Hund in der Nachbarschaft heißt so   :blink: )
« Letzte Änderung: 04.09.2014, 11:56 von Kallmorgen »
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  04.09.2014, 11:49
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