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Thema: Manga Anime und Ihr...  (Gelesen 81445 mal)

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Ich habe mir heute nach langem Zögern Wie der Wind sich hebt angeschaut, Altmeister Hayao Miyazakis letzten Film. Gezögert habe ich, weil ich die Kontroverse mitverfolgt habe, die dieser Film in seinem Heimatland Japan ausgelöst hat.

Letztendlich muss ich sagen, es ist schwer, zu diesem Film eine Meinung zu haben. Er ist sehenswert, aber doch sehr viel ernster und thematischer als jeder andere Studio Ghibli Anime. Es ist kein wirklicher Familien-Film. Ich würde sogar sagen, er ist nicht einmal für eine bestimmte Altersgruppe zu empfehlen.

Ich interessiere mich leider gar nicht für Fliegerei und auch nicht für das Flugingenieurswesen, darum drohte der Film bei mir zur Mitte hin stark abzusinken. Der Anfang ist interessant, weil man ein paar historische Einblicke in das Japan vor dem zweiten Weltkrieg sammeln kann. Nachdem Jiro aber an seiner Maschine tüftelt, wurde mir tatsächlich etwas langweilig. Das ganze gibt sich wieder, wenn etwa ab der Hälfte des Films mehr auf das Privatleben des Protagonisten eingegangen wird und der Film sich seiner Liebesbeziehung zu Naoko zuwendet - die in der Tat sehr bewegend ist.

Gar nicht gefallen haben mir Miyazakis Schnitte und Zeitsprünge in diesem Film. Die wirken etwas unzusammenhängend. Ich brauchte jedes mal Minuten, um mich wieder zu orientieren und zu wissen wo / in welcher Zeit ich bin und was in der Zwischenzeit passiert ist. Auch die fortwährenden Traum-Sequenzen, die sich mit der Realität überschneiden und den authentischen Anspruch des Films zu ruinieren scheinen, neigen dazu, den Zuschauer mehr zu verwirren, als dass sie dienlich sind.

Meine Befürchtung, dass der Film Krieg bzw. Kriegsmaschinen glorifizieren würde, hat sich nicht erfüllt. Ganz im Gegenteil. Der Film findet klare Worte zu diesem Thema und es mangelt nicht an kritischen Untertönen. Trotzdem hat mich der Film etwas unzufrieden zurück gelassen. Hauptsächlich wohl, weil mir für einen Anime von Hayao Miyazaki noch irgendetwas gefehlt hat. Vielleicht mehr von dem Charme seiner älteren Werke, die vielleicht weniger authentisch waren, dafür aber mehr das Herz berührt haben.
« Letzte Änderung: 03.12.2014, 20:55 von Hanrok »
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  03.12.2014, 20:49
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@Hanrok: Ich muss mich bei dir bedanken, wegen deiner Empfehlung von "Guardian of the Spirit". Vor kurzem zu Ende geschaut und es ist wirklich ein toller Anime. Ich weiß nicht, ob ich den sonst überhaupt je gefunden hätte. :)

Habe die letzten Abende damit verbracht, mich endlich auch den Filmen zu "Mahou Shoujo Madoka Magica" zu widmen. Ich werde diesen Post hier in zwei Teile unterteilen - Teil 1 für die ersten beiden Filme und Teil 2 für den dritten Film.

Warum? Nun, Film 1 (The Story of the Beginning) und Film 2 (The Story of Eternity) sind im Endeffekt nur eine Zusammenfassung der 12-Teiligen Animeserie. Dabei fasst "The Story of the Beginning" die ersten 8 Episoden in circa 2 Stunden zusammen. Natürlich wurde da gekürzt und komprimiert, doch man hat definitiv an den richtigen Enden gespart. Trotz der Kürzungen wird die Handlung schlüssig erzählt und alle wichtigen Informationen und Elemente werden wiedergegeben. Lediglich das Weglassen von Mamis Wunsch ist mir leicht negativ aufgefallen, das wirkt sich zwar so gut wie gar nicht auf den Plot aus, hilft aber, ihren Charakter etwas besser zu verstehen. Auch wird es versäumt, den Unterschied zwischen einer Witch und einem Familiar zu erklären - das wird dann an einer Stelle quasi vorrausgesetzt, ist aber auch nicht so schwer, aus dem Kontext heraus zu verstehen. Ansonsten lässt sich sagen, dass die Kämpfe überarbeitet wurden und im Vergleich zur Serie etwas cineastischer rüberkommen. Auch die Verwandlungsszenen sind anders und passen meiner persönlichen Meinung nach so besser zu den jeweiligen Charakteren.
Es gibt eine Szene, die auch schon in der Serie vorkam (mir aber erst im Film aufgefallen ist), und ich weiß nicht ob sie so gedacht war oder ich da zu viel hineininterpretiere, aber diese würde ich als wohl genialstes "Forshadowing" (andeuten eines zukünftigen Ereignisses) beschreiben, welches ich bisher so in Filmen/Serien bemerkt habe. Ich packe das in einen Spoiler am Ende des Posts, da es ... nunja, eben ein Spoiler ist.
Einige Stücke des (wohl gemerkt außerordentlich guten) Soundtracks wurden neu arrangiert, was ebenfalls ein wenig Frische bringt.
Selbst, wenn man die Serie an sich gesehen hat, kann man den ersten Film gut anschauen. Natürlich ändert sich am generellen Plot nichts, aber es gibt viele kleine Änderungen. Ein Muss ist der Film allerdings sicher nicht, wenn man den Anime gesehen hat.
Wenn der erste Film die ersten 8 Episoden umfasst, so behandelt der zweite Film "The Story of Eternity" logischerweise die restlichen 4 und somit im Grunde das Finale des Anime. Grundsätzlich gilt hier vieles, was ich schon zum ersten Film gesagt habe - überarbeitete Animationen, Veränderte Szenen, neu arrangierte Musikstücke. Dieser Film geht etwa 110 Minuten (schätzungsweise 100 ohne Opening/Ending und dem Teaser zum dritten Film am Schluss) und kommt ohne Kürzungen aus - vielmehr wurden Szenen dadurch länger, es gibt auch einige neue und andere, die aus den ersten 8 Episoden hierher verschoben wurden (z.B. Madokas Traum, der in der Serie eigentlich den Anfang von Espisode 1 war). Hier lohnt es sich also auch für diejenigen, die die Serie kennen, trotzdem einen Blick hineinzuwerfen.
Deswegen würde ich jenen, die die Serie gesehen haben, trotzdem bei Film 2 anzufangen, da einige der neuen/längeren Szenen durchaus sehenswert sind.

So, und jetzt zu Film Nummer 3 - "The Story of the Rebellion". Die Original-Serie wurde ja durch die ersten beide Filme abgehandelt, was bedeutet, das hier die Story weitergeführt wird. Die Protagonistin hier ist definitiv Homura Akemi, die allerdings auch schon in der vorherigen Handlung eine wichtige Rolle eingenommen hat. Was will ich schon gorßartig sagen, ohne zu spoilern ... wer die Serie selbst schon als komplex betrachtet hat, der wird sich wundern ... Rebellion ist meiner Meinung nach nichts anderes als der personifizierte Mindfuck. Im positiven Sinne.
Es geht schon gleich am Anfang los - man sieht das Setting und denkt sich einfach nur: "Was zur Hölle? Das ergibt keinen Sinn! Was ist denn aus den vorhergegangenen Geschehnissen geworden!" Es wirkt beinahe, als würde die Serie von vorne beginnen. Dann aber auch wieder nicht, einige Einflüsse des Endes der Serie sind vorhanden. Alles wirkt verschoben und deplaziert, konfus und seltsam. Dann löst sich die Problematik, langsam fangen die Dinge an, einen Sinn zu ergeben. Die Auflösung hat mich verblüfft und war schlüssig und clever, dann folgt das vermeindliche Finale. Und in dem Moment, in dem dann das Happy End eintreten sollte, geht dann erst der richtige Mindfuck los. Wie gesagt, es ist schwer, das ganze zu erklären, ohne zu spoilern ... ich habe die letzten 20 Minuten oder so mit offenem Mund dagesessen und konnte es kaum fassen. Das Ende ist wirklich seltsam, weder Gut noch Schlecht. Das führte aber zumindest bei mir auch dazu, dass Rebellion irgendwie einen faden Beigeschmack hinterlassen hat ... das Ende macht nach einiger Überlegung Sinn, kann aber auch wieder als Cliffhanger gesehen werden - kurzum, ich war am Ende nicht voll und ganz zufriedengestellt.
Das ändert aber nichts daran, dass ich die Weiterführung der Serie sehr gefeiert habe. Zumindest Rebellion lege ich jedem ans Herz, der die Serie geschaut hat und auch nur entfernt wissen will, wie es weitergeht.

Der Spoiler zu der Forshadowing-Geschichte:
Klappbox
Noch recht zu Anfang (nachdem Mami Madoka und Sayaka vor der Hexe rettet), unterhalten Mami, Madoka und Sayaka sich in Mamis Wohnung. In einem Ausschnitt sehen wir dabei Mamis Spiegelbild im Glastisch, um den sie herumsitzen, und mit etwas Fantasie sieht es so aus, als würde ihr Kopf in ihrem Schoß liegen. Der Punkt an der Sache ist, das Mami im Kampf gegen die Hexe Bebe stirbt, indem Bebe ihr den Kopf abbeißt ... wie gesagt, vielleicht interpretiere ich da zu viel hinein, aber wenn das beabsichtigt war, dann ist das eine äußerst clevere Andeutung auf Mamis Tod.


Und als Abschluss muss ich einfach die "Cake Song"-Szene aus Rebellion packen ... die ist so herrlich weird, dezent creepy und der Song ist seither mein derzeitiger Ohrwurm. :D Außerdem zeigt die Szene perfekt, was den Artstyle und die Atmosphäre von Madoka Magica im Allgemeinen ausmacht. (Keine Sorge, enthält im Grunde keine Spoiler, solange man den Film nicht kennt - selbst dann muss man schon clever sein, die Andeutungen zu verstehen, ich musste sie auch nachlesen ^^)
« Letzte Änderung: 27.12.2014, 21:52 von Arukai »
I've been playing MMOs for a long time. And if theres one thing I learned, it's that lions do not concern themselves with the opinions of sheep.
Just take that little voice in your head that tells you to be tactful and understanding - and shoot it. Shoot it in the god damn face.
~Kirito~
  27.12.2014, 21:46
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  • Skelett-Krieger
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Ich buddel mal aus (nicht ganz) aktuellem Anlass den Thread mal wieder aus.

Als selbsternannter Anime und Zeichentrick-Afficionado muss ich zu meiner Schande gestehen, dass ich erst jetzt mitbekommen habe, dass Studio Ghibli eine unbefristete Pause eingelegt hat und sich offiziell von der Produktion von Feature-Filmen (Kino-Produktionen) verabschiedet hat. Der 2015 erschienene "Erinnerungen an Marnie" wird Ghilbi's letzter Kinofilm gewesen sein. Ich muss sagen, dass mich das doch ziemlich bestürzt hat.

Zu den Gründen und Gerüchten, das Studio würde nun ganz dicht machen, will ich jetzt nicht alles wiederholen, was anderswo ausführlich nachzulesen ist. Stattdessen lasse ich mal diesen Link da, der alle Unklarheiten beseitigen dürfte:

Studio Ghibli und die Zukunft der 2D Animation

 :(  :(  :(  :(  :(  :(
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  16.03.2016, 23:14
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  • Gräfin
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“Never apologize for being nerdy, because unnerdy people never apologize for being assholes.”
- John Barrowman -
  16.03.2016, 23:49
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Ja, es ist sehr bedauerlich. Habe zuletzte Prinzessin Kaguya im Kino gesehen, der wirklich außergewöhnlich war. Erinnerungen an Marnie ist leider total an mir vorbeigegangen, muss wohl irgendwann, irgendwo mal nachgeholt werden. An "The Wind Rises" habe ich besonders schöne Erinnerungen, weil ich den England mit meiner Freundin gesehen habe. Zufällig entdeckt, darüber gefreut, dass es ihn schon gibt und in Deutschland noch nicht und weil meine Freundin so ein großer Fan von Ghibli ist war das auf jeden Fall ein schönes erlebnis, obschon der Film meines Erachtens nicht so phänomenal wie andere Ghibils war.
« Letzte Änderung: 16.03.2016, 23:52 von Oynox »
  16.03.2016, 23:50
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Oh man.  :(
Vor einigen Monaten hatte ich mir Das wandelnde Schloss angesehen, der Nostalgie wegen. Was für ein Film...
De caligine clamavi ad te Lumine.
  17.03.2016, 14:11
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  • Späher
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Princess Kaguya war ein Meisterwerk (Und für einen Oscar nominiert...)! Dennoch gibt es Hoffnung. Mamoru Hosoda, ein etablierter Zeichner, wurde von Hayao Miyazaki selbst gelobt. Seine Filme haben dieses klassische "Studio Ghibli" - Feeling und sind wunderschön gezeichnet. Natürlich kann es den Verlust dieses tollen Studios nicht wett machen, aber in Zukunft wird es wohl noch Filme geben, die einen das Gefühl geben Ghibli zu sehen.
Insbesondere kann ich da "Wolf's Children" oder "Summer Wars" empfehlen c:
Barrelphobie--> Backphobie
  17.03.2016, 14:51
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  • Diplomat
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Studio Ghibli wollte weiterhin so viel wie möglich von Hand zeichnen - aber so hohe Zeichenqualität ist teuer geworden. Deshalb hatte die Firma es schon schwerer als andere Anime Studios.
Dafür werden sie aber immer DAS Anime Studio bleiben. Zumindest für mich.

Ich hatte gehofft dass sie noch an Ni No Kuni 2 mitarbeiten... immerhin haben es ein paar ihrer Leute geschafft, ein Charakter Designer und ein Komponist von Studio Ghibli arbeiten an dem Spiel mit:

http://www.youtube.com/watch?v=wqon_9QfnNQ
  17.03.2016, 15:06
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  • Skelett-Krieger
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Dennoch gibt es Hoffnung. Mamoru Hosoda, ein etablierter Zeichner, wurde von Hayao Miyazaki selbst gelobt. Seine Filme haben dieses klassische "Studio Ghibli" - Feeling und sind wunderschön gezeichnet.
Insbesondere kann ich da "Wolf's Children" oder "Summer Wars" empfehlen c:

Hm, ja. Hosada wurde einst als Nachfolger für Miyazaki gehandelt, steht aber längst bei einem anderen Studio unter Vertrag.

Außerdem kommt der Mann von seinen "Digimons" nicht los. "Summer Wars" mag toll für Leute sein, die nur Marginal etwas von Computern verstehen - so wie Hosada offensichtlich auch - aber er ist ein Albtraum für jeden, der weiß, wie Computer funktionieren. Der Film ist einfach auf so vielen Ebenen hirnrissiger Unfug, dass es die eigentliche Erzählung um Werte wie Freundschaft, Zusammenhalt, Familie komplett ruiniert.

Sein einzig wirklich meisterhafter Streifen bleibt "Das Mädchen, das durch die Zeit sprang". Wer's nicht kennt, sollte das unbedingt nachholen.

http://www.youtube.com/watch?v=vzpcK0HAq9g
« Letzte Änderung: 17.03.2016, 23:04 von Hanrok »
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  17.03.2016, 20:36
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  • Skelett-Krieger
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Wo wir unlängst über würdige Nachfolger von Studio Ghibli sprachen, möchte ich euch unbedingt Patema Inverted von Purple Cow Studios ans Herz legen.



Der Film hat alles, was ein guter Anime für die ganze Familie braucht. Er wartet mit einer originellen und interessanten Idee auf, ist spannend, witzig, und auch ein bisschen romantisch. Auch der Soundtrack ist sehr schön und passt wunderbar zur Handlung und den Bildern. Vielleicht regt er sogar ein bisschen zum Nachdenken an, denn er veranschaulicht, wie sehr unsere Vorstellung von der Welt von der persönlichen Perspektive abhängt. Für Action und Superhero-Fans ist der Film allerdings nichts.

Der Streifen macht mehr als nur ein paar Anleihen bei Studio Ghibli, im Sinne einer respektvollen Verneigung. Ein wenig fühlte ich mich an "Das Schloss im Himmel" erinnert, auch wenn das Kernthema hier ein ganz anderes ist.

Negativ fand ich nur, dass ein paar der Szenen etwas Spannungsarm wirkten und den Film unnötig in die Länge zogen.

Alles in allem aber großartige Anime-Unterhaltung. Das IMDB Rating von 7,4 ist fair. Deutsche Synchronisation allgemein gut, die Sprecher der Hauptpersonen Patema und Age (Eiji) exzellent.

http://www.youtube.com/watch?v=Aa7sa-Zd-3E
« Letzte Änderung: 19.04.2016, 19:44 von Hanrok »
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  19.04.2016, 19:35
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  • Skelett-Krieger
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Ich habe meine Liste von Lieblingsanimes aktualisiert.

Usagi Drop (Bunny Drop)
Comedy, Drama, Slice of Life, Josei

Der Name ist Programm, denn dem 30-jährigen Daikichi fällt tatsächlich ein Häschen in den Schoß; und zwar in Form der 6-jährigen Rin.

Inhalt: Junggeselle Daikichi hat sein Leben bisher ziemlich egoistisch verbracht; er hat gearbeitet, gefeiert und gefaulenzt, wie es ihm gerade passt. Doch als sein Großvater im Alter von 79 Jahren stirbt, hinterlässt er der Großfamilie überraschend eine kleine Tochter, die scheinbar aus einem Techtelmechtel mit seinem Hausmädchen stammt. Doch von der Mutter fehlt jede Spur. Für die Familie ist die verschlossene Rin ein Schandfleck, darum will sich niemand des Mädchens annehmen. Schnell wird vorgeschlagen, die Kleine in ein Heim abzuschieben. Da reicht es Daikichi und er nimmt Rin bei sich auf. Das stellt sein Leben gehörig auf den Kopf und schon bald muss er einsehen, dass es nicht leicht ist, ein Kind großzuziehen. Also macht Daikichi sich auf die Suche nach Rins Mutter, um zu erfahren, warum sie das Kind aufgegeben hat - und wie sie heute über Rin denkt...

Mein Fazit: Der rührendste Anime, den ich bisher gesehen habe. Hier gibt es keine große Action und auch kein überzogenes Drama. Stattdessen ist es wahrlich "Slice of Life", also aus dem Leben gegriffen. Trotzdem ist die Geschichte alles andere als langweilig, weil man sieht, wie die Hauptfiguren wachsen und einander verändern.
Kimi ni Todoke (Nah bei dir)
Comedy, Drama, Romance, School, Shōjō

Wörtlich übersetzt heißt der Titel eigentlich "Dich zu erreichen", und genau das ist Thema dieser Serie.

Inhalt: Die 15-jährige Sawako würde sich gerne mit ihren neuen Klassenkameraden anfreunden, allerdings ist sie furchtbar schüchtern und sehr unbeholfen im Umgang mit anderen Menschen. Das wäre ja alles nur halb so schlimm, hätte sie nicht auch noch Ähnlichkeit mit der Figur der "Sadako" aus den "Ring" Horrorfilmen, weswegen sie sich eigentlich schon daran gewöhnt hat, verspottet und missverstanden zu werden. Eines Tages wird der Klassenschwarm Kazehaya auf sie aufmerksam und bemüht sich, sie mehr in die Klassengemeinschaft einzubeziehen. Das führt dazu, dass Sawako sich langsam öffnet. Schon bald entwickelt sich zwischen Sawako und den recht unterschiedlichen und eigenwilligen Mädchen Ayane und Chizuru die erste, richtige Freundschaft. Aber auch zwischen Kazehaya und Sawako scheint sich etwas zu entwickeln - was für eine Menge Gerede und Neider in der Schule sorgt...

Mein Fazit: Selten hat mich eine Anime-Serie so mitgerissen. Bis zur letzten Folge freut man sich für Sawako und leidet mit ihr mit. Die wahren Stars dieser Serie sind aber nicht Sawako und Kazehaya, sondern ihre Freunde. Wer wendungsreiche Geschichten über Freundschaft, Liebe und das Überwinden innerer Mauern mag, dem sei Kimi ni Todoke ans Herz gelegt.
Toradora!
Comedy, Drama, Romance, School

"Es gibt etwas in dieser Welt, das noch niemand gesehen hat. Es ist etwas sanftes und liebliches. Wenn du deine Augen darauf richten könntest, würdest du dich danach sehnen. Darum hat die Welt es versteckt, damit es niemand in die Hände bekommt. Aber eines Tages wird es jemand finden."

Inhalt: Eigentlich ist Ryuuji Takasu ein ganz gewöhnlicher Schüler. Aber wegen seiner Augen, die ihm sein Vater vererbt hat, halten ihn alle für einen gemeinen Schläger und Verbrecher. Eines Tages gerät er mit der gefürchteten Taiga Aisaka aneinander, die von allen "Handheld-Tiger" genannt wird, da sie klein und kämpferisch ist. Die zwei sind so grundverschieden wie Feuer und Wasser und der Ärger scheint vorprogrammiert. Doch dann finden sie heraus, dass sie heimlich verliebt in den besten Freund des jeweils anderen sind. Als sie ein Zweckbündnis schließen um einander zu verkuppeln, lassen Probleme und Missverständnisse nicht lange auf sich warten...

Mein Fazit: Eine durch und durch witzige und turbulente Liebesgeschichte, deren Ausgang man sich zwar schon früh denken kann, die deswegen aber kein bisschen weniger sehenswert ist. Die Geschichte lebt von den beiden sympathischen Protagonisten, und selbst die Nebenfiguren sind nicht nur Papp-Aufsteller.
Hotarubi no Mori e
Drama, Fantasy, Mystery, Romance

Der Titel bedeutet so viel wie "Im Wald des Lichts der Glühwürmchen".

Inhalt: Mit 6 Jahren verläuft sich die kleine Hotaru im Wald hinter dem Haus ihres Onkels, den sie jedes Jahr im Sommer besucht. Als sie vor Angst und Erschöpfung zu weinen beginnt, begegnet sie dem mysteriösen Jungen Gin, der eine Maske trägt und behauptet ein Yōkai zu sein, ein Geisterwesen aus der Shintō-Mythologie. Gin tröstet Hotaru und führt sie zurück aus dem Wald. Aus Dankbarkeit verspricht Hotaru dem Jungen, ihn wieder zu besuchen. Schnell freunden die beiden sich an und Hotaru verbringt fortan jeden Sommer mit Gin, den ein Geheimnis umgibt und der scheinbar nicht altert. Jahre vergehen, und aus dem kleinen Mädchen von einst wird allmählich eine junge Frau. Aber auch die Beziehung zwischen Hotaru und Gin verändert sich. Die beiden leiden darunter, dass sie aus verschiedenen Welten kommen und einander nicht berühren dürfen...

Mein Fazit: Dieser 45-minütige Film zeigt Anime wie sie sein sollte. In gefühlvollen, poetischen Bildern wird die zarte Romanze zwischen Hotaru und Gin vermittelt, ohne sich der typischen Klischees zu bedienen. Trotz Mystery und Fantasy hat die Geschichte eine sehr bodenständige Moral. Aber Vorsicht: Am Ende könnten ein paar Tränen fließen!
Aldnoah.Zero
Action, Drama, Mecha, Sci-Fi

Der erste Feind aus dem All, gegen den sich die Menschheit behaupten muss, ist der Mensch.

Inhalt: 1972 entdeckt die Apollo-Mission auf dem Mond ein Hypergate außerirdischen Ursprungs, das direkt zum Mars führt. Schnell führt dies dazu, dass der Mars kolonisiert wird. Doch die Siedler auf dem Mars entdecken noch mehr Hinterlassenschaften einer außerirdischen Zivilisation: allen voran das Aldnoah, eine mächtige und unerschöpfliche Energiequelle. Bestärkt durch die Macht, über die sie nun verfügt, erklärt sich die Marskolonie schon bald für unabhängig. Den Erdregierungen ist das Wissen um einen derart mächtigen Nachbarn natürlich ein Dorn im Auge. Und die hohen Militärs auf dem Mars schielen insgeheim begehrlich auf die blauen Ozeane Terras zurück...

Mein Fazit: Mecha ist eigentlich gar nicht so mein Genre. Aber diese Serie überzeugt durch eine gute Story und interessante Charaktere. Durch die moralischen Konflikte wird der Zuschauer berührt und nachdenklich gestimmt. Insgesamt ist diese Serie auch für ein älteres Publikum sehenswert, da hier durchaus "erwachsene" Themen zur Sprache kommen. Aber Vorsicht: Hier gibt es kein Happy-End.
Seirei no Moribito (Guardian of the Sacred Spirit)
Action, Drama, Fantasy, Martial-Art

Speerkämpferin Balsa muss Kronprinz Chagum vor den Häschern des Kaisers beschützen - und vor einem grausamen Schicksal.

Inhalt: Durch Zufall wird Speerkämpferin Balsa Zeuge, wie der Kronprinz des Kaiserreichs Yogo Ziel eines Attentatsversuchs wird. Als sie den jungen Chagum vor dem Ertrinken rettet, wird sie zum Dank in den Palast eingeladen. Dort wird sie in der Nacht von Chagums Mutter aufgesucht, die sie bittet, mit Chagum zu fliehen, da der Kaiser nach dem Leben seines eigenen Sohnes trachtet. Balsa will den Auftrag zunächst nicht annehmen, da sie dadurch ihr eigenes Leben verwirken würde. Doch da sie geschworen hat, acht Menschenleben zu retten, willigt sie schließlich ein. Fortan muss Balsa Chagum nicht nur vor den Attentätern des Kaisers beschützen, sondern auch vor den geheimnisvollen Kräften, die das Leben des Jungen bedrohen...

Mein Fazit: Das Jahr 2007 muss ein gutes Jahr für Anime gewesen sein. Ich habe selten eine so aufwändig produzierte, 26-teilige Animeserie gesehen. Studio Production I.G hat mit dieser Serie nicht weniger als ein Kunstwerk abgeliefert, das sich in Qualität und Anspruch mit den ganz großen Ghibli-Produktionen messen kann. Der aufwändige Soundtrack von Kenji Kawai, bestehend aus 56 Einzelstücken, unterstreicht die tiefe Atmosphäre der Serie noch. Vorlage für diese Serie war die Fantasy-Romanreihe der japanischen Erfolgsautorin Nahoko Uehashi - und das merkt man der Geschichte auch an. Die Handlung hat zwar einen recht einfachen Grundplot, überzeugt aber durch komplexe Charaktere, eine stimmige Atmosphäre, spannende Kämpfe und geschickte Wendungen.
Aishiteruze Baby (Love You Baby)
Comedy, Drama, Romance, School, Shoujou, Slice of Life

Kippei muss auf die kleine Yuzuyu aufpassen - aber das ist gar nicht so einfach.

Inhalt: Verantwortung ist für den 17-jährigen Schürzenjäger Kippei ein Fremdwort. In die Schule geht er eher für einen gesunden Schlaf, und natürlich um den Mädchen nachzustellen, denn die sind seiner Meinung nach sowieso alle gleich. Oder vielleicht doch nicht? Die verschlossene Mitschülerin Kokoro ist für ihn insgeheim schon etwas besonderes - doch die hasst Typen wie ihn, und lässt ihn das bei jeder Gelegenheit spüren. Eines Tages wird Kippei von seiner fünfjährigen Cousine Yuzuyu an der Tür begrüßt. Die Mutter der Kleinen hat vor einiger Zeit ihren Mann verloren, und ist mit ihrer Erziehung überfordert, weshalb sie das Kind bei ihrer Schwester in Obhut gibt. Da niemand außer Kippei Zeit hat, sich um Yuzuyu zu kümmern, obliegt es ab sofort ihm, die Kleine zu versorgen, ihr das Mittagessen zu machen, sie in den Kindergarten zu bringen, mit ihr zu spielen und ihre Tränen zu trocknen. Natürlich ist Kippei davon erst einmal überhaupt nicht begeistert, aber Yuzuyu entpuppt sich als so süß, dass sie spielend sein Herz erobert. Fortan kümmert sich Kippei rührend um Yuzuyu, wodurch sich ihm auch Kokoro allmählich öffnet. Doch Schule, Kindererziehung und Romanze unter einen Hut zu bringen, entpuppt sich als äußerst schwierig...

Mein Fazit: Die kleine Yuzuyu möchte man vom Fleck weg adoptieren. Aber diese Serie ist nicht nur süß - hier werden auch viele ernste Themen angeschnitten: Probleme mit Eltern, Probleme in der Schule, Eifersucht, Überforderung von Eltern, Kindesmisshandlung, Selbstverletzung, bis hin zu Suizid-Gedanken. Für den Freund bitter-süßer Dramen absolut zu empfehlen!
Ao Haru Ride (Blue Spring Ride)
Comedy, Drama, Romance, School, Shoujou, Slice of Life

Kann man eine Liebe wiederbeleben, die nie begonnen hat?

Inhalt: Mit dem Wechsel an die Oberschule möchte Futaba sich von Grundauf ändern und sich ab sofort so unweiblich wie möglich geben. Denn mit ihrer Mädchenhaftigkeit hat sie es sich auf der Mittelschule mit ihren Mitschülerinnen verscherzt. Außerdem hat sie es nie geschafft, ihrem Schwarm Kou ihre Liebe zu gestehen. Als dieser in der Oberschule wieder vor ihr steht, kann sie es zunächst nicht glauben, denn Kou trägt nun einen anderen Namen! Leider klappt es mit dem Neustart nicht so wie geplant, und zu allem Überfluss gesteht Kou Futaba, dass seine Gefühle nicht mehr die gleichen sind, wie damals.

Mein Fazit: Schönes Slice-Of-Life Drama um Jugendliebe und verpasste Chancen. Wer solche Geschichten mag, wird diese Serie lieben.
« Letzte Änderung: 29.08.2016, 17:57 von Hanrok »
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  29.08.2016, 17:52
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