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Thema: Die Reise nach Necrom [TR-Tagebuch / VOLLSTÄNDIG]  (Gelesen 5732 mal)

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Drelas Nelorens Tagebuch
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Was ist das?
Bei Die Reise nach Necrom handelt es sich um das Tagebuch meines Morrowind-Charakters Drelas Neloren. In erster Linie soll es die Ereignisse beschreiben, die er während seiner namensgebenden Reise erlebt hat oder besser, die Ereignisse, die ich ihn erleben ließ, während ich mit ihm die Teile der Provinz Morrowind erkundet habe, welche die Mod Tamriel Rebuilt dem Spiel bisher hinzufügt.
Der zweite Aspekt soll die Wandlung beschreiben, die der Protagonist während dieser Odyssee durchmacht. Vom typischen, eher opportunistischen Telvanni-Magier hin zu einer etwas gemäßigteren Persönlichkeit.

Zum Vorgehen:
Die Einträge sind in der Rohfassung schon beinahe komplett, ähnlich wie die Screenshots, welche ich vielen der Einträge hinzufügen werde, um dem Leser ein wenig bei der Visualisierung dessen zu helfen, was ich geschrieben habe.
Die eigentliche Reise umfasst etwas mehr als zwei Wochen. Für jeden dieser Tage gibt es einen eigenen Post.

Wie sieht es mit der Lore-Treue aus?
Ich habe versucht mich beim Schreiben so eng wie möglich an die existierenden Gegebenheiten anzupassen, wofür ich Vieles immer mal wieder nachgeschlagen habe. Ein paar Abschnitte habe ich allerdings interpretieren müssen. Ich bitte also um Verständnis und ggf. konstruktive Kritik, wenn es mir nicht immer gelungen ist. Schließlich ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.


Lange Rede, gar kein Sinn:
Zitat
Mein verehrter alter Freund,

nun da Du gezwungen bist, Deine Studien weit abseits der großen Politik und Ränkespiele unserer Herren fortzusetzen, beneide ich Dich schon beinahe. Du weißt, ich hielt Dein Handeln damals für richtig, doch zählt mein Wort nicht so viel, wie ich es gerne hätte, oder wie es womöglich für unser Fürstenhaus gut wäre.
Ich gedenke auch jetzt nicht, Dich zu belehren, oder Dir zu einem Zeitpunkt da Du Deinen eigenen Weg zu gehen beginnst, weise Ratschläge zu erteilen. Ich habe Dich gründlich ausgebildet und setze volles Vertrauen in Dich und Deine Fähigkeiten.
Ich denke in letzter Zeit oft an bestimmte Ereignisse meines Lebens zurück. Eines davon war jener Tag, an dem wir uns begegneten und mir sofort klar wurde, welches Potential in Dir schlummerte. Auch über unsere gemeinsamen Reisen und (ja ich bin vermessen genug sie als solche zu bezeichnen) Abenteuer denke ich oft nach.
Auf den folgenden Seiten jedoch wirst Du Geschichten vorfinden, wie Du sie noch nie von mir gehört haben wirst.
Sie betreffen einen jungen und dummen Zauberkundigen der Telvanni, welcher sich lange Zeit für unsterblich hielt und glaubte mit allen Problemen ohne jede Schwierigkeit fertig werden zu können. Er trug eine Krankheit in sich, die bereits viele Mitglieder dieses großen und alt-ehrwürdigen Fürstenhauses befallen hatte, lange bevor an seine Geburt überhaupt nur zu denken war: schier grenzenlose Überheblichkeit.

Es ist unsagbar schwer, diese unvorteilhafte Eigenschaft abzulegen und auch bis heute ist es mir wohl nicht vollends gelungen. Doch ich glaube mich gebessert zu haben, wofür Du einer der aussagekräftigsten Beweise bist.

Der Stein des Anstoßes, sich zu ändern, stellte der Tod seiner Schwester dar. Um ihr die letzte Ehre zu erweisen, beschloss der junge Telvanni ihre letzte Ruhestätte aufzusuchen und erhielt hierdurch wertvolle Zeit, um sein Leben zu überdenken.
Die nachfolgenden Einträge eines alten Tagebuches aus jener Zeit sollen Dir dabei helfen zu verstehen, wie aus jenem Mann der wurde, welcher sich Deiner annahm.

Dies ist die Geschichte meiner Pilgerreise nach Necrom.

Dein Dich schätzender Freund,

Drelas Neloren
« Letzte Änderung: 14.01.2016, 18:48 von Neloren »
  21.01.2015, 22:55
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3. Ära 418 -28. Letzte Saat

Atinye ist tot.
Meine einzige Schwester.

Tot.

In Worte zu fassen was ich empfinde, da meine schlimmsten Befürchtungen sich mit dem Erhalt einer Botschaft aus Telvannis bewahrheitet haben, ist mir kaum möglich.
Die Nachricht erreichte mich unterzeichnet von Nalenteris Brendu, welcher in Atinyes Jugend recht viel mit ihr zusammen gewesen war. Die Beziehung beider zu definieren war nie wirklich einfach und da meine Schwester damals wie so viele dunmerische Mädchen in ihrem Alter recht "umtriebig" war, ist es nachwievor etwas kompliziert. Sie jedenfalls schätze Brendu für sein Verständnis und seine Gelassenheit, so sie ihm wieder einmal den Rücken kehrte und sich anderen Interessen zuwandte. Soweit mir bekannt waren sie bis zum Zeitpunkt ihres Ablebens noch gut befreundet.
Ich persönlich habe diesen Mann nie als Freund, aber doch als guten Bekannten zu schätzen gelernt.

Jedenfalls war er es, welcher mich in wohl gewählten Worten über das plötzliche und unerwartete Ableben meiner einzigen Schwester unterrichtete.
Ich trauere.
Es fällt mir schwer, meine Gedanken zu ordnen, ihnen Struktur zu verleihen und bei meinen Studien zu verweilen. Doch bin ich sicher, daß mir das Schreiben helfen wird mit meinen Gefühlen zu Recht zu kommen und vielleicht zu verarbeiten, was ich erfahren habe.

Ich erinnere mich noch genau daran, wie wir gemeinsam in Telvannis aufwuchsen. Oft saßen wir auf einem der großen Auswüchse eines der hohen Türme. Ich war dank der Ausbildung meines Vaters hinauf geschwebt, sie war geklettert und oftmals schneller oben gewesen als ich es mit meinem Levitationszauber schaffte. Im Gegensatz zu mir zeigte Antinye nur wenig Begabung für die arkanen Künste, weswegen sie sich eher auf ihre körperlichen Fähigkeiten verließ. Zwar besserten sich meine Fähigkeiten mit den Jahren, doch gelang es ihr immer wieder, mich in dieser Hinsicht auszustechen. Sie war einfach flinker als ich. Als dieser kleine Wettbewerb unter Geschwistern das letzte Mal stattfand, gelangten wir beinahe gleichzeitig nach Oben, wobei sie nur wenig schneller gewesen war. Sie gestand ein, große Mühe gehabt zu haben, worüber ich mich damals unsagbar zu freuen wusste.

Häufig beobachteten wir auch den Hafen, beobachteten gemeinsam die Schiffe, wie sie ein-, und ausliefen, be-, oder entladen wurden. Oft spielten wir den Wachen der Dres-Sklavenhändler kleine Streiche, oder spielten unten in den Straßen Fangen mit anderen Kindern. Ich erlebte mit, wie sie zu einer jungen Frau wurde.
Ich erlebte auch mit, wie sie sich von einem Abenteuer in das Nächste stürzte und damit mehr als einmal böse auf die Nase fiel. Wir waren für einander da.
Liefen meine Studien nicht gut, so bemühte sie sich unendlich, um mir beizustehen, oder wenigstens für ein wenig Ablenkung zu sorgen. Steckte sie durch ihre Eskapaden wieder einmal in Schwierigkeiten, so tat auch ich alles, was in meiner Macht stand, um an ihrer Seite zu sein. Ich erinnere mich noch gut daran, wie einer ihrer Verehrer sie nicht gehen lassen wollte, nachdem sie sich von ihm abgewandt hatte. Irgendwann begann er sogar vor unserer Wohnhülse herumzulungern. Er belästigte Atinye, sobald sie auch nur einen Fuß über die Türschwelle gesetzt hatte, woraufhin ich eines Abends recht ungehalten einen neuen Lähmungszauber an ihm ausprobierte. Von da an gab er Ruhe, sehr zur Zufriedenheit meiner geliebten Schwester und meines Vaters, welcher mich für die erfolgreiche Anwendung des Zaubers lobte.

Vor etwas mehr als zehn Jahren jedoch trat ich Vaters Erbe auf Vvardenfell an.
Ich zog mit meiner wenigen Habe nach Sadrith Mora, der Hauptstadt des Fürstenhauses Telvanni im Vvardenfell-Distrikt. Ich übernahm Vaters alte Wohnhülse, richtete mich ein und verlor mich immer mehr in meiner Arbeit.
Dies, so glaube ich, war ein Wendepunkt in unserer familiären Beziehung. Anfangs schrieb Atinye noch sehr oft, bis die Nachrichten aus der Heimat immer weniger wurden. Vor drei Monaten kam der letzte Brief. Nun weiß ich, wieso sie schon so lange nichts mehr von sich hören ließ.

Nalenteris Brendu schrieb mir ebenfalls, daß er den Transport ihrer sterblichen Überreste nach Necrom in die Wege leitete, wo sie ihre letzte Ruhe zwischen unseren Vorfahren finden wird.

Ich vermisse sie, auch wenn sie nun bei unseren Ahnen ist.

"Jetzt kann ich von Seyda Neen bis Vivec sehen. Nimm das Bethesda!"
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  21.01.2015, 22:56
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3. Ära 418 - 29. Letzte Saat

Ich habe nachgedacht.

Atinyes Körper liegt nun in Necrom. Es wird Zeit für mich, in meine Heimat zurückzukehren, auch wenn ich mir angenehmere Anlässe für eine Rückkehr nach Hause vorstellen kann.
Allzu religiös war ich nie, doch lastet mir der Tod meiner Schwester schwer auf der Seele. Ich möchte tun was in meiner Macht steht, um ihrer zu gedenken und um Abschied nehmen zu können, was mir zu ihren Lebzeiten nicht mehr vergönnt war.

Ich habe mich bereits nach einer Passage zum Festland erkundigt. Ein Bretone, welcher die Ewiger Reisender befehligt, willigte ein mich für etwas Geld nach Helnim mitzunehmen und gestattete mir sogar gegen einen geringen Aufpreis meinen Packguar mitzunehmen.
Ich beginne umgehend mit den Vorbereitungen!
« Letzte Änderung: 21.01.2015, 23:11 von Neloren »

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  21.01.2015, 22:58
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3. Ära 418 - 31. Letzte Saat

Die Überfahrt ist unerträglich.

Schiffsreisen hasste ich schon seit ich das erste Mal das Deck eines solchen betreten hatte.
Doch die Ewiger Reisender scheint mir für die Querung des Inneren Meeres denkbar ungeeignet zu sein.
Schiff, Mannschaft und Schiffsführer Moriard sind samt und sonders eine Katastrophe. Einen großen Teil trägt jedoch auch das furchtbare Wetter zu meiner misslichen Lage bei.
Mein Guar jedenfalls übergibt sich ständig, ähnlich wie ich, der ich an der Reling stehe und ebenso wie mein tierischer Gefährte alles von mir gebe, was eigentlich zwingend in mir zu verweilen hätte.
In Sadrith Mora zu bleiben und mich in meine Studien sowie meine Pflichten zu stürzen, wäre vermutlich klüger gewesen, als mich dieser Tortur auszusetzen. Auch meine bisherigen Ausgaben könnten mir erspart geblieben sein (fünfhundert Draken trug ich vor Aufbruch bei mir).
Einer der Seeleute gab mir zwischen meinen Spuckorgien zu verstehen, daß wir bei diesem Wind rasch in Helnim sein würden. ALMSIVI möge ihn Recht behalten lassen. Andernfalls werde ich ihn persönlich beim Wasserlassen mit Blitzen erschlagen!

Einen weiteren Tag auf diesem Seelenverkäufer werde ich wohl kaum überleben können, ohne das sich mein Magen weigert zwischen meinen restlichen Eingeweiden zu verweilen.

Tagesbillanz:
Reisekosten: -80 Draken
Verbleibend: 420 Draken

MGE Screenshot 3.jpg (127.32 KB)
Drelas Neloren an Bord der Ewiger Reisender. Hinter ihm sein Guar & ein Matrose

Zitat
NACHTRAG:

Endlich kam Helnim in Sicht. Die Stadt ist eigentlich eine Siedlung des Kaisers und anderer Fremdländer, doch haben Korruption und Armut in weiten Teilen bereits um sich gegriffen. Angeblich seien die Telvanni dafür verantwortlich, sagt man. Es stimmt. So nah an unserer Einflusssphäre kann eine unabhängige Garnison und Siedlung ohne signifikante Einflussnahme der hohen Magierfürsten nicht geduldet werden, weswegen viele der politischen Vorgänge innerhalb der Stadtmauern von Agenten manipuliert werden.
Ich denke ich werde einen oder zwei Tage hierbleiben, um mich von den Strapazen der Seereise zu erholen und meine Vorräte aufzustocken.
« Letzte Änderung: 27.01.2015, 19:57 von Neloren »

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  21.01.2015, 22:58
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3. Ära 418 - 1. Regenhand

Es ist überstanden!

Die Ewiger Reisender erreichte heute Morgen den Hafen der Handelsstadt Helnim. Ich war selten so froh, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben wie am heutigen Tage. Den Ahnen sei Dank, war sogar das Wetter erträglich, sodass ich ohne speien zu müssen, die Einfahrt und das Treiben am Kai beobachten konnte.
Der Anblick der Stadt, oder besser dessen, was sich vom Hafen aus bereits erkennen ließ, beeindruckte mich, wie ich zu meinem Unmut gestehen muss. Ich war noch nie hier gewesen und hielt kaiserliche Siedlungen immer für eher provinziell, so man von Ebenerz oder Alt-Ebenerz absieht. Pelagiad oder Caldera auf Vvardenfell beispielsweise sind im Gegensatz zu dieser Stadt regelrecht winzig und verfügen noch nicht einmal ansatzweise über Wehranlagen, wie sie hier zu finden sind.

Tag 2 I.jpg (232.14 KB) Tag 2 II.jpg (135.96 KB)
Bild I: Kai des Hafens.
Bild II: Blick auf Helnim vom Kai aus.

Zitat
Zwar stamme ich vom Festland, doch bin ich bisher nur sehr selten von den Inseln des Hauses Telvanni fort gewesen als ich noch jünger war. Auch nach Erreichen des Mannesalters arbeitete ich an der Verfeinerung meiner Fähigkeiten und fand nur selten die Zeit, um zu Reisen. Ob ich bleibe, oder nach Ende meiner Pilgerfahrt wieder nach Vvardenfell zurückkehre, weiß ich noch nicht. Vielleicht werde ich nachholen, wovon ich glaube es als Kind und Jugendlicher versäumt zu haben und das Festland weiter erkunden.

Wie ich feststellen durfte, ziehen sich Helnims Gassen fast endlos in die Länge und sind vollgestopft mit allen möglichen Geschäften, von denen jedoch nur die Wenigsten tatsächlich viel für mich zu bieten hatten. Nichtsdestotrotz ist diese Ansiedlung ein Handelszentrum, welches Balmora in nichts nachsteht.

In einer der Gassen nahe der Stadtmauer am Hafen entdeckte ich ein kleines Geschäft. Auf dem Schild prangte der Name Edheldurs Nest, was zunächst auf eine Taverne schließen ließ. Es stellte sich jedoch als Handlung für Folianten und Schriften beinahe aller Art heraus. Ich verbrachte fast den ganzen Tag dort, ging das Angebot durch, arbeitete mich durch diverse Leseproben und verließ das Geschäft des Bosmers Edheldur mit einer Ausgabe von Der Trost der Gebete.

Einkauf:
- eine Ausgabe Der Trost der Gebete
(nach hartem Feilschen 20 Draken)


Trost...
Trost ist das was ich momentan benötige, doch bin ich alles andere als sicher, daß ich ihn in einem dieser religiösen Pamphlete finden werde. Einen Versuch ist es wert. Doch ich schweife ab.

Ich hörte, daß sich außerhalb der Stadtmauern Helnims eine angeschlossene Siedlung des Hauses Telvanni befinden soll und dort sogar ein Gasthaus existiert: Klippenläufers Rast.
Es dauerte nicht lange, bis ich eines der riesigen Stadttore des Distrikts der Kaiserlichen passiert und ein Stück Heimat vorgefunden hatte, dessen Anblick mein Herz erwärmte.

Tag 2 III.jpg (59.76 KB)
Blick auf den Telvanni-Distrikt bei Nacht. Im Hintergrund: Helnims kaiserl. Distrikt

Zitat
Die Architektur der Telvanni ist abstrakt und andersartig, wie auch wir als Angehörige dieses Fürstenhauses eher abstrakt und andersartig sind. Unser Streben gilt dem Erlernen der arkanen Künste, dem Erlangen von tiefem Verständnis für diese. Dies spiegelt sich in den skurilen Linien unserer Behausungen wider, da auch die Studien des Arkanen oft skurile Wege zu gehen pflegen und ein mehr als wacher Geist für das Erlangen ihrer Geheimnisse von Nöten ist.
Das Gasthaus war schnell gefunden, sodass ich mir nach kurzem Gespräch mit dem Wirt, einem etwas mürrischen Gesellen des Namens Uleras Morenn, ein Bett organisieren konnte. Bis auf einen weiteren Gast, eine Wache in Maulwurfskrabben-Rüstzeug des Fürstenhauses, handelte es sich bei den anderen Besuchern ausschließlich um Magier. Denn möchte man in Klippenläufers Rast nächtigen, so hat man zwingend einen Levitationszauber zu beherrschen. Sämtliche Betten in der geräumigen Hülse befinden sich auf Plattformen, welche nur schwebend zu erreichen sind.

Ich werde morgen meine Vorräte aufstocken und gen Süden aufbrechen. Zwar trauere ich, doch ist es ein gutes Gefühl, wieder in der Heimat zu sein.

Tagesbillanz:

Einkäufe: -20 Draken
Kost und Logis: -15 Draken
Verbleibend: 385 Draken

Tag 2 IV.jpg (87.32 KB) Tag 2 V.jpg (130.56 KB)
Bild I: Eingang zu Klippenläufers Rast
Bild II: Schlafplattformen innerhalb des Gasthauses
« Letzte Änderung: 27.01.2015, 20:00 von Neloren »

"Jetzt kann ich von Seyda Neen bis Vivec sehen. Nimm das Bethesda!"
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  21.01.2015, 22:59
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3. Ära 418 - 2. Regenhand

Es war ein recht... seltsamer Tag.

Als ich am späten Vormittag erwachte, hätte ich nicht vermutet Derartiges zu erleben. Das wohl erwähnenswerteste Ereignis war mein Zusammentreffen mit einem anderen Dunmer namens Garo Varsel nahe Klippenläufers Rast und seiner Bitte, welche er an mich richtete.
Doch will ich beginnen, die Ereignisse des Tages von Anfang an zu schildern:

Nachdem ich aufgestanden war und mich angekleidet hatte, ließ ich den Tag mit einem ausgiebigen Frühstück beginnen welches mir nach meinem unruhigen Schlaf nicht so recht munden wollte.
Ich beschloss einen Spaziergang zu unternehmen und ganz nebenbei nach meinem Guar zu sehen, welcher neben dem Eingang zur Schenke angebunden zu verweilen hatte.
Der Vormittag war angenehm. Die Sonne wärmte mein Gesicht und eine leichte Brise trug die verschiedenen Düfte Helnims über die Mauern herüber. Erst wenige Schritte hatte ich getan, als mich ein in einfache Roben gehüllter Dunmer von der Seite ansprach.
Zunächst fragte er, ob ich neu in der Stadt sei und fügte hinzu, auch er sei quasi gerade erst angekommen. Ich antwortete ihm ehrlich, daß auch ich erst vor Kurzem ankam und wollte gerade hinzufügen, daß er in mir definitiv keinen neuen Freund finden würde und ich ihn nach Oblivion zu hexen gedachte, sofern er mich weiterhin belästigte. Doch dazu sollte es gar nicht erst kommen. Er sprach weiter und redete darüber, wie er nach Helnim gekommen sei, um einen alten Freund wieder zu treffen, einen Mann namens Temis Lerthus.
Eher sarkastisch stimmte ich zu, diesen Mann zu finden, woraufhin mir Varsel detaillierte Anweisungen gab. Ich solle unter gar keinen Umständen zu seinem "alten Freund" sprechen, am besten noch nicht einmal Augenkontakt aufnehmen!

Tag 3 I.jpg (123.41 KB)
Garo Varsel sucht nach einem "alten Freund"

Zitat
Ich solle am besten im kaiserlichen Distrikt nach ihm fragen, seinen Aufenthaltsort ermitteln und mich dann schnellstmöglich zurückmelden. Mir war klar, daß diese Sache von hier bis mindestens Gramfeste stank und das Sarkasmus für Varsel offensichtlich ein vollkommen neues Konzept darstellte. Die Angelegenheit begann jedoch urplötzlich einen gewissen Reiz auf mich auszuüben. Ich gedachte mich sowieso nach Vorräten umzusehen. Sollte ich dabei zufällig über diesen Temis Lerthus stolpern und ihn über die Pläne seines angeblichen Freundes unterrichten können, umso besser.

Also machte ich mich auf und sah mich nach geeigneten Geschäften um, in denen ich meinen Reiseproviant würde aufstocken können. Getränke und Essbares für mich, sowie ein wenig Futter für meinen tierischen Begleiter würde ich sicherlich benötigen. Ich fand ein recht kleines Gebäude auf dessen Schild die Lettern "Cervius Verls - Vollkaufmann" prangten. Ich sah mich im Geschäft um und sprach mit dem Kaiserlichen, welchem es gehörte. Nach dem Kauf einiger Tonflaschen gefüllt mit Mazte für meine Reise befragte ich ihn schließlich nach Temis' Aufenthaltsort. Er habe den Namen noch nie gehört, wisse jedoch, daß die meisten Reisenden, welche Helnim erreichten und schnell weiterzuziehen gedachten entweder im Roten Drachen oder in Klippenläufers Rast abzusteigen pflegen. Dem Namen nach solle ich nach einem Kaiserlichen Ausschau halten.

Einkauf:
- drei Tonflaschen Mazte
(nach kurzem Feilschen 25 Draken)

Tag 3 II.jpg (73.88 KB)
Drelas im Vollkaufmann. Im Hintergrund: Cervius Verls

Zitat
Ich dankte ihm rasch für die Informationen und setzte meinen Weg fort, nachdem ich den Mazte in den Packtaschen meines Guars untergebracht hatte. Meine Schritte führten mich eine Weile lang eher ziellos durch die Gassen, bis meine Nase von recht unangenehmen Ausdünstungen beleidigt wurde, die aus einem Bereich etwas außerhalb der Stadt zu kommen schienen. Ein offener und etwas heruntergekommen wirkender Torbogen zu meiner Linken gab die Sicht auf eine armselige Ansammlung teilweise übereinander gezimmerter Holzhütten frei. Offensichtlich handelte es sich um das Gesindeviertel.
Diesen ganzen Bereich niederzubrennen schien den Kaiserlichen wohl eine zu harte Maßnahme zu sein. Zu schade, um ehrlich zu sein.
Ich würdigte diesen Dreckklumpen an Helnims Hintern keines weiteren Blickes und zog rasch weiter.

Tag 3 III.jpg (125.38 KB)
Besagter Dreckklumpen an Helnims Hintern nebst Bewohner

Zitat
Nur wenig später erreichte ich das Geschäft des Händlers Larist, welcher glücklicherweise auch über eine kleine Auswahl an Nahrungsmitteln in seinem Sortiment verfügte.

Einkauf:
- einige in Tuch gewickelte Kekse
- sechs kleine Kwama-Eier
- zwei Portionen Skattel
(alles zusammen nach hartem Feilschen 25 Draken)


Dies wird vermutlich genügen, bis ich erneut die Gelegenheit erhalte, meine Vorräte zu ergänzen.
Jedenfalls versuchte ich auch Larist nach Temis Lerthus zu befragen. Dieser antwortete mir jedoch ähnlich wie mein vorheriger Gesprächspartner.

Tag 3 IV.jpg (98.7 KB)
Drelas in Larists Geschäft

Zitat
Mir war klar, das sich Temis nicht in Klippenläufers Rast befand, war ich doch dort höchst selbst abgestiegen. Also blieb nur der Rote Drachen übrig. Ich erfuhr, daß sich die Taverne nahe dem Ausgang zum Telvanni-Bezirk befand und verließ das Geschäft, um dort weitere Erkundigungen einzuholen.
Inzwischen hatte das Wetter einen Umschwung durchgemacht: Von Sonnenschein zu starker Bewölkung.

Nach einigen Stunden des Suchens, es war inzwischen Abend geworden, erreichte ich endlich den Roten Drachen, band meinen Guar draußen an und betrat den Schankraum. Diese Kaschemme war regelrecht überfüllt. Ich bahnte mir den Weg bis zur Theke und muss zugeben, das mich beeindruckte, was ich sah: Falura Lleste, die Wirtin.
Weder Mensch noch Mer würde wahrlich begreifen, von welcher Schönheit und Jugendlichkeit diese dunmerische Versuchung war, da etwaige Beschreibungen ihrer vermutlich nicht gerecht würden.
Ihr Anblick entschädigte mich vollends für die Dreistigkeit Garo Varsels.

Tag 3 V.jpg (114.84 KB) Tag 3 VI.jpg (77.18 KB)
Bild I: Drelas nebst Packguar vor der Taverne Roter Drachen.
Bild II: Drelas im Gespräch mit Wirtin Falura Lleste.

Zitat
Doch erneut schweife ich ab.
Von Falura erfuhr ich schließlich, daß es sich bei dem Kaiserlichen nahe der Eingangstüre um jenen Mann handelte, der von Varsel so verzweifelt gesucht wurde. Entgegen seiner Anweisungen entschloss ich mich, ihn anzusprechen und aufzuklären, was zwischen ihnen vorging. Es interessierte mich nicht wirklich, doch trieb mich die pure Gehässigkeit dazu, Varsels Vorhaben, wie auch immer es geartet sein mochte, zu vereiteln.
Ich sprach recht lange mit Temis und muss gestehen, in ihm einen angenehmen Gesprächspartner gefunden zu haben. Er mochte ein Kaiserlicher gewesen sein, doch verfügte er trotz alle dem über einen beachtlichen Wortwitz. Eine Weile verbrachten wir mit Würfeln und einigen Gläsern Sujamma (zehn Draken gesetzt, zwanzig gewonnen, er zahlte die Rechnung), während er mir die Vorkommnisse zwischen ihm und Varsel erläuterte. Er verweile noch nicht allzu lange in Morrowind, wäre sich der hiesigen Gebräuche nicht bewusst und habe während einer seiner Reisen in einer Ahnengruft nächtigen müssen, da ein Sturm ihn überraschte. Irgendwie schien die Familie, welcher die Gruft gehörte, davon Wind bekommen zu haben. Man hatte einen Assassinen der Morag Tong mit seiner Exekution beauftragt. Eben dieser sei Garo Varsel.
Ich gebe zu bei der Erinnerung an seine Worte auch jetzt noch grinsen zu müssen. Natürlich stellt es ein Sakrileg da eine Ahnengruft auf solche Weise zu entweihen, doch hätte es schlimmer kommen können. Nun, vielleicht war es auch schlimmer. Temis hätte die Gruft während seines Aufenthaltes dort ebenso gut plündern können. Dies, so behauptete er, habe er nicht getan. Ich weiß nicht, ob er in diesem Punkt ehrlich mit mir war, doch beschloss ich, das Geheimnis seiner Anwesenheit in Helnim zu wahren und sei es nur, um diesem impertinenten und offensichtlich unfähigen Meuchelmörder ein Schnippchen zu schlagen. Sein Anliegen mag rechtens sein, doch er hatte den falschen Mann zum falschen Zeitpunkt behelligt. In solchen Dingen bin ich nachtragend, zugegeben. Vermutlich hätte ich den Fremdländer verraten sollen. Doch die Morag Tong sind bekannt dafür, ihre Aufträge zu erfüllen. Es ist vermutlich nur eine Frage der Zeit, bis Temis seiner Strafe zugeführt wird.

Tag 3 VII.jpg (97.05 KB) Tag 3 VIII.jpg (104.77 KB) Tag 3 IX.jpg (79.55 KB)
Bild I: Blick durch die Taverne Roter Drachen. Hinten rechts: Temis Lerthus
Bild II: Drelas im Gespräch mit dem Gesuchten.
Bild III: Nächtliche Rückkehr in den Telvanni-Bezirk.

Zitat
Ich strich meinen Gewinn ein, dachte diesem Kaiserlichen damit wenigstens etwas geschadet zu haben und kehrte in den Telvanni-Bezirk vor der Stadt zurück.  Dort informierte ich Varsel noch rasch darüber, das Temis Lerthus zwar in Helnim gewesen, jedoch bereits abgereist sei. Über sein Ziel hätte ich leider nichts herausfinden können. Garo schien über das Entkommen des N'wah, wie er sagte, nicht sonderlich begeistert zu sein und entschuldigte sich dafür, meine und seine eigene Zeit verschwendet zu haben.

Tag 3 X.jpg (59.39 KB)
Ein unzufriedener Auftraggeber.

Zitat
Zurück in Klippenläufers Rast überkam mich nach dem Abendessen, da ich diese Zeilen niederschreibe, erneut der Gedanke an Antinye. Das Leben kann grausam sein, schätze ich. Auch wenn sie nun unter den Ahnen weilt, so wandelt sie doch nicht mehr über das Antlitz dieser stofflichen Welt. Es grämt mich über diesen Umstand nachzudenken und zu wissen, daß sie schon bald eine verblassende Erinnerung in meinen Gedanken sein wird. Ich vermute, schon Viele haben Ähnliches mitzuteilen versucht, als sie schrieben, ihre Verstorbenen hätten Besseres verdient.
Ich will nicht behaupten Atinye sei fehlerlos gewesen oder gar die gütigste Kreatur, welche jemals diese Lande bewohnt hätte. Ich würde ihr und ihrem Andenken mehr als unrecht damit tun, schriebe ich derartige Lügen.
Sie war nie ein Kind von Traurigkeit. Sie war nie sonderlich einsichtig, gedachte sie ihren Kopf durchzusetzen. Sie war unbarmherzig gegenüber Jenen, die sie für ihre Feinde hielt, doch stets aufrichtig und hilfsbereit gegenüber Jenen, die ihr in Kameradschaft oder Freundschaft verbunden waren.
Ich werde es vermissen mit ihr zu streiten, oder ihre Launen auszuhalten, so oft ich sie zu Lebzeiten auch dafür im Stillen verfluchte.

Morgen werde ich aufbrechen.

Tagesbillanz:

Einkäufe: -50 Draken
Glücksspiel: +10 Draken
Kost & Logis: -15 Draken
Verbleibend: 330 Draken
« Letzte Änderung: 22.01.2015, 00:43 von Neloren »

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  21.01.2015, 23:00
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3. Ära 418 - 3. Regenhand

Der dritte Tag meiner Reise und doch bin ich nicht weit gekommen.

Ich erwachte heute am frühen Morgen und ärgerte mich bereits darüber den Entschluss gefasst zu haben, endlich aufzubrechen. Der Himmel erschien mir, nachdem ich Klippenläufers Rast verließ, in dunkelstem Grau ohne Aussicht auf wirkliche Besserung. Doch ich hatte meinen Entschluss gefasst und nahm mir vor endlich abzureisen. Ich gebe zu, mich zog es nicht gerade in die Totenstadt des heiligen Ostens, doch ich gedachte diese Angelegenheit endlich hinter mich zu bringen. Ein langer Weg lag noch vor mir. Doch ahnte ich nicht, daß ich nicht sehr weit kommen sollte. Jedoch greife ich hier vorweg.

Tag 4 1.jpg (90.6 KB) Tag 4 2.jpg (97.19 KB) Tag 4 3.jpg (93.75 KB)
Bild I: Drelas und sein Guar nahe Klippenläufers Rast, bereit zum Aufbruch.
Bild II: Aufgrund von Regengefahr nun behelmt verlässt der Magier Helnim.
Bild III: Landschaftsaufnahme der Umgebung Helnims.

Zitat
Nachdem ich Helnim gen Osten verließ, begann ich immer wieder für einen Moment Halt zu machen und die mich umgebenden Pflanzen zu studieren. Ich bemerkte die vielen Häckselblattstauden und den Dochtweizen, welcher in dieser Gegend offensichtlich wild und wie Unkraut wucherte. Dochtweizen erzielte noch nie sonderlich hohe Preise, nicht in geringen Mengen. Doch Häckselblatt hingegen würde ich gut zu gebrauchen wissen. Einerseits ist es eine beliebte Zutat vieler Alchemisten, andererseits hilft es auf langen Märschen. Kaut man es, so stärkt es für die Strapazen solcher Reisen. Raucht man es, entfaltet es eine entspannende Wirkung, die allenthalben geschätzt wird.
So mich meine Erinnerungen nicht vollends täuschen, haben die Redoraner sogar ein altes Sprichwort zu diesem Thema. Vieleicht war es auch Indoril, in diesem Punkt bin ich mir nicht sicher.
"Die Moral einer Kämpferschar steht und fällt durch zweierlei Dinge: Die Qualität der Verpflegung und dem Vorrat an Häckselblatt."

Alchemie war nie meine Berufung, auch wenn ich gestehen muss mit dem einen oder anderen Gebräu diverse meiner Studien finanziert zu haben. Seien es Lehrmeister, welche ich auszahlte, oder Folianten, welche ich erstand. Ein großes Talent habe ich in diesem Fach allerdings nie gezeigt.

Während ich meines Weges zog und zwischen einigen Felsen Kräuter schnitt, vernahm ich jedoch recht aggressive, tierische Laute. Es stellte sich heraus, das ein Höllenhund meiner habhaft zu werden gedachte. Die Kreatur überlebte den Versuch nicht. Ich muss mich zukünftig mehr vorsehen.

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Bild I: Man denkt an nichts Böses und muss sich wenig später...
Bild II: ... gegen Morrowinds aggressive Fauna verteidigen. Nicht im Bild: besagter Höllenhund

Zitat
Vermutlich hatte mich auch der Anblick uralter Dwemer-Türme im Nord-Osten hinter den Felsen etwas abgelenkt. Ich beschloss einen Blick auf sie zu werfen und bog gegen Mittag in eine kleine Schlucht ein, durch welche die Straße weiter in diese Richtung führte.
Vor mir lungerte ein Kagouti am Wegesrand herum. Ich würde das Tier erledigen müssen, wollte ich meinen Weg fortsetzen. Es dauerte nicht lang, ehe das Kagouti leblos und rauchend vor mir im Staube lag. Ein Hindernis weniger.

Tag 4 6.jpg (122.42 KB)
Gleich ein Kagouti weniger...

Zitat
Das Wetter schien meiner nicht gewogen zu sein. Der frühe Nachmittag brachte strömenden Regen. Ich hätte es ahnen müssen, nachdem die Brise stärker geworden war.
Nun ärgerte ich mich nicht nur über meinen Aufbruch, nein, auch darüber das morgendliche Mahl ausgelassen zu haben.
Ein wenig überrascht entdeckte ich etwas später eine einfache Holzhütte am Rande des Weges. Hätte die Sonne sich hervorgewagt, so wäre der eher ärmlichen Architektur zum Trotz, die Ansicht malerisch schön gewesen.
Die Behausung war nahe einem Teich errichtet worden, hinter welchem einige Netch umhertrieben, sich balgten oder einfach nur ihre Artgenossen beobachteten.
Doch mir war kalt, meine Robe durchnässt und die Hütte erschien mir passend, um das Unwetter abzuwarten. So band ich denn meinen Guar an einen der Pfosten und näherte mich der Türe. Ich wurde bereits erwartet, da sowohl ich als auch mein Packtier beim Näherkommen ungewohnte Geräusche verursacht hatten.
Die Netchhirtin Lanasa Vidanes, eine Kaiserliche, begrüßte mich etwas verhalten, aber hörte mein Anliegen geduldig an. Sie bekäme nicht allzu viele Besucher, doch im Austausch für etwas Häckselblatt und Mazte sei sie bereit, mir einen Unterstand und, sofern notwendig, einen Platz zum Schlafen zu gewähren.
Ohne viel zu zögern willigte ich ein, gedachte ich doch nicht, mich weiterhin den Naturgewalten auszusetzen.


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Bild I: Hof eines Netchhirten & Unterschlupf für durchnässte Magier.
Bild II: Drelas Neloren im Gespräch mit der Netchhirtin Lanasa Vidanes.

Zitat
Der Regen ließ nicht nach, also sprachen wir eine ganze Weile, während wir gemeinsam eine der Tonflaschen leerten, welche ich in Helnim erstanden hatte.
Ich gebe zu, das mich ihre Geschichten über die Netchzucht und das Zusammenhalten der Herde langweilten und ich ein ums andere Mal versucht war, ihr dies klar zu machen. Die meiste Zeit nickte ich lediglich höflich und hörte kaum zu.
Immer wieder ging mir der Name meiner Schwester durch den Kopf: Atinye Neloren.
Ich dachte darüber nach, wie sie sich verhalten hätte. Sie hätte den Geschichten gelauscht, wäre sicherlich ähnlich gelangweilt gewesen, doch hätte sie es über sich ergehen lassen und womöglich gar interessiert gewirkt.
"Diese Frau bot Dir ihre Gastfreundschaft, Drelas. Also reiße Dich zusammen und bleibe höflich, wie Vater es uns gelehrt hat!", wären vermutlich ihre Worte gewesen. Ich entschloss mich, ihrem Rat zu folgen und die gähnend langweilige Netchhirtin nicht gegen mich aufzubringen. Nach einigen weiteren Bechern Mazte wurde der Abend sogar noch ein wenig unterhaltsam. Sie bot mir noch etwas Salzreis an, welchen ich mit meinem leeren Magen nur zu gerne annahm, ehe sie auf ihrer Laute zu spielen begann. Die westlichen Klänge Cyrodiils waren mir unbekannt, doch erschienen auch sie mir als Wohltat. Zwar sind sie kein Vergleich zu den Rhythmen der Guarhauttrommeln und Glockenspielen der Aschländer, welche ich während meiner Zeit in Meister Aryons Diensten zu schätzen gelernt hatte, doch übten sie in Verbindung mit dem gerauchten Häckselblatt eine überaus entspannende Wirkung auf mich aus. Ich bin überzeugt in dieser Nacht gut schlafen zu können.

Ich hoffe darauf, daß sich das Wetter morgen bessert. Ich muss mich zukünftig mehr vorsehen.
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  21.01.2015, 23:01
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3. Ära 418 - 4. Regenhand

Die Dwemer mögen einst die Feinde meiner Ahnen gewesen sein, doch waren sie zweifelsohne faszinierend.

Niemals hätte ich vermutet, daß dieser fünfte Tag meiner Reise mich ausgerechnet dazu veranlassen würde, über diese Thematik zu schreiben. Und doch; hier sitze ich nun bei heißem Tee inmitten einer Schar von Fremdländer-Forschern und Arbeitern und sinniere darüber, was für ein Volk die Dwemer wohl gewesen sein mögen. Natürlich, sie zählten zu den Mer, doch sind sie allen Völkern Tamriels seit ihrem mysteriösen Verschwinden nach der Schlacht am Roten Berg ein Rätsel. So verhält es sich auch mit dem Grund ihres Verschwindens von dieser Welt.
Es ranken sich unzählige Mythen um dieses Volk und sein Verschwinden. Ebenso zahlreich wie die Legenden sind auch die Theorien der Gelehrten, welche sich mit dem Thema befassen. Meister Aryon von Tel Vos & Vos, Ratsherr des Fürstenhauses Telvanni auf Vvardenfell, in dessen Diensten ich aktuell stehe, ist einer dieser wissbegierigen Gelehrten. Er verfügt über eine hoch interessante Sammlung verschiedenster Dwemerartefakte. Sogar einer ihrer gefürchteten Dampfzenturionen befindet sich darunter.
So beschäftigte auch ich mich mit diesem sagenumwobenen Volk, jedenfalls eine Weile. Doch wie so oft schweife ich ab. Doch ist dies nicht verständlich?
Seit Monaten verspürte ich keinen solchen Enthusiasmus mehr, keinen solchen Tatendrang, keinen solchen Wissensdurst. Doch will ich nun wiedergeben, wie ich überhaupt dazu komme, hier in einer alten Ruine zwischen einem Haufen N'wah zu sitzen und mich über die Dwemer auszulassen.

Der Morgen begann so, wie ich es befürchtet hatte: Die einfache Matte, auf welcher ich genächtigt hatte, schien meinem Rücken nicht allzu gut getan zu haben. Zwar war mein Schlaf fest und ruhig, doch mein Rückrat war wesentlich weniger fest gewesen.
Als ich allmählich begann meine Sinne zu ordnen und mich unter Schmerzen aufgerichtete, vernahm ich erneut das unbarmherzige Prasseln des Regens auf das Dach der Hirtenbehausung. Ich gedachte bereits mich wieder lustlos auf mein Nachtlager zurücksinken zu lassen, als ich realisierte, womöglich nicht mehr aufstehen zu können, würde ich aufs Neue erwachen. Hirtin Vidanes war bereits auf den Beinen. Früh wie jeden Morgen, wie sie sagte. Nicht, daß es mich interessierte.
Ein rasches Mahl aus den Resten des gestrigen Abends und eine ebenso rasche Verabschiedung später fand ich mich vor der Hütte im Regen stehend wider. Vor mir lag der Weg in die Boethianischen Berge.

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Ein verregneter Morgen  & schlechte Stimmung

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Diese Region galt schon immer als nicht ungefährlich. Es existieren nicht viele Pfade welche sicher von Reisenden genutzt werden können und das Land selbst gilt mit seinen giftigen Insekten von enormer Größe, der hohen Zahl an Klippenläufern, einigen skrupellosen Banditen und ständig wiederkehrenden Steinschlägen als schwer passierbar. Es markiert die ungefähre Grenze zwischen den Territorien der Fürstenhäuser Telvanni und Indoril. Letztere versuchen zwar die Pfade und wenigen Straßen frei zu halten, doch oft genug ist Hilfe weit weg, so man sie benötigt. Im Prinzip ist der Unterschied zum Mephala-Gebirge nicht sonderlich groß. Dort jedoch treiben sich wesentlich weniger Käfer herum.

Noch immer lag vor meinem geistigen Auge der majestätische Anblick der Dwemer-Ruinen, welche ich am Vortage in der Ferne erblickte. Ich war diesen Weg gegangen, um einen Blick auf sie werfen zu können.
Weit entfernt konnten sie nicht mehr sein. Meine Erregung stieg weiter, als die Sonne endlich durch die Wolkendecke brach und der Regen allmählich nachließ.
Jedoch hatte die Besserung der Witterungsverhältnisse auch einen Nachteil: Zwei Klippenläufer stürzten sich auf mich. Gerade noch rechtzeitig gelang es mir diese Biester flammender Weise vom Himmel zu hohlen. Ich nutzte die kurze Pause, um beide ihrer Federn zu entledigen, welche sich gelegentlich zu guten Preisen verkaufen lassen.

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Wehe den Besiegten...

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Immer wieder warf ich in der Folgezeit rasche Blicke in die Lücken des dichten Blätterdachs, welches mich noch vor so kurzer Zeit vor dem strömenden Regen abgeschirmt hatte und als der Mittag allmählich nahte, konnte ich erneut die Ruinen erspähen, welche ich bereits Tags zuvor gesehen hatte. Doch dieses Mal sah ich nicht nur die Türme, auch eine gigantische Brücke zog sich über eine kleine Schlucht, vor der ich nun stand.
Ich begann aufgeregt die steilen Hügel zu erklimmen, um meine Sicht zu verbessern. Recht erschöpft ließ ich mich einen Moment auf dem Hügelkamm nieder und schaute hinab auf das, was meine Heimat ist.
Es fällt mir schwer die Impressionen in Worte zu fassen, welche sich mir darboten und mich im Innersten berührten. Zu meiner Linken befand sich die Ruine, gelegen auf einer Anhöhe, während eine Brücke sich auf sie zu zu schlängeln schien. Zu meinen Füßen breitete sich das dichte, saftig-grüne Blattwerk der Bäume aus, während sich die Boethianischen Berge am Horizont so weit erstreckten, wie meine Augen sehen konnten. Irgendwo dort mitten zwischen ihnen glaubte ich Gebäude mit der typischen Architektur des Hauses Indoril zu sehen. Eine Festung womöglich, die über einen der Pässe wacht und dort als ein Bollwerk gegen all die Gefahren trotzig die Landschaft dominiert.

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Bild I: Blick von der Straße auf die mysteriöse Dwemer-Ruine.
Bild II: Ausblick auf das Tal. Zur Linken die Ruine, zur Rechten im Hintergrund Indoril-Gebäude.

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Neugierig und aufgeregt, rundete ich die Felsen zu meiner Rechten. Ich war etwas überrascht, als ich sah, daß vor mir auch schon Andere auf die Idee gekommen waren, die Ruinen zu erkunden. Auch schien mir dies nicht nur einer der auf Vvardenfell üblichen, kleinen Dwemer-Außenposten zu sein. Es handelte sich offensichtlich um einen größeren Komplex. Ich traf auf einen Arbeiter, einen Dunmer, der sich mir zwar als Romarel vorstellte, mir jedoch auch zu verstehen gab, keine Zeit für langes Gerede zu haben. Ich solle mich an einen der "Eierköpfe" wenden, welche auch für seine kärgliche Entlohnung zuständig seien.
Ich betrat also die hölzernen Gerüste und bewunderte die Architektur des Komplexes, welcher mir eine ausgewachsene Stadt zu sein schien.

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Bild I: Blick auf die Ruinen der Stadt Amthuandz. Unten rechts: Romarel
Bild II: Von den Holzgerüsten aus: Ende eines alten Abwassersystems?


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Als ich mich einer gewaltigen Statue näherte, welche wohl einen Dwemerkrieger mit gewaltiger Helebarde darstellte, sprach mich ein alter Kaiserlicher an. Alcus Pirilo gehörte zu den Gelehrten, die diese Ruine untersuchten. Sie trug den Namen Amthuandz, wäre sehr alt und weit ausgedehnt. Wahre und zutreffende Worte, auch wenn sie dem, was sich mir hier bot, keinesfalls gerecht wurden. Zwar war dieser Mann recht zuvorkommend, doch sonderlich aufgeregt oder enthusiastisch wirkte er nicht auf mich.

Weiter im Inneren traf ich auf eine etwas ältere Rothwadonin. Ihr Name sei Shelley, sagte sie. Sie habe am Bau der Gerüste mitgewirkt und sprach eine Weile mit mir. Aktuell stagniere die Erforschung der Ruinen beträchtlich. Kompliziert verschlossene Türen, eingestürzte Gänge und Schächte blockierten die Erkundung. Man habe momentan keine rechten Mittel, um voran zu kommen. Ein ernüchternder Gedanke, der mich die Gemütslage Pirilos nun doch verstehen ließ. Nichtsdestotrotz beschloss ich, Amthuandz auf eigene Faust zu erkunden. Womöglich gelänge es mir ein paar der hier verborgenen Geheimnisse zu lüften?

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Bild I: Drelas im Gespräch mit Shelley.
Bild II: Aufregung kurz vor dem Betreten der antiken Anlage.

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Wer noch nie eine Ruine der Dwemer betreten hat, kann sich nicht vorstellen, wie faszinierend sie tatsächlich sind. Man mag viel über sie in Geschichten gehört haben, man mag diverses in der Theorie über sie gelesen haben, doch gibt es nichts, was einen auf die Anblicke und Geräusche, oder die Gerüche im Inneren vorbereitet.
Das viele Metall, das Quietschen der teilweise heute noch arbeitenden Konstrukte, das seltsame Licht, welches in regelmäßigen Abständen von zylindrisch geformten, gläsern wirkenden Behältern an der Wand ausgestrahlt wird, ohne eine echte Flamme im Innern...
Unweigerlich stellt sich dem ehrfürchtigen Forscher die Frage, wie ein Volk, welches über solcherlei Wunder und mehr verfügte, einfach so von einem Moment auf den anderen von der Bildfläche verschwinden konnte. So manch einer macht die Intervention Azuras hierfür verantwortlich, andere sprechen von einem allmählichen Aussterben. Wieder andere theoretisieren über eine Seuche.

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Wie ein Kind im Spielzeugladen: Drelas Neloren betritt die Ruinen.

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Ein Schauer durchlief meinen Körper, als ich an der Wache vorbei tiefer in die Gewölbe eindrang und mich umsah. Irgendwann entdeckte ich zu meiner Rechten eine der verschlossenen Türen, von denen Shelley gesprochen hatte. Ich versuchte die mittels eines Zaubers zu entriegeln und spürte meine Knie vor Aufregung erzittern, als die Kammer sich vor meinen Augen öffnete.
Vorsichtig, bereit mich zu verteidigen, trat ich ein. Diverse alte Konstrukte der Dwemer funktionieren noch heute. So auch ihre mechanischen Wächter, von denen auch heutzutage noch viele für den Tod unvorsichtiger Forscher und Plünderer verantwortlich zu machen sind. In einigen Schriften ist auch von Geistern der Dwemer die Rede. Jedoch hatte ich Glück: Keines der hier befindlichen Konstrukte war dazu in der Lage mich zu töten.
Auch wenn viel über die Dwemer und ihre faszinierenden und gefährlichen Erzeugnisse fantasiert wird, so hörte ich noch nie davon, daß eine ihrer Kochstellen oder gar Möbelstücke direkt für de Tod eines der vielen Wissenssucher verantwortlich gewesen sein soll.

Es war keine große Kammer, welche ich hier geöffnet hatte, doch gehörte sie für mich bis zu diesem Moment zu einem der interessantesten Orte, welche ich jemals sehen durfte (Ich kann mir nicht vorstellen, diese Ansicht bis zu meinem Ableben revidieren zu müssen).
So mich meine Sinne und die dicken Staubschichten auf allen Gegenständen nicht täuschten, war diese Kammer seit dem rätselhaften Verschwinden ihrer Erbauer nicht mehr betreten worden. Sie gewährte mir einen Einblick in das Leben von einst. Besonders erwähnenswert hierbei, so banal es klingen mag, war ein Tisch, welcher sich zu meiner Rechten befand. Vier Stühle standen um ihn herum, so verschoben als seien jene, die auf ihnen saßen, hastig aufgebrochen. Auf dem Tisch standen drei Krüge, welche vor langer Zeit womöglich einen wohlschmeckenden Wein enthielten, auf welchen sich der geneigte Trinker am Ende eines harten Tages freuen mochte. Doch Geschirr der Dwemer zu finden ist selbst auf Vvardenfell kein Kunststück. Das Bemerkenswerteste und gleichzeitig Entzaubernste waren die Vier Würfel in der Mitte des Möbels. Um sie herum lagen einige der wertvollen Münzen, welche dem Volk der Dwemer wohl als Zahlungsmittel dienten. In Relation hierzu kann man mit absoluter Sicherheit auch den beinahe zu Staub zerfallenen Federkiel, das uralte Pergament und das vor langer Zeit ausgetrocknete Tintenfass setzen, welches nahe des vierten Stuhls auf dem Tisch stand.

Hier war Glücksspiel betrieben worden!

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Jener Tisch, an dem die Dwemer zockten...

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Die Dwemer mögen zu Leistungen fähig gewesen sein, welche uns heutzutage erstaunen, faszinieren und sogar ängstigen, die auf unsere Ahnen womöglich eine ähnliche Wirkung gehabt haben, doch waren sie nie die mystischen Wesen, für die einige Gelehrte sie heute halten. Eine erschütternde, doch auch ungemein beruhigende Erkenntnis.
Diese Kammer war faszinierend und hielt mich über Stunden in ihrem Bann gefangen. Ich untersuchte jeden Winkel und stolperte über Artefakte, welche von unfassbarem Wert waren. Es waren Kalksteingefäße, ein Tablett aus dem gleichen Material und sogar ein Dwemer-Dolch darunter.

Ich werde Meister Aryon eine Abschrift dessen schicken, was ich hier nun zu Papier gebracht habe. So ich die Muße hätte, würde ihn sogar ein vollständiges Buch erreichen, doch auch wenn es mich große Mühe und Überwindung kostet, so wird mir klar, daß ich hier nicht lange verweilen kann. Einen oder zwei Tage werde ich mir in Amthuandz noch gönnen, ehe ich aufbreche und meine Reise in den heiligen Osten gen Necrom fortsetze.
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  21.01.2015, 23:02
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3. Ära 418 - 5. Regenhand

Ich habe ein schlechtes Gewissen.

Manchmal durchzuckt es mich, wie der Biss einer Moschusfliege, wenn ich in Gedanken versunken auf irgendeines all dieser Dwemer-Artefakte starre. Ich bin bereits den zweiten Tag in Amthuandz, doch Necrom bin ich keinen Schritt näher gekommen. Was in selbstsüchtiger Freude eine lehrreiche Zeit hätte werden sollen, ist mehr eine schmerzliche Bürde geworden. Bereits kurz nach meinem Erwachen des Morgens war ich diese Stätte noch zu entdeckenden Wissens leid.
Vielleicht liegt es an den Alpträumen, welche mich des Nachts gequält hatten. Das Innere einer verlassenen Stadt der Dwemer ist womöglich nicht der beste Ort um darin zu Nächtigen.
Ich musste mich dazu zwingen, endlich aufzustehen und wenigstens eine Kleinigkeit zu mir zu nehmen.
Lustlos und flauen Magens durchstreifte ich, geführt von einem der Arbeiter, das Innere der Ruine und begegnete dem kaiserlichen Gelehrten Carvo Melurus. Wir kamen ins Gespräch, was mich gegenüber der uralten Stadt wieder ein wenig versöhnlicher stimmte. Er beschrieb mir seine Arbeit, welche er hier verrichtete. Tag für Tag katalogisierte er die Funde und verfasste Berichte an seine Vorgesetzten. Eine Aufgabe, welche ihn offensichtlich nicht besonders befriedigte. Da der Glanz dieses Stein und Metall gewordenen Wunder für mich allmählich verblasst war, blieb ich während des Gespräches eher reserviert, da ich realisierte, mich unter Fremdländern zu befinden. Ich war bisher noch nicht einem meiner Landsleute begegnet, welcher in höherer Position als der Arbeiter Romarel tätig gewesen war und hegte latent den Verdacht, daß diese kaiserlichen Gelehrten lediglich gedachten, diesen Ort voller Wunder auszuplündern, wie so viele es vor ihnen versucht hatten.

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Carvo Melurus, Schreiber der Expedition

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Doch ich beherrschte mich und lauschte weiter den Ausführungen Melurus'. Mein Eindruck relativer Sicherheit in diesem Teil der alten Stadt bestätigte sich, als er mir schilderte, wie die Soldaten, welche ebenfalls hier in den Überresten anzutreffen waren, die metallenen Wächter niedergestreckt hatten. Auch sprach er davon, wie man in Kürze versuchen wolle, den verschütteten Eingang zu den oberen Türmen frei zu räumen. Er habe diesbezüglich jedoch nur wenig Hoffnung, so wie ich ihn verstand.

Gegen Mittag verließ ich ihn und kehrte in die Kammer zurück, welche mich erst gestern noch so sehr fasziniert hatte. Der Zauber war noch nicht vollends verflogen, sodaß meine trüben Gedanken sich wieder zu lichten begannen. Belohnt wurde ich mit einer weiteren Entdeckung: zwischen den Regalen in der Mitte des Raumes war ein Spalt in der Decke erkennbar. Einen Levitationszauber nutzend schwebte ich hoch und zwängte mich durch jene Spalte, um zu erspähen, was sie mir offenbaren würde.
Die Kammer schien eine Werkstatt zu sein. Metallstücke und Werkzeug, Rohre und Zylinder lagen in den Regalen, welche sich dort finden ließen. Auf einem Tisch waren alte Pergamentstücke zu sehen, bei denen es sich offensichtlich um die Pläne für irgendeines der obskuren Konstrukte der Dwemer handelte. Auch hier wirkte alles so, als hätten die, welche hier arbeiteten und unten vielleicht gewürfelt hatten, ihre Arbeit erst vor einigen Stunden unterbrochen.
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Bild I: In Erwartung neuer Entdeckungen schwebt der Magier durch die Decke.
Bild II: Blick auf den Schreibtisch der vermeindlichen Werkstatt. Auf dem Tisch: Werkzeug & Baupläne.
Bild III: Lagerfässer & Werkzeug-, sowie Ersatzteilregal.

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So detailliert wie nur irgendwie möglich kopierte ich die alten Schemata, um sie dem Schreiben an Meister Aryon beizulegen, was mich unzählige Versuche und mehrere Stunden kostete. Es war eine nervenaufreibende Arbeit, eine Herausforderung, doch sie hielt mich beschäftigt. Dafür war ich in Anbetracht meiner morgendlichen Gedanken durchaus dankbar.
Irgendwann, es war bereits weit nach Mittag, konnte ich eine einigermaßen korrekte Wiedergabe der Pläne vorweisen, begoß meinen Erfolg mit einem Schluck Mazte und nahm mir vor, einen Blick auf den eingestürzten Turmeingang in den oberen Ebenen des Außenareals zu werfen.
Als ich jene schließlich betrat und das erste Mal seit gestern Nachmittag wieder das Tageslicht erblickte, zeigte sich das Wetter meiner erneut ungnädig. Zwar regnete es nicht, doch machte auch die nun vorherrschende Wolkendecke keinen sonderlich vertrauenswürdigen Eindruck. Auf dem Weg über die Gerüste nach oben kreuzte ich die Schritte eines Landsmannes. Eine schwarze Hand war auf sein Gesicht tätowiert, was ihm ein wilderes Aussehen verlieh, als für einen Forscher und Gelehrten eigentlich von Nöten gewesen wäre. Idriso Venalis und meine bescheidene Wenigkeit sprachen in erster Linie über die eingestürzten Eingänge, welche die Arbeit der Archäologen hier erschweren würden. In Vvardenfell wäre es in der Regel oft einfacher, auch wenn die Innenareale der dortigen Ruinen häufig schwerer beschädigt seien. Kleidung und Auftreten deuteten auf einen echten Dunmer hin und ich war froh einen seiner Sorte an der Seite all dieser Fremdländer zu sehen. Sie hatten es also nicht völlig in der Hand, die hiesigen Ruinen zu plündern und würden sich, wenn nötig, auch vor lokalen Behörden verantworten müssen.

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Idriso Venalis im Gespräch mit Drelas Neloren

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Wir begegneten unterwegs der Rothwadonin Shelley, hielten uns jedoch nicht lange mit ihr auf.
Den verschütteten Eingang zu den respekteinflößenden Türmen zu sehen, war eine gewisse Enttäuschung. Ich hatte gehofft irgendetwas tun zu können, doch erschien auch mir die Lage aktuell aussichtslos. Es bedürfe einiger Dutzend weiterer kräftiger Arbeiter, um dieses Problem aus der Welt zu schaffen, wie mir Venalis sagte.

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Bild I: Kleiner Überblick über die Ruinen von Amthuandz.
Bild II: Verschütteter Eingang zu den Turmanlagen.

Zitat
Der Abend nahte allmählich. Ich kehrte zur unteren Ebene zurück, um dort in Ruhe und ohne lästige Witterungseinflüsse meine Abschrift für Meister Aryon anzufertigen. Als ich fertig wurde, war die Nacht bereits hereingebrochen.
Ich gedenke noch rasch eine Bestandsaufnahme meiner Vorräte zu machen, mir eine kleine Mahlzeit zu gönnen und dann zu Bett zu gehen.

NACHTRAG:

Finanzen:
- 330 Draken

Bestandsliste - Proviant:
- eine Tonflasche Mazte
- einige in Tuch gewickelte Kekse
- fünf kleine Kwama-Eier (eines wegen Fäulnis aussortiert)
- eine Portion Skattel (zweite verzehrt)


Bestandsliste - Handelswaren:
- sechs Portionen Häckselblatt
- drei Bündel Dochtweizen
- drei Läuferfedern


Meine Vorräte schwinden und meine trüben Gedanken kehren zurück. Auf meinem Weg nach Necrom habe ich viel Zeit verschwendet. Ich habe es zwar nicht wirklich eilig, doch möchte ich es hinter mich bringen. Die Reise wird noch lange genug dauern. Sie wird Gefahren beinhalten und ob sich all dies am Ende lohnen wird, ob ich wirklich dazu in der Lage sein werde, endgültig Abschied zu nehmen und Atinyes Tod sowohl zu akzeptieren als auch zu verarbeiten, steht in den Sternen. Doch vielleicht ist genau dies der Sinn einer Pilgerreise:
Die Ungewissheit...
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  21.01.2015, 23:03
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3. Ära 418 - 6. Regenhand

Ich bin zurück auf der Straße. Endlich.

Bereits früh morgens brach ich endlich wieder auf, setzte meine Pilgerreise fort und ließ die Wunder von Amthuandz hinter mir. Ich verabschiedete mich noch schnell mit einer kurzen Notiz von Idriso Venalis, die Fremdländer gefälligst im Auge zu behalten und kehrte den Dwemern den Rücken. Ich muss gestehen, daß trotz all der Geheimnisse welche dort auf Enträtselung warteten, ich mehr als froh war meine Reise fortsetzen zu können. Ich nahm jene Route auf welcher ich zu den Ruinen gegangen war. Glücklicherweise hatte der übliche Tierfraß die Kadaver der beiden Klippenläufer noch immer nicht vom Ort ihres Ablebens entfernt, sodaß ich meine Schritte gut nachvollziehen konnte und schnell zur Straße zurückfand. In der nebeligen Dämmerung des neuen Tages, stieg ich an der Seite einer tiefen Schlucht hinauf und genoß den wunderbaren Ausblick, so dies denn bei Nebel möglich war. Doch irgendwie scheinen mir nebelverhangene Landschaften einen ganz eigenen, ja fast mysteriösen Zauber zu haben. Die Schwaden während ihres Zuges über den feuchten Boden zu beobachten hielt mich einige Zeit gefangen. Kurz nachdem die Sonne den Tag endgültig erhellte, den Nebel jedoch nicht vollends zu vertreiben wusste, wurde ich jedoch angegriffen und war kurz davor meine Ansichten bezüglich des Nebels wieder zu revidieren. Ein Wegelagerer, welcher sich offensichtlich im Schutz dieses Naturphänomenes genähert hatte, attackierte mich.
Hätte ich mich nicht auf meine Fähigkeiten und mein Wissen bezüglich der magischen Kräfte verlassen können, so wäre es ein Leichtes für ihn gewesen mich zu fällen und auszurauben. Ich erwischte ihn bereits mit einem Kugelblitz, ehe er nahe genug an mich herankam. Dies nahm seinem Angriff einen Großteil der gewünschten Schwungs und schien meinen Angreifer sichtlich zu verunsichern. Mit Leichtigkeit wehrte ich seinen Hieb mit meiner eigenen Klinge ab, bevor ich erneut einen Blitz beschwor und ihm so das Lebenslicht ausbließ.

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Bild I: Zurück auf der Straße: Drelas Neloren & sein Packguar.
Bild II: Kurz vor dem Überfall.

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Ich war reichlich irritiert. Viele der Banditen, mit denen ich es bisher zu tun gehabt hatte und die sich auf ihre Fähigkeiten im Nahkampf verließen, trugen wenigstens Rüstzeug aus Netchleder. Doch dieser hier schien sich zu Lebzeiten mit gewöhnlicher Kleidung zufriedenzugeben, die nicht einmal sonderlich ärmlich wirkte. Vermutlich hatte er einen anderen Reisenden mit wesentlich weniger Glück und Talent getötet und beraubt.
Ich durchsuchte seine vermutlich samt und sonders ergaunerten Habseligkeiten und entdeckte etwas Alitfleisch. Es roch noch annehmbar und gibt nun, da ich diese Zeilen hinter relativ sicheren Mauern niederschreibe, eine wohlschmeckende Mahlzeit ab. Das Leben kann zu Weilen seltsame Wendungen nehmen. Aber beschweren will ich mich nicht, dafür ist der Alit zu schmackhaft und entschädigt mich für die Mühen, welche mir der Tag weiterhin noch bereiten sollte.

Meine Gedanken verweilten noch eine ganze Weile bei dieser seltsamen Begegnung, während ich die Schlucht weiter entlang schritt. Die beiden Hängebrücken zu meiner Linken ignorierte ich, wollte ich schließlich Necrom erreichen.
Gegen Mittag, der Nebel hatte sich zu diesem Zeitpunkt endgültig gelichtet, betrat ich eine weitere, wenn auch wesentlich weniger beeindruckende Schlucht. Über meinen Gedanken vergaß ich jedoch zwischendurch den Himmel nach Gefahren abzusuchen. Ein Fehler wie er mir hoffentlich nicht noch einmal unterlaufen wird.
Wie mein Guar und einen Moment später auch ich feststellen musste, schien sich irgendwo hier das Nest einer Bedrohung zu befinden, welche bereits unzähligen Bewohnern Morrowinds und Vvardenfells den Tag ruinierte: Klippenläufer.

Eine dieser unsäglichen Kreaturen versuchte sich an den Packtaschen meines Begleiters gütlich zu tun. Ich konnte jedoch erst reagieren, als eine der Taschen bereits aufgerissen und der Inhalt am Boden verstreut lag. Verwünschungen ausstoßend streckte ich den Läufer mittels eines Feuerstoßes nieder, woraufhin diese nerv tötende Spezies jedoch eine ihrer hervorstechendsten Eigenschaften zum Tragen brachte. Getreu dem alten Sprichwort: "Tötest Du einen Klippenläufer, kommen zwei zur Beerdigung.", stürzten sich zwei weitere auf mich und meinen Guar. Sie auf Distanz zu halten und schließlich mit Eisschlägen vom Boden aus zu erledigen kostete mich einige Mühe.
Immerhin blieben dadurch ihre Federn in einigermaßen annehmbaren Zustand. Sie werden sich gut verkaufen lassen, wie ich hoffe und mich dergestalt entschädigen.

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Bild I: Typische Schlucht in den Mephalanischen Bergen.
Bild II: Klippenläufer, so weit das Auge reicht.
Bild III: St. Jiub kam definitiv ein paar Jahrzehnte zu spät.

Zitat
Dieses Ereignis machte mir wieder bewusst, auf was für einen Unsinn ich mich hier eigentlich eingelassen hatte. Im Prinzip hätte eine Schiffsreise nach Necrom doch bereits genügt, so dachte ich. Während ich meine Habseligkeiten aus der kaputten Tasche vom Boden aufsammelte und neu einsortierte, ärgerte ich mich immens. Die Trödelei bei Amthuandz wäre mir erspart geblieben, die Angriffe der Wegelagerer, die Morag Tong-Geschichte, der Höllenhund und vieles mehr hätten sich vermeiden lassen. In dieser Woche hat man öfter versucht mich zu töten, zu fressen oder übers Ohr zu hauen als in den letzten zwei Monaten zusammengerechnet!
Zu allem Überfluss hatte sich der Himmel nun, da der späte Nachmittag anbrach wieder zugezogen. Die ersten Regentropfen gingen nieder.

Schlecht gelaunt warf ich einen Blick auf meine Karte und stellte fest, daß sich eine Plantage des Fürstenhauses Indoril in der Nähe befand. Mit mir hadernd überlegte ich dorthin zu gehen und um Obdach zu bitten, doch waren das Fürstenhaus Indoril und die mächtigen Magierlords der Telvanni nicht unbedingt in Freundschaft verbunden. Man hasst sich gegenseitig mit einer Inbrunst, welche diese Huren des Tempels sonst nur bei der Anbetung des Tribunals an den Tag legen. ALMSIVI hier, ALMSIVI dort, als gäbe es nichts Anderes auf der Welt, welcher man sich anzunehmen hätte. Ich verachte die Götter mit Nichten, doch war mein Glaube nie sonderlich stark ausgeprägt. In Zeiten der Not ist es sinnvoller, sich auf die eigenen Fähigkeiten und das eigene Können zu verlassen, statt niederzuknien und zu beten. Es mag die harten Realitäten des Alltages sicherlich mindern, doch hilft es bei der Lösung von Problemen selten weiter wie ich finde.
Und doch bin ich auf Pilgerfahrt. Ich konterkariere mich mit meinen Worten vermutlich selbst. Doch ist es tatsächlich der Glaube und die Suche nach religiöser Erfüllung, welche mich umtreibt, oder ist es nicht doch etwas Greifbareres wie die Trauer um jene geliebte Mer, die ich erst vor so kurzer Zeit verlor? Ist es nicht ein Versuch, diese Trauer zu bewältigen? Nur wozu reise ich dann an einen Ort, der den Gläubigen so heilig ist? Bin ich gläubig? Wohl doch, da ich dies tue und nicht in Sadrith Mora blieb.

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Ein Unterschlupf für die Nacht?

Zitat
Das Haus Indoril zu verachten bedeutet in diesem Falle jedoch nicht, sich ALMSIVI oder dem Tempel gegenüber schwerer zu versündigen als jeder andere.
Nichtsdestotrotz sind die Zeilen, welche ich hier zu Papier bringe, womöglich recht blasphemisch. Je nachdem, wie man sie auslegt.
Die Indoril zu verstehen, heißt jedenfalls einen mächtigen und einflussreichen Feind zu kennen. Viele ihrer Adeligen halten hohe Positionen innerhalb der Hierarchie des Tempels besetzt. Diverse Mitglieder dieses Hauses dienen ebenso an verschiedenen Orten wie der Stadt Almalexia im Herzen Morrowinds, in Vivec auf Vvardenfell oder in Necrom im geheiligten Osten als Ordinatoren. Als religiös-fanatische Stadtwachen...
Andere dienen auch in niederen Positionen. In vielen Tempeln, egal ob auf dem Festland oder auf Vvardenfell findet sich oftmals mindestens ein Mitglied des Fürstenhauses Indoril.

Den Adeligen Indorils im Besonderen wird von Kritikern vieles vorgeworfen: So sei es beispielsweise aufgrund ihres extrem elitären Denkens üblich, sich nur untereinander zu verheiraten, wobei auch engere Familienmitglieder nicht von der Kante des Nachtlagers verjagt werden. Als Resultat dieser Praktiken, so sagt man in bestimmten Kreisen, werden viele Erben verunstaltet oder wahnsinnig geboren, von den perversen Praktiken ihrer Eltern auf immer geschädigt und in einigen Fällen nicht einmal lebensfähig. Die, denen noch weniger Glück beschert ist, haben das Pech mit beiden Leiden kämpfen zu müssen.
Ein Beleg hierfür ist womöglich ein Zitat, welches ich einst vernahm:
"Die Route einer Pilgerfahrt beinhaltet, eine bestimmte Brücke zu queren. Diese Brücke ist eingestürzt. Pilger überqueren sie dennoch. Jene, welche des Levitierens mächtig sind, gelangen auf die andere Seite. Jene, welche in der Magie nicht bewandert sind, sterben."

Auf die, zugegeben praktisch veranlagte Idee, die Brücke einfach wieder aufzubauen und die Pilgerreise im Anschluss fortzusetzen, kommt jeder, der des logischen Denkens einigermaßen mächtig ist, doch dies scheint sich in Indoril-Kreisen bisher nicht durchgesetzt zu haben. Wäre es denn nicht ein größerer Verdienst um die Götter, anderen Pilgern eine sichere Passage zu ermöglichen?
Stumpfe, vom Inzest zerfressene Stiefellecker, ein Bild, welches nur zu gerne außerhalb des Indoril-Gebietes von jenem Fürstenhaus gezeichnet wird. Doch ist dies NOCH weit entfernt von der Wahrheit. Sie mögen in ihrem Denken verkrustet und engstirnig sein, doch gleichen sie in diesen Punkten vermutlich einigen der größten Telvanni-Lords, welchen ich je begegnete. Auch einige meiner Herren haben nicht mehr allzu viel Mazte im Becher und könnten bestenfalls als schrullig, schlimmstenfalls als wahnsinnig beschrieben werden.
Anders kann ich mir nicht erklären, wie Indoril über einen so langen Zeitraum so viel Macht in Händen halten konnte, auch wenn ihr Einfluss außerhalb des Tempels mit der Zeit zu schwinden begann.
Ich bin kein Experte und jenes, was ich hier schrieb, beruht zu einem großen Teil auf Gerüchten und einigen Berichten, von denen ich einst hörte oder las. Vieles erschien mir glaubwürdig, einiges wiederum weniger. Nun, da ich hier die Chance erhalte mir eine selbstständige Meinung zu bilden, werde ich vermutlich genau dies tun.

Dieser Exkurs in die Kunde der Fürstenhäuser bringt mich jedoch von dem ab, was ich hiermit eigentlich niederzuschreiben beabsichtige: Eine Dokumentation meines Weges.
Also will ich nun fortfahren und aufzeigen, wie es weiterging:

Wie bereits geschrieben haderte ich mit mir. Eigentlich hatte ich keine große Lust darauf, mich von den Naturgewalten weiter durchnässen zu lassen. Andererseits jedoch erschien mir als Mitglied des Fürstenhauses Telvanni die Idee wenig verlockend, mein Nachtlager unter scharfen Gegnern aufzuschlagen. Mein Trumpf in dieser Hinsicht allerdings war mein Helm. Eine Gah-Julan Version der für unser Volk typischen Knochenpanzer, die oftmals von den Redoranern bevorzugt wird. Während einer Reise durch die Aschländer und die Gebiete Molag Amurs hatte ich den praktischen Nutzen dieses Helmes zu schätzen gelernt und wenigstens in Ansätzen einige der typischen Akzente dieser Region gehört. Es würde mir zwar nicht sehr leicht fallen, mich über einen längeren Zeitraum zu verstellen, doch war ich überzeugt davon meine Täuschung lange genug aufrecht erhalten zu können.

Ich setzte also meinen Weg zu den Plantagengebäuden fort und wurde bald darauf von einer der dortigen Wachen angesprochen. Dieser Krieger in recht beeindruckendem Rüstzeug seines Hauses erklärte mir, das ich mich hier auf dem Besitz der Erethan-Plantage befinden würde. Hauptsächlich würde hier Dochtweizen angepflanzt. Ich erzählte ihm, ich sei ein Pilger aus Ald'ruhn und auf dem Weg nach Necrom. Das Wetter habe mich überrascht, auch wenn der Regen zu diesem Zeitpunkt schon wieder aufgehört und die Sonne etwas hervorgekommen war. Ich bat um ein Lager für die Nacht.

Tag 7 9.jpg (129.76 KB)
Drelas fragt einen Indoril-Plantagenwächter nach einem Schlafplatz.

Zitat
Ich bin mir nicht völlig sicher, ob meine Tarnung funktionierte, doch meiner Bitte wurde wenigstens entsprochen. Man erlaubte mir, mich nahe der Schmiede unter der Markise niederzulassen, bei den Hütten der Sklaven.
Ein adäquates Nachtlager ist es nicht gerade, doch immerhin versucht hier nichts, mich auszurauben oder aufzufressen. Gastfreundschaft jedenfalls wird hier nicht großgeschrieben. Aber beschweren sollte ich mich nicht. Ich habe es trocken und das Feuer wärmt mich. Mein Bauch ist gefüllt und ich werde müde. Nichtsdestotrotz ärgert es mich, die Nacht nahe den Sklaven verbringen zu müssen.

Morgen werde ich mir die Felder ein wenig anschauen und vielleicht ein paar Kräuter in der Umgebung sammeln, ehe ich aufbreche.

Tag 7 10.jpg (65.32 KB)
Schmiedebereich der Erethan-Plantage: Drelas Neloren macht sich bereit für die Nacht.
« Letzte Änderung: 22.01.2015, 09:59 von Neloren »

"Jetzt kann ich von Seyda Neen bis Vivec sehen. Nimm das Bethesda!"
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  21.01.2015, 23:03
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Die Schrift des Eintrags des achten Tages der Reise ist krakelig. Gelegentlich finden sich auch sinnlos hin gekritzelte Zeichnungen seltsamer geometrischer Formen auf dem Papier. Auch ein paar Versuche, einen fliegenden Guar mit Hut zu skizzieren, sind am Rande der Seite zu finden.

Zitat
3. Ära 418 - 7. Regenhand

Ein Pfeil traf das Gesäß, der zweite den Oberschenkel.

Daedrisch gut gezielt. Hätte nicht geglaubt in so eine Lage zu geraten, als ich von Helnim aus nach Necrom aufbrach.
Das nächste Mal nehme ich entweder den Schlickschreiter oder ähnliche Seelenverkäufer wie die Ewiger Reisender. Die meisten dieser Schiffe segeln entlang der Küste, welche im inneren Meer sowieso nie allzu weit weg ist. Hat man mindestens die Hälfte der Strecke mit dem Schiff geschafft, so kann man immer noch zu Fuß weitergehen, sollte einem der Kahn den Dienst versagen und untergehen. Jedenfalls wenn man über den nötigen Zauber verfügt oder sich Tränke bzw. Schriftrollen aneignen konnte. Der Effekt bleibt der Gleiche.

Der Schmerz ist mehr als unangenehm, doch beruhigt mich das Schreiben. Und die Umschläge mit Dochtweizenbrei. Und das ständige Rauchen meines Häckselblattvorrates. Ja, ich bin wohl etwas benebelt. Wohl mehr als benebelt. Eher berauscht. Habe meine letzte Flasche Mazte in Arbeit und hoffe dadurch kein Fiber auszulösen.

Werde morgen weiterschreiben.
Will schlafen. Einfach schlafen...
« Letzte Änderung: 23.01.2015, 11:51 von Neloren »

"Jetzt kann ich von Seyda Neen bis Vivec sehen. Nimm das Bethesda!"
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  21.01.2015, 23:04
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3. Ära 418 - 8. Regenhand

Ich lebe noch.

Doch fühlt sich mein Schädel an, als habe eine ganze Horde Kagouti einen Aschländerkriegstanz auf ihm zum Besten gegeben. Ich habe es heute mit einem Heilzauber versucht. Sowohl mein Gesäß als auch mein rechter Oberschenkel sehen wieder halbwegs brauchbar aus. Jedenfalls für den Umstand, daß noch gestern in beiden jeweils ein Pfeil gesteckt hatte. Ob ich für beides je wieder Komplemente bekommen werde, ist jedoch ungewiss. Atinye hätte vermutlich Tränen gelacht, sähe sie mich jetzt so.
Oh ihr Ahnen, wieso straft ihr mich?
Wirklich bewegen kann ich mich allerdings immer noch nicht. Soll heißen; ich KANN schon, doch möchte ich mich dem nahwievor vorhandenen Schmerz nicht in Gänze aussetzen. Aktuell habe ich es recht bequem. Ich denke wieder klarer und finde es unangenehm gestern noch geschwächt, narkotisiert und im Suff geschrieben zu haben. Die Seite werde ich jedoch in meinen Notizen belassen. Allein schon aufgrund meines mir bisher unbekannten, künstlerischen Talents.
Das Leben kann sehr kurz sein, so man sich nicht vorsieht und leichtfertig handelt, so wie ich es wohl tat.
Doch ich will erklären, wie es dazu kam, daß ich weitere Zeit verschenkte und in dieser demütigenden Situation endete:

Die Ereignisse des gestrigen Tages waren eine verdammt unangenehme Angelegenheit. Jedenfalls zum Ende hin. Der Morgen verlief noch recht gut, wie ich zugeben muss. Ich verzehrte zwei meiner Kwama-Eier und nutzte einen nahe stehenden Wasserzuber auf der Erethan-Plantage dazu um mich endlich zu waschen.

Tag 8 1.jpg (103.06 KB) Tag 8 2.jpg (91.38 KB)
Bild I: Ein schöner Morgen nach gesundem Schlaf.
Bild II: Die Erethan-Plantage bei Sonnenaufgang.

Zitat
Besonders lange hatte ich jedoch nicht vor zu bleiben, sodaß ich rasch aufbrach um einen Blick auf die Felder zu werfen. Einige Sklaven, hauptsächlich Argonier, arbeiteten dort und kümmerten sich um die Gewächse. Etwas anderes allerdings erregte meine Aufmerksamkeit: Ein Turm erbaut in kaiserlichem Stile, welcher nicht weit entfernt von der Plantage hinter einem niedrigen Hügel stand.
Meine Neugier war geweckt. Gefährlich könne dieses Gebäude oder seine Bewohner nicht sein, da er recht nahe der Plantage erbaut worden war, dachte ich so bei mir und statte ihm einen Besuch ab.
Im Inneren traf ich auf die Alchemistin Pedivur. Sie verfügte über ein recht beeindruckendes Labor und ein, für diese Gegend, recht ansehnliches Sortiment an Tränken.
Rückblickend hätte ich ihr welche abkaufen sollen. Ich wäre schneller wieder auf den Beinen gewesen. So jedoch zog ich es lediglich vor, ihr meine gesammelten Klippenläuferfedern zu verkaufen. Für das gesamte Bündel erhielt ich sechzig Draken. Kein allzu schlechter Preis, auch wenn er besser hätte sein können.

Tag 8 3.jpg (105.28 KB) Tag 8 4.jpg (123.37 KB) Tag 8 5.jpg (70.76 KB)
Bild I: Blick auf die Felder der Plantage. Im Hintergrund: der rätselhafte Turm.
Bild II: Was sich wohl im Inneren verbergen mag?
Bild III: Alchemistin Pedivur im Gespräch mit Drelas Neloren.

Zitat
Ich ließ den Turm wieder hinter mir und fing an die Gegend nach interessanten Kräutern abzusuchen, die eventuell ebenfalls einen guten Preis erzielen würden. Mit hiesigen Gewächsen jedoch würde ich nicht viel verdienen können. Höchstens in einer der größeren Ansiedlungen. Pedivur Häckselblatt oder Dochtweizen zu verkaufen, wäre also zwecklos bzw. wenig ertragreich. Beide Gewächse kamen auch wild in dieser Gegend vor, sodaß ich bis Mittag einen ansehnlichen Vorrat angelegt hatte. Ich konnte ebenfalls einen leeren Beutel mit Bittergrünblättern füllen, die ebenfalls recht wertvoll sein können, so man den richtigen Händler findet.
Zwischen den Zweigen einiger Bäume, nachwievor in Sichtweite der Indoril-Plantage, entdeckte ich eine Art Baumhaus bestehend aus zwei Plattformen von denen eine sogar über einen kleinen Unterstand verfügte. Bis auf einige einfache Sitzgelegenheiten und zwei Laternen sowie einen groben Holztisch war dort nichts zu finden. Die Anlage war unbewohnt. Vielleicht dient sie den Wachen der Plantage gelegentlich als Aussichtspunkt. In Anbetracht dessen, was mir einige Stunden später widerfuhr, halte ich dies jedenfalls für recht wahrscheinlich.

Von einer der beiden Plattformen aus entdeckte ich eine Schlucht, in der sich eine Menge interessanter Vegetation zu befinden schien. Womöglich gar weitere Pflanzen von der Sorte, wie ich sie suchte. Einen Blick hinein zu werfen könne sicherlich nicht schaden. Ich hätte umkehren sollen, nachdem ein wütendes Kagouti auf mich und meinen Guar losgegangen war, doch konnte ich in meiner Dummheit nicht anders und folgte dem Verlauf der Schlucht, bis diese schließlich endete.

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Bild I: Ein Baumhaus. Sowas sieht man hier nicht oft...
Bild II: Die Natur kann recht lästig werden: Drelas im Kampf mit besagtem Kagouti.

Zitat
Zwar war der Bewuchs beeindruckend schön, doch waren die Gewächse, nach welchen ich Ausschau hielt nicht darunter. Nach links war kein Fortkommen mehr zu erwarten, da der Hang hier fast senkrecht nach oben verlief, sodaß ich beschloss den Hang zu meiner Rechten hinaufzusteigen.
Guars sind offensichtlich gute Kletterer, ihrer Unförmigkeit zum Trotz. Einen Moment nutzte ich meine Zeit, um mich ein wenig auszuruhen, ehe ich im Augenwinkel in einiger Entfernung eine Bewegung wahrnahm. Rasch verbarg ich mich zwischen den Büschen und versuchte auszumachen, was ich gesehen hatte.

Zwischen einigen kahlen Bäumen hatte jemand ein kleines Lager errichtet, dessen Details ich jedoch nicht erkannte. Vielleicht lenkte mich der Anblick der Dunmer ab, die im Lager auf und ab lief, sodaß ich die zweite Bettrolle nicht bemerkte.
Jedenfalls trug sie, ähnlich den weiblichen Redoran-Wachen auf Vvardenfell einen Knochenpanzer mit reich verziertem Rock. Ein Helm fehlte allerdings.
Ich überlegte, während ich dieses ominöse Lager weiter im Auge behielt, wie ich mich zu verhalten hatte. Die Möglichkeit auf Feinde zu treffen war hier quasi omnipräsent, doch machte es mich neugierig, was es mit dieser Lagerstätte auf sich hatte. Also band ich meinen tierischen Begleiter an den nächsten Baum und näherte mich vorsichtig dem Lager.

Tag 8 9.jpg (164.8 KB)
Ein Lager in der Wildnis. Wer hier wohl lebt?

Zitat
Ich wurde offensichtlich erst spät bemerkt, doch als dies geschah, stürmte die Frau auch schon mit auf mich gerichtetem Speer ein. Ich konnte ihrer Attacke gerade noch ausweichen. Ein Levitationszauber hob mich in die Luft, sodaß ich sie von dort aus bekämpfen konnte. Ihre Widerstandskraft war jedoch mehr als beachtlich. Ich benötigte diverse Eisgeschosse, um sie zu brechen und einige Kugelblitze, um sie endgültig auszuschalten. Während ich mich jedoch auf sie konzentriert hatte und mit meinen Gedanken völlig beim Kampf war, übersah ich wohl ihre Begleiterin, die begann mich von einem nahe gelegenen Hang aus mit Pfeilen zu beschießen. Erst als sie einen davon in mein Gesäß gejagt hatte, wurde mir klar, daß ich es mit mehr als einem Gegner zu tun hatte.
Ich fällte sie unter Schmerzen nach kurzem Gefecht. Doch gelang es ihr ein zweites Mal mich zu treffen. Dieses Mal steckte ein Pfeil in meinem rechten Oberschenkel. Um meine Konzentration war es in diesem Moment natürlich nicht mehr allzu gut bestellt. Mir gelang es nicht mehr, meinen Levitationszauber aufrecht zu erhalten. Nur einen Augenblick später stürzte ich ab, fiel zum Glück jedoch nicht sehr tief.

Tag 8 10.jpg (192.44 KB) Tag 8 11.jpg (119.09 KB)
Bild I: Die Bewohnerin des Lagers ist über Besuch nicht sehr begeistert.
Bild II: Ihre Freundin ebenso wenig.

Zitat
Unter starken Schmerzen und mit großer Mühe gelang es mir, die Pfeile zu ziehen und zum Lager der beiden zu kriechen. Mein Guar hatte sich losgerissen und war mir gefolgt. Ein unendlich treues Geschöpf. Ich habe mir den richtigen Begleiter erwählt, so viel ist sicher.
Es gelang mir, eine Ersatzhose und den Dochtweizen aus den Taschen des Tieres zu holen. Aus beidem fertigte ich unter Zuhilfenahme im Lager vorhandenen Wassers und eines Mörsers Umschläge mit Dochtweizenbrei, welche meine Wundheilung beschleunigen sollten. Weitere Zauber anzuwenden, kam aufgrund meiner Verfassung nicht in Frage.

Der heutige Tag war so weit ereignislos. Ich las viel in Der Trost der Gebete und dachte über meine Schwester nach. Ich hoffe sehr, sie hätte es zu würdigen gewusst, was ich nun da sie tot ist, auf mich nehme um ihr die letzte Ehre zu erweisen.
Langsam bricht die Abenddämmerung herein und lässt mich, da ich über die Ereignisse des letzten Tages nachzudenken gezwungen bin, über den Grund meiner Reise sowie meine eigene Sterblichkeit grübeln. Die Gefahr ist ein ständiger Begleiter, ebenso wie der Tod. Beides trottet so treu und unschuldig neben mir, neben jedem her, wie dieser Guar welchen ich mit mir führe. Es kann jeden Tag geschehen, das man durch falsche Entscheidungen seiner selbst oder anderer den nächsten Sonnenaufgang nicht mehr erlebt und die letzte Reise zu den Ahnen antritt.
Ich stelle mir immer wieder die Frage ob ich mein bisheriges Leben so verbrachte, das es jene, die ich zurückließ und zurücklassen werde, mit Stolz erfüllt, ob es mich selbst mit Stolz erfüllt. Widmete ich mein Leben der Sache des Fürstenhauses? Oder widmete ich es meiner eigenen Ruhmsucht, womöglich meiner eigenen Machtgier?
So lange Jahre fühlte ich mich so vielen überlegen, suchte stets meinen eigenen Vorteil und doch liege ich hier unter Pein darnieder, den Klauen des Todes nur um Haaresbreite entronnen. Die Scham, welche ich darüber empfinde ist groß und quält meinen Geist aufs Äußerste.
Lohnt es sich, mein Leben mächtigen Männern und Frauen zu widmen, denen solcherlei Gedanken wahrscheinlich vollkommen fremd sind? Die selbst ausschließlich auf Machterhalt und Ausweitung ihres Einflusses bedacht sind?
Seit frühester Kindheit wurde mir eingehämmert, daß dies meine oberste Pflicht sei. Doch habe ich wirklich in diesem Sinne gehandelt? Habe ich dem Fürstenhaus gedient, oder diente ich nicht doch meinen eigenen Interessen in allem, was ich tat?

Ich werde weiterschlafen und hoffen, morgen wieder auf den Beinen zu sein.
« Letzte Änderung: 23.01.2015, 12:07 von Neloren »

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  21.01.2015, 23:05
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3. Ära 418 - 9. Regenhand

Die Schmerzen sind beinahe fort.

Das jedenfalls war die erste Feststellung, welche ich nach dem Aufwachen machte. Die Zweite war das schlechte Wetter. Schon wieder war der Himmel von Wolken bedeckt, soweit ich sehen konnte und vermutlich würde auch in Kürze der Regen einsetzen. Ich sollte Recht behalten.
Doch die Morgenstunden blieben vorerst trocken. Rechten Appetit hatte ich immer noch nicht entwickelt, allerdings wollte ich nun, da ich die letzten beiden Tage im Liegen hatte zubringen müssen, endlich das Lager genauer untersuchen. Ich schaute durch die beiden Truhen, in das Fass und die Kiste und nahm an mich, was ich gebrauchen konnte.

Gefundenes:
- drei Tonflaschen Mazte
- eine Tonflasche Sujamma
- eine Sichel
- ein Bündel Salzreis


Die Kiste beinhaltete eine Menge Mondzucker, der sich zwar auch gut verkaufen ließe, mit dem ich auf Indoril-Gebiet jedoch lieber nicht erwischt werden wollte. Ich beließ ihn also dort, wo ich ihn vorfand und freute mich stattdessen über die Sichel, welche mir beim Schneiden von Kräutern in Zukunft sicher gute Dienste leisten würde.

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Drelas Neloren unternimmet erste Gehversuche.

Zitat
Da meine Beine mir beide wieder einigermaßen gesund erschienen, untersuchte ich ebenfalls die Leichen der beiden Frauen. Jedoch erst gegen Mittag, da ich allmählich Appetit und Hunger bekam. Der Salzreis diente mir als kleine Mahlzeit.
Mir am nächsten lag der leblose Körper der Dunmer. Ihr Rüstzeug bestand ausschließlich aus Knochen. Der Brustpanzer war indorilisch, die Schultern jedoch waren nach redoranischem Vorbild gefertigt. Der Speer, welchen sie bei sich trug, war eindeutig verzaubert, doch ließ er sich weder in den Taschen meines Begleiters unterbringen, noch hatte ich persönlich Verwendung für ihn.
Ich frage mich, wie gewöhnliche Banditen an solcherlei Ausrüstung herankamen. Ich durchsuchte sie weiter und fand Folgendes:

Gefundenes:
- zwei Läuferfedern
- einhundert einundsechzig Draken


Eine beachtliche Menge Geld, eine sehr gute Ausrüstung und recht kostspielige Kleidung. Deformiert wirkte sie nicht. Womöglich gehörte sie dem Zweig des Indoril-Adels an, welcher geistig umnachtet zur Welt kommt. Dies könnte sich durch eventuellen Mondzuckerkonsum noch verstärkt haben.
Die Bosmer könnte ihre Leibgarde gewesen sein, doch die Rüstung war telvannisch. Gefertigt aus den Panzern der Maulwurfskrabbe.
An ihr fand ich folgendes, was ich als nützlich erachtete:

Gefundenes:
- Maulwurfskrabben-Schulterstücke (links & rechts)
- Maulwurfskrabben-Brustpanzer & Armschienen
- Maulwurfskrabben-Beinschienen
- Maulwurfskrabben-Stiefel
- einhundert vierunddreißig Draken
- ein Saphir von guter Qualität
- drei Läuferfedern
- Klippenläuferfleisch


Die Rüstung nahm ich ihr ab. Sie würde mich in Zukunft schützen, auch wenn ich meine Roben nachwievor darüber tragen werde. Eine leichte Rüstung ist immer noch besser als gar keine. Ich muss mir langsam aber sicher wieder einen kompletten Blick über meine Vorräte verschaffen und vor allen Dingen die beschädigte Satteltasche meines Guars neu vernähen.

NACHTRAG:

Es ist mittlerweile Abend. Ich habe die Tasche in Ordnung gebracht und mir einen Überblick über meinen Proviant verschafft.

Finanzen:
- 685 Draken

Bestandsliste - Proviant:
- drei-einhalb Tonflaschen Mazte (abzüglich meines Verbrauchs der letzten Tage)
- eine Tonflasche Sujamma
- zehn Streifen getrocknetes Läuferfleisch
- ein kleines Kwama-Ei (abzüglich meines Verbrauchs der letzten Tage)
- ein halbes Bündel Salzreis (abzüglich meines Verbrauchs der letzten Tage)


Bestandsliste - Handelswaren:
- fünfzehn Portionen Häckselblatt (abzüglich meines Verbrauchs der letzten Tage)
- zehn Bündel Dochtweizen (abzüglich meines Verbrauchs der letzten Tage)
-zehn Portionen Bittergrünblätter
- fünf Läuferfedern
- ein Saphir


Ich muss gestehen, froh über meinen Finanzen zu sein. Sobald ich es schaffe das Häckselblatt, den Dochtweizen, die Federn und den Edelstein zu verkaufen, dürfte ich keinerlei Schwierigkeiten mehr haben, meinen Proviant zu ergänzen und eventuell sogar einige neue Bücher zu erstehen. Ich habe mir noch ein wenig von dem Salzreis genommen, dies bei der Aufstellung jedoch berücksichtigt.
Was meinen aktuellen Proviant betrifft, so bin ich etwas in Sorge. Zwar wirkte der Heilzauber, den ich nach dem Vernähen der Tasche auf mich anwendete ausgezeichnet, doch ist es ungewiss, wie mein Zustand morgen früh aussehen wird.
« Letzte Änderung: 26.01.2015, 20:24 von Neloren »

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  21.01.2015, 23:05
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3. Ära 418 - 10. Regenhand

Ich fühlte mich des Morgens zwar nicht gerade wie neu geboren, doch kräftig genug für die Weiterreise.

Also brach ich nach zwei weiteren verschenkten Tagen endlich wieder auf, wenn auch ohne zu essen um meine Vorräte für einen späteren Zeitpunkt des Tages zu sparen. Trotz des ständigen Regens schritt ich den Hang in westlicher Richtung entlang und entdeckte nur wenig später die kantige Spitze eines typischen Wachturms im Stile der Indoril-Architektur. Wo ein Turm war, könne man auch mit einer Ansiedlung rechnen, so glaubte ich und hoffte inständig auf einen einfachen Weg, welcher mich dort schnell hinführte. Ich wurde jedoch enttäuscht, als ich feststellen musste, daß es sich bei meinem genutzten Weg um eine Sackgasse handelte. Etwas frustriert, wie ich gestehen muss, sah ich mich eine Weile um ehe ich zu versuchen gedachte den Hang zu meiner Linken zu erklimmen. Nun, erklimmen mag das falsche Wort sein, doch war es eine irrsinnige Kraftanstrengung für mich, dort hinauf zu gelangen.

Tag 11 1.jpg (88.36 KB) Tag 11 2.jpg (102.92 KB)
Bild I: Drelas Neloren nebst Guar bereit zum Aufbruch.
Bild II: Ein Zeichen der Zivilisation in der Ferne.

Zitat
Sowohl ich als auch mein Packguar meisterten dieses Hindernis nach einer geschlagenen Stunde, wie ich vermute und ruhten uns danach einige Zeit lang unter einem Felsvorsprung aus um wieder zu Kräften zu kommen. Mein Zusammentreffen mit diesen beiden Pfeilen war nicht gerade von Vorteil für mich, so es um solcherlei Aktivitäten ging. Ich zwang mich schließlich zum Weiterziehen, da ich nicht damit rechnete den Regen abwarten zu können ohne den nächsten Morgen dämmern zu sehen.

Gegen Mittag erreichte ich eine Art Kreuzung. Eine der beiden kleinen Schluchten, welche von meinem bisherigen Wege wegführten, führte weiter in westliche Richtung, in der ich nachwievor den Turm vermutete, welchen ich am Morgen in der Ferne erspäht hatte. Ohne genau zu wissen wo ich mich befand, würde mir aktuell wohl nur diese Landmarke weiterhelfen. Ich folgte dem Pass bis zum Nachmittag, ehe ich gemeinsam mit meinem Guar einen weiteren Hang hinab rutschte und endlich wieder auf einer begehbaren Straße landete. Den Ahnen sei Dank!

In nördlicher Richtung war der Schein einiger Fackeln zu erkennen, ebenso wie einige Leute. Ich glaubte aus der Entfernung jemanden in Knochenpanzern zu erspähen und entschloss mich aller gebotenen Vorsicht zum Trotz, den Versuch der Kontaktaufnahme zu wagen. Ich hatte Glück, stellte ich doch fest, daß es sich bei der Person im Knochenpanzer um eine Stadtwache von Akamora handelte. Die Stadt selbst hatte ich zwar nicht gefunden, doch einen großen Teil der zu ihr gehörenden Eierminen. Akamora selbst konnte also nicht allzu weit entfernt sein.

Tag 11 3.jpg (128.69 KB) Tag 11 4.jpg (104.44 KB) Tag 11 5.jpg (149.58 KB)
Bild I: Gerade noch mitten in der Wildnis findet Drelas sich auf einer Straße wider. Doch was ist das?
Bild II: Kurzes Gespräch mit einer Indoril-Wache.
Bild III: Die Eierminen Akamoras, der Stadt in den Felsen.

Zitat
Auch über diese Stadt hatte ich bislang nur Geschichten gehört. Nun jedoch sah ich sie mit eigenen Augen und muss sagen; ich bin selbst bei Nacht beeindruckt. Akamora befindet sich relativ nahe an der Grenze zwischen den Terretorien der Fürstenhäuser Indoril und Telvanni in den Mephalanischen Bergen. Sie ist zu Fuß nur sehr schwer zu erreichen, da auch diese Region zahlreiche Gefahren zu bieten hat, wie ich am eigenen Leibe feststellen musste. Die hoch aufragenden Klippen welche diese Schlüsselstellung umgeben, machen sie in Verbindung mit den wenigen und recht engen Pässen ideal für die Verteidigung. So haben die Bewohner, so auch die leitenden Adelsfamilien, mehr Zeit für kleinliche, politische Intrigen.

Tag 11 6.jpg (116 KB) Tag 11 7.jpg (76.07 KB) Tag 11 8.jpg (106.77 KB)
Bild I: Von den Eierminen zur Stadt.
Bild II: Einer der Wehrtürme, welche über Stadt und Wege wachen.
Bild III: Akamora des Abends. Ein sicherer Hafen?

Zitat
Ich werde also auf mich aufpassen müssen, wozu auch das Wahren meiner Tarnung als redoranischer Pilger gehört. Das Gebot der Stunde ist vermutlich ein schneller Aufbruch, doch muss ich hier genauestens abwägen wie meine nächsten Schritte aussehen sollen.
Nachdem ich für vier Draken zwei Leibe Brot bei den Eierminen erstand, folgte ich dem Weg zur Stadt und mietete mir ein Zimmer in der Taverne Zum lachenden Goblin, was mich mit Verpflegung am nächsten Morgen noch einmal fünfzehn Draken kostete. Die Nacht werde ich hier definitiv verbringen. Sollte meine Tarnung auffliegen, so sollte ich mir jedoch gut überlegen, ob ich länger hier verweile. Zwar würde ich gerne einiges von meinen Waren zu Geld machen und einen Heiler des Tempels meine Wunden begutachten lassen, allerdings könnte ich im schlimmsten Falle in sehr unangenehme Situationen geraten.


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Bild I: Im "Zum lachenden Goblin mietet der Magier ein Zimmer.
Bild II: Nach harten Tagen eine wahre Wohltat: Ein richtiges Bett!

Zitat
Sollte dies eintreten, so werde ich vermutlich auf schnellstem Wege versuchen den hiesigen Schlickschreiterhafen zu erreichen. Geht alles gut, so setze ich meine Reise zu Fuß fort und bleibe vielleicht noch einen oder zwei Tage.

Doch ich bin erschöpft und hoffe lange und ruhig schlafen zu können. Schließlich habe ich wieder die Möglichkeit, in einem richtigen Bett zu nächtigen, wofür ich mehr als dankbar bin.

Tagesbilanz:
Einkäufe: - 4 Draken
Kost & Logis: 15 Draken
Verbleibend: 666 Draken
« Letzte Änderung: 26.01.2015, 20:26 von Neloren »

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  21.01.2015, 23:06
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3. Ära 418 - 11. Regenhand

Akamora bei Tag ist ein Anblick, welcher einem den Atem raubt.

Nicht so sehr wie Sadrith Mora oder gar Telvannis, aber dennoch ist die Aussicht eine wahre Augenweide. Leidet man jedoch unter Höhenangst, so ist von einem Besuch definitiv abzuraten.
Auch wenn man kein großer Freund von Kwama-Eiern ist, sollte man dieser Stadt lieber fern bleiben. Sehr viele lokale Gerichte werden mit ihnen serviert oder bestehen fast ausschließlich aus ihnen. Ich persönlich weiß ein gutes Erzeugnis aus den Eierminen Morrowinds durchaus zu schätzen und gebe zu recht angetan von der hiesigen Küche gewesen zu sein. Sollte ich je wieder diese Gefilde betreten, so muss ich mir dringend einige der Rezepte beschaffen, welche die lokalen Köche nutzen.

Tag 12 1.jpg (102.36 KB)
Ein gutes Mahl mit reichlich Kwama-Eiern später...

Zitat
Meine Komplimente an die etwas misstrauische, aber ansehnliche Wirtin des Zum lachenden Goblin, Liuba Onamas, bezüglich der schmackhaften Küche ihres Gasthauses zeigten deutlich Wirkung, sodaß sie gesprächiger wurde und mich ein wenig über die Stadt an sich aufklärte. Sie konnte mir den Weg zu einigen der Orte erklären, welche ich noch dringend aufzusuchen gedachte. So verfügt Akamora beispielsweise über einen sog. Untergrundbasar, welcher eigentlich immer gut besucht ist wie sie mir sagte. Dort würde ich beinahe alle wichtigen Händler der Stadt finden, um meine Waren zu verkaufen und meine Vorräte aufstocken zu können.

Tag 12 2.jpg (98.93 KB)
... holt Drelas ein paar Informationen über Akamora bei Liuba Onamas ein.

Zitat
Als ich das Zum lachenden Goblin verließ, traute ich meinen Augen nicht so recht: Die Sonne schien. Eine Wonne, eine Wohltat, so ich an die vergangenen Tage zurückdenke und mir vor Augen führe wie sehr es schüttete.
Akamora bei Tag ist ein faszinierender Anblick. Ich mag vom eigentlichen Weg meiner Reise ein ganzes Stück abgekommen sein, doch möge ALMSIVI mich richten, wenn es das nicht wert war!
Auch dieser Untergrundbasar, welcher sich recht nahe an meinem Unterbringungsort befand, ist einen Besuch wert. Zwei Treppenaufgänge führten in die große Halle, in welcher diverse Stände kleinerer Händler standen, welche lautstark ihre Waren feilboten. Am Ende jener Halle ist ein wirklich ausgezeichnet sortiertes Geschäft für Spirituosen aller Art zu finden. Dort, so denke ich, ist es auch möglich den einen oder anderen guten Tropfen zu kosten. Ich blieb dieser Verlockung jedoch ausnahmsweise fern, da meine Vorräte in dieser Hinsicht immer noch dem entsprechen, was ich mit mir zu führen gedenke.

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Erste Eindrücke des Untergrundbasars.

Zitat
Der Stand der Alchemistin Rithin Helvas erregte meine Aufmerksamkeit. Bei einem guten Pfeifenkopf besprachen wir unsere geschäftlichen Möglichkeiten, um die Gemüter im Zaun zu halten. Ich bot ihr den Großteil meines Dochtweizenvorrates, die gesammelten Bittergrünblätter und die Läuferfedern an, welche ich besaß und erhielt für alles nach harten Verhandlungen einen recht annehmbaren Preis.

Verkauf:
- acht Bündel Dochtweizen
-zehn Portionen Bittergrünblätter
- fünf Läuferfedern
(alles zusammen nach hartem Feilschen 100 Draken)


Ich kehrte ihrem Stand schließlich den Rücken und steuerte auf den Stand einer Orkfrau zu, die nahe des Eingangs Töpferwaren und Nahrungsmittel anbot. Mit Roshaga gra-Horg war ein wirklich zivilisiertes  Gespräch nur schwer möglich, da ihre Verhandlungstaktik darin bestand, dem Kunden bei für sie unvorteilhaften Angeboten Drohungen entgegenzuschleudern. Nichtsdestotrotz gelang es mir meine Vorräte um einige Maulwurfskrabben-, und Kwama-Eier zu ergänzen.

Einkauf:
- drei Maulwurfskrabbeneier
- fünf kleine Kwama-Eier
(alles zusammen 8 Draken)

Tag 12 4.jpg (105.3 KB) Tag 12 5.jpg (108.17 KB)
Bild I: Der erste Profit dank Alchemistin Rithin Helvas nach einiger Zeit.
Bild II: Akamora biete Alchemisten, Schmiede, Schneider und Roshaga gra-Horg. Reize niemals einen Ork!

Zitat
Da meine Ausrüstung mittlerweile auch schon bessere Zeiten gesehen hatte, machte ich gegen Mittag das Geschäft des dunmerischen Schmiedes Simeth Hlarin aus, welcher sich in einer der Nischen des Untergrundbasars niedergelassen hatte. Wie die meisten Handwerker seiner Profession bot auch er Reparaturdienste an. Sowohl um meinen Helm als auch um die Schulterstücke konnte er sich sofort kümmern, da bei Letzteren lediglich zwei Kerben ausgebessert werden mussten und der Helm lediglich an der Innenpolsterung gelitten hatte. Mein Ebenerzkurzschwert, welches bereits seit mehreren Generationen in Familienbesitz weilte, schien jedoch in einem schlechteren Zustand zu sein. Hlarin sagte mir, das er es bis Einbruch der Dämmerung in Ordnung gebracht haben würde.

Reparaturkosten:
- Schulterstücke
- Helmpolsterung
- Neloren Familienklinge (verzaub. Kurzschwert)
(alles zusammen 45 Draken)


Seine Konditionen klangen fair in meinen Ohren. Ich ließ ihn in Ruhe arbeiten und endete schließlich im Geschäft der kaiserlichen Trankmischerin Cinda Mino, welche sich ähnlich dem Schmied in einer der Nischen eingerichtet hatte. Sie verfügte über ein ansehnliches Sortiment verschiedenster Gebräue für beinahe jeden Zweck. Drei verfeinerte Arkanträke sowie ein ähnlich behandelter Genesungstrank hatten es mir angetan. Auf meinem Weg würden sie mir sicherlich gute Dienste leisten. Der Preis jedoch erschien mir mit etwas mehr als dreihundert Draken sehr hoch. Ein bedeutender Einschnitt in meine Geldbörse.
Wir stritten eine ganze Weile lang über den Preis, während ich ihr zwölf meiner fünfzehn Häckselblattportionen sowie den Saphir anbot. Ich drückte den Preis schließlich auf ein angemesseneres Niveau.

Einkauf:
- drei Verfeinerte arkane Tränke
- ein Verfeinerter Genesungstrank
(nach hartem Feilschen 180 Draken, 12x Häckselblatt & 1x Saphir)

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Bild I: Drelas Neloren in der Schmiede Simeth Hlarins.
Bild II: Harte Verhandlungen mit Alchemistin Cinda Mino.

Zitat
Mit den Händlern zu streiten, zu feilschen und einige gute Geschäfte abzuschließen war eine angenehme Erfahrung gewesen. Die Zivilisation mit ihren Ecken und Kanten tat mir gut, auch wenn ich viel mit Fremdländern zu tun gehabt hatte. Das stetige Laufen in Verbindung mit den vielen Treppen Akamoras ließ meine Wunden jedoch wieder schmerzen. Ich war versucht meinen Weg mittels Levitation fortzusetzen, verwarf die Idee aus Gründen der Tarnung jedoch wieder. Der Abstieg zum Tempel würde unangenehm werden, doch erschien es mir so sicherer. Ich verließ den Untergrundbasar und machte mich in Richtung Tempel auf, welcher im Tal auf der anderen Seite eines schnell fließenden Baches zu finden war. Es war schon weit nach Mittag, sodaß ich mich mit dem Verstauen meiner Vorräte in den Packtaschen meines Guars am Zum lachenden Goblin beeilt hatte.
Endlich erreichte ich den Tempel und lernte die mürrische, alte Heilerin Ilmeni Bendalos kennen. Sie wäre als Weise Frau oder Heilerin in einem Aschländerlager nicht fehl am Platz gewesen, was Bände über ihre Fähigkeiten im Kontakt mit Patienten spricht. Sie ließ sich von mir rasch die Art meines Leidens erklären und besah sich die Verletzungen. Eine unangenehme Angelegenheit, bedenke ich, daß mir eine jüngere Heilerin, vor welcher ich mich hätte entblößen müssen, wesentlich lieber gewesen wäre.
Sie wirkte einen recht effektiven Heilzauber und salbte meine Wunden zusätzlich zu einem oder zwei Gebeten. Ich verspürte beinahe augenblicklich Linderung und dankte sowohl ihr als auch dem Tempel mit einer der üblichen Spenden.

Spende:
- fünfunddreißig Draken

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Bild I: Ein schmerzhafer Weg die Stufen hinab, so man nicht gut zu Fuß ist.
Bild II: Kurz vor der Untersuchung: Drelas sieht sich der alten Heilerin Ilmeni Bendalos ausgesetzt.

Zitat
Des frühen Abends verließ ich das Tempelgebäude in dem Bewusstsein, das Atinye sich vor Lachen vermutlich auf dem Boden gewälzt hätte, so sie mich hier mit Bendalos hätte beobachten können. Ich gäbe einiges darum, nun mit ihr streiten zu können. Trotz der unangenehmen Art und der mangelnden sozialen Fähigkeiten Bendalos' war ich heilfroh wieder gut zu Fuß zu sein und beeilte mich die Stufen zum Untergrundbasar hinauf und gleich darauf wieder herunter zu steigen. Kurz vor Ladenschluss wurde ich erneut bei Schmied Simeth Hlarin vorstellig, welcher die Arbeit an meiner Klinge fertiggestellt hatte. Scheide und Schwert waren als kleine Dreingabe fein säuberlich von ihm poliert worden.
Ein guter Geschäftsmann und kulant noch dazu. Ich bedankte mich und lud ihn auf ein Glas Mazte zu späterer Stunde in das Zum lachenden Goblin ein. Rückblickend war dieses Verhalten eher leichtsinnig und nicht ungefährlich, um meine Tarnung als redoranischer Pilger aufrecht zu erhalten. Doch darüber machte ich mir zu diesem Zeitpunkt noch keinerlei Gedanken. Ich war froh darüber, noch am Leben zu sein.

Um die Zeit bis zu meiner Verabredung zu überbrücken entschloss ich mich, Akamora noch ein wenig zu erkunden und die großartige Aussicht zu genießen. Ich wandere eine ganze Zeit lang durch die Straßen und ließ die Gerüche, die schwindenden Strahlen der untergehenden Sonne und die allmählich abebbende Geräuschkulisse der Stadt in den Felsen auf mich wirken. Einer der hier zahlreich vertretenen Pavillons war mit einem Wanderpriester besetzt, welcher lautstark den rechten Weg der religiösen Erfüllung im Dienste des Tempels predigte. Ich hörte eine Weile zu, wandte mich jedoch wieder ab, da ich eine Verabredung einzuhalten hatte. Die Feststellung omnipräsenter und praktizierter Religion hinterließ mir einen leicht faden Nachgeschmack.

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Bild I: Ein Telvanni genießt die Aussicht.
Bild II: Wunderbarer Ausblick auf die Stadt in den Felsen am frühen Abend.
Bild III: Einer der zahlreichen Wanderprediger in den Straßen Akamoras.
Bild IV: Auf dem Weg zurück zum Gasthaus.

Zitat
Schließlich kehrte ich zur Schenke zurück und traf dort auf Hlarin, welcher bereits auf mich wartete. Die Einzelheiten des Abends sind nicht weiter von Belang, doch stellte sich der Schmied als recht angenehmer Gesellschafter mit einer Vorliebe für guten Mazte und einigem Fachwissen bezüglich dieses Themas heraus. Da auch ich einen guten Tropfen nur selten verschmähe, war die Unterhaltung eine angenehme Abwechslung. Nebenbei kokettierte ich immer wieder ein wenig mit der Wirtin Liuba Onamas, doch gelang es mir nicht sie von meinen Vorzügen vollends zu überzeugen. Ein wenig Gesellschaft auf meinem Nachtlager wäre mir an diesem Abend nur allzu recht gewesen und hätte meinen Besuch in Akamora abgerundet. Rückblickens war auch dieses Verhalten recht leichtsinnig. Ich ließ unsere Bestellung schließlich auf meine Rechnung setzen, verabschiedete mich von Simeth und beschloss zu Bett zu gehen.

Finanzen:
- 473 Draken (abzüglich aller Einkäufe sowie Kost, Logis & Tempelspende)

Bestandsliste - Proviant:
- drei Verfeinerte arkane Tränke
- ein Verfeinerter Genesungstrank
- drei-ein halb Tonflaschen Mazte
- eine Tonflasche Sujamma
- zehn Streifen getrocknetes Läuferfleisch / sieben (drei Streifen gerade verzehrt)
- sechs kleine Kwama-Eier
- drei Maulwurfskrabbeneier
- ein halbes Bündel Salzreis (gerade verzehrt)


Bestandsliste - Handelswaren:
- drei Portionen Häckselblatt

Vom Wege abzukommen ist in der Regel unangenehm, wenn nicht gar peinlich und oft mit vielerlei Gefahren verbunden wie ich in den letzten Tagen feststellen musste. Ich bin jedoch bereit zuzugeben, daß meine Neugier so wie mein anschließender Zusammenstoß mich bis in diese höchst interessante Stadt gebracht hat. Ich bin der Überzeugung noch lange an die Ereignisse dieser Reise zurückzudenken, welche mich hoffentlich an ihrem Ende vor die Tore Necroms führen wird. Morgen werde ich weiterziehen und versuchen mich wieder einigermaßen zu orientieren. So ich mich erneut gen Osten wende, sollte ich die heilige Stadt der Toten in einigen Tagen erreichen, wenn alles nach Plan verläuft.
« Letzte Änderung: 26.01.2015, 20:30 von Neloren »

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  21.01.2015, 23:06
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3. Ära 418 - 12. Regenhand

Die letzten Tage in Akamora waren durchaus lehrreich.

Das Fürstenhaus Indoril mag einen sehr schlechten Ruf unter Meinesgleichen haben, doch was das gemeine Volk betrifft, so unterscheiden wir uns nicht allzu sehr von einander. Es sind hart arbeitende und größtenteils ehrliche Mer die ihr Leben zugegeben etwas religiöser verbringen als es die meisten Bewohner von Städten wie Sadrith Mora oder Telvannis zu pflegen tun. Doch vielleicht wäre mein Eindruck ein Anderer gewesen, hätte ich mich als Mitglied des Fürstenhaues Telvanni offenbart. Zwischen unseren Häusern herrscht viel Zwist, welcher von den Führern beider Seiten eher geschürt als besänftigt wird.
Doch sind mir die politischen Zusammenhänge und Ränkespiele zum größten Teil unbekannt, so sie sich auf die Beziehungen zu den übrigen Fürstenhäusern erstrecken. Es steht mir nicht zu, übermäßige Kritik an großen Meistern wie Neloth oder Rilvin Dral zu äußern und ihnen das Vertrauen zu entziehen, welches sie sich durch lange und erfolgreiche Führung verdienten.

Abzuschweifen lag nicht in meiner Absicht und dennoch...
Ich fahre nun fort, die Ereignisse des Tages zu notieren:

Ich verließ Akamora recht früh nach einem kurzen Mahl, welches Liuba mir auf eigene Kosten servierte. Ich dankte ihr und glaubte einen angenehmen Tag vor mir zu haben. Ich hatte allerdings nicht mit dem Wetter gerechnet, welches mich schon so oft während meiner Reise aufgeregt hatte. Mit meinem Packguar im Schlepptau und übergestülptem Helm trottete ich jedoch recht lustlos weiter und war eine Weile lang versucht, doch den Schlickschreiter zu nehmen, welcher so einladend am Dock des Hafens von Akamora stand und sein Lied sang. Ich zwang mich jedoch zum Weitergehen. Eine einfache Reise würde das Andenken meiner Schwester nicht ehren, hatte auch sie doch selten die Widrigkeiten des Lebens gescheut.

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Bild I: Trotz schlechten Wetters frohen Mutes: Drelas Neloren & Packguar.
Bild II: Der Weg des geringsten Widerstandes: Nicht immer die passende Wahl.

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Die Straße entlangwandernd folgte ich dem Verlauf einer Schlucht, während das Unwetter nachwievor über meinem Haupt tobte. Glücklicherweise bemerkte ich zeitig einen aggressiven Alit, welcher hinter einigen Felsen hervortrat um mir entgegenzukommen. Die Kreatur fiel unter meinen Zerstörungszaubern, woraufhin sie mich nicht mehr behindern konnte.

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Bild I: Wie so oft wandert man eine der zahlreichen Schluchten entlang...
Bild II: ... und läuft Gefahr wenig später gefressen zu werden. Drelas Neloren I, Natur 0.
Bild III: Das Juwel in den Felsen: Akamora.

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Die Mittagszeit verbrachte ich nicht weit entfernt unter einem großen Felsvorsprung in relativer Trockenheit nahe einer Kreuzung. Vor längerer Zeit war hier wohl ein Händler überfallen worden, dessen Überreste womöglich ein in der Nähe streunender Höllenhund vertilgt hatte. Ein einfacher Karren und zwei stark lädierte, leere Kisten wiesen auf die Tragödie hin, in deren Schatten sowohl mein Guar als auch ich rasteten bis die Sonne ihren Zenit überschritt. Der Regen hatte noch nicht nachgelassen während die Zeit mir zwischen den Fingern hinfort rann. Viel hatte ich an Atinye gedacht. Sie hatte mich in Sadrith Mora immer besuchen wollen. Sie gedachte zu erfahren, wie ich dort lebte und ob ich es schaffte, wenigstens einigermaßen Ordnung zu halten, was mir immer schon etwas schwergefallen war. Hätte sie meine Wohnhülse betreten, so wäre ich von ihr vermutlich erdolcht worden.

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Auch nahe des Schauplatzes einer Tragöde bietet die Natur Schutz.

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Ich entschloss mich schließlich der Straße weiter nach Norden zu folgen und darauf zu hoffen schnellstmöglich entweder eine Abzweigung nach Osten oder einen sicheren Unterstand für die Nacht zu finden.
Frustriert musste ich feststellen, daß mich die Straße einmal im Kreis um Akamora herumgeführt hatte. Ich kam genau dort heraus von wo aus ich Akamora vor einigen Tagen betreten hatte: Bei den Eierminen.

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Hier waren wir doch schon einmal? Verdammt!

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Sicherlich wäre es vernünftiger gewesen in die Stadt zurückzukehren, doch mein Stolz so wie die Sorge um meine Tarnidentität als Redoran-Pilger ließen mich vor dieser Möglichkeit zurückschrecken.
Ich kehrte also um und nahm die südliche Abzweigung an der Weggabelung, welche mich höher in die engen Gebirgspässe führte. Langsam aber sicher ließ nun endlich auch der Regen nach. Ich setzte nach endlos erscheinenden Stunden den Helm ab und war froh darüber, die kühle Brise auf meinem Gesicht spüren zu können. Zwar hing der Himmel immer noch voller dunkler Wolken, doch wenigstens strömten die Wassermassen nicht mehr unablässig auf mich hernieder. Ich fand sogar die Muße zwischendurch Halt zu machen und meine Chitin-Sichel auszuprobieren. Sie mit mir zu nehmen war eine gute Entscheidung gewesen. Nach dem Erklimmen eines weiteren steilen Pfades beschloss ich mich auf einem trockenen Felsen ein wenig auszuruhen und stellte zu meiner Überraschung fest, daß sich nicht unweit meines Aufenthaltsortes ein weiterer Indorial-Turm in den felsigen Hängen erhob.

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Erneut eine Möglichkeit zu nächtigen?

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Mit etwas Glück würde ich hier erneut eine Unterkunft vorfinden. Bei strömendem Regen, welcher jeden Moment wieder einzusetzen drohte, wollte ich keinesfalls versuchen, draußen ein Nachtlager aufzuschlagen, Tarnung hin oder her.
Während ich mich dem Gebäude näherte, konnte ich erneut etwas Korkwurz schneiden, ehe ich gegen Abend mein Ziel erreichte, meinen Guar anband und den imposanten Turm betrat.
Drinnen erwartete mich ein beeindruckend gerüsteter Khajiit, welcher sich mir als Gajarar vorstellte und mir zu verstehen gab, daß ich mich auf dem Tomaril-Anwesen befand. Ich solle seinen Herren und Meister nicht stören oder verärgern und mich während meines Aufenthaltes anständig verhalten. Ich stimmte zu, weswegen er mir Zutritt gewährte und wandte mich rasch an eine der anderen Wachen. Gajarar schien mir ein Einzelfall als Khajiit oder generell als Fremdländer zu sein. Die Wachen, auf welche ich sonst traf, gehörten samt und sonders dem dunmerischen Volke an.
Es verwunderte mich, einen Khajiit quasi als Pförtner in solch teurem Rüstzeug zu sehen. Er musste beachtliches im Dienste seines Herren geleistet haben, um diesen Aufstieg zu verdienen.

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Ein Khajiit mit Privilegien: Gajarar.

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Man erlaubte mir, mich für die Nacht in einer Übungshalle in der oberen Turmebene einzurichten, nachdem ich mich als redoranischer Pilger zu erkennen gegeben hatte. Natürlich existierten reizvollere Möglichkeiten, doch wollte ich mir nicht die Mühe machen, nach Akamora zurückzukehren welches nun mehr als einen halben Tagesmarsch hinter mir lag. Ich entdeckte eine Tür zu den Außenbereichen des Anwesens und trat hinaus auf eine Plattform von welcher aus man eine Aussicht auf die umliegenden Ländereien hatte, welche bisher auf meiner Reise als unübertroffen bezeichnet werden kann.
Zu meiner Linken überblickte ich das Gebirge und tiefe Wälder. Unzählige faszinierende Felsformationen gerieten in mein Blickfeld. Zu meiner Rechten konnte ich nicht ganz so weit schauen, bewunderte jedoch einen großen Wasserfall dessen tobende Geräuschkulisse, stände man neben ihm, Ohren betäubend sein musste. Deutlich spürte ich den irritierten, gar verständnislosen Blick des Indoril-Knechtes, welcher hier Wache hielt, im Rücken. Doch störte ich mich nicht weiter daran und bestaunte wie ein Kind diese Wunder Morrowinds. Ich verstand nur zu gut den Erbauer dieses Anwesens.

Tag 13 11.jpg (85.65 KB) Tag 13 12.jpg (97.89 KB)
Was für eine Aussicht...

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Nun, da die Nacht hereingebrochen ist, sitze ich in besagter Übungshalle der Wachen. Die Müdigkeit mag sich noch nicht so recht einstellen, weswegen ich noch rasch meine Vorratsliste aktualisieren werde.

Tagesbilanz:

Bestandsliste - Proviant:
- drei Verfeinerte arkane Tränke
- ein verfeinerter Genesungstrank
- drei Tonflaschen Mazte (halbe geleert)
- eine Tonflasche Sujamma
- sieben Streifen getrocknetes Läuferfleisch / fünf (zwei Streifen gerade verzehrt)
- sechs kleine Kwama-Eier
- drei Maulwurfskrabbeneier


Bestandsliste - Handelswaren:
- drei Portionen Häckselblatt
- fünf Korkwurzeln
« Letzte Änderung: 27.01.2015, 20:44 von Neloren »

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  21.01.2015, 23:07
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3. Ära 418 - 13. Regenhand

Ich bin unzufrieden mit meinem Fortschritt.

Das dürfte diesen Tag am besten beschreiben, so wie es mir vorkommt. Ich möchte jedoch, wie in fast jedem meiner bisherigen Einträge, von Anfang an beginnen:

Ich erwachte kurz vor Wachwechsel, als einige der Indoril-Söldner den Übungssaal betraten und begannen ihre Fertigkeiten zu verbessern. Das Geräusch von Stahl auf Knochen ist nicht gerade etwas wovon man zu früher Stunde gerne geweckt wird. In eher schlechter Gemütsverfassung rappelte ich mich hoch und beeilte mich das Tomaril Anwesen rasch zu verlassen. Nachdem ich meinen treuen Guar am Eingang eingesammelt hatte, setzte ich meine Reise einige Zeit entlang der Strecke fort, welche ich bereits gestern auf dem Weg zum Anwesen hinter mich brachte. Zu meiner Rechten tauchte einer der charakteristischen Felsbögen auf, welche für die Gebirgszüge der boethianischen und mephalanischen Berge charakteristisch sind und hier in unzähligen Variationen immer wieder zu finden sind. Während ich nahe dieses Naturphänomens mit meiner Sichel weiteren Korkwurz aus dem Boden schnitt, überlegte ich hindurchzutreten und mein Glück erneut in der Wildnis zu versuchen. Womöglich täte sich irgendwo dort der Weg in den Heiligen Osten auf?

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Bild I: Pilger bei der Arbeit: Drelas Neloren sammelt Kräuter.
Bild II: Ein Weg gen Necrom?

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Ich folgte dem Verlauf eines schmalen Grünstreifens und blickte zurück auf Tomarils Anwesen, ehe ich weiterzog und vor mir die Ruinen eines alten Daedra-Schreins erblickte.  Kurz zuvor noch hatte ich gen Osten geblickt und war überzeugt gewesen über den Bergen die Türme der heiligen Stadt der Toten gesehen zu haben. Beschwören will ich es nicht, doch selbst wenn sie es nicht waren gab dieser Ausblick mir neue Hoffnung darauf, sie bald erreichen zu können.
Ich kam dem verfallenen Schrein immer näher und beobachtete ihn aus der relativen Sicherheit des Unterholzes. Einen Kampf gegen Diener der Daedra gedachte ich nicht aufzunehmen, weswegen ich mich entschied die Ruinen Richtung Westen zu umgehen.
Ich ahnte nicht, wie sehr ich mich über diese Entscheidung in wenigen Stunden schon aufregen würde.

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Blick zurück auf das Tomaril-Anwesen.

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Bis die Sonne langsam ihren Zenit erreichte, durchwanderte ich ungestört zahlreiche enge Pässe und kleinere Schluchten, ehe ich etwas entdeckte, was ich bereits Tage zuvor hinter mir gelassen hatte: Die Erethan-Plantage!
Resignierend zog ich weiter und gebe zu recht mutlos geworden zu sein während ich immer wieder kurz Halt machte, um Häckselblatt zu sammeln. Egal wo ich mich des Nachts befinden würde, ich hätte am nächsten Morgen sicherlich einen sehr eingeschrumpften Vorrat. Einige Blätter begann ich auch jetzt schon zu kauen, um mir wieder ein wenig Kraft für den Weg vor mir zu geben. Ich folgte schließlich dem Verlauf der Straße auf der ich die Plantage einst erreichte und gelangte an jenen Pass, in dem ich mich gegen den Angriff vieler Klippenläufer hatte zur Wehr setzen müssen.

Tag 14 4.jpg (110.38 KB) Tag 14 5.jpg (126.48 KB)
Bild I: Ein Schritt vor, zwei Schritte zurück: Die Erethan-Plantage kommt in Sicht.
Bild II: Frustriertes Kräutersammeln.

Zitat
Ich beschloss, mich dem Unbekannten zu stellen und wanderte weiter die Straße entlang, während die Bewölkung begann, langsam ein wenig lichter zu werden. Als wolle mir der Himmel ein Zeichen geben, mir sagen ich wäre auf dem richtigen Weg. In einiger Entfernung erspähte ich schließlich die Wehranlagen einer kaiserlichen Legionsfestung. Ich war mir nicht allzu sicher, doch glaubte ich gelesen zu haben, das es in dieser Gegend nicht allzu viele jener Kastelle gab welche die Legionen der Fremdländer in Morrowind an strategisch günstigen Positionen errichtet hatten. Hierbei, so vermutete ich, handelte es sich um die Windfalter-Feste.
Meine Laune begann sich wieder zu bessern, da ich von hier aus definitiv auf dem rechten Wege nach Necrom wandelte. Ich näherte mich der Festung, begegnete zuvor jedoch dem Reisenden Aravyr Orethera. Er suche bereits eine ganze Weile nach einem Dorf namens Hlersis und sah sich außerstande es zu finden, wie er sagte und bat mich ihm den Weg zu erklären. Ich war mir diesbezüglich ebenfalls nicht sicher, doch wusste ich das wir diesen Ort würden passieren müssen, setzte ich meine Pilgerreise nach Necrom fort. Ich bot ihm meine Dienste zu seinem Schutze an, welche er nur zu gerne in Anspruch nahm. Bei Erreichen der Taverne Die lecke Spore in Hlersis würde er mich für meine Dienste entlohnen.

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Aravyr Orethera kann Hlersis nicht finden. Drelas Neloren sichert seine Hilfe zu.

Zitat
Zu dritt setzte unsere Gruppe ihren Weg fort, sodaß wir nach einiger Zeit die Festung erreichten. Dort angekommen begann der Himmel sich wieder zu zuziehen. Nichtsdestotrotz beschlossen sowohl Orethera als auch ich, hier einige Zeit zu rasten. Während wir uns im Hof der Feste unter den wachsamen Augen zahlreicher Fremdländerkrieger ausruhten, kam ich mit einem reisenden Händler namens Gilas Seras ins Gespräch, welcher ebenfalls erst vor Kurzem hier Halt gemacht hatte. Viel zu sagen hatte er nicht, doch war der Anblick seines Packguars recht faszinierend. Die Kreatur hatte eine beachtliche Größe erreicht.
Orethera sorge für ein verspätetes Mittagsmahl aus der Legionsküche. Diese Kost der Kaiserlichen herunterwürgen zu müssen ist schon beinahe eine Folter. Wenigstens von Wein verstehen sie ein wenig.
Nach einigen Stunden, es war bereits weit nach Mittag, brachen wir auf und stellten fest, das auch dieser Platz für eine Festung der Kaiserlichen ausgezeichnet gewählt worden war. Einer der Wege aus ihr hinaus führte in Nord-östlicher Richtung nach Alt Bosara, während der Andere Süd-östlich nach Hlersis, Sailen und Necrom führte.

Tag 14 7.jpg (119.94 KB) Tag 14 8.jpg (118.02 KB)
Bild I: Drelas Nelorem im Gespräch mit Gilas Seras. Man beachte den riesigen Guar an seiner Seite.
Bild II: Die Gruppe setzt ihre Reise nach Hlersis fort.

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Selbstverständlich marschierten wir die Süd-Ostroute entlang und erreichten gegen Abend ohne weitere Verzögerungen einen beflaggten Höhleneingang.
Die Schriftzeichen auf den Tüchern deuteten darauf hin, daß sich innerhalb der Höhle jenes Dorf befand, welches Orethera gesucht hatte. Er war hoch erfreut, sein Ziel nun beinahe erreicht zu haben und war sich nun bewusst, wieso er so lange erfolglos gesucht hatte: Das Dorf war vollständig in einem alten Höhlensystem errichtet worden.

Tag 14 9.jpg (94.88 KB)
Hlersis ist erreicht!

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Drinnen angekommen dauerte es auch nicht lange, ehe wir die Taverne Die lecke Spore gefunden hatten. Aravyr Orethera bedankte sich bei mir und übergab mir einhundert fünfzig Draken als Lohn für meine Dienste und Hilfe. Zudem lud er mich auf einen Becher Mazte ein, was ich jedoch dankend ablehnte. Zwar trinke ich recht gerne, doch war mir einfach nicht danach in Gesellschaft zu verweilen. Meine Gedanken kreisten wild und kamen nicht zur Ruhe.
Ich mietete mir ein "Zimmer", welches einen kleinen Wasserfall, ein paar Fackeln und eine Hängematte beinhaltete und begann mit meinen Aufzeichnungen der Ereignisse des Tages, während ich eine leichte Suppe aus der Hausküche zu mir nahm.

Tagesbilanz:
Finanzen:
- 10 Draken für Kost & Logis
+ 150 Draken für geleisteten Eskortdienst
Insgesamt: 613 Draken


Bestandsliste - Handelswaren:
- siebzehn Portionen Häckselblatt
- zwölf Korkwurzeln


Da die Stunden der Nacht mit großen Schritten näher rücken, wird mein Geist träge, doch nicht weniger umtriebig. Meine Gedanken kreisen wirr um die Ereignisse meiner bisherigen Reise und drängen mir auf, zu einem Entschluss, einer Art letzten Konsequenz zu kommen. Einer Entscheidung, welche mein Leben maßgeblich beeinflussen wird.
Auf dem Krankenlager gingen mir viele, seltsame Dinge durch den Kopf, welche meinen Dienst an Fürstenhaus Telvanni und meinen persönlichen Lebensweg in Frage zu stellen begannen. Es erfüllt mein Herz mit Furcht, mich ihnen zu stellen, doch beruhigt sich mein Geist nicht dadurch, jene Gedanken aufzuschieben, sie nicht bis zum Ende zu denken. Guter Rat, so sagt man, ist teuer. Aktuell würde ich all mein Hab und Gut, all meine Fähigkeiten, meine Kenntnisse aufgeben, um einen solchen Rat zu erhalten...
« Letzte Änderung: 28.01.2015, 22:27 von Neloren »

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  21.01.2015, 23:07
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3. Ära 418 - 14. Regenhand

Schlecht geschlafen, schlecht geträumt und schlecht gelaunt.

Eeine recht zutreffende Zusammenfassung meiner letzten Nacht und des darauf folgenden Morgens. Meine Stimmung bessert sich erst jetzt wieder, sitze ich hier doch unter braven Pilgern, welche sich pausenlos über mich aufregen und versuchen mir einzutrichtern, ich solle meinen Lebenswandel ändern. Es bereitet mir diebische Freude, ihnen in ihrem religiösen Wahn auf die Nerven zu fallen wenn ich mir erneut etwas Mazte in meinen Becher gieße und meine Pfeife zum wiederholten Male stopfe. Womöglich übergebe ich mich in den nächsten Stunden auf eine ihrer kostbaren Schriften. Zu gerne würde ich ihre dummen Gesichter sehen!
Doch würde ich die Nacht in diesem Falle vermutlich auf der Straße verbringen müssen.

Dies wäre wenig sinnig, bedenke ich doch hier her gekommen zu sein um genau dies zu vermeiden. Zumal jenes Verhalten meiner Tarnung, welcher ich allmählich überdrüssig zu werden beginne, alles andere als zuträglich wäre.
Wie eingangs bereits erwähnt erwachte ich des Morgens und war nicht gerade bester Laune. Selbst während ich schlief, waren meine Gedanken unruhig gewesen. Vielleicht lag es jedoch auch an diesem elenden Wasserfall, dessen verfluchtes Geplätscher mich des Nachts immer wieder zum Wasserlassen verleitete. Hätte ich doch wenigstens aus einem richtigen Bett aufstehen können, statt mich ständig aus einer Hängematte hochquälen zu müssen. Geschlagene zwei Mal fiel ich bei dem Versuch auf die Nase, mich wieder hineinzulegen.

Unruhiger Geist erzeugt unruhigen Magen. So beschloss ich, mich in Hlersis noch ein wenig umzusehen. Vom eigentlichen Schankraum der hiesigen Taverne führten zwei Tunnel in entgegengesetzte Richtungen. Ich erkundete sie nacheinander und fand mich zuerst in der Blähsporen-Mine des Dorfes wider. Das Extrakt dieser an dunklen, feuchten Orten wachsenden Pflanze verfügt über einige faszinierende Eigenschaften. So lässt es sich unter bestimmten Bedingungen als potentes Gift verwenden, welches dem Opfer seine magischen Kraftreserven raubt. Kurz aufgekocht und in Tränken verwendet verfügt das Extrakt jedoch über wesentlich positivere Wirkungen. So hilft es dem Anwender beispielsweise dabei den Geist zu fokussieren und seine magischen Fähigkeiten kurzzeitig zu stärken.
Eine derartige Mine hatte ich noch nie von innen gesehen, da sie eine regelrechte Seltenheit darstellen. Normalerweise würde man erwarten, daß eine Siedlung, welche auf einem solchen Schatz sitzt, wesentlich imposanter gestaltet ist. Doch erscheint mir Hlersis eher als armseliges Dörfchen. Vermutlich halten die Adeligen Indorils die Dorfgemeinschaft bewusst klein um die Kontrolle weiter aufrecht erhalten zu können. So ich nach Telvannis zurückkehre, wäre es womöglich sinnig, den richtigen Leuten hiervon zu berichten. Ein wenig Agitation könnte hier sicherlich Wunder bewirken und letztlich dafür sorgen, dieses Dorf unter die Kontrolle des Fürstenhauses Telvanni zu bringen.

Tag 15 1.jpg (47.12 KB) Tag 15 2.jpg (55.4 KB)
Bild I: Drelas Neloren besichtigt die Blähsporen-Mine in Hlersis.
Bild II: Ein Levitationszauber verschafft häufig bessere Übersicht.

Zitat
Wie bereits erwähnt erkundete ich auch den zweiten Tunnel und stellte überrascht fest, daß selbst dieses eher überschaubare Dorf über einen Tempel verfügte. Ich hielt mich hier nicht sonderlich lange auf, da es hier nichts weiter Bemerkenswertes zu sehen gab.
Stattdessen kehrte ich in die Taverne zurück. Da mein Spaziergang mir meinen Appetit zurückgegeben hatte, nahm ich eine kleine Mahlzeit ein. Während ich mein Pökelfleisch kaute, dachte ich so bei mir, das es sicherlich klug wäre mir eine neue Robe zuzulegen welche meiner Tarnung als Pilger noch etwas eher entsprach. Tags zuvor noch hatte ich nahe dem Eingang einen kleinen Gemischtwarenladen ausgemacht welcher sicherlich auch einige Kleidungsstücke führte.
Wenig später probierte ich beim Händler Golam Denorans einige Roben an und entschied mich für eine Braune recht schäbig und ärmlich wirkende, welche ihren Zweck mit Sicherheit perfekt erfüllen würde. Ich war nie sonderlich darauf bedacht meinen Status durch das Tragen eleganter und reich verzierter Kleidung zur Schau zu stellen. Nicht, das die Familie Neloren je über signifikante Reichtümer oder einen beeindruckenden Hofstaat verfügt hätte, doch legten wir stets darauf Wert auch äußerlich klarzustellen, dem gewöhnlichen Volk überlegen zu sein. Nun in diesen schäbigen Fetzen herumzulaufen, kostet mich einige Überwindung.

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Kleider machen Leute. In diesem Fall: einen ärmlichen Pilger.

Zitat
Am frühen Nachmittag sammelte ich meinen treuen Begleiter ein und verließ Hlersis schließlich. Das Wetter spottete jedoch jeder Beschreibung und ließ sich bestenfalls als stürmisch beschreiben. Da ich jedoch vorankommen wollte, zwang ich mich dazu meine Reise fortzusetzen und dem Verlauf der Straße zu folgen. Es dauerte nicht lange, bis ich trotz des Sturms und der unzähligen Wolken an einer Weggabelung in der Ferne einen der weißen Türme von Necrom ausmachen konnte. Wie es aussah, hatte ich noch mindestens einen, wenn nicht gar zwei Tagesmärsche vor mir. Ich erinnerte mich jedoch daran von einer kleinen Stadt namens Sailen gehört zu haben, in welcher viele Pilger auf ihrer Reise in die heilige Stadt der Toten rasteten und ihre Vorräte ergänzten.

Ich glaubte nicht Necrom heute noch erreichen zu können, weswegen ich mich kurzerhand entschloss der Straße gen Süden zu folgen.
Während das Unwetter mit unverminderter Härte um mich herum weitertobte hielt ich gelegentlich nur kurz, um meinen Häckselblattvorrat ein wenig zu ergänzen. Meine Gemütslage erschien mir wenig geeignet, um mich unter einen Haufen religiös motivierter Reisender zu begeben, ganz ohne die Möglichkeit diese Situation für mich erträglicher zu gestalten.

Tag 15 5.jpg (117.49 KB) Tag 15 6.jpg (116.63 KB)
Bild I: Ein erstes Zeichen der Heiligen Stadt der Toten?
Bild II: Drelas Neloren vergrößert seinen Vorrat an Häckselblatt.

Zitat
Sollten sich weitere Pilger in der Stadt befinden, so glaubte ich reichlich davon Gebrauch machen zu müssen. Ich sollte, wie eingangs bereits erwähnt, durchaus Recht behalten was diese Annahme betrifft.
Am späten Nahmittag stürzte sich aus den Wolken ein einsamer Klippenläufer auf der Suche nach Nahrung auf mich. Es gelang mir die Kreatur zu erledigen, ohne selbst Schaden davonzutragen. Dieses Mal blieben sogar die Taschen meines Packguars an einem Stück. Die Kreatur musste ausgehungert gewesen sein, um die Strapazen der Jagd bei diesen Witterungsverhältnissen auf sich zu nehmen. Nur kurze Zeit später kamen die ersten Gebäude Sailens in Sicht. Ich hoffte inständig dort nicht länger als absolut notwendig verweilen zu müssen, da ich aktuell für jede Möglichkeit dankbar war mit meinen Überlegungen allein sein zu können. Für eine Möglichkeit trocken nächtigen zu können, würde ich jedoch noch etwas dankbarer sein.

Tag 15 7.jpg (137.08 KB) Tag 15 8.jpg (100.77 KB)
Bild I: Wie Felsenhaxe am Hintern: Klippenläufer.
Bild II: Sailen ist nicht mehr fern.

Zitat
In der Stadt angelangt fand ich eine Pilgerherberge, in welcher Reisende kurzzeitig kostenlos unterkommen konnte. Etagenbetten, einfache Möblierung, lästige Gesellschaft. Glücklicherweise konnte ich eines der oberen Betten ergattern. Selbst die eventuelle Aussicht auf einen verängstigten, womöglich bettnässenden Pilger welcher über mir nächtigte, erschien mir alles andere als angenehm.

Tag 15 9.jpg (115.78 KB)
Drelas & sein treuer Guar betreten die Pilgerstation Sailen.

Zitat
So sitze ich nun hier im Essbereich und versuche meine Gedanken mittels Mazte und Häckselblatt zum Verstummen zu bewegen, immer wieder unterbrochen von frommen Worten welche mich noch nicht einmal zu Ende denken lassen. Vielleicht lässt der Regen des Abends nach, sodass ich einen kleinen Spaziergang durch die Stadt unternehmen kann. Wenn nicht; auch gut.

Tagesbilanz:

Erwerb einer Robe: 7 Draken
Verbleibend: 606 Draken


Bestandsliste - Handelswaren:
- neunzehn Portionen Häckselblatt
- zwölf Korkwurzeln

Die Schrift des folgenden Nachtrags ist krakelig und ungenau. Neben den wenigen Worten finden sich, ähnlich dem Eintrag des achten Tages der Reise, einige künstlerische Verfehlungen des Autors. Dieses Mal in Form eines fliehenden Priesters, welcher von Klippenläufern verfolgt wird. Signiert ist die Zeichnung mit den Worten: " Wilkommen in Morrowind!"

Zitat
Nachtrag:

Kein nachlassender Regen und auch die Pilger geben kaum Ruhe. Habe mich dazu entschlossen so bald möglich schlafen zu gehen. Bin betrunken und werde, so das Drehen des Raumes nachlässt, rasch in traumlosem Schlaf versinken. Muss mich bemühen, meine Herbergsgenossen nicht anzuschreien...
« Letzte Änderung: 30.01.2015, 10:28 von Neloren »

"Jetzt kann ich von Seyda Neen bis Vivec sehen. Nimm das Bethesda!"
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  21.01.2015, 23:08
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3. Ära 418 - 15. Regenhand

Necrom,
Stadt der Toten.
Necrom,
Stadt der Lebenden.
Necrom,
Stadt der Gegensätze.
Ende der Existenz,
Letzte Ruhestätte.
Heiliger Ort, heiligster Ort


Unbekannter Verfasser

Jener kurze Auszug aus dem bekannten Gedicht welches ein unbekannter Trauernder vor langer Zeit verfasst hatte, erschien mir als Beginn für diesen Eintrag recht passend.

Ich habe es geschafft, beinahe jedenfalls: Ich habe Necrom erreicht.

Als ich des Morgens in Sailen aufbrach, hatte ich befürchtet, noch mindestens einen Tag lang unterwegs zu sein. Als ich die dortige Pilgerherberge verließ, blieb ich überraschenderweise trocken. Ich hoffte, dieses Glück weiterhin zu haben, auch wenn ich aufgrund der dichten Wolkendecke und des recht dichten Nebels nicht wirklich damit zu rechnen wagte.
Ich wiederholte mein "Ritual " und sammelte meinen tierischen Begleiter ein, welcher mir zugegeben mit zunehmender Reisedauer irgendwie ans Herz gewachsen war. Vielleicht wird es Zeit, diesem treuen Wesen einen Namen zu geben. Rechte Einfälle wollten mir jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht kommen. Ich war noch zu sehr in Gedanken.
Mein Weg führte mich an einigen Höfen und Feldern vorbei ehe der Himmel gegen Mittag endlich aufklarte. Ich genoss die ersten Sonnenstrahlen und gebe zu dankbar dafür gewesen zu sein. Beinahe zwei Tage lang hatte ich die Wärme der Sonne nicht mehr spüren können und vergaß sogar für einen Moment den Grund meiner Reise, während meine Laune sich etwas besserte.

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Bild I: Telvanni & Guar verlassen Sailen.
Bild II: Vorbei an den Höfen, auf nebeligem Wege Necrom entgegen.

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Dem Verlauf der Straße folgend erreichte ich schließlich einen Pass, welcher mich mit Sicherheit näher an Necrom heran führen würde. Ich spürte, daß jenes Ende meiner Reise nahte, vor welchem ich mich so sehr fürchtete. Einen kurzen Moment lang spielte ich mit dem Gedanken, einfach umzukehren, mich all dem, was in der Stadt der Toten meiner lauerte, einfach zu entziehen. Doch ich begriff:
Meinen Weg künstlich zu verlängern, oder vor meiner Pflicht mein Heil in der Flucht zu suchen, würde mir keineswegs weiterhelfen und das Andenken meiner verstorbenen Schwester entehren. Ich zwang mich dazu, weiterzugehen und meine selbst auferlegte Pflicht zu erfüllen.
Ein letztes Mal kurz nachdem der Lauf der Sonne seinen Höhepunkt erreicht hatte, wurde mir erneut bewusst, wie gefahrvoll meine Reise gewesen war: Ein Höllenhund attackierte mich aus dem Dickicht heraus. Lange hielt ich mich mit dieser Bedrohung nicht auf und setzte meine Wanderung unbeschadet fort, was man von der Kreatur nicht gerade behaupten konnte.

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Bild I: Ob dieser Pass in die Heilige Stadt der Toten führen wird?
Bild II: Die Fauna Morrowinds unternimmt einen letzten Versuch, den Pilger aufzuhalten.

Zitat
Einige ereignislose Stunden des Wanderns später kam Necrom schließlich in Sicht. Die heilige Stadt des Ostens thronte auf einem Plateau, während ihre weißen Mauern und Türme noch majestätischer wirkten, als ich es mir in meiner Vorstellung jemals hätte ausmalen können. In meinem Innersten verspürte ich trotz all meiner trüben Gedanken, welche mein Innerstes erneut zu zermürben begannen, eine gewisse Wärme, einen gewissen Triumph. Aller Widrigkeiten zum Trotz hatte ich es endlich geschafft. Mein Ziel war zum greifen nahe und es verschaffte mir in meiner Trauer um Atinye eine gewisse Befriedigung. Zu wissen, daß ihre sterblichen Überreste an diesem Ort ruhten war seltsam beruhigend. Necrom ist ihrer mehr als würdig.
Die lange Brücke zu queren, welche in die Stadt hineinführte, kostete mich trotz alle dem einige Überwindung. Auf halbem Wege suchte ich den Schrein der Liebenden auf und blieb dort eine Weile, um das geschäftige Treiben im Hafen zu beobachten. Der Anblick lebendiger Wesen, welche hart arbeiteten und die Schiffe entluden, oder ihnen neue Waren zuführten, erschien mir an diesem Ort recht seltsam. Wie es jenes alte Gedicht bereits so treffend ausdrückte: "Stadt der Gegensätze ". Ich erblickte ebenfalls eine Trauerprozession, welche von einem der Schiffe in die Stadt marschierte. Ich denke, diesen Anblick werde ich während meines Aufenthaltes hier noch häufig zu sehen bekommen.

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Bild I: Es ist geschafft: Die Brücke nach Necrom!
Bild II: Blick auf den Hafen der Stadt: Drelas wird nachdenklich.
Bild III: Unten links: Das Stadttor. Rechts: Die ausgedehnten Tempelanlagen der Stadt.
Bild IV: Drelas ante portas!

Zitat
Schließlich setzte ich mich erneut in Bewegung und betrat diesen seltsamen und beeindruckenden Ort. Trotz dessen der metaphorische Schatten des Todes hier allgegenwärtig war, kann man ihn als malerisch schön bezeichnen. Sämtliche Gebäude, von den mächtigen Mauern, welche die Stadt umgaben, bis hin zum kleinsten Haus waren aus dem weißen Stein erbaut worden, welcher hier das Gesamtbild bestimmte. Alles hier schien eine weihevolle und doch helle Atmosphäre zu haben, welche den geehrten Toten eine wundervolle letzte Ruhestätte bietet. Während ich durch die Straßen und Gassen zog, befragte ich einen der Trauernden Ordinatoren, jene Wachen Necroms, nach einer Möglichkeit in der Stadt der Toten zu nächtigen. Er erläuterte mir den Weg zum Oberen Distrikt und sagte mir, daß ich in der dortigen Tempel-Herberge sicherlich ein Zimmer würde mieten können.
Gedenkt man den Oberen Distrikt aufzusuchen, kommt man zwangsläufig an den ausgedehnten und prachtvollen Tempelanlagen Necroms vorbei. Während ich die Architektur bestaunte, schien einer der Ordinatoren dort sich mehr für meinen Guar zu interessieren. Hätte ich es nicht besser gewusst, so wäre mir der Gedanke gekommen, die beiden schlossen im Stillen Freundschaft. Vielleicht sollte ich diesem Packtier alsbald die Philosophie der Telvanni näher bringen...

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Bild I: Der Wohndistrikt Necroms, gleich hinter dem Haupttor.
Bild II: Drelas' Guar schließt Freundschaft mit einem der hiesigen Ordinatoren.

Zitat
Während die Abenddämmerung das Ende dieses Tages anzukündigen begann, fand ich die gesuchte Herberge zwischen den unzähligen Schreinen und Sehenswürdigkeiten im Oberen Distrikt. Ich band meinen treuen Guar draußen an und erkundigte mich bei Herbergsvater Duldres Herendal, ob noch Zimmer zu mieten seien. Ich habe Glück, wie er mir sagte. Für nur fünfundzwanzig Draken sei eines zu bekommen.

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Bild I: Blick zurück auf einen treuen Freund.
Bild II: Drelas Neloren im Gespräch mit dem Herbergsvater.

Zitat
Hier von "nur" fünfundzwanzig Draken zu sprechen war eine Frechheit, doch ich schluckte meinen Ärger herunter. Ich meine, was hatte ich erwartet? Das Geschäft mit der Trauer war ein Krisensicheres. Gestorben wurde immer, unabhängig von der Todesursache. So sitze ich hier nun in einem kleinen, doch bequemen Zimmer an einem Schreibtisch und weiß nicht mehr mit mir anzufangen, als mich dem Mazte zu ergeben und irgendwann in hoffentlich traumlosen Schlaf zu fallen.
Zwar habe ich Necrom endlich erreicht, doch habe ich den schwersten Teil meines Weges noch vor mir. Ich empfinde eine tief greifende Unsicherheit und Angst angesichts dessen, was mich am morgigen Tage erwartet.

Tagesbillanz:

Kost & Logis: 25 Draken
Verbleibend: 581 Draken
« Letzte Änderung: 01.02.2015, 19:07 von Neloren »

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  21.01.2015, 23:08
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3. Ära 418 - 16. Regenhand

Die Ereignisse des Tages widerzugeben ist mir, so glaube ich, noch nie derart schwer gefallen wie es heute der Fall ist.

Necrom ohne Hilfsmittel wie Schiff oder Schlickschreiter erreicht zu haben, mag eine durchaus respektable Leistung für einen einzelnen Mann sein welcher lediglich von einem Packguar begleitet wurde, doch fällt es mir schwer Stolz über diese Tatsache zu entwickeln. Als ich gegen Mittag erwachte, schmerzte mein Kopf, während jedes zusätzliche Geräusch nur noch größere Pein verursachte. Ich dezimierte gestern Abend offensichtlich meinen Mazte-Vorrat um zwei Flaschen und bin leicht irritiert darüber noch zum Schreiben in der Lage gewesen zu sein. Um die unangenehmen Nachwirkungen des Maztes zu bekämpfen, nahm ich eine reichhaltige Mahlzeit ein. In der Herberge wurde ein ausgezeichneter Krabbeneintopf serviert, welchen ich mit reichlich Wasser hinunterspülte. Dies, so glaubte ich, würde mich für die mir bevorstehende Aufgabe stärken.

Tag 17 1.jpg (67.32 KB) Tag 17 2.jpg (83.14 KB)
Bild I: Drelas Neloren in alter Tracht mit irrsinnigem Kater.
Bild II: Bekämpfung des Selbigen durch ein gutes Frühstück.

Zitat
Nachdem ich mein Mahl beendet hatte und der Schmerz allmählich nachließ, verließ ich die Herberge und machte mich gemeinsam mit meinem treuen Begleiter auf, um meine gesammelten Kräuter zu verkaufen. Ich gedachte für Atinye wenigstens einige kleine Grabbeigaben zu erstehen. Beinahe gegenüber meiner Schlafgelegenheit befand sich das Geschäft der Apothekerin Leranen Othril.

Verkauf:
- fünfzehn Portionen Häckselblatt
- zwölf Korkwurzeln
(alles zusammen nach hartem Feilschen 280 Draken)

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Bild I: Drelas nebst Guar auf dem Weg, um Geschäfte abzuschließen.
Bild II: Im Geschäft der Apothekerin Leranen Othril.

Zitat
Das Geld, zusammen mit meinen restlichen Finanzen, würde für einige Opfergaben mit Sicherheit ausreichen. Rasch und ohne viele Worte zu verlieren, verließ ich das Geschäft Othrils wieder und fand praktischerweise gleich nebenan das Geschäft des sog. Tempelausstatters Ieme Rethri vor. Er führte ein breites Sortiment, welches von einfachem Rüstzeug über Kleidung bis hin zu Gegenständen des Alltags und Schutzformel-Schriftrollen reichte.

Einkauf:
- ein Keramik-Tablett
- eine Schriftrolle: Führung der Ahnen
(alles zusammen zwanzig Draken)

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Der Telvanni-Magier im Tempel Ausstatter.

Zitat
Das Tablett würde mir als Ablagefläche für meine Gaben dienen, während die Schriftrolle der Seele Atinyes symbolisch den richtigen Weg weisen sollte. Weitere zwanzig Draken so wie meine geliebte Häckselblatt-Pfeife gedachte ich ebenfalls an ihrem Grab niederzulegen. Die Pfeife stellte für mich etwas sehr persönliches dar, hatte meine Schwester sie doch vor vielen Jahren eigens für mich geschnitzt. Es würde schwer werden, mich von ihr zu trennen, zumal sie bereits perfekt ein geraucht war. Doch ich fand auch ein persönliches Opfer bringen zu müssen, um unsere Verbindung zu einander zu würdigen.
Schweren Herzens, es war bereits weit nach Mittag, brachte ich meinen Packguar zur Tempel Herberge zurück und durchquerte Necrom auf dem Weg zum Eingang der Katakomben. Wie bereits gestern kam ich an den gewaltigen Tempelanlagen vorbei, konnte mich an ihrem Anblick jedoch nicht erfreuen. Meine Gedanken kreisten unablässig um, das, was mir noch bevorstand.

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Auf dem Weg in die Stadt der Toten.

Zitat
Es dauerte eine Weile, bis ich den Eingang zur Stadt der Toten unterhalb Necroms gefunden hatte. Meine Hand zitterte, als ich das Tor öffnete und sie schließlich betrat. Hierauf hatte ich mehr als zwei Wochen hingearbeitet. Ich hatte mich den Gefahren des Weges gestellt, mich verirrt, war überfallen worden, musste mich im Kampf beweisen, hatte viel Neues gesehen und kennengelernt. Ich überlebte, auch wenn ich mir nun wünschte irgendwann auf der Reise selbst den Tod gefunden zu haben, da ich die Stufen hinabstieg und die Angst mit voller Härte verspürte, welche mich bereits in den letzten Wochen unterschwellig begleitet hatte.

Schließlich stand ich vor der letzten Barriere zwischen mir und meinem Ziel. Die Priester Necroms hatten zum Schutz der Stadt der Toten einen Geisterwall errichtet. Nur denjenigen, welche einen feierlichen Eid gegenüber den Ahnen ablegen, wird Zugang zu der unterirdischen Nekropole gewährt. Folgende Worte sprach ich, um diese letzte Hürde meiner Reise überwinden zu können:

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Der Gesiterwall zum Schutz der sterblichen Überreste der Ahnen.

Zitat
Vor den Seelen und meinen Gebietern ersuche ich, Drelas Neloren,
Einlass in das Haus der Geister.
Als euer Gast gelobe ich, weder zu stehlen, noch zu beschädigen,
noch schlecht zu sprechen wider eurer unsterblichen Glorie.
Mögen meine Knochen verfallen, mein Name verschmäht und meine Seele
keine Ruhe in den Hallen der Toten finden, so ich diesen Schwur breche.

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Die Barriere ist überwunden, der Weg frei.

Zitat
Mit bebender Stimme sprach ich die alten Worte und erhielt Zutritt zu einem der heiligsten Orte meines Volkes. Ich hatte gehofft höchstens selbst als Toter irgendwann hierher zu kommen und neben den Gebeinen meiner Eltern und Vorfahren bestattet zu werden, doch war mir ein anderes Schicksal beschieden.
Ich entzündete eine Fackel, um mich besser in den dunklen Winkeln dieser gigantischen Nekropole zurecht finden zu können und begegnete nach Betreten recht schnell einem der Ordinatoren, welche über die Gräber und Urnen dieses Ortes wachten. Schweigend neigte er den Kopf, nachdem ich ihn respektvoll gebeten hatte, mir den Weg zum letzten Ruheplatz Atinyes zu weisen. Ich folgte ihm in einen Raum, von wo aus ich problemlos den "Erste Kammer" genannten Bereich der Totenstadt erreichen konnte, in welchem meine Schwester ruhte. Unruhig schritt ich durch die "Erste Kammer" und machte gelegentlich an dem einen oder anderen Totenaltar Halt, um mich abzulenken. Ich verspürte den beinahe unwiderstehlichen Drang umzukehren. Einfach davonzulaufen.

Ich zwang mich jedoch dazu, weiterzugehen.

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Bild I: Eingangsbereich der Stadt der Toten hinter der Barriere des Geisterwalls.
Bild II: Schwachen Schrittes tritt Drelas ein.
Bild III: Der Ordinator geleitet ihn schweigend...
Bild IV: ... doch das letzte, das schwerste Stück des Weges hat er allein zu gehen.

Zitat
Es dauerte nicht lange, ehe ich die Nische gefunden hatte, in welcher bereits zahlreiche Mitglieder der Familie Neloren bestattet worden waren. Auch Atinyes sterbliche Überreste lagen hier. Ich bin kaum dazu in der Lage zu beschreiben, welche Gefühle mich in diesem Moment umtrieben. Vor ihrem Grab ging ich in die Knie. Zu lesen, sie wäre tot war etwas Anderes, als nun ihren Leichnam zu sehen und die endgültige, unumstößliche Gewissheit zu haben. Ich vergoß lange Zeit bittere Tränen und konnte einfach nicht verstehen, wieso ausgerechnet diese Frau, meine Schwester, so früh hatte gehen müssen. Das schier unerträgliche Gefühl der Einsamkeit nagte an mir. Ebenso überkam mich eine schreckliche, innerliche Kälte wie ich sie noch nie zuvor verspürt hatte. Ich fühlte mich gebrochen.

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Bild I: Drelas Neloren vor der Grabnische seiner Schwester.
Bild II: Atinye Nelorens sterbliche Überreste. Zwischen ihnen und ihrem Bruder: Die Grabbeigaben.

Zitat
Nachdem ich mich etwas beruhigt hatte, begann ich meine Gaben an sie auf den Rand der Nische zu legen. Auf der Mitte des Tabletts lag nun meine Pfeife, während hinter ihr, Atinye am nächsten, die Schriftrolle platziert war. Flankiert wurde die Pfeife von zwei Münzstapeln zu je zehn Draken.
Während ich alles anordnete, sprach ich lange zu dem, was einmal Atinye Neloren gewesen war und berichtete ihr in allen Einzelheiten von meiner Reise. Von Sadrith Mora aus über viele Irrwege und Stationen war ich hierher in die Heilige Stadt der Toten unter Necrom gereist und hoffte im Sinne jenes Familienmitgliedes gehandelt zu haben, welches mir viel zu früh geraubt worden war.

Atinye ist tot.
Meine einzige Schwester.

Tot.

Diese Worte gingen mir wieder durch den Kopf. Ich hatte sie zu Papier gebracht, ehe ich meine Reise angetreten hatte und doch war mir ihre Bedeutung damals nicht so klar gewesen wie am heutigen Tage. Ich verlor sie, ohne etwas dagegen unternehmen zu können. Man tut Recht damit, von der Schuld der Hinterbliebenen zu sprechen, so man solcherlei Ereignisse in Augenschein nimmt. Natürlich war ich für ihr Ableben nicht verantwortlich, doch grämte es mich, ihr in ihren letzten Momenten keine Hilfe gewesen zu sein. So unsinnig es klingen mag, ich empfinde Schuld und auch Selbsthass.

Meine Anwesenheit in der Gruft hatte mir jegliches Zeitgefühl genommen. Als ich diesen Ort der Trauer wieder verließ, brach bereits die Abenddämmerung über Necrom herein. Eine Weile lang irrte ich mehr oder minder ziellos durch die weißen Straßen, ehe ich mich dazu entschied, in die Herberge zurückzukehren. Während meine Schritte mich zurückführten, war ich im Begriff erneut die gewaltigen Tempelanlagen der Stadt zu passieren.

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Bild I: Ausblick auf die Anlagen des großen Ahnentempels in Necrom.
Bild II: Drelas Neloren vor dem Eingang zum sog.
Tempelpfad.

Zitat
Rückblickend kann ich nicht sagen, was mich dazu trieb, doch trat ich durch den Tempel-Pfad in den Innenhof und stand vor dem großen Ahnentempel. Dieses Mal war ich kein kühler Beobachter auf der Suche nach faszinierenden Eindrücken, welcher die Architektur und reichhaltige Geschichte des Volkes der Dunmer zu erkunden suchte; Ich war vielmehr ein trauriger Schatten meiner selbst auf der Suche nach Erlösung. Dies neider zuschreiben ist mir ein Gesichtsverlust. Es schmerzt mich dies eingestehen zu müssen.

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Bild I: Drelas Neloren betritt den sog. Tempelpfad.
Bild II:Die Tempelanlagen vom Innenhof aus gesehen.

Zitat
Aus schierer Verzweiflung heraus kniete ich am Schreine der Gnade Almalexias und betete. Mein Herz blieb jedoch schwer. Ich nahm mir einen Moment, um das Banner von Resdayn anzusehen, welches im Schrein ausgestellt war und las die alte Inschrift:

"Unter diesem Banner verbündeten sich
die Kinder Veloths mit dem damals ehrenhaften
Haus Dwemer, um die stolzen Menschen des
Nordens zurückzudrängen. In Resdayn sehen
wir das wahre Potential des Hauses von Veloth;
ein glorreiches und unerreichtes Volk zu sein
unter allen Sphären des Himmels."

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Schrein der Gnade Almalexias.

Zitat
Mein Weg führte mich auf die gegenüberliegende Seite des Tempelgebäudes zum Schreine der Macht Sotha Sils. Auch hier kniete ich und betete. Ich erbat die Führung des Tribunals, doch kam es mir vor, als sei mein Flehen nicht erhört worden.
Dem Banner Resdayns nicht unähnlich war hier eine weitere Reliquie meines Volkes ausgestellt: Das Banner des Exodus. Jenes Banner, unter welchem die Chimer vor langer Zeit ihren Brüdern den Rücken gekehrt und gen Morrowind gezogen waren. Aus jenen Exilanten wurde alsbald nach dem Verschwinden der Dwemer das Volk der Dunmer.
Ich las die eingemeißelte Inschrift unter jenem uralten Stoff:

"Unter diesem Banner zogen die Kinder Veloths
in ihre neue Heimat im Heiligen Osten.
Im Exodus sehen wir den wahren Ehrgeiz
des Hauses Veloth; Hochzuhalten die Ideale
des Bemühens trotz des Elends des Gewöhnlichen
& des Göttlichen."

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Bild I: Schrein der Macht Sotha Sils.
Bild II: Drelas vor dem Banner des Exodus, einer der heiligsten Reliquien des dunmerischen Volkes.

Zitat
Die Worte berührten mich in meiner Zeit der Trauer. Ich war froh, hergekommen zu sein. Mir kam die Erkenntnis, das zu trauern und das Elend des Lebens zu ertragen, keine Bürde war. Ich konnte froh sein, mich bester Gesundheit zu erfreuen und mein Leben weiter meinen Ahnen widmen zu dürfen. Es so auch Atinye widmen zu dürfen. In ihrem Sinne, so gedachte ich, wolle ich weiterleben.
Ihre Weisheit und die Weisheit meiner Ahnen sollen meinen zukünftigen Weg leiten. Seien es meine Studien, sei es der Dienst am Fürstenhause Telvanni, seien es meine noch zu unternehmenden Reisen durch die Ländereien Morrowinds.
War es die ersehnte Antwort der Götter, welche mich die Inschrift lesen ließ und zu jener Folgerung trieben? Oder war es nur ein Zufall, welcher mich dazu brachte? Mein Interesse an der Geschichte meines Volkes?
Ich will weder darüber spekulieren, noch möchte ich abstreiten, daß es mir angenehmer wäre, mir diese Frage nicht zu stellen.

Als ich den Ahnentempel wieder verließ, war die Nacht bereits lange hereingebrochen. Das Firmament erstrahlte hell und klar und es schien beinahe, als ob die Sterne meine neu erlangten Erkenntnisse zu feiern gedachten. Doch wäre es vermutlich der Gipfel der Arroganz, nähme ich jenen Gedankengang ernst.

Tag 17 26.jpg (88.56 KB)
Ein einsamer Telvanni in den Straßen Necroms bei Nacht.

Zitat
Nirn dreht sich sicherlich um vielerlei Dinge, doch gehöre ich sicherlich nicht dazu.

Nachdenklich und immer noch in Gedanken an meine geliebte Schwester versunken kehrte ich zur Herberge zurück. Nun, da ich hier in diesem kleinen, warmen Raum sitze und diese Zeilen niederschreibe, beginne ich meinen Entschluss von vor mehr als zwei Wochen für die einzig richtige Entscheidung zu halten. Ich gelobe nun, da ich diese Pilgerreise hinter mich gebracht habe, Besserung.
Besserung in vielerlei Hinsicht.

Mein bisheriges Leben war dem Streben nach mehr Macht und Einfluss gewidmet. Selbstsüchtig agierte ich fast ausschließlich zu meinem eigenen Wohl, ohne jede Rücksicht.
Doch ist das Leben nicht zu kostbar, um es für solcherlei Dinge zu verschwenden? Ist es nicht das Wichtigste, jene einzigartige eigene Existenz einem höheren Ziele zu widmen? Danach zu streben Teil des großen Ganzen zu sein und diese Aufgabe wahrzunehmen, ohne Zweifel, ohne Selbstsucht?
Ich versuchte in der Vergangenheit immer wieder, mich selbst voran zu bringen. Doch halte ich es nun für wichtiger nicht meine eigenen Ziele zu verfolgen. Ich bin ein Magier. Ein Magier des Fürstenhauses Telvanni. Ich habe immer so gehandelt, wie es von einem solchen erwartet wird. Doch liegt nicht genau darin eines der Probleme meines Hauses? Führt uns dieser Weg letztendlich nicht in die Uneinigkeit, gar in die Vernichtung? So viele Feinde und nur so wenige Freunde sind es, welche den Telvanni mit Wohlwollen entgegenblicken.
Uns gegen jene zu stärken, welche mit offener Verachtung auf uns schauen, sollte das Ziel sein. Zu vernachlässigen sind die Intrigen und Ränkespiele, die Lügen und das Morden untereinander. So damit nicht in Bälde Schluss ist, sehe ich keine große Zukunft für jenes mächtige Fürstenhaus.

Mein Rang ist nicht sonderlich hoch, mein Einfluss nicht groß. Ich gelobe jedoch mein Leben und meine Fähigkeiten für den Erhalt meines Hauses, meiner Heimat einzusetzen.

Auch werde ich versuchen mir mehr Zeit für Vieles zu nehmen. Mazte und Sujamma mehr zu genießen, so ich die Möglichkeit bekomme, welchen zu mir zu nehmen. Zu oft schon trank ich um der berauschenden Wirkung willen, weniger um zu genießen. Ein Beispiel kann ich mir eventuell an meinem Häckselblattkonsum nehmen, obwohl ich fürs Rauchen eine neue Pfeife benötigen werde. Vielleicht werde ich mir selbst eine anfertigen?
Auch werde ich versuchen meine Vorurteile, meine Arroganz in Ordnung zu bringen. Während der Verhandlungen, welche ich einst für Meister Aryon in Ald'ruhn führte, gelang es mir schließlich auch die Redoraner schätzen zu lernen. Aber möge mich der Schlag treffen, wenn ich anfangen sollte jedem verdammten N'wah um den Hals zu fallen!
Auch Nachsicht muss ihre Grenzen haben.

Tag 17 27.jpg (75.5 KB)
Drelas Neloren blickt auf seine Reise zurück...

Zitat
Ich denke ich werde in einigen Tagen wieder aufbrechen. Vielleicht besichtige ich einige der zahlreichen Schreine und Museen, welche sich hier in Necrom finden lassen und besuche noch einmal das Grab Atinyes. Mein Weg wird mich, so mein Entschluss, nach Telvannis führen. Dort werde ich wohl meine Studien wieder aufnehmen und sehen, was es dort für mich im Dienste des Fürstenhauses zu tun gibt.
Nalenteris Brendu will ich ebenso wieder treffen. Ich möchte ihm für die Überführung der sterblichen Überreste meiner Schwester hierher danken.

All der lehrreichen Einsichten zum Trotz, welche mir der heutige Tag bescherte, bin ich froh ihn hinter mir zu haben. Selten stellte mich meine Existenz vor solche Herausforderungen. Ich bin sogar vermessen genug zu behaupten, das dieser Tag an Härte sämtliche anderen Tage meiner Reise hierher bei weitem übertraf.
Ich werde mir noch rasch einen Überblick über meine Geldmittel machen, ehe ich mich zur Ruhe bette.

Tagesbilanz:
Verkäufe: 280 Draken (+)
Einkäufe: 20 Draken (-)
Tempelspenden: 30 Draken (-)
Kost & Logis: 25 Draken (-)
Verbleibend: 786 Draken
« Letzte Änderung: 04.02.2015, 11:07 von Neloren »

"Jetzt kann ich von Seyda Neen bis Vivec sehen. Nimm das Bethesda!"
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  21.01.2015, 23:09
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