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Was haltet ihr von der Pegida Bewegung?

Diese Bewegung ist eindeutig rechtsextrem, aber ich bin gegen ein Verbot
Ich stimme einigen Aussagen zu
Man sollte den Dialog suchen
Diese rechtsextreme Bewegung gehört verboten
Ich stimme den Thesen und Forderungen vollkommen zu

Thema: Die Pegida Bewegung  (Gelesen 4709 mal)

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In letzter Zeit sprießen sie aus dem Boden wie Pilze: Pegida Ableger. Da gibt es die Legida in Leipzig, die Bagida in München, die Bärgida in Berlin, die Ogida in Ostfriesland und natürlich die Pegida in Dresden, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Doch was soll man von diesen Demonstrationen eigentlich halten? Sind es Rechtsextreme, die die Ängste der Bevölkerung für ihre Ziele missbrauchen? Oder sind es Bürger, die sich zunehmend fremd in einem Land mit steigender Migrantenzahl und mehr und mehr Moslems fühlen? Gib es eine Islamisierung oder sind das alles nur Hirngespinste?

Ich würde gerne eure Meinung dazu hören, allerdings bitte ich euch, sachlich zu bleiben und sinnvoll zu argumentieren. Das soll nicht in Hass und Beleidigungen enden.

Klappbox
Meine Meinung: Nicht alles in Deutschland läuft glatt, was man alleine schon an den Djihadisten sieht, die von Deutschland aus nach Syrien in den "heiligen Krieg" ziehen. Zudem nimmt die Zahl der Migranten wirklich zu - es muss sich aber trotzdem um Integration bemüht werden. Denn nur wenn sich die Migranten auch integrieren, wozu zum Beispiel das Erlernen der deutschen Sprache und das Akzeptieren der deutschen Kultur zählt, können wir friedlich und Auge in Auge mit ihnen leben. Sonst wird es immer Unterschiede und Misstrauen geben - von beiden Seiten. In Berlin-Kreuzberg sieht man ein Beispiel fehlgeschlagener Integration. In den Schulen werden deutsche Schüler gemobbt, nur wenige beherrschen annehmbares Deutsch (niemand verlangt fließendes Deutsch, doch wenn ich in ein Land einwandere, dann muss ich auch seine Sprache lernen, um mich integrieren zu können) und auf den Straßen sieht man meist vollverschleierte Frauen. Das ist vielleicht in Saudi-Arabien ein schönes Straßenbild, doch Deutschland ist nicht Saudi-Arabien oder ein anderer östliches Staat. Wenn man in ein anderes Land einwandert, dann passt man sich den Gepflogenheiten an und lernt die Sprache des Landes. Meiner Meinung nach sollte man darauf bestehen, dass Migranten deutsch lernen und ihnen auch ein angemessenes Lernangebot zur Verfügung stellen. Man muss sie schulisch bilden und ihnen deutsche Werte zeigen. Keiner verlangt, dass Moslems, Hindus oder Buddhisten ihren Glauben ablegen, doch wenn sie eine Parallelgesellschaft bilden, in der Frauen weniger Rechte als Männer haben und Andersdenkende diskriminiert werden, dann läuft eindeutig etwas in der Integration falsch. Nehmen wir mal ein anderes Beispiel: Ein deutscher Christ wandert in die Türkei aus. Man wird ihn dort willkommen heißen. Doch was wäre, wenn er auf die Idee kommt, kein Türkisch zu lernen, ehebrechende Frauen zu steinigen, nicht-Christen zu töten oder die Abschaffung aller islamischen Feiertage zu fordern? Genau, er wäre sehr schnell wieder in einem Flieger nach Hause. Und wenn es bei uns einige Moslems gibt, die meinen, dass sie diese Dinge unbedingt tun müssen, dann können sie das gerne in ihrer Heimat machen, denn hier in Deutschland gilt immer noch das deutsche GG.
Fazit: Man muss sich um eine umfassende Integration von Migranten bemühen, ihnen die deutsche Sprache beibringen und ihnen helfen, sich in unserem Alltag zurecht zu finden. Doch sollten sie auf die Idee kommen, unsere Gesetze zu ignorieren und sich nicht integrieren zu wollen, dann können sie gerne wieder in ihre Heimat zurück und dort leben, wie es ihnen passt.

Noch ein paar Statistiken zum Thema: >Klick<
  22.01.2015, 18:58
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Was sind denn deutsche Werte? Hart wie Kruppstahl, zäh wie Leder, flink wie ein Wiesel?
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  22.01.2015, 19:43
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Ich rede von Traditionen wie Weihnachten, Ostern,etc., welche nicht mitgefeiert, aber von den Migranten toleriert werden müssen (siehe "Winter"markt)  und von Werten wie Gleichberechtigung, Menschenrechten, etc., welche essentiell für unsere Gesellschaft sind.
« Letzte Änderung: 22.01.2015, 20:19 von Elderlord »
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Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, nur bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher - Einstein
  22.01.2015, 20:17
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Ich geh morgen genauer auf deinen Anfangs-Post ein. Aber bis dahin zeig mir doch mal. wo ein Weihnachtsmarkt wegen Protesten von wem auch immer oder auch nur aus Angst vor Protesten in Wintermarkt umbenannt wurde.
We were -- waist deep in the Big Muddy
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  22.01.2015, 20:23
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Spontan fällt mir da vor allem dieser Markt ein
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  22.01.2015, 20:40
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Tja, leider hast du meine Frage nicht gelesen. Ich habe gefragt, welcher Markt umbenannt wurde. Und aus den Artikel wird schnell klar, dass es da eh wenig weihnachtliches auf diesem Markt gibt. Warum ihn also Weihnachtsmarkt nennen, wenn es keiner ist?

Im übrigen ist Weihnachten ein Christliches Fest. Vielleicht finde ich es als Agnostiker tatsächlich gut, zu der Zeit irgendwo hin gehen zu können wo ich nicht ständig Christentum um die Ohren gehauen bekomme.
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  22.01.2015, 20:49
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Meine Meinung:
Alles was gegen deutsches Gesetz verstößt muss natürlich strafrechtlich ganz normal verfolgt werden. Da spielen Traditionen der Herkunftsländer  eine untergeordnete Rolle.

Parallelgesellschaften sind beinahe unvermeidlich, wenn Ausländer ganz neu in größeren Gruppen einwandern. Aufgabe des Staates und unserer Gesellschaft ist es die Integration zu unterstützen, sowie es Aufgabe der Einwanderer ist sich schrittweise zu integrieren.

"Deutsche Tugenden" ist ein sehr vager Begriff, der mmn. gar nichts beschreibt. "Deutsche" Traditionen wie Weihnachten und Ostern sind jetzt schon in einer relativ säkularen Gesellschaft hauptsächlich kommerzialisiert und haben mit religiösen Feiertagen kaum mehr etwas zu tun. Von daher geht z.B. eine Umbenennung von Weihnachtsmarkt in Wintermarkt einher mit den Veränderungen in der deutschen Gesellschaft selbst.

Eine großflächige Islamisierung unserer Gesellschaft kann ich nicht beobachten. Nur dass eben frühere Einwanderer sich mit Hilfe der Kommunen ihre Nischen geschaffen haben, wo sie ihren Glauben ausüben können, der uns manchmal unter anderem so fremd erscheint, weil wir selbst größtenteils nicht wirklich gläubig sind.

In Gemeinden, in denen ein großer Teil der Einwohner tatsächlich noch strenggläubig ist, oder besonders traditionsbewusst lebt, sollte man mit solchen Dingen allerdings besonders vorsichtig sein.

Prinzipiell gehen die Bedürfnisse der Einheimischen mmn. immer vor, solange sie begründet sind und nicht nur Ausdruck eines versteckten Ausländerhasses sind.

           "Go ye now in peace. Let thy fate be written in the Elder Scrolls..."
  22.01.2015, 21:02
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Gleichberechtigung und Menschenrechte sind humanistische Werte der Aufklärung, teils auch schon der Renaissance, beides eher in Italien und Frankreich entstanden. Weihnachten und Ostern sind christliche Feste, die auf vorchristlichen Chronologien basieren, u.a auf Sonnenwendfeiern und dem römischen Jahresbeginn.
Was das mit deutschen Werten zu tun haben soll, bleibt rätselhaft.
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  22.01.2015, 21:18
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Schon allein wenn man die Zahlen anschaut, sieht man was für eine verlogene Bewegung das ist. Es gibt gerade mal 4000 Muslime in ganz Sachsen. Und die sind längst nicht alle unintegriert, bei den meissten kann man nur vom "arabischen"Aussehen auf die Religion schliessen. Wie können sich 10000 Demonstranten von den paar Hanseln bedroht fühlen? Den Veranstaltern geht es gar nicht darum, irgendwelche angeblich bedrohten Werte zu schützen. Im Gegenteil, sie wollen Werte wie Weltoffenheit und Toleranz abschaffen. Von einer Islamisierung des Abendlandes zu sprechen, halte ich für völlig daneben. Wo soll den die stattfinden? Es gibt kein einziges Gesetz in Deutschland, was Muslimen irgendwelche Vorteile gegenüber Andersgläubigen gewährt. Erst im Jahr 2013 wurde die erste Islamische Gemeinde als Körperschaft öffentlichen Rechts eingetragen und somit als Religionsgemeinschaft anerkannt. Und das in einem Land, indem angeblich Religionsfreiheit herrscht.

Meine Gipfelnebelherrenhausstatistik (mitgespielt ab Runde 4)

Runden mitgespielt: 10,  Runden gewonnen: 5,  Runden verloren: 5,  Runden überlebt: 3,  von den Assassinen ermordet worden: 6,  von der Mehrheit gelyncht worden: 2, als Bürger gewonnen: 3, als Bürger verloren: 4, als Assassine gewonnen: 2, als Assassine verloren: 1
  22.01.2015, 21:43
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Einige meiner Vorredner haben meine Meinung zu der ganzen Thematik schon recht gut getroffen, so das ich dem eigentlich kaum noch etwas hinzufügen kann.
Ich finde es allerdings immer wieder bemerkenswert, wie diverse der Teilnehmer sich selbst ins diskussionstechnische Aus befördern. Es werden Worte wie Lügenpresse oder Volksschädling genutzt und wenn man genau hinsieht, sind auf einigen Aufnahmen jener "Montagsdemos" auch ein paar Reichskriegsflaggen erkennbar, welche gerne von Neonazis als Ersatzsymbol genutzt werden.

Hinzu kommt jetzt natürlich auch noch der Rücktritt des Gründers Bachmann aus bekannten Gründen (Klick mich!), ähnlich wie die Tatsache, daß die Führungsspitze der sog. "Legida" aus NPD-Leuten besteht.

Ich möchte hier natürlich nicht behaupten, daß jeder Teilnehmer an diesen Märschen/Kundgebungen/Demonstrationen im Sinne besagter Organisation gleich pauschal ein Neonazi ist, ABER mit bürgerlicher Mitte hat das in meinen Augen nicht viel zu tun und ist dahingehend abzulehnen.

@Elderlord:
In einigen Punkten Deiner Argumentation gebe ich Dir natürlich Recht: Wenn man sich dafür entscheidet in ein anderes Land zu ziehen, muss man die dortige Amtssprache gut genug beherrschen, um zurecht kommen zu können. Das dies einer, wenn nicht DER wichtigste Bestandteil gelungener Integration ist, muss wohl nicht diskutiert werden. Mit dem Begriff "deutsche Werte" hingegen bin ich eher vorsichtig.
Wandert man aus, hat man sich im Land seiner Wahl an dort geltendes Recht zu halten. So auch hier. Dafür ist weder "Nationalbewusstsein" noch das Verinnerlichen irgendwelcher nicht näher definierbaren Werte notwendig.

Was nun Burka oder Kopftuch angeht, so finde ich beides auch ziemlich daneben. Diese Kleidungsstücke verstoßen jedoch meienes Wissens nach nicht gegen geltendes Recht. Ob das nun alles im Sinne der Gleichberechtigung ist, steht für mich wiederum auf einem anderen Blatt.
Wenn man das als Argumentation anführt, sollte man auch beachten, daß wir in Deutschland in diesem Punkt noch ein gutes Stück Arbeit vor uns haben. Sei es die Gleichberechtigung der Geschlechter oder die Gleichberechtigung zwischen West-, und Ostteil des Landes (Lohn). Mag sein das Deutschland hier schon recht weit gekommen ist, aber vollständig abhaken lässt sich das Thema noch lange nicht.
(Die Liste ließe sich jetzt noch ergänzen & weiter ausführen, würde aber am Thema vorbeilaufen)

@Kallmorgen:
Zitat
Hart wie Kruppstahl, zäh wie Leder, flink wie ein Wiesel?
Waren das nicht Windhunde?  :ugly:
« Letzte Änderung: 22.01.2015, 23:37 von Neloren »

"Jetzt kann ich von Seyda Neen bis Vivec sehen. Nimm das Bethesda!"
- über die erfolgreiche Installation des MGE
  22.01.2015, 23:07
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Sind es Rechtsextreme, die die Ängste der Bevölkerung für ihre Ziele missbrauchen?
Das kommt meiner Meinung nach ziemlich gut hin.

Tja, leider hast du meine Frage nicht gelesen. Ich habe gefragt, welcher Markt umbenannt wurde. Und aus den Artikel wird schnell klar, dass es da eh wenig weihnachtliches auf diesem Markt gibt. Warum ihn also Weihnachtsmarkt nennen, wenn es keiner ist?
Das Problem ist wohl der Grund, warum es dort nichts Weihnachtliches gibt, nicht warum der Markt "Wintermarkt" heißt. "Dieser Markt spricht auch die Menschen an, die auf Weihnachtsrummel nicht so viel Wert legen." Vor allem für Menschen in direkter Umgebung, die wegen der Weihnachtsstimmung gerne in der Weihnachtszeit auf Weihnachtsmärke gehen würden, ist das eine Art "Bedrohung", ihnen wird etwas weggenommen. Und die Schuld suchen sie bei denen, die nichts auf Weihnachten geben: Hauptsächlich andere Religionen. Auf eine so einfache Weise entsteht Hass und Gewalt auf diese, selbst wenn sie eine Minderheit sind.
Dazu kommt, dass ich nicht glaube, dass die Mehrheit anderer Religionsangehörige sich durch den "Weihnachtsmarkt" irgendwie gestört gefühlt haben. Blinkende Lichter, Weihnachtsmänner, Glühwein und geschmückt Tannenbäume - ein Heidnischer Brauch zur Wintersonnenwende - haben zudem nichts mit dem Christentum zu tun, und auch Atheisten feiern Weihnachten.
Die Aktion ging wahrscheinlich von den Veranstaltern aus, warum auch immer (ein Zeichen für Toleranz setzen? Profitgier?). Die ganze Sache ist jedenfalls nach hinten losgegangen.

Auch andere - teilweise übervorsichtige - Aktionen schüren Fremdenhass. ALDI hat letztens nach einer Beschwerde von wenigen Individuen ein Produkt vom Markt genommen, nur weil dort die Siluette eines Gebäudes abgebildet war, dass wie eine Moschee aussah (die Vorlage ist in Wirklichkeit ein Museum).

Das spielt alles den rechten Organisationen in die Hände und macht Menschen wie Muslime zum Sündenbock. Man muss sich nur mal anschauen, was für Menschen bei PEGIDA mitlaufen. Da sind z.B. alte Leute dabei, die Muslime nicht in Deutschland haben wollen, weil die Eigentum nicht respektieren und aus Spaß Sachen kaputt machen würden. Und die laufen bei denen mit, die in aller Öffentlichkeit öffentliches Eigentum zerstören.

Man sollte die Leute, die bei PEGIDA mitmachen, also nicht alle über den selben Kamm scheren.
Bei der Leitung dieser Organisation(en) ist das was anderes. Wusstet ihr, dass der Gründer mal aus Deutschland nach Südafrika geflüchtet ist, um einer Haftstrafe zu entkommen? Welch Ironie. :P
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  22.01.2015, 23:38
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Gleichberechtigung und Menschenrechte sind humanistische Werte der Aufklärung, teils auch schon der Renaissance, beides eher in Italien und Frankreich entstanden. Weihnachten und Ostern sind christliche Feste, die auf vorchristlichen Chronologien basieren, u.a auf Sonnenwendfeiern und dem römischen Jahresbeginn.
Was das mit deutschen Werten zu tun haben soll, bleibt rätselhaft.
Im Prinzip löst du das Rätsel schon vorher, im ersten Halbsatz, Stichwort Kant.

Ich habe, da bin ich ehrlich, keine all zu gute Meinung von PEGIDA, ihren Ablegern und Mitläufern. Am meisten stören mich nicht die, in meinen Augen äußerst fragwürdigen Forderungen von PEGIDA, sondern viel mehr das Verhalten vieler PEGIDA Anhänger bei Diskussionen im Internet. Einerseits ist es nicht möglich, ihren Äußerungen zu folgen, kann man ihnen folgen, triefen sie vor Scheinheiligkeit und Doppelmoral. Es mag ja sein, dass ein Großteil der Anhänger einen hohen, formalen Bildungsstand haben, jedoch non-formal noch die ein oder andere schwäche haben.

Außerdem finde ich, dass sich viele "Deutsche", also jene Menschen, die in Deutschland leben und keinen Migrationshintergrund haben, beim Thema Integration an die eigene Nase fassen. Denn selbst ein Umzug von München nach Hamburg ist schon eine Migration, wenn auch nicht in dem Ausmaß, wie es z.B. Türken hinter sich gebracht haben.

Dass sich die PEGIDA Szene irgendwann spaltet, war ab zu sehen. Das geht vielen "rechtsextremen" Erscheinungen so. Bestes Beispiel sind BAGIDA und MUEGIDA, beide aus München, beide von rechtsextremen geführt, beide können sich nicht ab.

Es gibt keine Leidenschaft. Es gibt nur Besessenheit.
Es gibt keine Erkenntnis. Es gibt nur Überzeugung.
Es gibt keine Absicht. Es gibt nur Willen.
Es gibt nichts. Nur mich.
  23.01.2015, 00:11
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Das die offiziellen Argumente der PEGIDA und deren Ableger nicht stichhaltig sind ist glaube ich hinreichend bekannt, deshalb überspringe ich den Teil.

Interessant ist, das über die Zusammensetzung der Bewegung fast nichts bekannt ist. Diejenigen, die mit der "Lügenpresse" sprechen, interessieren sich eigentlich gar nicht für den Islam, sie sind einfach unzufrieden mit der Gesamtsituation, haben Zukunftsängste, sei es Angst vor Terroranschlägen, einer neuen Wirtschaftskrise, einem neuen kalten Krieg oder ganz lokalen Problemen, und fühlen sich von der Politik übergangen. Was mich nicht wundert, denn die Politik ist meisterhaft darin, die Bevölkerung zu übergehen. Die anderen 2/3 verweigern aber jeden Kommentar. Sie könnten sowohl Neonazis in Zivil sein, andere Idioten, die sich von Parolen und diffusen Ängsten beeindrucken lassen, oder die gleiche Coleur wie proNRW. Das auf einer Demo bei der es in den Parolen um den Islam geht, Neonazis auftauchen ist hingegen normal, davon würde ich nicht auf die Bewegung schließen.

Es wäre fatal, den Dialog mit einer Bürgerbewegung, die über im Gleichschritt marschierende Glatzen hinausgeht zu ignorieren. Jeder Tag, an dem sich die Politik dem verweigert unterstützt die PEGIDA in dem Glauben, im Recht zu sein. Nicht ganz zu Unrecht.
  23.01.2015, 08:13
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Ich bin bei Grom. Wahlversprechen die nicht eingehalten werden (Merkel: "Es wird keine Maut geben", Westerwelle: "Es wird ein neues und einfacheres Steuersystem geben", Gabriel: "Mit uns gibt es kein Fracking", ...), Geheimverhandlungen mit Lobbyisten über TTIP, keine Konsequenzen aus der NSA-Affäre aber Präsidentenmachinen zur Landung zwingen - auch ich hab keinen Bock mehr auf Politik. Von PEGIDA interessiert mich eigentlich nur die Forderung nach dem Volksentscheid auf Bundesebene - dann könnte man dem Bundestag vielleicht Beine machen. Also finde ich die Bewegung insofern wertvoll, dass dieses Problem zum Ausdruck kommt.
Das mit den Ausländern ist mir eigentlich egal - in meinem Heimatdorf in Thüringen gibts aber auch keine und am Studienort ist es völlig normal - allerdings kommen auch nur die Migranten/Muslime an der Uni an, die eh schon aufgeklärt sind. Zumindest kenne ich keinen Türken, Araber,.. , der ansatzweise gläubig wäre.
Freedom is the freedom to say that two plus two make four. If that is granted, all else follows.
  23.01.2015, 10:47
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Ehrlich gesagt bin ich gegen einen Volksentscheid auf Bundesebene. Das hätte für mich einen "Mehr Macht für Populisten"-Charakter (Auch wenn der Wahlkampf heutzutage schon z.T. vom Populismus lebt).
Ich traue der politischen Kompetenz von gefühlten 80% aller Bundesbürger nicht genug.. Viele sind einfach wie die Fähnchen im Wind. Wenn einer mit starker Ausdrucksweise und genug Charisma kommt, kann man so ziemlich jede Idee als Bürgerentscheid durchbringen.

Kleine Anekdote von mir zum Thema Migration:
In meinem Heimatdorf, gibt es mittlerweile einen schwarzen Pfarrer aus dem Kongo, der nur gebrochen deutsch kann - aber tatsächlich vom Großteil akzeptiert wird und sogar zu gesellschaftlichen Anlässen eingeladen wird. Ich weiß das klingt nicht so erstaunlich - ist es aber, wenn ihr wie ich die Stammtischparolen der Ansässigen kennen würdet  :D
Ein indischer Junge marschiert dort zu Fahnenweihen mittlerweile als "Tafelträger" vorweg als wäre es selbstverständlich. Und ich weiß noch, wie hart die Kinder aus dem Dorf ihn immer gemobbt haben..
Ich glaube Migration kann selbst in den entlegensten Ecken Deutschlands Erfolg haben, wenn man die richtigen Maßnahmen ergreift und die Bevölkerung selbst ein wenig mithilft.
  23.01.2015, 14:00
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Ich denke, Immigration und Integration sind dort am erfolgreichsten, wo sie keine Option ist. Ghettobildung hingegen verzögert den Prozess um Generationen.

Ich traue allerdings auch der Bevölkerung nicht zu, richtige politische Entscheidungen treffen zu können. Allerdings traue ich Politikern, die Nebeneinkünfte haben dürfen, ja sogar ganz legal bestochen werden dürfen, nicht zu, richtige politische Entscheidungen treffen zu wollen. Nur was bedarf es, den politischen Olymp zu erschüttern? Vielleicht den Einzug einer Kleinpartei, vor der sich alle fürchten, in den Bundestag wie die AFD.
  23.01.2015, 15:36
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Passend zum Thema: Legida in Leipzig: Zweifel an Leipziger Demonstrationszahlen

Ich persönlich stehe dieser ganzen Geschichte recht undifferenziert gegenüber. Halt irgendwelche Konservative, deren allgemeine (vollkommen berechtigte) Unzufriedenheit sich jetzt gegen Immigranten und Asylanten wendet. In meiner Tageszeitung stand immer ein riesen Artikel über irgendwelche Nazimassen die da mitlaufen, und auch auf der Leserbriefseite wurde auch lebhaft gestritten. War omnipräsent in allen Medien und jeder musste seinen Senf dazu abgeben und Stellung beziehen.

Ist eben eine Demonstration, eine politische Meinungsäußerung von Bürgern. So what? Ein paar bekloppte sind doch immer dabei.

Übrigens schön, dass der Spiegel wieder die kommentarfunktion des Artikels entfernt hat...
« Letzte Änderung: 23.01.2015, 17:28 von der Typ »
  23.01.2015, 17:26
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... ist das eine Art "Bedrohung", ihnen wird etwas weggenommen. Und die Schuld suchen sie bei denen, die nichts auf Weihnachten geben: Hauptsächlich andere Religionen. ...

Das ist ja genau, warum es mir ging. Wenn man mal einen Augenblick drüber nachdenkt, wird man feststellen dass einem rein gar nichts weg genommen wird. Denn nicht ein Weihnachtsmarkt fällt dadurch weg.

Und nun wie versrochen zu Elderlord;

Nicht alles in Deutschland läuft glatt, was man alleine schon an den Djihadisten sieht, die von Deutschland aus nach Syrien in den "heiligen Krieg" ziehen.

Ist schon richtig. Aber wie viele sind das? Wie viele kommen wieder? Und was machen die wenn sie wieder hier sind. Erst mal werden sie im Normalfall von Verfassungsschutz überwacht. Und selbst wenn es einer schaffen sollte einen Anschlag zu verüben, das dürfte wohl kaum dazu führen, dass sich signifikante Zahlen von Deutschen dazu entschließen Moslems zu werden. Eher im Gegenteil.

In Berlin-Kreuzberg sieht man ein Beispiel fehlgeschlagener Integration. In den Schulen werden deutsche Schüler gemobbt, nur wenige beherrschen annehmbares Deutsch  und auf den Straßen sieht man meist vollverschleierte Frauen.

Zuerst einmal, woher weißt du, dass es dort so ist? Mag ja sein, aber ich bin dort noch nie gewesen. Ich kann es nicht sagen. Du? Zum zweiten, wo ist dein Problem, wenn eine Frau einen Schleier trägt? Weil es nicht hier her gehört? (Dass unsere Urgroßmütter auch meißtens noch Kopftuch getragen haben mal beiseite.) Das so zu sehen bleibt dir unbenommen. Aber dann kannst du dich nicht als tolerant bezeichnen. Denn warum soll die Frau nicht tragen können, was sie will. Solange sie genauso jeden tragen lässt, was sie/er will. Oder glaubst du die wollen das alle gar nicht und werden nur von den Männern in ihrer Familie dazu gewungen?

Man muss sie schulisch bilden und ihnen deutsche Werte zeigen.

Du setzta also vorraus, dass alle die nach Deutschland kommen, ungebildet sind!? Woraus du das ziehst würde mich wirklich interessieren.

Nehmen wir mal ein anderes Beispiel: Ein deutscher Christ wandert in die Türkei aus. Man wird ihn dort willkommen heißen. Doch was wäre, wenn er auf die Idee kommt, kein Türkisch zu lernen, ehebrechende Frauen zu steinigen, nicht-Christen zu töten oder die Abschaffung aller islamischen Feiertage zu fordern?

Wer Ernstzunehmendes bitte fordert die Abschaffung auch nur eines Christlichen Feiertages? Geschweige denn, bringt ungestraft Leute um? Das ist immer noch Mord und der ist schon immer strafbar, und wird es auch bleiben. Und woher nimmst du die gewissheit, dass es verpflichtend ist Türkisch zu können, um in der Türkei zu leben?

Fazit: Du sprichts ein paar Punkte an, die sachlich richtig sind. Das heißt aber nicht, dass sie wirkliche Probleme sind. Dafür sind sie in Wahrheit viel zu unbedeutend. Klar läuft auch in der Ausländerpolitik nicht alles gut, und es ist richtig darüber zu reden. Aber ich würde mir mehr Gelassenheit wünschen. Die armen Schweine, die ihr Leben auf´s Spiel gesetzt haben um es zu retten, sollten nicht als Sündenböcke herhalten müssen. Die Realität bie mir sieht nämlich so aus, dass sie nicht in der Fussgängerzone stehen und Korane verteilen sondern im Netto und sich überlegen was für Bier sie sich kaufen
.
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  23.01.2015, 18:25
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Ich war Teil heute der größten Demo in der Region, eine Anti-Pegida.
Damit ist meine Gesinnung schon Bekannt aber auch ich bin sowas wie ein Flüchtling, da ich vom Osten nach Südwest-Deutschland gezgogen bin, aber natürlich ist das überhaupt nicht Vergleichbar mit einem wirklichen Flüchtling oder Asylsuchenden.

Ich verstehe das viele Pegida-Teilnehmer einfach Frust und Abstiegsangst haben aber man kann es doch nicht schon wieder auf Rechtsmannier tun, in dem man die Schuld bei Niedrigeren, Minderheiten und dem Unbekanntem Mitmensch sieht. Deutschland ist ein Flickenteppich und dieser tolle Deutsche Wirtschaftswunder war auch nur möglich durch Zuwanderung...
"Ihr lacht über mich, weil ich anders bin? Ich lache über euch, weil ihr alle gleich seid!"
"Einen Staat, der mit der Erklärung, er wolle Straftaten verhindern, seine Bürger ständig überwacht, kann man als Polizeistaat bezeichnen." Ernst Benda (ehem. Präsident Bverfg)
  23.01.2015, 21:40
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Das ist ja genau, warum es mir ging. Wenn man mal einen Augenblick drüber nachdenkt, wird man feststellen dass einem rein gar nichts weg genommen wird. Denn nicht ein Weihnachtsmarkt fällt dadurch weg.
Im Grunde doch. Ein Weihnachtsmarkt ohne Weihnachtsstimmung ist nunmal kein Weihnachtsmarkt, und gerade deswegen gehen doch viele... oder zumindest einige Leute erst hin.

Der schönste Weihnachtsmarkt auf dem ich je gewesen bin war übrigens ein bäuerlicher, auf einem Bauernhof. Fast alles mit Tannen und Holz ausgekleidet, die Produkte handgemacht aus Holz und/oder Glas (Weihnachtsdeko wie Sterne, Engelchen, Krippenfiguren usw.), Weihnachtsmusik kam direkt von einer Gruppe mit Blockflöten und ein paar anderen Instrumenten, Glühwein gab es in kleinen Keramikbechern...
Wenn man da Weihnachten durch Winter ersetzen würde, dann kann man den Markt gleich ganz weglassen und nur den Glühweinstand hinstellen. Meine ganze Familie hätte dann zumindest keinen Grund mehr hinzugehen - nur dass wir zum Glück schlau genug sind, die Schuld nicht bei Religionen und deren Anhängern zu suchen, sondern bei Politik und Veranstaltern.
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  23.01.2015, 23:51
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