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Thema: [Vollendet] Remator [Vorgeschichte zu Sarfenon]  (Gelesen 27772 mal)

  • Skelett-Krieger
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Da ich dieser Tage keine rechte Luft auf Vampire hatte hab ich mal damit begonnen eine Geschichte über Alduns Vergangenheit zu schreiben.

Der ganze Text ist eigenständig und setzt keinerlei Vorkenntnise vorraus, ist also eine gute Gelegenheit um einzusteigen und danach SArfenon zu lesen ;)

Wenn man um Alduns Vergangenheit schon weiß geht zwar viel des Mysteriums um ihn in Sarfenon verloren, es könnte aber auch gleichzeitig dem Charakter des Aldun Dunkelhand mehr Tiefe geben.

Zitat
„Um eine vollkommene Gesellschaft zu erschaffen
 müssen wir alles unvollkommene entfernen.“


Mit sanftem Flügelschlag schwebte der sonnengelbe Schmetterling von Blüte zu Blüte, die Abendsonne tauchte den Garten vor dem kleinen Landgut in ein mildes Licht. Auf einer aus feinstem Marmor bestehenden Bank, im Schatten eines gewaltigen Baumes saß eine Frau und blätterte in einem Buch. Ihr Haar war golden wie reifes Korn, ihre Augen blau wie das weite Meer, das hinter der Nordgrenze des Gartens zu sehen war. Sie trug ein schlichtes Kleid aus weißer Seide.
Nach einiger Zeit, der Schmetterling war inzwischen verschwunden, trat ein Mann aus dem kastenartigen Anwesen auf die mit Granitplatten gepflasterte Terrasse. Er war hoch gewachsen und athletisch, gekleidet in eng anliegenden, schwarzen Samt wirkte er fast schon königlich. Sein Gesicht war von beeindruckender Schönheit, mit hohen Wangenknochen und einer starken Nase, braunes, kurz geschorenes Haar bedeckte seinen Kopf. Der Mann trug eine silberne Brille mit kreisrunden Gläsern auf der Nase durch die seine braunen Augen den Garten argwöhnisch absuchten. Raschen Schrittes und mit hinter dem Rücken verschränkten Armen schritt der sehr streng wirkende Mann den geschwungenen Kiesweg im Schatten der herbstlichen Bäume entlang. Vor der Bank mit der Frau blieb er schließlich stehen und musterte sie.
„Nun meine Liebe, was tust du den ganzen Tag hier draußen?“
Nicht der leiseste Anflug eines Lächelns war auf seinem Gesicht zu erkennen.
Mit einem leisen Seufzen schlug die Frau das buch zu und blickte ihn aus ihren blauen Augen an. Sie mochte gut zwanzig Jahre alt sein während er bereits auf die Vierzig zuging.
„Nun, Lord Mevidar, ich lese.“
Der Lord legte den Kopf schief und zeigte Zähne, eine Geste, die nicht annähernd an ein Grinsen erinnerte dies wohl aber darstellen sollte.
„Das sehe ich. Du bist meine Frau Cecilia, auch wenn es dir vielleicht nicht passt habe ich doch ein Abkommen mit deinem Vater getroffen wie es Sitte ist. Du meidest mich, denke nicht dass mir das entgangen ist. Ab morgen wirst du das Haus nicht mehr verlassen bis du mir einen Erben geschenkt hast.“
Cecilia musterte den Lord abschätzend, ihr war die Gegenwart des Mannes offensichtlich zuwider.
„Wie der Lord wünscht. Es ist mir eine außerordentliche Ehre das Vögelchen im goldenen Käfig des großen Balmanar Mevidar zu sein. Noch dazu seine Zuchtstute…“
Der drahtige Adlige holte in einer blitzschnellen Bewegung aus und verpasst ihr eine schallende Ohrfeige.
„Hinein, sofort.“
Die Stimme des Mannes war kalt und tonlos wie zuvor, kein Zorn war darin zu hören.
Cecilia hielt sich die Wange und nickte nur stumm bevor sie sich erhob und ins Haus zurück eilte.
Lord Mevidar seufzte leise und nahm auf der Bank platz. Leise murmelnd nahm er sich die Brille ab und rieb sich die Nasenwurzel.
Warum musste dieses Weib auch so eigensinnig sein?
Wann immer er ihr einen guten Ratschlag gab schaltete sie auf stur und zwang ihn rabiat zu werden… Alles was er von ihr verlangte war ihm einen Sohn zu gebären, war das denn zu viel verlangt im Austausch gegen all den Luxus, den er ihr gab?
Er erhob sich schließlich von der marmornen Sitzgelegenheit, zupfte seine schwarze Kleidung zurrecht und schlenderte den Kiesweg entlang zur nördlichen Begrenzungsmauer des Gartens. Der Ozean umspülte wenige Meter entfernt die schroffen Felsen, die die Nordküste Imethaels bildeten. Es hatte ihn schon vor Jahren hierher in die Provinz verschlangen als er der Dekadenz der Metropole überdrüssig geworden war. Die Götter in ihrem Prachtbau und diese hochmütigen Rematoren, die sich aufführten als wären sie etwas Besseres… Hier im nahezu unberührten Nordosten hatte er dieses Anwesen errichten lassen und die Tochter eines alten Geschäftspartners, Cecilia, geheiratet. Es war eine arrangierte Hochzeit gewesen, ein Umstand der Cecilia offensichtlich zu wieder war, sie träumte noch Träume von Prinzen auf weißen Pferden…
Balmanar schnaubte verächtlich, dieses Mädchen sollte endlich damit aufhören aus der Realität zu fliehen und sich in Wünsche und Träume zu retten.
Und die Realität war er.  
  07.05.2006, 15:12
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Sehr schön und prima...hab allerdings die nachfolgende story nicht gelesen...ich finde ein paar formulierungen sind zu umständlich
  07.05.2006, 16:12
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  • Skelett-Krieger
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Wenn du keine Lust hast den ganzen Sarfenon-Text zu lesen kannst du auch einfach die Zusammenfassung lesen. Es sei denn natürlich du möchtest dich später überraschen lassen.  :D

Zitat
Aldun summte leise während er durch den Wald spazierte.
Er mochte den Wald, hier gab es viele schöne Tiere.
Der kleine Junge mochte etwa vier Jahre alt sein und trug schlichte Kleidung aus Leinen, an den Knien war sie bereits durchgescheuert. Sein Haar war zu kurzen Stoppeln geschoren und strohblond. Das Gesicht des Kleinen war rundlich, seine Augen blau wie die seiner Mutter.
Ab und an lachte er wenn einer der zahllosen Schmetterlinge, die den Wald bevölkerten, dicht vor ihm vorbei flog.
Praktisch seit er laufen konnte spielte er im Wald südlich des Anwesens, die Bäume hier waren alt und hoch, dennoch waren ihre Blätter lichtdurchlässig was etwa hüfthohen Farnbewuchs zuließ.
Er mochte den Wald, hier musste er nicht lernen, keine Texte lesen sondern konnte einfach durch die Gegend spazieren. Sein Vater war ein sehr strenger Mann und mochte es nicht wenn er im Wald spielen ging.
Aldun hatte das nie verstanden.
Seine Mutter jedoch ermutigte ihn immer dazu hinaus zu gehen wenn er frei hatte. Sie meinte dann immer dass er die Nähe zur Natur suchen sollte wann immer er die Zeit dazu hätte.
„Sohn!“, der plötzliche Ruf seines Vaters ließ den Kleinen aus seinen Gedanken aufschrecken.
Etwa zwanzig Meter entfernt bewegte sich die wie immer in Schwarz gekleidete Gestalt seines Vaters durch den Wald.
Lächelnd rief Aldun ihm zu und rannte lachend durch den Wald auf seinen Vater zu.
„Nun, wie oft habe ich dir gesagt dass du nicht in den Wald gehen sollst? Sieh dich doch nur an, du bist ganz dreckig.“
Verärgert über den Tadel blickte Aldun zu Boden und scharrte mit den Füßen im Moos.
„Mama sagt ich soll rausgehen, die Nähe zur Natur suchen…“
Der Junge hörte seinen Vater verächtlich grunzen, wie er es oft tat wenn von Mutter die Rede war.
„Deine Mutter ist eine Träumerin, Aldun.“
Der hoch gewachsene Lord Mevidar beugte ein Knie und legte seinem Sohn eine Hand auf die Schulter.
„Du bist doch kein Träumer, oder? Du bist ein Gelehrter Aldun, Träumer bringen es nie zu etwas.“
Aldun musste lächeln und fuhr sich mit dem Handrücken über die laufende Nase.
„Nein Vater, ich bin kein Träumer, ich bin ein Gelehrter.“
Ein Schmunzeln stahl sich auf die dünnen Lippen Lord Mevidars als er seinem Sohn ermutigend über die kurz geschorenen Haare strich.
„Gehen wir ins Haus zurück, du musst heute noch viel lernen, Mathematik wäre an der Reihe…“
Ein erschöpftes Seufzen entwich der kleinen Brust.
„Muss das sein? Du weißt doch wie sehr ich all diese Zahlen hasse…“
Der blasse Lord nahm seinen Sohn bei der Hand und führte ihn aus dem Wald.
„Zahlen sind wichtig. Wenn du die Zahlen beherrschst dann hast du einen starken Willen. Und mit einem starken Willen steht dir die Welt offen.“
In besonnenes Schweigen versunken nickte Aldun nur.
  09.05.2006, 18:29
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Ich habe Sarfenon erst vor kurzem fertig gelesen und ich finde es klasse dass du jetzt die Vorgeschichte zu Aldun schreibst da er mich sehr interessiert hat.
Freue mich schon darauf die fertige Vorgeschichte zu lesen :)
  10.05.2006, 12:45
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  • Reisender
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Zitat
Du bist ein Gelehrter Aldun, Träumer bringen es nie zu etwas.

da muss ein komma hin:

Du bist ein Gelehrter, Aldun, Träumer bringen es nie zu etwas.
  10.05.2006, 14:11
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  • Skelett-Krieger
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Ah, freut mich dass es gefällt.
Wie hat dir Sarfenon als solches denn gefallen, Riddler?

Der Fehler wird ausgebessert.
  10.05.2006, 17:35
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  • Skelett-Magier
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So, so, Familienverhältnisse, Beziehung, alles sehr gespalten, die Umwelt formt den Charackter ;)

Mal sehen wie es weiter geht.
Meine Signatur war 17 Pixel  :ugly: zu hoch, nach einer so langen Zeit...  oO :censored:
Aber was soll man machen :| nun bleibt mir nur noch eins, ich brauch ne neue ;), wer Vorschläge hat, PN an mich oder den Papst  :er-wars:.
Solange :wayne: :frieden:
  11.05.2006, 15:54
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  • Skelett-Krieger
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Hier ein Punkt auf den schon in Sarfenon angespielt wurde, genauer gesagt an dem Punkt als Aldun sich an die Blutmagie erinnert ;)

Zitat
„Wer steht im Rang höher, ein Remator oder der General des Reichs?“
Lord Mevidar schritt langsam in dem mit dunklem Holz getäfelten Raum auf und ab. Karten bedeckten die Wände und unzählige Bücher waren zu schwankenden Türmen aufgestapelt. Auf dem wuchtigen Schreibtisch, den Alduns Vater als Arbeitsplatz zu benutzen pflegte türmten sich unzählige von Pergamentrollen.
Ordnung war etwas für Leute ohne Fantasie, pflegte er immer zu sagen.
Noch über die Frage nachdenkend begann der junge Aldun über die Tischkante zu streifen.
„Der Remator… Er steht direkt unter den Göttern und kann allen anderen Dienern des Lichts befehlen. Sein Wort ist das Wort der Götter.“
Mevidar nickte stumm.
„Gut… Damit hätten wir die Politik für heute auch erledigt. Du kannst jetzt gehen.“
Aldun lächelt fröhlich und eilte kurzen Schrittes aus dem Raum während sein Vater sich wieder über die Dokumente auf dem Schreibtisch hermachte.
Er arbeitete einfach viel zu viel, vielleicht wäre er nicht immer so traurig wenn er mehr spielen würde…
Der Kleine zuckte mit den Schultern. Sein Vater würde schon wissen was richtig war und was nicht, immerhin wusste er so unheimlich viel.
Ja, Vater musste wirklich alles wissen.
Dicker, roter Teppich bedeckte den Boden des Ganges im Obergeschoss des Anwesens. Aldun mochte das Anwesen nicht besonders, dass ganze dunkle Holz und die roten Polster machten ihm Angst wenn er des Nächtens auf die Toilette musste oder Durst hatte.
Er hätte fast vor Schreck geschrieen als vor ihm die Tür zum Schlafzimmer aufschwang und seine Mutter heraus trat.
Sie musste einmal eine sehr schöne Frau gewesen sein, aber jetzt waren ihre Augen blutunterlaufen und ihr blondes Haar zerzaust.
„Na mein Sonnenschein, wie geht es dir? Musstest du wieder irgendwelche langweiligen Sachen lernen?“
Der kleine Aldun musterte seine Mutter verständnislos.
„Ich finde die Sachen gar nicht langweilig. Außerdem ist es Vater sehr wichtig, dass ich lerne. Wissen ist doch nichts Schlechtes.“
Seine Mutter betrachtete ihn nachdenklich.
„Weißt du, Wissen kann einem auch im Weg stehen, es versperrt einen den Blick auf die wesentlichen Dinge. Deinem Vater ist genau das passiert, in seiner Gier nach Wissen hat er verlernt wie man fühlt, hat verlernt wie man lebt.“
Als Aldun die Stirn runzelte seufzte seine Mutter nur erschöpft.
„Ach, dazu bist du wohl noch zu jung… Sei einfach vorsichtig beim Lernen, Wissen kann einen Menschen zerstören. Die Seele versteinern.“  
Der Junge beachtete die Worte seiner Mutter nicht weiter als er das Haus verließ um im Wald zu spielen…

Aldun schlug die Augen auf.
Durch einen schmalen Spalt in den Vorhängen fiel ein Balken Mondlicht auf sein gewaltiges Himmelbett.
Was hatte ihn geweckt? Draußen war alles ruhig, geträumt hatte er auch nicht.
Gähnend wühlte er sich aus den weißen Lakenbergen, sein blondes Haar stand wirr in alle Richtungen ab.
Er war durstig…
Noch im Halbschlaf schlürfte der Kleine aus dem Zimmer hinaus in den Gang.
Überrascht blickte er zur Tür des Arbeitszimmers, ein goldener Balken Licht fiel darunter hervor.
Gedämpfte Stimmen waren zu hören…
„Was soll all das? Warum holst du mich mitten in der Nacht aus dem Bett?“
Es war die Stimme von Alduns Mutter.
Ohne weiter nachzudenken schlich der Junge sich zur Tür.
„Was das soll? Ich habe dich heute Abend mit Aldun gehört… Ich bin also blind für das Wesentliche, wie?“
Mit vorsichtigen Bewegungen näherte Aldun sich dem Schlüsselloch und blickte hindurch.
Sein Vater saß hinter dem Schreibtisch und hatte die Spitzen seiner blassen Finger aneinander gepresst, Zorn stand ihm ins Gesicht geschrieben, auf dem Schreibtisch stand eine seltsame, goldene Schale, die Aldun noch nie zuvor gesehen hatte.
Alduns Mutter stand auf der anderen Seite des Tisches und hatte die Hände in ihrem Nachtgewand zu Fäusten verkrampft.
„Ja, dass bist du Balmanar. Du hältst den Jungen von der Welt fern, verhinderst dass er lebt! Es ist genug wenn du dein Leben mit all diesen Büchern, Zahlen und Daten verschwendest, ich werde nicht zulassen dass du das mit unserem Sohn auch tust!“
Die braunen Augen des Lords gewonnen hinter den runden Gläsern seiner Brille noch an Härte.
„Ich verschwende mein Leben also? All das was du hier siehst…“
Lord Mevidar machte eine ausladende Geste und erhob sich langsam.
„Habe ich mir mit meinem Verstand erarbeitet. Habe jeden überflügelt, der mir unterlegen war. Aldun hat großes Potenzial, größeres noch als ich. Er kann ein Remator werden, sein Wissensdurst ist schier unbegrenzt! Dir wäre es wohl lieber er würde ein einfacher Händler oder Goldschmied werden, was?“
Aldun sah wie seine Mutter dunkelrot anlief.
„So wie mein Vater, wie? Ein Mann der so töricht war seine Tochter an ein kaltes Monster zu verkaufen dem der Wille seine Sohnes egal ist.“
Langsam, einem Raubtier gleich schritt Lord Mevidar auf Alduns Mutter zu.
„Ein Monster, Cecilia, ein Monster? So siehst du mich also? Nach all diesen Jahren hast du nicht gelernt mich zu lieben?“
Der Vater des jungen Aldun schloss seine Hände um die sich währende Frau und drückte sie entgegen allen Widerstandes an sich.
„Ich liebe dich nicht Balmanar, und dass weißt du. Du hast mir mein Leben, meine Träume gestohlen.“
Mevidar nickte stumm.
„Komm, meine liebe Cecilia, ich will dir etwas zeigen…“
Mit sanfter Gewalt führte er sie hinter den Schreibtisch und  deutete auf die Schale.
„Sieh hinein.“
Skeptisch tat die Mutter des jungen Aldun wie ihr geheißen war.
„Was im Namen…“
Weiter kam Cecilia Mevidar nicht.
Der Lord ergriff einen wie ein Messer geformten, goldenen Brieföffner, der auf dem Schreibtisch lag und stach damit auf den Hinterkopf seiner Frau ein.
Aldun wollte schreien aber war wie gelähmt, wieder und wieder stach Lord Mevidar auf den Hinterkopf der mittlerweile reglos mit dem Gesicht in der Schale liegenden ein.
Blut bedeckte seine ganze Kleidung, den Schreitisch.
Plötzlich hielt der Lord in seinem Wahn inne, legte den Kopf schief und schien zu lauschen.
„Ja… Ich weiß… Ihr hattet Recht… Die Ganze Zeit über… Ich werde tun was ihr von mir fordert… Aber lasst Aldun am Leben.“
Die Schale auf dem Schreibtisch begann plötzlich in einem tiefen Ton zu vibrieren, all das Blut im Raum setzt sich wie von Geisterhand in Bewegung und floss in die Schale.
Die Lähmung wich aus den Gliedern des jungen Aldun.
Er musste weg von hier, in sein Zimmer zurück, sein Vater würde ihn sicher ebenfalls töten wenn er ihn beim Lauschen erwischte!
  11.05.2006, 18:00
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  • Knochenfürst
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Also, ich muss sagen, deine Formulierungen werden immer besser, Exterminas! Mir gefällt diese Geschichte seeehr gut, endlich lernt man den alten Vater des alten Aldun kennen... Hätte nie gedacht, dass er mal so unschuldig war... ;)
In tiefen kalten hohlen Räumen,
Wo Schatten sich mit Schatten paaren,
Wo alte Bücher Träume träumen,
Von Zeiten als sie Bäume waren,

Wo Kohle Diamant gebiert,
Man weder Licht noch Gnade kennt,
Dort ist's wo jener Geist regiert,
Den man den Schattenkönig nennt.
  11.05.2006, 18:28
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  • Skelett-Magier
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Aldun erinnert mich immermehr mehr an einen kleinen Jungen namens Hermann, der später, so 1941, Offizier in einem KZ werden sollte ;)

Gute Arbeit, der Verbindung des Klischees mit dem Inhalt.
Meine Signatur war 17 Pixel  :ugly: zu hoch, nach einer so langen Zeit...  oO :censored:
Aber was soll man machen :| nun bleibt mir nur noch eins, ich brauch ne neue ;), wer Vorschläge hat, PN an mich oder den Papst  :er-wars:.
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  13.05.2006, 00:34
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  • Skelett-Krieger
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Zitat
Original von The little big ?????
Aldun erinnert mich immermehr mehr an einen kleinen Jungen namens Hermann, der später, so 1941, Offizier in einem KZ werden sollte ;)

Gute Arbeit, der Verbindung des Klischees mit dem Inhalt.

Was, echt? An sowas hab ich nicht gedacht.  :D

Ich will versuchen mich ab jetzt von Klischees fernzuhalten, aber die Ermordung der Mutter war leider ein wichtiger Baustein.
  13.05.2006, 09:57
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  • Skelett-Krieger
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Zitat
1. Im Namen des Schöpfers

Mit gerunzelter Stirn betrachtete die Göttin Ilemira das Sandbecken vor ihr.
Die Grube durchmaß etwa ein Duzend Schritte und war in den Boden des kuppelförmigen Raumes eingelassen. In den schneeweißen Sand war eine Weltkarte gerecht. Zwei kleine Türme aus Marmor geschnitzt symbolisierten die beiden großen Städte, Imethael auf seiner Insel im Nordwesten und Amon-Xar im Südosten.
Hier im Norden herrschten sieben Götter, im Süden nur sechs.
Die Göttin war eine hoch gewachsene Frau, ihr Haar war blond, ihre seidige Haut kupferfarben. Gekleidet war sie in eine schlichte Robe aus weißer Seide.
Doch nun trübte Sorge dieses schöne Gesicht.
Im weißen Sand, östlich des Marmortürmchens, an der Nordostküste der Insel, befand sich ein hässlicher, schwarzer Fleck.
Während Ilemira den Fleck so betrachtete kam ein älterer Mann in die Kammer geschritten.
Von ihm ging eine Aura unglaublicher Willensstärke aus, sein Haar war schneeweiß und kurz geschoren, ein wilder Bart aus ebenso weißem Haar ließ sein Gesicht grimmig wirken.
Gekleidet war er in eine mit feinem Goldfaden bestickte Robe.
„Ist er noch immer da?“
Fragte der Mann mit einer tiefen, brummenden Stimme.
„Ja, Vater. Was bedeutet dies? Ist es gefährlich?“
Der Alte schritt neben seine Tochter und betrachtete den Fleck als blickte er auf eine Küchenschabe.
„Nun, nicht unbedingt. Es könnte ein Zufall sein oder der Anfang von etwas großem. Früher oder später tritt die Verderbnis in jede Welt… Vielleicht ist unsere nun an der Reihe. Ich wäre beruhig wenn du dich mit dem Kommandanten der Garde dorthin begibst und den Fall untersuchst. Wir müssen jede Bedrohung im Keim ersticken.“
Ilemira nickte stumm.
„Wie lange noch bis du wieder abreist?“
Ihr Tonfall hatte etwas Wehmütiges bekommen.
„Heute Abend werde ich zurückkehren, Amon-Xar braucht mich. Niemand soll sagen können dass Gott Zemoth seine Familie über seine Pflicht stellt.“
Ein wehmütiges Schmunzeln trat auf die vollen Lippen der Göttin.
„Wer würde es wagen so etwas zu behaupten? Aber wenigstens hab ich dann meine Ruhe vor den Avancen Imanals… Du solltest ihn nicht mehr mitbringen.“
Der Gott lachte donnernd und klopfte seiner Tochter ermutigend auf die Schulter.
„Ach, sorge dich nicht, auch die Hartnäckigkeit eines Unsterblichen kennt ihre Grenzen. Er wird dich schon in Ruhe lassen. Irgendwann…“
Ilemira nickte und schloss ihre Arme um den muskulösen Brustkorb ihres Vaters.
„Ich werde dann gehen und mir diese Verderbnis ansehen. Möge der Schöpfer seine Hand über dich halten.“
Zemoth löste sich von seinem Kind und lächelte sie an.
„Und über dich, Tochter.“
  13.05.2006, 17:44
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  • Reisender
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Die Vorgeschichte wird immer besser Exterminas ;).

PS: Sarfenon war meiner Meinung nach besser als Harry Potter oder sonstige neuen Fantasy Bücher. Bloss ein bisschen kurz aber trotzdem sehr klasse(Sorry für die späte Antwort habe aber vergessen mir den Thread weiter anzusehen  :ugly: )
  13.05.2006, 18:19
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  • Skelett-Krieger
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Oh, vielen Dank.  :D

An der Länge arbeite ich noch, ich plane später noch mehr Textpassagen einzuflechten, u.a. mehr bezüglich Elmidras Ausbildung bei Aldun.
  13.05.2006, 21:23
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  • Skelett-Krieger
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Zitat
Wie eine Windböe eilte Ilemira durch die Gänge des Palastes, wenn dies wirklich der Anfang der Verderbnis war so hatte sie keine Zeit zum Trödeln.
„Lasst Kommandant Ezkash einen Trupp seiner besten Reiter bereitmachen, wir werden nach Osten reiten. Ich führe das Kommando.“
In den Boden der marmornen Gänge waren in regelmäßigen Abständen rote Steinkreise eingelassen, diese glommen nun scharlachrot auf.
Eine knackende Stimme erklang aus ihnen.
„Wie ihr wünscht, Göttin Ilemira.“
Die schöne Göttin schmunzelte amüsiert, dass Potenzial der Menschen war schier grenzenlos wenn man es in die richtigen Bahnen lenkte. Dinge wie dieses Kommunikationssystem waren nur durch die führende Hand der Götter und ihrer Rematoren entstanden.
„Beauftragt weiterhin den Rat der Rematoren über die Verderbnis zu forschen, ich möchte alle Informationen darüber bis zu meiner Rückkehr vorliegend haben.“
Während Ilemira eine luftige Arkade in großer Höhe über Imethael durchschritt antwortete die knackende Stimme.
„Sehr wohl, Göttin Ilemira. Habt ihr sonst noch einen Wunsch?“
Ilemira verweilte kurz an der Brüstung des luftigen Ganges und blickte hinab auf die schneeweiße Stadt.
Imethael erstreckte sich bis zu den Bergen am Horizont, von allen Seiten wurde es von den schroffen Felshängen geschützt. Nur ein schmaler Pass führte in den Talkessel.
Die Straßen, Plätze und Alleen der Stadt waren in jeder Hinsicht vollkommen, rechte Winkel, Perfekte Kreise, sauberer Marmor.
Ilemira schmunzelte.
Ja, dass Potenzial der Menschen war wirklich grenzenlos wenn man ihnen die richtigen Anführer gab.
Sie fuhr aus ihren Gedanken auf als sie sich wieder an die Bedrohung erinnerte, die dieses Potenzial bedrohte.
Es war völlig inakzeptabel diese Welt jetzt schon zu verlieren!


2. Großer Wille

Die letzten Wochen waren sehr seltsam gewesen.
Alduns Vater hatte sich verhalten wie immer, hatte lediglich erwähnt dass Mutter auf Reisen sei…
„Stimmt etwas nicht, mein Sohn?“
Überrascht sah Aldun auf, sein Vater musste bemerkt haben wie er ins Leere starrte.
Der Unterricht fand nun im herbstlichen Garten, an einer marmornen Sitzecke, statt. Dies gehörte zu den seltsamen Dingen der letzten Tage, sein Vater ging eigentlich nie hinaus!
„Ach, nichts, Vater…“
Der sonst so strenge Lord lächelte fröhlich und begann wieder vor seinem Sohn auf und ab zu gehen.
„Weißt du mein Junge, vielleicht sollten wir von hier wegziehen… Zurück nach Imethael. Du bist bald sechs Jahre alt, genau das richtige Alter um beim Orden der Rematoren vorstellig zu werden.“
Aldun schluckte.
Er musste überrascht wirken!
„Remator? Ich? Aber… Aber Rematoren sind doch fast wie Götter, und ich bin nur ganz gewöhnlich…“
Der kleine Junge zuckte zusammen als sein Vater schnell wie ein Blitz herum fuhr und mit der flachen Hand auf den Tisch schlug.
„Du bist nicht gewöhnlich, Aldun! Egal wer dir das sagt hör nicht auf ihn, denn er ist ein Narr! Es ist deine Bestimmung großes zu tun, du wirst diese Welt verändern! Glaub mir, ich weiß es.“
Schulterzuckend nickte Aldun nur.
Wenn sein Vater dieses Glimmen in den Augen hatte wagte er es nie zu widersprechen… Vielleicht würde er ihn ja auch töten?
Wieder musste Aldun schlucken.
Er musst etwas unternehmen, von hier verschwinden… Oder Hilfe holen…
Der Klang von Hörnern ließ den Kleinen aus seinen Gedanken aufschrecken.
Sein Vater war kreidebleich und starrte nach Süden, am Haus vorbei auf den gewundenen Pfad, der zum Anwesen führte.
„Nein… Nicht schon so bald…“
Murmelte der Lord und schwankte dabei.
„Aldun, ins Haus, geh in dein Zimmer und verschließ die Tür, ich komme und hole dich ab.“
Völlig verwirrte reckte der Kleine den Hals um zu sehen was seinen Vater so erschreckt hatte, eine Kolonne Reiter in silbernen Rüstungen und mit flatternden Umhängen kam den Weg hinauf.
„Aldun, Geh! Schnell!“
Er zuckte zusammen als er das Gesicht seines Vaters erblickte, es war eine Fratze des Hasses.
Schnell wie ihn seine kleinen Füße trugen eilte Aldun ins Haus, hinauf in sein Zimmer.
Wie ihm befohlen wurde verriegelte er die Tür hinter sich.

„Seid ihr Lord Balmanar Mevidar?“
Ilemira musterte den dürren Kerl vor ihr abschätzig. Er trug schwarze Kleidung und eine Brille, die seinem Gesicht einen kaltherzigen Ausdruck verlieh.
Ja, dies war ihr Mann, sie konnte es förmlich riechen.
Mit einem Winken ihrer Hand gab sie den umstehenden Gardisten ein Zeichen.
Wortlos setzten sich die Männer in Bewegung und schlossen den Kreis um den mit gebeugtem Rücken dastehenden Mann.
„Das bin ich in der Tat…“
Antwortete der Lord mit schnarrender Stimme ohne von den Reitern Notiz zu nehmen.
 „Und ihr seid, Milady?“
Die Worte des Mannes hatten etwas kaltes, etwas lauerndes gewonnen.
Göttin Ilemira legte den Kopf schief und betrachtete ihn nachdenklich.
„Ich bin Göttin Ilemira, Herrscherin von Imethael und Gesandte des Schöpfers.“
Ein stummes Lachen schüttelte den gebrechlich wirkenden Körper des Mannes.
„Göttin? Herrscherin? Ihr erdreistet es euch nun schon euch als Herrscher zu bezeichnen?“
Ilemira erblasste, als der Mann den Blick hob und sie ansah, aus seinen Augen strahlte ihr gelb wie Schwefel die Verderbnis entgegen.
„Tötet ihn! Tötet ihn!“ rief sie fast schon kreischend.
Schneller als es jeder Mensch vermocht hätte zog Lord Balmanar ein goldenes Messer aus seinem Ärmel, machte einen Satz nach rechts und erstach einen der Reiter.
Noch bevor die Anderen hatten reagieren können riss der Mann das Pferd herum und gab ihm die Sporen.
„Es geht zu Ende, Buhle des Schöpfers.“
Rief er geifernd über seine Schulter als er den Waldrand erreichte.
Ilemira musterte die Szenerie eiskalt während die Reiter die Verfolgung aufnahmen, sie würden ihn ohnehin nicht erwischen.
Mit einem leisen Seufzen stieg sie aus dem Sattel und schritt über den gepflasterten Weg zum Anwesen.
Dies war ein völliges Fiasko, der Mann war offensichtlich von der Verderbnis gezeichnet worden und würde jetzt andere infizieren.
Nun galt es jedoch das Haus nach Hinweisen zu durchsuchen… Hinweise darauf wie weit die Verderbnis schon in die Welt gedrungen war.
Plötzlich blieb die Göttin wie angewurzelt in der Eingangshalle des Anwesens stehen.
Es gab noch jemanden im Haus, sie konnte ihn spüren.
 
  14.05.2006, 16:55
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  • Skelett-Magier
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Die Situation wird ja immer vertrackter, du arbeitest mit so vielen Sachen, das das ganze tatsächlich den Klischeetatsch verliert, da die meisten Autoren sich darauf beschränken einen oder maximal 2 Aspekte richtig auszuarbeiten, du hast aber jetzt schon sehr viele gebracht.

Das Ilemira erst schon so hektisch reagiert, (kreischt schon fast), dann aber wieder sofort sehr gefasst da gestellt wird (sie würden ihn eh nicht kriegen, usw.) finde ich ein bischen komisch.

Ich sag einfach mal was ich denke, der Satz: " Aldun, Geh! Schnell!" (ich geb zu es sind 2 ;) und wenn man nach Großschreibung geht sogar 3) gefällt mir nicht.
Die Betonung, die ich dem ganzen gebe, will einfach nicht zu der Hassverzerten Maske des Vaters passen. Vlt noch ein endlich, sofort oä. einfügen.

Sonst wie immer sehr schön.
Meine Signatur war 17 Pixel  :ugly: zu hoch, nach einer so langen Zeit...  oO :censored:
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Solange :wayne: :frieden:
  14.05.2006, 21:33
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  • Reisender
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Ich bin sehr überrascht dass der Vater von Aldun ein Untoter ist aber nich schlecht ^^. Will wissen was als nächstes passiert :ugly:.
  14.05.2006, 21:35
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  • Skelett-Krieger
    • Untot
Warum Ilemira plötzlich so cool ist wird sich aufklären, der Satz ist tatsächlich etwas ungeschickt formuliert.

Mein größtes Problem ist derzeit all die Andeutungen und Hinweise aus SArfenon in Alduns VErgangenheit unterzubringen ^^
  15.05.2006, 14:12
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  • Skelett-Krieger
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Hier ein sehr geschichtstächtiger Abschnitt. Man erfährt die Bedeutung des Namens "Aldun" und Ilemira trifft zum erstenmal auf den Kleinen...

Zitat
Ängstlich wich Aldun vom Fenster zurück.
Vater war geflohen und diese Reiter verfolgten ihn!
Und schlimmer noch, die Frau, die sie angeführt hatte war jetzt im Haus!
Schutzsuchend blickte sich der Kleine um.
Der Kleiderschrank war zu klein und zu voll für ihn…
Das Bett!
Aldun warf sich auf den Boden und kroch so schnell er konnte in die stickige Dunkelheit und seinem Himmelbett.
Zufrieden lächelte der Kleine in die Dunkelheit hinein, ja, hier würde die böse Frau ihn nicht finden.
Da konnte er auch schon das Knarren der Türe hören und die Schatten von zwei Füßen vor sich auf dem Boden sehen.
Vor Angst wagte Aldun kaum Luft zu holen und krallte seine Finger in den dichten Teppich.
„Komm raus da… Ich weiß dass du dich unter dem Bett versteckst…“
Vor Überraschung hätte sich der Kleine fast den Kopf am Bettgestellt gestoßen und laut gerufen.
Er zitterte vor Angst als er unter dem Bett hervor kroch.
Die Frau sah aus der Nähe gar nicht so böse aus, sie lächelte sogar!
„Bist du der Sohn von Lord Mevidar? Wie heißt du?“
Der Junge blickte verlegen auf seine Schuhe und antwortete nuschelnd.
„Ja, ich bin sein Sohn. Ich heiße Aldun.“
Zögerlich blickte er in das Gesicht der Fremden, ein breites Lächeln hatte sich dort ausgebreitet.
„Aldun? Ein schöner Name. Er stammt aus der Sprache der Former und bedeutet „Großer Wille“ ich bin mir allerdings nicht sicher ob dein Vater das wusste.“
Irgendetwas sagte Aldun dass sein Vater es sehr wohl wusste… Er schien ja immer alles zu wissen…
„Mein Name ist Ilemira… Freut mich dich zu treffen, Aldun.“
Ilemira, die bis eben noch vor Aldun in der Hocke gesessen hatte erhob sich nun und blickte sich im Zimmer um.
„Sag mal, wo ist deine Mutter? Ist sie verreist? Ich muss mit ihr sprechen.“
Aldun schüttelte wortlos den Kopf, was ihm einen besorgten Blick der schönen Göttin einbrachte.
„Sie ist tot, nicht wahr?“
Der kleine Junge nickte.
„Du hast es gesehen, oder?“
Ilemiras Blick bekam etwas wehmütiges, als Aldun abermals wortlos nickte.
„Das ist schrecklich… Dein Vater ist krank, weißt du… Es gibt keine Heilung mehr für ihn und wir können nichts tun um zu verhindern dass er andere infiziert…“
Um eine Antwort verlegen begann der kleine Aldun mit den Füssen zu scharren und Teppichflusen zu zählen.
„Würdest du gern mit mir kommen, Aldun? Dein Vater wird sich nicht mehr um dich kümmern können. In Imethael finden wir sicher eine nette Familie für dich. Weißt du wo die weiße Stadt liegt?“
Mutig nickte Aldun, jetzt befanden sie sich auf bekanntem Terrain.
„Ja, Göttin, ich weiß wo die Stadt liegt. Mein Vater wollte dass ich ein Remator werde und hat mich unterrichtet.“
Ilemira schmunzelte vergnügt und betrachtete Aldun eingehend.
„Woher willst du wissen dass ich die Göttin Ilemira bin?“
Verwirrt musste der kleine Junge blinzeln, welch seltsame Frage…
„Nun ja, ihr habt gefragt ob meine Mutter verreist sei, ihr wusstet also dass sie nicht im Haus ist. Ihr wusstet auch dass ich mich unter dem Bett verkrieche. Zu viele Zufälle…“
Als Aldun nun in die goldenen Augen der schönen Göttin blickte sah er dort eine seltsame Mischung aus Bewunderung, Stolz und Angst.
„Großer Wille, fürwahr… Ich will sehen was sich machen lässt. Noch bist du eigentlich zu jung um die Prüfung zum Remator abzulegen. Aber ich habe da… Beziehungen, wie du sicher weißt.“
Wortlos nickte der kleine Junge.
Die Götter hatten die Möglichkeit Männer entgegen der Prüfungsergebnisse in den Orden der Rematoren zu berufen, allerdings hatten diese Mitglieder nur sehr wenig Einfluss im Rat.
„Dann sollten wir aufbrechen… Lass deine Sachen ruhig alle hier, wir haben alles was du brauchst in der Stadt.“
Als sie den Haupteingang des Anwesens hinter sich ließen warf Aldun Mevidar einen letzten Blick auf das Haus in dem er aufgewachsen war, es sollte sehr lange dauern bis er an diesen Ort zurückkehren konnte.
  15.05.2006, 16:32
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Hab mich schon gefragt wie der Sohn eines Untoten Remator werden kann :ugly: . Naja dass erklärt alles ;)
  15.05.2006, 20:45
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