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Thema: Ssavira Kol  (Gelesen 1150 mal)

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Die folgenden drei Passagen waren für Essentia Deorum vorgesehen. Jetzt brauche ich sie nicht mehr, und obwohl vor allem die erste noch nicht ausgereift ist, wäre es schade, sie in der Versenkung verschwinden zu lassen. Vielleicht verbessern sie so das Verständnis für eine Tote.

Und Fadomai sagte: „Wenn Nirni ihre Kinder trägt, dann nimm eines davon und verwandle es.
Mach die schnellsten, klügsten und schönsten menschenähnlichen Wesen aus ihm und nenne sie Khajiit.“
  26.12.2010, 21:41
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Ssaviras Tagebuch, dass sie stets bei sich trug

Das Geheimnis der Kolenni
Ich bin Ariah Kolenni. Dies ist die Geschichte meiner Ahnen und die Geschichte meines Fluches.

TEIL 1

aus dem Tagebuch von Talan Indoril

25.Tag des Herzfeuers, 662.Jahr der 1.Ära
Erst ist erst zehn Tage her, dass ich die Seefahrer-Akademie mit Auszeichnung beendet habe und schon habe ich meinen ersten Job in der Tasche. Zugegeben, zweiter Steuermann eines Handelsschiffes ist nicht gerade mein Traumjob, als Neffe Lord Nerevars hätte mir bestimmt mehr zugestanden. Doch ich bin sicher, dass meine Karriere steil nach oben führen wird. Die fünf Pflichtjahre für die Handelskompanie sind schnell um. Danach wird mir die Kriegsmarine offen stehen. „Admiral“ Talan Indoril, klingt irgendwie erhaben. Ich werde in die Geschichtsbücher der Chimer eingehen…

14.Tag des Eisherbstes, 662.Jahr der 1.Ära
Die Fahrt nach Dagon Fel zieht sich in die Länge. Eigentlich hätten wir gestern schon in Telvannihafen einen Zwischenstop einlegen sollen, doch der Kapitän hat sich dagegen entschieden. Ich kann ihn sogar verstehen. Zuerst hatte drei Tage lang nicht ein Lüftchen geweht. Wir hatten rudern müssen, eine furchtbare Schinderei – allein das Zusehen hat mich angestrengt. Gegen die starken Strömungen aus dem Norden waren wir auch kaum vorangekommen. Dann war das Wetter umgeschlagen. Starker Regen hatte eingesetzt und der Wind frischte auf. Wenigstens blies er in die richtige Richtung. Doch viel genutzt hatte es uns nicht.
Gestern morgen kam ein Fischerboot vorbei. Sie warnten uns vor starken Truppenverbänden der Dwemer, die in der Nähe von Velothshafen gesichtet worden waren. Ich kann dieses Volk nicht leiden. Sie vergraben sich in der Erde und basteln ständig an irgendwelchen merkwürdigen Erfindungen herum. Fürst Nerevar hätte sich niemals mit ihnen einlassen sollen. Viele von uns denken so. Aber die meisten würden es nicht einmal wagen, solche Gedanken aufzuschreiben.
Der Kapitän ist wieder mit den meisten Offizieren in seiner Kajüte. Ich denke, wir werden die Meerengen meiden und einen größeren Umweg in Kauf nehmen. Eine Woche mehr in nassen Kleidern und mit gestreckten Rationen. Das ist also die gerühmte Seefahrerromantik....

17.Tag des Eisherbstes, 662.Jahr der 1.Ära
Wieder schlug eine Welle übers Deck und riss eine schlecht vertäute Kiste mit sich. Ich hatte es aufgegeben, die Kisten zu zählen, die wir bereits verloren haben. Krampfhaft hielt ich das Steuerrad umklammert und stemmte mich gegen den Sturm. Die Segel hingen in Fetzen und mehrmals wurde ich fast über Bord gefegt. Zur Sicherheit hatte ich mich festgebunden. Die Positionslichter der „Peryite“  auf Steuerbord waren kaum zu erkennen. Vom Rest der Flotte fehlte seit gestern jede Spur.
Wir würden schon wieder zusammen finden, wenn sich der Sturm gelegt hat. So lange musste ich nur versuchen, den Kurs zu halten. Kein Problem, wenn ich genug Erfahrung mit solchem Wetter gehabt hätte, wenn die Segel nicht in Fetzen hängen würden, wenn letzte Nacht nicht der erste Steuermann von einem brechenden Mast erschlagen worden wäre.....

19.Tag des Eisherbstes, 662.Jahr der 1.Ära
Der Sturm hatte sich genau so schnell gelegt, wie er gekommen war. Die See ist wieder ruhig. Nur einen Steinwurf weit dümpelt die „Peryite“ vor sich hin. Sie ist noch schwerer beschädigt als unser Schiff, ja es ist ein Wunder, das sie überhaupt noch schwimmt. Zur Zeit beratschlagen die beiden Kapitäne ihr weiteres Vorgehen. Eigentlich kann es nur eine Entscheidung geben, die „Peryite“ aufzugeben und mit diesen „Ersatzteilen“ unser Schiff zu reparieren. Jeder an Bord weiß es und trotzdem zögert Kapitän Velonni noch. Wir haben zu wenig Platz an Bord für zwei Besatzungen und die ganze Ladung.
Manchmal ist es gut, wenn andere die Entscheidung treffen müssen. In Velonnis Haut möchte ich jetzt nicht stecken....

22.Tag des Eisherbstes, 662.Jahr der 1.Ära
Die Arbeiten sind endlich abgeschlossen. Es hatte lange gedauert, alle wertvollen Güter von der „Peryite“ zu übernehmen und weniger wertvolle über Bord zu werfen, um nicht selbst überlastet zu werden. Schlimm genug, dass sich zwei Mannschaften den Platz von einer teilen müssen. Die Vorräte, vor allem an Wasser, gehen ebenfalls bald zur Neige. Schweigend stehe ich mit den anderen an der Reling und sehe zur „Peryite“ herüber. Neben mir steht Velon. Er ist Kampfmagier der fürstlichen Garde. Wir kennen uns schon eine Ewigkeit. Auf das Zeichen Kapitän Velonnis schickt er seine Feuerbälle auf die Reise. „Vergib mir, Peryite“ flüstert er. Ich schließe mich an und bald sind wir alle in stumme Gebete vertieft.
Langsam sinkt das brennende Schiff. Der Morgenstern hebt sich leuchtend von einem blutroten Himmel ab – ein schlechtes Omen...

Die Sonne steht bereits hoch am Himmel. Velonni hatte Kurs nach Westen befohlen, zurück in bekannte Gewässer. Als wir die kleinen Punkte am Horizont bemerkten, fielen wir uns vor Freude in die Arme. Das konnte nur der Rest der Flotte sein. Endlich waren wir wieder in Sicherheit.

03.Tag des Sonnenuntergangs, 662.Jahr der 1.Ära
Es ist spät in der Nacht. Heute kann ich es wagen, mein Tagebuch vorzuholen. Das Licht der Monde genügt mir für ein paar Zeilen. Ich will gar nicht wissen, was passiert, wenn ich beim Schreiben erwischt werde. Aber von unseren Erlebnissen muss der Fürst erfahren. Wenn wir wieder hier raus kommen...
Es waren nicht unsere Schiffe gewesen. Fünf schnelle Galeeren hielten direkt auf uns zu. Piraten! Eine Flucht war zwecklos. Wir waren an Deck gestürzt, um uns so teuer wie möglich zu verkaufen. Die Kampfmagier, die Bogenschützen, alle die ein Schwert führen konnten standen bereit. Doch dann hatte es keinen nennenswerten Kampf gegeben. Lediglich Velon schoss zwei oder drei Feuerbälle, die wirkungslos verpufften. So, als wurde seine Magie stark gedämpft. Dann standen wir ihnen gegenüber, Reling an Reling. Ich weiß, dass die Chimer das schönste der merischen Völker ist, um unsere goldene Haut, unsere sonnengelben Augen beneiden uns viele. Die Anmut dieser Wesen übertraf uns aber bei weitem. Aus ebenmäßigen makellosen Gesichtern blickten uns Augen von solcher Tiefe entgegengeblickt, dass ich glaubte, durch sie bis nach Oblivion sehen zu können. Die grazilen schlangenähnlichen Körper wiegten sich leicht im sanften Spiel der Wellen, wiegten sich leicht .....
Als ich mich wieder besann, lag ich neben den anderen gefesselt im Laderaum.

So schön diese fremdartigen Wesen auch waren, so grausam waren sie. Seit vier Tagen schleppen wir uns nun schon durch den Dschungel dieses unbekannten Landes. Wir sind müde und hungrig. Aber sie treiben uns vorwärts, immer weiter, Tag für Tag
Gestern hat es Mirili erwischt, eine junge Matrosin der „Peryite“. Sie war vor Erschöpfung am Rande des Weges zusammengebrochen. Sofort waren unsere Bewacher zur Stelle gewesen, hatten zugeschlagen, immer wieder. Mirili hatte wirklich versucht, wieder aufzustehen. Sie schaffte es nicht. Und dann, als die Tsaesci von der Fruchtlosigkeit ihrer Versuche überzeugt waren, hatten sie Mirili regelrecht abgeschlachtet und ... vor unseren entsetzten Augen ... gefressen....

aus den Tagebüchern von Talan und Nyrina (ohne Zeitangaben)

Talan:
Irgendwann, sehr viel später
Mittlerweile habe ich sämtliches Zeitgefühl verloren. Wie lange sitzen wir jetzt schon in diesen feuchten, stinkenden Löchern tief unter dem Tempel? Kein Lichtstrahl hat sich jemals nach hier unten verirrt. Es gibt keine regelmäßigen Abläufe in dieser Welt. Zu essen bekommen wir, wenn einer der Wärter der Meinung war, dass sich dieser Aufwand für ihn lohnte oder wenn sie ein paar von uns bei Kräften haben wollen, bevor sie uns abholen. Trinken müssen wir von den stetigen Rinnsalen, die an den Wänden herablaufen und in der Unratgrube verschwinden. Dieses Wasser oder etwas darin scheint auch der Grund zu sein, dass selbst Velon nicht auf seine Magie zurückgreifen kann.
Ich teile mir die Zelle mit 16 meiner Leidensgenossen. Alte und Junge, Männer und Frauen sind bunt durcheinander auf die Verliese verteilt worden. Manchmal wechseln auch einige, besonders nach den „Ritualen“, wenn es dem Wärter egal ist, wer in welche Zelle gehört.
Auf diese Weise habe ich Nyrina kennen gelernt.

Nyrina:
1.
Heute beginne ich dieses Tagebuch. Wann ist heute? Ich weiß es nicht. Wir leben hier in immerwährendem Zwielicht. Die Sonne habe ich seit Monaten (oder sind es schon Jahre) nicht mehr gesehen. Ich fange einfach mit Tag 1 an und zähle einen Tag von einem unruhigen Schlaf zum nächsten...
Eigentlich wollte ich nie Tagebuch führen. Es ist nicht einmal mein Buch, sondern gehörte meiner Freundin Mirili. Sie braucht es jetzt nicht mehr...
Wie fange ich an?.
Ich bin Nyrina Sarethi und stamme aus der stolzen Stadt Gramfeste. Meine Eltern sind angesehene Kaufleute. Ich selbst jedoch fühlte mich von Kindheit an zur Magie hingezogen. Es liegt vielleicht daran, dass Mutter eine Telvanni ist. Sie verschaffte mir auch meinen Studienplatz in Sadrith Mora. Dann ging ich an Bord der „Peryite“. Es sollte eine kurze Reise werden, nur ein paar Tage auf See. Vater war der Meinung, das sei sicherer als die Wege auf Vvardenfall. Der Insel stand wieder einmal ein Krieg bevor.
Als wir in den Sturm kamen, dachte ich, es geht zu Ende. War mir schlecht. Ich verbrachte die ganze Zeit unter Deck und kam erst hervor, als wir das Schiff verlassen mussten. Irgendwie spürte ich sogar Genugtuung, als der Kahn brannte, so als kleine Entschädigung für zwei Tage Übelkeit.
Die Tage danach waren ein einziger Alptraum. Schlangenähnliche Piraten überfielen uns und verschleppten uns in ihr Reich. Dann der Gewaltmarsch durch die Wälder, der riesige Tempel mit seinem Labyrinth aus Gängen, die feuchten Kerkerzellen, die Tage der Folter...

Talan:
Wieder einer dieser trostlosen Tage. Ich starre die Wand an. Nur teilweise sind sie aus dem Fels gemeißelt. Einige Bereiche bestehen aus grob behauenen Steinquadern. Mittlerweile kenne ich jede Fuge auswendig. Einige sind so tief, dass ich darin mein Schreibzeug verstecken kann.
Vor ein paar Stunden hörten wir wieder diese grauenhaften Geräusche aus der Nachbarzelle. Schrille, verzweifelte Schreie, das Schaben und Schleifen von Schuppen auf dem Gang. Wieder haben sie sich ein Opfer geholt. Nein, sie töten uns nicht, jedenfalls nicht absichtlich. Sie schleppen uns zum Altar ihrer grausamen Gottheit, um irgendein wahnsinniges Ritual an uns zu vollziehen. Wer stark genug ist, überlebt. Ich selbst musste auch schon mehrfach diesen Weg gehen. Doch ich erinnere mich nicht an Einzelheiten. Nur die Zeit vor der Ohnmacht ist wirklich schlimm. Später bin ich immer hier aufgewacht, völlig zerschlagen aber ohne schlimme Verletzungen.
Das Quietschen der Tür reißt mich jäh aus meinen Gedanken. Alle erstarren vor Schreck. War es wieder so weit? Wer würde diesmal dran sein? Doch dann werfen sie uns eine Gestalt vor die Füße. Eine junge Frau. Ich glaube, sie gehörte zu den Passagieren der „Peryite“. Auch sie ist nicht bei Bewusstsein. Wir legen sie an eine der wenigen trockenen Stellen. Merea versorgt eine Platzwunde an ihrer Stirn. Ich halte ihren Kopf und bemerke wie schön sie ist. Auch der ganze Schmutz und die Qualen durch die Schlangen können daran nichts ändern...

Nyrina:
17.
Ich hatte wieder diesen Alptraum. Gut dass Talan in meiner Nähe ist. Er gibt mir den Halt, den ich in dieser Welt so dringend brauche.
Im Traum sehe ich ein weit aufgerissenes Schlangenmaul. Zwei lange, nadelspitze Zähne zielen auf mein Gesicht. Gift tropft herab und zieht dünne Fäden. Das Maul kommt näher, immer näher. Ich kann direkt in den schwarzen Abgrund des Schlunds starren. Ich glaube Stimmen zu hören. Verlorene Seelen, die mich aus der Schwärze der Verdammnis rufen. Noch dichter rücken die Zähne, ritzen meine Haut. Das Gift frisst sich wie ätzende Säure in mein Gesicht. Die Seelen rufen mich. Sie locken. Sie versprechen mir ein Ende meiner Qualen. Ich brauche nur loszulassen, mich zu ihnen gesellen, teilzunehmen am ewigen Tanz im Dunkel...
Noch will ich das nicht! Ich wache auf, schweißnass, und kralle mich in Talans Arm. Er gibt mir Halt in dieser Welt.

Talan:
Ich schrecke auf. Da ist es wieder, dieses leise Schaben. Schuppen auf Steinboden. Sie kommen wieder um jemanden zu holen. Instinktiv drücke ich mich tiefer ins Dunkel, wohl wissend, dass sie selbst in tiefster Finsternis sehen können. Quietschend öffnet sich die Tür. Zwei Schatten erscheinen, spähen suchend in den Raum. Ich brauche nicht hinzusehen. Ich weiß, dass sie heute mich holen werden. Sie warten, fünf Sekunden, zehn ... Ich erhebe mich. An meinem Bein spüre ich kurz Nyrinas Hand. Die Wärme dieser kurzen Berührung lässt mich noch einmal zögern. Doch dann stehe ich vollends auf. Die Geduld meiner Wächter wird nicht endlos sein. Zu oft habe ich mit ansehen müssen, was sie „säumigen“ Gefangenen antun. Ich trete auf den dunklen Gang hinaus. Wortlos folgen mir meine Begleiter durch das Labyrinth aus Tunneln. Ich weiß genau, wohin ich zu gehen habe. Immer den Stimmen nach, die mir erst als leises Flüstern, dann immer lauter die Richtung weisen. „Dra  a nogæ mphá.“ Der Gang wird breiter und erste Fackeln kämpfen gegen das diffuse Zwielicht an. Hin und wieder begegnen uns maskierte Priester, oder welche Funktion auch immer sie inne haben. Hastig wende ich den Blick ab und gehe weiter. Noch ein paar Biegungen und die Halle tut sich vor mir auf. „Dra  a nogæ mphá.“ Schon öfter (wie oft?) habe ich diese Halle betreten müssen. Ich kenn die riesigen Säulen, die so hoch reichen, dass ich nicht sicher bin, ob die Halle überhaupt ein Dach besitzt Auch Seitenwände sind nicht zu erkennen. Sie verlieren sich in undurchdringlicher Finsternis, die das Vorhandensein zahlloser Fackeln und Räucherbecken verhöhnt. „Dra  a nogæ mphá.“ Ich gehe vorgebeugt den Gang entlang, vorbei an knienden Gestalten, deren Gesichter hinter goldenen Masken verborgen sind und die in einem monotonen Singsang immer die selben Worte murmeln: „Dra  a nogæ mphá.“ Schließlich endet mein Weg vor dem kalten Stein des Altars. Ich lege mich rücklings darauf, widerspruchslos,  schließe die Augen und warte...
„Dra  a nogæ mphá.“...
Das Gemurmel erstirbt. Der Hohepriester (Ich nenne ihn so) tritt an den Altar. Er wirft nur einen kurzen Blick auf mich. Wie jedes mal holt er aus der Tasche seiner Kutte den Stab hervor. Er ist nicht groß, etwa unterarmlang und scheint aus einem schwarzen Metall zu bestehen. An der Spitze endet er in einem stilisierten Schlangenkopf mit weit aufgerissenem Rachen und zwei fingerlangen spitzen Zähnen. „Dra  a nogæ mphá, w nogu t'eere __ai ...“ Der Priester beschreibt mit dem Stab eine Reihe komplizierter Bewegungen über meinem Körper. „...Þri nom æ beran schá ...“ Die Augen des Schlangenstabes glimmen in einem grellgrünen Licht auf. „... talue numama ngay.“ Ich sehe noch die grünen Blitze von den Zähnen der Schlange auf mein Gesicht zuschießen. Dann umfängt mich gnädige Dunkelheit...

Am nächsten Tag
Ich erwache in der vertrauten Umgebung meiner Zelle. Nyrina hockt neben mir. Sie hält meine Hand und sieht besorgt aus. „War es diesmal so schlimm?“ frage ich und versuche ein Lächeln. Als ich mich aufrichten will, hält sie mich schnell zurück. Erst jetzt werden mir die Schmerzen in meiner Brust bewusst. Vorsichtig tastend spüre ich den dicken Verband aus Lumpen, der meinen halben Oberkörper einhüllt. Es war also wieder schlimm gekommen. Es wurde jedes mal schlimmer. Und nicht jeder hatte das Glück (ist es wirklich Glück?), am nächsten Tag wieder aufzuwachen. Haneb war vor einigen Wochen gegangen, dann Mareja, Urlyn, Tirel, erst vor zwei Tagen haben wir Varyn verloren, unseren letzten Heilkundigen. Inzwischen ist unsere Gruppe auf die Hälfte zusammengeschrumpft, und wer weiß schon, wie es weitergehen wird...

Nyrina:
23.
Wieder sind einige Tage vergangen. Talan erholt sich ganz gut, und wir wurden seitdem nicht mehr belästigt – ein Hoffnungsschimmer am Horizont. Ich habe endlich wieder eine Beschäftigung, ich gehe zur Schule. Na ja, Velon unterrichtet mich so gut er kann in Zerstörung und Mystik. Da sein Mana hier blockiert ist, müssen wir uns auf die Theorie beschränken. Es geht auch so und ich mache einige Fortschritte. Als ich Talan überreden wollte mitzumachen, gestand er mir, dass er gerade mal ein paar mickrige Feuerbälle zustande bringt. Magie war nie sein Ding. Dafür ist er ein ausgezeichneter Schwertkämpfer. Wenn ich da an meine Versuche mit dem Schwert denke ...

Talan:
Erst mal Kampfpause.
Nyrina hat wieder Schwung in unser Leben gebracht. Sie strengt sich mächtig an, übt mit Velon stundenlang Zaubersprüche. Da konnte ich nicht tatenlos dabeisitzen. Ja, sie hat mich gebeten mitzumachen. Das Dumme ist nur, ich habe überhaupt keine magische Begabung. An der Schule hatte ich Dank meiner Eltern Einzelunterricht in den arkanen Künsten. Wenn mich damals die anderen dabei beobachtet hätten. Es war teilweise ganz schön blamabel...
Aber ich habe mich jetzt zum Fechtlehrer ernannt. Es sieht sicher zum Schreien komisch aus, wenn wir unsere Übungen machen, statt Schwertern nur abgenagte Knochen in der Hand. Die Bewegung tut uns gut. Vielleicht ist doch noch nicht alles verloren und wir können eines Tagen die Schlangen überwältigen.

Nyrina:
24.
Ich habe immer noch oft Alpträume. Doch diesmal war alles anders.
Ich stand in einer Werkstatt. Hektischer Betrieb um mich herum, aber keiner nahm Notiz von mir, keiner sah mich. Ich konnte die Hitze aus qualmenden Essen spüren und hörte den scheppernden Klang der schweren Hämmer auf Metall. Bärtige Gestalten, Dwemer, waren damit beschäftigt, in aller Eile eiserne Krieger zu bauen. Bei allen Göttern, sie schafften es sogar, ihren Kreaturen Leben einzuhauchen! Rumpelnd und quietschend setzten sie sich in Bewegung. Langsam wurde es dunkler in den Hallen. Der Qualm verdichtete sich. Die Hammerschläge hallten weniger laut. Einer der Dwemer kam auf mich zu. Ich stand wie erstarrt, konnte mich nicht bewegen. Und dann trat er durch mich hindurch. Ich konnte mich sofort wieder umdrehen und wollte ihm nachsehen. Aber er war verschwunden. Auch die anderen Dwemer lösten sich vor meinen Augen in Rauch auf. Nur die eisernen Krieger liefen unbeirrt weiter, dem Ausgang entgegen. Dann wurde es still. Lange Zeit schien ich zu schweben. Geisterhafte Schatten huschen an mir vorbei. Eine Hand , silbern wie die Monde, streckt sich mir entgegen. Sie öffnet sich einladend. Ich lege meine goldenen Finger in ihre, spüre die pure Macht darin und eine furchtbare Enttäuschung. Ich kann mich nicht mehr von ihr lösen. Voller Angst starre ich auf meine Hand, die langsam ihre Farbe verändert. Es fängt an den Fingerspitzen an. Sie werden dunkler, grau. Dann folgt meine Hand, dann mein Arm. Ich spüre wie diese schreckliche Veränderung meinen ganzen Körper erfasst und ... erwache.

Talan:
Irgend etwas ist heute anders. Ich träumte. Doch dieser Traum hatte nichts mit meinen früheren Träumen gemein. Er war ... beängstigend. Im Traum sah ich einen Berg, nein einen Vulkan, der mir bekannt vorkam. Zwei riesige Heere lieferten sich eine Schlacht. Ich sah ein Kaleidoskop von Gesichtern, die goldenen unseres Volkes, die bärtigen des Feindes, Gesichter voller Kampfesmut, voller Verzweiflung, voller Jubel, voller Schmerz ... Dann löste sich eines der Heere plötzlich in Luft auf, war einfach nicht mehr vorhanden. Die Szene wechselte. Ein Stern ging auf, stieg rasend schnell zum Zenit empor ... und explodierte in einem Meer von Funken. Die Funken bildeten ein Gesicht – Azura. Kalt und grausam blickte die sonst so gnädige Göttin auf ihre Kinder herab. „Nehmt dies als Strafe für euren Verrat!“, sprach ihr Mund, bevor das Bild verblasste ... und ich erwachte. Nyrina sah aus schreckgeweiteten ROTEN Augen zu mir herüber.

Nyrina:
44.
Seit dieser Nacht hat sich vieles geändert. Noch drei unserer Brüder wurden zum Ritual gerufen, aber niemand hat es überlebt. Danach hörten die Besuche auf, ebenso die unregelmäßigen Essenslieferungen. Man scheint uns einfach vergessen zu haben. Selbst als wir all unseren Mut zusammennahmen und nach den Wärtern riefen geschah ... nichts. Wir haben begonnen, an den Türscharnieren zu kratzen. Es geht so langsam. Der Felsen ist furchtbar hart und außer ein paar wertlosen Schmuckstücken haben wir nichts, was sich als Werkzeug verwenden lässt.
Selbst wenn wir es schaffen, Was wird danach passieren? Werden wir wirklich ungesehen aus diesem Gewirr von Gängen entkommen?
Ich trinke einen Schluck Wasser von der Wand. Was würde ich jetzt für ein Stück Brot geben, oder ein paar Früchte, mögen sie auch noch so alt sein...

Talan:
Wir haben den Ausbruchsversuch aufgegeben. Es ist sinnlos. Der Felsen lässt sich einfach nicht bearbeiten. Ich weiß nicht, wie viel Zeit uns noch bleibt. Der Hunger macht uns allen zu schaffen. Vor allem Nyrina wird immer schwächer. Ich habe für sie um die letzten Nahrungsreste gekämpft, doch mehr als eine halbe Hand voll Brotkrümel konnte ich ihr nicht besorgen. Ich sitze neben ihrem Lager und erzähle ihr von unserem gemeinsamen Leben, von unserer Zukunft in Morrowind, einem Haus an den Klippen des Meeres...
Nyrina fiebert. Ihr schönes Gesicht ist grau (GRAU!) und eingefallen.
Ich bete täglich zu den Göttern, ihr beizustehen.
Doch die Götter haben uns vergessen. Auch andere haben sie um Beistand angerufen. Umsonst. Heute morgen hat Merea ihren Kampf verloren. Vielleicht ist sie jetzt sogar glücklicher. Sie wird nie mehr Hunger verspüren. Ihre Seele ist frei, ihr Körper liegt in einer Ecke der Zelle....

In der nächsten Nacht:
Nyrina schläft mit offenen Augen. Schwach und unregelmäßig hebt sich ihr Brustkorb. Ihr Gesicht wirkt eingefallen, glanzlos, grau (selbstverständlich grau). Ich habe schreckliche Angst, sie zu verlieren. Ich muss Nahrung für sie beschaffen, egal was, egal woher. Auch mein Magen schreit nach etwas Essbarem, doch ich ignoriere ihn. Meine Finger umklammern den scharfen Steinsplitter, den ich irgendwann einmal gefunden habe. Niemand sonst bewegt sich. So leise ich kann stehe ich auf, schleiche durch die Zelle immer darauf bedacht, niemanden zu wecken. Mein Ziel liegt im Dunkel. Ich muss Nahrung für sie beschaffen, egal was, egal woher. Langsam wie ein Raubtier kurz vor dem Sprung nähere ich mich der Nahrung, nähere ich mich ... Merea ...

Nyrina:
48.
Was haben wir getan? Ich sollte Talan für das, was er mir angetan hat, hassen, aber ich kann es nicht. Ich sollte mich selbst hassen dafür, dass ich es zuließ. Wie tief kann ein Mer sinken?

Talan:
Meine Tat hatte Nachahmer gefunden. Ich verfluche mich dafür. Immer, wenn ich in Nyrinas Augen sehe, kann ich dieses unausgesprochene Grauen spüren, das Grauen vor mir. Niemand macht mir einen Vorwurf. Ich habe nur getan, was getan werden muss, wenn wir noch eine Weile überleben, oder besser vor uns hin vegetieren, wollen. Verzweifelt stütze ich mich gegen die schwere Tür der Zelle ... und falle auf den Gang.
Das Quietschen der aufspringenden Tür zerreißt die Stille des Kerkers. Ich erwarte, gleich von Wächtern gepackt und zerrissen zu werden, so wie sie es damals mit Mirili gemacht hatten. Aber nichts dergleichen geschieht. Wie ausgestorben liegt der Gang vor mir. Kein weiteres Geräusch ist zu hören. Ich warte und warte...

Nyrina:
48.
Auch die Türen der anderen Zellen sind plötzlich offen. Zuerst haben wir uns vorsichtig durch die Gänge geschlichen, um jede Biegung gespäht, immer in der Erwartung, von einer Wache gesehen zu werden. Als nichts geschah, sind wir mutiger geworden. Ebene um Ebene haben wir unseren Weg nach oben gesucht, vorbei an offenen Türen zu leer stehenden Räumen. Jetzt stehen wir auf der obersten Plattform des Tempels. Warmer Regen spült den Schmutz von unseren ausgemergelten Körpern. Die Sonne hüllt sich gnädig in schwere Wolken. Der Tag ist grau, grau wie unsere Gesichter, grau wie unser Körper. Doch das alles zählt nicht. Talan und ich atmen die frische, würzige Luft der Freiheit. Wir haben uns wieder versöhnt mit uns und unserem Schicksal. Eng umschlungen stehen wir etwas abseits der anderen und lassen unsere Blicke über die Wipfel der schier endlosen Wälder schweifen, nach Westen. Dorthin wo unsere Heimat liegt. Später, als sich die Nacht über den Tempel senkt, lieben wir uns im Schatten der uralten Mauern...

Talan:
Nachdem wir feststellten, dass die Umgebung des Tempels vollkommen verlassen ist, haben wir uns in drei Gruppen aufgeteilt. Keiner von uns kann sich an den genauen Weg durch die Wälder erinnern. Wir hoffen, unsere Chancen, die Küste unentdeckt zu erreichen so zu vergrößern, und zumindest für unsere Gruppe sieht es ganz gut aus. Seit heute morgen spüre ich Salz in der Luft. Das Meer muss schon nah sein. Niemand scheint die Strapazen der langen Wanderung noch zu fühlen.
Unterwegs haben wir Früchte gefunden. Und gestern ist es Nyrina tatsächlich gelungen, mit Hilfe einer Steinschleuder ein Reh zu erlegen. Ich bin so stolz auf sie. Meine Gedanken weilen oft weit im Westen. Irgendwo dort, vielleicht sogar in Gramfeste, werde ich mit ihr eine Familie gründen....
Velon hat uns zur Vorsicht gemahnt. Er hat Spuren im getrockneten Schlamm gefunden. Sie sind groß und tief. Niemand unter uns ist ein versierter Spurenleser. Und so können wir nur hoffen, dass die Besitzer dieser Riesenfüße längst weit weg sind.
Die Vegetation lichtet sich und das lang vermisste Rauschen der Wellen dringt an meine Ohren. Wir sind am Strand.

Nyrina:
56.
Seit acht Tagen sind wir hier am Strand und warten auf die beiden anderen Gruppen. Mittlerweise ist unser Schiff, das eigentlich mehr ein großes Boot mit Ausleger ist, fertig. Alles was wir dazu benötigten, Holz, Harz, Lianen, haben die Uferwälder geliefert. Wir haben Kundschafter ausgeschickt, einen Trupp nach Norden, einen nach Süden, immer die Küste entlang. Sie kamen heute morgen zurück. Weder von unseren Freunden, noch von den Schlangen hatten sie etwas bemerkt. Sie sprachen aber von verdächtigen Fußspuren unweit unseres Lagers. Deshalb haben wir beschlossen, morgen allein aufzubrechen.
Jetzt sitze ich hier am Feuer und blättere in Talans Tagebuch. Mein eigenes habe ich schon auf dem Boot. Ich fühle mich müde. Den ganzen Tag haben wir damit verbracht, Früchte zu suchen und Wasserbehälter zu füllen. Talan wollte noch zum Rand des Waldes, neues Brennholz holen. Er ist sicher bald zurück. Inzwischen werde ich noch einmal zum Boot gehen und uns ein kuscheliges Eckchen für die Nacht suchen. Ich möchte keine einzige Nacht mehr auf diesem Kontinent zubringen.
Nein!
Ein Alarmschrei aus dem Wald. Was kommt da auf uns zu? Drei riesige Oger stürzten auf den Strand zu. In blinder Panik rennen alle zum Boot. Talan ist noch dort. Verzweifelt versucht er
zum Strand zu kommen, hetzt hakenschlagend durch den Sand. Ein Oger ist ihm dicht auf den Fersen. Ich will ihm helfen, schleudere Feuerbälle auf die Bestie so gut ich es vermag. Wo ist Velon? Irgendwo neben mir zucken Blitze, fällen einen der Oger. Doch er steht wieder auf. Auch meine Feuerbälle zeigen kaum Wirkung. Talan hat die Hälfte des Weges geschafft, als das Monster ihn einholt. Ein brutaler Schlag reißt ihn von den Beinen. Selbst auf diese Entfernung fühle ich deutlich seinen Blick, mit dem er sich von mir verabschiedet...

aus dem Tagebuch von Nyrina Sarethi

3.Tag auf See
Immer wenn ich nach Osten sehe fühle ich mich leer und verlassen. Warum hatte es so enden müssen? Welchen Daedra hatte ich erzürnt, um diese Strafe zu verdienen?
Die Wellen schaukeln das kleine Schiff in immer gleichförmigen Bewegungen. Der Wind treibt uns stetig nach Südwesten. Es ist nicht ganz unsere Wunschrichtung. Mit ein bisschen mehr Segelfläche kämen wir besser voran. Ich weis, dass die Seeleute unter uns ihr bestes geben. Wenn ich doch nur helfen könnte. Dieses Gefühl, nichts tun zu können, schmerzt fast genauso wie der Verlust. Die alte Direne sitzt neben mir und hält meine Hand. Ich glaube, ohne sie wäre meine Seele längst auf der Suche nach Talan, mein Körper auf dem Grund des Meeres....
Unser neues Ziel ist die Küste von Schwarzmarsch. Wenn der Wind nicht dreht, müssten wir in drei oder vier Tagen Dornenstadt erreichen, notfalls auch Archon. Es heißt, beide Städte unterhalten gute Handelsverbindungen mit dem Fürstenhaus Dres in Tränenstadt.
Wie werden sie reagieren, wenn sie uns sehen? Meine, unsere Schönheit ist verloren. Was gäbe ich dafür, meine goldene Haut wieder zu bekommen. Wo werden wir leben, wenn uns unser eigenes Volk verleumdet? Werde ich jemals meine Eltern in Gramfeste wiedersehen dürfen, ohne Schande über unsere Familie zu bringen?

06.Tag der Regenhand, 701.Jahr der 1.Ära
Die Sonne steht hoch am Himmel. Sie brennt auf der Haut, trocknet sie aus und lässt den Durst ständig stärker werden. Bei unserem überstürzten Aufbruch (unserer Flucht) hatten wir nur das an Wasser und Nahrung mitnehmen können, was sich schon auf dem Boot befand. Der Hunger selbst ist nicht so schlimm. Er ist vielmehr ein alter Bekannter aus den Verliesen. Aber angesichts des vielen Wassers um uns herum Durst zu leiden ist fast schon paradox. Die Stimmung ist entsprechend schlecht an Bord.
Ich habe meinen Platz gewechselt. Jetzt hockte ich vorn am Bug und beobachte das Meer, um überhaupt etwas zu tun zu haben. Es gibt nicht viel zu sehen, Wellen, ab und an ein springender Fisch, ein Schiff am Horizont, ein paar Wasservögel, die ihre Kreise ziehen... Moment, habe ich wirklich ein Schiff gesehen? Und wenn ja, was bedeutet das für uns? Ungute Erinnerungen an die Zeit nach dem Sturm zogen herauf. An damals, als unser Leiden begann...

Diesmal sind die Götter uns gnädiger gestimmt. Das Schiff entpuppte sich als behäbiger Handelssegler der Maormer, der sagenumwobenen Mer aus Pyandonea. Sie befinden sich auf der Heimreise. Kapitän Alyssa nahm uns auf. Er war merkwürdigerweise nicht erstaunt, uns so seltsam verändert zu sehen.

An den nächsten Abenden erfuhren wir die Geschichte der Schlacht am Roten Berg, die Geschichte des Verrats des Tribunal und die des Schicksals der Chimer, die jetzt Dunmer waren...

07.Tag der Regenhand, 701.Jahr der 1.Ära
Wir ankern in der Topal-Bucht, nahe der Küste von Schwarzmarsch. Kapitän Alyssa hat sich wohl entschlossen, uns hier an Land zu setzen. Ich hätte ihn für mutiger gehalten. Er schiebt es zwar auf seine leicht verderbliche Fracht, die keinen größeren Umweg zulässt, doch von ein paar Seeleuten weis ich, dass Alyssa noch eine offene Rechnung mit den Dres hat und es deshalb nicht riskieren will, Tränenstadt näher zu kommen, als unbedingt nötig. Sei’s drum, die Küsten von Schwarzmarsch gelten heutzutage als relativ sicher. Wenigstens gab und Alyssa ein Empfehlungsschreiben an den Gottkönig von Archon mit.
Der Weg dorthin soll wohl streckenweise etwas morastig sein. Na gut, mit dem Proviant für zwei Wochen werden wir es schon schaffen.

08.Tag der Regenhand, 701.Jahr der 1.Ära
Beim ersten Sonnenstrahl waren wir aufgebrochen. Wir hatten uns lange beraten, welchen Weg wir gehen sollten. Die Brüder Bedo und Tharo wollten lieber nach Norden, nach Seelenruh und weiter durch die Reiche der Ayleiden. Auch Velon, unser Anführer und letzter verbliebener Kampfmagier, stimmte ihnen erst zu. In der Nacht jedoch hatte Azura ihm eine Vision gesandt, die von Unruhen und Kämpfen rivalisierender Ayleiden-Clans im Dunkelforst handelte. Also gingen wir jetzt ostwärts. Die ersten drei Stunden liefen wir noch auf weichem, aber gangbaren Boden. Dann, je näher wir den Mangrovenwäldern Sisihas kamen, wurden die Wege morastiger, bis sich schließlich nur noch eine weite Sumpflandschaft vor uns erstreckte. Von wegen „streckenweise etwas morastig“. Vorsichtig wateten wir weiter, immer in der Nähe von Grasinseln. Was hätte ich jetzt für die Dienste eines einheimischen Führers gegeben...
Allein der Gedanke daran war Zeitverschwendung. Kein Argonier oder Lilmothiit wäre bereit gewesen, Fremde und vor allem mittellose Fremde, durch sein Land zu führen. Dabei hatten wir noch das Glück, dass Direne bei unserer Gruppe war. Sie war die Älteste des Trupps. Sie war von Geburt an blind, besaß aber die seltene Gabe, einen sicheren Weg durch den Sumpf spüren zu können. Damit führte uns eigentlich Direne, sehr zum Leidwesen von Velon.

17.Tag der Regenhand, 701.Jahr der 1.Ära
Heute haben wir Mondmarsch erreicht. Vielleicht hat Mondmarsch auch uns erreicht, denn diese Anhäufung armseliger Hütten scheint in ständiger Bewegung zu sein. Sie dümpelten auf der übel riechenden Brühe dahin. Selbst der Dorfplatz, der von weitem einigermaßen fest aussieht, gibt bei jedem Schritt leicht nach. Trotzdem kommt mir dieser Ort wie das Paradies vor. Kreuz und quer waren wir durch die Mangrovenwälder geirrt, immer auf der Suche nach einem gangbaren Pfad. Riesige Schwärme stechwütiger Insekten hatten die schwülen Tage und besonders die nasskalten Nächte zur Qual werden lassen und das Sumpffieber hat bereits zwei unserer Gefährten hinweggerafft.
Gestern haben wir einen jungen Argonier gefunden. Er hatte sich ein Bein gebrochen, sah auch sonst etwas angefressen aus und konnte nicht allein weiter. Wir nahmen ihn mit. „Blauschuppe“ bekam bald noch hohes Fieber. Er machte mir Angst. In seinen wirren Phantasien beschwor er schreckliche Monster herauf, sprach er von Schlangenwesen, Nagas genannt, von einem Sumpfleviathan, von etwas dass er Voriplasma nannte und aus dem ich nicht schlau wurde... Ich kenne die Geschichten von Drachen, die einst Tamriel bevölkerten und nahm ihm den Leviathan ab, auch die Sache mit den Schlangen... lieber nicht dran denken.
Jedenfalls sind wir erst einmal in der Zivilisation.
Was das Klima und die Insekten angeht, ist es hier natürlich keinen Deut besser. Doch ein halbwegs dichtes Dach über dem Kopf und nicht unfreundliche „Gastgeber“ trösten darüber hinweg. Offen gesagt, scheinen die Bewohner der Hütten nur freundlich zu sein, weil sie in der Unterzahl sind...
Blauschuppe wurde in eine Hütte an Ortsrand gebracht. Ich denke, er schläft jetzt.

18.Tag der Regenhand, 701.Jahr der 1.Ära
Frisst-den-Fisch-roh, der Dorfälteste und wohl gleichzeitig Schamane hat sich nach langem Zureden bereitgefunden, ein paar Details seiner Heimat preiszugeben. Schwarzmarsch besteht aus einer unübersichtlichen Anzahl kleiner Reiche. Einige größere an den Küsten unterstehen recht mächtigen Königen und Priesterfürsten, die meisten im Landesinneren jedoch werden von rivalisierenden Clans beherrscht. Selbst die Leute aus Mondmarsch wissen nicht viel darüber, oder wollen es einfach nicht sagen. Der sicherste Weg, wenn man von Wegen überhaupt sprechen kann, folgt dem Küstenverlauf. Dummerweise ist vor wenigen Wochen (wieder einmal) ein Krieg zwischen den Lilmothiit und dem Gottkönig von Archon ausgebrochen. Frisst-den-Fisch-roh empfahl deshalb seinen „Gästen“ lieber den Umweg über Schwarzrose in Kauf zu nehmen. Vielleicht sähen die Dinge ab dort wieder ganz anders aus...
Für heute Abend sind wir zu einer Feier eingeladen. Alle freuen sich wohl, uns wieder los zu sein. Der Hauptgang besteht tatsächlich aus einer Riesenmenge zarten gebratenen Fleisches. Ich frage lieber nicht, von welchem Tier oder Monster es stammt. Ich genieße es und stelle mir vor, wie es roh schmecken wurde. (Roh??)
Schade, dass Blauschuppe nicht mit uns feiern kann. Frisst-den-Fisch-roh sagt, dass sein Fieber stärker geworden ist und er absolute Ruhe braucht. Ich hätte mich gern von ihm verabschiedet aber wir dürfen nicht zu ihm.

19.Tag der Regenhand, 701.Jahr der 1.Ära
Senis, Viriel, unser Koch Thyren und noch drei Matrosen sind tot. Deshalb hatte Frisst-den-Fisch-roh so gegrinst, als er uns Proviant mitgab. Die Trodh-Fische sind nur genießbar, solange sie leben, gekocht sondern sie ein starkes Gift ab. Es ist aber zu spät, um jemanden dafür zur Rechenschaft zu ziehen. Jetzt sind wir den Dörflern nicht mehr zahlenmäßig überlegen und sie haben sich inzwischen bestimmt gut bewaffnet. Es bleibt also nur der Weg nach vorn.

22.Tag der Regenhand, 701.Jahr der 1.Ära
Die letzten drei Tage verliefen genauso ereignislos wie trostlos. Wir haben unsere Kameraden nicht einmal begraben können. Es gibt hier nur Morast. Schließlich haben wir ihre Körper den Flammen übergeben und sind weitergezogen, Schritt für Schritt durch den zähen Morast der Talu-Sümpfe. Heute gegen Mittag haben wir Schwarzrose erreicht. Endlich wieder festen Boden unter den Füßen. Der Ort liegt etwas erhöht am Ufer des Ojomaug-Sees. Die Aussicht ist ganz nett. Vielleicht könnte Schwarzrose mal eine große Zukunft haben. Nur schade, dass es hier genauso modrig riecht, wie im Rest des Landes.
Die Einwohner, ausnahmslos Argonier, scheinen nicht ganz so hinterhältig zu sein, wie die aus Mondmarsch. Aber wer kann schon im Gesicht einer Echse lesen. Velon hat sich nützlich gemacht und einem Händler ein paar Schutzzauber „verkauft“. Dafür bekamen wir das Material für ein Floß (Boote sind wegen der niedrigen Wassertiefen weniger geeignet) und auch etwas Proviant. Zur Sicherheit haben wir auf Fisch verzichtet und nur solche Sachen genommen, die wir schon kennen. Als am Abend das Floß fertig war, versuchten wir aus den Einheimischen noch eine Wegbeschreibung herauszukitzeln. Ziemlich erfolglos. Uns wurde nur gesagt, dass hinter dem See das eigentliche Herz der Schwarzmarsch beginnt, Sumpfwälder, die noch kein Nicht-Argonier jemals betreten oder zumindest nicht überlebt hat. Doch wir haben keine Wahl. Die Kämpfe bei Archon haben sich sogar noch tief ins Hinterland ausgeweitet. Ein baldiges Ende ist nicht in Sicht.

23.Tag der Regenhand, 701.Jahr der 1.Ära
Schon heute bereuen wir die Entscheidung, den Weg über den See zu nehmen. Mitten auf dem Wasser wurden wir von Hackschnäbeln angegriffen. Diese Riesenvögel begleiteten uns schon seit längerer Zeit aber zwischen den Bäumen hatten sie uns bisher in Ruhe gelassen. Nun stürzten sich drei dieser Monster auf uns. Wir versuchten sie mit unseren Staken abzuwehren. Velon schoss einen Feuerball nach dem anderen ab und grillte sie schließlich alle. Der Preis war trotzdem hoch. Fast alle hatten Verletzungen durch die gezackten Schnäbel und scharfen Krallen erlitten. Tharo war über Bord gegangen. Er war ein guter Schwimmer, aber etwas hatte ihn gepackt und weggezogen. Wir konnten ihm nicht mehr helfen und mussten sogar noch Bedo, seinen Bruder, davon abhalten hinterher zu springen. Am Abend sind auch noch Moradril und Nearana am Blutverlust gestorben. Jetzt sind wir nur noch neun. Wenn wir doch bloß Arznei gegen das Fieber hätten...

27.Tag der Regenhand, 701.Jahr der 1.Ära
Nebel, Morast, Gestank, Ranken und Wurzeln, die ein Weiterkommen fast unmöglich machen. Das Floß haben wir am Nordufer des Ixithmai-Sees zurückgelassen. Keiner der Wasserläufe ist breit genug, um damit weiter voranzukommen. Velon hatte versucht, uns eine Schneise zu brennen, dann aber aufgegeben. Seitdem habe ich das Gefühl, dass uns selbst die Bäume feindlich gesinnt sind. Es sind die riesigsten Gewächse, die ich jemals gesehen habe. Manche Stämme sind so dick, dass wir alle zusammen sie nicht umfassen könnten. Einmal schien es mir, als würde einer der Bäume versuchen, mit seinen Wurzeln nach mir zu greifen, aber das war natürlich Einbildung. Es wird Zeit, dass wir aus diesem Nebel herauskommen.

28.Tag der Regenhand, 701.Jahr der 1.Ära
Direne hat wieder die Führung übernommen. Wir kommen jetzt etwas besser voran. Wir haben uns eine dieser treibenden Grasinseln geschnappt und versuchen, sie abwechselnd zu schieben. So können sich immer drei von uns etwas ausruhen.

29.Tag der Regenhand, 701.Jahr der 1.Ära
Voriplasma! Das zum Thema „Blauschuppes Fieberphantasien“. Was hält diese Wildnis noch für uns bereit? Es sah so harmlos aus, als es wie eine trübe Wolke unter unserer Insel hindurchtrieb. Plötzlich fing Bedo furchtbar an zu schreien. Wir konnten uns noch auf die Insel retten, aber als wir Bedo heraufziehen wollten, hielten wir nur noch seine Knochen in den Händen – gruselig.

01.Tag der Zweiten Saat, 701.Jahr der 1.Ära
An den letzten drei Tagen habe ich die Sonne nicht mehr gesehen. Wieder dieser schreckliche Nebel. Heute stellten wir fest, dass wir statt nordostwärts nach Westen liefen. Wie lange schon? Die Gegend ist überall gleich. Wir hatten noch einmal Besuch von Hackflügeln. Diesmal konnten wir aber rechtzeitig unter die Bäume flüchten. Die Viecher schmecken übrigens nicht schlecht. Mal etwas anderes als die ewigen Wurzeln und Beeren.

Es war zwar riskant, aber ich hatte mich mit Velon und dem jungen Sendril weiter vom Lager entfernt, um nach trockenem Holz und Früchten zu suchen. Ohne ein Feuer sind die Nächte hier wegen der Insekten unerträglich. Als wir zurückkamen war das Lager leer. Ich war zuerst so erschrocken, dass ich wie erstarrt am Rand des Dickichts stand. Velon zog mich schließlich hinter sich her.
 
Jetzt versuchen wir, eine Spur unserer Gefährten zu finden. Es ist zwecklos, der Morast schlucke alle Spuren. Nun sind wir wirklich allein und, wie es aussah, so gut wie tot.

08.Tag der Zweiten Saat, 701.Jahr der 1.Ära
Wie die Diebe haben wir uns an einem Dorf vorbeigeschlichen. Trotzdem glaube ich, das wir gesehen wurden. Vielleicht hatten wir nur Glück, dass uns die Bewohner nicht für der Mühe wert hielten.
Seit Nachmittag steigt das Gelände leicht an. Die Vegetation lichtete sich, es wird trockener und wir sehen in der Ferne sogar ein paar Hügel. Zielstrebig halten wir darauf zu.

09.Tag der Zweiten Saat, 701.Jahr der 1.Ära
Hoffentlich wird man diese Zeilen lesen können. Meine Hände zittern so stark, dass ich kaum ein Zeichen fehlerfrei hinbekomme.
Wir hatten die Hügel erreicht. Der Wald war einer Mischung aus Gebüsch und riesigen Farnen gewichen. Und seit langem konnten wir wieder saubere Luft atmen.
 Als wir uns einen Rastplatz suchten, stolperte ich fast über einen riesigen Knochen. Ich war ja inzwischen auf alles gefasst, aber Drachen? Den Daedra sei Dank, das Tier war schon lange tot. Es gab auch keine frischen Spuren von Aasfressern im Sand, nur diese wellenartigen Linien, die mir schon den ganzen Tag aufgefallen waren. Sendril hatte gerade ein Feuer entzündet, da sahen wir sie. Auch hier wurde Blauschuppes Beschreibung von der Wirklichkeit übertroffen. Riesige Monster mit dem Kopf und Körper einer Schlange. Zusätzlich verfügten sie über Arme und Beine, gingen aufrecht wie die Argonier ... und sie sahen sehr gereizt aus.
Von allen Seiten fielen sie über uns her. Ein besonders hässliches Exemplar stürzte sich auf mich. Ich hatte seiner Kraft nichts entgegenzusetzen. Zusammen fielen wir auf den harten Boden. Verzweifelt versuchte ich mich wegzudrehen. Es half nichts, das Monster war um so vieles stärker als ich. Ein Maul mit unzähligen nadelspitzen Zähnen öffnete sich und zielte auf meine Kehle. Faulig stinkender Atem schlug mir entgegen. Ekliger Geifer tropfte mir ins Gesicht. Die Bilder meines Lebens liefen an mir vorbei, meine behütete Kindheit in Gramfeste, die Reise, der Kerker, die schrecklichen Rituale, dann Talan und die viel zu kurze schöne Zeit, die uns vergönnt war ... Ich weiß nicht warum ich es tat, doch plötzlich begann ich zu rezitieren. Mein Mund formte Worte, die ich selbst nicht verstand, immer wieder, immer lauter: „Dra  a nogæ mphá.“ Sie brannten wie Säure in meiner Kehle, reizten meine Stimmbänder, und doch konnte ich nicht aufhören: „Dra  a nogæ mphá.“ Ich schleuderte sie dieser Schlange entgegen und ein Zittern lief durch meinen Körper ... , nein nicht durch meinen. Das Monster über mir zitterte plötzlich, das Maul schloss sich vor mir, der Druck wich. Dann starrte es mich ein letztes mal an. Ich werde den Blick dieser kalten ENTSETZTEN Augen wohl nie wieder loswerden ...
So schnell die Naga gekommen waren, so schnell waren sie wieder verschwunden. Wir lebten noch!

11./12.Tag der Zweiten Saat, 701.Jahr der 1.Ära
Irgendetwas hat sich geändert, denn als wir das Dorf Flusslauf erreichten, begegnete man uns dort mit vorsichtiger Neugier, ja sogar Ehrfurcht. Es fiel uns nicht schwer, einen Führer und ein Boot zu bekommen. Nicht einmal einen Tag später erreichten wir unbeschadet Dornenstadt.

25.Tag der Zweiten Saat, 701.Jahr der 1.Ära
Manchmal ist es schön, allein zu sein. Ich sitze am Schrein von Azura bei Necrom und führe stumme Zwiesprache mit der Göttin. Ich danke ihr für meine Rettung und verspreche, ihr ewig zu dienen. Ja, ab heute gehört mein Leben dem Tempel, der mich ohne zu fragen aufgenommen hat, als ich mit dem Pilgerschiff aus Tränenstadt ankam. Die anderen beiden sind gestern aufgebrochen, Sendril in seine Heimat Praloris, Velon nach Gramfeste um am Hof des Fürsten Bericht zu erstatten. Hier in Necrom wird meine neue Heimat sein, und die Heimat meiner ungeborenen Tochter, Talans Erbin....

Und Fadomai sagte: „Wenn Nirni ihre Kinder trägt, dann nimm eines davon und verwandle es.
Mach die schnellsten, klügsten und schönsten menschenähnlichen Wesen aus ihm und nenne sie Khajiit.“
  26.12.2010, 21:44
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TEIL 2

Anmerkungen von Talea Sarethi

20.Tag des Abendstern, 792.Jahr der 1.Ära
Heute ist Mutters großer Tag. Es war eine ergreifende Zeremonie. Die Priester haben alles aufgeboten, um einer der ihren den Weg zu den Ahnen zu ebnen. Wie hat sie sich in den letzten Tagen darauf gefreut, meinen Vater wiederzusehen. Das Schicksal hatte ihnen nicht viel Zeit miteinander gegönnt.
Bevor sich ihr Geist auf den Weg zu Talan machte, gab sie mir zwei Tagebücher und nahm mir das Versprechen ab, sie für immer in unserer Familie zu bewahren. Ich glaube, sie hat bis zuletzt etwas vor mir verheimlicht. Vielleicht erfahre ich ja aus den Büchern etwas.

22.Tag des Abendstern, 792.Jahr der 1.Ära
Jetzt kenne ich die Geschichte meiner Eltern. Ich habe gestern den ganzen Tag geweint und mich gefragt, warum ausgerechnet ihnen das Schicksal so mitspielen musste.
Und ich habe gegen Mutters Gebot verstoßen. Ich habe die letzten Seiten ihres Tagebuchs verbrannt! Was dort stand, darf niemals an die Öffentlichkeit kommen.
Ich weiß nicht, ob ich mit diesem Wissen noch Priesterin sein kann. Werden die Götter mir vergeben? ...

Anmerkungen von Ramen Kolenni

11.Tag der Jahresmitte, 214.Jahr der 3.Ära
Heute ist mein Glückstag. Ich habe aus Langeweile und weil es seit langem fällig war, den Keller aufgeräumt. OK, eigentlich stammt die Idee von Naila. Ich kann ihr so schlecht etwas abschlagen, wenn sie mit Vaters Streitkolben spielt.
Jedenfalls habe ich in einer morschen Truhe zwei alte Tagebücher gefunden. Ihrem Zustand nach können sie Jahrhunderte alt sein. Besonders das eine mit dem Wappen der Indoril interessiert mich. Vielleicht bringen die Bücher ja etwas Licht ins Dunkel unserer Vergangenheit.

23.Tag der Jahresmitte, 214.Jahr der 3.Ära
Gestern verbrachte ich wieder einen ganzen Tag in den Archiven des Tempels. Ich habe auch einen Boten nach Gramfeste geschickt, um dort Nachforschungen anzustellen. Was ich herausgefunden habe, ist unglaublich. Ich hatte es immer vermutet. Wir stammen zum Teil aus der direkten Linie Indoril.
Meine Recherchen haben ergeben, dass Yolon Kolenni, Ahnenpriester von Necrom und mein direkter Ahnherr, gegen Ende der ersten Ära eine Direne Andrani ehelichte. Diese Direne war nachgewiesenermaßen eine Urenkelin von Nyrina Sarethi. Und noch etwas stellte sich heraus. Auch Yolons Sohn heiratete später ein Mädchen, das ihre Herkunft auf Velon aus Gramfeste zurückführen konnte.
Bis zu diesem Zeitpunkt schien das Leben meiner Vorfahren relativ normal verlaufen zu sein. Yolons Kinder waren die ersten, die der Fluch unserer Familie traf. Es waren zwei Mädchen und ein Junge. Alle drei waren schon bei der Geburt sehr hellhäutig. Ihre Körper waren mit winzigen goldfarbenen Schuppen bedeckt und ihre Augen leuchteten in einem intensiven Gelborange. Yolon schaffte es durch sein Geld und seinen Einfluss, die Kinder vor der Außenwelt zu beschützen. Sie dienten in den Archiven des Tempels, trugen stets Kapuzengewänder und Handschuhe. Und sie waren die ersten meiner Verwandten, die mit der Haltung von Guars begannen.
Generationen später hatten sich die Auffälligkeiten bereits stark abgeschwächt. Es gab zwar hin und wieder Gerüchte über unerklärliche Zwischenfälle, doch glücklicherweise brachte sie niemand in direkten Zusammenhang mit der Familie Kolenni.
So soll es auch bleiben. Deshalb erneuere ich heute Talea Sarethis Gelübde. Ich werde die Bücher wieder sicher verwahren, denn ihr Inhalt ist ausschließlich für unsere Familie bestimmt.

Anmerkungen von Ariah Kolenni

Vor seinem Tod übergab mir mein Vater zwei uralte Bücher und ein paar Notizen. Die Bücher sind leider nicht vollständig erhalten. Das erste schien einmal sehr teuer gewesen zu sein. Seine Seiten bestanden aus fein gegerbtem Horkerleder und trugen das alte Wappen der Indoril. Der erste Teil fehlte. Es gehörte einem Talan Indoril, einem Seefahrer und meinem ältesten bekannten Ahn.
Beim zweiten Buch, geschrieben von Nyrina Sarethi, fehlten die letzten Seiten. Sarethi, ich glaube diese Familie gibt es in Gramfeste noch heute. Aber ich konnte mich nicht durchringen, dort mal vorbeizuschauen, nicht nachdem ich alles gelesen hatte.

Ich habe diese uralten Bücher abgeschrieben und mir die Freiheit genommen, die Tagebücher von Talan und Nyrina teilweise zu vermischen. Ich denke, so wird der Zusammenhang klarer. Beim Blättern lösten sich die Seiten unter meinen Fingern auf. Jetzt ist dieser Stapel Papier alles, was mich noch mit meiner Heimat verbindet. Ich muss gut darauf Acht geben. Besonders auf die letzten Seiten, denn sollten die jemals in falsche Hände fallen ...

Dabei fing alles ganz harmlos an:
Ich war gerade 15 geworden, als es begann. Zusammen mit Llendri, der Tochter unserer Nachbarn, streiften wir durch die Wälder westlich von Necrom. Es war unser Revier. Hier jagten wir, übten uns zwischen den Felsen in Zerstörung und brauten in einer Höhle unsere Tränke. Manchmal war eine von uns sogar mutig genug, davon zu kosten.
Heute jagten wir uns gegenseitig durch die Wälder und waren dabei so in unser Spiel vertieft, dass wir die Spuren vor der Höhle gar nicht bemerkten. Als ich die Stimmen hörte, war es schon zu spät. Ich betrat als erste die Hauptkammer. Wie angewurzelt blieb ich stehen. Das gab Llendri die Gelegenheit umzudrehen und wegzulaufen, bevor die Tür hinter mir zugeschlagen wurde.
„Wen haben wir denn da?“ fragte ein äußerst hässlicher Ork grinsend seine beiden Begleiter. Die zwei Nords waren ebenso heruntergekommen wie er. Sie hielten aber gefährlich aussehende Äxte in den Händen – Wegelagerer!
„Los, hinterher! Die andere darf uns nicht entwischen!“ Schnauzte der Ork die beiden an, die sofort hinter Llendri her rannten. „Mit dir beschäftige ich mich allein,“ wandte er sich wieder an mich.
Ich hatte furchtbare Angst, als er langsam auf mich zu kam und mich dann zur hinteren Kammer der Höhle schob. Dorthin wo wir unsere Schlafstätten eingerichtet hatten. Ich spürte seine harte Pranke im Rücken und roch den sauren Gestank, den er verbreitete. Die Fackel war mir aus der Hand gefallen. Ich stolperte vorwärts.
Der Gang war gewunden, relativ lang und hätte stockdunkel sein müssen. Doch langsam konnte ich wieder etwas erkennen. Wie durch einen orangefarbenen Schleier nahm ich meine Umgebung wahr, ging sicherer, hatte auf einmal weniger Angst vor dem Ork. Und dann kamen die Stimmen.
Zuerst flüsterten sie in meinem Kopf, „Dra  a nogæ mphá ...“ Dann wurden sie lauter, waren gleichzeitig beruhigend und anspornend. „Dra  a nogæ mphá ...“.
Wir hatten die hintere Kammer fast erreicht. Der Ork hinter mir schmatzte voller perverser Vorfreude. Merkwürdig, es störte mich nicht. Die Stimmen gaben mir Kraft. Als wir die Kammer betraten, drehte ich mich langsam um. Ich sah die sabbernde Fratze des Orks vor mir, als er sich mir näherte. „Dra  a nogæ mphá,“ dröhnte es in meinem Kopf. Dann ging alles sehr schnell.
Mit einer Kraft und Schnelligkeit, die ich mir niemals zugetraut hätte, sprang ich meine Beute an. Meine Hand schoss vor, fand zielstrebig den Weg unter seinen Brustpanzer, zerfetzte sein Fleisch, brach ein paar Rippen und riss das Herz heraus... Ich genoss den Blick in die sterbenden Augen als ich genussvoll in das noch pulsierende Fleisch biss ...
Dann wartete ich. Ich war noch nicht satt. Es dauerte lange, bis seine Begleiter zurückkamen, ohne Llendri. Langsam, etwas zögernd durchsuchten sie die Höhle, kamen sie den Gang entlang auf mich zu. Die Kammer lag in völliger Dunkelheit. Ich bemerkte sie trotzdem. Dem ersten stieß ich das Orkschwert direkt ins Herz. Was für eine Verschwendung. Der zweite wollte fliehen. Ich sprang ihn von hinten an und brach ihm das Genick.
Erst allmählich verstimmten die Stimmen in meinem Kopf wieder. Entsetzt sah ich, was ich angerichtet hatte. Im Schein der Fackel lagen nicht die Nords vor meinen Füßen, sondern zwei Kämpfer der Stadtwache von Necrom. Ich brach zusammen ....
Irgendwie war es Llendri damals gelungen, an den Zellenschlüssel zu kommen. So verließ ich bei Nacht und Nebel meine Heimat für immer. Als Mörderin, als Monster. Ich ging in die Wälder Cyrodiils, später in den Westen Valenwalds, wo ich einige Jahre in einer Waldsiedlung der Bosmer lebte, bis mich auch dort einige „mysteriöse Vorfälle“ zwangen, meine neue Heimat zu verlassen ...

Und Fadomai sagte: „Wenn Nirni ihre Kinder trägt, dann nimm eines davon und verwandle es.
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  26.12.2010, 21:45
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Die Geschichte von Melissa und Jean, die Ssavira später jemandem am Lagerfeuer erzählt hätte.

... „Kennt ihr die Geschichte von Melissa und Jean? Waldelfen aus dem Süden Valenwalds haben sie mir erzählt, und, nun ja, sie hat mich nachdenklich gemacht.“ Nach einer längeren Pause fuhr Ssavira fort.

„Es war also in einem Dorf unweit der Südküste. Melissa lebte schon zwei Jahre dort. Woher sie kam, wusste niemand so genau, aber sie war freundlich und hilfsbereit, hatte stets für je-den ein Lächeln. Ihrem Aussehen nach war sie keine Bosmer, doch ihr Herz schlug für die Elfen des Waldes, und so hatte sie schnell ihren festen Platz in der Gemeinschaft gefunden. Ihre Hütte am Rand des Waldes stand jedem offen. Melissa war eine gute Jägerin, schnell und geschickt mit dem Bogen. Abends saß sie auf der Bank unter ihrem Fenster und schnitzte aus Wurzeln kleine Tiere und Puppen, mit denen sie die Herzen aller Kinder der Gegend im Sturm eroberte.

Eines Tages kam ein weiterer Fremder ins Dorf. Es war ein junger bretonischer Händler na-mens Jean. Er machte den verfallenen Laden wieder auf. Neben vielen schönen Sachen aus den anderen Provinzen brachte er Bücher mit, Bücher über die Welt außerhalb des Waldes ...

Das Leben hatte sich verändert. Die Kinder, die sonst jeden Abend vor Melissas Haus saßen, umringten jetzt Jean, um seinen spannenden Geschichten zu lauschen. Doch Melissa war nicht böse darüber, im Gegenteil, es dauerte nicht lange und auch sie selbst sah man bei Jean am Feuer sitzen, schwatzen und lachen, oft bis weit in die Nacht ...

Eines Tages, nachdem die Zeit des langen Regens vorbei war, nahm Melissa wieder ihren Bogen, verabschiedete sich für einige Tage mit einem langen Kuss von Jean und ging auf die Jagd.

Am selben Abend erreichte ein Bote das Dorf. Man sah ihm die schlechten Nachrichten schon von weitem an. Aufgeregt liefen die Leute auf dem Dorfplatz zusammen. Der Mann sprang vom Pferd, bat um etwas zu Trinken, und nachdem man seinem Wunsch entsprochen hatte und er etwas zu Atem gekommen war, berichtete er den entsetzten Dorfbewohnern von einem Rudel Timberwölfe, die zwei Dörfer weiter östlich ein Blutbad angerichtet hatten. Die Waldläufer des Königs hatten sich an ihre Spuren geheftet, doch auch sie konnten keine Wunder vollbringen. Er warnte die Dörfler eindringlich, auf der Hut zu sein bis neue Nachrichten ein-träfen. Dann stieg er wieder auf sein Pferd und ritt davon.

Jean war starr vor Schreck. Timberwölfe! Und Melissa war allein und ahnungslos in den Wäldern unterwegs. Er würde sie suchen, sofort! Nur mit seinem Dolch und ein paar Heil-tränken ausgerüstet rannte er in die Richtung, in der er seine Geliebte vermutete ...“

Ssavira schien kurz über die Erzählung nachzudenken, dann fuhr sie fort:

„Es gibt mehrere Versionen dieser Geschichte, besonders über das Ende. In den meisten wurde Jean Tage später gefunden. Nicht sehr weit vom Dorf lag er im Gebüsch, mit gebrochenem Rückgrat, aufgerissenen Leib und einem Blick in seinen erstarrten Augen, als hätte er kurz vor seinem Tod etwas unvorstellbar grausames erdulden müssen.
Melissa blieb verschwunden. Die Bestien, die für Jeans Tod verantwortlich waren, hatten ihre Leiche vermutlich weggeschleppt ...“

Einige Minuten herrschte Schweigen, als Ssavira ihre Geschichte beendet hatte. Dann sah sie ____  lange in die Augen. „Jedes mal, wenn ich jemanden treffe, der mir etwas bedeuten könnte, muss ich an diese Geschichte denken. Was wäre, wenn nicht die Wölfe, sondern Melissa für Jeans Tod verantwortlich wäre, wenn sie noch leben würde, unerkannt irgendwo da draußen ...?“

Und Fadomai sagte: „Wenn Nirni ihre Kinder trägt, dann nimm eines davon und verwandle es.
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  26.12.2010, 21:46
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Ssaviras Traum, der jede Nacht in Abschnitten etwas mehr von ihrer Vergangenheit enthüllen sollte.

„Ariah! Ariah! Komm, zeig dich! Ich finde dich ja doch!“ Ariah lachte. Zwischen den dichten Rotholzbüschen war sie sicher.  Llendri würde sie nie finden. Wusch! Ariah kreischte erschrocken auf. Eine winzige Kugel aus kaltem Feuer huschte an ihrem Kopf vorbei und schlug ohne Schaden zu verursachen in die Büsche ein. „Hab ich dich!“ Übermütig hopste Llendri in Ariahs Versteck. Doch die war schon wieder verschwunden. „Von wegen!“ Ariahs Lachen kam von Links, dort wo die Hügel begannen. „Fang mich, wenn du kannst!“ Schon rannte sie los und Llendri hinterher, geradeaus durch den Wald. „Gleich bist du fällig!“ Llendris Hand formte eine weitere Feuerkugel. Wusch, wieder vorbei.

„Heh! Ein blindes Guar zielt besser als du!“ Ein flinker Haken, ein kurzer Spurt und Ariah tauchte in den Eingang der Höhle ein, ihrer Höhle, dem geheimen Ort, den sie vor einigen Monden entdeckt hatten. Hier, etwa eine Meile vor den Toren Necroms hatten sie sich ein kleines Reich aufgebaut. Die Höhle hatte nur zwei Kammern, aber sie war trocken und frei von Ungeziefer. Ariah und Llendri verbrachten jede freie Minute des Sommers an diesem Ort. Auch heute wieder. Doch heute war etwas anders als sonst. „Ariah?“

„Ariah?“ Llendri hatte plötzlich Angst. Angst vor der Dunkelheit der Höhle, vor dem, was darin lauern konnte. „Ariah? Komm schon, sag was!“ Sie brauchte einen Moment, bis sich ihre Augen an das Halbdunkel gewöhnt hatten. Langsam tastete sie sich voran...
’Du kriegst mich nicht!’ Ariah kannte den Weg, genau wie Llendri. Doch sie hatte nachts schon immer besser gesehen als ihre Freundin. Nachts und im Dunkel der Höhle. Sie würde sich in der ersten Kammer verstecken, unter dem Tisch, der dort stand. Und dann würde Llendri es sein, die die nächste Feuerkugel abbekam. Langsam formte sich das leuchtende Gebilde in ihrer Hand ...

Endlich! Llendri hatte Ariah fast erreicht. Jedoch ... eine innere Stimme warnte sie davor weiterzugehen. Sie sah Ariahs Gestalt, die sich dunkel vor dem Fackelschein der ersten Kammer abhob. Und sie war nicht allein. Ein riesiger Ork hielt sie gepackt, und während Llendri noch überlegte, was sie tun sollte, drehte er sich zur Seite und brüllte: „Was steht ihr Idioten da rum? Fangt sie!“ Llendri wartete nicht ab, was weiter geschehen würde. Sie machte auf dem Absatz kehrt und rannte los.

Unfähig, sich zu rühren stand Ariah in der Tür. Ihre kleine heile Welt brach wie ein Kartenhaus zusammen. Banditen! Bevor sie etwas tun konnte, hatte sie der erste, ein riesiger stinkender Ork, bereits gepackt und zu sich hereingezogen. „Was steht ihr Idioten da rum? Fangt sie!“, brüllte er zwei Nords an, die sich sogleich an ihnen vorbei zum Ausgang drängten. „Llendri! Lauf!“ Der Warnruf brachte ihr einen Schlag in den Magen ein, der sämtliche Luft aus ihrer Lunge trieb. Als sie wieder aufblicken konnte, sah sie vor sich das dreckige lüsterne Gesicht des Banditen. „Und jetzt, mein Täubchen, werden wir uns etwas näher kennen lernen ...“

... Blut! Grauenvolle Schreie brachen sich hundertfach an der niedrigen Decke der Höhle. Wahnsinnige Schreie einer Seele, die qualvoll zugrunde ging. Flammen und Schatten jagten in einem irrsinnigen Reigen umeinander, enthüllten vor Angst und Schmerz verzerrte Fratzen und warfen wieder den gnädigen Mantel der Dunkelheit über das Grauen. Dann war es vorbei. Finsternis. Kälte. Leere ...

... Ariah erwachte in einer Zelle. Alles tat weh. Nur noch Fetzen ihres Kleides hingen an ihrem Körper herab. Was war geschehen? Wo war sie? Und warum? ...

„ ... ergeht im Namen des Kaisers das Urteil. Die Angeklagte ist schuldig des gemeinen vorsätzlichen Mordes an zwei Wachmännern unserer gesegneten Stadt und dafür wird mit 120 Jahren Kerker bestraft!“ Ariah verlor das Bewusstsein ...

... Tage später stand sie an den Klippen. Sie war nackt. Ariah hatte für eine deutliche Spur gesorgt, nachdem sie mit Llendris Hilfe aus dem Kerker entkommen war. Jetzt lagen ihre Kleider gut sichtbar am schmalen steinigen Strand. Die Spur führte ins Meer. Ariah konnte gut schwimmen. Heute ließ sie sich einfach mit der Strömung treiben. Irgendwo weit südlich von hier würde sie an Land gehen und ein neues Leben beginnen.

Ariah war tot. Unter dem milden Glanz der Sterne schwamm Ssavira einem neuen Morgen entgegen.

Und Fadomai sagte: „Wenn Nirni ihre Kinder trägt, dann nimm eines davon und verwandle es.
Mach die schnellsten, klügsten und schönsten menschenähnlichen Wesen aus ihm und nenne sie Khajiit.“
  26.12.2010, 21:47
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